Schönheit, eine Frage des Wertes, Teil II (172)

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Der Zähler der Schönheit wird definiert durch ihren Wert. Wenn Schönheit vorhanden ist, geht es nur noch um deren Gegenwert und Einfluss.

Hier nun in Teil II dieses Beitrages möchte ich von Werten der Schönheit schreiben. Was bedeutet es, wenn ich den Wert x auf einer Werteskala von 1-100 besitze? Welche Vorteile genieße ich, wenn der Wert größer ist und habe ich Nachteile, wenn er nicht so hoch ist? Und wenn es überhaupt einen Einfluss gibt, in welchen Bereichen kann er gemessen werden?

Dazu auch wieder ein Beispiel: Aus den vielen möglichen Bereichen wie z.B. Arbeitswelt, Partnersuche, Machtkampf, Öffentlichkeit, Freundschaften, Arterhaltung, Glaubensfragen oder Selbstwertgefühl möchte ich das Vertrauen herausnehmen, ein Gefühl, eine Einstellung, deren Beziehung zum Aussehen (nicht nur) beim Menschen hinlänglich erforscht wurde.
Jedermann kennt diese Ergebnisse, die durch vielfältige Untersuchungen verifiziert wurden: Einem gutaussehenden Menschen vertrauen wir nun mal eher als einem nicht so gut Aussehenden. Bis zu einem gewissen Grad, nicht aber darüber hinaus.

Von diesen Ergebnissen ausgehend kann ich den Wert des Zählers beschreiben und je nach Größe in ein Verhältnis setzen. Nehme ich also den Wert von 75, dessen Skala die Schönheit von 1, schön, aber nicht so schön, bis 100, sehr schön entnommen ist, so habe ich ein Wesen, dessen Schönheit grundsätzlich vorhanden ist ( zur Erinnerung, der Nenner ist die Schönheit, sie ist also da, und das ab dem Wert 1 in meiner erdachten Skala) und das mit einem relativ hohem Wert. Daraus ergeben sich möglicherweise eine Reihe von Gegenwerten, die ich bei diesem Vergleich dem Alphabet entnehmen möchte und mit A bis N, also 14 an der Zahl, bezeichne. Worum es sich handelt, dazu später mehr.

Als Gegenpart möchte ich den Wert 24 nehmen, der als Gegenwerte die der Bezeichnungen A bis G erhält, und damit weniger, als der Wert 75, nämlich genau 7. Ihm fehlen die Gegenwerte H bis N.

Nun zur Erklärung der sehr theoretischen Ansatzweise. Da ist ein Mensch. Ihm ist ein bestimmtes Maß an Schönheit zu eigen. Wie genau das sich festlegt, ist unwichtig, das wurde im Nenner bereits festgelegt! (z.B. ein Ring mehr zwischen Kopf und Torso bei dem Stamm der Karen , ein Speckröllchen mehr im Barock oder heute ein paar Gramm zu wenig) Diese Schönheit bringt diesem Menschen eine Verknüpfung verschiedener Attribute und Eigenschaften zu Tage, die schon in der Antike zur philosophischen Verbindung von schön und gut ( altgriechisch καλός, von innerer/moralischer Schönheit: schön, gut, trefflich, edel, ehrenvoll, anständig, rühmlich) wurde. Es ist in diesem Moment nicht von Bedeutung, ob er oder sie diese Eigenschaften tatsächlich besitzt, sie werden ihm oder ihr erstenmal zugerechnet. Damit schafft die Attraktivität einen ersten Vorteil in der Beziehung der Menschen, so auch in meinem Beispiel, dem Vertrauen. Wie vertrauen tatsächlich gutaussehenden Menschen viel eher, obwohl rein garnichts dazu berechtigte.

