Kleidung als Wertsteigerung der persönlichen Erscheinung (181)

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Kleidung als Wertsteigerung der persönlichen Erscheinung wird als Wertmassstab in der globalen Gesellschaft verstanden.

Wir Menschen laufen schon etwas länger nicht mehr nackt durch die Gegend. Es begann zu Zeiten, in denen sich der Mensch an mehreren Standorten gleichzeitig überlegte, seinen Gang aufzurichten. Das war vor ungefähr 40.000 – 75.000 Jahren. Damals, vergeblich die Suche nach dem nächstgelegenen Jeans-Store, begnügte man sich mit dem, was man vorfand: Felle und Pflanzenfasern. Warum? Ursprünglich als Schutz vor Witterungseinflüssen und zum Schutz vor Verletzungen durch beispielsweise Sträuchern mit Dornen und Stacheln. Und, man wird’s kaum erwarten, zur Erkennung von Stamm und Stand! Häuptling oder Briefbote, die Kleidung der Neandertaler zeigt es. ;-)

Anthropologen gehen davon aus, dass der Zeitraum der Einführung von Kleidung weniger genau eingegrenzt werden kann. Funde datiert man auf eine Zeit von 25.000 v. Chr., doch es könnte schon vor 350.000 Jahren Kleidung gegeben haben. Was aber erforscht werden konnte ist die Tatsache, dass schon in frühester Zeit die Kleidung mehr bedeutete, als nur Funktion. Warum sonst, so die Forscher, begnügte man sich nicht mit natürlichen Farben? Es wurde nämlich schon vor 20.000 Jahren gefärbt.

Sollte es also schöner werden?! Erst mal nicht. Die Bedeutung war die Erkennbarkeit der Stammeszugehörigkeit. Fortuna Düsseldorf gegen Schalke 04. Rot gegen Blau. Neandertaler gegen Cro Magnon. Bärenpelz gegen jene mit dem Wolfsfell, später dann die mit dem Henna-gefärbtem Flachs gegen die mit dem Indigo-gefärbten. Und die Sieger wurden geachtet. “Boah Ey, kumma der mit dem blauen Baströckchen, das is einer von den Starken!” Kennt man, nicht war? Der mit dem Armani(R)-Anzug muss einer von den Erfolgreichen sein, der hat sicher schon viele Euro erlegt.

So begann es, dass Kleidung mehr als nur Schutzfunktion hatte. Körperschmuck wird seit Jahrtausenden getragen, hat seitdem eine immer gleich bleibende Bedeutung beibehalten: er soll den Träger abheben, vom Allgemeinbild, vom Standard, vom Durchschnitt, vom Normalen. Er zeichnet sich aus, im wahrsten Sinne des Wortes.

Sinngemäß zum Schmuck schreibt Georg Simmel: ” Denn dieser Sinn ist, die Persönlichkeit hervorzuheben, sie als eine irgendwie ausgezeichnete zu betonen, aber nicht durch eine unmittelbare Machtäußerung durch etwas, was den Andern von außen her zwingt, sondern nur durch das Gefallen, das in ihm erregt wird und darum doch irgendein Element von Freiwilligkeit enthält.” (Danke nataliebella! :-) )

So rücke ich die Kleidung bestimmter Art sehr freizügig in die Nähe des Schmucks. Durch die Kleidung senden wir vielfache Botschaften aus. Abgewandt von Mao Tse Tung mit der Vorgabe seiner grauen Kittel für das gesamte Volk definieren wir uns heutzutage ein Stück weit durch die Art der Kleidung. Apropos Uniform: Wenn auch die Jeans oberflächlich als uniform angesehen werden könnte, ( was trägt er/sie, Jeans, ach so!) so ist die Form, Marke, Stoff und Style unter Insidern sehr genau diffenziert. Jeans ist noch lange nicht gleich Jeans!

Wieder kommt es zur Devise: Zeige mir deine Kleidung, und ich sage dir, wer du bist! Über die Botschaften, die ich durch das Tragen der Kleidung aussende, habe ich zuvor hier geschrieben. Expressive Darstellungen von Kleidung führt aber nicht zwingend zur Ausschmückung des Trägers, denn beim Akt der Identifikation mit einer Modegruppe uniformieren sich die Träger erneut und heben sich so nur außerhalb dieser Gruppe ab. Tendenziell findet hier oftmals eine Ausgrenzung derer statt, die, aus welchen Gründen auch immer, sich nicht dieser Mode unterwerfen (können).

Der Anteil der Schmückung an der Art der Kleidung ist damit ein weiterer Schwerpunkt, der den Wert unseres Aussehens maßgeblich beeinflusst. Ein famoses, weil anschauliches Beispiel dafür sind ausgerechnet die Paparazzi, denen es manchmal gelingt, ein Star zu fotografieren, der sonst nur “zurechtgemacht” abgebildet wird. Meist ist es zwar auch den Paparazzi erlaubt, nur solche Aufnahmen zu veröffentlichen, die vom Motiv oder dessen Agentur freigegeben wurden, dennoch finden sich immer wieder Beiträge, die dem nicht nachkommen. So zum Beispiel auf dieser Website, auf der z.B. Jessica Biel, Beyoncé, Madonna oder Angelina Jolie geschminkt und ungeschminkt gezeigt werden. Diese Gegenüberstellung bezieht sich zwar auf die Farben im Gesicht der Menschen, es ist in ähnlicher Form durchaus auch auf die Kleidung zu übertragen, meine ich.

Wieder ist es das visuelle Wesen Mensch, dass sich allzu gerne und allzu oft blenden lässt. Und wenn hier in WordPress eine Autorin nach dem Verbleib der warmherzigen (Worte) zwischen den Menschen fragt, so konstatierten andere traurig: In der anonymen Oberflächlichkeit von Internet und Smartphone! Dazu rege ich an, dies zu bedenken.

Die Gunst der Stunde ( 12 ) 《 Update 》

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Bei der Fotografie von Menschen  kommt mir folgende Tatsache oft zu Gute. Wenn ich durch die Straßen der Stadt flaniere, bei einer der vielen Städtetouren, und wenn ich dabei hin und wieder einer Frau auf den Po sehe, und denke: „Sie hat aber schon einen schönen Hintern“, dann denke ich beim ein oder anderen Male weiter – an ein Foto davon. Manchmal frage ich nach. 

