Von der Vergänglichkeit [117]

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Über die Phasen des Aussehens im Laufe des menschlichen Lebens habe ich schon geschrieben. Wir Menschen befinden uns in einem ständigen Wandel. Das Wachstum ändert zwar immer wieder seine Geschwindigkeit, bis es irgendwann gänzlich zum Stillstand kommt, ab dann wächst der Körper nicht weiter, sondern baut nach einer Phase der Stagnation stetig ab. Die äußerlichen Faktoren sind für jeden sichtbar. Es beginnt scheinbar schleichend, das Gewebe verliert an Spannkraft, der Mensch kann tun, was er will, es geschieht. Das ist nicht umkehrbar, auch wenn viele Menschen es gerne umkehren würden. Soweit der Fakt. Was aber bedeutet es für unser Leben? Nichts? Für jeden Bereich nichts? Für unser Dasein überhaupt, nichts? Für das, was von uns bleiben wird, nichts? Für die Menschlichkeit, nichts?

Die Jugend weiß nichts von den Veränderungen, die sie erwarten. Klar, sie hören es, aber bis sie betroffen sind, sind es für sie ferne Galaxien aus der Mandelbrot-Menge. Ab einem gewissen Alter finden sich recht plötzlich erste Anzeichen für eine Alterung. Ab wann, das ist bei jedem Exemplar anders. Was geschieht dabei, was geht in den Menschen vor, wenn sie es feststellen? Auch da ist jedes Exemplar anders. Was macht diese Veränderung mit der Psyche des Menschen? Der Körper verändert sich, die Psyche eigentlich nicht. Warum dann die psychischen Probleme? Sind es überhaupt Probleme? Wirklich? Frage ich meinen persönlichen Schönheitschirurgen, so meint er, die Probleme sind erheblicher Natur. Also, alles nix, oder? Frage ich meine Kolleginnen und Kollegen, ist es eigentlich keine große Sache, aber der Job von dir, altes Eisen, ist schon nicht schlecht. No Problem, oder? Deine Freunden bist du immer gleich viel wert, oder? Sie bemessen dich nicht an der Elastizität deines Bindegewebes, oder? Auch dann nicht, wenn sie vielleicht etwas jünger sind, und bei ihnen der Verfall früher beginnt, als bei dir? Dein Partner schon gar nicht, er liebt dich sowieso deiner inneren Werte wegen, nicht wahr? Ein jüngerer Mensch als neuer, frischer Partner im Austausch wäre keine wirkliche Veränderung, zumal du selbst ja gleich alt bleibst. Oder ist es anders?

Worum geht es eigentlich? Um Körper oder Geist und Seele? Was möchtest Du diesbezüglich, welche Gesellschaft wünschst Du Dir? Welche Rolle spielt deine Hülle, deine Haut, deine Haare, deine Kleider? Wie viel Bedeutung hat dein Blick? Welche Bedeutung hat die Berührung, wenn du auf der Haut entlang des Oberschenkels, des Pos des Rückens entlang streichst und deinen Partner spürst, und du dabei straffe, weiche Haut fühlst oder die Haut die ersten Falten hat, das Gewebe nicht mehr so straff ist, wie es Jahre zuvor noch war? Was ändert sich im Menschen allgemein, was in dir, und was in dem Menschen, der vor dir liegt, der eine Grenze überschritt und die Jugendlichkeit verließ? Was sagt der Körper aus, in einer Gesellschaft von heute? Was kann der Körper bewirken, wenn er jung ist, und was, wenn er älter ist? Was denkst Du darüber?

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Warum ich? [116]

Warum! möchtest du mit mir arbeiten? Welche Gründe hast du? Weißt Du denn nicht, wie anstrengend es sein kann, mit mir zu arbeiten?

Du meinst, du siehst die Ergebnisse, sie gefallen dir und du möchtest ähnliches haben?

Weißt Du, wie schwierig das ist, was du dafür tun musst?

