Entscheide dich, schön zu sein! [ ALSO DU ZU SEIN ] (174)

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Die Zeit, als eine menschliche Konstante, Grundlage für jede Entwicklung, gewährt uns prinzipiell in jeder ihrer Sekunden die Möglichkeit einer Entscheidung. Auch verlangt unser Dasein, unsere Ziele eine solche. Dieser folgt ein Neubeginn oder ein Festhalten an Gewohntem. Mehr oder weniger bewusst der Konsequenzen unseres Handelns oder der Unterlassung leben wir diese sekündlichen Urteile und Verweigerungen.

In jedem Moment entscheide ich mich, was ich tun werde. Bleibe ich sitzen oder stehe ich auf? Sage ich Hallo oder schweige ich? Gehe ich nach draußen oder bleibe ich drin? Diese Momententscheidungen betreffen auch das Aussehen. Kleide ich mich so, oder anders? Bin oder bleibe ich sportlich oder lieber nicht. Esse ich dies oder jenes oder nichts?

In jedem Moment habe ich die Wahl. Oft genug habe ich die Pflicht zu wählen. Die Grundbedürfnisse sind existentiell. Doch deren Ausprägung individuell. Möchte ich einen durchtrainierten Körper haben, so sagt es das Wort schon: Gehe trainieren. Nicht nur ein bisschen, nein, durchtrainiert heißt mehr. Dazu muss ich mich irgendwann entscheiden. Für diesen Körper, gegen die Möglichkeit, in der Zeit des Trainings etwas anderes zu tun. Fern zu sehen, zu lesen, ins Bistro oder die Lounge zu gehen und zu chillen… ;-)

Trainiere ich, so habe ich die Chance, meinen Körper zu formen, so, wie ich es mir wünsche, zumindest weitestgehend. Unterlasse ich es, habe ich nicht die Möglichkeit, und bleibe, bestenfalls, wie ich bin. Möchte ich mein Aussehen verändern, muss ich mein Verhalten ändern. In der Sekunde, in der ich den Wunsch zu meinem Ziel mache, sind Entscheidungen zu treffen. Dazu muss ich nicht immer alle Variablen verändern, die in meinem Leben eine maßgebliche Rolle spielen. Veränderungen bezüglich des Aussehens sind meist nicht solch rudimentärer Natur, wie solche den Charakter betreffend.

Es ist damit, wie in den meisten Bereichen des Lebens: es liegt am Einzelnen, etwas zu tun, man muss nur handeln. Nicht lamentieren, nicht bedenken, nicht abwarten, tun! Es geht nicht darum, etwas umzustoßen, sondern einer Veränderung Raum zu gewähren, damit anderes weiter in den Hintergrund zu stellen, dessen Bedeutung sich im Leben als nicht essenziell herausgestellt hat. Von diesem Unrat besitzen wie alle jede Menge.

Es geht bei der Entscheidung für oder wider eine Sache auch nicht um Stärke oder Schwäche, denn wenn wir zu schwach sind, etwas zu verändern, ist der Grund zur Veränderung nicht stark genug, dass bedeutet, wie kommen auch ohne gerade diese Veränderung zurecht, vielleicht schlechter als mit ihr aber dennoch bequemer.

Schicksalsschläge sind manchmal der Erdrutsch, der diese Bequemlichkeit entlarvt, wobei man mich hier nicht falsch verstehen möge, keineswegs wünsche ich irgendjemandem irgendwelche Schicksalsschläge, doch jeder, der einen solchen jemals erlebte, weiß, wie ich das meine. Ich spreche nur von Möglichkeiten, von denen man niemals zuvor vermutet hätte, sie lägen im Bereich dieses Möglichen. Damit weise ich auf dem Mut hin, der manchmal nötig ist, seine Komfortzone zu überdenken, und ggf. zu verlassen. Ergo: zu sein, wie man sich erkennt, nicht zu sein, wie man erkannt werden möchte.

