Schön zu sein, um in der Masse der Schönen unterzugehen (144)

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Welches Ziel fassen wir ins Auge, nachdem wir es erreicht haben, schön zu sein? Ist es die Erhaltung der Schönheit, und dies, so lange es geht?

Angenommen, wir haben es erreicht, schön zu sein. Weiter angenommen, wir gelten auch in der Öffentlichkeit als schöner Mensch. Wir alle wissen, dass dieses Bild der Schönheit nicht auf Dauer erhalten werden kann. Doch viele von uns versuchen es, wieder und wieder. Darüber möchte ich hier jetzt nicht schreiben. Ich möchte vielmehr fragen, was mit uns geschieht, wenn wir erreicht haben, was wir für unser Aussehen gewünscht, geplant, ersehnt haben. Was ändert sich, wenn wir zu den schöneren Exemplaren der Menschen gehören?

An jedem Tag, zu jeder Stunde, in jeder Minute geschieht es. Ein Mensch macht sich schön(er). Dieser Mensch kommt aus dem Fitnessstudio, ein anderer steht fertig geschminkt von seinem seinem Stuhl vor dem Spiegel auf, die nächste Person kommt stolz von der Nachuntersuchung der Brustvergrößerung, wieder ein anderer verlässt sehr zufrieden die Boutique an der Königsallee in neuem Outfit. All diese Personen vereint ein Gefühl. Sie gehören dazu, dazu zum Kreise der Gutaussehenden.

Sie alle setzen sich ab vom Kreise der „Normalen“, besonders jedoch von jenen, die nicht schön aussehen, denen z.B. die Klaue des Alters unverkennbar ihren Abdruck eingraviert hat, wie auch jenen, denen die Spuren des Lebens ihren Stempel aufgedrückt haben. Nur diejenigen, denen es an Kaufkraft zur gesellschaftlich diktierten Umgestaltung der eigenen Erscheinung fehlt, die werden argwöhnisch betrachtet,, vielleicht ähnlich zu denen, die sich dagegen entschieden haben, sich vornehmlich über ihr Äußeres zu definieren.

Und danach? Wenn ich es erreicht habe? Das, von dem ich annehme, dass ich nur dann eine Chance auf Glück (Partnerschaft, Freundschaft) und Erfolg (Beruf) und Ansehen (gesellschaftlicher Status) habe, wenn ich diese Attribute der Attraktivität aufweise? Wenn ich meine Falten im Gesicht mit Botox geglättet habe, meine Zähne überkront habe und sie daraufhin so weiß wie neu scheinen, und meine Nase wieder ganz symmetrisch und etwas kleiner in meiner Gesichtsmitte thront?

Werde ich plötzlich austauschbar? Werde ich ganz überraschend eines von vielen schönen Gesichtern werden, die uns allen von sämtlichen Medien her entgegenstrahlen? Ist vermeintlich an der Stelle, an der ich vorher mein eigenes, im Laufe des Lebens entstandenes Antlitz hatte, das sich meinem Wesen entsprechend entwickelte, etwas Neues kreiert worden? Steht es mir vielleicht zu, zu behaupten, dass ich sowieso und immer schon, während meines Lebens mein Äußeres manipuliert habe und dass ein stärkerer Eingriff nur ein weiterer kleiner Schritt ist in Richtung meines selbst gestaltetes Leben ist? Modelliere ich nicht mein Äußeres nur nach meinen inneren Werten, und ist es daher nicht geradewegs authentisch? Ist nicht eine kosmetische Operation nach einem Unfall mit der Wiederherstellung eines Zustandes von vorher nicht ein Beispiel dafür, dass ich mit meiner Aktion der Verschönerung gleichfalls eine Wiederherstellung vornehme, eine Wiederherstellung eines Zustandes, in dem ich vor noch kurzen Zeiten selbst verweilte?

Hat der Mensch den erwarten Erfolg, wenn er sich an diesem gesellschaftlich immer mehr in den Vordergrund gerückten Verständnis, ja, Leitbild von „Fitness, Jugendlichkeit, Schlankheit“ orientiert? Ist etwa ein Verlust von charakterlicher Individualität zu befürchten, wenn der Mensch sich äußerlich manipuliert. In wie weit definieren sich die Mitglieder einer Gesellschaft über die tatsächliche Durchführung von Manipulationen oder deren Unterlassung. Bin ich weniger wert, wenn ich meine Nase nicht richte?

Eine Vielzahl von Fragen, jedoch mit einer eindeutigen Tendenz. Es „scheint“ in der Tat so zu sein, dass sich der Erfolg der Manipulationen im wahrsten Sinne des Wortes auszahlt. Dabei ist die Währung nicht ausschließlich monetärer Natur, sondern nebst Glücklichkeit und gesellschaftlicher Teilhabe führt die Anerkennung des manipulierten Äußeren zu einer gefährlichen Überschätzung des Charakters. Eine gewisse Oberflächlichkeit geht entweder der Angelegenheit voraus oder folgt ihr stehenden Fußes.

Eine Austauschbarkeit, hervorgerufen durch meine Schönheit, durchkreuzt von der Ambivalenz vom Wunsch nach Schönheit und gleichzeitiger Konformität, im Dialog von Extravaganz und Durchschnittlichkeit, lässt eine bequeme Art der Nicht-Existenz entstehen. Ob dadurch eine in der Gesellschaft so überlebenswichtige Riege der reflektierenden Querdenker mit Ecken und Kanten abhanden kommt, steht dann zu befürchten, wenn das Augenmerk in immer stärkerer Weise auf den schönen Schein gelegt wird. Meine ich.