Wie meinst Du, so aufwendig kann es gar nicht sein?

Wenn Du wüsstest, was Du dafür zu leisten im Stande sein musst?

Kannst Du Dir nicht vorstellen? Du meinst, das ist doch alles ganz easy? Schließlich sähe man auf den Bildern, wie locker sie wirkten?

Ja, sehen so aus, gebe ich dir recht. Meinst du, das bekommst Du hin?

Das ist so aufwendig und kompliziert, so schwer und zeitraubend, besonders aber erfordert es eine besondere Leistung von dir:

Sei zuverlässig!

Zu schwer, nicht wahr. Zu aufwendig, oder? So viel zu investieren, für nur ein Bild? Kaum den Aufwand wert, nicht wahr! Lieber nicht, zu viel, dachte ich mir. Aber sei nicht traurig, das Leben läuft. Gewiss.

Welcher Aufwand ist nötig, um ein Bild zu erschaffen? [115]

Ganz klar ist die Beantwortung dieser obigen Frage daran geknüpft, welches Ziel hinter dem Bild steckt. Davon hängt ab, ob ein Bild nach dem Zufallsprinzip erschaffen würde oder ob Planung und Ideenfindung dahinter steckt.

Was ist nötig für ein Bild? Einerseits könnten sich Model und Fotograf irgendwo treffen und Bilder machen. So wird ein Mensch fotografiert und es entstehen Bilder. Andererseits kann eine aufwendige Planung hinter einem Shooting stehen. Das ist meist dann der Fall, wenn es sich um eine konzeptionelle Arbeit handelt, die zu einem bestimmten Ergebnis führen soll. Welcher also ist der Weg, Dein Weg, mein Weg?

Pauschal lässt sich keine Antwort darauf finden. Jeder Mensch hat einen anderen Anspruch an ein Bild. Nicht jeder möchte einen großen Aufwand betreiben, um ein paar Bilder zu erhalten. Model und Fotograf sind gleichermaßen gefragt, wenn es um die Qualität der Aufnahmen geht, und beide legen fest, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind und wie die Planung von statten geht.

Ein Skizzenbuch beispielsweise ist für manche Menschen Neuland. Eine vorherige Beschäftigung mit dem Shooting kann mehr oder weniger intensiv sein. Manchem Model reichen einfache Bilder ohne großen Aufwand aus, manchen Fotografen entsprechend. Widersprüchlich dabei ist allein das Anspruchsdenken der Menschen: Manche Menschen erwarten explizit außergewöhnliche und besondere Bilder, gehen jedoch ohne Vorstellung davon an die Umsetzung heran. Manche legen die Umsetzung in die Hand des Anderen oder erwarten einen All-Inclusiv-Service ohne eigenes Zutun.

Wieder andere Menschen haben erste Erfahrungen hinter sich und bieten sich als Model an, dies mit der Prämisse, die entstehenden Bilder sollen wenigstens der Qualität der eigenen gezeigten Fotografien entsprechen. In den meisten Fällen jedoch findet sich bei diesen Bildern offensichtlich leider keine besondere Qualität. Aber selbst diese Einschätzung liegt im Auge des Betrachters, und vielleicht reicht einigen dieses Mittelmaß aus und sie finden diese Bildchen gut genug. Immer wieder kommt es auf den Anspruch und das Ziel an.

