Die Suche nach der Schönheit, Teil IV (214)

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Weiter auf der Suche nach der Schönheit, oder das, was man dafür halten könnte.
 
Du stehst vor etwas Schönem. Wer sagt dir, dass es schön ist? Niemand! Du empfindest es einfach als schön. Ohne jede Wertung entsteht in dir dieses Gefühl, etwas zu erfahren, was in dir eine Sehnsucht erweckt, vielleicht eine Sehnsucht nach etwas Vollkommenem, nach einem Gefühl selbst, in dir etwas zu spüren, dass dich auffängt, dort, wo nichts widersprüchiges dich befremdet.

Wieder kann es sich dabei um ein Objekt handeln, welches (be-)greifbar ist, ein Bild in der Natur, das so gewachsen ist, wie es sich unserem Auge präsentiert. Welches wir so erfahren, wie wir es gelernt haben zu erfahren, denn die Naturschönheit weiß nichts davon, uns zu gefallen, weil sie einfach nur ist. Oder Du hörst ein Musikstück. Dieses Stück versetzt dich in Verzückung. Du bist wie gefangen in den Weiten der eindringlichen Klänge, kannst Dich kaum lösen, nur schwer entziehen, schon allein deshalb, weil du es gar nicht möchtest.

Möglicherweise verweilst du gerade vor einem Kunstwerk, einst von Menschenhand geschaffen aus einer Idee heraus, die der Künstler in seinem Werke verewigt in dir widerklingen lässt, kannst dich der Ausstrahlung nicht entziehen, das Kunstwerk hat dich scheinbar in seinen Bann gezogen und du gibst dich seiner lebendigen Wirkung auf dich hin. Manche Kunstwerke lösen solch eine Faszination in dir immer wieder aus, andere nur manchmal und wieder andere gar nicht. Sollte zum Widerklang dieser einen Schönheit genau diese Saite in dir vorhanden sein müssen, um Anklang zu finden?

Die Frage, ob jedes Kunstwerk „schön“ sein soll, wurde erst seit dem 19. Jahrhunderts intensiver gestellt, zuvor komponierte ein Künstler sein Werk in naher Anlehnung an die Natur, die lange Zeit als Vorbild des Schönen galt. Mit Einzug der Romantik idealisierten die Künstler die Idee der Schönheit, versuchten selbst die Natur zu übertreffen, idealisierten sie, bevor zur Zeit von Friedrich Nietzsche (1870) das Nicht-Schöne zunehmend an Beachtung gewann.(sehr stark vereinfacht gesagt)

Betrachte ich stellvertretend ein beliebiges Kunstwerk, eine Skulptur beispielsweise: Denke dir eine aus! David
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der Denker
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die Venus
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oder ein anderes, welches dich begeistert.

Es wird Menschen geben, die diese Skulptur als schön bezeichnen. Andere würden sie vielleicht als mittelmäßig schön bezeichnen, nicht direkt als hässlich, aber auch nicht als schön. Wahrscheinlicherweise gibt es Menschen, die dieses Werk auch als unansehnlich titulieren würden, denen dieses Werk sogar Unbehagen bereiten könnte. Vielleicht sind es auch nur Teile dieser Skulptur, die Missfallen erregen? Interessant ist dabei die Frage, ob es eine Möglichkeit gäbe, die eine Art Level schlüssig darstellt, welches im Auge des Betrachters erreicht werden kann, um den Anmut einer Darstellung, die Ästhetik einer Skulptur erkennen zu können?

Nehme ich die Extreme: Eine Person hat niemals zuvor im Leben eine Plastik, eine Skulptur gesehen. Was kann in ihm vorgehen? Die Person trifft auf das Kunstwerk! Und nun? Daneben steht eine Person, die schon unzählige Skulpturen gesehen hat, die schon etliche Ausstellungen über Skulpturen veranstaltet und einige Fachbücher über die Bedeutung und Herkunft sowohl der Skulpturen als auch der Künstler verfasst hat. Worin liegen die Unterschiede?

Der Schönheit ist es einerlei, wer vor ihr steht. Zunächst beide Wesen betrachten das Werk. In beiden Wesen löst das Werk die verschiedensten Empfindungen, Gedanken oder Ideen aus. Ordnet der Kenner das Kunstwerk ein, so wird es der jenige ohne Vorerfahrungen nicht einordnen. Doch im Laufe der Betrachtung kommen und gehen in beiden Personen die unterschiedlichsten Regungen, das Werk des Künstlers erweckt eine Reihe von Dimensionen ganz unabhängig vom Stand des Betrachters. Kann es dafür eine Wertung geben. Philosophen aller Epochen versuchten sich an der Beantwortung dieser Frage und kamen zu widersprüchlichsten Thesen.

Was denkst Du? Eine Metapher: ein Kunstwerk lässt eine Saite in dir anklingen. Ist es von Wichtigkeit, wie viele Saiten ein Mensch in sich trägt? Ist es wichtig, wie oft diese Saiten angespielt werden? Ist es von Bedeutung, ob diese Saiten gestimmt wurden? Ist es entscheidend, wie stark diese Saiten angespielt werden? Ist es eine Frage der Zugänglichkeit der Saiten, ob sie erklingen? Was denkst Du?
 

 

 

Die Suche nach der Schönheit, Teil III (213)

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„Du hast ja keine Ahnung, natürlich ist das ein Kunstwerk!“ So oder so ähnlich könnte mir auch jemand vorwerfen mich geäußert zu haben, wenn ich manche Kunst intuitiv beschreiben müsste. Kann es aber wahrhaft so sein, dass jemand keine Ahnung von dem hat, was Kunst sein könnte?

Der ästhetische Blick kann geschult werden. So das gängige Verständnis der Sachverständigen. Friedrich Schiller beschreibt es in seinem Werk „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ sehr anschaulich, da er Schönheit in Verbindung mit gesellschaftlicher Moral und Freiheit bringt. Im Zuge der Persönlichkeitsentwicklung des Menschen kann man davon ausgehen, dass Schönheit, wenn sie als etwas Vollkommenes verstanden wird und Hässlichkeit als unvollkommen, grundsätzlich erkannt wird. Nuancierungen dessen, sowie Übergänge von einem Extrem zum anderen Extrem, wie auch nur marginale Unterschiede kennzeichnen die möglichen Erwägungen.

Wenn Ästhetik erlernt werden kann, so bedeutet das im Umkehrschluss, dass es Wesen gibt, die eines ästhetischen Blickes oder Verständnisses entbehren. Dieser Zustand kann über kurz oder lang so erhalten bleiben. Wird das Wesen nicht geschult, ausgebildet oder gebildet, so wird es einer eventuellen Ästhetik vielleicht niemals gewahr. Weiterhin gibt es demnach unterschiedliche Stufen der Erkenntnis. Je weiter ein Wesen gebildet worden ist, desto sicherer erkennt es eine Ästhetik.

Heißt es aber im Gegensatz zu dieser Annahme, dass ein ungebildeter Geist nicht in der Lage wäre, Ästhetik zu blicken? Erkennt ein unbedarfter Mensch nicht die Harmonie (hier in Ergänzung zur Ästhetik verwendet) eines Musikstückes? Kann ein nicht durch die musische Bildung geformter Mensch die Eloquenz einer Dichtung, die brillanten Pinselstriche eines Malers oder die atemberaubende Plastizität einer Arbeit eines Bildhauers erkennen? Mitnichten, möchte ich meinen, doch da es hier nicht um die einzelne Person geht, trägt die musische Bildung in der statistischen Summe doch: Die Wahrscheinlichkeit ist einfach um ein Vielfaches größer ein ästhetisches Werk zu erkennen, wenn einem betrachtenden Wesen eine ästhetische Bildung zu Teil wurde.

Wird eine Beschreibung durch die Fähigkeit ihrer Herleitung wertvoller als ohne diesen Hintergrund benennen zu können? Nicht unbedingt, nur die Wahrscheinlichkeit ist definitiv größer, dass etwas überhaupt erkannt wird, wenn die einzelnen Komponenten geläufig sind. Schönheit wird in jedem einzelnen Genre definiert durch bestimmte Inhalte, Merkmale oder einzelne Kompositionen.