Zus.: Wundervoll, wenn es da jemanden gibt, der eine darin unterstützt, mal eine Brücke baut, wo man selbst nur einen Abgrund wähnt. :-)

Werden wir immer schöner? Teil 1 (173)

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Unterschiedliche Schönheiten finden unterschiedliche Liebhaber. Es bilden sich nahezu unendlich viele Teilmengen aus. Innerhalb dieser Teilmengen sind stärker durchgezeichnete Bereiche genau so vorhanden, wie weniger stark hervor gehobene Bereiche. Was bedeutet das?

Der Ausspruch “… für jeden Topf gibt es einen Deckel!”, aus Zeiten der Großeltern, dessen Ursprung sehr wahrscheinlich schon so alt ist, wie die Geschichte der Menschheit selbst, übermittelt etwas vom oben genannten Vergleich aus der Geometrie. Tatsächlich scheint es stets jemanden zu geben, der einen ganz bestimmten anderen Menschen in irgend einer Art und Weise anziehend findet. Unter ihnen befinden sich selbstverständlich Menschen, deren äußere Attraktivität im allgemeinen Ansehen weniger hoch ist, genau so, wie -im Ansehen der jeweils aktuellen Sicht auf die Attraktivität- solche, die als attraktiv zu bezeichnen sind.

Was führt dazu, dass es größere Teilmengen gibt, so, wie es kleinere gibt, möglicherweise sogar nur Teilmengen bestehend aus 1.

Hergeleitet aus der Tatsache, dass im Menschen ein grundsätzliches Streben nach Entwicklung fest verankert ist, gilt mein Ansatz diesem daraus resultierendem, selektiven Verfahren. Wir “möchten gerne” einen in unserem Auge attraktiven Menschen finden, um uns mit diesem zu liieren. Dabei gibt es sehr differenziert erfasste Ursachen für wahrgenommene Attraktivität, hinzu kommt das unterschiedliche Verständnis von Attraktivität, gekennzeichnet unter anderem durch weibliche und männliche Präferenzen. Wer die Wahl hat, würde sich grundsätzlich eher für einen attraktiven Menschen als Partner entscheiden, als für einen minder attraktiven. Wie gesagt, was im einzelnen die Attraktivität ausmacht, sei vorerst dahingestellt.

Beobachtungen und statistische Erhebungen verzeichnen eine Tendenz zur steigenden Symmetrie des menschlichen Körpers. (Außen vorgelassen bleibt eine andere Tendenz zur zunehmenden Fettleibigkeit der Menschen.) Das heißt, wir Menschen werden immer schöner, weil symmetrischer. Ich wage daraus die Schlussfolgerung, dass es eine Folge der Selektion ist. Der Einfluss der Ernährung, Lebensweise und körperliche Fitness in diesem Zusammenhang ist natürlich sekundär genauso relevant und halte ich einen fortführenden Artikel darüber nach entsprechenden Recherchen für aufschlussreich, nichtsdestotrotz sind die Wahl der Gene und die Verbindung daraus entstehenden Lebens vorentscheidend. Was nun die Bedeutung des Aussehens betrifft, der ich in diesem Blog auf die Spur zu kommen plane, ergibt sich aus der Selektion eine stetige Entwicklung im Aussehen der Menschen, tendenziell zum schlanken, aber durchtrainierten Körper.

Besonders ersichtlich ist das bei der Beobachtung von jungen und sehr jungen Menschen, bei denen die Umwelteinflüsse noch nicht in entsprechendem Maße wirken konnten. Vorgeburtliche Maßnahmen verstärken diesen Trend erheblich, folgt man den Wissenschaftlern, deren Veröffentlichungen sehr interessante Hinweise beschreiben. So ist zum Beispiel die gezielt gesunde Ernährung der werdenden Eltern und deren medizinische Begleitung ein wesentlicher Grund für eine optimale Versorgung des werdenden Lebens und die Schaffung der damit verbundenen gesundheitlichen Voraussetzungen der bestmöglichen Entwicklung des Körpers und Geistes. Damit sind leider vorerst noch Industrienationen beschrieben, denn von gesundheitlicher Prävention kann in den Entwicklungsländern noch keine Rede sein, bzw, in Ländern, in denen chronische Unterversorgung nicht nur mit Nahrung und Trinkwasser herrscht.