Vielen Fotografen geht es mehr um eine Sammlung vieler unterschiedlicher Menschen als Motiv für ihr Portfolio, da spielt die Qualität eine eher untergeordnete Rolle. Ob diese Fotografen die Qualität ihrer Bilder überhaupt erkennen steht für mich zur Debatte, denn wie solle die Aufnahme werden, wenn ein Mensch die Wirkung eines Blicks oder einer Pose nicht erkennt und damit nicht beeinflussen kann. Wenn ich die Bilder eines Peter Lindbergh oder einer Annie Leibovitz betrachte, so sehe ich doch, dass es funktionieren kann. Diese Bilder kann jeder sehen. Warum also kommt es zu solchen Unmengen mangelhafter oder unterdurchschnittlicher Fotos im Netz? Vielleicht liegt die Antwort schon in der Frage, denn der Punkt ist wahrscheinlich allein die einfache Möglichkeit der Publikation von allem und jedem im Internet, gravierend die miserable Qualität auf einigen Socialmedia-Plattformen, auf denen man sich unbedarft aufhalten kann. Wieder aber stellt sich hier die Frage des Anspruchs: Will ich künstlerisch-außergewöhnliche Bilder kreieren, oder reicht mir die natürliche Abbildung eines lächelnden Menschen, was keineswegs ein verwerfliches oder minder wichtiges Sujet ist? Nicht jeder hat den Anspruch, ein hochwertiges Bildnis zu erstellen, ganz abgesehen von der Fähigkeit dies zu erfüllen, und dabei schließe ich mich explizit ein. Nicht jeder hat die Ressourcen im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Stab an Mitwirkenden aufzustellen, die als Stylisten, Makeup-Artisten, Licht-Adjudanten, allgemeine Helfer und Berater bei einem Bild mitwirken. Wieder stellt sich die Frage nach dem Anspruch.

Die Bedeutung der Fotografie ist in einem starken Wandel begriffen. Jeder Mensch muss sich selbst vor Augen führen, welche Bedeutung sie für ihn hat. Nach der Schwemme von Bildchen im www gilt es vielleicht eine Rückbesinnung zur Form der Fotografie als Kunst anzustoßen. Eine Gegenbewegung zur Manier des Dauerpostens zur Erhöhung der eigenen Reichweite in Form unzähliger Follower zur Steigerung des eigenen Egos ist vielleicht ein Weg. Mehr gute Bilder als viele Bilder. Oder hälst Du den Zug für abgefahren?

Mein geschätzter Fotografen-Kollege Lars Döbler hat in einem bemerkenswerten Artikel kürzlich die in vielen Bildern geforderte Geschichte im Bild in Frage gestellt. Ich selbst denke darüber seit 30 Jahren nach und für mich gibt es ebenfalls Bilder, die einfach nur diesen „Wow-Effekt“ haben, ohne eine Geschichte zu erzählen. Das kann die Darstellung eines Körpers sein oder der Ausdruck der Augen, der mich anhalten lässt und einfach nur begeistert staunen. Ob eine langhaarige Darstellerin in langem, wehenden Kleid in den stürmischen schottischen Highlands oder ein CloseUp eines Körperteils im Gegenlicht kann diesen Effekt haben. Bei diesen Bildern stellt sich die Frage, wie viel Aufwand notwendig war für die Erstellung. Standen drei Mitarbeiter mit Windmaschinen neben dem Model in wehendem Kleid oder herrschte tatsächlich stärkerer Wind und Helfer hatten alle Mühe die Blitze mit den Lichtformern festzuhalten? Oder war man nur zu zweit in der Eifel und es war zufällig windig, die Bilder entstanden nur mit availible Light? (Ja, sieht man natürlich auf den Bildern)

Welcher Aufwand ist für Dich tragbar und es wert, aufgewendet zu werden? Locker flockig oder gezielt geplant? Beides, hin und wieder? Manchmal kommen mir Zweifel. In letzter Zeit häufiger, als mir lieb ist. Aber ich bleibe gelassen. Wie siehst du das?

