Bin dann mal offline, aber nur kurz…. 😊

Ab Februar wieder da wünsche ich Euch allen eine wunderschöne Zeit und Gesundheit, gehabt Euch wohl, und bleibt aktiv bei der Verbesserung der Welt, sowie Euch selbst! Ich mache es auch. Ein paar Beiträge von mir habe ich terminiert, wie immer Sonntags um Neun, ich freue mich auf Eure Beiträge, die ich dann im Februar alle nachholen möchte zu lesen!

Bis dahin, und glaubt an Euch!

From February again here I probably wish You all one wonderful time and health, had to You, and remain actively with the improvement of the world, as well as yourselves! I also do it. I have a few contributions of myself set in time, as usual, Sunday at Nine, I am glad about your contributions for which I would like to make up then in February everything to read!

Till then, and believes in You!

Febbraio nuovamente dato che auguro a tutti voi un tempo meraviglioso e salute, probabilmente avuto e rimane attivo nel miglioramento del mondo, così come il tuo! Lo faccio anche. Ho messo un paio di post da me il tempo, come sempre la domenica alle 09:00, attendo con ansia i vostri contributi, mi piacerebbe fare poi a febbraio tutti a leggere!

Fino ad allora e crede in te!

Février à nouveau car je souhaite à vous tous un temps merveilleux et la santé, vous avez probablement eu et reste actif dans l’amélioration du monde, ainsi que les vôtres ! Je le fais aussi. J’ai mis quelques messages de moi à l’heure, comme toujours le dimanche à 09:00, j’attends avec impatience vos contributions, je tiens à faire puis en février tous les lire !

Jusque-là et croit en vous !

Febrero otra vez pues deseo que todos ustedes un maravilloso tiempo y salud, probablemente tuvo y sigue siendo activo en la mejora del mundo, así como de su propio! Lo hago también. He puesto un par de posts de mí en el tiempo, como siempre los domingos a las 9:00, esperamos vuestras aportaciones, me gustaría hacer en febrero todos a leer!

Hasta entonces y cree en ti!

Olaf 🙋 😊

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Der Fotograf ist nur der Regisseur [93]

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mies-vandenbergh-fotografie.de

Der Mensch hinter der Kamera ist eine Art Regisseur, wenn es um die Wirkung und Aussage einer Aufnahme geht. Er sollte erkennen, was wie wirkt und hinweisen, was eventuell dafür zu verändern wäre. Wenn er es erkennt!

Eine Aufgabe eines Trainers oder Coachs ist eigentlich ganz klar: Er sollte seine Protagonisten fordern und fördern, damit sie ihre Leistung stets verbessern und sich weiter entwickeln können. Dazu ist ein gewisser Grad an Wissen und Erfahrung, aber auch Einfühlungsvermögen und Gespür für eine Situation nötig. Manche haben es, andere weniger. Bei einem Fotografen ist in mehrerer Hinsicht ganz gut zu erkennen, ob diese Fähigkeiten vorhanden sind oder nicht. Es gibt Beweisbilder! 😉 Bestenfalls sollte der Fotograf jene Aufnahmen nicht publizieren, die eine unzureichende Komposition einer Aufnahme zeigen und eine Ergänzung von Model und Fotograf vermissen lassen.

Dabei spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle.

  • Erkennt der Fotograf das Potential einer Aufnahme?
  • Erkennt er die Unzulänglichkeiten im Bild?
  • Hat der Fotograf die Fertigkeiten eine Idee umzusetzen?
  • Passen Fotograf und Model zueinander, damit die notwendigen Synergien entstehen können?
  • Stimmt die Tagesform der Arbeitsgemeinschaft?
  • Sind alle äußeren Faktoren wie Zeit, Ort, Tageszeit, Lichtstimmung, Terminabstimmung, Befinden der Teilnehmer stimmig?

Manche Aufnahmen werden trotz der Tatsache, dass nicht alles passte, gezeigt, gerade weil Elemente zu erkennen sind, die besonders stimmig und außergewöhnlich scheinen. Bei der abschließenden Betrachtung kommt zum Tragen, in wie weit das Auge des Betrachters geschult ist, diese Besonderheit zu erfassen. Bei der Erstellung einer Aufnahme gilt es die möglichen Parameter zu beachten und all das, was nicht stimmig erscheint, zu verändern, bis es funktioniert. Oftmals entgeht einem das ein oder andere, wieder anderes erscheint beim Betrachten der Aufnahme – zufällig – absolut vorteilhaft. Diese Unwägbarkeiten machen ein Shooting mitunter spannend, denn auch, wenn ich noch so gut plane und steuere, so kommt es immer wieder zu außergewöhnlichen Konstellationen.

Einstellungen und Reaktionen verändern sich vielfach innerhalb von Bruchteilen von Sekunden. Manches davon ist wiederholbar, anderes und das weitaus häufiger, bleibt einzigartig. Wurde das Bild gemacht, hat man Glück, sah man gerade nicht rechtzeitig hin, ist es verloren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Besonderheit eine Licht-Konstellation oder ein Blick des Models war, ein Windstoß durchs Haar oder eine Stimmung in der Mimik des Menschen vor der Kamera.