Was nun der einzelne Mensch aus diesen positiven Fundamenten macht, sein dahingestellt, wenn in der Schule Kinder zu beobachten sind, deren Frühstückspaket tagein tagaus aus einer koffeinhaltigen Brause und einem Schokoladenriegel besteht, so sollte einem das zu denken geben. Aber nicht nur Kinder sind davon betroffen, auch für mich sind die ölig-kross gerösteten Kartoffelsticks aus der Tüte oftmals verlockender, als ein paar frisch geschnittene Kohlrabi-Stäbchen…  und: auf die Dosis kommt es an, schon länger bekannt ;-)

Zurück jedoch zur oberflächlichen Äußerlichkeit: Wie sich die Richtungsänderungen in der Gesellschaft durch unterschiedliche Strömungen im Wert der Attraktivitäten auswirken, ist für mich noch nicht ersichtlich. Wenn in einer Zeit X ein schlanker Körperbau bevorzugt wird und in der darauf folgenden Epoche Y ein stärkerer Körperbau im Trend liegt, so werden sich frei nach den Evolutionstheorien die Durchschnittsmenschen mal schlanker, mal kräftiger entwickeln. Speziell in die Tiefe gehende evolutionstheoretische Fakten, wie die generationsüberspringende Vererbung bestimmter Gene möchte ich hier nur erwähnen, nicht jedoch vertiefen. Dazu gibt es Fachliteratur, für den interessierten Leser kommt man im www schon zu verständlichen Ergebnissen. Was jedoch an den Tendenzen und Vorlieben der jeweiligen Zeit entscheidenden Einfluss hat ist die Tatsache, dass die Zyklen in immer kleiner werdenden Intervallen wechseln. Da stellt sich die Frage, inwieweit unsere Körper dann noch in der Lage ist, darauf zu reagieren und die Evolution damit egalisiert erscheinen wird. Findet die Mode zwischen schlank und vollschlank einen Wechsel innerhalb einer oder zweier Generationen statt, so befindet sich dies außerhalb der Evolution. Dann kommen andere Eigenschaften zum Tragen. Braucht der Mensch noch Füße oder Beine? Oder Zehen? Oder reicht die Hand zur Bedienung eines Mediengerätes?

Weniger ironisch-sarkastisch fortfahrend komme ich auf die Frage nach dem Wert der Attraktivität. Ein Topf findet einen Deckel, wenn z.B. eine Liebenswürdigkeit im Menschen vorhanden ist, die weit über jedweden Äußerlichkeiten steht. Doch in der Gesellschaft wird es zunehmend erschwert, diese Liebenswürdigkeit zu zeigen, dazu müsste man mit dem Menschen näheren Kontakt haben. Der wird reduziert, durch selbst genutzte Medien und einem weichenden Verständnis für Geduld, Verzeihen und anderen kleinen, aber dann doch geradewegs liebenswerten Unzulänglichkeiten. Der Schein rockt on Stage. Erkennen wir das, können wir darüber nachdenken, in wie weit das zu dem führt, wonach der Mensch im Grunde genommen strebt: Menschlichkeit!

Schönheit, eine Frage des Wertes, Teil II (172)

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Der Zähler der Schönheit wird definiert durch ihren Wert. Wenn Schönheit vorhanden ist, geht es nur noch um deren Gegenwert und Einfluss.

Hier nun in Teil II dieses Beitrages möchte ich von Werten der Schönheit schreiben. Was bedeutet es, wenn ich den Wert x auf einer Werteskala von 1-100 besitze? Welche Vorteile genieße ich, wenn der Wert größer ist und habe ich Nachteile, wenn er nicht so hoch ist? Und wenn es überhaupt einen Einfluss gibt, in welchen Bereichen kann er gemessen werden?