Vom Wandel der Fotografien [114]

Ich wiederhole mich mit meinen Äußerungen zur Qualität der gezeigten Bilder im www. ganz gerne mal, ist es doch etwas, was mir immer wieder auffällt. Doch dieses Mal betrachte ich die Lage der Dinge von einer anderen Seite. Man muss es nur lang genug und oft genug wiederholen, dann wird eine Sache schon richtig, oder? Passiert das gerade in Sachen Fotografie? Lege ich einmal die Historie der Lichtbilderstellung zu Grunde, so stelle ich fest, dass aus einer Kunst oder einer technisch nur wenigen „Fotografen“ vorbehaltenen Kunstfertigkeit ein Massenphenomen geworden zu sein scheint. Der einstige Seltenheitswert einer fotografischen Aufnahme trug dazu bei, dass sie begutachtet wurde. Nicht nur wegen eventuell angefallener Kosten, auch wegen des Aufwandes, der mit der Erstellung verbunden war. Ein Ergebnis war nie sofort verfügbar, sondern es bedurfte einer Wartezeit, zu der sich immer eine gewisse Vorfreude gesellte.

Das ist heute anders. Jeder Mensch kann zu jeder Zeit ein Lichtbild erstellen, und er tut dies auch. Es ist keine besondere Ausrüstung von Nöten. Als zweiten Aspekt, der noch viel erheblicher wirkt, wirkt die Möglichkeit zur Veröffentlichung der Lichtbilder. Diese besteht durchgehend und wird ebenso beständig genutzt. Während zu Beginn der Fotografie und vor der Massenverfügbarkeit eine Veröffentlichung äußerst eingeschränkt war, nämlich in Form von gedruckten Bildern in entweder Büchern oder Magazinen, in der Mehrzahl aber als Ausdruck in Form von 9×13 oder 10×15 Bildern für das eigene Fotoalbum, seltener als 30×45 Print für die eigenen vier Wände, so wird heute nur wenig gedruckt, da im Zeitalter der Digitalisierung hierzu vermeintlich keine Notwendigkeit mehr besteht.

Dazu bedarf es scheinbar auch keiner Notwendigkeit des Drucks mehr, denn die Fotografie oder Lichtbilderstellung tauscht ihren Sinn ein. Ein schon immer dokumentarischer Charakter übernimmt zunehmend den Sinninhalt, indem nicht mehr die einzelne Fotografie im Vordergrund steht, sondern der Stream. Nicht ein Bild ist als solches wichtig, sondern dieses eine nur als Bestandteil einer Präsentation eines Alter Egos im www. Diese Bilder sind mehr oder weniger austauschbar, es kommt nicht so sehr auf den Inhalt, sondern mehr auf eine Frequenz zum richtigen Zeitpunkt an, in der die Menschen ein Lichtbild veröffentlichen. Damit löst sich die Halbwertszeit der Bilder in Wohlgefallen auf. Im Umkehrschluss fällt auch der Inhalt auf ein kaum mehr messbares Niveau, es scheint einfach nicht mehr notwendig, dass aus einem Lichtbild eine Fotografie oder tatsächlich ein Bild wird.

Nicht aber bei allen Menschen ist es so, nicht alle finden sich damit ab. Obwohl auch ich manchmal diesem Phänomen Rechnung trage. So versuche ich unentwegt eine Art der Kunstfertigkeit aufrecht zu erhalten, die Fotografie als eine Möglichkeit aufrecht zu erhalten, die die Muse im Menschen berührt, seine Phantasie beflügelt und Gefühle wie Anmut, Schönheit und Entzückung nicht aussterben lässt. Ob mit das gelingt steht auf einem anderen Blatt und das darf jeder Betrachter selbst entscheiden. Für mich kann ich nur sagen, dass ich danach trachte, auch, wenn hin und wieder die Verzweiflung ob der unendlichen Flut der Belanglosigkeit an mir knabbert.

Fotografiere Mich! [112]

Fotografiere mich. Ja, machen wir das? Mache viele verschiedene Bilder von mir. Bitte. Ich möchte ganz besondere Bilder von mir haben. Bilder, die außergewöhnlich sind. Bilder, die nicht wie alle anderen sind. Ideen habe ich viele. Wann können wir sie machen?

Hast Du Erfahrungen, was die Fotografie und das Posing angeht? Warst Du schon einmal vor einer Kamera?