Wenn aber die Möglichkeit besteht zu steuern, die Gabe der Beobachtung und des Erkennens vorhanden ist, dann sind die kreativen Ideen sehr viel wahrscheinlicher in ein Bild zu transportieren. Voraussetzung ist immer ein Dirigent, der die Ideen verwirklichen kann. Es wäre fabelhaft, er empfände die Sprache und Wirkung eines Bildes, und könnte das formulieren und begleiten. Wenn er das alles dergestalt in Szene setzen könnte, mit alledem, was dazu gehört: Körpergefühl und Mimik des Models, eine Beweglichkeit und Reaktion, Vorstellungskraft und schauspielerisches Talent des Models so begleiten und hervorbringen, damit es passt. Doch dies entfaltet nur dann eine Wirkung, wenn eine Basis gefunden wurde, auf der die Kommunikation und Beschreibung der Kreativität einen Widerhall in allen Beteiligten findet.

Eine Muse zu finden wird nur wenigen Künstlern zu teil. In der heutigen schnelllebigen Zeit ist es schier noch schwieriger, als früher. Dabei ist es (für mich) ein schöner Gedanke, wie ein Bildhauer all das in einem Menschen zu erkennen, was einzigartig wirkt, dabei all das vom Rohdiamanten oder Felsen jenes wegzuhauen, was nicht dazu gehört und damit die Grazie und den Anmut, das Wesen und die Seele des Models herauszustellen. Wie der Maler in jenem Lichte und Schatten, sowie unter Zuhilfenahme der rechten Farben das Bildnis des Menschen zu vervollkommnen im Stande sein würde.

Hintergedanken [92]

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mies-vandenbergh-fotografie.de

Was Du sagst und was Du denkst, sind unterschiedliche Dinge! Doch was Du tust und besonders was Du nicht tust, zeigt, wes Geistes Kind Du bist! Du spielst verstecken, aber Du kannst Dich nicht verstecken, denn Du handelst nicht, wo Handlung angesagt. Jeder kann es sehen, und sieht Dich früher oder später so, wie Du bist!

(Mein Model auf dem Bild war übrigens das genaue Gegenteil!💪 😊)

Zusammenspiel (Ein Joint-Venture) [91]

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Unisono. Es war schön. Wir verstanden uns. Fotograf und Model. Dieses Zusammenspiel schlug sich nieder in unseren Bildern, Fotografien, die den Eindruck vermitteln, es wäre überhaupt kein Fotograf anwesend gewesen.

Wie es dazu kam ist recht kurz zu fassen: Wir kennen uns seit 2 Jahren. Haben schon zusammen gekocht nach unseren Shootings und blödeln schon mal durch die Gegend. Vielleicht entsteht solch eine Vertrauensbasis, wenn man weiß, was „dahinter“ steckt. Ganz selten funktioniert es schon bei der ersten Zusammenkunft, beim 2. Male wird es meist besser. Doch auch weniger gut kann es werden, wenn einer schlecht drauf ist. Es pendelt sich ein, meistens. In besagtem Falle funktionieren wir, reibungslos und inspirierend geht uns die Arbeit von der Hand. Die Zeit vergeht rasend schnell, es gibt relativ wenige Pausen, nur der Fotograf nervt dauernd mit Trinkaufforderungen. 😊

Andere Teilnehmer am Shooting, darunter MUA und Stylistin, sowie Helfer lassen sich da gerne anstecken, sie sind aber lange nicht immer dabei. Ich denke hin und wieder an unseren Erstkontakt zurück und schmunzle dabei. Sie ist einer derer Models, die ich auf der Straße angesprochen hatte, ihr gab ich meine Karte und alles andere fügte sich: Rückruf, erstes Treffen, erste Shootings und Familie kennenlernen, alles Standard. Nur die Art der Zusammenarbeit entwickelte sich derart leicht, was lange nicht immer so ist. Manchmal aber passt es, wie hier. Kreativität und Ausdauer, Ideen und deren Vorbereitung gehen Hand in Hand, es macht Spaß und das ist bekanntlich einer der Motoren solcher Shootings. Was will ich damit eigentlich sagen?

Dieses Beispiel dient mir als ein möglicher Maßstab für gelungene Zusammenarbeit. Langjährige Erfahrungen führen schneller zu einer solchen Arbeitsweise, aber nicht jeder hat diese Erfahrung und ich erinnere mich an meine eigenen Anfänge. Dabei ist allerdings eines sehr interessant zu beobachten: Es ist altersunabhängig, wie die Zusammenarbeit von statten geht, wie das erste Treffen verläuft, wie die Kommunikation funktioniert und wie zuverlässig ein Mensch agiert! Ich wünschte mir oftmals, dass dies alles etwas stetiger wäre. Es ist wie im richtigen Leben, auch da sind viele Kontakte von Unverbindlichkeit geprägt, Dinge laufen anders, als besprochen, Ernsthaftigkeit ist Mangelware. Warum sollte es bei den Shootings anders sein? Dass es bei manchen Menschen anders geht, freut mich ungemein. Dafür bin ich gerne bereit, mehr zu tun, in welcher Form auch immer.