Dazu auch wieder ein Beispiel: Aus den vielen möglichen Bereichen wie z.B. Arbeitswelt, Partnersuche, Machtkampf, Öffentlichkeit, Freundschaften, Arterhaltung, Glaubensfragen oder Selbstwertgefühl möchte ich das Vertrauen herausnehmen, ein Gefühl, eine Einstellung, deren Beziehung zum Aussehen (nicht nur) beim Menschen hinlänglich erforscht wurde.
Jedermann kennt diese Ergebnisse, die durch vielfältige Untersuchungen verifiziert wurden: Einem gutaussehenden Menschen vertrauen wir nun mal eher als einem nicht so gut Aussehenden. Bis zu einem gewissen Grad, nicht aber darüber hinaus.

Von diesen Ergebnissen ausgehend kann ich den Wert des Zählers beschreiben und je nach Größe in ein Verhältnis setzen. Nehme ich also den Wert von 75, dessen Skala die Schönheit von 1, schön, aber nicht so schön, bis 100, sehr schön entnommen ist, so habe ich ein Wesen, dessen Schönheit grundsätzlich vorhanden ist ( zur Erinnerung, der Nenner ist die Schönheit, sie ist also da, und das ab dem Wert 1 in meiner erdachten Skala) und das mit einem relativ hohem Wert. Daraus ergeben sich möglicherweise eine Reihe von Gegenwerten, die ich bei diesem Vergleich dem Alphabet entnehmen möchte und mit A bis N, also 14 an der Zahl, bezeichne. Worum es sich handelt, dazu später mehr.

Als Gegenpart möchte ich den Wert 24 nehmen, der als Gegenwerte die der Bezeichnungen A bis G erhält, und damit weniger, als der Wert 75, nämlich genau 7. Ihm fehlen die Gegenwerte H bis N. An dieser Stelle sein nochmals erwähnt, dass diese Werte nur primär fehlen, bis wir den Menschen kennengelernt haben. Im Verlauf des Kennenlernens wird ent-deckt und ent-täuscht.

Nun zur Erklärung der sehr theoretischen Ansatzweise. Da ist ein Mensch. Ihm ist ein bestimmtes Maß an Schönheit zu eigen. Wie genau das sich festlegt, ist unwichtig, das wurde im Nenner bereits festgelegt! (z.B. ein Ring mehr zwischen Kopf und Torso bei dem Stamm der Karen , ein Speckröllchen mehr im Barock oder heute ein paar Gramm zu wenig) Diese Schönheit bringt diesem Menschen eine Verknüpfung verschiedener Attribute und Eigenschaften zu Tage, die schon in der Antike zur philosophischen Verbindung von schön und gut ( altgriechisch καλός, von innerer/moralischer Schönheit: schön, gut, trefflich, edel, ehrenvoll, anständig, rühmlich) wurde. Es ist in diesem Moment nicht von Bedeutung, ob er oder sie diese Eigenschaften tatsächlich besitzt, sie werden ihm oder ihr erstenmal zugerechnet. Damit schafft die Attraktivität einen ersten Vorteil in der Beziehung der Menschen, so auch in meinem Beispiel, dem Vertrauen. Wir vertrauen tatsächlich gutaussehenden Menschen viel eher, obwohl rein garnichts dazu berechtigte.

Diese Tatsache ist meist aber von kurzer Lebensdauer. Treten wir in Kontakt zu diesem Menschen, so erweist sich meist sehr schnell, ob dieses Vertrauen gerechtfertigt war oder nicht. An den Handlungen und Taten zeigt sich eindrucksvoll, was “dahinter” steckt, ob wirklich Substanz da ist oder ob es hohl daher kam. Und an diesem Scheideweg trennt sich die ursächliche Wertigkeit der Schönheit vom aktiven Miteinander der Menschen. In der zugegeben zunehmenden Bedeutung der Medien, in dem der tatsächliche Kontakt zwischen Menschen immer fiktiver und virtueller zu werden scheint, verliert die Substanz zunehmend an Boden. Streit wird oft mit Ignoranz abgestraft, anstatt sich mit dem Menschen auseinanderzusetzen, und vielleicht großmütig Fehler zu verzeihen.