Diese Tatsache ist meist aber von kurzer Lebensdauer. Treten wir in Kontakt zu diesem Menschen, so erweist sich meist sehr schnell, ob dieses Vertrauen gerechtfertigt war oder nicht. An den Handlungen und Taten zeigt sich eindrucksvoll, was “dahinter” steckt, ob wirklich Substanz da ist oder ob es hohl daher kam. Und an diesem Scheideweg trennt sich die ursächliche Wertigkeit der Schönheit vom aktiven Miteinander der Menschen. In der zugegeben zunehmenden Bedeutung der Medien, in dem der tatsächliche Kontakt zwischen Menschen immer fiktiver und virtueller zu werden scheint, verliert die Substanz zunehmend an Boden. Streit wird oft mit Ignoranz abgestraft, anstatt sich mit dem Menschen auseinanderzusetzen, und vielleicht großmütig Fehler zu verzeihen.

Beim Vertrauen ist es also eine Art Vorschusslorbeeren, die der schönere Mensch schneller erntet, und auf denen er erst mal aufbauen, oder sich ausruhen kann. Es dauert möglicherweise länger, bis sich herausstellt, ob das Vertrauen zurecht ausgesprochen wurde. Der Wert der Schönheit verursacht hier in erster Linie einen Vorteil, einem Mehrwert, solang es um dem ersten Eindruck geht.

In Teil 3 möchte ich mich dem Faktor Macht widmen und den Einfluss der Schönheit darauf beleuchten, denn auch dabei zeigt sich, in welchen Bereichen des menschlichen Miteinanders dies überhaupt zur Entfaltung kommt.

Intermezzo: Zeit-Falle

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Zeit nehmen für die Vorhaben, die schon länger im Kopf ihrer Verwirklichung entgegen sehen.

Trägheit schließe ich aus, wenn ich nach Gründen suche, warum Ideen ihrer Umsetzung so gefühlt unendlich lange entgegen sehen. Vermeintlich Wichtiges drängt sich immer wieder vor, Bedeutungsloses stiehlt uns die Kraft, sich dem Kreativen zu widmen. Wichtige Dinge des täglichen Lebens fordern unsere Aufmerksamkeit, die wir leisten müssen, um das elementare Gerüst der Funktionalität unserer Grundbedürfnisse aufrecht erhalten zu können.

Evolutionäre Prämissen, frei nach der Wahl unserer Standards, fordern Tribute, sie zweigen einen beträchtlichen Teil unserer Lebensenergie für sich ab. Verrannt in so manche Gasse der Leidenschaft lassen wir uns aufsaugen von Dingen, deren einziger Sinn darin zu bestehen scheint, uns vom fühlenden Leben abzuhalten, unsere Schaffenskraft umzuleiten in die Suche nach dem scheinbaren Licht eines Sonnenstrahls im Schatten. Gebückt mit der Sonne im Rücken, abgewandt vom wirklichen Sein, suchen wir im Schatten unserer selbst die Sonnenstrahlen der Menschlichkeit, und bemerken nicht, dass diese durch unser Selbst nicht hindurch dringen, weil wir zu sehr dem Materiellen, auf dem Boden vor uns selbst, verhaftet sind.

Einst sprach ein Wesen, bekannt unter unendlich vielen Namen wie z. B. “Gott”, “Buddha”, “Allah”, “Manitou”, “Shiva”, usw. folgendes: “Gebt den Menschen das GELD, und sie werden ihr ganzes Wesen, ihren Geist und ihren gesamten Willen, ja ihre Seele diesem verschreiben, und ihr gesamtes Leben an ihm und seinen Vasallen ausrichten, die da heißen Gier, Habsucht und Macht.”

Und siehe da, es geschah so, wie gesprochen.

Feuerwerk der Schönheit, Teil 1 (171)

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Frei nach Schopenhauer gilt, dass sich die körperliche Schönheit der weiblichen Menschen auf die Zeit der Periode der Gebährfähigkeit konzentriert.

Zu Zeiten von Schopenhauer galt es für das Alter von 19 bis 35 Jahren, wie er sich ausdrückte. Heutzutage wäre die Spanne etwas größer zu wählen, denn die Gebährfähigkeit setzt schon 3-5 Jahre früher ein und endet deutlich später, mindestens 8-10 Jahre. Folgt man der Argumentation Schopenhauers nur ein Stück weit, so ergibt sich in heutiger Zeit ein ähnliches Szenario. Menschen, (noch!) vornehmlich weiblichen Geschlechts, unternehmen ungemeine Anstrengungen, ihr Antlitz von jugendlicher Schönheit so früh wie möglich zu erlangen und so lange wie möglich zu erhalten.