Deute ich den trivialen Ausspruch: „Schönheit liegt im Auge des Betrachters!“ einmal näher, so liegt diesem Ausspruch eine deutlich klarere Bedeutung, als die landläufig gängige, zugrunde: Schönheit als Objekt besitzt einen absoluten Wert, wobei das betrachtende Subjekt dabei in der Lage ist, nur einen ihm bekannten, erlernten, geläufigen Wert dieser Schönheit überhaupt wahrzunehmen in der Lage ist. Du erkennst nur die Schönheit, die Du gelernt hast zu erkennen. Dabei kann der Begriff „Schönheit“ in manchen Fällen sehr viel weiter gesteckt werden, etwa als Kunst-werk, oder als Naturschauspiel, als vom Menschen geformtes oder natürlich entstandenes Objekt, dessen Inhalt nicht nur schöne, sondern auch gewöhnliche bis außergewöhnliche, bizarre oder skurrile Erscheinungen widerspiegeln vermag.

Die Suche nach der Schönheit, Teil II (211)

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Hier im zweiten Teil von „Die Suche nach der Schönheit“ möchte ich mich der Beantwortung der Fragen aus dem ersten Teil nähern. Eine spannende Reise durch die Sichtweisen auf die Schönheit führt uns dabei zu einem Stück unserer eigenen Wahrnehmung.

Zunächst noch einmal die Fragen aus Teil 1:
1. Gibt es eine universelle Schönheit, deren Wert erst erkannt, begriffen oder erlernt werden kann oder gar muss?
2. Ergibt sich, und das ist eine Frage, die sich sehr nah an der ersten Frage orientiert, eine größere Befähigung, bestimmte Schönheiten erst dann zu erkennen, wenn man sich mit diesen Verhältnissen über einen größeren Zeitraum hinweg auseinandergesetzt hat?
3. Gibt es Parallelen bei der Erkenntnis oder Wahrnehmung unterschiedlicher Formen der Schönheit?
4. Entstehen Irrungen durch bestimmte Einflüsse oder defizitäre Befähigungen, vielleicht schon durch Wahrnehmungsstörungen?

Ohne mich allzu streng an die obige Reihenfolge der Fragen zu halten, soll sie mehr als inhaltliche Orientierung für das Nachfolgende dienen.

Da wäre also ein Subjekt, das vor einem Objekt steht. Das Objekt soll bisweilen noch jeglicher Form entbehren. Es könnte beispielsweise eine Landschaft sein, ein Tier, ein Kunstwerk oder ein Wesen. Wie kommt es dazu, dass in diesem Objekt Schönheit erkannt wird?

Eine fundamentale Annahme: Schönheit sehe ich als befreit von jeglichem Zweck. Etwas als schön zu befinden, weil es nützlich ist, entbehrt dem Sinn der Schönheit, die ihrer selbst willen existiert. Daher klammere ich es zunächst aus, ohne aber zu übersehen, dass im Falle eines schönen Menschen die Sinnhaftigkeit nur schwer auszublenden ist. Aber dazu später mehr. Schönheit wird daher erkannt, indem sie in Form eines Reizes über die Sinne des Menschen Eingang findet in die Vorstellung und die Idee eines jeden, der offen dafür ist. Damit komme ich in den Bereich der ersten Frage:
1. Gibt es eine universelle Schönheit, deren Wert erst erkannt, begriffen oder erlernt werden kann oder gar muss?

Hat ein Mensch die Zeit und die Befähigung die atemberaubende Schönheit eines Sonnenaufgangs vor überbordend bizarrer Kulisse fantastischer Felsformationen in einem weitläufig dramatischen Küstenabschnitt wahrzunehmen, wenn seine letzte Nahrungsaufnahme Tage zurück liegt, wenn er auf der Flucht vor einem Raubtier ist, dessen Nahrungsaufnahme auch wiederum eine längere Zeit zurück liegt oder er in sich eine tiefe Traurigkeit hineingesteigert hat ob dem Verlust eines geliebten Wesens?

Dringt die bezaubernde Schönheit einer tieftraurigen oder leicht-beschwingt heiter-fröhlichen Arie in unsere Wahrnehmung ein, um uns als Subjekt in einen wunderbaren Zustand der Hingerissenheit zu geleiten, wenn wir bisher niemals vorher solcher Töne gewahr wurden, vielleicht immerzu die eindringlichen Schläge der Arbeit eines Hammers in einem Steinbruch auf unser Trommelfell eindröhnten?

Kann die Schönheit eines Menschen von uns wahrgenommen werden, wenn wir nicht vorher in einem langen Prozess auf die kulturellen Merkmale und gesellschaftlichen Ausprägungen von Schönheit darauf konditioniert wurden?

Allesamt diskussionswürdige Fragen, meine ich. Antworten darauf habe ich schon mehrfach in früheren Beiträgen geliefert und belegt, und so erfolgt die daraus resultierende spannende These: Schönheit wahrzunehmen bedarf einer Schulung und unterliegt einer Entwicklung, die jenseits von affektierter Opportunität zu manifestieren ist. Um Schönheit zu erkennen bedarf es absolut einer Freiheit, dies tun zu können.

Freiheit von den Grundbedürfnissen des Menschen ist einer der ersten wesentlichen Aspekte, denn weder ein hungriger Mensch nimmt sie Schönheit einer skurril geformten, farblich tief durchgezeichneten Frucht war, noch ein durchfrorener Mensch ergötzt sich an der Schönheit einer staketenförmig gewachsenen Reihe von überdimensionalen Eiszapfen vor einem gigantischen Wasserfall.

Ferner gilt es, die Freiheit im Geiste zu bewahren, etwas tun zu dürfen und sich nicht Restriktionen gegenüber zu sehen, sobald man der Schönheit gewahr wird. Sogenannte „Entartete“ Kunst diene hier als anschauliches Beispiel für den manipulativen Einfluss vermeintlicher Instanzen. Auch ausreichend Zeit zu haben, Schönheit zu erkennen, ist wesentlich, denn wie schon zu Zeiten der Einführung des Begriffs der entarteten Kunst ist das entwickelte Dogma: „Arbeit macht frei“ nichts anderes als eine willkürlich Beschneidung und Einengung gedanklicher aber auch faktischer Freiheit des Menschen. Wer so viel arbeitet, dass er nach getaner Arbeit erst körperlich, gleichfalls aber damit geistig so erschöpft ist, dass ihm die Kraft und Muße abgeht, sich geistigen Dingen zu widmen, der stellt gleichzeitig keine Gefahr dar, sich Gedanken über etablierte Prozesse zu machen, darüberhinaus scheint auch die Beschäftigung mit den schönen Dingen des Lebens der Überanstrengung zum Opfer zu fallen.

Heute, da der Inhalt der „Arbeit macht frei“-Maxime zunehmend am Einfluss verliert, treten an ihre Stelle viel perfidere Systeme: „Konsum macht frei“ bringt es am ehesten auf dem Punkt. Konsum von Waren, Konsum von Medienangeboten, Konsum von Freizeitaktivitäten. So könnte der auf diese Weise zur Unfreiheit verführte Mensch Gefahr laufen, immer weniger die Schönheiten des Lebens zu erfahren.

Bevor ich im weiteren auf die oben erstellte These von der notwendigen Konditionierung für die Fähigkeit, Schönheit zu erkennen, näher eingehe, möchte ich gleich erwähnen, dass eine Antithese dazu, nämlich eine solche, nach der eine absolute Unbefangenheit gegenüber der Schönheit vielleicht erst dazu führt, die reine Schönheit zu sehen, in eine nicht weniger interessante Richtung führt.

Kann man Schönheit lernen? Muss man Schönheit lernen, bevor man sie versteht? Sind es bestimmte Schönheiten, die man erst dann erkennt, nachdem man sich mit dem Genre ausführlich befasst hat? Max Ernst meint dazu: „Kunst hat mit Geschmack nichts zu tun“

Zu diesen Fragen führt der weitere spannende Weg in dieser Beitragsreihe.

Nach Klärung dieser fundamentalen Prämissen wirken weitere Variablen auf unsere Ideen und unser Erkennen von Schönheit. Damit befasse ich mich in den nächsten Teilen von „Die Suche nach der Schönheit“, und wühle mich dafür schon wieder durch die Literatur und die neuesten Ergebnisse der Attraktivitätsforschung.

Die Suche nach der Schönheit, Teil I (210)

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Wo findet sich Schönheit? Woran wird die Schönheit erkannt? Gibt es einerseits unterschiedliche Grade der Schönheit und gibt es andererseits unterschiedliche Grade der Befähigung diese zu erkennen? Einige Gedanken und Schlüsse daraus.

