Was ich besser machen könnte… Teil 5 von 12 [Intermezzo]

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5. Es reicht. Mehr muss nicht sein. – Es sollte schon mehr sein. Wenn, dann richtig.

Diese zwei Ansatzpunkte dienen der Beschreibung eines Vorhabens, das entweder recht locker mit ergebnisoffenem Ausgang angegangen werden kann oder mit einer klaren Zielsetzung, die ein Mindestmaß an Planung und Organisation voraussetzt. Beides ist ein gangbarer Weg. Hier liegt es bei mir nun so, dass ich beide Wege gerne vollständig ausschöpfe. Es kommt darauf an, welches Ziel, welche Handlung und welche Bedingungen an eine Sache geknüpft sind. Woran ich meiner Meinung nach arbeiten kann ist die Gewichtung der Aufgaben, deren Inhalt sehr unterschiedliche Prioritäten aufweist.

Mein „reicht doch“ lässt im Alltag manches Mal ein Ziel oder eine Aufgabe eine viel größere Rolle spielen, als sie es wäre, wenn die Priorität leicht verschoben wäre und sie damit schon nicht mehr Bestand der Betrachtung sein würde. Erledigt und abgehakt würde Raum für andere Dinge bedeuten. Wenn, ja wenn da nicht ein „reicht doch“ für gewisse Nachbesserungen verantwortlich wäre.

Andere Dinge sind mit einem „reicht doch“ vollumfänglich abgeschlossen. Nicht schön, aber Mittel zum Zweck. Es funktioniert, also warum mehr investieren? Im Gegensatz dazu, weit davon entfernt, gibt es Dinge, die vielleicht einen zu großen Raum im Leben erhalten. Deren Bedeutung wiegt bei mir höher, als bei anderen Menschen. Ich bin in diesen Situationen etwas genauer, als gemeinhin notwendig oder erwünscht. Das Ziel klar vor Augen werden viele (zu viele) Eventualitäten von mir bedacht, mögliche Lösungen in Betracht gezogen, um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Dabei kommt dann die jungfräuliche Ader zur Geltung und dabei ist meine Genauigkeit schon manches Mal zu viel des Guten. Könnte man meinen. Andererseits entstehen auf diesem Wege oftmals erstaunlich gute Dinge. Aber rechtfertigen sie den Einsatz? Kommt auf die Gewichtung an.

Für bestimmte Dinge plane ich gerne, sammle Ideen und fertige Skizzen an. Andere Sachen lasse ich auf mich zukommen, freue mich über die Freiheit, Wege kurzfristig und spontan zu verändern, genieße die Lockerheit der freien Entscheidung, die andererseits so manches Mal auf ziemlich wackeligen Beinen fußt. Doch diese Improvisation finde ich neben meiner dezidierten Planung faszinierend.

Darin einen Mittelweg zu finden fällt mir nicht immer einfach. Vielleicht durch eine genauere Analyse und der Zurückstellung der eigenen Neigung gelänge es mir besser, eine ausgewogenere Handlungsfähigkeit zu fördern. Klar, jeder macht das, was er liebt, viel besser, als die vielen unliebsamen Alltagsgeschäfte. Doch wenn man dazu in der Lage ist, sich diese Alltagsgeschäfte zu eigen zu machen, so läge darin ein Weg, die Prioritäten anzugleichen.

Wie sieht es bei Dir aus? Planst Du Dinge, die Dir wichtig sind, besser, als irgendwelche unliebsamen Notwendigkeiten? Hier darf nicht die im Wort indizierte Beeinflussung zu Grunde gelegt werden, sondern es bedarf einer besonderen reflektiven und authentischen Herangehensweise. Eine Zielsetzung wäre gefragt, die unabhängig von Stimmung, Lust, Äußerlichkeiten oder anderen temporären Belangen entstehen kann. Für mich kein einfaches „ToDo“. 😊

Wie dem auch sei, mit der Ausrede, man wäre doch Mensch und es sei Sinn und Zweck des Lebens, herauszufinden, wer man ist, damit kommt man nicht über ein Ziel hinaus, ein Ziel, das doch immer nur Teilziel sei kann. Wie genau bist Du? Wie locker gehst Du deine Ziele an? Kennzeichnet dich ein „Wird schon!“ oder planst du eher? Hast Du Deine Ziele in möglichst kleine Teilziele aufgeteilt oder stehst Du für das große Ganze? Sind wir letztendlich doch nur Spielball des Lebens oder bestimmen wir die Richtung? Was denkst Du?