Für wen machst Du Dich schön? (143)

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Aus Befragungen von Patienten, die eine Schönheitsoperation an sich haben durchführen lassen ging hervor, dass 79% der Menschen als Begründung für den Eingriff angaben, das nur für sich selbst machen zu lassen. Bei näherer Betrachtung ergibt sich jedoch ein gänzlich anderes Bild.

In einer Studie, an der über 200 Probanden, die sich zuvor einer Schönheitsoperation unterzogen hatten, teilnahmen, konnte die Aussage, dass die Menschen eine solchermaßen substanzielle Veränderung in erster Linie für sich selbst durchführen ließen, mehr als relativiert werden. Durch einen Fragenkatalog mit sich selbst verifizierenden Fragen, ferner durch Befragungen durch Interviewer mit psychologischem Hintergrund wurde ein Ansatz herausgestellt, den ich wie folgt beschreiben möchte:

Menschen, die Manipulationen gleich welcher Art an sich durchführen (lassen) tun dies in erster Linie, um so einem Bild von Normalität und Aussergewöhnlichkeit im positiven Sinne zu entsprechen, damit -und das ist für mich die Kernaussage der Untersuchung- sie in ihrer Peer-Group, in ihrem sozialen Gefüge eine positive Geltung erfahren, bzw. zumindest nicht (mehr) negativ auffallen.

Warum ein Mensch negativ auffallen könnte, habe ich in meinem Beitrag „Warum du so nicht bleiben möchtest“ beschrieben. Daraus werde ich ein Beispiel aufgreifen, anhand dessen ich verdeutlichen möchte, wie das oben beschriebene Ergebnis zustande gekommen ist. Dazu betrachte ich eine der am häufigsten durchgeführten Schönheitsoperationen, aktuell und auch in der Vergangenheit ist es die Nase des Menschen, die einer Veränderung unterzogen wird.

Ob eine Nase ungerade, groß, klein, flach, breit, eine Hakenform beschreibt oder einfach von der Form her eine Eigenwilligkeit beschreibt, es kann für den Träger zu einem Problem (gemacht) werden. Über die optische Wirkung des Menschen habe ich schon häufiger geschrieben, ebenso über die unterbewusste Beeinflussung unserer Wahrnehmung durch bestimmte optische Schlüsselreize. Darin habe ich u.a. von der Bedeutung, dem Stellenwert der Symmetrie berichtet. Die Form der Nase (neben den Augen und den allgemeinen Proportionen des Gesichts) entscheidet über eine positive, negative oder neutrale Wirkung auf den Gegenüber. Während der Abstand der Augen sowie deren Größe nicht so einfach operativ verändert werden können, ist es bei der der Nase, neben dem Mund und den Augenlidern und der Unterspritzung der Haut mit Nervengift ein leichtes.

Zurück zum eigentlichen Thema. Ich möchte das eingangs erwähnte Untersuchungsergebnis einmal für die weitere Entwicklung meiner Gedanken hernehmen und darauf aufbauen. „Ich lasse mir meine Nase richten, weil ich mich danach besser fühle!“ So der Tenor aller erfassten Aussagen. Was steckt dahinter? Die Aussage könnte unter Berücksichtigung der o.g. Studie wie folgt abgewandelt formuliert werden:
Beispiele: Ich lasse mir die Nase operieren, weil ich danach …

· … mir die Menschen freundlicher ins Gesicht blicken!
· … als wertvoller erachtet werde!
· … mehr Erfolg im Beruf habe!
· … nicht mehr so (negativ) auffalle!
· … leichter Freunde finde!
· … als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft behandelt werde!
· … ein sichereres Gefühl beim Umgang mit anderen Menschen habe!
· … endlich meinen Traumprinzen/meine Traumprinzessin finden werde!
· … ernster genommen werde!
· … selbstsicherer werde!
· … schöner bin!
· …

Diese Liste ist noch lange nicht vollständig, und doch zeichnet sich eindeutig ab, wohin die Reise geht. Jeder einzelne Punkt hat einen kausalen Bezug zur Gemeinschaft, in der wir uns definieren wollen und müssen. Wir alle definierten uns natürlich nicht ausschließlich über unser Äußeres, doch seine Bedeutung ist hoch, wirkt sie doch in jedem Moment, wenn wir einem Menschen gegenüber treten, auf’s Neue. Der Inhalt der Verpackung kommt danach, er bildet nach einer bestimmten Zeit das Fundament, und dennoch, bei jedem neuen Treffen mit einem noch so bekannten Menschen, und sei es der eigene Partner, an jedem Morgen nach oder beim Aufwachen entdecken, sehen wir den Menschen an. Wir suchen und finden seine Stimmung, sein Gemüt, seine Laune, blicken in sein Gesicht, fragend und sprechend, geben unseren eigenen Ausdruck zum besten und wirken so bewusst und unbewusst vor uns hin.