Damit wird auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten ein Wert vorgespielt, dessen Wirkung dem der unmanipulierten Wesen der Menschengattung in nur wenig nachsteht. Allein bei näherer Betrachtung, oft erst nach nächster Betrachtung, kommen Unterschiede zu Tage. Doch dann ist es zu spät! Zu spät? Nun, bis dahin konnte der Mensch bereits einen Eindruck jenseits von Schein und Aussehen platzieren. Er konnte von seinen eigentlichen Werten genügend zum besten geben. Damit beschränkte sich der erste Eindruck nicht mehr nur auf die äußere Erscheinung, die vorerst nur Fassade zu sein schien.

Heißt der Gedanke Schopenhauers im Umkehrschluss, dass Menschen, deren Alter jenseits der Gebährfähigkeit oder Zeugungsfähigkeit liegt, kaum mehr einen relevanten Marktwert besitzen, was die körperliche Schönheit betrifft? Vor einem bestimmten Alter und ab einem bestimmten Alter verändert sich die Relevanz des Aussehens tatsächlich erheblich. Dabei sicher mehr noch nach Verlust der arterhaltenden Fähigkeiten, als vor Eintritt der körperlichen Reife. Insgesamt hat sich durch eine massive Werteverschiebung der optischen Attribute die Bedeutung des Aussehens gelöst von archaischen Grundgedanken der Arterhaltung. Daher relativiert sich gleichwohl der Gedanke Schopenhauers, dessen Gedanken von einer wissenschaftlich fundierten Lehre der Evolution beflügelt waren.

Damit ist eine Werteverschiebung sonder gleichen zu attestieren, dessen Auswirkungen uns aktuell jeden Tag in Medien und Gesellschaft begegnen und letztendlich durch unser Verhalten höchst selbst initiiert wurde.

Gehe ich noch einen Schritt weiter, bleibe weiterhin bei Schopenhauers Gedanken, welche von der größten Attraktivität der Frau ausgehen, solange sie im gebährfähigem Alter ist, so wird durch die Erhaltung dieser Jugendlichkeit eine Verlängerung dieser Zeitspanne vorgespielt. Folglich werden alle weiteren Werte, die heutzutage über das (positive) Aussehen assoziiert werden, gleichfalls angeglichen (erhöht). Je größer die Werte sind und je länger diese erhalten bleiben, desto höher bleibt unser Ansehen ( Wert!?) in der Gesellschaft.

Aussehen und Selbstwertgefühl (170)

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Körpergefühl, Selbstverständnis und Selbstbewusstsein. Zusammenhänge und Differenzen

Eine Betrachtung:
Zusammenhänge von Aussehen und Selbstwertgefühl beim Menschen, untersucht in unterschiedlichen Studien, ergeben für mich ein diffuses Bild. Wie groß ist der Einfluss des äußeren Erscheinungsbildes auf das eigene Selbstbewusstsein? Wieviel davon ist mir tatsächlich bewusst. Wieviel wirkt in meinem Unterbewusstsein? Was leitet mich unterschwellig an? Unterschiedliche Herangehensweisen an die Lösung dieser Frage verleiten zu unterschiedlichen Standpunkten. Widersprüche existieren nebeneinander.