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Was ich besser machen könnte… Teil 1 von 12 [Intermezzo]

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1. Slang, Dialekt, Akzent.

Aufgewachsen in Düsseldorf habe ich zwar manchmal das rheinische Platt gehört, meine Großmutter väterlicherseits beispielsweise sprach es in manchen Momenten, als könne sie gar nicht anders. Ein (zugegeben aus weiter Erinnerung stammendes) Beispiel: Am Esstisch, beim gemeinsamen Abendessen – „Donne misch ema de Woosch erövver!“ Jedes der Worte ohne wirkliche Trennung vom anderen, wie ein einziges Wort gesprochen. Heißt in Hochdeutsch: „Reichst Du mir bitte die Wurst herüber.“

Aufgewachsen in einem Elternhaus, in dem der Tenor lautete: Ja kein Platt reden, das ist die Sprache der Gosse. Verboten. Außer bei Oma. Und zwar nur bei Oma väterlicherseits, bei der Mutter meiner Mutter wurde Knigge in Reinstform gelebt. Höflichkeit war viel Wert und brachte in dieser ganzen Familie höchste Achtung. Klar, bei uns zu Hsuse gab es auch einen Knigge. (Für all jene, die nicht wissen, was „Knigge“ bedeutet, Freiherr Adolph von Knigge formulierte eine Reihe von Regeln, die den Umgang der Menschen miteinander in einer sehr höflichen, freundlichen und achtungsvollen Weise anleiten sollte.) Verinnerlicht habe ich ihn nicht gänzlich, aber mit 17 kannte ich seinen Inhalt ganz gut. Und ich verhielt mich meist so, zumindest dort, wo es angebracht oder notwendig erschien. Zurück zum Platt. Was wurde daraus?

Ich habe eine verstärkte Aversion gegen jede Form der Dialekte zurückbehalten. Heute, wie gestern bewundere ich Menschen, die akzentfrei sprechen. In der Vordereifel und in Koblenz bin ich genauso wenig gut aufgehoben, wie in meiner Geburtsstadt Düsseldorf. Ich bewundere Menschen aus dem Münsteraner Raum, Gütersloh, Paderborn, Westfalen, ein Bezirk, wo der Dialekt aus reinstem Hochdeutsch besteht. 😍😍😍

Ich muss mich bessern. Bairisch akzeptieren lernen, obwohl ich nix verstehe. Aussetzer bekomme ich regelmäßig, wenn Worte einfach getauscht werden oder die Bedeutung kurzerhand geändert wird. Beispiele aus Mayen: Fliegen, also die gewöhnliche Stubenfliege heißt hier Mücke. Anderes Beispiel: Das Wort nehmen wird so mir nichts dir nichts durch holen ersetzt. „Dat Lehnchen hat aber schwer abgeholt!“ Ich: „Wen hat Lehnchen abgeholt?“ Nee, Olaf, Lehnchen hat abgenommen, en paar Kilo. 😂

Aber nicht nur hier, auch andere Gegenden in Deutschland sind für mich sprachlich gesehen „Kann-nix-verstehen-Land“ Ich habe damit ein Problem, das ich in den Griff bekommen muss. Ich versuche es. Es sind ja nicht die Menschen dort, die kann ich gut leiden, sondern nur meine eigenen Probleme mit der Kommunikation. Mein Fehler. Ich kann es nicht leiden. Tut mir leid, ehrlich, aber dieses Gefühl überkommt mich einfach so. Ich arbeite daran, versprochen! Einen schönen Abend, Dir, liebe Leserin und Dir, lieber Leser und vielleicht hast Du ja einen Tipp für mich.

Gehabt Euch wohl!

Niemals so ganz [94]

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Ein Ausschnitt des Lebens, ein Moment, der zwar im Augenblick des Erlebens real, aber schon wenig Zeit danach nur noch Erinnerung ist. Gepaart mit all unseren Erfahrungen und Erinnerungen, unseren Filtern und vor allem den gerade neuen, aktuellen Gedanken wird er relativiert, in einem fort, wird verfärbt, verblasst, erblüht wieder, wird vergessen und erneut erinnert man sich. Nach und nach verebbt er, versiegt im Sande wie die Welle am Strand, um irgendwann verschwunden zu sein. Spätestens mit uns, wenn wir nicht mehr sind.