   Manchmal aber auch nicht, denn bei einigen Gelegenheiten kommt mir im Straßenbild immer häufiger die auffallende „Handymanie“ zu Gute. “Sie” steht oder sitzt auf der einen Straßenseite, an der Kreuzung, der Ampel, vertieft in das Schreiben einer SMS oder Mail, oder nutzt eine der zahlreichen Apps. Die Umwelt um sich herum vergessend, versunken, trotz gelegentlicher Blicke nach oben, dennoch fast abwesend, konzentriert auf Text und Bild, fast ohne jede Aufmerksamkeit und Bedachtheit auf die Körperhaltung.

   So gesehen finde ich einen Menschen vor – jenseits von jeder gekünstelten Pose. Daraus ergeben sich manchmal sehr schöne Bilder entspannter Menschen, ganz anders, als würde ich fragen, und die Dame nach der Einwilligung keine rechte Pose für sich finden kann. Für diesen Moment ist ein Handy und dessen intensive Nutzung eine sehr hilfreiche „technische“ Entwicklung, die der Geschwindigkeit der Großstadt einen Hauch von Langsamkeit verschreibt.

   Manches Mal hilft für die natürlich wirkende Abbildung des menschlichen Körpers auch ein Schaufenster oder eine Begenung mit einem bekannten Menschen. In der Auslage vertieft oder beim Austausch der Neuigkeiten stehen die Menschen meistens sehr ungezwungen und locker da. Daraus ergaben sich fast immer eine Reihe gelungener Aufnahmen.

Weitere Gelegenheiten für die unbeschwerte Menschenfotografie ergeben sich auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen und bei Events jedweder Art. Es kommt auf eine entspannte Atmosphäre bei der Fotografie an. Dann entstehen meiner Ansicht nach die natürlichsten Aufnahmen von Menschen. Anders, wenn darüber nachgedacht wird: Stehe ich richtig? Liegt mein Haar gut? Wohin mit meinen Händen? Wie stelle ich meine Beine zum Vorteil meiner Figur? Wie wirke ich überhaupt? … Die gedanklichen Fragen könnte ich unendlich fortsetzen, und ist eine Frage ansatzweise beantwortet, folgt die nächste, und spätestens nach Frage 6 meldet sich wieder die erste….wenn man nicht zufällig professionelles Model ist.

Unbeachtet der oben beschriebenen Situationen finde ich oft Menschen, die auf sehr natürliche Weise posieren, wie beiläufig ein Lächeln spenden und meiner Kamera gelassen offen gegenüber treten. Das sind sehr erbauende Augenblicke, machen Spaß und Lust auf mehr. Sie sind zu finden vermehrt in größeren Städten und Großstädten, so meine Erfahrungen.

Ursprünglich veröffentlicht : 24.Nov.2012

Hintern im alten Orient ( 8 ) 《 Update 》

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   Die zugegebenermaßen nach heutigen Maßstäben unförmige Venus von Willendorf zeigt eine Figur, die mit nur annähernd menschlichen Proportionen gefertigt wurde. Dick im Sinne von unförmig sind auch heute noch Menschen mit Stoffwechselstörungen, oder solche mit Essstörungen.

   Dass es in der damaligen Epoche auch andere Darstellungen gab, das beweist uns die Höhlenmalerei vom Brandberg in Südwestafrika, genannt die „weiße Dame“. Bei ihr sind die Beine lang und der Hintern ausgeprägt, jedoch nicht übermäßig und ich finde, er geht schon in Richtung wohlgeformt. Unberücksichtigt soll hier vorerst die ethnologische Sicht der Menschen sein, denn in wie weit sich die Körperstaturen des Menschen seit der nacheiszeitlichen Zeit veränderten, das möchte ich an anderer Stelle beschreiben. Mir geht es zuvorderst um das Aussehen des Hinterns in dieser Zeit.

   Im Bereich der Ostalpinen Hallstattkultur wurde in einem Grab ein bronzener Kesselwagen gefunden, der eine schlanke Frauengestalt in der Mitte zeigt. Diese Plastik zeigt eine Gruppe durchaus – wie nach heutigen Maßstäben – schlanker Menschen, die zwar nicht als Beweis für die Körperform des Menschen in der Eisenzeit dient, dennoch als idealisierte Darstellung gelten kann. Dies bedeutet, dass das Ideal schon in der Eisenzeit in dieser Region nicht in Richtung rundlich oder dick tendiert haben muss. Selbst wenn diese Erkenntnis rein spekulativ sein könnte, erkenne ich für mich wiederum genau jene Proportionen wieder, die in der heutigen Zeit idealisiert werden: Groß, schlank, lange Beine. Wenn wir heutzutage die Models betrachten, wären dies die Grundvoraussetzungen der Modeindustrie, um für diese als Model zu arbeiten. Dabei möchte ich das ohne Wertung erwähnen, denn nicht jeder empfindet ein sehr schlankes Model als schön.

   Um wieder auf mein eigentliches Thema zurückzukommen, dem Hintern nämlich, so möchte ich noch ein sehr schönes Beispiel der Darstellung von Hintern in der Zeit des alten Orients benennen und beschreiben. Es handelt sich hier um die Stele des Naramsin. Das Relief zeigt den „Gottkönig“ Naramsin von Mesopotamien, wie er über ein Volk an der Ostgrenze Sumers obsiegt. Im Relief sieht man die Körper der Menschen von der Seite, dies aber in einer so wohlproportionierten Weise, dass diese Körper in der Gegenwart sicher als attraktivst empfunden werden würden. Die Linienführung der Rücken-Po-Beine Seite ist nach heutigen Maßstäben nahezu ideal. Hierzu könnte man gezielte Berechnungen anstellen, was sicher zu sehr interessanten Ergebnissen führen würde, doch der Blick darauf bestätigt beim Vergleich eines Bildes aus der Gegenwart die Identität.

   Somit sind in den vergangenen Epochen unterschiedlichste Körperformen in der Kunst dargestellt worden, so das sich nur schwer eine Tendenz zum Schönheitsideal herausstellen läßt. Dass die Menschen jener Zeit in der Mehrzahl nicht die Proportionen der Venus von Willendorf besaßen, dürfte spätesten dann überzeugen, wenn man ihre Lebensgewohnheiten untersucht. Nomadenleben, harte tägliche Arbeit und Fluchtbereitschaft geben nur einige Hinweise auf die Behinderung wieder, welche diese Dimensionen bei ihrer Anwesenheit erzeugen würden. Entkäme die Venus von Willendorf einem Löwen nicht weniger schnell, als ein Mensch mit einem trainiertem Körper. Ein Feld zu bestellen und Beeren im Unterholz zu sammeln fiele einem ebenso mit einem sportlicherem Körper leichter.