Die andere Seite ist mir immer etwas unverständlich. Ich gehe davon aus, dass es sich bei einem Shooting, der Erstellung von schönen Bildern, um eine Sache handelt, die man gerne macht, die nichts mit Zwang oder Pflicht zu tun hat, die freiwillig und unter den besten Voraussetzungen stattfinden wird. Sicher ist es eine Frage von Stellenwert und Zielen für sich selbst, das ist aber bei der Erschaffung von Kunst immer die große Frage. Eine Unsicherheit ist nicht tragisch, besonders zu Beginn, doch die Frage ist, wie damit umzugehen ist.

Kommunikation! Das Hauptmerkmal der zwischenmenschlichen Beziehung. Warum liegt hier so viel im Argen? Oder kommt es mir nur so vor? Menschen schreiben etwas, sagen etwas und vergessen es scheinbar. Überall. Gibt es zu viel Ablenkung, sind wir in einer Phase der starken Wandlung, beeinflusst von einer recht neuartigen Mediennutzung, unfähig es so schnell umzusetzen, wie nötig, aus einer tatsächlichen Überforderung heraus?

Seltenst unterstelle ich Absicht, manche Exemplare nutzen es sicherlich, um zu manipulieren, leiten Dinge ganz gezielt in eine Sackgasse um sich keiner Auseinandersetzung zu stellen! Ist ja auch viel einfacher und wird schon nichts kommen, nicht wahr! Lieber leicht und oberflächlich, bloß nicht zu kompliziert, alles nicht so wichtig, just for fun, alles cool! In einer Gesellschaft des Überflusses eine scheinbar folgerichtige Situation, kommt mir eines zu nahe, habe ich tausend andere Möglichkeiten – und Menschen. (Upps, bin ich doch gerade leicht abgedriftet, das also nur am Rande 😉…)

Zurück zum Thema. Es ist spannend, wenn man sich bei einem Shooting auf den Inhalt konzentrieren kann. Fernab von Konventionen und Ressentiments, von irgendwelchen Beschränkungen, wenn die Idee im Vordergrund stehen kann und die Ausarbeitung gemeinsam angegangen werden kann. Wunderbar. Man spricht miteinander, als kenne man sich schon immer, sieht den anderen als seinen Partner für die Erschaffung von künstlerischen Aufnahmen, begibt sich in eine unbedingte Atmosphäre, in der alles frei abläuft, alles gesagt werden kann und alles besprochen werden kann. Jeder Zweifel kann kommuniziert werden, jedes Bedenken konkretisiert und beseitigt werden, damit einer freien und Umsetzung nichts im Wege steht. Damit erreicht man eine vertrauensvolle Grundlage, auf der erst das entstehen kann, was ich oben beschrieben habe: Kunst in Form und Ausdruck!

Frauen und Männer, eine unterschiedliche Sichtweise in der Fotografie? [90]

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mies-vandenbergh-fotografie.de

Sieht man Unterschiede im Bild, wenn ein Motiv von einem Mann oder einer Frau in Szene gesetzt wurde? Gibt es unterschiedliche Arten der Arbeit je nach Geschlecht? Sind womöglich erkannte Unterschiede vom jeweiligen Motiv abhängig? Eine kurze Überlegung.

Ich bin ein Mann. Keine Frau. Fotografieren kann ich ein männliches Model oder ein weibliches. Wie viele Menschen fotografiere ich aus vielfältigen Gründen lieber Frauen als Männer. Aber auch Männer fotografiere ich gerne. Damit beschränke ich es ersteinmal auf die Geschlechterverteilung, unabhängig von den Fähigkeiten der Models. Es entstehen bei einem Fotoshooting Bilder, die im besten Falle eine Geschichte erzählen. Die Bilder weisen (hoffentlich) eine Spannung auf, erwecken Gefühle, geben wieder, was empfunden wurde und erreichen den Betrachter dort, wo er es tief in sich resoniert.

Mein Weg, diese Gefühle zu erreichen, im Bild eine ganz besondere und definierte Stimmung zu erzeugen, unterscheidet sich sowieso von dem Stil anderer Fotografen, was auch gut und sinnvoll erscheint, möchte ich doch niemanden kopieren. (Wenn ich auch von den guten Fotografen (z.B.Peter Lindbergh) und Fotografinnen (z.B. Lindsay Adler) stets zu lernen begierig bin. Dies ist aber eine andere Story.) Anhand meiner Bilder erkennt man also meine Art der Fotografie und Bearbeitung, die ich natürlich im Kontext der Fotografie allgemein betrachten kann. Dabei vergleiche ich ganz unbewusst und primär ohne Suche die Stile anderer Bilder auf den unterschiedlichsten Plattformen vorzugsweise im Internet, und es zeigt sich wie beim Betrachten der Bücher und Zeitschriften zu analogen Zeiten: Ich meine einen Unterschied zu erkennen zwischen einem männlichen und einem weiblichen Fotografen.

