Dein Mund

Ein Bild, eine Fotografie! Ich blicke auf sie.

Das Bild zeigt einen Menschen. Es wurde vielleicht mit einem Handy fotografiert (Kosten des Gerätes: 150 Euro), oder mit einer Mittelformat – Kamera (Kosten des Gerätes: 36.000 Euro). Vielleicht mit einer Abbildungsmaschine, deren Wert irgendwo dazwischen liegt. Das Bild zeigt einen Menschen. Hintergrund ist ebenfalls vorhanden. Je nach Location:

  • das weite Meer und seine wilde Küste vom Deck einer Segelyacht
  • die schroffen Felsen der irischen Steilküste
  • das Blumenmeer in Bodnant-Gardens
  • die duftenden Lavendel-Felder der Provence
  • eine wilde Ritterburg an der sanften Mosel
  • eine Ruine in zerklüfteten Steinfeldern am Mittelrhein
  • zerfallene Dorfhäuser in den grünen Bergen oberhalb des Lago Maggiore
  • das Dach eines Wolkenkratzers mit Skyline

wenn es Outdoor ist.

Indoor ist es natürlich ebenso denkbar:

  • ob vor neutralem Hintergrund
  • einem wunderschön künstlerisch gestalteten Hintergrund von Sarah Olifant
  • eine moderne Hotelsuite
  • ein Bauernhaus in der Normandie
  • ein Tunnel mit Graffiti von Herrn Geigi
  • eine ehrwürdige Bibliothek in Cambridge

Die Aufzählung, so vielfältig sie hier schon ist, so schier unendlich viele Ideen mehr bestehen.

Equipment, das einen Kleintransporter füllen könnte, wurde vielleicht mühsam aufgebaut, gab es am Ort des Geschehens, am Set eine kleine Mannschaft, bestehend aus MUA, Stylisten, Hairstylisten, Helfern für das Lichtsetup, einen oder 2 Personen, die den Squatter richten und nachführen, jemanden für die Bedienung einer Windmaschine, und so weiter? Gab es eine Auswahl an Haute Couture Kleidungsstücken?

Ich betrachte das Bild. Es ist ein Mensch zu sehen. Auf dem Bild ist ein Hintergrund zu erkennen. Ist das Bild vielleicht ein Schnappschuss? Ist es gar ein Streetportrait? Ist es ein Bild, das an keiner bestimmten und besonderen Location geschossen wurde, vielleicht am Ufer eines Flusses am Rande einer Urbanität? Gab es nur das Tageslicht, ohne jede weiteren Hilfsmittel, ohne zusätzliche Beleuchtung? Zeigt es einen Menschen, der überhaupt nicht zurechtgestylt wurde, der vielleicht morgens früh aus dem Bett gehüpft ist, kurz die Haare wuschelig machte und dem Fotografen so begegnet und gegenüber getreten ist? Ein Bild wie aus dem alltäglichen Leben?

Ich betrachte ein Bild. Es ist ein Mensch zu sehen. Es gefällt mir. Ich kann einen Hintergrund erkennen. Ich sehe länger hin, das Bild zieht mich an, ich weiß nicht, warum. Ich sehe noch etwas länger hin und werde, je länger ich hinblicke, immer faszinierter davon. Was ist es, das mich fast magisch anzieht? Ich finde das Licht schön. Es könnte mutmaßlich ein früher Sommermorgen gewesen sein, an dem das Bild entstand. Die Haare umschmeichelt ein leichter Schimmer aus Sonnenlicht von hinten, diffus und weich umschließt das Licht den Kopf. Die Augen blicken – fast unmerklich – den Betrachter an, fast wie von Angesicht zu Angesicht. Ein Bild, welches in meiner Wahrnehmung einen starken Widerhall erfährt.

Ich überlege, versuche dieses Gefühl zu ergründen. Es ist mir zwar nicht wichtig unbedingt zu erfahren, warum es so ist, es ist schon überragend, dass es einfach so ist. Ich freue mich. Ich komme zu keinem Schluss. Es ist immer noch nicht wichtig. Mein Kopf sucht, und findet nicht. Vielleicht war es nur eine Kleinigkeit, die mich fesselte. Die Haare? Der spielende Wind in ihnen? Der Blick, scheu und doch lasziv, nah und fern, offen und ruhig, frei und stark? Die Wangenknochen in ihrer deutlichen Zeichnung und Kontur? Der Mund? … Ja, der könnte es sein… vielleicht … eine klitzekleine Aussage durch die Form der Lippen und die kaum merkbare Öffnung derselben. Ja, es könnte sein. Welch ein Bild!