Ursprünglich veröffentlicht: 21.Nov.2012

Save the Freedom of Photography!

Ein EU-Abgeordneter hat einen Gesetzentwurf in die Wege geleitet, der die Panoramafreiheit erheblich beschränken wird.

Wer will, kann helfen, diesen neuerlichen Irrsinn zu stoppen!!!

MEHR Infos:

https://www.change.org/p/european-parliament-save-the-freedom-of-photography

http://www.fotofeinwerk.de/2015/06/das-sollten-wir-nicht-tatenlos-hinnehmen-save-the-freedom-of-photography/

http://m.rp-online.de/digitales/internet/panoramafreiheit-selfie-mit-eiffelturm-auf-facebook-verboten-aid-1.5193523

http://digitaler-augenblick.de/die-panoramafreiheit-in-gefahr-oder-bald-keine-urlaubsbilder-mehr-auf-facebook-co/

Bitte weitersagen !!!

P.S. Ich habe die Petition unterzeichnet.

Hintern in der frühen Kunstgeschichte ( 7 ) 《 Update 》

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Die frühen Hochkulturen

   Das Thema Abbildungen des Hinterns in der Kunst habe ich schon kurz angerissen, nun möchte ich es wieder aufgreifen.

Suche ich in den Werken der frühgeschichtlichen Kunst, so finde ich dort bezeichnende Beispiele für Werke mit Abbildungen des Hinterns. Auf Gefäßen der frühdynastischen ägyptischen Kunstepoche sind Abbildungen von Menschen -für meinen Geschmack- stark idealisiert dargestellt. Betrachte ich die Fresken ägytischer Künstler, so empfinde ich jene gezeichneten Beine als überdurchschnittlich schlank, lang (z.B. Gruppenstatue des Iai-ib und seiner Gemahlin Chuaut) und dabei dennoch ungemein wohlproportioniert. Im weiteren Verlauf von Gesäß über die Hüfte hinweg sind die Proportionen -sogar nach heutigen, westlichen Massstäben- nahezu ideal, wenn man einen idealen Verlauf als möglich voraussetzen mag (Wandmalereien in Theben). Es wurde vom Zeichner dort eine auffallend schlanke Hüfte gezeichnet. Gleichwohl die Taille, sie wurde auch proportional schlank gezeichnet. Dieser Tenor für die schlanke Form des menschlichen Körpers findet sich über alle Reiche ( altes, mittleres und neues Reich) in einem Zeitraum von nahezu 5000 Jahren beständig wieder.

Daraus ergibt sich auf den überlieferten Zeichnungen ein -für meine Augen- wohlgeformter Hintern, der, blicke ich nur auf den Bereich des Hinterns und der Hüfte, sowie den Oberschenkelansatz, eher dem eines jüngeren Menschen entspricht. (An den Ufern des Nils von Edda Bresciani

   Man kann folgendes gut erkennen: die Breite des Beckens hat einen bedeutenden Einfluss auf die Form des Hinterns, wie ich schon vorher bemerkte. Durch die jungenhafte Darstellung von Körpern, und gleich dabei, ob es sich um weibliche oder männliche Bildnisse handelt, weist auf die wesentliche Bedeutung der Körperproportionen in der ägyptischen Kunst hin. Mit jungenhafter Darstellung meine ich hier im Speziellen die Breite des Beckens. Durchgängig idealisiert ist in der Abbildung ein verhältnismäßig schmales Becken. Folglich werden auch Oberschenkel und Beine schlank dargestellt.(Die Göttin Iris)

So konstatiere ich, schon damals, mit dem Beginn der ägyptischen Hochkulturen, in der Zeit um 1000 v. Chr. könnten Schönheitsideale unter den Menschen eine wichtige Bedeutung gehabt haben. Die Hinweise darauf lassen mich dies hervorheben, finden wir doch aussagekräftige Zeugnisse davon, denn es ist davon auszugehen, dass die Normalverteilung der Körperformen auch damals schon starke Abweichungen beinhaltet hat. Überlieferungen aus der Zeit sind allgemein nur sehr dürftig vorhanden, daher bleibt vieles davon Spekulation. Allein die Konsistenz in der Darstellung über mehrere Jahrtausende hinweg geben Anlaß zu derartigen Vermutungen.

Ursprünglich veröffentlicht : 21.Nov.2012

Die wunderbare Form des Hinterns ( 6 ) 《 Update 》

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   Bei der Betrachtung des Hinterns fallen mir neben der Breite und Tiefe, der Größe und Form besonders die Proportionen auf; als Gesamtbild oder der Gesamteindruck, vielleicht aus der Entfernung noch bevor Einzelheiten zu erkennen wären.

Geht man von den vielfach untersuchten Proportionen des Gesichtes aus, so kann man – durch Studien bestätigt – sagen, dass die Proportionen eine entscheidende Aussagekraft haben. Beim Gesicht können es beispielsweise der Augenabstand oder die Augengröße sein, ferner die Augenform und explizit die Form der Brauen. Gleichwohl die Form der Wangenknochen, die Form des Kinns, oder die Form des Mundes lassen eine bestimmte Aussage entstehen. Auf Anhieb können wir sagen, welches Gesicht uns sympathisch ist und welches Gesicht nicht.

    Britische Forscher erstellten aus vielen Fotos mittels Software am Rechner Durchschnittsgesichter (Morphing), bei denen sie die Symmetrie gezielt veränderten. Als Ergebnis stellte sich ohne große Überraschung heraus, dass symmetrische Gesichter stets attraktiver bewertet wurden. Viel häufiger wurden sie als ansprechend beschrieben, sogar als sympathischer bezeichnet, als asymmetrische Gesichter.

   Bei der Betrachtung des Körpers wurden von diversen Wissenschaftlern ganz ähnliche Versuchsreihen durchgeführt. In den Ergebnissen konnten dabei vergleichbare Schlussfolgerungen gezogen werden. Das hat u.a. William Brown mit seinen Kollegen von der Brunel University in Uxbridge, Großbritannien herausgefunden.

  Sie haben menschliche Körpermodelle eingescannt, die anschließend Versuchspersonen vorgestellt wurden. Diese Versuchspersonen sollten daraufhin die Attraktivität der Körper bewerten. Als Erkenntnis konnte von den Wissenschaftlern heraus gestellt werden, dass die Versuchspersonen die Menschen mit symmetrischeren Körpern für wesentlich attraktiver hielten, als solche mit einem weniger symmetrischen Körperbau.