Schönheit, das Thema über Jahrtausende, wurde wahrscheinlich schon immer hinterfragt, zumindest aber immer wieder seit der Zeit, da es Überlieferungen belegen. Erst als Objekt wurde es untersucht. Es wurde versucht, die Schönheit in eine Formel zu bringen. Es wurde versucht, sie in bestimmter Form und Erscheinungsweise zu manifestieren. Danach wurde die Schönheit vom Objekt gelöst. Nur ein Subjekt sollte in der Lage sein, sie überhaupt zu erkennen, denn ohne Betrachter sollte es keine Schönheit geben. Es gab nur das Sein. Es wurde fortwährend versucht, die Schönheit von jeglicher Zweckgebundenheit zu befreien. Sie sollte ihre Wirkung nur durch sich selbst entfalten, ohne sich durch eine Zweckgerichtetheit legitimieren zu müssen. So sollte die Wahrnehmung verlaufen.

An dieser Stelle möchte ich hier gerne ansetzen und eine Betrachtung wagen. Wurde die Schönheit beispielsweise von David Hume und Edmund Burke vom Objekt losgelöst? Musste ein Subjekt beschrieben werden, dessen Existenz gegeben sein muss, um eine Schönheit überhaupt erst wahrzunehmen? Im Zuge dessen finde ich eine sehr interessante Relevanz wieder:

Wenn ein Subjekt -in unserem Falle ein Mensch, der (in was auch immer) eine Schönheit erkennt- diese Schönheit wahrnimmt, dann stelle ich die Frage: Gibt es dahingehend tatsächlich unterschiedliche Grade der Befähigung, Schönheit zu erkennen? Ferner sei die Frage gestellt, welche Variablen und Bedingungen auftreten könnten, die diese Erkenntnis erstens beeinflussen, zweitens ermöglichen oder drittens verhindern!

Schönheit erkennen wir in vielen Dingen. Eine Pflanze kann einem Menschen schön erscheinen, eine Landschaft, ein Wetterphänomen kann beeindruckend schön erscheinen. Ein Tier oder ein Mensch erweckt den Anschein der Schönheit in uns. Auch ein Gedicht bezeichnen wir mitunter als schön, oder noch mehr ein Musikstück? Gefühle können es sein, die wir als schön empfinden, oder ist es vielleicht auch der Auslöser dieser Gefühle. Selbst Schauder bezeichnen wir hin und wieder gerne als schön, sei es, weil wir auf diese Weise das ursprüngliche Leben in uns spüren, ganz gleich dabei, ob in der Form von Angst und des Erschreckens oder der Gewissheit des Schauspiels und unserer distanzierten Sicherheit dazu.

Bleibe ich zunächst bei dem Subjekt, in dessen Vorstellung -Schönheit ist ja nichts Faktisches, sie ist stets nur angenommen- Schönheit entstanden ist. Sie ist erkannt worden. Es gibt nun theoretisch unendlich viele Subjekte, die sich zum einen im Wesen unterscheiden -es sind einfach unterschiedliche Wesen- und zum anderen solche, die sich in der zeitlichen Phase differenzieren -sie befinden sich an einem bestimmten Punkt ihrer Entwicklung, als Kind, Jugendlicher, Erwachsener oder reifer Mensch. Selbst innerhalb dieser Phasen zählt jeder Augenblick als einzigartige Situation.

Zu jedem Zeitpunkt begegnet Schönheit einem x-beliebigen Subjekt. Ein Subjekt begegnet irgend einer Schönheit. Wahrnehmung findet statt. Wie verhält es sich mit der Erkenntnis? Ganz gleich, was der Mensch als schön erkennt, es gibt bei manchen Dingen eine große Übereinstimmung in der Beurteilung, in manchen aber nicht. Nun greife ich die Fragen von oben auf und frage erneut:

1. Gibt es eine universelle Schönheit, deren Wert erst erkannt, begriffen oder erlernt werden kann oder gar muss?
2. Ergibt sich, und das ist eine Frage, die sich sehr nah an der ersten Frage orientiert, eine größere Befähigung, bestimmte Schönheiten erst dann zu erkennen, wenn man sich mit diesen Verhältnissen über einen größeren Zeitraum hinweg auseinandergesetzt hat?
3. Gibt es Parallelen bei der Erkenntnis oder Wahrnehmung unterschiedlicher Formen der Schönheit?
4. Entstehen Irrungen durch bestimmte Einflüsse oder defizitäre Befähigungen, vielleicht schon durch Wahrnehmungsstörungen?

Stelle sich jeder Interessierte diese Fragen, um zu prüfen, inwiefern sich die Erkenntnis von Schönheit in ihm manifestiert. Weiter mit der Beantwortung der Fragen meinerseits geht es im nächsten Artikel.

Die Gefahr der Schönheit [ 209 ]

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Das Schöne blendet uns und verblendet uns. Immer wähnt uns das Schöne gut zu sein. Nicht erst seit der Antike (Kalokagathia) finden sich synologische Tendenzen schon in der Wortwahl: schön gleich gut! Nie sind die Menschen mit dem Guten zufrieden, sondern suchen fortwährend nach dem Besseren. Dem besseren Foto, dem besseren Kleid, den besseren Schuhen oder der besseren Wohnung.

Stets erzeugt das Schöne eine positive Verknüpfung in uns. Das Schöne muss auch gut sein. Das Schöne kann es besser. Das Schöne meint es gut. So, wie das Schöne daher kommt, kann es nichts Böses im Schilde führen. Wie groß ist aber unsere Enttäuschung, wenn wir dieser unserer Täuschung gewahr werden. Wie konnte es nur dazu kommen, man hat es dem Schönen zuvor nicht angesehen.

Und das Schöne weiß um seine Wirkung, in allen Dingen. Nahezu magisch werden wir von ihm angezogen. Wir sortieren Minderwertiges aus, lassen den Hässlichsten von Dreien links liegen und wählen das Schönste. Wie ärgern wir uns, wenn uns einer zuvor kommt und uns das Schönste vor der Nase wegschnappt.

Wieder und wieder gehen wir dem Schönen auf den Leim. Aufgeklärt möchten wir sein, wissen, woran wir sind, gewappnet sein für alle möglichen Eventualitäten, denn wie lieben es nicht sehr, unvorbereitet überrascht zu werden. Doch mit all dem Wissen ist es nicht weit her, denn allzu gern lassen wir uns verführen: Das Schöne erweckt Versprechungen, die nur durch unser Zutun entstehen konnten, denn diese Versprechungen sind -fiktiv- in uns entstanden, ohne dass sie je vom Schönen ausgesprochen worden wären.

Wir suchen das Schöne. Immerzu. Wir suchen das, von dem wir persönlich meinen, dass es das Schönste sei: Die Kleidung, die uns am schönsten macht, die Wohnung, die wie am schönsten finden, das Auto, welches wir für das schönste halten. Es werden bevorzugt Zwecke konstruiert, um das Schöne zu rechtfertigen. In uns fiel das Urteil längst, bevor es in unser Bewusstsein kommt, dorthin gelangt es erst viel später hernach. Uns da ist es meist schon zu spät.

Wie oft fielen wir schon herein, auf das Schönere, das Bessere, das Wertvollere? Wie oft hat sich im Nachhinein gezeigt, dass im Schönen so viel Ungutes versteckt war, oder offensichtlich eigentlich – nur waren wir zu benebelt es zu erkennen, weil unsere Sinne vom Schönen geblendet waren. Verzaubert schien uns manche Schönheit, bis sie uns zu eigen wurde und uns im täglichen Angesicht zur Selbstverständlichkeit degradierte. Finden wir noch in den Sammelsurien der Schönheiten die Individualitäten oder finden wir sie bereits wieder als ein Ausstellungsstück im Kabinett der Belanglosigkeiten? Was einst so schön uns anmutete, sollte es untergegangen sein in einer Sammlung? Einer Sammlung an Eindrücken, Sichtweisen, Gefühlen oder Briefmarken? Um nur hin und wieder ganz kurz aufzublitzen? Doch, letztendlich, verloren in der Sammlung der Schönen …

Außenwirkung (208)

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Weite. Unendliche Weite. Weite in Gedanken, im eigenen Willen, im innersten Gefühl, in seinen Zielen, Weite im Werden und im Sein. Befreit von Zwängen, von nutzlosem Tand, von Mauer und Hecken vor seinem eigenen Geiste, wie auch in der Wirklichkeit.

Differenzen enttarnen. Differenzen zwischen der sogenannten Realität, dem Dasein, dem, was wir Leben nennen, und dem, was unsere Idee vom Leben ist, unsere Vorstellung von Zufriedenheit und Entwicklung ist, und dem, von dem wir glauben, dass es erwartet wird, vom wem auch immer. Doch nicht nur diese Dualität erfasst es. Es handelt sich pluralistisch um mehr, mindestens aber um eine Trilogie. Drei Perspektiven, drei Ausgangspunkte, drei Sichtweisen könnte man einnehmen, mindestens.