So lassen sich die Begründungen oben noch einmal erläutern, und zwar im Hinblick auf die Intention der Handlung, wohin gerichtet ist meine Aktion:

· … mir die Menschen freundlicher ins Gesicht blicken! } für die Menschen

· … als wertvoller erachtet werde!
} für die Menschen

· … mehr Erfolg im Beruf habe!
} bei den Menschen

· … nicht mehr so (negativ) auffalle!
} bei den Menschen

· … leichter Freunde finde!
} unter den Menschen

· … als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft behandelt werde!
} von den Menschen

· … ein sichereres Gefühl beim Umgang mit anderen Menschen habe!
} bei den Menschen

· … endlich meinen Traumprinzen/meine Traumprinzessin finden werde!
} unter den Menschen

· … ernster genommen werde!
} von den Menschen

· … selbstsicherer werde!
} unter den Menschen

· … schöner bin!
} für die Menschen

Daraus ist leicht ersichtlich, für wen ich die Veränderungen durchführe, ganz gleich, ob ich mir meine Nase begradigen lasse, meine Augen mit Kajal schminke oder die coolen Westernboots anziehe, um danach scheinbar mit meinem noch cooleren Gang die Mädels zu beeindrucken. Für die Wirkung, Akzeptanz und Wertigkeit in den Gesellschaft, Gemeinschaft, in der wir leben. Klar machen wir es für uns, aber damit wir eine ganz bestimmte Wirkung genau dort, wo es uns absolut wichtig erscheint, erzielen!

Spannend werden die nächsten Fragen zu beantworten sein, die ursächlich nach folgendem forschen:

- woher glaube ich zu wissen, wodurch ich meine Wirkung verändern kann?

- woher nehme ich die Vermutung, dass die Veränderung meiner optische Wirkung diesen Einfluss hat?

- wo liegen die Grenzen für die scheinbare Notwendigkeit einer Manipulation und wer legt diese fest?

- warum überhaupt, wenn ja, hat die Optik diesen beschriebenen Einfluss auf unsere Existenz?

Vielleicht fallen Dir noch ein paar Fragen ein, die Du mir in einem Kommentar zukommen lassen möchtest. :-) Es wird bestimmt spannend.

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Warum Du so nicht bleiben möchtest! Teil I (142)

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Warum verändern Menschen ihr Äußeres? Sie entwickeln sich in ihrem Körper und ihrem Gesicht im Laufe der Jahre immer weiter, Veränderungen sind die einzige Konstante, wie es heisst. Was ist es, das uns dazu veranlasst, diese Veränderungen zu verändern?

Ist die Ursache für den Wunsch nach Veränderung die Empfindung eines Mangels? Und wenn ja, entstand dieses Defizit aufgrund einer Differenz zu einer wie auch immer gearteten Idealvorstellung vom Äußeren eines Menschen? Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen diese These weitestgehend. Diese Forschungsergebnisse beschreiben den Vorgang des manipulativen Eingriffes als Wiederherstellung eines Bildes, welches wir unbedingt darstellen wollen, weil wir der Überzeugung sind, ohne diesen Anschein die soziale Integration in bestimmte Kreise und Gemeinschaften zu gefährden.

Der Ansatz meiner Überlegungen hier in diesem Artikel setzt an dem Punkt an, der der Frage nach den Gründen für die Befürchtung nachgeht, unmanipuliert der sozialen Ächtung anheim zu fallen. Sicherlich überspitzt formuliert hört sich das an, aber ich möchte den Weg in Form einer Synthese aufzeigen, indem ich vom sehr einfachen in Richtung des Gesamten hin arbeite. Dabei schwebt mir ein Bild vor Augen, das, wie ich glaube, geeignet erscheint, um als Beispiel diese Untersuchung zu unterstützen.

Doch der Reihe nach. Welcher Mangel ist es, der uns in die Trickkiste der möglichen Verkleidungen greifen lässt?

1. Vergänglichkeit der Jugend
Wenn wir älter werden, unternehmen wir viele Dinge, von denen wir glauben, dass wir unserem Aussehen einen jüngeren Anstrich verleihen.

1.1. Veränderungen der Hautbeschaffenheit
Erneut ist es der Zahn der Zeit, der die Spannkraft unserer Haut verringern lässt.Wir sind bestrebt, einen Zustand der straffen Haut zu erhalten.

1.2. Verweichlichung unserer Gewebestruktur
Durch rückläufige körperliche Aktivitäten und Beginn des Muskelabbaus, sowie Umwandlung der Muskelmasse in „sonstige Gewebemasse“ bekämpfen wir diesen allmählichen Verfall.

1.3. Vergilbung unserer Zahnfarbe
Durch unkontrollierte Nahrungsaufnahme entstandene Verschlechterung der Zahnschmelz-Beschaffenheit begegnen wir mit dem Ersatz unserer Zähne durch weiße Imitate.

1.4. Vergrauung unserer Haare
Altersbedingter Rückgang der Melanin-Produktion sorgt für graue Haare, dem wir mit Färbung zu Leibe rücken.

2. Mangel an unserer natürlichen Beschaffenheit
Wir empfinden eine Abweichung von einem gesellschaftlichen Standard, wie auch immer dieser erfunden wurde.

2.1. Fehlende Größe
Durch hohes Schuhwerk stellen wir uns größer dar, als wir es sind.

2.2. Zu hohes Gewicht
Genetisch bedingt tragen unsere Gene zu einer exzellenten Nahrungsverwertung bei und wir haben grundsätzlich ein höheres Körpergewicht.

2.3. Genetisch bedingte Körperverformungen
Abweichungen von frei festgelegten, idealen Körperproportionen versuchen wir durch Kaschieren oder chirurgische Eingriffe zu übertünchen oder zu eliminieren.

2.4. Ethnische Merkmale
Vom idealtypischen Musterexemplar des den Schönheitsstandard bildenden nordeuropäischen sowie nordamerikanischen Typus Menschen abweichenden Ethnien obliegt die Angleichung zur integrierenden gesellschaftlichen Akzeptanz.