Ja, ich habe sehr viele Bilder auf Instagram gesehen und stelle mir genau solche von mir vor. So an coolen Locations und in total coolem Outfit. Weißt Du, was ich meine?

Kannst Du mir ein paar Bilder schicken, damit ich sehe, welche Bilder Du gut findest?

Klar, mache ich. Ich habe viele von denen auf meinem Handy gespeichert. Und ich folge denen auf IG. Was meinst Du soll ich anziehen?

Sobald ich die Bilder gesehen habe, kann ich etwas dazu sagen. Welche Outfits besitzt Du?

Ich habe einen ganzen Schrank voll davon. Alle möglichen Sachen, je nach dem, was wir shooten kann ich kombinieren. Viele Schuhe, auch Tops und Kleider, Hosen und Jacken.

Schön, dann erwarte ich Deine Beispielbilder. Wann möchtest Du gerne das Shooting durchführen?

Können wir bald machen, ich habe viel Zeit, besonders am Wochenende. Samstag oder auch Sonntag. Wie lang wird es dauern?

So lange kann es dauern, bis wir unsere Ideen fotografiert haben. Je nach dem, wie viele Ideen wir uns vornehmen. Und so lang unsere Konzentration aufrecht erhalten bleibt.

Cool, ich sende Dir nachher die Bilder, dann können wir über Deinen Chat besprechen, wie wir es machen oder? Schminken kann ich mich selbst, ist das okay?

Es kommt darauf an, welche Bilder Du erwartest und wie gut Du Dich selbst schminken kannst. Das zu beurteilen überlasse ich Dir, schätze es selbst ein.

Supi, dann bis später.

Danke und bis später.

(Anfrage für ein Shooting, Sommer 2017)

Was denkst Du über diesen Dialog? Ist alles verständlich? Gibt es Anmerkungen?

P.S. Das Bild hat nichts mit dem Text zu tun, Auf dem Foto die junge Dame war hervorragend vorbereitet und es fand ein offenes und tolles Shooting in Königstein statt!

Wieviel Körper braucht Dein Bild? [111]

Fotoshooting Koblenz Portrait tfpShooting Fotograf Eifel Mosel

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Du weißt, ich fotografiere seit fast 40 Jahren Menschen. Mal mehr, mal weniger. Nicht hauptberuflich, sondern als Amateurfotograf. Männer sind nur sehr selten vor der Kamera, zu 99% sind es Frauen. Du könntest einwerfen ’natürlich‘, sie sind das schöne Geschlecht. In wie weit das stimmt oder gesellschaftlich festgelegt ist, sei einmal dahingestellt, Fakt ist, dass in unserer Gesellschaft die Frau als das schönere Geschlecht gilt und in nahezu allen Bereichen, die mit der Abbildung von Schönheit zu tun haben, Frauen bevorzugt abgebildet werden.

Auch ich mache da keine Ausnahme. Ziemlich viel habe ich schon darüber geschrieben, weshalb es so ist, warum ich mich fotografisch viel mehr dem Weiblichen widme, und das möchte ich hier nicht wiederholen. In diesem Beitrag stelle ich meine Bilder und die der anderen Lichtzeichner, die die Frau als das spannendste Motiv auserkoren haben, zur Disposition, indem ich frage, wieviel vom Körper einer Frau auf einer Fotografie zu sehen sein sollte, um eine bestimmte Bildaussage zu kreieren.

Vordergründig geht es um den Sinn und Zweck einer Fotografie. Es bedarf der Erläuterung, wozu diese erstellt wird und wo sie gezeigt werden soll. Dieses Ziel ist für mich untrennbar mit dem Motiv und seiner Darstellung verbunden. Was ist denkbar auf einem Foto? Betrachte ich meine Bilder, so sehe ich einen Querschnitt durch alle Möglichkeiten. Mal ist mehr Körper zu sehen, mal weniger. Mal sehe ich fast nur die Augen, ein anderes Mal noch Hände dazu, Arme, einen Oberkörper, einen gesamten Körper. Wie verändere ich die Bildaussage mit der Hinzunahme oder der Ausgrenzung von Teilen des Körpers?