Realität: Das, was uns widerfährt, was wir erleben, was unsere Sinne festzustellen in der Lage sind. Das, was wir durch Aktion und Reaktion erwirken. Das, was wir empfinden.

Wünsche, Vorstellungen und Ideen: Wir haben ein Bild oder eine Vorstellung von einem Zustand, den wir gerne erreichen möchten. Vielleicht ist es auch eine Ansammlung von Wünschen unterschiedlicher Priorität, die sich zudem auch noch beständig verändern; welch eine Herausforderung.

Einflüsse aus unserer Umwelt: Was sollen bloß die anderen denken? Was möchten wir, dass sie von uns denken? Wie wichtig ist uns, was ein anderer Mensch, ganz gleich, ob Fremder oder Freund, über uns urteilen? Was investieren wir [nur] für den Schein, das Licht, in dem wir er-scheinen möchten? Was soll lieber im Schatten hinter uns versinken? Welchen Einfluss haben all die anderen Menschen in unserem Leben? Was nehmen wir als gegeben hin [oder auf], um zu entsprechen? Wieviel unserer Lebensenergie verwenden wir auf diese Entsprechung?

Sind es diese drei Standpunkte, dann warten viele Abstufungen auf uns. Und noch vielfältigere Wahrscheinlichkeiten warten darauf, verarbeitet zu werden. Das geht oft auf der heimischen Couch nicht gut. Zu bequem. Zu viel Ablenkung durch … nun, Du kennst sie, die bösen … ! Treiben wir mehr durchs Leben, oder werden wir gar getrieben, von Mode, Konsum oder Luxus? Befehlen uns unsere schier unbändige Gier nach immer mehr oder unsere grenzenlose Habsucht zu eifern nach Diesem oder Jenem? Sind wir es am Ende selbst, die bestimmen, wann wir welchen Schritt zu welchem Ziel machen möchten?

Ist es leichter, Befehle zu empfangen, als solche zu geben, zu entscheiden, wo lang es geht? Die Freiheit Entscheidungen treffen zu können ist schnell der Zwang, eine Entscheidung treffen zu müssen. Gar nicht so leicht, muss man doch abwägen! Aber womit soll man abwägen, wenn die gewichtigen, essentiellen Gesichtspunkte fremd und unerkannt bleiben? Entscheidungen, deren Tragweite nur einer Idee von einer Vorstellung entsprechen? Das kann dramatisch enden. Und sich zu bilden, zu informieren, ein Fundament zu erbauen ist wiederum mit Mühsal verbunden. Und das, während wir doch so gern auf der Couch sitzen und heiter konsumieren. Verflixt. Kreativität hat etwas mit Aktivität zu tun. Tschüß Couch.

Liebster Award

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Dann werde ich auch mal ein Schneeball in der Lawine sein, und beim Liebsten Award mitmachen …😉

Regeln für nominierte Blogs:

Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel:

Danke liebe Ronja :-)

Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.

1. Welche Person hat dich am meisten in deinem Leben beeindruckt?

Mein Vater: Er hat mir sehr viel vom, im, übers, Leben beigebracht, gewollt und ungewollt.

2. Welche Botschaft willst du mit deinem Blog vermitteln?

Begebe dich auf die Suche nach dir selbst, finde Dich selbst und praktiziere Authentizität, Ehrlichkeit und Freiheit, gewürzt mit Nächstenliebe, Empathie und Aufmerksamkeit.

3. Wo könntest du dir vorstellen deinen Lebensabend zu verbringen? Und mit wem?

Mit meinem Schatz in Berlin mit Wassergrundstück.

4. Welches Buch und / oder welcher Film hat dich am meisten emotional berührt?

Als junger Mann: Buch: Schiffer Bontekoes Schiffsjungen, Fabricius
Film: West-Side-Story

Aktuell: Buch: Ortega Y Gasset -Triumph des Augenblicks, Glanz der Dauer
Film: Krzysztof Kieślowski – Drei Farben Trilogie

Allzeit: Buch: Der kleine Prinz
Film: Reihe von Eric Rhomer: Moralische Erzählungen

5. Welche Jahreszeit magst du besonders gern und warum?

Jede Jahreszeit hat Ihren Reiz. Herbst; nicht zu heiß, warmes Wasser, traumhafte laue Abende, märchenhaftes Licht, …

6. Welches Genre liest du am liebsten?

Wissenschaft

7. Hättest du die Möglichkeit eine fiktive Gestalt (Film, Serie, Buch, Geschichte … ) zu treffen, auf wen würde deine Wahl fallen und warum gerade diese?

Oh, einer? Buddha, Hermann Hesse, Erich Fromm, Sokrates, Yogananda, …. weil ich so viele Fragen habe, …:-)

8. In welcher Zeitepoche/welches Jahrhundert könntest du dir vorstellen zu leben?

Jetzt. 70 Jahre ohne Krieg in der Region, wo ich lebe, …da lohnt es sich doch, dafür zu kämpfen, dass es überall so sein wird ….

9. Welche Erfindung hat deiner Meinung nach die Menschheit am meisten beeinflusst?

Feuer

10. Du kennst sicher einige berühmte “letzte Worte”. Was wären deine?

… Sei wahrhaft Du selbst …

11. Bevorzugst du Vanille, Erdbeere oder Schokolade?

Zitrone, Minze, Amarena, und wenn es gar nicht anders geht, Vanille

Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award.

1. ZENTAO
2. MITOHNESAHNE
3. COLLEEN
4. DIDI
5. BELANAHERMINE
6. BOS PRIMIGENIUS

Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.

1. Welche ist die wichtigste Frage in Deinem Denken und warum?

2. Welche ist Deine intensivste Erfahrung im Leben?

3. Welche 3 Eigenschaften schätzt Du an einem Freund/Partner am meisten?

4. Welcher Körperteil / Körperbereich ist Dir für Dich /Deinem Partner am wichtigsten?

5. Welche Bedeutung bemisst Du der Ökologie zu und welcher ist Dein Beitrag?

6. Ein Psychiater, so steht es geschrieben, heilt sich bei jeder Behandlung auch ein wenig selbst. In wie weit trifft das auf Dich und Deinen Blog zu?

7. Wenn Du wählen müsstest, in einer der folgenden Städte ein Jahr verbringen zu müssen, welche wäre es und warum? Thimphu, Hauptstadt von Butan; Papeete, Hauptstadt von Thahiti; Ushuaia, Feuerland, Argentinien?

8. Wie alt warst Du bei Deinem ersten Kuss auf den Mund, und weißt Du noch den Namen?

9. Welcher Typ Mensch bist Du eher, lieber Led Zeppelin oder Eminem?

10. Zum Thema Flaschendrehen, Wahrheit oder Pflicht?

11. Zum Thema Lichtbilder: bewegt oder unbewegt, Video oder Fotografie? Und warum?

Viel Spaß!:-)

Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award Blog-Artikel.
Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

The Show must go on! (207)

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Natürlich ist deine Haltung gut überlegt. Du möchtest dich schließlich von deiner besten Seite zeigen. Dein Publikum ist da. Du spielst deine Rolle. Nichts ist dem Zufall überlassen.

Nichts von dem, wovon du etwas weißt, ist ungeplant. Alles bedenkst du, alles ist vorbereitet. Bist du da, läuft die Show. Die Show läuft für die Zuschauer, für die Menschen in deinem Bannkreis, und nicht zuletzt für dich selbst. The Show keeps going on.

Was aber, wenn Du mal nicht genau weißt, wie die Show läuft, dort, wo du gerade auftrittst? Was ist, wenn du gar nicht weißt, worauf es dort ankommt, wo du erscheinst? Was geschieht, wenn dir unbekannt ist, was wichtig ist, was nicht, wie das, was du darstellen möchtest, gesprochen, gezeigt, gelebt wird. Was ist, wenn Du auf eine „Black’n White Party“ in schrillen bunten Farben erscheinst? Nun, du fällst auf. Du siehst anders aus, als alle anderen Besucher, gehörst nicht dazu, bist der bunte Vogel.

Was, wenn du bei einem wichtigen Geschäftstermin mit nur einem Tank-Top bekleidet auftrittst, während alle anderen Teilnehmer in gedeckter Geschäftskleidung erscheinen? Du fällst auf, siehst anders aus, als alle anderen Menschen.

Was, wenn du auf einer Beisetzung vor allen anderen trauernden Menschen in schallendes Gelächter ausbrichst, dich über den verstorbenen Menschen lustig machst und alles nicht ganz ernst nimmst? Du fällst auf, bist anders, als alle anderen Menschen.