3. Menschengemachte Defizite
Zivilisatorisch fundierte Ursachen der Abweichungen von Idealen versuchen die Menschen durch Maßnahmen gleicher Herkunft zu bekämpfen.

3.1. Kein normalgewichtiger Körper I
Durch unkontrollierte Nahrungsaufnahme von erstens übermäßiger Masse und zweitens von mindester Qualität und drittens von für den Menschen ungünstigen aber den Fertigungsprozess optimierten Ingredienzien aufgenommenen Stoffen.

3.2. Kein normalgewichtiger Körper II
Bewegungslegastenische Kinder in alarmierender Anzahl in den westlichen und zunehmend anderen Kulturen belegen einen Trend, der seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten bekannt ist, aber nicht bis ins Bewusstsein vorgedrungen zu sein scheint. Dieses Verhalten der dekadenten Bequemlichkeit fördert eine Fettleibigkeit sonder Gleichen hervor, die allzu oft nicht durch Bewegung sondern durch zivilisatorische Mittelchen und Maßnahmen bekämpft werden.

3.3. Veränderungen der Haut II
Durch den Konsum unnatürlicher Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel, sowie der Aufenthalt in stark mit Umweltgiften belasteten Surroundings verursacht Störungen, die gerne mit wiederum künstlich-chemischen Substanzen zu lindern versucht werden.

3.4. Störungen des biologischen Gleichgewichts
Selbsterschaffene körperfeindliche Lebensumstände zerren an der Substanz unseres Körpers. Allgemein anerkannte Ursachen für die Beschleunigung des körperlichen Verfalls wie etwa Stress durch Termine, überzogene Leistungserwartung (durch dritte oder auch -oder besonders- sich selbst), Überfrachtung des Alltags werden dem Konsum und der Überschreitung der Grenzen des Wachstums untergeordnet. Dieses wird mit Freizeitstress zu lindern versucht und mündet dennoch in einem „Burn-out“ des Körpers oder frühzeitigem Ableben.

3.5. Störungen des seelisch-geistigen Gleichgewichts
Diesen Bereich möchte ich hier nur der Vollständigkeit halber erwähnen, der ein äußerst umfangreiches Feld darstellt, welches aber den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde.

Nach dieser kleinen Aufzählung von Ursachen möchte ich im 2. Teil die Herkunft dieser Ursachen beleuchten, um auf die Spur einer Erklärung zu kommen, die verdeutlicht, weshalb die Gründe zwar menschengemacht und oberflächlich, aber dennoch so ungemein einflussreich zu sein scheinen.

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Look at the Beauty! (141)

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Warum verändert der Mensch seinen Körper? Liegt der Grund darin, dass dieser Mensch eine Zugehörigkeit in ein von einer elitären Gesellschaft bestimmtes Sozialgefüge anstrebt? Dazu jedoch müsste er erst einmal ein Gefühl des Ausschlusses empfinden! Und die Ursache dessen auf sein Äußeres fundieren.

Eine Diskussion darüber, welche Menschen es sind, die, global betrachtet, einen Prototyp der Attraktivität bilden ist schon lange im Gange. War es bis zum Ende des letzten Jahrhunderts noch fast ausschließlich der kaukasische Typus, so hat sich bis in die Gegenwart hinein eine vorsichtige Erweiterung dieses Bildes manifestiert. Hatten es die plastischen Chirurgen aus dem „Fachgebiet Beauty“ vorher noch damit zu tun, Gesichter vom asiatischen oder afrikanischen Typus in Richtung des europäischen anzugleichen, so ging dieser Anteil der Schönheitsoperationen aktuell deutlich zurück, so die Presse.

Im Einzelfall handelte es sich dabei um die Ergänzung einer zweiten Lidfalte beim asiatischen Typ und die Veränderung der Nase beim afrikanischen Typus. Zwar sind Veränderungen im Nasenbereich noch immer eine der häufigsten Maßnahmen zur Angleichung an einen idealtypischen Menschen, doch erfährt im Zuge der Globalisierung auch auf diesem Gebiet das Schönheitsideal Anpassungen. Die Omnipräsenz von (bearbeiteten)Fotografien von Menschen vielfältiger ethnischer Herkunft in allen verfügbaren Medien erweitert so das bisherige Ideal.

Eine Erklärung, oder besser Aufklärung über die Beweggründe für einen Menschen, einem bestimmten Vorbild entsprechen zu wollen, lässt sich einleiten, wenn man die Bestrebungen genauer unter die Lupe nimmt, die die Menschen auf sich nehmen, um erklärte Ziele für ihr Aussehen zu erreichen. Unternehme ich eine Schönheits-OP, um einem bestimmten sozialen Verbund beitreten zu können oder um einem anderen zu entkommen?

Liest man Aussagen über die Ziele der Personen, die sich einer plastischen Operation unterziehen, so steht an erster Stelle fast immer die Manipulation des eigenen Ego. Der Wunsch, sich im äußeren einer Veränderung zu unterziehen, geht Hand in Hand mit dem Wunsch einher, dass sich diese Veränderung sowohl auf ihr inneres, besonders aber auf die Wirkung auf ihr soziales Umfeld überträgt. Nicht dass diese Menschen sich über die Ausschöpfung der Möglichkeiten von Veränderungen ihres Äußeres definierten, es stellt sich vielmehr so dar, als dass sie ihr Äußeres auf ihre charakterliche Persönlichkeit übertragen. Dieses Äußere ist zunehmend formbar, steuerbar und beeinflussbar.