Suggestionen der Gesellschaft führen zu einer verstärkten Definition des Selbstwertgefühls über die Äußerlichkeiten. Das wurde vielfach dargelegt. Es beginnt früh im jugendlichen Alter. Wie oft hört ein Jugendlicher Sätze, wie zum Beispiel: “Wie siehst duuu denn aus?”, wenn er oder sie anders aussieht, als der Durchschnitt der Gleichaltrigen. So kleiden sich junge Menschen meist derart, dass sie möglichst einem akzeptierten Allgemeinbild nahekommen. Dabei bleibt die Form des Körpers keinesfalls außenvor. Schon zu unserer Jugendzeit (1970/19 80er Jahre) wurden unförmig gewachsene Kinder und Jugendliche ausgiebig gehänselt, was sich bis heute kaum verändert hat, wie ich in meiner Jugendarbeit immer wieder feststellen musste. Dadurch wird gerade bei jungen Menschen eine wesentliche, künstliche Hürde aufgebaut, die äußerst schwer und langwierig, wenn überhaupt, erst wieder abgebaut werden kann. Dabei liegt es nicht mal im Interesse der Hänselnden, einen derartigen Schaden im Gegenüber anzurichten. Es ist weder geplant noch beabsichtigt, doch es liegt scheinbar im Menschen veranlagt, Andersartige auf welche Art auch immer, auszugrenzen oder anzuprangern.

Im weiteren Verlauf des Lebens gilt es dann, das unter Umständen wiederkehrende Szenario dahingehend einzuordnen, die Äußerlichkeiten in ein “richtiges” Verhältnis zum eigentlichen, inneren Wesen zu bringen. Zu lernen, dass nicht das Aussehen jenes ist, worüber sich ein Mensch definiert. Dieses Ansinnen ist vermeintlich heutzutage bei all der Oberflächlichkeit scheinbar sehr schwer. Immer wieder wird es läppische Pfaun und einfältige Mädchen geben, die ihr Aussehen als ihr wertvollstes Gut erachten, denen das auch oft genug noch eingeredet oder bestätigt wird, doch sie werden früher oder später erfahren, was wichtiger ist für ein emotional erfülltes Dasein, meistens.

Wie aber bringt man dieses Missverhältnis der Überbewertung von Aussehen wieder ins Lot? Wie stark ausgeprägt ist die Überzeugung des Einzelnen, mit einem wohlgefälligen Aussehen steige linear sein Wert in der Gesellschaft, aber auch insbesondere bei sich selbst. Führt die Angleichung seines Äußeren an vorhandene Normen folgerichtig zu einem gesteigerten Selbstwertgefühl? In der momentan als oberflächlich und dem schönen Schein verfallenen Gesellschaft hat es den Anschein, wird doch regelmäßig den Formen und Ausprägungen der vermeintlichen Schönheit gehuldigt. ( … dem auch ich zum Teil durchaus erlegen bin, denn wie gern sehe ich wohlgeformte Menschen an – aber auch, wie gehe ich damit um und da spätestens kommt das Menschliche weit vor dem Äußeren!)

Ob aber der Erfolg durch den Einsatz des Aussehens in der Gesellschaft nachhaltig ist, ist durchaus zu bezweifeln, meine ich. Menschen, die sich eines Makels entledigt haben, berichten regelmäßig über den Erfolg in ihrem gesamten Umfeld. Doch würden sie auch von einem Misserfolg berichten? Würden sie davon berichten, dass nach einer Zeit der verstärkten Beachtung der Veränderung danach der Umgang auf ein ähnliches Niveau zurückgeht, wie es vor der Manipulation erfahren wurde. Schließlich wirkt der Mensch zusätzlich zu seinen optischen Werten durch Gestik, Mimik und noch viel mehr durch seine Taten oder deren Unterlassung.

Einen halben Schritt zurück: gibt die Überlegung, ob eine Tat oder Gestik oder Mimik erst durch eine Veränderung des Äußeren möglich gemacht wurde? Hatte diese erst ein gesteigertes Selbstbewusstsein zur Folge? Bin ich erst durch die Manipulation an meiner Erscheinung in einem so hinreichenden Maße innerlich gestärkt, um souverän und selbstbewusst interagieren zu können? Auch diese Frage wird fast durchgängig bejaht.