Doch jetzt ist jetzt, in diesem Augenblick leben wir. Wir erleben unser Leben, nehmen wahr, was geschieht, sind umtriebig, reagieren und agieren so, wie wir sind. Wir leben das Leben und planen es, genießen die Zeit und schlagen sie dennoch manchmal tot. Wir blicken zurück, erinnern uns und lassen diese Erinnerungen einfließen in unser Heute! Es sind gute und schlechte Erinnerungen, einige würden wir am liebsten verdrängen, andere bleiben präsent, als wären sie gerade geschehen. Viel mehr, als wir denken, prägen uns diese Ideen, jene, die wir von Beginn an im Leben erfuhren, andere begleiten uns klammheimlich und subtil, bis wir sie ent-decken, verstehen dabei oftmals, warum manches so geschah und nicht anders geschehen konnte.

Von der Tiefe [Intermezzo] [39]

Ich beschäftige mich. Ein Leben lang. Mit den unterschiedlichsten Dingen. [Lass‘ mich das alles zunächst „Dinge“ nennen.]

Manche Dinge begegnen mir früher, andere später. Mit manchen beschäftige ich mich aus freien Stücken, mit manchen nur, um zu überleben. Manche Dinge lasse ich gerne in mein Leben, andere nicht so gerne. Manche davon verweilen eine längere Zeit bei mir, wieder andere nur sehr kurzfristig, einige dieser Dinge aber scheinen mich ein Leben lang zu begleiten. Von gänzlich anderen Dingen höre ich, aber sie scheinen sich mir zu entziehen. Wiederum andere entspringen meiner Vorstellung und ich darf glücklich darüber sein, dass sie nicht teilhaben an meinem Leben.

Wie gehe ich mit all diesen Dingen um? Mein Gefühl ist oft diffus. Der Verstand vielleicht nicht, aber sind wir mal ehrlich: was schon entscheiden wir tatsächlich mit dem Verstand? Wenn dem so wäre, die Wirtschaft bräche sang- und klanglos zusammen. Bildlich ausgedrückt sieht es so aus, als ob ich vieles nur peripher wahrnehmen kann, dass heißt, ich sehe Verschiedenes, auch über einen längeren Zeitraum hinweg, aber ich überfliege es nur, wie der Adler über den Wäldern fliegt, über die Bäume hinweg gleitet, unendlich Kreise um sie zieht, niemals aber auf ihnen landet, geschweige denn von ihren Früchten oder gar Wurzeln nur eine Ahnung erfährt.

Ich sehe Dinge, kann über sie sprechen, weiß, dass sie existieren. Es scheint mir, als könne ich mir ausmalen, wie sie sind, aber nähere mich ihnen nicht wirklich. So, als fasste ich ein Stück Holz an, vielleicht ein Werkzeug, ohne es gebrauchen zu können, obwohl ich genau weiß, wozu es dient, weiß, was damit erschaffen werden könnte. Es ist, als greife ich mit Händen in einen Nebel, um ihm habhaft zu werden.

Manche Dinge berühre ich, ohne sie wirklich zu begreifen. Manche Gedanken denke ich ohne sie wirklich zu begreifen. Von manchen Dingen scheine ich zu wissen ohne eine wirkliche Vorstellung davon zu haben. Tatsächlich berühre ich Dinge ohne sie wirklich zu fassen. In einem Moment sind sie präsent, im nächsten Augenblick scheinbar niemals dagewesen.

In der Meditation kann ich gut aus dem mir eigenen Körper treten, es gelingt mir leicht. Vielleicht, weil ich es seit frühester Jugend praktiziere. Immer öfter aber scheinen mir Dinge, die ich klar vor mir sehe, zu entgleiten, während sie noch da sind. Sie scheinen sich zu entmaterialisieren, während ich sie noch betrachte, wahrnehme, nutze, fühle.

Auch mit Gedanken, Gefühlen, Begegnungen geschieht es immer wieder. Unwirklich beschreibt es, was nachher bleibt. Zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen die Erinnerungen, Grenzen lösen sich auf. Mit aller Macht stemme ich mich gegen diesen Zustand, meist gelingt es, aber ich nehme die Transzendierung deutlich wahr. Auch die tatsächliche Präsenz anderer Menschen empfinde ich in dem Grad, wie sie mir entgegen treten. Da oder nicht da, als ein Spiegelbild meiner eigenen Präsenz?