„Klar!“, mag der ein oder andere einräumen, „Unsinn!“ ein Nächster. „Ich lege Dir eine Fotografie, ein Bild vor, und Du kannst mir sagen, ob der Fotograf weiblich oder männlich ist?“ So war die Antwort einer befreundeten Fotografin. Ich konnte es am Rechner nicht zuverlässig erkennen, als wir es durchspielten. Vielleicht ist es mehr intuitiv und es gibt Menschen, die es bestimmt sicherer können. Bei mir ist es ein mehr vages Gefühl. Wodurch aber entsteht dieser Eindruck?

Eine Frau, so sagten mir einige Models, kann bei einer Frau hinter der Kamera mehr sie selbst sein, weil es keine (wenige) sexuell definierten Belange in der Zusammenarbeit gäbe. Das wäre bei einem männlichen Fotografen anders, denn es wäre immer eine Beziehung Mann/Frau, die zwar überhaupt nicht von Handlungen derart geprägt, aber unterschwellig latent vorhanden sei. Damit sei jedoch keine Wertung verbunden, es sei nicht mal schlecht, so die Models, ist doch ein Spiel mit der Koketterie für viele Aufnahmen eine unterstützende Komponente.

Viele Unterschiede bei Arbeiten mit Männern und Frauen als Model könnte ich aus meiner Erfahrung heraus aufzählen, auch Unterschiede bei der Arbeit mit heterosexuellen oder homosexuellen Models, doch es sind stets Einzelfälle und Momentaufnahmen, individuelle Verbindungen, die in einer einzigartigen Atmosphäre stattfand, weil wir alle in diesem Moment so waren, wie wir waren und bei einem nächsten Treffen schon wieder anders uns verhielten. Parallelen bei den Zusammenkünften zu sehen fällt mir nicht schwer, obwohl ich kein Freund von Verallgemeinerungen bin, manche aber drängen sich geradezu auf.

Eine wesentliche Verbindung ist für mich die Liebe zu dem, was ich mache. Das schließt bestenfalls das Model mit ein, denn vielleicht muss ein Fotograf sein Model in einer bestimmten Art und Weise „lieben“, damit er die Empfindungen und Verhaltensweisen des Menschen vor der Kamera erspüren kann und in der Lage ist, dies in eine Aufnahme zu übertragen, damit aus der Aufnahme ein Bild werden wird. Ohne dies funktioniert zwar die technische Seite der Aufnahme, die Ausstrahlung aber bleibt auf der Strecke.

Vor kurzem las ich in einem Online-Beitrag einen Kommentar. Sinngemäß hieß es über jene Fotografen, die nur dann ein Model gut ablichten können, wenn es bei einer Größe von 175 cm eine Kleidergröße von 34 besitzt und möglichst unter 17 Jahre alt sein darf. Im Übrigen würden diese Fotografen nichts zu Stande bringen, so der Autor. Aus vielerlei Sicht finde ich diesen Kommentar zu kurz bedacht, ich möchte aber nur einen Aspekt hier aufgreifen, da er zielführend ist: Ein Fotograf, egal ob Profi oder nicht Profi, ob Anfänger oder erfahrener Amateur oder langjähriger Berufsfotograf, wird kein „gutes“ Bild bewerkstelligen, wenn eine bestimmte Beziehung zum Model nicht gelingt, der fotografierende Mensch keinen Zugang zum Wesen des Portraitierten finden kann, aus welchen Gründen auch immer. In dem Falle wird eine Aufnahme in den allerseltensten Fällen zu einem Bild. Davon quillt das Internet über, ganz extrem bei Instagram zu beobachten, und bei zu starkem Genuss dieser Plattform verdirbt man sich seinen Blick (Notiz an mich selbst: weniger dort schmökern!!😉) Augenscheinig scheint es besonders bei jenen Models zu sein, die zweifelsohne eine Reputation besitzen, die jedoch Aufnahmen in ihrem Profil zeigen, die sie mehr entstellen, als ihnen zum Geleit zu werden. Dabei meine ich nicht die mehr lustigen oder familiären Bildchen, die gerne gezeigt werden, sondern die scheinbar kunstvoll-modischen Aufnahmen, die ihre Proportionen oder Gesichtszüge erheblich verstellen. Ich denke, jeder Interessierte kann das leicht nachvollziehen.