      In einer weiteren Studie berichtet Cinzia Di Dio von der Universität in Parma über eine Bewertung von Bildern von Skulpturen menschlicher Körper. Die Forscher zeigten Probanden Bilder dieser Skulpturen, die im original abgebildet waren und zwischendurch fügten sie immer wieder Bilder von den gleichen Skulpturen ein, die jedoch mit einem Computerprogramm verfremdet worden waren. (z.B. kaum erkennbar kürzere Beine,…) Gemessen wurde u.a. die Gehirnaktivität bei den Probanden während der Betrachtung der einzelnen Bilder. Es zeigte sich dabei deutlich, dass bei der Betrachtung der originalen, unverfälschten Bilder die Gehirnaktivität messbar höher war, als bei den verfremdeten Bildern der Skulpturen. 

   Damit bestätigt sich für mich, dass Menschen – bewußt und unbewußt – sehrwohl ein Auge für die Körperproportionen des Gegenüber haben. Vielleicht genetisch bedingt erkennen wir den gesunden, wohlgeformten Habitus des Körpers sehr schnell und eindeutig.

   Bei Menschen im fortpflanzungsfähigem Alter, denen die Prämisse der Suche nach dem gesündesten Fortpflanzungspartner unterstellt werden mag, laufen bestimmte Prozesse zwingend ab. Wie in archaichen Zeiten werden in den Windungen unseres Gehirnes entsprechende Muster abgespult. Auch wenn wir dem nicht nachgehen, so konnten diese Abläufe doch ausgiebig erforscht und bestätigt werden. Erleichternd für die Auswahl oder das Erkennen der positiven Proportionen kommt in unserer Zeit die relativ leichte Erkennbarkeit der Verhältnisse der Körperglieder hinzu. Nämlich durch die Art der körperbetonten Kleidung. Die aktuelle Mode zeigt den Menschen einerseits Deutliches vom Körper des Menschen, allerdings lassen sich dadurch auch weniger gut eventuelle Defizite verbergen.

   Jeder Mensch findet, durch mannigfaltige, lebenslange Einflüsse bedingt, wie durch genetische Vorgaben begleitet, einen eigenen Typus von Körper attraktiv. Das ist zwar nicht unbeachtet der allgemein gültigen Vorstellungen von schönen Körpern getrennt zu sehen, doch in Verbindung mit dem Charakter des Einzelnen kommen weitere maßgebliche Einflüsse zum Tragen.

   Für mich beispielsweise möchte ich feststellen, das mir der nicht ganz schlanke Körper, aber auch nicht der zum Vollschlanken neigende Körper vom Ansehen gefällt. (Siehe meine Fotografien) Da es in diesem Blog zuvordest um die Erscheinung geht, lasse ich das Wesen, den Charakter, das Herz außen vor! In gewisser Weise handelt es sich hier also um Oberflächlichkeiten ;-) “Die Formen des Körpers”. Es werden Einflüsse der Kulturen, Moden und Perioden beschrieben werden, und auch versuche ich herauszufinden, ob es Parallelitäten gibt. Ein für mich spannendes Feld, herauszufinden, wie der Mensch tickt. :-)

Ursprünglich veröffentlicht : 19.Nov.2012

Das visuelle Wesen – oder “der Mensch sieht gerne hin” ( 5 ) 《 Update 》

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In diesem Artikel beleuchte ich kurz die vielen Regionen des menschlichen Körpers und die Häufigkeit der Betrachtung dieser Regionen. Die Wichtigkeit der Augen als bedeutendster Sensor des Menschen ist dafür entscheidend.

    Wenn ich mit Freunden und Freundinnen über das Thema Aussehen spreche, so finde ich so viele Meinungen wie ich Menschen finde. Begegnen wir einem Menschen, sehen wir ihn an, als soziales Wesen können wir nicht anders, als zu schauen. In diesem flüchtigen Augenblick frage ich mich, wo wir beim gegenüber zuerst hinsehen? In der Summe der Benennungen ist jeder Fleck des Menschen benannt. Alles? Ja, ich meine alles, wenn auch manche Körperansichten oder Teilansichten nicht auf den ersten Blick zu sehen sind, weil sie abgewandt sind oder üblicherweise mit Kleidung bedeckt sein sollten. Wenn mir mein Freund Markus sagt, er fände die schlanken Füße seiner Frau besonders schön, so hat er sie vermutlich beim ersten Treffen in der Mensa der Uni, wo er sie zum ersten Male traf, noch nicht sehen können. Im Freibad wäre das natürlich doch möglich gewesen.

   Oft werden in den Antworten der Befragten die bezaubernden Augen genannt, die als “Tor zur Seele” meist etwas sehr faszinierendes an sich haben. Nebenbei sind es gerade die Augen, die den Gegenüber betrachten, ansehen, die ihm oder Ihr nachgucken. Tief in die Augen schauen wir unserem Gegenüber, wenn wir mit ihm sprechen. Verschämt schauen wir mitunter weg, wenn uns etwas peinlich ist, so daß unsere Augen möglichst nicht zu sehen sind. Wir senken unseren Blick, wenn wir traurig sind.

   Häufig nennen mir meine Freunde und Freundinnen die Beine, die Haare, auch die Brust, der Busen, und natürlich der Po ist ebenso dabei. Nicht unbedeutend ist dabei die Gesamterscheinung des Menschen. Welche Körperproportionen hat er? Wie ist es mit der Förmigkeit? Wie ist es bei einer “Unförmigkeit”. Dazu wurden einige Studien in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nach ihrer Durchführung erstaunlicherweise die Aussage zur Folge hatte, dass es sehr große Unterschiede in der Bedeutung oder Bewertung der Proportionen des Körpers gab. Die Probanden erkannten dabei sehr sicher Abweichungen von der Norm von den allgemeingültigen Vorstellungen vom idealisierten Körper.

   Erste bekannte und überlieferte Überlegungen über die Körperproportionen werden uns durch die Zeichnungen von Leonardo da Vinci vor Augen geführt. Die Zeichnung “Das Bildnis des vitruvianischen Menschen” ist in die Elemente des Kreises aufgeteilt, welche uns verdeutlichen, wie Leonardo da Vinci die Körperbereiche unterteilt hat, um die Verhältnisse der Bereiche untereinander in Beziehung zu setzen. Beispielsweise wirkt ein kleiner Po bei sehr langen Beinen anders, als bei proportional kürzeren Beinen. Wie ein großer Po gleichsam je nach Breite des Beckens eine gänzlich andere Form erhält.