Und ich sehe nichts von seiner Entstehung. Ich interpretiere. War das Team am Werk oder trafen sich nur Fotograf und Mensch vor der Kamera? Spielte sich das Shooting auf dem Klipper „Sea Cloud II“ vor der Küste der Insel Madeira ab oder auf dem Balkon eines Mietshauses von Düsseldorf – Garrath? Wichtig?

Ein Geschichte um ein Bild. Um ein Gefühl, das entstand.

P.S. Hat übrigens nichts mit dem Bild oben zu tun. 😊

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Entscheidungen

Eine Entscheidung ist stets eine Entscheidung. Möglicherweise eine mit einer längerfristigen Auswirkung, aber es ist eine Entscheidung des Moments.

Dieser Moment -ein Augenblick oder eine Phase- ist einer, in dem sich dir ein Horizont bietet, den du mit all deinen Sinnen wahrzunehmen in der Lage bist. Manches davon kannst du überblicken, anderes verbirgt sich wie in Nebel gehüllt vor deiner Neugierde. Es werden Dinge sichtbar sein, die gerade in ihrer Entstehung oder bereits entstanden sind, wie auch Dinge, deren Vergänglichkeit dunkel zu erahnen ist. Von manchen Ideen hast du noch keine Vorstellung, nicht der kleinste Hinweis zeigt sich dir. Das, was du sehen kannst bildet eine Aussage, die du so übernehmen wirst. Anderes kannst du nicht herleiten, bleibt es dir doch verborgen. Noch. Oder für immer?

Erinnerungen bilden einen Teil der Grundlagen für deine Entscheidung. Ideen und Ziele, Vorstellungen und Wünsche bilden einen weitern Teil. Da du dich beständig veränderst, du wächst, du eine Entwicklung durchschreitest, gilt eine Entscheidung eigentlich für den aktuellen Zeit-Raum, der dich gerade umgibt. Daher kann eine Entscheidung, getroffen im Zustand x, keine Halbwertszeit über jene Geschwindigkeit deiner Entwicklung besitzen, fließen doch alle neuen, spannenden und interessanten Entdeckungen in eine neue Dimension ein, die, wenn du in der Lage bist, ihr Raum zu geben, immer eine Entscheidung x+n oder x-n werden wird. Damit wächst du, vielleicht jeden Tag. (Und findest Wesen, die dich unterstützen zu wachsen.)

Eine neue Perspektive lässt dich einen veränderten Horizont wahrnehmen, mit neuen Eindrücken, verworfenen Ideen und Meinungen. Mit anderen Menschen geteilte Standpunkte ergeben ebenso neue Sichtweisen. Kommst Du heraus aus deinem Stigma, so eröffnen sich Wege, die deine Möglichkeiten um das erweitern, was tatsächlich dir innewohnt und Wunderbares darüber hinaus. Folglich liegt es tatsächlich und wahrhaftig daran, eine Entscheidung zu treffen, die deiner Entwicklung entspricht und folgerichtig vorher getroffene Entscheidungen relativiert. Bedenke dabei, auch diese relativierende Entscheidung ist erneut relativ, wenn auch manche Entscheidungen eine längerfristige Gültigkeit behalten. Lasse sie jedoch niemals zu deinem Dogma werden.

So oder So!

Ich hadere von Zeit zu Zeit mit meiner Wahrnehmung. Ist jenes, was ich sehe, das, was es ist oder das, was ich darin erkenne. Was ist der Unterschied?

Von außen betrachtet stelle ich in Frage, welche Bedeutung meine Meinung, meine Bewertung der Wahrnehmung hat. Was meine ich? Ich betrachte eine Sache. Ein Ding, ein Geschehen, eine Handlung. Während und auch nachdem ich dies tat, bilde ich mir eine Meinung, meine Bewertung fließt ein, und es entsteht ein vorläufiges Urteil in Bezug auf die Sache sowie ihrer Auswirkung auf mich.

Diese Betrachtung und ihre Wirkung wird maßgeblich durch meine persönliche „Geschichte“ gefärbt. Alle meine Erfahrungen begleiten mich ein Leben lang und bilden eine Grundlage, ein Filter für alle täglichen Begegnungen mit der Welt. Da steht nun das Urteil, die Meinung, die Ansicht, die Bewertung. Meine wiederkehrende Frage dabei ist, welche Bedeutung ich dieser Bewertung zumessen kann.