Diese offensichtlich eindeutigen Situationen sind für uns sicher kaum vorstellbar, und sie wirken ziemlich überzogen, dass gebe ich zu. Doch was ist mit jenen Situationen, die nicht so eindeutig erscheinen? Was geschieht in den Momenten, in denen wir zusätzlich nicht die Aufmerksamkeit auf unser Umfeld gerichtet haben, weil wir gerade dann vielleicht sehr stark mit uns selbst beschäftigt sind? Wenn wir ehrlich sind, sind wir doch recht häufig mit uns selbst beschäftigt, oder?

Was geschieht in den Situationen, in denen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht erkennen? Was ist in den Momenten, in denen wir entweder aus Unwissenheit oder aus Ignoranz zu einer angemessenen Reaktion nicht fähig sind und konträr handeln oder nicht handeln?

Was geschieht, wenn wir mit unserem Erscheinungsbild, das wir zuvor in manchmal gewohnter Routine, ein anderes Mal in mühevoller Kleinarbeit erschaffen haben, einfach nur auflaufen, weil es deplatziert erscheint, nicht angemessen oder gar lächerlich? Möchten wir nicht liebend gern im Boden versinken? Nein? Ist es uns einerlei? Oder stehen wir darüber und ignorieren den Augenblick? Oder sind wir gewiss, dass dieser Moment -wie viele Momente im Laufe der Geschichte- im Nichts versinken werden, als wären sie niemals geschehen?

Viele Male im Leben werden wir an solch einen Punkt ankommen. Wie oft, dass hängt im wesentlichen davon ab, wie fit wir in der Welt der Kommunikation sind. Jede Begegnung ist gleichzeitig Kommunikation. Kommunikation mit allen Sinnen, denn mit allen Sinnen treten wir in Kontakt mit unseren Surroundings: Du bist da, und du wirkst. Wie, das liegt zum größten Teil an dir.

„Völlig losgelöst
von der Erde
schwebt das Raumschiff
völlig schwerelos…“
(C) Major Tom

„Wie fotografiere ich den Hintern meiner Frau richtig?“ (206)

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„Wie fotografiere ich den Hintern meiner Frau richtig?“ Diese Frage fand ich jetzt schon einige Male in den Suchanfragen meines Blogs. Zeit also, darauf eine Antwort zu geben. Eine kleine Anleitung mit ein paar unbearbeiteten „Was passiert, wenn … “ Fotografien. 

Wie fotografiere ich den Hintern meines Partners / meiner Partnerin (richtig)? Eine Frage, die vermutlich nicht allzuhäufig öffentlich gestellt wird. Das Thema ist nahezu gleichbedeutend mit der Anleitung, einen Menschen, respektive einen menschlichen Körper zu fotografieren. Es geht dabei um Ästhetik und Wahrnehmung von Körpern, bestenfalls ist ein Hauch von Sinnlichkeit zu finden.

Du findest eine große Auswahl von Fachbüchern auf dem Buchmarkt. Von der einfachen „Portrait – Fotografie“ über die „People-Fotografie“ bis hin zu Anleitungen über das vorteilhafte Posing sind dazu erhältlich. Aus diesen Büchern kann sich der interessiert Fotografierende jene Tipps und Erfahrungsberichte zu Rate ziehen, die ihn in seinen Fragen weiter voran bringen oder ihm überhaupt erst einmal einen Einstieg in diese Art der Fotografie eröffnen.

Workshops oder Coachings können für Nichtprofis einen weiteren Weg darstellen, sich einen ersten Einblick in ein Genre zu verschaffen oder sich darin weiter zu entwickeln. Das meiste aber erfährt man nachhaltig durch „Learning by Doing“! Nach erfolgtem Shooting immer wieder seine Arbeiten kritisch zu überprüfen ist ein probates Mittel, um festzustellen, warum eine bestimmte Art der Aufnahme besser gefällt, als eine andere.

Eine zusätzliche Hilfe kann der Vergleich sein. Vergleiche deine eigenen Fotografien mit denen der anerkannten Meister. Du kannst Hinweise auf mögliche Unterschiede herausarbeiten und Änderungen bei deiner Arbeit einplanen und erneut vergleichen. Finde heraus, was anders verlief. Nicht aber verfallen solltest du dem [irrigen] Ansporn, so zu werden, wie diese Künstler, vielmehr arbeite daran, deinen eigenen Stil zu finden. Wichtig halte ich es, besser zu werden, als deine Arbeit zuvor und dabei zu wissen, warum es so ist. Selbst Rückschritte sind fördernde Meilensteine, wenn du sie denn so sorgfältig analysierst, wie deine vermeintlichen Erfolge. Warum ist eine fotografische Aufnahme gut oder weniger gut gelungen? „Likes“ eignen sich dafür sicher nicht besonders😉 !

 

Wohin?

Eine erste Frage stellt sich bald schon, wenn du dich entschieden hast, Fotografien anzufertigen: Wo soll ich das ganze durchführen? Da fallen einem zunächst vielleicht die eignen vier Wände ein. Das bringt viele Vorteile mit sich:

  • kein (schweres) Tragen einer Ausrüstung
  • Wetterunabhängigkeit
  • Lichtverhältnisse vorher gut zu durchdenken und vielleicht weiches Fenster-Seitenlicht
  • vertraute Umgebung und keine neugierigen Blicke von Passanten
  • problemloses Umkleiden

Als nachteilig könnte sich der vielleicht beengte Raum erweisen, oder eine fehlende optisch ansprechende Umgebung, beziehungsweise ein ruhiger Hintergrund. Outdoor werden die oben genannten Vorteile zu Herausforderungen, die erst mal gemeistert werden wollen. Sicher lässt es sich machen, der Aufwand ist einfach nur größer. Das muss jeder für selbst entscheiden. Außerdem muss ja nicht bei einem Shooting bleiben. Draußen eignen sich beispielsweise alte Mauern, Häuserwände, manchmal auch Landschaft, wenn sie nicht zu unruhig ist. Auch sollte der Hintergrund nicht in Konkurrenz zu deinem Partner stehen. Bei einem Waggon aus dem frühen 20. Jahrhundert und zu weitem Ausschnitt beispielsweise ist es gut möglich, oder?

Hilfe beim Shooting?

Wenn du Outdoor fotografierst kann es hilfreich sein, wenn du einen Assistenten hast, der vielleicht Dein Lampenstativ hält oder einen Reflektor ausrichten kann, damit das Licht dahin kommt, wohin es soll. Vielleicht reicht dir aber auch das Licht der Umgebung, um gut beleuchtete Aufnahmen zu erstellen. Achte dabei unbedingt auf den Schattenwurf. Die Tageszeit ist ein wesentlicher Aspekt. Wenn das Licht beispielsweise nicht zu hoch steht, und es gleichzeitig etwas diffus ist, dann werden Konturen besser herausgestellt. Das ist für die Plastizität in deinem Fall wichtig. Es hängt wie gesagt von der Lichtsituation in der Location ab. Darüber solltest du dir vorher Gedanken machen.

Vorgedanken

Vorher ist es an der Zeit, dir ein paar grundsätzliche Vorgedanken zu machen, so z.B. über den Sinn und Zweck deines Vorhabens: Wie stellst du es an, einen Hintern möglichst vorteilhaft zu fotografieren? Zunächst einmal beantworte dir einige Fragen, die schon einleitend die Antworten implizieren:

▪ Sinn und Zweck der Aufnahme?
Warum möchtest du diese Aufnahmen anfertigen? Möchtest du deinen Partner mit schönen Aufnahmen begeistern? Möchte dein Partner einmal sehen, wie er von hinten aussieht? Möchte er viele verschiedene Möglichkeiten sehen, die darstellen, wie er von hinten aussehen könnte? Möchtest du für dich schöne Aufnahmen vom Po deines Partners haben? Oder ist es eine bunte Mischung aus den oben genannten Gründen? Ist es noch etwas gänzlich Anderes? Beschreibe es!

▪ Großer Po oder kleiner Po?
Diese Frage geht in Richtung der Wirkung der Bilder und richtet sich gleichzeitig an die Aufnahmetechniken. Dabei ist es sogar eher unwesentlich, welche Größe der Po deines Partners tatsächlich hat, und noch unabhängiger davon, was gefällt. Es gibt nämlich so viele Popos, wie es Menschen gibt, auch wenn sich viele Kategorien bilden lassen, in die der Po eines Partners einzuordnen wäre, des Menschen liebstes ist ja das Einordnen in Schubladen!
Ist es ein eher flacher Po oder ein ausgeformter Po? Ist es ein eher breites Becken oder ein schmales? Möchtest du den Po so fotografieren, wie er ist, dokumentarisch, oder durch verschiedene fotografische oder stilistische Mittel differenziert darstellen? Jeder Mensch möchte sich gerne vorteilhaft darstellen. Das ist auf Fotografien nicht anders. So ist es eine der ersten Aufgaben des Fotografierenden die schönste Ansicht deines (Foto-) Partners heraus zu finden. Als erster Hinweis mag hier die Dynamik in der Körperhaltung dienen. Eine gerade oder gebogene Linie trifft eine gänzlich andere Aussage. Probiere es aus! Du wirst sehen, wie unterschiedlich die Bilder werden, wenn dein Partner schon eine nur leicht gebogene Körperhaltung einnimmt. Dazu weiter unten mehr.