Meistens liegen die Gründe für eine Manipulation des Aussehens weniger im Wunsch nach einem Superlativ, so das tendenzielle Ergebnis der Mehrzahl entsprechender Untersuchungen, sondern in der Absicht, das Äußere in einen Zustand zu bringen, der gesellschaftlich in einen Rahmen der sozialen Toleranz fällt. Die Ziele der Menschen, die als Mittel der Wahl die kosmetische Chirurgie wählen, liegen demnach in Veränderungen in genau den Bereichen, die von einem gesellschaftlichen Gefüge in ihrer ursprünglichen Form dieser Äußerlichkeit mindestens mit teilweise erheblichen Störungen, bis hin zum offenen, öfter aber noch perfiderweise unterschwellig versteckt zum gänzlichen Ausschluss von dieser Gemeinschaft führen.

Da der Mensch ein zutiefst soziales Wesen ist, unternimmt er tagtäglich alles, um in der Gesellschaft eine Anerkennung seiner Persönlichkeit zu erreichen. Der Weg dahin ist so vielfältig, wie es Menschen gibt, doch der hier beschriebene Bereich der optischen Attraktivität nimmt dabei weltweit eine Sonderstellung ein. Das zeigt sich schon allein in der Tatsache, dass optische Manipulationen in allen Teilen der Erde und zu allen Zeiten unserer Gesellschaft eine herausragenden Status einnehmen. Darüber schrieb ich schon häufiger.

Was in der Gegenwart -für mich als eifriger Beobachter dieser Entwicklungen- besonders auffällig ist, sind die steigenden Zahlen der kosmetischen Operationen weltweit. Dieses, als eines der letzten Mittel -vor der pränatalen Einflussnahme- das letzte Mittel, weist hin auf die scheinbar zunehmenden Kräfte der Angleichung der eigenen Persönlichkeit an soziale Idealvorstellungen, in einer Gesellschaft, die sich vermeintlich immer mehr über Äußerlichkeit definiert, oder aber ihr zumindest einen immer größeren Rang zuschreibt.

Das dekadente Wesen Mensch, könnte man annehmen, nutzt die sich ihm bietenden Möglichkeiten immer aus. Was machbar erscheint, wird ausgeführt. War die kosmetische OP noch vor einiger Zeit ein durch ihre immensen Kosten der reichen Oberschicht vorbehaltenes Mittel, beispielsweise überbezahlten Mimen, bei denen man es durch ihre öffentliche Tätigkeit stets gut nachvollziehen konnte, (Cher, Elizabeth Taylor, u.v.a.m.) so bietet sich diese Möglichkeit zunehmend jedermann an. Wie oben erwähnt, angenommen wird es mehr und mehr, was die Zahlen der Umsätze der Branche offen nachvollziehbar verdeutlichen.

Vorläufiges Fazit: hauptsächlicher Grund für die kosmetische Operation scheint die Beseitigung eines selbst empfundenen Mangels zu sein. Die Ursache dieser Empfindung scheint vorrangig daraus zu resultieren, dass der Mensch sich per Definition seines Äußeren sozial anerkannt fühlt. Die Idealvorstellungen, denen jede Gemeinschaft anzugehören bestrebt ist, wurde durch sie selbst erschaffen. Die Erreichung dieses Zustands kann nicht das erklärte Ziel sein, sondern die Ausmerzung all der Hindernisse, die eine Zugehörigkeit gefährden. Im Moment erscheint es einfacher zu sein, optische Hindernisse aus dem Wege zu räumen, als sich idealistisch-geistig zu entwickeln. Doch noch ist nicht aller Tage Abend!

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Zensur des schönen Hässlichen (140)

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Darf ich alles ansehen, was es gibt? Existieren Dinge, Wesen, Geschehenisse, die meinen Augen verschlossen bleiben? Wie würde ich diese Fragestellung in eine Beziehung zu meiner naturwissenschaftlichen Bildung setzen? Ein Essay.

Alle Dinge bestehen aus einer Ansammlung von Atomen, Elektronen, Protonen, Quarks oder Neutrinos, vielleicht sogar Higgs Teichen, diese können von uns wahrgenommen werden, wenn Lichtenergie auf ein Albedo trifft. (Selbstleuchtende Körper übergehe ich einmal.) Grundsätzlich kann ein Körper jede mögliche Form annehmen. Durch physikalische Kräfte bedingt, und im Zusammenschluss der Teilchen unter Adhäsion und Kohäsion kommen sie zustande. Unter dem Einfluss in bestimmten Wellenlängen auftreffender elektromagnetischer Strahlung kann unser dafür eingebauter Sensor die Formen und Farben der Körper wahrnehmen. Wir sehen etwas. Soweit sehe ich die physikalischen Abläufe in kurz angerissener Weise.

Spannend wird es, wenn wir Menschen beginnen, diese physikalischen Information zu deuten, zu erklären oder zu steuern. Bevor wir dies tun, ist von Grund auf jede Erscheinung ohne Bedeutung. Bis der Mensch eine Definition festlegt. Einem Kinde beispielsweise erklären wir die Welt, weil es nicht weiß, was die Dinge bedeuten. Die Dinge, Erscheinungen selbst wissen davon nichts. Sie sind seit ihrer Entstehung immer gleich. Dennoch belegt der Mensch im Laufe der Zeit, der Jahrhunderte, der Jahrtausende die Dinge nicht identisch. Das ist ein zentraler Punkt, unter dessen Berücksichtigung die Sichtweise auf die Dinge ungemein geschärft wird. Ein steter Wandel also begleitet die manigfaltigen Bedeutungen in ihrer Erscheinung.