Der Fokus richtet sich auf eine Sache, indem diese hauptsächlich abgebildet wurde und nicht durch zu viel „Beiwerk“ davon abgelenkt wird. Auf das Wesentliche zu fokussieren ist ein klassischer Leitsatz der Fotografie, Worte, wie „Ist Dein Bild nicht gut, so warst Du zu weit weg“ von berühmten Leuten der Fotografie beschreiben es. Gehe ich einen Schritt zurück, so erscheinen mehr Dinge im Bild. Also was und wie viel, so die Frage, soll von einem Menschen zu sehen sein?

Außer im Bereich der Bodyparts, also der gezielten Fotografie einzelner Körperteile oder Körperbereiche, stellt sich mir die Frage, was grenze ich aus für eine Aufnahme, was beziehe ich mit ein. Was könnte stören in einer Bildaussage und was ist so belanglos, dass es wirkungslos bleibt. Gibt es Körperteile, die eine bestimmte Aussage implizieren, sind darunter solche, die unbekleidet eine stärkere Aussage geben als bekleidet oder die mit ausgewählten Kleidungsstücken eine besondere Bedeutung suggerieren?

Klar, sie gibt es, jeder kennt sie, schließlich werden wir alle durch die Werbeindustrie mit ihnen bombardiert. Nicht, weil es die Werbung so toll findet, nein, sondern weil wir sie lieben, weil sie auf uns wirkt und wir uns beeindrucken lassen! Ja, auch auf Dich wirkt es. Es müssen nicht einmal die primären Geschlechtsmerkmale sein, die in einer Abbildung wirken, beziehungsweise deren Andeutung. Es können andere Körperteile sein, wie etwa eine entblößte Schulter, ein langes gerades Bein oder ein Spalt breit ein Stück Bauch im richtigen Licht. Ein Bizeps eines Mannes oder eine Pobacke angedeutet suggeriert uns Kraft, Ausdauer und Stärke, Eigenschaften, die seit je her gesucht sind. Auch deshalb ziehen sie uns an.

Zurück zum Bildnis, welche Aussage wird verändert, wenn mal mehr Bein oder weniger Bein, ein Schlüsselbein unter zart gebräunter Haut, eine kleine Lücke zwischen Wollpulli und Bund der Jeans zu sehen ist? Was sagt diese Idee aus, was fehlt ohne ihre Umsetzung? Mir kommt es grundsätzlich auf den Gesichtsausdruck an, der steht für mich ganz oben. Dieser spiegelt die Gefühle der Seele wider, dieser gibt dem Bild eine Geschichte. Alles andere ist Beiwerk, dient der Unterstützung oder auch der Ablenkung. Sicher, es reizt (auch mich) eine Andeutung eines Körperteils, das man sonst entweder selten sieht oder im vorhandenen Kontext eine ungemeine Spannung erzeugt, aber wie viel ist notwendig, um diese Spannung zu erzielen und wann wurde (wie so häufig) über das Ziel hinaus geschossen?

Verhielte es sich nicht so spannend, würden wir alle nur noch Portraits ohne Körper sehen, vielleicht nur Augen (und Mund), deren Aussagekraft ein immenses Spektrum abdecken. Man rufe sich das Portrait des afghanischen Mädchens Sharbat Gula vom Fotografen Steve McCurry in Erinnerung. Mehr als Ihre Augen wären wahrscheinlich zu viel gewesen. Doch es ist nicht der Fall, dass wir nur Portraits sehen. Abgesehen von anzüglichen Bildern, beziehungsweise solchen, die gesellschaftlich so tituliert werden, wirken Körperpartien wie ein Magnet auf uns, ob von Amateurfotografen (wie mir) oder solchen, die Bilder für die Werbung produzieren, respektive deren Auftraggebern erwünscht sind, erstellt. Hast Du selbst schon einmal analysiert, warum Dir ein bestimmtes Bild so sehr gefällt, wie es das tut? Was wäre, wenn bestimmte Elemente des Motivs extrahiert oder verdeckt würden, vielleicht durch eine Pflanze? Es ist für mich spannend, und ich denke, es ist einer weiteren Betrachtung wert. Also mehr in Teil zwei.