▪ Angezogen oder nackt?
Die Kleidung kann bei der Fotografie eines Hinterns eine kaschierende Wirkung haben. Sowohl ein kleiner Hintern kann größer dargestellt werden, wie auch ein größerer Popo kleiner. Ein breiterer Hintern kann durch einen veränderten Aufnahmewinkel schmaler wirken, ein schmalerer Hintern beispielsweise durch Wahl eines bestimmten Objektives sowie der Ausrichtung auf den Menschen breiter abgebildet werden. Nackt kann ein und derselbe Hintern ebenso durch Posing und Stellung der Kamera ganz unterschiedlich dargestellt werden. Eine Besonderheit der Aktfotografie ist es, dass man jede Muskelanspannung deutlich erkennen kann. Das wird durch die Pose erheblich beeinflusst. Du merkst es, wenn Du zur Probe nur schon mal unterschiedliche Arten des Stehens ausprobierst. Wenn ihr euch zum Aktshooting entscheiden solltet, dann achtet vorher auf evtl. Abdrücke der Kleidung auf der Haut. Diese könnten störend wirken. Dein Einfallsreichtum und dein Wissen um fotografische Verhältnisse kann dazu führen, dass man meinen könnte, es wäre nicht derselbe Hintern auf den Bildern, den du da von deinem Partner fotografiert hast.

▪ sexy, lasziv, oder lieber erotisch, mehr förmlich, vielleicht sportlich/athletisch oder elegant – modisch?
Die Aussage deines Bildes ist durch die Art und Weise der Fotografie unbedingt beeinflussbar. Nicht umsonst sprechen dich manche Abbildungen von Menschen direkt an, während dich andere umgehend abstoßen. Vergleiche, und versuche einmal herauszufinden, was der Auslöser dafür ist. Allein durch die Körperhaltung werden unterschiedliche Botschaften transportiert. Verdeutlicht ist das bei der Betrachtung von Menschen in Mode-Zeitschriften im Gegensatz zu Darstellungen in beispielsweise Männer-Magazinen oder Frauen-Magazinen, bzw. einschlägigen Internet-Seiten. Die gewünschte Aussage entscheidet dabei deine weitere Vorgehensweise.

▪ Farbe oder achromatisch

Geht es um die Darstellung von Formen, so wage ich zu behaupten, dass dies die Stunde des schwarz-weiß Fotografie ist. Ich meine, dass die Form eines Pos viel deutlicher in einer monochromen Aufnahme darzustellen ist. Doch auch hier gehen die Meinungen -wie überall- auseinander, also solltest du es für dich selbst entscheiden. Eine Farbaufnahme muss ja nicht farbig bleiben, experimentiere ruhig einmal damit und frage deinen Partner, was ihm an der ein oder anderen Variante besser gefällt.

▪ unscharf oder scharf

Ganz häufig, zumindest für mich, ist es die Ahnung, die ein vielfaches mehr an Anmut innehat, als die bloße Tatsache. Daher kann eine weichgezeichnete Bearbeitung oder ein weichgezeichnetes Szenario bei der Erstellung einer Fotografie manchmal viel mehr aussagen, eine viel ansprechendere Wirkung haben, als ein durchgezeichnetes und detailreiches Bild. Auch dazu kannst du Experimente versuchen. Es muss nicht gleich eine Nebelmaschine sein, manchmal reicht schon Wasserdampf. Gegenlicht in gerichteter Form ist auch ein Mittel, um einen diffusen Charakter auf einer Fotografie zu erzeugen. Die Freiheit der Gestaltung liegt bei euch!

 

Wie geht es weiter?

Ich gehe davon aus, dass es sich um vorteilhafte Aufnahmen handelt, die du erstellen möchtest. Du wirst den Hintern deines Partners nicht verändern können, aber ich meine, dass es darum gar nicht geht. Es geht darum, dass du schöne Fotos machst, mit all den Mitteln, die dir zur Verfügung stehen. Lichtsetzung beispielsweise kann bewirken, dass schöne Formen auf deinem Bild betont werden und Unvorteilhaftes im Schatten verschwinden kann. Dabei geht es um den Po deines Partners, und der ist so, wie er ist. Er gehört so zu deinem Partner, wie auch alles andere an ihm. Du liebst ihn dafür, wie er ist, und das kannst du in deine Aufnahmen transportieren. Beachten kannst du dabei folgendes, bzw. bevor ich zu den einzelnen Bereichen explizit etwas sagen werde, möchte ich einen Grundsatz postulieren: Alles auf deinem Körperbild steht und fällt mit der Körperspannung. Das vorweg und später dazu mehr. Jetzt zu den Möglichkeiten, die ich mit Beispielbildern zu bestimmten Posen unterlegt habe:

1. Die Stellung der Beine
Je nach Stellung der Beine senkt sich das Becken bei uns Menschen in eine seitliche Richtung. Ein Bein kann das Standbein sein, entscheidend ist dabei, welche die Schokoladenseite deines Partners ist, wenn es diese gibt. Probiere es aus. Wechsle die Seite mehrfach. Das Spielbein steht sozusagen zur „freien Verfügung“, und kann für jede Spielart genutzt werden. Eine Möglichkeit stellt ein Bein erhöht auf einem Absatz dar. Eine dynamische Hintern-Form wird durch die Anspannung des Standbeines gebildet. Der Stand auf den Zehenspitzen aktiviert ganz deutlich entscheidende Muskelpartien überall im Körper. Vergleiche die Unterschiede.

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2. Der Abstand zwischen den Beinen
Je nach Abstand der Füße öffnet sich auch der Winkel ab Beckenboden, was sich direkt auf die dreidimensionale Form des Pos auswirkt. Möchtest Du den Po deines Partners schmaler abbilden, so ist es vorteilhafter, stellt er die Beine etwas weiter auseinander. Dabei ist unter Umständen die sozial-gesellschaftliche Bedeutung für die Haltung der Körperglieder relevant. Bei geschlossenen Beininnenseiten wirkt das Foto distanziert, bei leicht geöffneten Beininnenseiten freier und offener, nicht aber zu weit öffnen, denn dann kann es schnell vulgär anmuten. Du kennst es aus der Situation, in der eine Frau mit weiter geöffneten Beinen dasitzt. Viele Zeitgenossen regt das auf. (Oder an, deshalb auf😉 ) Überkreuzt dein Partner die Beine, so wird wieder eine andere Bildaussage erzeugt. Probiere es aus!

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3. Die Abwinklung der Knie
Gerade durchgedrückte Knie wirken oft unvorteilhaft, dem Körper fehlt dadurch entweder Spannung, oder er zeigt zu viel des Ganzen, er wirkt versteift. Einige wenige Posen werden dadurch jedoch unterstützt. Auch hier gibt es Ausnahmen von der Regel. Beispielsweise folgende Pose: die Beine leicht auseinander gestellt, die Arme in die Hüften gestützt, und dabei den Oberkörper etwas seitlich gedreht. Durchgedrückte Knie bewirken die Kontraktion der Oberschenkel- und Po – Muskulatur. Der Körper erhält eine sehr deutliche Dynamik. Führe es einmal durch.

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4. Die Haltung des Oberkörpers
Organische Formen sprechen uns Menschen intuitiv an, wirken positiv. Gerade Linien findest du in der Natur nur selten. So spricht uns ein natürlich gebogener Körper direkt an. Gleichzeitig wirkt eine zu steife Haltung des Rumpfes meist kontraproduktiv. Leicht gebogene Linien wirken da Wunder. Hinzu kommt die Bildung eines leichten Hohlkreuzes, welches die Form und Linie eines Pos fast immer positiv unterstützt, weil die Linien optisch verlängert werden. Hier ganz wichtig: Nicht übertreiben!