   Was haben nun die Körperproportionen mit dem Hintern zu tun? Wenn ich Menschen nach der Attraktivität frage, so sind die Antworten meist auf eine bestimmte Körperregion bezogen. Klassisch sind natürlich der Po und der Busen bei Frauen, bei Männern ist es gleichfalls der Po und die breite Schulter. Sonst noch habe ich erfragt:

  • Gesicht
  • Haare
  • Hände
  • Zähne
  • Fingernägel
  • Beine
  • Augen
  • Mund
  • Wangen
  • Lippen
  • Hüfte
  • Oberarme

   Wohlgemerkt, es geht hier in der Betrachtung um das Aussehen des Menschen und die Bedeutung dessen in unserer Gesellschaft. Was den Menschen im Wesentlichen ausmacht, das geht noch viel weiter, wird von mir hier jedoch nicht explizit beschrieben. (Wesen, Seele, Lachen, der Blick,…) Dass der Mensch nur als Ganzes zu sehen ist, dürfte jedem bewusst sein. Im Besonderen möchte ich, wie es der Titel bereits verrät, auf die Bedeutung des Pos eingehen, sowie die mit diesen Überlegungen verbundenen gesellschaftlichen Restriktionen beleuchten. Vorweg möchte ich der Frage nach der Rolle der Körperproportionen bei der Betrachtung des Pos nachgehen.

    Beim Verlauf von Hüfte und Becken über den Po bishin zu den Beinen, speziell den Oberschenkeln führt der Knochenbau des Menschen zu den unterschiedlichsten Linien. Betrachte ich einmal die Breite des Beckenknochens in der Frontalansicht, so kann das Antlitz des Menschen von vorne oder von hinten sehr stark variieren. Eine frauliche Form und Breite des Beckens zeichnet einen eher breiten Po, während ein schmaleres Becken demnach einen schmalen Po formt. Nebenbei erwähnt spielt das Alter eine zusätzliche Rolle. Ziehe ich das Kindchenschema heran und betrachte gleichzeitig die Stadien der Körperentwicklung vom jungen Mädchen zur Frau, so findet während dieser Entwicklung eine allmähliche Verbreiterung des Beckenknochens statt. Fachleute sprechen gemeinhin von der Entwicklung der Gebährfreudigkeit des Beckenbereiches. Ein breiteres Becken galt seit je her als ein Indiz für die Fähigkeit, Kinder zu gebären, und dies führt neben anderen Anzeichen zu gesteigerter Attraktivität. Warum in unserer Gesellschaft – entgegen der Natürlichkeit der fraulichen Entwicklung – aber ausgerechnet das schmalere Becken zum Schönheitsideal forciert wird, ist Thema eines weiteren Beitrages.

Die Tatsache, dass heranwachsende, jüngere Menschen einen schmaleren Beckenknochen ausgebildet haben, als ausgewachsene und ältere Menschen mag in dem überbewerteten Streben nach Jugend besonderen Einfluss nehmen. Besonders bei Frauen ist dies deutlich. Ein schmales Becken gilt in der heutigen Zeit als attraktiv. So gilt es über die Kulturen hinweg als ein Zeichen von Jugend, das, wonach alle Menschen weltweit streben. Wenn ich den Menschen von der Seite betrachte, so spielt die Breite des Beckens nicht eine solch bedeutende Rolle, während bei der diagonalen Ansicht die Breite wieder eine Rolle im Zusammenspiel mit der Proportion zum Gewebe, den Fettreserven und den angrenzenden Körperteilen einnimmt. Für den normalen Betrachter werden diese Perspektiven rein intuitiv bearbeitet mit der Folge, dass ihm mal der eine, mal der andere Mensch besser gefiel. Das „Warum“ ergründen die wenigsten, und es steht auch nicht zur Debatte, weil die Reaktion des Menschen trotz Information nicht anders verläuft, als zu Urzeiten.

Fazit:  Was kann ich festhalten? Der Mensch ist ein durch und durch visuelles Wesen. Und obwohl er meint, mit seinen Augen alles zu erkennen, spielen sich viel komplexere Vorgänge beim einfachen Betrachten, z.B. eines wohlproportionierten Hinterns ab, als nur sehen. Die Frage zu klären, wieviel davon überhaupt gesellschaftlich geprägt oder natürlich abläuft, ist ein interessantes Themenfeld und sicher einer näheren Untersuchung würdig. Mehr dazu möchte in den folgenden Beiträgen erläutern.

Ursprünglich veröffentlicht : 18.Nov.2012

Warum ich mir die Zeit für das Thema Hintern nehme ( 3/4 ) 《 Update 》

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Warum veröffentliche ich meine Bilder und meine Gedanken hier im Blog?

Ich möchte Schönheit darstellen. Ich möchte Schönheit in Frage stellen. Ich möchte anregen zum Hinterfragen. Ich möchte begeistern. Ich möchte auffordern zum Denken und besonders zum Fühlen. Dazu eine erste Herleitung:

Gehe ich durch die sommerlichen, von der Tagessonne erwärmten Straßenzüge der Stadt. Dabei sehe mir im Vorrübergehen so manchen Hintern an, frage ich mich oftmals, was es ist, dass mich zu diesem öffentlich-heimlichen Blick reizt! Was hat es mit der Form und dem Aussehen des Pos auf sich. Welche Bedeutung hat der Hintern für uns Menschen?

In der Literatur wird gerne auf folgenden historischen, archaischen Sachverhalt verwiesen: als die Menschen noch nicht aufrecht gingen, zeigte sich den Männern der Po der Frau als erstes Körperteil, sobald sich ein Akt der körperlichen Vereinigung anbahnte. Daraus soll das Interesse der Männer am Popo der Frauen entstanden sein.

Frauen wiederum sehen nach Tenor dieser Meinung im kräftigen Po des Mannes den Jäger, der sie gut ernährt und auch mit Kraft vor den Gefahren des wilden, gefährlichen (menschlichen) Dschungels behütet. Heute, viele Jahrtausende später, ist eine zusätzliche Erklärung zu finden, denn ich hörte davon, dass die Menschen sich weiterentwickelt haben sollen. Die Worte höre ich wohl, … . ;-)

Weil wir Menschen also immer noch gerne hin und wieder auf den Po sehen, machte ich gerne ein paar Untersuchungen in meinem Mikrokomos. Versuche der Deutung über diese Vorliebe, die ich im Grunde genommen teile, gibt es viele. Im Netz finden sich zahlreiche Thesen. Wir finden jedoch genauso viele Antithesen. Diese zu bewerten steht mir nicht zu, denn ich bin kein Verhaltensforscher! Aber ein Beobachter bin ich, wie es jeder Mensch ist. Ich beobachte mich selbst. Die Menschen in meiner Umgebung frage ich nach ihren Gedanken, nach ihrer Sicht der Dinge. Zur Antwort erhalte ich manch ehrlichen Gedanken, und auch viele direkt ausgesprochene Gefühle zu dieser Frage.