Beim Vertrauen ist es also eine Art Vorschusslorbeeren, die der schönere Mensch schneller erntet, und auf denen er erst mal aufbauen, oder sich ausruhen kann. Es dauert möglicherweise länger, bis sich herausstellt, ob das Vertrauen zurecht ausgesprochen wurde. Der Wert der Schönheit verursacht hier in erster Linie einen Vorteil, einem Mehrwert, solang es um dem ersten Eindruck geht.

In Teil 3 möchte ich mich dem Faktor Macht widmen und den Einfluss der Schönheit darauf beleuchten, denn auch dabei zeigt sich, in welchen Bereichen des menschlichen Miteinanders dies überhaupt zur Entfaltung kommt.

Intermezzo: Zeit-Falle

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Zeit nehmen für die Vorhaben, die schon länger im Kopf ihrer Verwirklichung entgegen sehen.

Trägheit schließe ich aus, wenn ich nach Gründen suche, warum Ideen ihrer Umsetzung so gefühlt unendlich lange entgegen sehen. Vermeintlich Wichtiges drängt sich immer wieder vor, Bedeutungsloses stiehlt uns die Kraft, sich dem Kreativen zu widmen. Wichtige Dinge des täglichen Lebens fordern unsere Aufmerksamkeit, die wir leisten müssen, um das elementare Gerüst der Funktionalität unserer Grundbedürfnisse aufrecht erhalten zu können.

Evolutionäre Prämissen, frei nach der Wahl unserer Standards, fordern Tribute, sie zweigen einen beträchtlichen Teil unserer Lebensenergie für sich ab. Verrannt in so manche Gasse der Leidenschaft lassen wir uns aufsaugen von Dingen, deren einziger Sinn darin zu bestehen scheint, uns vom fühlenden Leben abzuhalten, unsere Schaffenskraft umzuleiten in die Suche nach dem scheinbaren Licht eines Sonnenstrahls im Schatten. Gebückt mit der Sonne im Rücken, abgewandt vom wirklichen Sein, suchen wir im Schatten unserer selbst die Sonnenstrahlen der Menschlichkeit, und bemerken nicht, dass diese durch unser Selbst nicht hindurch dringen, weil wir zu sehr dem Materiellen, auf dem Boden vor uns selbst, verhaftet sind.

Einst sprach ein Wesen, bekannt unter unendlich vielen Namen wie z. B. “Gott”, “Buddha”, “Allah”, “Manitou”, “Shiva”, usw. folgendes: “Gebt den Menschen das GELD, und sie werden ihr ganzes Wesen, ihren Geist und ihren gesamten Willen, ja ihre Seele diesem verschreiben, und ihr gesamtes Leben an ihm und seinen Vasallen ausrichten, die da heißen Gier, Habsucht und Macht.”

Und siehe da, es geschah so, wie gesprochen.

Feuerwerk der Schönheit, Teil 1 (171)

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Frei nach Schopenhauer gilt, dass sich die körperliche Schönheit der weiblichen Menschen auf die Zeit der Periode der Gebährfähigkeit konzentriert.

Zu Zeiten von Schopenhauer galt es für das Alter von 19 bis 35 Jahren, wie er sich ausdrückte. Heutzutage wäre die Spanne etwas größer zu wählen, denn die Gebährfähigkeit setzt schon 3-5 Jahre früher ein und endet deutlich später, mindestens 8-10 Jahre. Folgt man der Argumentation Schopenhauers nur ein Stück weit, so ergibt sich in heutiger Zeit ein ähnliches Szenario. Menschen, (noch!) vornehmlich weiblichen Geschlechts, unternehmen ungemeine Anstrengungen, ihr Antlitz von jugendlicher Schönheit so früh wie möglich zu erlangen und so lange wie möglich zu erhalten.