Ein Beispiel aus meiner Jugend: Der Gockel Bernhard mit der Chevignon-Jacke stolziert so überzeugt von der exklusiven Jacke über den Schulhof, dass er die neugierigen Blicke der Mitschüler auf sich zieht und so eine Bestätigung erfährt, die sein Selbstbewusstsein bis zur Einbildung hin steigen lässt. Ohne die Jacke kam er verdammt unscheinbar daher. Was änderte das an seinem Charakter? NICHTS. Oder er glaubte, er war nun ein toller Hecht, so, wie die Mitschüler auf seine Jacke reagierten, was er auf seine Person projezierte, wurde selbstsicherer und damit auch freier, eloquenter, was ihm offensichtlich gut tat. Erfolg auf ganzer Linie? Ja, könnte man meinen, doch war Bernhard vorher weniger wert? Nein, doch die Jacke öffnete ihm damals die entscheidende Türe. Er wurde wahrgenommen, er hatte die Chance, Worte zu sagen und dabei gehört zu werden. Hätte man ihm vorher zugehört, wäre er kein anderer gewesen, ohne den schönen Schein einer modischen Manipulation seines Äußeren. Gilt das jetzt als Beweis für die Notwendigkeit der Manipulation? Ganz im Gegenteil, möchte ich anführen, denn zu überdenken ist die eigene Einstellung, Menschen wahrzunehmen, jenseits des bloßen Äußeren, nämlich der eigentlichen charakterlichen Werte halber. Wie schwer das ist, erleben wir täglich… und so war es tatsächlich früher. Weiß jemand etwas Ähnliches aus heutiger Zeit zu berichten?

Dadurch wird deutlich, wie eingreifend unser Selbstbewusstsein unterlaufen ist, wie groß der Einfluss der gesellschaftlichen Trends und Moden auf unser innerstes Selbstwertgefühl ist. Momentan scheint der oberflächliche Erfolg dieser Strömung recht zu geben, stark steigende
Umsätze in der Industrie der Verschönerung des Menschen in all seinen Ausprägungen belegen dies.

Schönheit – Eine Frage des Wertes? Teil 1 (169)

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Bemisst sich Schönheit in einem absoluten Wert?  Stellt eine Art Gegenwert das Maß der Schönheit in Relation? Wieviel wert ist meine Schönheit auf dem Markt?

Eine weitere spannende Herangehensweise an die Erkundung der Bedeutung von Schönheit in unserer Gesellschaft, finde ich, ist die Frage nach deren Wert. Und zwar deshalb, weil ich, wenn ich diesen Wert bestimmt habe, einen Schritt weiter gehen kann, als über schön oder unschön nachzudenken, und folgerichtig in den Bereich von Ursache und Wirkung gelange. Warum? Weil jenseits von irgendwelchen Maßen und Vorgaben, jenseits von aufgelegten Trends und Moden, jenseits von medialen Idealvorstellungen die Tatsache der Schönheit an sich als Nenner fungiert, und ein Wert derselben in unserer Gesellschaft den Zähler darstellen könnte.

Wie ich das meine? Nun, betrachte ich die Schönheit als absolut, noch nicht philosophisch, eher mathematisch, so bin ich jenseits von jedweder Ausprägung der Schönheit. Ein Mensch, eine Sache, eine Landschaft, irgendetwas kann als schön empfunden oder definiert werden! Dazu bedarf es eines Subjekts. Das sind wir Menschen. Temporär und geografisch gibt es bei dieser Definition keine Abweichung: hier die möglichen Zähler:

1. Temporär
Die ebenmäßige Ägypterin ist schön, die Rubensfrau ist schön, Twiggy ist schön, Gina Lollobrigida ist schön, Kate Moss ist schön, Brad Pitt ist schön, und für jeden Menschen ist gerade ein ganz bestimmter Mensch schön.

2. Geografisch
Die Frau mit Giraffenhals ist schön, der Mann mit Tellerlippen ist schön, Yu Wenxia ist schön, Cara Delevingne ist schön, Beyoncé Knowles ist schön, Ben Dahlhaus ist schön.

Schön = Der Nenner. Absolut gesehen gibt es keinen Unterschied. Tatsächlich! Schön ist schön. In allen erdenklichen Ausprägungen. Basta!