Wenn Du bis hier hin gelesen hast, und interessiert bis, so frage Dich:”Was gefällt Dir (als Frau oder Mann) am Hintern des Anderen? Was denkst Du, warum?”

Die Frage, warum ich diesen Blog führe, ist bis jetzt noch nicht beantwortet, das möchte ich nun gerne tun! Bilder von schönen Hintern in Jeans finden sich im Netz zur genüge. Dabei sind wirklich tolle Pos. Ebenso wie Fotografen, denen ein sehr ästhetisches Bild im rechten Augenblick gelang, mal bei der Komposition, mal auch ein Schnappschuss. Stellen meine Bilder somit nur einen weiteren Pool für Bilder von Hintern in Jeans dar? Ja und nein ist richtig.
Meine Bilder präsentiere ich mit meinen Gedanken, meinen Erfahrungen in Sachen Fotografie und stelle meine Kritik der gesellschaftlichen Umgangsweise mit dem Thema Hintern im Speziellen und Schönheit und Aussehen im Allgemeinen anheim.

Ich möchte Ansichten und Einsichten erzeugen, beim Leser, also Dir, um festzustellen, ob Du in Deiner ethischen Überzeugung nicht festgefahren in einem Diktat der Sittenlehre darbst.

Ich möchte des weiteren eine Anregung geben. Eine Anregung zum Hinsehen, zu dem, was schön ist im Auge der Betrachterin und des Betrachters. Warum soll ich nicht einen Menschen ansehen, der in meinen Augen schön oder/und interessant ist. Der Mensch ist ein zutiefst visuelles Wesen. Sicher gibt es feste Kriterien, nach der Schönheit definiert wird. Aber wir werden sehen, dass manche dieser Schönheitsstatuten rein geografisch und periodisch schwankend dahergekommen sind, wie auch Andere grenzenüberschreitende, zeitlose Gültigkeit besitzen. Es ist in Sachen Schönheit seit menschengedenken alles im Fluss und doch universell. Wir gerade in diesem Augenblick auf dem Erdball zu Miete wohnenden Wesen sind häufig fokussiert auf die aktuelle Mode und das aktuelle Schönheitsideal. Dass wir noch einen Wandel erleben ist sicher nicht ungewiss. Dennoch können wir nur mit der Erkenntnis über diesen Zustand etwas verändern, wenn uns dieser missfällt.

In meinen Augen ist der wohlgeformte Hintern E I N sehr schönes Körperteil des Menschen. Da ich ein Mann bin -und heterosexuell- wirkt der schöne Popo einer Frau anziehend auf mich, ich sehe gerne hin und manchmal wieder hin. Aber auch schöne Männerpos gibt es unbestritten.

Vielleicht möchte der oder die Ein(e) oder Andere uns hier im Kommentar seine Gedanken dazu mitteilen.

Auch jemandem zu sagen, er wäre in den Augen des Hinsehenden schön, gutaussehend, hübsch, interessant oder was auch immer, oder er habe einen tollen Po (frei von Hintergedanken meine ich, als Kompliment), ist meines Dafürhaltens kein falsches Wort. Was wird man hören? Mache es mal, und Du wirst staunen.

…ich wünsche viel Vergnügen beim Hinsehen…

Die Betonung der Schönheit (11) 《Update》

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   Schon seit Beginn der Menschheitsgeschichte ist von Schmuck zur Verschönerung des Menschen die Rede. Funde aus der Frühgeschichte zeigen unzählige Plastiken mit Schmuck am Körper aus den verschiedensten Regionen dieser Erde.

Bis heute hat sich die Menschheit in dieser Hinsicht nicht sonderlich verändert. Sehe ich mir die mit Ringen verlängerten Hälse der Padaung-Frauen an, so ist es für mich sicher ein anderes Empfinden, als für deren Mann oder allgemein für die Männer des Volkes der Padaung. Wie dieses Beispiel würden wir viele für uns absonderliche Verschönerungen auf der Erde finden, in allen Kulturkreisen sind dabei vielleicht die Ausschmückungen eines bestimmten Volkes nur schwer nachvollziehbar.

Beschränke ich mich auf unseren westeuropäisch orientierten Kulturkreis, so gibt es schon dort große Differenzen. Breche das ganze herunter auf unser Land Deutschland, so finde ich wiederum große regionale Unterschiede. Man denke nur an die Lederhose oder die traditionelle Kopfbedeckung aus dem Schwarzwald. Differenziere ich das noch weiter, so bin ich auf der regionalen Ebene, der des Mittelrheines als die Region, in der ich momentan zu Gast bin, genauso kann ich das Kraichgau, das Sorbenland, die Hohenlohener Ebene oder das Ammerland hernehmen. Selbst innnerhalb dieser eng gefassten Kreise finde ich unterschiedliche Arten und Formen von Schmuck. Als letztes Glied in dieser Kette – nach einigen wenigen mehr – kommt der Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt zu Wort. Woran findet er gerade jetzt Gefallen zur Verschönerung seines Äußeren? (Nächste Woche könnte es etwas anders sein!) Spätestens da bin ich bei der Kleidung angekommen.

   An dieser Stelle bringe ich erneut die enge Jeans ins Spiel. Ich möchte nicht näher auf die “Push-Up” – Jeans eingehen, sondern auf die “normale” Röhrenjeans, welche dem Hintern in meinen Augen ein so formschönes Antlitz verleiht. In genau jener Verknüpfung zum Schmuck, welcher die Menschen “schöner” darstellen soll, als sie es ohne ihn sein sollen, betrachte ich diese enge Jeans. Sie verleiht dem Körper des Menschen eine Art zweite Haut. Damit ist der Mensch nicht NACKT, jedoch erahne ich beim Hinsehen die Formen und Proportionen seines Körpers ähnlicher, als es bei einem Rock der Fall wäre.

   Zu Beginn der Hosenmode im modernen Deutschland galt es für die Dame als unziemlich, sich mit engen Kleidungsstücken zu bedecken. Damals galt das Kleid als Maß aller Dinge. Während es in dieser “zivilisierten” Gesellschaft verpönt war, sich enger Kleidung zu bedienen, da war es anderswo normal, nackt zu sein. Doch ab der Zeit der Aufklärung änderten sich auch die Kleidungsstücke der Menschen aus einer Richtung der nicht mehr alles verschleiernden Umhänge.