Zurück zu Thema. Für mich hat die Herangehensweise der Fotografinnen an eine Fotografie eine größere „Leichtigkeit“, wenn ich dieses Wort dazu hernehmen kann; Das Spiel mit den Gefühlen im Bild wirkt auf mich harmonischer, die Bilder wirken auf mich tiefer. Dabei kann es durchaus laut und schrill sein (z.B. Ellen von Unwerth) aber auch leise und vertraut (Annie Leibovitz). Vielleicht ist es das Prinzip des Jägers und Sammlers im Manne, der damit eine faktische Art in sich trägt, und es mutet eine mehr vereinende und dennoch losgelöste Idee bei der Arbeit der Frauen zu finden an. Meine Worte finde ich hier nicht so recht, der aufmerksame Leser wird es vielleicht selbst besser nachempfinden können bei der vergleichenden Betrachtung, wenn ihm danach ist.

Gründe in der Art der Kommunikation zu finden ist da wesentlich leichter, reden doch Frau und Mann anders miteinander, als Frau und Frau oder Mann und Mann – immer vorausgesetzt, es geht um konstruktive Zusammenarbeit. Jeder weiß um die Unterschiede, und es soll und kann hier keine Wertung einfließen, denn dazu ist nur die Bewertung einer einzelnen Fotografie geeignet, und diese ist erst einmal neutral. Die Sichtweise scheint zwischen Frau und Mann zu differieren, es ist nicht unbedingt so, dass das durch beispielsweise die Lichtsetzung oder einen bestimmten Blickwinkel oder auch die unterschiedlichen Regieanweisungen beim Posing allein erreicht wird, es ist die daraus und aus noch Anderem resultierende Gesamtkomposition, die wiederum einzelne Elemente hervorbringen, welche mehr feminin anmuten. Was nicht heißen soll, ein Mann könne das nicht oder auch umgekeht, eine Frau könne nicht, was ein Mann kann. Eine spannende Geschlechterfrage aus dem Bereich der künstlerischen Fotografie, meine ich. Siehst Du, was ich meine?

Zeitlos [89]

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Dein Antlitz wurde oftmals als zeitlos beschrieben. Ein Portrait von zeitloser Ausstrahlung. Dein Blick besticht ohne Einschränkung, frei, unbeugsam und entrückt. Das Bildnis mutet an, als handele es sich nicht um eine Fotografie des 21. Jahrhunderts, viel mehr um ein Gemälde aus den Zeiten weit zuvor. Nichts lässt erahnen, welche Mode gerade die angesagte oder was der letzte Schrei war und was gestern, aber nur noch gestern „in“ war.

Dein Blick fesselt mich und lässt doch los, er sagt alles, was mir, dem Betrachter, einfällt, jede betrachtende Seele scheint den Anspruch zu erfüllen. Eine Verbindung entsteht augenblicklich, fesselt mich, den Besucher. Er erweckt dieses unbeschreibliche Gefühl von Verstehen, deine bedingungslose Sprache im Bild befreit mich von jeglichen Konventionen, wie jeder Erwartung. Derart frei, dass nichts zwischen Abbildung und Verinnerlichung steht, deine Präsenz verbindet Medium und Umgebung, Betrachter und Zeit, um sich in letzterer zu verlieren.

Immer wiederkehren, in Gedanken und Gefühl, es scheint sich in einem zu manifestieren, zeitlos kommt das Bild auf mich zu, und ich erkenne wieder, was ich noch nie zuvor gesehen. Deine Fülle scheint allumfassend, so dass ich alles erkennen kann, so weit, dass ein Universum an Ideen einen Platz zum Verweilen finden. Aufgehoben mit jedem Zweifel, bestätigt in jenem Gedanken, der auf der Suche nach sich selbst fast verloren ging. Gefühle und Gedanken vereint, die Distanz überwunden, die, wenn alles stimmt, sich als inexistent erweisen wird.

Ein Bildnis ist ein Bildnis, das dem Lauf der Zeit entnommen scheint, das in sich ruht als die Erinnerung jenes Augenblickes, der beschreibt, wie es war, oder mehr noch, wie ich meine, dass es gewesen war oder wie es hätte gewesen sein können. Diese Freiheit der Interpretation entfacht die Phantasie der Seele in uns und lässt uns wachsen zu dem, was in uns verborgen liegt. Ein Schlüssel, der passt, der uns erschließt, was ungeöffnet hinter einer Wand aus Alltäglichkeiten wartet. Ein Bild ist ein Bild immer auch von uns selbst.

Sehnsucht [83]

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Wenn Forscher nach vielen Erhebungen und Studien übereinstimmend zu dem Ergebnis kommen, dass wir Menschen uns seit Jahrtausenden nach Schönheit, nach Anmut und Vollkommenheit sehnen, so möchte ich in mich gehen und fragen, welche Formen und Ausdrucksweisen ich dafür in mir und anderen Menschen erkennen kann.

Wir sehnen uns nach dem Gefühl, das die Entzückung beim Anblick wahrer Schönheit in sich trägt. Wir Menschen sehnen uns nach jenen Momenten, in denen wir uns überwältigt hingeben konnten in den Anblick einer atemberaubenden Anmutung. Wir sehnen uns nach diesem Bade in der Schönheit, das mit einer wohligen Wärme uns umschlungen und in dem wir loslassen konnten von der durchschnittlichen Belanglosigkeit des schnöden Alltags.