Nach Festlegung dieser Prämisse kann ich mich ganz entspannt dem Zähler widmen. Was ist Schönheit wert? Kulturübergreifend bringt die Schönheit eine Reihe von Wirkungen mit sich. Sie hat maßgeblichen Einfluss auf die Empfänger, die Subjekte, welche mit unterschiedlichsten Rezeptoren versehen, sich ihr nicht entziehen können, ganz im Gegenteil, die sie aus inneren Antrieben heraus sogar geradezu suchen.

Der Wert der Schönheit ist unermesslich. Weiter in Teil 2.

Vorbild-lich (168)

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Vorbildlich! Keine Frage, Menschen haben zumeist Vorbilder, die zwar nicht ständig im Bewusstsein aktiv sind, doch regelmäßig auftauchen. Sie erinnern uns daran, wie wir gerne sein würden. Einerlei, ob sie erreichbar sind, oder nicht. Von Bedeutung ist hier der Einsatz, den wir erbringen, uns diesem Vorbild zu nähern. Und der ist erheblich.

Barbie ist ein Vorbild. Von ihren Proportionen her übertragen auf den Menschen nicht überlebensfähig, streben dennoch eine nicht unbeträchtliche Zahl von Frauen und Mädchen nach einer ähnlichen Figur. Doch nicht nur Barbie gilt als Vorbild, Schauspieler(innen), Models, Stars und Sternchen werden bei Schönheitschirurgen weltweit genannt: “So will ich aussehen!” Vor Jahren noch Brad Pitt, Nicole Kidman, Pamela Andersson und George Clooney sind es heute Cara Delevingne, Beyoncé Knowles, Ryan Reynolds und – immer noch Brad Pitt!

Was treibt uns an so sein zu wollen, wie unsere Vorbilder, auszusehen wie Kate Middelton oder Clive Owen? Und wenn es auch nur ein bisschen so ist. Ist es der Wert von Erfolg, Anerkennung und Reichtum, wonach wir ein Leben lang streben? Glauben wir ernsthaft daran, mit den entsprechenden äußeren Werten würden unsere inneren Werte adäquat wachsen?

Schönheitschirurgen bejahen dies gerne, wie ich nachlesen konnte. Menschen sind demnach überzeugter von sich, nachdem sie ihr Äußeres an eine Vorstellung von allgemein anerkannter Attraktivität angleichen ließen. Und Menschen mit gesteigertem Selbstbewusstsein erfahren durch diese Selbstsicherheit intuitiv mehr Achtung. So funktioniert unsere Gesellschaft tatsächlich? Ist es also tatsächlich so, dass durch gesteigerte Attraktivität der Mensch mehr wert ist?

Mitnichten. Wie ich schon in diversen Beiträgen beschrieben habe, konnten Wissenschaftler nachweisen, dass attraktive Menschen beständig bedeutende Vorschusslorbeeren aufgrund ihres Äußeres erhalten. Das ist tatsächlich schon nach der Geburt so, geht im Kindergarten weiter, auch die Schule bildet da keine Ausnahme, ganz im Gegenteil, erst recht nicht im Berufsleben, denn dieser Hauptabschnitt unseres Lebens nimmt den größten Zeitraum unseres Lebens ein und darin verfestigt sich unsere Idee vom Sinn des Lebens.

Doch in Bereichen, in denen es nicht vordergründig auf das Äußere ankommt, wird zumeist schnell deutlich, wie weit es mit der Ableitung von “Schön=Gut” her ist. Praktisch im prozentual größten Teil unserer gesellschaftlichen Verknüpfungen relativiert sich Aussehen sehr schnell, auch wenn das von jenem kleineren Teil gerne verschwiegen wird. Und darin liegt die Krux.

Dieser eigentlich kleine Teil unserer eigenen Gesellschaft in Form der Medien und Werbung, der bildgestaltenden Bereiche, bläht sich durch unseren zeitlich und Lebensresourcen auffressenden, uferlosen Konsum dieser Medien
in einer Art und Weise auf, dass wir als höchst anfälliges Wesen für optische Reize uns diesem kaum entziehen können. Dadurch scheint diesem eine nie dagewesene (Über-) Macht auf unsere Vorstellung von Schönheit eingeräumt zu sein, deren wir uns nur schwer widersetzen können.