Wie kann ein Mensch mit mir in Kontakt treten, wenn nur der Körper da zu sein scheint? So frage ich hin und wieder, wenn ich bemerke, dass es in aller Oberflächlichkeit um Belange der Banalität geht, die als notwendiges Übel in unserem Leben uns beschränken. Aber auch diese Dinge sind vorhanden, machen uns als Menschen aus, lassen uns als Wesen wirken. Wir können dabei eine Wirkung nur dann erreichen, wenn wir verändern und gestalten. Kraft unseres Körpers erreichen wir eine Entwicklung der Seele, denn mit ihm denken, fühlen und vor allem handeln wir. Wir bewegen Dinge, indem wir ihren Zustand verändern, ihre Lage verändern oder ihre Existenz in Energie verwandeln. Vielleicht schaffen wir irgendwann den umgekehrten Weg, nämlich aus Energie etwas Materielles zu transferieren.

Wahrhaftigkeit ist ein kostbares Gut bei uns Menschen, und wie mir scheint, ein rares. Was passiert mit uns Menschen, dass es immer weiter zu weichen scheint, Platz macht für den Spaß, das Vergnügen, den Konsum in der vielerorts zunehmenden Wohlstandsgesellschaft der Erde, wo die Gier alle Kreativität und Mitmenschlichkeit ersetzt?

Kommunikation, oder „Wie meinst Du?“ (204)

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Du verstehst die Menschen recht gut, oder? Du sprichst die Sprache der Menschen, mit denen du zusammen lebst, du hast ähnliche Gedanken, Meinungen und Gefühle, wie sie. Du siehst ihnen meist an, wenn sie dich nicht verstehen, oder? Du bist nicht immer einer Meinung mit ihnen, aber deshalb kannst du mit ihnen diskutieren, nicht wahr?

Kommunikation kann ein weites, spannendes Feld sein. Beinahe täglich erleben wir, welche Blüten diese Pflanze hervorbringt. Zum einen als Zuschauer, zum anderen als Involvierte suchen wir in unserem Repertoire nach einer Übersetzung eines Verhaltens, gleichen ab, ordnen ein, schließen aus, berichtigen wieder, und irren uns doch ständig. „Wie hat er das gemeint?“ „Was will sie mir damit sagen?“ „Hä?“

Es kommt vor, dass wir weiter fragen. Vielleicht noch öfter kommt es aber vor, dass wir nicht weiter fragen! Wie geben uns damit zufrieden, einen Gedanken gebildet zu haben, der da sagt: „Ja, so wird es wohl gemeint sein, der Kontext lässt es höchstwahrscheinlich zu. Es wird sich zeigen, ob es so gemeint war, irgendwann.“ Außerdem haben wir schließlich gar nicht die Zeit, es eingehend zu klären, viel zu umfassend sind unsere Aussagen, beziehungsweise stehen noch so viele andere Sätze in der Warteschleife, die wir unbedingt anbringen möchten, da können wir uns unmöglich länger bei diesem einem Thema aufhalten.

Was vielleicht zusätzlich zu bedenken ist, ist die Tatsache, dass eine Aussage, die am Ende tatsächlich geklärt wurde, bedenklicherweise etwas bedrohlich verbindliches innehat. Dabei lässt sich doch unverbindlich so bequem leben. Wie gut kann man sich immer noch herausreden: „D A S habe ich so aber nicht gemeint!!!“ Klingt schon ganz vertraut, oder? Die unverbindliche Aussage lässt uns so viele Fluchtwege offen, warum sollten wir uns diese verbauen. Es könnte nachher noch jemand auf die Idee kommen, wir seien authentisch. Noch schlimmer, es könnte der Eindruck entstehen, wir verträten einen Standpunkt und hätten gar eine eigene Meinung.

Klar, in großen Fragen haben wir eine Bewertung, wissen, wozu wir stehen, was wir erwarten und was unterstützen. Allein in unserem täglichen Kontakt mit den Menschen lieben wir es doch eher vage. Wie sind schließlich frei. Doch, glauben wir wirklich. Wir sind so frei, dass wir uns die Freiheit nehmen, selbst zu entscheiden, wie viel wir zugeben, was wir kundtun, wozu wir beitragen und vor allem, wie weit wir gehen. Lieber einen kleinen Schritt hi und da, als einen anstrengenden Weg. Der könnte schnell zu mühsam werden, wir müssten möglicherweise Flagge zeigen und unsere Richtung offenlegen. Schrecklich verbindliche Sache! Und das, wo uns doch so viele Möglichkeiten offen stehen.