Sehnsucht nach mehr als dem Status Quo, nach mehr als der Gegenwart, geimpft durch die Erlebnisse eines Damals, das uns noch überraschen konnte, findet sich tief in uns. Begeisterung erweckte uns auf, machte uns wohlwollend sprachlos, weil es nicht notwendig war, darauf zu reagieren. Ganz im Gegenteil, die dargebotene Schönheit sprach für sich selbst, und jedes Wort hätte ihr Abbruch getan. Sie konnte nicht mit einem Wort beschrieben sein, weil wir den Atem anhielten, ja er uns gar stockte ob dem Anblick, dem Gehör, ja dem Gefühl dieses bezaubernden Moments. Hingabe war die einzig wahrhaftige Handlung, die eigentlich keine Handlung war, weil es ihrer keine bedurfte, weil eine Handlung wie ein Fremdkörper in einer Vollkommenheit nur ein Zuviel gewesen wäre.

Danach sehnen wir uns, diesem Gefühl in uns, dessen Auslöser in so vielen Dingen zu entdecken ist, ob Natur oder Kunst. Ob einer Einfachheit oder einem komplexen Konstrukt entsprungen spielt keine Rolle, denn es kommt auf das Gefühl in uns an, das wir augenblicklich erkennen werden, weil es all das in sich trägt, was wir an Begeisterung erfuhren, vielleicht als eine Summe aller Augenblicke, in denen wir mit dieser Anmutung nur in Hingabe zusammenflossen.

Ein Gefühl nicht leicht in Worte zu fassen, ein Versuch hier würde nur aufzeigen, dass es nicht möglich ist, ihn zu fangen, und Ausrufe, wie „Wie bezaubernd, wie schön, wie wunderbar deuten an, sind nur ein Abklatsch, vermitteln zwischen Kopf und Herz, bleiben außen vor und versuchen zu teilen, die Erinnerungen an diese Augenblicke zaubern manchmal, ganz selten dieses Gefühl in uns hervor, es haucht uns an, legt dir den Schauer über den Rücken und deine Arme, und flüstert vielleicht so etwas wie: „Alles passt.“

Warum ein Bild mehr kann [76]

Der Wille, Kunst zu erschaffen, das Vorhaben, auf einer Fotografie jene Gefühle eines Menschen sichtbar zu machen, die das Wesen ausmachen, dies ist ein Unterfangen, welches, mit Hingabe gestaltet, sich in eindrucksvoller Weise manifestiert.

Welcher Mittel bedarf es, dieses Gefühl in ein Bild zu transferieren? In meinen vorherigen Artikeln habe ich bereits dieses Thema angeschnitten. Dort ging es zunächst um die Bedeutung der Bildinhalte sowie der Bedingungen und Voraussetzungen bei der Erstellung eines Bildes. Ich fragte danach, was notwendig ist, um einem Bild eine Bedeutung zu verleihen, vielleicht eine Geschichte zu implementieren. Ist neben Model und Fotograf eine ganze Mannschaft aus Stylisten, Makeup-Artisten, Co-Fotografen und Assistenten notwendig oder reichen Fotograf und Model? Ist eine Kamera genug oder ist umfangreiches Equipment gefragt? Ist eine besondere Location eine unbedingte Voraussetzung oder ist diese untergeordnet? Sind das Outfit und Accessoires erst die Zutaten, die eine Bildaussage erzeugen oder sind sie obsolet? Hier im heutigen Artikel gehe ich einem weiteren, anderen Aspekt nach, nämlich der Bedeutung der Einstellung der Beteiligten. Was hat welche Auswirkungen? Welche Einstellung spiegelt sich in der Aufnahme wider, gezielt oder unwillkürlich, unweigerlich?

Vieles wurde bereits über die Wirkung berühmter Fotografien beschrieben. Einerseits waren es Kritiker und Journalisten, Künstler und Biografen, Kollegen oder Fotografen selbst, die ein Bild erläuterten, die Entstehung erklärten, die sinnierten über Wirkungsweisen auf die verschiedensten Betrachter. Auf der anderen Seite erfassen Menschen eine Bildaussage unter dem Einfluss ihres Erfahrungsschatzes sowie ihrer momentanen Stimmungslage. Dafür jedoch erschaffen die Künstler das Bild eigentlich und in erster Linie nicht, auch wenn eine Botschaft immer enthalten ist.