An dieser Stelle möchte ich die einfache Frage aufwerfen und ihr sogleich nachgehen, nämlich woher wir diese und jene Bedeutung der Dinge, der Wesen, der Erscheinungen nehmen, und warum wir sie gegen Gedanken, Ideen und Gefühle verteidigen, warum wir sie so wenig hinterfragen. Passable Beispiele zur Erforschung dieser Fragestellung finden sich in jedem noch so profanen Begriff, dessen Bedeutung bei jedem von uns ähnliche und weniger ähnliche Assoziationen erzeugt.

Was wäre mit dem Begriff  “rot”, oder dem Begriff “Bein”? Fallen einem zu diesen beiden Begriffen verschiedene Bedeutungen ein? Wie wäre es mit der Bedeutung des Wortes Vertrauen? Vertrauen besitzt eigentlich nicht den Status eines Wesens, Dings oder einer Erscheinung (im weitesten Sinne ist Erscheinung noch eine akzeptable Bezeichnung dafür) , sondern wird mehr als Zustand umschrieben. Dazu fallen mir viele differenzierte Erläuterungen ein. Da jedoch zu Beginn dieses Artikels von der Bedeutung von Dingen und Wesen die Rede war, möchte ich nicht über einen Zustand nachdenken, sondern einfach den Begriff “Haut” ganz kurz umreißen.

Unter Haut versteht die Menschheit auf der Erde meist dasselbe. Der Umgang mit ihr jedoch gestaltet sich in den Kulturen der Welt und den Epochen der Gesellschaften äußerst vielfältig und variabel. In einer bestimmten Epoche ist es en Vogue etwas mehr Haut zu zeigen, zu einer anderen Zeit ist es -im Gegenteil- mehr als verpönt. In manchen Ethnologien wird die Haut geschmückt, indem man sie einritzt, in der nächsten Kultur tätowiert und der übernächsten gilt eine bestimmte Farbe der Haut als Voraussetzung für eine Akzeptanz eines Individuums in der Gesellschaft. Soweit nur ein ganz kleiner Ausschnitt, der aber schon jetzt verdeutlicht, worauf ich hinaus möchte. Zuvor aber noch ein anderer Gedanke.

Als problematisch für das Verständnis der Menschen von Bedeutungen sehe ich ihren Wandel an. Der lässt die Menschen oftmals nicht Schritt halten. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Wandel über eine relativ kurze Spanne von einem Jahr oder kürzer vollzieht oder erst im Laufe von mehreren Jahrzehnten sein neues Gewand hervor bringt. Liegt es nämlich in der Verantwortung der Erziehenden, Inhalte zu vermitteln, so liegt es hingegen in der Verpflichtung der Schüler, das Erlernte zu reflektieren. Auch gilt hier zu erwägen, in wie weit sich der Erklärende von seiner Natur entfernt und Probleme dadurch entstehen, dass diese unterdrückt (gehört) ;-) und massiv einer künstlichen Bestimmung untergeordnet wird. (Letzteres sei nur am Rande bemerkt, dazu ließe sich ein eigener Artikel verfassen.)

Zurück zur eingangs gestellten Frage, woraus sich jene stille Übereinkunft bildete, in einer Erscheinung einen bestimmten Sinn zu erkennen. Von erlernt über eingetrichtert bishin zu verinnerlicht durch Vorleben erreichen uns schier unendliche Sinninhalte. Diese addieren sich in unserem Gedächtnis auf einer Habenseite eines Kontos, während auf der Sollseite unsere individuelle Empfindungswelt einen Ausgleich zu finden sucht. Bringe ich dazu meinen Verstand ins Spiel, so folgt zwangsläufig die Überlegung, was dem Sinn der Erscheinungen seinen Sinn gibt. Wodurch und worin ordnet sich eine Erscheinung in Bezug auf ihre Sichbarkeit und Unsichtbarkeit ein.

Was ich mir ansehe, was ich mir nicht ansehen soll und warum ich es nicht soll, das kann eine spannende Entdeckungsreise werden, gehe ich dem nach. Um dem weiter nachgehen zu können, suche ich nach dem Grund dafür, warum bestimmte Dinge, Erscheinungen und Wesen per Definition bestimmte Adjektive erhalten. Etwa ekelig, schleimig, rauh, oder anziehend, rassig, lieblich. Wir verbinden Erscheinungen mit diesen positiven und negativen Adjektiven, während die Struktur an sich nichts mit den menschlichen Umschreibungen und insbesondere Wertungen zu tun hat. Warum verbergen sich und wir Bestimmtes vor unseren Augen, was hat uns so weit gebracht, woher kommt dieser Zustand? Überdenken wir, was uns dazu veranlasst, und wir entdecken manchen Irrtum. Fortsetzung der Überlegungen in Teil 2 demnächst auf diesem Blog :-)

Lauter schöne Menschen (139)

 

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Auf einem bequemen Bistrostuhl sitzend, draußen, im alten Café am Marktplatz im Zentrum der großen Stadt, dem Wetter ein Schnippchen geschlagen, weil es eigentlich noch etwas zu kühl ist, aber die Betreiber des Cafés mitdenkend, eine Decke zurechtgelegt habend, aus Gründen, die vermutlich eher den Drogenabhängigen geschuldet sind (drin darf ja nicht (mehr) Tabak konsumiert werden), für mich Drogenabhängigen die Allerweltsdroge Coffein in Form eines wundervoll kredenzten Latte Macchiato vor mir befindlich, in wahrer Vorfreude auf dessen Genuss, zusehend den Menschen, die, in allerwichtigster Manier in panikartigen Fluchtbewegungen -früher hätte ich diese Fortbewegung vielleicht gerade noch als schnelles Gehen erkannt- an den dekadent phlegmatisch das Kaffeeglas zum Munde führenden Gästen vorüber gleiten.