Damit wird auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten ein Wert vorgespielt, dessen Wirkung dem der unmanipulierten Wesen der Menschengattung in nur wenig nachsteht. Allein bei näherer Betrachtung, oft erst nach nächster Betrachtung, kommen Unterschiede zu Tage. Doch dann ist es zu spät! Zu spät? Nun, bis dahin konnte der Mensch bereits einen Eindruck jenseits von Schein und Aussehen platzieren. Er konnte von seinen eigentlichen Werten genügend zum besten geben. Damit beschränkte sich der erste Eindruck nicht mehr nur auf die äußere Erscheinung, die vorerst nur Fassade zu sein schien.

Heißt der Gedanke Schopenhauers im Umkehrschluss, dass Menschen, deren Alter jenseits der Gebährfähigkeit oder Zeugungsfähigkeit liegt, kaum mehr einen relevanten Marktwert besitzen, was die körperliche Schönheit betrifft? Vor einem bestimmten Alter und ab einem bestimmten Alter verändert sich die Relevanz des Aussehens tatsächlich erheblich. Dabei sicher mehr noch nach Verlust der arterhaltenden Fähigkeiten, als vor Eintritt der körperlichen Reife. Insgesamt hat sich durch eine massive Werteverschiebung der optischen Attribute die Bedeutung des Aussehens gelöst von archaischen Grundgedanken der Arterhaltung. Daher relativiert sich gleichwohl der Gedanke Schopenhauers, dessen Gedanken von einer wissenschaftlich fundierten Lehre der Evolution beflügelt waren.

Damit ist eine Werteverschiebung sonder gleichen zu attestieren, dessen Auswirkungen uns aktuell jeden Tag in Medien und Gesellschaft begegnen und letztendlich durch unser Verhalten höchst selbst initiiert wurde.

Gehe ich noch einen Schritt weiter, bleibe weiterhin bei Schopenhauers Gedanken, welche von der größten Attraktivität der Frau ausgehen, solange sie im gebährfähigem Alter ist, so wird durch die Erhaltung dieser Jugendlichkeit eine Verlängerung dieser Zeitspanne vorgespielt. Folglich werden alle weiteren Werte, die heutzutage über das (positive) Aussehen assoziiert werden, gleichfalls angeglichen (erhöht). Je größer die Werte sind und je länger diese erhalten bleiben, desto höher bleibt unser Ansehen ( Wert!?) in der Gesellschaft.

Aussehen und Selbstwertgefühl (170)

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Körpergefühl, Selbstverständnis und Selbstbewusstsein. Zusammenhänge und Differenzen

Eine Betrachtung:
Zusammenhänge von Aussehen und Selbstwertgefühl beim Menschen, untersucht in unterschiedlichen Studien, ergeben für mich ein diffuses Bild. Wie groß ist der Einfluss des äußeren Erscheinungsbildes auf das eigene Selbstbewusstsein? Wieviel davon ist mir tatsächlich bewusst. Wieviel wirkt in meinem Unterbewusstsein? Was leitet mich unterschwellig an? Unterschiedliche Herangehensweisen an die Lösung dieser Frage verleiten zu unterschiedlichen Standpunkten. Widersprüche existieren nebeneinander.

Suggestionen der Gesellschaft führen zu einer verstärkten Definition des Selbstwertgefühls über die Äußerlichkeiten. Das wurde vielfach dargelegt. Es beginnt früh im jugendlichen Alter. Wie oft hört ein Jugendlicher Sätze, wie zum Beispiel: “Wie siehst duuu denn aus?”, wenn er oder sie anders aussieht, als der Durchschnitt der Gleichaltrigen. So kleiden sich junge Menschen meist derart, dass sie möglichst einem akzeptierten Allgemeinbild nahekommen. Dabei bleibt die Form des Körpers keinesfalls außenvor. Schon zu unserer Jugendzeit (1970/19 80er Jahre) wurden unförmig gewachsene Kinder und Jugendliche ausgiebig gehänselt, was sich bis heute kaum verändert hat, wie ich in meiner Jugendarbeit immer wieder feststellen musste. Dadurch wird gerade bei jungen Menschen eine wesentliche, künstliche Hürde aufgebaut, die äußerst schwer und langwierig, wenn überhaupt, erst wieder abgebaut werden kann. Dabei liegt es nicht mal im Interesse der Hänselnden, einen derartigen Schaden im Gegenüber anzurichten. Es ist weder geplant noch beabsichtigt, doch es liegt scheinbar im Menschen veranlagt, Andersartige auf welche Art auch immer, auszugrenzen oder anzuprangern.