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5. Abstand von Kamera zum Objekt der Begierde
Je nach Abstand (Brennweite) kann ein Hintern gleichfalls größer oder kleiner wirken. Manchmal erwirkt eine deutlich nähere Distanz ein viel klareres Abbild, und in genau dieser Betrachtungsweise kommt eine Form (egal, welche Form) erst richtig zur Geltung, bzw. wird so erst deutlich erkannt. Ein größerer Abstand verursacht eine „flachere“ Sichtweise, die Formen wirken gedrungen. Nutze auch hier einmal verschiedene Brennweiten. Verändere dabei zusätzlich den Abstand zum Partner. Achte auf den Winkel, du kannst einmal von erhöhtem Standpunkt aus fotografieren oder auch mal von unten nach oben. Was in der Portraitfotografie als ungünstig angesehen wird, führt hier vielleicht zu besonderen Perspektiven. Trau dich.

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20mm

B24mmsq

24mm

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35mm

B50mmsq

50mm

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70mm

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100mm

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135mm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


6. Fußstellung
Schon bei Helmut Newton, einem Meister der Fotografie, mussten alle Models hochhackige Schuhe tragen, ganz gleich, wieviel oder wie wenig Kleidung sie am Körper trugen. Durch das Anheben der Ferse(n) spannen sich bei fast allen Menschen die Gluteus-Muskeln, welche den Po anheben. Dadurch ist und erscheint der Po straffer, als bei flacher Fersenhaltung. Eine, wenn auch nicht natürlich anmutende Pose für die Füße, so doch eine sehr einfache und wirkungsvolle Unterstützung für die Form des Hinterns auf Fotografien. Was mir bei der Fotografie selbst erst auffiel ist die Veränderung der Breite im oberen Oberschenkelknochen: der große Rollhügel dreht sich je nach Höhe der Ferse nach außen. Auch ist für das Aussehen des Hinterns der Schenkelhalswinkel maßgeblich beteiligt. Der sich tatsächlich mit zunehmendem Alter schließende Winkel ist für den Po formgebend: bei jüngeren Menschen zeichnet der größere Winkel einen schmaleren Po, der allgemeinhin als attraktiver gilt. Fand ich spannend. Die Füße selbst erscheinen, wenn sie von der Außenseite aufgenommen werden, eleganter, hingegen von innen oder gar rechtwinklig projiziert, verursachen sie eine fast tollpatschige Wirkung, was keiner wünscht. Achte einmal darauf.

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Ferse 0cm

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Höhe Ferse 1cm

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Höhe Ferse 2cm

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Höhe Ferse 3cm

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Höhe Ferse 4cm

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Höhe Ferse 5cm

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Höhe Ferse 6cm

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Höhe Ferse 7cm

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Höhe Ferse 8cm

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Höhe Ferse 9cm

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Höhe Ferse 10cm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


7. Körperstellung zur Kamera
Ein leicht bis mehr von der Kamera abgewandter Körper zeichnet fast immer ein gefälligeres Bild des Menschen. Direkt von vorn fotografiert wirkt der Mensch häufig steif, der Körper wirkt sogar oftmals breiter, als er ist, weil die Fläche größer erscheint. Den Kopf kann dein Partner, wenn er/sie seitlich steht, gefällig zur Kamera drehen, dabei entstehen wunderbare Posen und Blicke. Wichtig sind dabei grundsätzlich die Schultern. Niemals dürfen sie (durch-)hängen. Nebeneffekt ist dabei erneut ein gespannter Körper, der den Bauch strafft. Wieder: Körperspannung! Gib fleißig Tipps.  KniendStandortwechsel004sq KniendStandortwechsel005sq KniendStandortwechsel006sq KniendStandortwechsel007sq KniendStandortwechsel008sq KniendStandortwechsel009sq KniendStandortwechsel010sq

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kamera oben diagonal

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Kamera unten diagonal

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Kamera Mitte diagonal

 

 

 

 

 

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Kamera Oben

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Kamera unten

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Kamera Mitte

 

 

 

 

 

 

8. Andere Posen als das Stehen
Je nach Wunsch kann eine andere Pose als das Stehen eine weitere Aussage der Fotografie treffen. Ob im Liegen (Seite, Rücken oder Bauch), im Knien, im Sitzen (weniger), oder in der Hocke, es ist, wie im richtigen Leben. Es gibt viele unterschiedliche, abgewandelte Möglichkeiten, den Po vorteilhaft aufzunehmen, bei der keine „besser“ ist, als die andere, nur anders. Es kommt darauf  an,  je nach Mensch und Vorstellung von Model, Fotograf oder Betrachter. Beim Liegen auf dem Bauch ist z.B. die Bildung eines Hohlkreuzes besonders effektiv, angewinkelte Beine verstärken die Wirkung. Stützt dein Partner den Kopf auf, ist auf die Schultern zu achten, weil diese dazu neigen, bequem durchzuhängen. Gegensteuern! Sitzt dein Partner auf den Wadenbeinen, kommt das leichte Hohlkreuz wieder in Betracht. Es beschreibt -ähnlich wie beim Liegen- so eine wunderbare Kurve des Körpers und erzeugt eine äußerst wohlgefällige Dynamik. Probiere fleißig aus.  liegendvomFussaushochsq liegendseitlichuntensq Liegendseitlichobensq liegendseitlichmittesq liegenbeinegeradesq liegenbeineangewinkeltsq hockersq fersensitzsq


9. Unterschiedliche Kleidung
Je nach Kleidung ist der Mensch mal mehr, mal weniger körperbetont abgebildet, so dass dadurch mal mehr, mal weniger von seiner Form zu sehen ist. Soll die Form erkennbar sein, hilft weite Kleidung meist nicht weiter. Die Farben spielen gleichfalls eine wesentliche Rolle, uni-farbene Hosen hinterlassen -auch je nach Sensor der Kamera- nicht immer zuverlässig die erforderlichen Strukturen, um die Form eines Pos erkennen zu können. Wilde Muster tun ein Gleiches, können aber als Stilmittel hervorragend genutzt werden. Geht mal zusammen die Möglichkeiten durch.
10. Gesichtsausdruck
Bei all der Körperspannung liegt es an dir als Fotografen darauf zu achten, dass der Gesichtsausdruck deines Partners bei den teils durchaus anstrengenden Posen nicht verkrampft aussieht. Besondere Aufmerksamkeit gegenüber der Gebiss-Muskulatur zahlt sich aus. Fordere deinen Partner zum locker lassen und zum Lächeln auf, wie beim Yoga in der Stellung der Krähe.😉 Nach der Entspannung darf ein Lächeln aber auch gerne wieder verschwinden, je nach Intention der Bilder. Habt Spaß miteinander.
11. Hände
Auf deinen Bildern kann dein Partner in den verschiedenen Posen gut die Hände zur Hilfe nehmen. Ob als Element im Foto oder als Unterstützung für bestimmte Posen, die Hände und dein Partner freuen sich über Beschäftigung bei den Aufnahmen. Schon nur ein Accessoire kann zu spannenden Bildinhalten führen, sie führen vielleicht zum Motiv, untermalen es oder kontrastieren es.

11. Arme

Die Haltung der Arme möchte ich als letzten Punkt erwähnen, der aber auch einen großen Einfluss auf die Körperspannung hat. Anhand der Bilder lässt sich gut erkennen, wie der Körper mit dem anheben der Arme seine Spannung erhöht. Schon ein Abstützen der Hände in der Hüfte bewirkt eine leichte, aber sichtbare Spannung. Du kennst es vom Recken: strecke dich, um den Körper in Spannung zu bringen. Du wirst es erleben. Probiere es aus.

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Damit sind einige meiner Gedanken beschrieben, die bei der Fotografie eines Gesäßes eine Rolle spielen. Es ist hilfreich, wenn dieses Handwerkszeug, sowie das Wissen um die Auswirkung kleiner Veränderungen in deinem Sinn bleiben und du sie bei Bedarf abrufen kannst. Damit reagierst Du nicht nur, wenn sich eine Situation ändert, Du führst bestimmte Situationen gezielt herbei. Beides wird geschehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist deine Kommunikation. Dabei geht es nicht um irgendwelche Befehle, die du als Fotograf aussprichst. Kommunikation meint hier beide Richtungen, von dir zum Model und auch zurück. Die Antwort besteht nicht immer aus Worten, sondern um bestimmte Handlungen. Du siehst als Fotograf das Ergebnis vor dir durch den Sucher oder life, du bist es, der im positiven Sinne Verbesserungsvorschläge macht, wie etwas vorteilhafter zur Geltung kommen würde, was anders dargestellt vielleicht erst ausgedrückt wird. Dabei ist ein stets positiver Ton geboten. Auch Erklärungen sind hilfreich, und dein Partner ist nicht unfähig sich zu bewegen, zu posieren, es kommt auf deine Anweisungen an, die verständlich formuliert sein sollten. Und nutze alle Sinne: VORMACHEN!