Wie könnte die Erstellung eines Kunstwerks, einer Fotografie, die den Anspruch hat, mehr als nur ein Foto zu sein, ablaufen? Zunächst wird ein Bild in der Vorstellung erdacht oder empfunden. Jemand erhält durch einen ganz beliebigen Reiz eine Inspiration. Das kann unter anderem ein Bild sein oder vielleicht eine Begebenheit. Eine Szene aus der Schönheit der Natur kann derart inspirieren, dass diese Empfindung einen wahren Pool an Ideen zur Bildgestaltung ergibt. Ein einziger Blick eines Menschen kann eine solche Tiefe erzeugen, dass das Gefühl darüber in schier unendlichen Facetten einen Widerhall erfährt, der die Grundlage ganzer fotografischer Reihen ergibt. Man begibt sich sozusagen auf die Suche nach dem Gral. 😊 [Das Gefühl beschleicht mich manchmal tatsächlich.]

Jenes daraufhin entstandene Gefühl will nun mit dem Ausdrucksmittel der Fotografie umgesetzt werden. Kommt bei einem Fotografen oder Model diese Idee auf, so wird für die Umsetzung der jeweils andere benötigt. Zu diesem Zeitpunkt entstehen unter anderem zwei essenzielle Zielsetzungen:

  1. Einen passenden Menschen für das Vorhaben zu finden ist nicht immer ganz leicht. Ein Partner wäre wünschenswert, der die notwendigen (Soft) Skills besitzt. Dabei geht es weniger um technische Fragen oder die Beherrschung derselben. Es geht mehr darum, eine Person zu finden, welcher die Idee und das Gefühl für die Umsetzung der Idee adäquat vorschwebt. Ein Partner, der sich in eine Idee hineinversetzen kann. Idee und Wesen der Protagonisten sollten möglichst gut zueinander passen, je besser wird das Werk.
  2. Die Menschen sollten während der Zusammenarbeit in der Lage sein, dieses Gefühl abrufen zu können, erkennen zu können. Aber nicht nur. Zu wissen, wie bestimmte Stimmungen erzeugt, unterstützt, verstärkt oder abgeschwächt werden können ist absolut hilfreich. Sicher ist gleichsam mit technischen Mitteln, wie etwa der Lichtsetzung oder der Perspektive eine Stimmung zu beeinflussen, doch das Hauptmerkmal liegt für mich in der Empfindung und Wiedergabe einer Stimmung, das Spiel von Mimik und Ausdruck, Blick oder Körperhaltung, gerade auch die Erkennung derselben, um anzuleiten, das macht eine effektive Zusammenarbeit aus. Sie entsteht unter anderem aus einer guten Kommunikation zwischen den Ausführenden.

Accessoires und Kleidung, ich nannte sie oben bereits, bleiben Stilmittel von entscheidendem Einfluss, das vermittelte Gefühl aber entscheidet für mich über Gedeih und Verderb. Es nutzen die ausgefallensten Klamotten nichts, wenn ein Gesichtsausdruck eine andere Geschichte erzählt. Die dramatischste Lichtsetzung hilft nichts bei der Suche nach einem Gefühl, wenn die Augen des Models auf eine andere Stelle der Story blicken und natürlich umgekehrt. Die falsche Perspektive der Kamera beschneidet einer exklusiven Mimik ihre Aussage um ihre vielleicht entscheidende Kraft. Wie man es auch dreht und wendet, es kommt auf eine gemeinsame Ebene an, auf der eine Zusammenarbeit fußt.

Wie erreiche ich eine solche gemeinsame Basis? Ab welcher Art von Bildern ist sie überhaupt notwendig? Wie so oft läuft ein Shooting nach dem immer gleichen Prinzip ab, dass gewiss jeder schon erlebt hat: es finden sich mindestens zwei Partner, die sich vorgenommen haben, Bilder zu erstellen, man spricht über Ideen und Vorstellungen, jeder bringt Vorschläge ein, und es wird fotografiert. Es entstehen mehr oder weniger gefällige Aufnahmen, die durch die Bildbearbeitung weiter behandelt werden, wodurch manch einer denkt, dass sie ein gewisses Niveau erreichen. Sie werden in einem der sozialen Netzwerke veröffentlicht, erhalten Likes und Kommentare, bis sie anschließend im Nirvana des www untergehen.

Sollte dies mit künstlerischen Bildern anders sein? Haben Aktbilder im www und anderen Kanälen eine deutlich höhere Halbwertszeit? Werden Bilder berühmter Künstler unterschiedlich wahrgenommen? Wie sieht es mit Deinen Werken aus? Sind 50 Likes, 500 Likes oder 5000 Likes Deine Währung? Oder reicht ein einziges Like von der „richtigen“ Instanz? Im vorherigen Abschnitt schrieb ich, dass ein Künstler in erster Linie die Bilder nicht erschafft, um Likes oder Berühmtheit zu erlangen. Sollte es zuerst ein Ausdrucksmittel sein, ein Ausdrucksmittel zur Vermittlung einer Idee, eines Gefühls, einer Botschaft? Ist Kunst ein Weg, dieses zu verwirklichen? Für mich ist es so!