  Die Frauen schmückten sich erstmals mit Beinkleidern. Das begann um die Jahrhundertwende zum 20. Jhd. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass schon bei den Kelten Frauen in Hosen bekannt waren. Um 113 n. Chr. auf der Trajanssäule sind bereits Frauen in Hosen abgebildet worden. In der Zeit vor 1897 waren die Hosen in unserer Gesellschaft für die Frau tabu. Dannach änderte sich das. Nachdem die Männer sich diese Kleidung zu eigen machten, da war es schon ein kleiner Schritt in Richtung Emanzipation der Frauen, die Hose doch zu tragen. Die Frau “durfte” sich ihre Kleidung aussuchen, und zwar konnte sie dies ohne jedwede Restriktion der Männer tun, und was noch wesentlich wichtiger war, sie konnten es tun ohne das Diktat des Anstandes. (Über diesen Aspekt möchte ich später noch meine Meinung schreiben.)

   Da war also die Frau mit dem Beinkleid. Die Art und Weise der Hose war stets beeinflusst von der Mode der jeweiligen Zeit. Konnte eine Frau durchaus in Knickerbocker einen sehr formschönen Po haben, so sollte es noch lange nicht in einer anderen Hose genauso sein. In wie weit die Frau oder auch der Mann mit dem Bewußtsein oder dem Wissen um das Aussehen seines Hinterns in der jeweiligen Hose umging und umgeht, ist bis heute nicht umfassend erforscht. Es wurde ein Versuch während einer Untersuchung durchgeführt, in dem den Probanden neben ihrem Po die Fotos weiterer Hinterteile gezeigt wurden, wobei sie ihren Po erkennen sollten. Als Ergebnis kam erstaunlicherweise heraus, dass nur rund die Hälfte der Personen ihren eigenen Hintern erkannten.

   Wenn nicht ein Berater das Aussehen des Popos in der Hose als “passend” bezeichnete, oder aber ein Spiegel vorhanden war, der die ganzheitliche Ansicht des Hinterns zeigte, so war es nur schwer möglich, sich ein entsprechendes Bild zu machen. Wenn ich heute im Café sitze und den Mädchen auf den Hintern sehe, wie es einst Konstantin Wecker im Lied “Eine ganze Menge leben” besang, so frage ich mich, ob sie dann und wann jemand über ihr Aussehen beriet oder eher nicht. Manch einem ist es nicht wichtig, wie es um seine rückwärtige Ansicht bestellt ist. Was natürlich auch für die Ansicht gelten kann, die jeden Morgen im Spiegel von vorn erkannt wird, aber das ist ein weiteres Thema.

   Manch einem wird jedoch nicht vermittelt, wie er oder sie von hinten ausschaut. Woher sollte man es dann sonst wissen? Der Blick in den Spiegel aus Höhe der Augen verrät durch die Perspektive nicht immer alles so, wie es wahrgenommen wird. Daher auch die positive Resonanz auf meine Frage nach einem Bild des Popos. Es ist schließlich nichts Verwerfliches an den Pobacken, das sollte einem bewusst sein. Auch wenn manchmal die Nase gerümpft wird, wenn es um das Thema geht. Doch auch diese Erkenntnis ist eine besondere Betrachtung wert, an der ich noch schreibe und die dann irgendwann folgt.

    Das Aussehen allgemein ist in vieler Munde eine als oberflächlich abgestempelte Sichtweise angesehen. “Es kommt nicht auf das äußere an, die inneren Werte sind die, die zählen.” Wie oft habe ich diesen Satz gehört. UND GESAGT!   A B E R:  Welche Chance haben die inneren Werte erkannt zu werden bei jemandem, dessen Äußeres mich davon abhält ihn und seine -respektive- ihre inneren Werte kennen zu lernen. Diese Allgemeinphrasen kennt jeder. In der Sendung des Senders WDR mit dem Titel “Die Macht des Unbewußten” wurde von Neurowissenschaftlern festgestellt, dass unser Unterbewußtsein in nur ca. 300 Millisekunden über Sympathie oder eben fehlende Sympathie beim Gegenüber entscheidet und das es kaum mehr möglich ist, dies zu drehen. Während wir noch meinen uns zu entscheiden, so die Wissenschaftler, ist alles schon längst von unserem Unterbewußtsein bestimmt. Sollte es tatsächlich so sein, dass unser Aussehen, unsere Ausstrahlung vorab alles entscheidet, und unser Charakter noch so edel sein kann, es nutzt nix? Die Forscher fanden definitive Belege dafür.

   Dies als Fakt von mir vorausgesetzt, spielt das Aussehen eine gewichtige Rolle. Das meine ich. Was jeder als schön empfindet liegt bei jedem selbst. In einer Studie von US-Wissenschaftlern zur Verteilung von Suchanfragen über eine bekannte Suchmaschine war die Häufigkeit des Suchbegriffes “mollig” im Zusammenhang mit Frau um ca. 1/3 größer, als der Suchbegriff “schlank” im selben Zusammenhang. Auch das ist eine genauere Betrachtung wert.

   Für mein Empfinden kann ich sagen, dass beim Aussehen der Frau und des Mannes schon ein ausgewogenes Mittel zwischen schlank und mollig als ideal steht. Umgangssprachlich nicht zu dick und nicht zu dünn. An meinen Fotos ist ist zu sehen, wie ich es sehe. Da kann ich nur wieder zugeben, dass das Mittelmaß das Maß der Dinge ist, wie in den weiter oben genannten Studien zur Attraktivität, die eine große Anziehungskraft der symmetrischen, mittleren Proportionen als Ergebnis präsentieren. Eine Freundin sagte mir mal, der Mensch sei doch nur mittelmäßig, ist es zu warm, ist es falsch, ist es zu kalt, ist es falsch, ist es zu trocken, sei es falsch, ist es zu nass, ist es auch nicht richtig. Diese Reihe könnte ich beliebig fortsetzen. Damals war ich in einem Alter von 19 Jahren, und durch die Worte ziemlich pikiert, kam ich mir mit meinem Schulabschluss doch wer weiß wie außergewöhnlich vor. Es brauchte eine lange Schule des Lebens, bis ich dahinter kam, dass  an den Worten der Freundin etwas dran war.