Die für mich als absolut geltende Wertigkeit gilt es im Kontext zur Gemeinschaft zu sehen, in der ich mich befinde, deren Mitglied ich bin, deren Bestandteil ich bin und die ich damit bilde. Außerdem gilt es eine Verbindung zu sehen mit den Ideen und Idealen, sowohl aus der Zeit ihrer Entstehung, wie auch ihrer Gültigkeit, während ich diese Zeilen schreibe. Die Wertigkeit im übergeordneten Ganzen kann nur eine unterschiedliche zu der meinen sein, besteht sie doch aus der Summe aller Mitglieder der Gemeinschaft mit wiederum ihren Ideen, ihren Erfahrungen und ihren Überzeugungen. In wie weit sie differiert oder an einem potentiellen Mittelwert anliegt bedürfte einer näheren umfassenden Untersuchung.

„Wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet“ ist ein demokratiekritisches Statement, dass mich mein Leben lang begleitet. Im meiner Jugend wurde es parallel viel plakativer ausgedrückt: „Eine Milliarde Fliegen können nicht irren, fresst Schei… !“ Viele philosophische Abhandlungen habe ich verschlungen, von Platons Politeia über Kants Kritikenen bis hin zu Micheal Brandoms Expressiver Vernunft. Werke von Khalil Gibran, Antoine de Saint Exuperie, Yogananda und die Bibel wissen viele Perspektiven aufzuzeigen und Buddhas Weg kreuzt jene Wege der anderen Propheten wie Jesus oder Mohammed an unsagbar vielen Stellen.

Was hat das alles mit meiner Sichtweise zu tun? Eine Reise, ob körperlich durch alle Kontinente, die die Sichtweise seines Ichs gehörig auf einen Nenner bringen wird, der ganz weit unten angesiedelt sein wird, oder eine geistige und emotionale Reise wird den Horizont derart weit verändern, wie es jener in seiner Komfortzone so gut wie niemals schaffte. Nicht jeder ist Kant. Bei der Reise aus sich heraus oder zu sich selbst zurück habe ich es stets als hilfreich empfunden, neben Lehrern aus dem realen Leben auch geschriebenes Wort zu Rate zu ziehen. Weisen doch Gedankenschlösser aus Eigenregie häufig den ein oder anderen Fehler auf, oftmals sogar im Fundament, das während unserer Menschwerdung seit unserer Geburt gelegt wurde.

Wärme

Aussehen und Wirkung. Wenn das Aussehen des Menschen und seine Wirkung auf andere Menschen in sich divergiert, das Äußerliche und die empfundene Nähe eine andere Sprache sprechen, wenn der kühle Schein einer tiefen Wärme weicht, sobald man sich nähert, was bedeutet das?

Ausstrahlung ist etwas, das jeder Mensch bei einem anderen Menschen wahrnimmt. Eine Fotografie unterscheidet sich naturgemäß von der Realität, es ist schließlich ein momentanes umd stummes Abbild jener. Realitäten wiederum gibt es viele, so viele, wie es Momente gibt. Jeder Mensch strahlt in jedem Augenblick etwas aus, und in jeder kleinen oder größeren Zeitspanne verändert sich diese Erscheinung. Auch die körperliche Entfernung spielt eine maßgeblich Rolle im großen Spiel der zwischenmenschlichen Begegnungen.

Ab einer gewissen Nähe erst erkennen wir die Mimik einer Person. Eine Mimik, welche wir so intensiv empfinden, wenige Bruchteile von Sekunden reichen aus, in denen unser Gefühl, unser Instinkt über zunächst Sympathie oder Ablehnung, dann Gefallen oder Missfallen entscheidet. Ich meine hier jene Begegnungen, in denen wir gemeint sind. Nicht solche mit fremden Personen, denen wir flüchtig begegnen und die nach Sekunden oder Minuten unserer Erinnerung mehr oder weniger spurlos entschwunden sind.