Im weiteren Verlauf des Lebens gilt es dann, das unter Umständen wiederkehrende Szenario dahingehend einzuordnen, die Äußerlichkeiten in ein “richtiges” Verhältnis zum eigentlichen, inneren Wesen zu bringen. Zu lernen, dass nicht das Aussehen jenes ist, worüber sich ein Mensch definiert. Dieses Ansinnen ist vermeintlich heutzutage bei all der Oberflächlichkeit scheinbar sehr schwer. Immer wieder wird es läppische Pfaun und einfältige Mädchen geben, die ihr Aussehen als ihr wertvollstes Gut erachten, denen das auch oft genug noch eingeredet oder bestätigt wird, doch sie werden früher oder später erfahren, was wichtiger ist für ein emotional erfülltes Dasein, meistens.

Wie aber bringt man dieses Missverhältnis der Überbewertung von Aussehen wieder ins Lot? Wie stark ausgeprägt ist die Überzeugung des Einzelnen, mit einem wohlgefälligen Aussehen steige linear sein Wert in der Gesellschaft, aber auch insbesondere bei sich selbst. Führt die Angleichung seines Äußeren an vorhandene Normen folgerichtig zu einem gesteigerten Selbstwertgefühl? In der momentan als oberflächlich und dem schönen Schein verfallenen Gesellschaft hat es den Anschein, wird doch regelmäßig den Formen und Ausprägungen der vermeintlichen Schönheit gehuldigt. ( … dem auch ich zum Teil durchaus erlegen bin, denn wie gern sehe ich wohlgeformte Menschen an – aber auch, wie gehe ich damit um und da spätestens kommt das Menschliche weit vor dem Äußeren!)

Ob aber der Erfolg durch den Einsatz des Aussehens in der Gesellschaft nachhaltig ist, ist durchaus zu bezweifeln, meine ich. Menschen, die sich eines Makels entledigt haben, berichten regelmäßig über den Erfolg in ihrem gesamten Umfeld. Doch würden sie auch von einem Misserfolg berichten? Würden sie davon berichten, dass nach einer Zeit der verstärkten Beachtung der Veränderung danach der Umgang auf ein ähnliches Niveau zurückgeht, wie es vor der Manipulation erfahren wurde. Schließlich wirkt der Mensch zusätzlich zu seinen optischen Werten durch Gestik, Mimik und noch viel mehr durch seine Taten oder deren Unterlassung.

Einen halben Schritt zurück: gibt die Überlegung, ob eine Tat oder Gestik oder Mimik erst durch eine Veränderung des Äußeren möglich gemacht wurde? Hatte diese erst ein gesteigertes Selbstbewusstsein zur Folge? Bin ich erst durch die Manipulation an meiner Erscheinung in einem so hinreichenden Maße innerlich gestärkt, um souverän und selbstbewusst interagieren zu können? Auch diese Frage wird fast durchgängig bejaht.