Zurück zum Schmuck: Schmuck dient zur Verschönerung. Dient eine körperbetonte Kleidung auch zur Verschönerung? Ist ein Mensch mit körperbetonter Kleidung schöner, als mit unbetonender Kleidung? Natur: Eine Blume schmückt sich mit wundervollen, “schönen” Blüten, um Insekten anzulocken. Was macht den schönen Menschen aus? Aussehen oder Seele?
Eine körperbetonte Kleidung deutet auf unseren Ursprung hin, den nackten und damit natürlichen Menschen. Der braucht nämlich keine körperbetonte Kleidung. Der würde uns Menschen so ansprechen, wie er ist. Ursprünglich, aber darüber sind wir ja weit hinaus, oder? ff.

   Im Café sitzend stelle ich dann aber auch fest, dass es da noch die anderen Frauen gibt. Die Frauen, die um ihren tollen Hintern bescheid wissen. Sie gehen betont durch die Straßen, ihr Blick zeugt vom Wissen um die Bewunderung ihres Äußeren durch uns “Herren der Schöpfung”. Sie tragen gerne enge Jeans, man meint zu bemerken, dass sie sich wohl fühlen. Es macht mir Spaß ihnen zu zusehen, scheinen wir Männer doch das gebührende Publikum zu sein. Ein manchmal wohlwollendes aber flüchtiges, fast nicht erkennbares Lächeln in ihrem Gesicht verleitet mich zu dieser Sichtweise. Stimmt’s?

ursprünglich veröffentlicht: 23.Nov.2012

Durchsichtige Schönheit (178)

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Aufmerksamkeit und Beachtung zieht eine Form dann auf sich, wenn sie erkennbar ist. Sichtbar ist sie dann, wenn sie nicht versteckt ist. Erkennbar ist sie dann, wenn sie nicht “verformt” oder verdreht ist. Menschen haben neben ihrer Kleidung auch eine Haltung, die ihre Form im Wesentlichen bestimmt.

Zuerst die Frage: Will ich erkannt werden? Soll meine Form, dieser wandelbare Teil meiner Persönlichkeit, sofort, später, teilweise, garnicht, ständig, manchmal, jedem, wenigen vorgestellt werden? Diese Frage steht ziemlich weit oben auf der Liste der grundlegenden/alltäglichen Überlegungen. Beeinflusst durch das soziale Umfeld und unserer eigenen Idee handeln wir.

In der Öffentlichkeit, genauso wie in unserer Vorstellung, geben wir ein Bild eines Individuums ab. Wir wirken – und wir glauben zu wirken. Wir sind Sender und wirken auf Empfänger. Wechselwirkungen sind noch nicht einmal weiter berücksichtigt. Der Stellenwert der Körperform war vielleicht noch nie zuvor so hoch, wie heute. Mit diesem Kult umzugehen ist für viele Menschen schwer. Dennoch entscheiden wir gemäß unserer Herkunft, unsres Glaubens, unserer Gemeinschaft und unseres Wesens.

Ein Körper kann aus vielerlei Gründen durch Kleidungsstücke verhüllt sein. Keine Form ist erkennbar. Gleichwohl kann ein Körper eng anliegende Kleidung tragen, sodass seine Form teilweise bis ganz erkennbar ist. Hier soll nicht beachtet werden, in wie weit die natürliche Form des Körpers durch bestimmt Funktionen der eng anliegenden Kleidung manipuliert und so sein Aussehen verändert wurde.

Zwischenruf: Wieviel von meinem Wesen meine ich verstecken zu können, wenn ich meinen Körper verstecke, sagte der Vogel Strauß? ;-)

Für sein Handeln hat der Mensch üblicherweise einen Grund. Wodurch auch immer diese Gründe entstanden sind, sie sind und bleiben im Moment der Entscheidung für oder wider eine Handlung eigenverantwortlich. “Ich habe so gehandelt oder nicht gehandelt, weil eine Absicht dahinter steht.” Ob mit dieser getroffenen Aussage bei der Vielzahl der möglichen Empfänger die Botschaft vermittelt wird, sei dahingestellt. Der Sender der Botschaft ist konsequenterweise DAS Zentrum des Universums. Im Augenblick der Sendung strahlt sie ab in alle Welt. Niemand sonst steht dahinter als der Absender.

Ankommen wird die Botschaft in unendlich vielen Zentren des Universums. Jedes einzelne ist für sich genommen das einzige Zentrum. Bestenfalls entsteht im Nachhinein die Auseinandersetzung mit der Botschaft, erst aber einmal trifft sie ein und wird interpretiert. Eine Analyse bleibt meist aus, bei der Vielzahl der Botschaften ist es auch nicht immer notwendig, die Frage bleibt, wann ist es und wann nicht. Doch das ist hier vorerst nicht wichtig.

Wann immer er möchte, darf, kann, will zeigt der Mensch die Form seines Körpers. Eine Skinny Jeans zeigt die Beine und den Po, bei der High-Waist den Körperbereich bis zur Taille. Die im Moment in Mode gekommenen Leggins oder Yoga-Pant zeichnet den Körper je nach Farbmuster deutlichst ab. Weniger deutlich zeichnen den Körper weiter ausfallende Hosen, Röcke oder Kleider ab. Viele Zwischenstufen kann man nennen, bis schließlich die Dschilbab, Hijab oder Niqab, Gesichtsschleier wie auch der Tunica oder Habit, die Kleidung meist katholischer Nonnen erwähnt werden kann.

Doch nicht um die Art der Kleidung geht es, sondern um die Aussage, die Botschaft dahinter. Was will derjenige oder diejenige sagen, wenn sie körperbetonte Kleidung tragen, was, wenn sie sich lieber verhüllen? Diese Entscheidung trifft der Einzelne, ganz gleich, ob er sich einer Gruppe anschließt oder nicht.

Beziehung zum Foto: Ich persönlich favorisiere eine Aufnahme eines “Interessant-aussehenden” Menschen, auf der dessen Körperform (zumindest) erahnbar ist. Schönheit im Sinne von Körpern (aller Art) ist (für mich) dann sichbar, wenn deren Proportionen auf dem Bild sichtbar/erkennbar gemacht werden konnten. So, wie auch ein Gesicht eine “Form” hat, ist eine Aufnahme gelungen, wenn es in dieser seiner Form auf der Fotografie nachgezeichnet worden ist. Klingt theoretisch, ist aber auf vielen Fotos mancher bekannter Fotografen, wie Peter Lindbergh, John Rankin Waddell, Ellen von Unwerth, Herb Ritts oder Richard Avedon eindrucksvoll zu sehen. Es ist ein Arm, ein Bein, eine Taille, ein Bauch oder eine Hand, die ein Portrait, Körperbild oder eine Modefotografie zur Ikone machen kann. Meine ich. :-)