Folgen bei Instagram, Teil 4 (Intermezzo)

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Manche User von IG stellen Follow – Anfragen in besonderer Weise: sie liken sehr viele Bilder, um zu sehen, ob man nachsieht, wer da die sehr vielen Likes vergab und ob man auch einige Likes vergibt. Tut man dies, folgen sie und erwarten ein Followback. Bleibt es aus, so entfolgen sie kurze Zeit später.

Eine seltsame Weise sein Gefallen für die Arbeiten eines anderen Menschen auszudrücken. Oder geht es letztlich gar nicht um Anerkennung? 😉

Wie zeigst Du die Anerkennung einer Arbeit, die Dir gefällt? Außer ein Like zu klicken…

Mein Insta:

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Folgen bei Instagram, Teil 3 (Intermezzo)

Jeden Tag folgen und entfolgen kurze Zeit später wieder einige User meinem Account. Viele kennen es, viele nervt es. Verantwortlich sind die User sogenannter Crawler (man berichtige mich, falls ich etwas falsch verstanden habe), die automatisiert tausenden wahllosen Konten folgen, um kurz danach wieder zu entfolgen. Damit beabsichtigen sie eine große Menge neuer Follower durch Zurückfolgen zu generieren. Manche der Opfer dieser Methode bemerken nicht, wenn die Konten wieder entfolgen. So erreichen die User dieser Programme eine große Anzahl Follower, aus welchen Gründen auch immer.

Monetäre Gründe finden sich auch darunter, nicht nur dem (fehlenden) Ego ist diese Vorgehensweise geschuldet, denn IG-User mit hohen Follower-Zahlen sind potentielle Werbekunden mancher Unternehmen und können unter Umständen damit ein Einkommen erzielen.

Wie, wenn Du es machst, gehst Du mit dieser Methode um. Ich nutze eine App, die solche Machenschaften enttarnt. Und folge per se nicht zurück, wenn das Verhältnis Follower / Folgen im Missverhältnis steht (100.000 Follower zu 127 folge ich).

Mein Insta:

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P. S. Nein, hier lag kein Handtuch…

Folgen bei Instagram, Teil 2 (Intermezzo)

Shooting Koblenz Fotograf Model

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Zurückfolgen bei Instagram kann eine Möglichkeit der Wertschätzung der Arbeiten des neuen Followers darstellen. Gefällt mir nicht, was ich bei einem neuen Follower sehe, so folge ich nicht zurück.

Wie machst Du es? Folgst Du jedem neuen Follower zurück? Oder folgst Du schon dann nicht zurück, wenn der thematische Inhalt nicht zu Deinem Inhalt passt, obwohl Dir gefällt, was Du siehst?

Mein Insta :

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P.S. Ja, auch hier wurde für die veröffentlichte Originalversion das Handtuch retouschiert.

Folgen bei Instagram, Teil 1 (Intermezzo)

Fotoshooting Koblenz Portrait tfpShooting

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Privaten Instagram-Konten muss man folgen, um ihren Inhalt sehen zu können. Erst dann kann man entscheiden, ob der Inhalt passend zur weiteren Verbundenheit ist. Auch so entsteht ein Folgen und Entfolgen.

Wie machst Du es, wenn Dir ein privates Konto folgt? Stellst Du eine Anfrage, um zu sehen, wer es ist, der Dir nun folgt?

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P.S. Ja, in der Originalversion des Bildes oben habe ich das Handtuch retuschiert. 😂