Einen letzten, ganz besonderen Tipp von mir möchte ich zum Ende hin geben. Fotografieren in der Bewegung. Es ist vielleicht nicht immer einfach für deinen Partner, bestimmte Posen einzunehmen, besonders dann, wenn du bestimmte Ideen im Kopf hast, die du gerne umgesetzt hättest. Versuche dann einmal folgendes: Nutze gerichtetes Licht, teste es aus, während dein Partner einfach nur da steht. Wenn die Belichtung zu deiner Zufriedenheit stimmt, beginne mit eindeutigen Regieanweisungen:

☆ gehe bitte auf die Leiter und gib mir bitte das Buch von oben an.
☆ stelle dich bitte auf den Stuhl und drehe dich zu mir herum
☆ schließe deine Schnürsenkel und sieh mich bitte mal kurz an
☆ Gehe bitte zum Fenster und komme wieder
☆ Tanze für mich deinen liebsten Tanz
☆ Gehe doch mal ins Licht ( Gegenlicht?!)

Denke dir andere Geschichten aus und spiele Regisseur! Fotografiere deinen Partner in Bewegung!

Trotz aller fotografischen Finessen werden deine eigene Ideen, das Äußere deines Partners, der Zweck deiner Aufnahmen immer wesentlichen Einfluss auf dein Vorhaben ausüben. Das ist aber nicht dramatisch, denn mit der passenden Vorgabe und deinen eigenen, den Ideen deiner Partnerin, wie gemeinsam entwickelten Vorstellungen entsteht oft ein sehr produktives Miteinander, das ganz tolle Ergebnisse zu Tage bringt. Du musst es nur tun. Einfach anfangen. Heute!

 

P.S. Vielen Dank, liebe Mimi, für Deine Geduld und die vielen Posings in den Aufnahmen für diesen Beitrag:-)

 

P.P.S. Die Anordnung der Bilder bitte ich zu entschuldigen, ich war nicht in der Lage die Bilder vernünftig anzuordnen, weil sich die Anordnung in der öffentlichen Ansicht mit jedem Speichern immer wieder willkürlich veränderte.

Kaufe! Gefälligst! (205)

piri jeans hintern

mies-vandenbergh-fotografie.de

Hast Du eine Fotokamera? Gut. Dann gehörst Du einer sehr beliebten Gruppe an: Du bist Käufer! Unter den vielen Gruppen der Bevölkerung, die gerne in positiv oder negativ eingeteilt werden, nämlich diesem Beispiel zufolge in Käufer oder Nichtkäufer, gilt je nach gesellschaftlicher Einstufung: Nutzen oder Nichtnutzen: für die (Markt-)wirtschaft. Kaufst Du nicht, bist Du nichts!

Bei der Betrachtung der menschlichen Belange einerseits und den gesellschaftlich-sozialen Verknüpfungen andererseits kommt es bei der Herangehensweise zu vielfältigen möglichen Annäherungen. In der Literatur werden die unterschiedlichsten Ansätze verwendet, wodurch es zu ebenso vielen, kontrovers diskutierten Thesen kommt. Erst zusammengenommen ergeben sie einen interessanten Überblick über den aktuellen Stand der Forschung in Sachen Sozialisation des Individuums.

Unabhängig davon, ob man über Foucault, Villa oder Habermas zu einem Ansatz einer eigenen Betrachtung kommt, spannend ist für mich die Verknüpfung dieser Theorien. Verglichen mit den eigenen Beobachtungen und Schlüssen und den daraus resultierenden Ergebnissen erschließen sich oftmals gänzlich neue Ideen und Thesen. Die Sichtweise jedes einzelnen, der sich Gedanken über das Verhalten des Menschen, so auch über sein eigenes Handeln macht, kann sehr spannend werden, wenn sie zusätzlich in irgend einer Form kommuniziert wird.

Ob das nun durch Worte in Textform geschieht oder durch Bilder, durch Zurschaustellung des eigenen Charakters durch Wahl des Äußeren oder durch Handlungen, das unterscheidet sich lediglich im Weg der Kommunikation. Dabei ist natürlich entscheidend, wer, beziehungsweise welche Gruppe dieser gewählten Sprache mächtig ist. Ist man der Sprache, dem Dresscode oder sonst einem Soft Skill nicht mächtig, bleibt man außen vor, und das längst nicht immer offensichtlich.

Ob das beim Individuum die ausreichend unterschiedlichen Kleidungsstücke sind, deren Stil für den Träger eine ganz genau definierte Stimmung ausdrückt, oder eine Wortwahl inklusive Ausdruck, Mimik, Gestik, deren Wahl beim Adressaten ebenso eine Befindlichkeit vermitteln möchte, es kommt ganz wesentlich darauf an, dass der andere diese Sprache überhaupt versteht. Rotgerinngelt=giftig!? Zumindest bei manchen Tieren ist es relativ deutlich. Und bei Menschen und deren Kulturen, wie sieht es da mit der Eindeutigkeit aus?

In den vielen Bereichen der menschlichen Kommunikation, ob unter Individuen, Individuen und Gruppen oder Gruppen untereinander, geraten viele Teilnehmer immer wieder in einen Strudel von Missverständnissen. Die Komplexität ist stark abhängig von sehr spezifischen Anforderungen, die nicht ohne weiteres von den Mitgliedern einer Gemeinschaft erfüllt werden können und zwar aus mehreren Gründen: die schnelllebigen Zeiten erfordern eine hohe Flexibilität und ein rasches Auffassungsvermögen für Veränderungen. Unterschiedliche Bewertungen und Maßstäbe im Umgang mit Regeln und Übereinkünften, extrem abhängig von persönlichen und temporären Befindlichkeiten, führen bei den immer häufiger werdenden Begegnungen zu immer mehr zu Konfrontationen. Selbst deren Abläufe bergen eine Vielzahl von Irrtümern, die schnell zu inneren Konflikten und Vorurteilen führen können.

Wir als affektierte Wesen reagieren lange vor unserer eigentlich durchdachten Erwiderung körperlich mit Gesten und Gesichtsausdrücken, sehr schön beschrieben von Sammy Molcho. Bevor es aber zum direkten Austausch zwischen Kommunizierenden kommen kann, muss erst einmal Kontakt bestehen, das heißt, ein Individuum muss wahrgenommen werden. Sogar einen Schritt weiter möchte ich hier gehen, das Individuum muss sogar akzeptiert sein, um eine Wirkung erzielen zu können. Pure Wahrnehmung reicht da nicht aus, denn eine sofortige Ignoranz oder bewusster Ausschluß eines Wesens unterbindet jegliche Kommunikation. Damit komme ich zurück zum Ausgangspunkt dieses Artikels. Ökonomisch bist Du nur dann von Bedeutung, wenn Du Kaufkraft besitzt und diese auch einsetzt. Da wir in einer ökonomisch relevanten Zeit, immer weiter weg bewegend vom Sozialen in der sozialen Marktwirtschaft hin zur freien Marktwirtschaft leben, fristen meiner persönlichen Meinung nach andere Bereiche des menschlichen Lebens zunehmend ein Nischendasein. Durch diese Verschiebung sehe ich die Fähigkeiten der Menschen untereinander FREI in Kontakt zu treten immer mehr gefährdet. Nicht die Frage “ Meint er es ernst, meint er es so oder so?“ steht im Raum, vielmehr die Frage „Was bezweckt er damit, welchen Nutzen verspricht er sich und welche Vorteile sind für mich erreichbar und vor allem, was kostet es mich, verliere ich etwas?“ läuft intern ab.

Nach der Wiedergabe meiner Gedanken zu diesem Thema möchte ich eine Aussicht nicht schuldig bleiben und eine Anregung geben. Versuche doch mal eine Begegnung mit bekannten und unbekannten Menschen ganz anders zu beginnen: Was kannst du dem Menschen vor dir schenken: Zeit, Achtung, Höflichkeit, Vertrauen? Selbst dann, wenn du vielleicht ein Minusgeschäft machst, es sogar abzusehen ist, denke darüber nach, ob nicht möglicherweise die Währung innere Großmütigkeit deinerseits einen viel höheren Wert besitzt, als ein Triumph über ein Wesen vor dir. Sicher sollst Du nicht blindlings in die an jeder Ecke lauernden (Konsum-) Fallen laufen und dich „verkaufen“ an Dinge oder Wesen, doch eine Freiheit in deinen Gedanken und Gefühlen reißt mitunter Dämme ein, die dir die Sicht auf die Freiheit und den Sinn bisher vernebelten. Verändere immer wieder deinen Standpunkt. Die Aussicht ist phänomenal, sei dir gewiss!