Zurück zur Kommunikation. Weißt du, wie viel Kommunikation täglich über dich herein bricht? Vielleicht sind es viel weniger die persönlichen, zwischenmenschliche Worte, sondern viel mehr Worte, Taten, Handlungen und Aufrufe durch Figuren auf Bildschirmen und Plakatwänden, Zeitungsseiten und Monitoren. Gehört Heidi Klum und Dieter Bohlen auch schon zu deinem nächsten Freundeskreis, der mehrmals in der Woche in Deinem Wohnzimmer zu Gast ist. Oder ist es Dieter Nuhr und Abdelkarim, der des Abends dir die Welt erklärt? Vielleicht guckst du aber lieber YouTube Videos von Katzen, die sich vor Gurken erschrecken?

In wie weit halten wir es für bare Münze, diese Possen, die uns -mehr oder weniger- frei Haus geliefert, oftmals so schön über den Dingen stehen lassen, als Beispiele der menschlicher Kommunikation zu werten? Abgesehen von dieser zwischenmenschlichen Einbahnstraße bestimmter Medien und den aufbereiteten Wortlauten finden sich bei diesem Konsum erste Anzeichen von Realitätsverlust bei uns Individuen. Verlernen wir das Sprechen. Bestechend ist die mediale Welt besonders für junge Menschen, die statt langer, persönlicher Gespräche gern die kurze WhatsApp-Message nutzen. Wie soll es werden, wenn irgendwann tatsächlich persönliche Gespräche erforderlich sind, und nicht nur Worte fehlen, sondern auch die Empathie, den anderen zu sehen und zu erkennen, zu spüren, was der andere meint.

Die Masse der Menschen um uns herum entbehrt zunehmend der Fähigkeit der zwischenmenschlichen Kommunikation, nicht nur, weil es immer mehr Individuen sind, von denen jedes eine neue Sichtweise und Ausdrucksweise mitbringt, auf die wir uns einstellen können, sondern weil die persönliche Kommunikation immer weniger gesucht wird, so haben es verschiedene Studien bestätigt.(2008)

Vielleicht sollten wir alle wachsam sein und uns Gedanken machen. Doch dabei sollen wir es nicht bewenden lassen. Der nächste Schritt ist noch wichtiger, wir werden etwas tun. Suchen wir das Gespräch. Nicht die Floskel. Ob mit dem Partner, dem Freund, dem Feind, diskutiere. Wohl denen, die es tun. Führen wir wieder Gesprächsabende innerhalb unserer Gemeinschaft ein, fördern wir Gesprächsbereitschaft und vor allem die Fähigkeit dazu. Es lohnt sich. MEINE ICH!

Ich bin, also spreche ich? (203)

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Du kommunizierst mithilfe deines Körpers, nicht anders. Alle Ergebnisse, alle Entschlüsse verkündest du durch oder mit deinem Körper, sei es gesprochen, geschrieben oder gehandelt, in manchen Fällen vielleicht bekundet durch Nichthandeln.

Es folgen zunächst einige Prämissen für eine kleine, gedankliche Herleitung: Menschen leben. Leben bedeutet, dass sich etwas entwickelt. Entwicklung heißt Veränderung. Leben bedeutet Bewegung. Bewegung bedeutet Verschiebung von Masse. Dazu braucht es Raum, Raum der nicht unendlich verfügbar ist. Leben bedeutet Wahrnehmung. Lebewesen nehmen wahr und reagieren. Veränderungen von Positionen sind die Folge. Jede Aktion verändert etwas, Statik wird zu Dynamik. Manchmal verändert sogar eine Nichtreaktion, wenn sie konträr verläuft. Wenn eine Nichtreaktion im Gegensatz zu dem steht, was zu erwarten ist, wird sie umgehend zur Reaktion.