Da sitze ich, sehe den Menschen zu. Nehme sie wahr, nahezu jeden einzelnen, betrachte ihn auffällig unauffällig, in Bruchteilen von Sekunden, seinen Gang, vielleicht mehr einem Fluchtversuch vor dem eigenen Leben ähnelnd, als dem Weg von einem Ort zum anderen, sein Gesicht, seine Haare, den Körper. Zwangsläufig werden in mir Schubladen aufgezogen, in die ich -nur zu gerne- den ein oder anderen einordnen möchte. Manchmal ist meine Gegenwehr zu gering, um gerade das zu verhindern. Somit konnte ich den Menschen nicht retten. Dabei war er bestimmt ganz anders vom Wesen her. Meine Blicke, kaum an den Personen haftend, kämpfen sich wieder und wieder von oben nach unten am Menschen entlang, scheinen genau so getrieben, wie die Passanten selbst. Ich versinke scheinbar in der Menschenmenge. Doch in Wirklichkeit ist diese Betrachtung derartig oberflächlich, es könnten noch viele Menschen mehr sein und mein Auffassungsvermögen wäre noch lange nicht erschöpft. Es liegt einfach daran, dass mein Gehirn einen Filter anwendet, von dem mein Bewusstsein nur wenig erfährt.

Ich sehe die Menschen an, taxiere sie, weiß in genau diesem Augenblick, ob ein zweiter Blick lohnt, (be-)lohnt im wahrsten Sinne des Wortes, schätze ich ab, ob bestimmte Bereiche meines limbischen Systems so stark von der Erscheinung des gegenüber stimuliert werden könnten, dass unter diesen Umständen mit einer Ausschüttung eines bestimmten Hormons reagiert werden könnte. Wenn Schönheit für uns Menschen bedeutet, dass eine bestimmte Region in unserem Gehirn durch sie stimuliert wird und ein entsprechendes Hormon ausgeschüttet wird, dass uns, ähnlich wie das Dopamin oder andere Endorphine in einen positiven Gefühlszustand versetzt? Mein Bewusstsein könnte so mit Freude, positiver Überraschung, Faszination oder Begeisterung antworten. „Was für ein interessanter Mensch!“

Doch so schnell dieser Mensch auch erschienen ist, so schnell ist er vorüber geeilt, entzieht sich meiner Wahrnehmung. Er hinterlässt aber ein entsprechendes Muster in mir, wie die Wellen eines geworfenen Steins in den See. Je nach Stärke der Hormonausschüttung, oder Größe oder Wucht des geworfenen Steins, sind die Wellen mehr oder weniger heftig, je nach meinem persönliches Empfinden dieser Person. Mehr aus dieser Erinnerung, die von wallenden Gefühlen, die im Moment des Erblickens entstanden, heraus gesteuert wurde, formt sich ein Bild der Person, dessen subjektiv empfangenes Abbild durch diese Erinnerung unabwendbar verklärt wird. Das Bildnis verschwimmt zusehends, es macht einer Fiktion platz, die mehr vom entstandenen Gefühl gezeichnet lebt, als vom Gedächtnis.

Ich wandere mit meinen Augen entlang des Menschen, auf und ab. Schon während des Blickens verspüre ich die Absicht, dem Nächsten die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und wieder dem Nächsten und wieder dem Nächsten und immer so weiter. Von manchen Menschen reiße ich mich schwerer los, von anderen leicht. Von manchen, die ich gerade noch im Augenwinkel erfasste, habe ich dabei schon manches mal gedacht „VERDAMMT“! , „VERPASST!“.

Doch all diese Gedanken waren vergeblich! Warum? Nun, ich saß dort im alten Café am Markt im Zentrum der großen Stadt, auf einem bequemen Bistrostuhl sitzend, draußen, dem Wetter ein Schnippchen schlagend, weil es eigentlich noch etwas zu kühl war, aber die Betreiber des Cafés hatten mitgedacht, denn sie hatten eine Decke zurechtgelegt. Ich saß aber nicht nur einfach so da. Nein. Ich hatte meine Kamera dabei. Und ich habe all die Gedanken nicht gedacht, sondern ich habe mich mit Gegenlicht, Blende und Tiefenschärfe beschäftigt.

Ich habe, während ich über Bewegungsunschärfe und Verschlusszeit nachdachte, Vermutungen angestellt, was die Menschen, von denen ich in aller Offenheit ein Foto machte, wohl darüber dachten, dass ich sie ablichtete. Ohne auf dem Monitor meiner DSLR Fotos zu überprüfen -das mache ich nicht so häufig während der Straßenfotografie- sah ich fast jeden Menschen, den ich fotografierte, hinterher an, lächelte freundlich. Ich fragte mich, ob denn einer zu mir käme, und wissen wollte, was ich mit den Aufnahmen machte. Doch kaum einer von den vielleicht 30 abgelichteten Personen kam auf mich zu, der ich alten Café am Marktplatz im Zentrum der großen Stadt saß, auf einem bequemen Bistrostuhl, draußen, dem Wetter ein Schnippchen geschlagen, weil es eigentlich noch etwas zu kühl war, aber die Betreiber des Cafés hatten glücklicherweise mitgedacht, denn sie hatten eine Decke zurechtgelegt.