Zurück zur Ausgangsüberlegung: Welche Voraussetzungen sind notwendig zur Erstellung einer künstlerischen Fotografie? Abseits der üblichen vielerorts verbreiteten Bilder von Menschen sind vielleicht eine stärkere Vorbereitung, eine tiefere Absprache, eine genauere Beschreibung der Ideen notwendig, vielleicht auch eine verständigere Harmonie unter den Beteiligten. Wohin der Weg und wie er verläuft, diese Leitfragen sollten ein gemeinsames Ziel darstellen, dann ergibt sich eine großartige Synergie. Das zu finden ist in Zeiten einer scheinbar immer schwieriger werdenden Kommunikationsfähigkeit nicht einfach! Aber möglich. Meine ich.

Die Zeit der Bilder [75]

Wir schwelgen in Bildern. Momente des Vergessenen besuchen unseren Geist, beflügeln unsere Erinnerungen, lassen uns unsere Gefühle erspüren.

Der Moment der Entstehung jener Aufnahmen, die wir einst mit Wehmut betrachten werden, unser jetzt, unser hier, die Gegenwart, ist fest eingebunden in einer tiefen Alltäglichkeit. Nichts lässt uns ahnen, welcher Moment, ja sogar welcher Zeitraum einst zur Bedeutung gereichen könnte. Wie auch, da wir hier und jetzt unserem Alltag stets gehorsam Folge leisten. Was für uns heute banale Realität ist, das kann morgen schon den Blick zurück zum herzerwärmenden oder herzzerreißendem Gefühle werden. Die Momente unserer Tage ähneln sich so sehr, dass dieses Funktionieren oftmals einer Trance zu gleichen scheint, die nur hin und wieder durch ein (un-) freudiges Ereignis und gewiss auch uns’ren Urlaub – die Zeit des Nichtstuns für einen Blick in unsere Seele- eine Unterbrechung, erfahren wird.

Manchmal aber, ganz selten, kommt es vor, dass wir uns unserer sehr bewusst sind. Wir werden uns gewahr. Wir begreifen einen einfachen und doch besonderen Moment in seiner Entstehung und verleihen ihm dadurch eine gesteigerte Aufmerksamkeit. Einige wenige dieser Augenblicke dokumentieren wir vielleicht, ganz gleich, welches Darstellungsmedium mit Hilfe welchen Werkzeugen (Kamera) wir uns dabei bedienen. Wir konservieren einen gelebten, erfahrenen Augenblick als Stütze für unser Gedächtnis, der uns dann wieder gewahr wird, in dem Moment, in dem wir das Werk ansehen. Wir erinnern uns. Ganz deutlich.

Was aber geschieht mit jeder unserer Erinnerungen. Vom Verblassen und Idealisieren ist die Rede, sie variieren dort, wo sich Eindrücke aus dem Hier und Jetzt mit dem Erlebten von damals vermischen. Davon erzählt ein Bild nicht. Erfährt so dein Erlebnis eine stetige Angleichung der Gefühle von einst und jetzt? Ganz ohne Wertung möchte ich es fragen, ich bin zeitlebens dieser Beobachtung auf der Spur und frage mich, welchen Einfluss sie auf unser jetziges Ich hat. Ein Bild hat einen dokumentarischen Charakter, es zeigt eine recht eindeutige Situation, zwar nicht das Danach und das Davor, aber den Ausschnitt des Moments.

Was dieses Bild (für mich) immer hervorrufen kann, ist das Gefühl dieses Moments, jene Empfindung, die herrschte, als die Aufnahme entstand. So wie ein Geruch dieses vermag, ein aufgesuchter Ort und noch viel stärker die Musik. Eine Freude oder ein Schmerz wird wach bei der Betrachtung eines Bildes, nicht ganz unabhängig vom Motiv sicherlich, doch die Szene, der Ort erinnert, gewährt den Gefühlen von damals erneut Einzug in mein Empfinden. Ein Stich im Herzen oder ein Zusammenziehen im Bauch, Gänsehaut oder tiefe Wärme kann die Reaktion sein, die mich aufhorchen lässt, die mich auffordert zu fühlen, zu spüren, was war und was ist.

Von alledem weiß die Gegenwart noch nichts. Sie lebt, sie agiert und reagiert, und je jünger ein Mensch ist, desto seltener kommen solche Gedanken darüber auf. Wie sollte es ein jüngerer Mensch auch ahnen, liegt schließlich noch viel mehr Leben vor ihm, als hinter ihm. Nur ganz selten bekommt man eine Ahnung davon. Es sind manchmal die außergewöhnlichen Momente, aber auch scheinbar völlig triviale Szenen. Es kommt darauf an, sich zu hören, nicht nur die lauten Schreie, sondern die leisen Töne, die vielleicht viel tiefer gehen, als ein noch so lauter Schrei.

Ein Foto aus einer Zeit, von damals, von früher, aus einer Zeit, in der die Gefühle so waren, wie…….?

Wie?

Wie jetzt, vielleicht ist jetzt dieser Augenblick, der später einmal dieses Gefühl in Dir sein wird, in ferner Zukunft, bei deiner Betrachtung des Bildes von heute…. Was fühlst Du?