Zwar nicht umunstößlich sind diese Beurteilungen, bilden sie zunächst jedoch ein Fundament, das sehr viel tiefer gründet, als unser Bewusstsein oftmals ahnt. Was aber, wenn dieses Fundament unerwartet und plötzlich nahezu in sich zusammen bricht? Wenn es sich aufzulösen droht, nachdem sich die Seelen in den näheren Kreis begeben haben? Eine vermeintlich unnahbare Kühle wandelt sich schier unaufhaltsam in eine tiefe Wärme. Wenn Aussehen und Wirkung in einem vorläufigen Widerspruch erscheinen, in einem Menschen unerwartete Gefühle auslöst, was bedeutet das?

Agnus Dei – Wörterbuch zu „Nein!“

Zeit nehmen. Zeit opfern. Zeit haben. Zeit schenken. Wie hältst Du es mit Deiner Zeit? Für andere oder auch dich selbst!

„Ich kann nicht, denn ich habe keine Zeit!“ (Nääh, Du, isch kann nisch!)

Kreuze an: ❎ 😉

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Ich möchte mir (dafür) keine Zeit nehmen!“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Dafür möchte ich meine Zeit nicht opfern!“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Dafür möchte ich meine Zeit nicht verlieren!“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Ich habe jetzt etwas zu tun, das meine Zeit mehr erfordert!“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Mir ist ein anderer Mensch zu diesem Zeitpunkt wichtiger!“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Ich habe Dinge zu vervollständigen, deren Entwicklung einen großen Rückschritt machten, oder gänzlich zu nichte gemacht würden, käme ich ihnen nicht nach!“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Ich meine, dass es einen passenderen Zeitpunkt in der Zukunft gibt.“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Ich benötige Zeit zur Regeneration!“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Ich musste feststellen, dass ich dafür meine Zeit zuvor vergeblich geopfert hatte!“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Ich habe für mich bereits alles erreicht, ich möchte nun neue Wege beschreiten!“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Ich möchte (doch)… nicht (mehr), denn ich habe meine Ausrichtung verändert (oder beibehalten)!“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Ich will nicht (mehr), habe jedoch nicht den Mut, es (Dir) zu sagen!

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Ich kann mich so gar nicht entscheiden!“

□ „Ich kann nicht!“ heißt: „Ich… vervollständige hier doch mal selbst und schreibe es gern‘ in einen Kommentar…

Wie hältst Du es mit der Authentizität?

Persönlichkeiten

Wer bist du? Wer bin ich? Was sind wir? Wie viele Persönlichkeiten stecken in uns? Wie stehen diese in Bezug zueinander?

In einem kleinen Bereich meiner Homepage beschreibe ich mich ein wenig, dort findest du einige Aussagen über mich. Angaben zu meiner Person im Leben, mit einigen Punkten, die ich hervorhebe, indem ich sie nenne. Du wirst ähnliche Punkte aufführen können. Betrachte ich diese Punkte näher, so stellt sich mir die Frage, in wie weit die Unterschiede in ihrer Bedeutung gegensätzliche Strömungen hervorrufen.

Heute habe ich mich entschlossen, vorrangig dieser Mensch mit dieser Meinung und diesen Wünschen zu sein. Morgen bin ich ein anderer Mensch mit anderer Meinung und anderen Wünschen. Was geht daraus hervor? In wie weit gehen die unterschiedlichen Wünsche, die in so vielen Momenten meines Lebens habe, in die gleiche Richtung, haben die gleichen oder wenigstens ähnliche größere Ziele? Habe ich an einem Tage Wünsche, die am nächsten Tag durch andere Wünsche konterkariert werden? Heben sich manche Wünsche gegeneinander auf? Bedeutet es, dass ich die Energie, die ich zur Erreichung eines Zieles zur Verfügung habe, am nächsten Tag durch die Annäherung an ein anderes Ziel in eine andere Richtung aufgehoben wird, weil die Gesamtheit der Wünsche nicht konform auf eine schlüssige Entwicklung meiner Persönlichkeit zielen?

So wie es Wolfgang Niedecken mit Bap es in Wellenreiter damals ausdrückte, nämlich dass du dich möglicherweise wie ein Wetterfähnchen im Wind drehst, ganz egal, woher der Wind kommt, Hauptsache es wäre der „neueste“ Wind, ist es nicht gemeint, denn du bist vielleicht von jeder deiner Ideen im Moment ihrer Bewandtnis überzeugt, überzeugt davon, dass die Richtung dieser deiner Ideen in Richtung deiner Persönlichkeit führe.

P.S. Fotomodel Giovanni ist oben zu sehen. 😊