Daher ist es an uns, dieses alltäglich zu entlarven, diesen Hype in die Schranken zu weisen, indem der Fokus nach und nach wieder auf die tatsächlich wichtigen Werte im Leben des Menschen gerichtet werden kann. Selbst wenn man glaubt auf der Spielwiese der Eitelkeiten sei Hopfen und Malz verloren, bei uns Erwachsenen, so liegt es an uns die Wertevermittlung an unsere Kinder und Jugendlichen zu überdenken.

Um welche Werte es geht, weiß bestimmt jeder denkende und insbesondere fühlende Mensch selbst am besten. Ob es das Aussehen bei einem von der Natur aus sich ständig veränderndem Wesen “Mensch” – einem tatsächlich alterndem Wesen- sein kann, das nur in der Jugend als schön gilt und in dieser Phase des Lebens dies kaum zu schätzen weiß, sollte vielleicht neu überdacht werden.

Natürliche Schönheit kommt von außen? ( 167 )

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Natürliche Schönheit als feste Größe zu betrachten fällt mir zurzeit schwer. Natürliche Schönheit als das zu erkennen fällt mir schwer. Vermischen sich doch die natürlich schön “Gemachten” mit den natürlich Schönen.

Wo ist der Unterschied zwischen denen, welche natürlich schön sind und denen, die natürlich schön hergerichtet wurden? Dazu bedarf es für mich erst einmal eine Definition für natürliche Schönheit. Bemühe ich den Zeitgeist, der mir exakt vermittelt, was gerade “en vogue” ist! Vorbei scheinen demnach in jedem Falle die Zeiten, zu denen eine “natürliche” Form des menschlichen Körpers als schön gilt. Die Mehrheit der Menschen, gehe ich nach diesen idealen Maßen der Medien, ist definitiv nicht dürr genug. Betrachten wir jedoch die vergangenen Zeiten in ihrer Summe, so erkennen wir, dass wir nur in “einer” Epoche leben, in der es so zu sein scheint. So ist im Mittel der Zeiten der Körper des Menschen dem Mittelmaß verschrieben. Natürlichkeit hat also, legt man das zu Grunde, sehr viel mit Mittelmäßigkeit zu tun! Oder?

Nur heutzutage sind wir dazu gekommen, den nicht zu dünnen und nicht zu dicken Körper als nicht mehr ganz normal zu betrachten. Wenn ich an dieser Stelle von “wir” spreche, so meine ich die Gesellschaft als Ganzes. Denn im persönlichen Umfeld eines jeden scheint es weniger so zu sein, als durch die Öffentlichkeit suggeriert wird. Ist man nicht gerade Teil der Medien oder Modebranche, so sind die Menschen um einen herum in ihrer Mehrzahl weit genug entfernt von Modelmaßen.

Definiert sich natürliche Schönheit über die Erkenntnis, einen Menschen zu sehen, der bestimmte Attribute in sich vereint, die nicht künstlich hinzugefügt, oder bestimmte Attribute nicht zu besitzen, die nicht künstlich entfernt wurden? Wird das Empfinden von Schönheit eines Menschen geprägt durch äußere Einflüsse? In früheren Artikeln habe ich das soweit ausführlicher dargelegt. Inwieweit aber, so ergibt sich daraus für mich die Fragestellung, kommen wir mit der ursprünglichen Empfindung von Natürlichkeit darin überein, als etwas schön -oder weniger schön- zu erkennen und zu beschreiben? Gewiss, Menschen reagieren auf die Seele weitaus tiefer, als auf die Erscheinung, doch immer wieder wird der Mensch dazu angehalten, auf die Erscheinung einzuwirken und denen etwas abgeschrieben, die nicht diesem Bild der Übereinkunft entsprechen. Hinzu kommt das allseits proklamierte Manifest von der Wechselwirkung innerer Werte mit seinem Äußeren! So wird also per se ein latenter Druck auf unsere Eigenwahrnehmung ausgeübt.