Ein Beispiel aus meiner Jugend: Der Gockel Bernhard mit der Chevignon-Jacke stolziert so überzeugt von der exklusiven Jacke über den Schulhof, dass er die neugierigen Blicke der Mitschüler auf sich zieht und so eine Bestätigung erfährt, die sein Selbstbewusstsein bis zur Einbildung hin steigen lässt. Ohne die Jacke kam er verdammt unscheinbar daher. Was änderte das an seinem Charakter? NICHTS. Oder er glaubte, er war nun ein toller Hecht, so, wie die Mitschüler auf seine Jacke reagierten, was er auf seine Person projezierte, wurde selbstsicherer und damit auch freier, eloquenter, was ihm offensichtlich gut tat. Erfolg auf ganzer Linie? Ja, könnte man meinen, doch war Bernhard vorher weniger wert? Nein, doch die Jacke öffnete ihm damals die entscheidende Türe. Er wurde wahrgenommen, er hatte die Chance, Worte zu sagen und dabei gehört zu werden. Hätte man ihm vorher zugehört, wäre er kein anderer gewesen, ohne den schönen Schein einer modischen Manipulation seines Äußeren. Gilt das jetzt als Beweis für die Notwendigkeit der Manipulation? Ganz im Gegenteil, möchte ich anführen, denn zu überdenken ist die eigene Einstellung, Menschen wahrzunehmen, jenseits des bloßen Äußeren, nämlich der eigentlichen charakterlichen Werte halber. Wie schwer das ist, erleben wir täglich… und so war es tatsächlich früher. Weiß jemand etwas Ähnliches aus heutiger Zeit zu berichten?

Dadurch wird deutlich, wie eingreifend unser Selbstbewusstsein unterlaufen ist, wie groß der Einfluss der gesellschaftlichen Trends und Moden auf unser innerstes Selbstwertgefühl ist. Momentan scheint der oberflächliche Erfolg dieser Strömung recht zu geben, stark steigende
Umsätze in der Industrie der Verschönerung des Menschen in all seinen Ausprägungen belegen dies.

Schönheit – Eine Frage des Wertes? Teil 1 (169)

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Bemisst sich Schönheit in einem absoluten Wert?  Stellt eine Art Gegenwert das Maß der Schönheit in Relation? Wieviel wert ist meine Schönheit auf dem Markt?

Eine weitere spannende Herangehensweise an die Erkundung der Bedeutung von Schönheit in unserer Gesellschaft, finde ich, ist die Frage nach deren Wert. Und zwar deshalb, weil ich, wenn ich diesen Wert bestimmt habe, einen Schritt weiter gehen kann, als über schön oder unschön nachzudenken, und folgerichtig in den Bereich von Ursache und Wirkung gelange. Warum? Weil jenseits von irgendwelchen Maßen und Vorgaben, jenseits von aufgelegten Trends und Moden, jenseits von medialen Idealvorstellungen die Tatsache der Schönheit an sich als Nenner fungiert, und ein Wert derselben in unserer Gesellschaft den Zähler darstellen könnte.

Wie ich das meine? Nun, betrachte ich die Schönheit als absolut, noch nicht philosophisch, eher mathematisch, so bin ich jenseits von jedweder Ausprägung der Schönheit. Ein Mensch, eine Sache, eine Landschaft, irgendetwas kann als schön empfunden oder definiert werden! Dazu bedarf es eines Subjekts. Das sind wir Menschen. Temporär und geografisch gibt es bei dieser Definition keine Abweichung: hier die möglichen Zähler:

1. Temporär
Die ebenmäßige Ägypterin ist schön, die Rubensfrau ist schön, Twiggy ist schön, Gina Lollobrigida ist schön, Kate Moss ist schön, Brad Pitt ist schön, und für jeden Menschen ist gerade ein ganz bestimmter Mensch schön.

2. Geografisch
Die Frau mit Giraffenhals ist schön, der Mann mit Tellerlippen ist schön, Yu Wenxia ist schön, Cara Delevingne ist schön, Beyoncé Knowles ist schön, Ben Dahlhaus ist schön.

Schön = Der Nenner. Absolut gesehen gibt es keinen Unterschied. Tatsächlich! Schön ist schön. In allen erdenklichen Ausprägungen. Basta!

Nach Festlegung dieser Prämisse kann ich mich ganz entspannt dem Zähler widmen. Was ist Schönheit wert? Kulturübergreifend bringt die Schönheit eine Reihe von Wirkungen mit sich. Sie hat maßgeblichen Einfluss auf die Empfänger, die Subjekte, welche mit unterschiedlichsten Rezeptoren versehen, sich ihr nicht entziehen können, ganz im Gegenteil, die sie aus inneren Antrieben heraus sogar geradezu suchen.

Der Wert der Schönheit ist unermesslich. Weiter in Teil 2.