Veränderung ist für den Menschen stets materiell. Ort, Materie, Zeit. Immer. Es beginnt mit den drei grundlegenden Defizitbedürfnissen:

▪ Nahrung
▪ Atmen
▪ Schlafen

Der Mensch existiert, lebt aber erst durch den Ausdruck seines Körpers. Ohne die o.g. Defizite dauerhaft und fortlaufend zu beseitigen, kann der Mensch nicht leben, vielleicht existieren. Anschließend folgen weitere Bedürfnisse, die dem Menschen seine Existenz erst weiter ermöglichen:

▪ Wohnung
▪ Sicherheit

Vorerst möchte ich gedanklich nur bis hier her gehen. Ohne dabei zu bestätigen, dass es weitere Bedürfnisse gibt, die den Menschen ausmachen, wie z.B. soziale Bindungen oder Selbstverwirklichung. Dies wäre der nächste Schritt. Bleibe ich in diesem Beitrag beim ersten Schritt und dessen näherer Betrachtung.

Es geht also bei der Existenz des Menschen, der durch oder mit seinem Körper kommuniziert, immer um das Materielle. Gedankenübertragung? Noch Fehlanzeige! Das es ausschließlich körperlich effektiv ist möchte ich aus folgender Sichtweise herleiten: Jede Aktion und auch jede Reaktion bedeutet eindeutig, dass der Mensch eine Veränderung wahrgenommen hat. [Du schaust hin oder weg.] Dieses gelingt ihm nur unter Zuhilfenahme seiner Sinne [Augen]. Es sei dabei einerlei, ob die Veränderung von materieller oder energetischer Herkunft ist, letztendlich ist Energie nur eine andere Form der Materie und umgekehrt. Den physikalischen Nachweis dafür haben andere schön längst erbracht, das möchte ich hier nur übernehmen.

Dazu lege ich einige Beispiele zur Erläuterung dar. Jedwede Gedanken, alle Gefühle, die eine (Re-) Aktion im Menschen zur Folge haben, entstehen aufgrund einer Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung ist nur dann möglich, wenn der Mensch seine Aufmerksamkeit dafür erübrigen kann. Sitzt du seit 6 Stunden bei -24°C auf einem zugigen Bahnhof, so wirst du die Schönheit einer schneebedeckten Landschaft anders empfinden, als aus dem wohltemperierten Foyer eines Berghotels.

So tritt dieser Reiz von außen auf den Menschen ein. Etwas berührt ihn, ein Signal beliebiger Art überschreitet seine Wahrnehmungsschwelle. Ist dieser Reiz erst einmal aufgenommen, so löst dieser irgend eine beliebige Reaktion aus. Die Reaktion kann ein Gedanke sein, ein Gefühl oder auch ein Reflex. Die Reaktion kann ferner in einer unmittelbaren Tat münden oder jemand ist nachtragend oder auch besonnen. 😉 Festzustellen ist es beim Anblick des Menschen. Du siehst, was du ausgelöst hast, manchmal mehr, manchmal weniger. Aber auch einer der anderen Sinne kann diese Reaktion deines Gegenüber wahrnehmen. Du kannst es hören, riechen, oder schmecken. Oder spüren. Hand drauf! Ich umarme dich.

Etwas Äußeres trifft unsere Wahrnehmung, ausgelöst wurde es von unserem Gegenüber, wenn es ums Zwischenmenschliche geht. In uns entstehen dadurch Gefühle, wie auch Gedanken, oder aber viele Zwischenabstufungen davon, wie Eindrücke, Ideen oder physische Reize. Die Dauer kann von Millisekunden bishin zu Stunden oder länger sein. Es sagt vorerst nichts über die Qualität aus.

Doch was immer auch in uns entsteht, solange keine Reaktion von uns darauf erfolgt, irgend ein wahrnehmbares Zeichen gegeben wird, solange gilt es als nicht existent, nicht angekommen {Sender}, nicht wahrgenommen {Empfänger} oder ignoriert. Nur durch Reaktion, die ausschließlich rein materieller Natur sein KANN, muss sie doch einen Empfänger haben, erfahren wir eine Wirkung unseres Daseins. Das kann in Form eines Lächelns sein, man kann schreien oder lachen, schweigen oder böse drein schauen, flüchten oder sich putzen, essen oder kämpfen.

Der Körper reagiert. Niemals geistig, immer durch seinen Körper, indem er handelt. Und denkt er tausend Gedanken und durchlebt Höllenqualen in seinem Herzen, ohne eine körperliche Reaktion sind sie nichts. Deine Liebe mag universell sein, ohne sie zu materialisieren in Form einer Handlung ist sie fiktiv und unsichtbar, nicht da, nicht vorhanden. Hast du sie nicht durch deinen Körper ausgedrückt, ist sie nichts! Willst du etwas erreichen, handle!