Natürliche Schönheit besitzt für mich einen ganz bestimmten Reiz, der mich intuitiv berührt. Lange bevor ich darüber nachdenke, was mich gerade in besonderem Maße angesprochen hat, entstand schon die Empfindung darüber in mir. Einen deutlichen Unterschied zur “künstlichen” Schönheit kann ich beschreiben aus eigener Erfahrung. Wenn auch die ersten Augenblicke zunächst identisch zu sein scheinen, so stellt sich doch schon einen kurzen Augenblick später diese Empfindung als ganz und gar nicht gleichwertig heraus. Während die natürliche Schönheit in mir eine Art harmonischer Schwingung erzeugt, so mischt sich in die “künstliche” Schönheit im Laufe der nächsten Augenblicke eine Art Disharmonie mit ein. Ein Gefühl von : “Schön, ja, aber etwas ist hier nicht richtig…” beschreibt diese Disharmonie etwas anschaulicher. In der schnelllebigen Medienwelt, bzw. Welt der auf uns hernieder prasselnden Bilderstürme, besonders in der “Volksdroge Fernsehen”, dem Zeitdieb Nummer 1, wird nicht mehr davon benötigt, es zählt der erste Augenblick, denn einen zweiten gibt es nicht. Wild wechselnde Perspektiven sind das Mittel der Wahl, der Zuseher und Hinseher wird mit blitzartigen Einstellungen in hohen Dosierungen versorgt. Geschwindigkeit ist Trumpf, Fastfood ist in, visualisieren und verarbeiten überflüssig. Daher auch inhaltlich leichte Kost, meistens. Schwerere hat es schwerer. :-)

Zurück zum Thema. Wenn ein Schönheitschirurg wie Werner Mang in seinem lesenswerten Buch/Werbebroschüre “Verlogene Schönheit” davon spricht, dass er, wie ich ihn verstanden habe, möglichst nur “natürlich wirkende” Schönheitsoperationen durchführen möchte, so bezeichnet das für mich einen Widerspruch in sich selbst. Zur Erklärung dessen: Natürlich wirkende Manipulationen bleiben Manipulationen, da wird er mir sicher zustimmen, und mir ist auch klar, was er mit natürlich wirkender Manipulation meint, nämlich zu handeln in Richtung der Erhaltung bestimmter körperlicher Eigenschaften zur optischen Vortäuschung eines bestimmten körperlichen Alters. Jenseits jeglicher Wertung darüber liegt für mich mein eigentliches Bedenken in der Bedeutung des Aussehens in unserer Gesellschaft, und der fleißige Leser meines sehr persönlichen Blogs wird an meinen verfassten Artikeln eine Stetigkeit dieser Bedenken erkennen.

Finde ich damit nur natürliche Schönheit bei jungen Menschen? Beispiel: Als ich gestern in Koblenz an einem Geschäft der Modekette “Zara” vorüber ging, befand sich auf der Rückseite eine Werbung, die ein Model abbildete, deren Alter ich auf maximal 13- 15 Jahre schätze. Ohne Zweifel ein schöner Mensch. Ebenmäßiges Gesicht mit Kindchenschema, bearbeitet mit Grafiksoftware, und dennoch jugendliche Schönheit par Excellance. Dieses als Beispiel für einen Trend, denn davon gehen Menschen aus, so oder ähnlich auszusehen, egal, ob mit 25, 35, 45, 55 oder älter.mies-vandenbergh-fotografie

Die Frage nach der natürlichen Schönheit ist noch nicht beantwortet, und ich stelle hier die Frage, ob eine Catherine Deneuve mit 60 noch schön sein kann? Oder ein Sean Connery heute? Oder Elfriede Schulze-Riemann mit 66 aus Berlin, mein Lieblingsmodel für Bilder der 50+ Generation? Wenn sie nicht mehr aussehen, wie mit 16? Gibt es natürliche Schönheit jenseits der 17 noch? Gab es sie jemals? Das frage sich jeder selbst und es werden wohl Antworten gefunden werden, oder?