Der Latte Macchiato war wunderbar!

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Zwecklose Schönheit? (138)

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Kürzlich las ich in „Kallias“ von Friedrich Schiller etwas über die Befreiung vom Zweck der Schönheit, damit die Schönheit durch das Fehlen jeglicher Zielgerichtetheit überhaupt erst zum Tragen käme.

Das greife ich mit großer Begeisterung auf und führe gerne diesen Gedanken weiter.

Was bedeutet es, wenn Schönheit zielgerichtet ist? Nehmen wir an, ein Ding, ein Wesen ist da. Woher auch immer, was auch immer. Dieses besitzt eine Schönheit, zunächst unabhängig davon, worin sie zu erkennen wäre. Gehe ich davon als Prämisse aus, so kann es eine Wirkung nur dann haben, wenn ein Empfänger da ist, dem diese Wirkung zu Teil wird. Das Kausalitätsprinzip wirkt hier. Genau zu diesem Zeitpunkt greift die eingangs erwähnte Fragestellung, nur mit dem Unterschied, dass diese Wirkung einem Zweck dienen kann oder eben nicht.

Es ist die Frage, ob die unterstellte Schönheit einem bestimmten Rezipienten als Schlüsselreiz dient oder ob die Schönheit da ist und keinerlei Wirkung auf den Empfänger ausübt außer ihrer Erscheinung selbst. Angenommen, die Schönheit tut dies nicht, ist in keinster Weise zielgerichtet, wie würde der Schönheit gerecht werden, und sie überhaupt erkannt werden? Gibt es Schönheit, wo sie nicht wirkt, kein direkter Sinn erkennbar ist? Wer nähme sie wahr, wenn sie doch frei von einem direkten Bezug sind?

Dass es wahr ist, wir in der Tat Schönheit erkennen, obwohl sie nicht direkt mit einem Zweck für unsere Existenz verknüpft ist, das ist jedem Menschen geläufig. In wie weit es dabei zu Parallelen kommt, zu Abläufen, die durch bestimmte Reize -durch unsere Sinne aufgenommen- in unserem Gehirn umgemünzt werden, und bestimmte Belohnungszentren heimlich doch bedient werden, dass liegt auf dem Gebiet der Neurowissenschaft. Wir erkennen Schönheit wieder, Muster aus unserem Gedächtnis passen auf das Erkannte, erfreuen uns. Der entsprechende Bereich unseres Gehirns produziert die Hormone, die in uns ein Gefühl erzeugen, das vielleicht als erhaben, warm oder begeisternd beschrieben werden könnte.

Frei von Zweck vom Menschen erkannte Schönheit hat nach Schiller, wie ich ihn verstanden habe, erst die eigentliche, wahrhafte Bedeutung des Begriffs. Ja vielmehr ist er eigentlich frei von jeder Begrifflichkeit, denn in dem Moment, in dem ein bestimmter Begriff, der sich stets durch einen Sinn erklärt, zum Tragen kommt, hat das Ding oder Wesen die wahre Schönheit bereits verloren.

Am ehesten lässt sich dieser Zustand mit dem Szenario beschreiben, wenn uns vor Schönheit der Atem stockt, uns die Worte fehlen, wir sprachlos sind. In diesem Moment stellt sich die Frage nach einem Sinn und Zweck des Erkannten nicht. Das erfolgt frühestens dann, wenn sich der erste Eindruck der Schönheit relativiert hat, unser Geist die sinnlichen Informationen von unseren Gefühlen übernimmt.

Als Beispiel mag eine Sequenz aus der „Carmina Burana“ von Orff oder die „Morgendämmerung“ von Sibelius hergenommen werden, diese Musik, die frei von Zweckdienlichkeiten uns eine Gänsehaut über den Nacken aufkommen lässt. Die Schönheit manifestiert sich in einer Abfolge von Tönen, im Prinzip willkürlich zusammengestellter Instrumente, die willkürlich aus mehr oder weniger natürlichen Materialien zusammen geschustert wurden, Materialien, die in ihrem Rohzustand, wie auch prinzipiell in ihrem vollendeten Zustand im Bezug zur Musik jeder Schönheit entbehren. Nicht dass ein Cello oder eine Oboe nicht auch schön sein können, davon soll hier nicht die Rede sein, doch für die Musik ist es erst einmal so. Wie es aber klingt, das ist von absoluter Bedeutung, nämlich die Schönheit der Töne hervorzubringen, darauf kommt es an. Hier sei nur der Vergleich eines orchestralen Werkes zu einem Stück eines Digery Doo gestattet, welches gleichsam in der Lage sein kann, durch den virtuosen Könner bespielt, beseelte Töne von wunderbarer Schönheit hervorzubringen. Und wie viele Menschen aus unserem westlich geprägten Kulturkreis würden ein ausgehöhltes, geschmücktes Stück Eukalyptusast als schön bezeichnen?

In jedem Falle ist der Zuhörer ergriffen von einer Schönheit der Töne, die vordergründig frei von Sinn und Zweck für seine Existenz zu sein scheint.

Ähnliche Gedanken könnte man spinnen, wenn man einem Gemälde von Caspar David Friedrich oder William Turner gegenüber steht. Auch stünde man an diesen Orten, die den Künstlern als Motiv dienten, so wäre man von der Schönheit der Natur ergriffen. So erging es mir, als ich ähnliche Bilder bei meinem Besuch der Insel Rügen vorfand. Ist diese Schönheit frei von Sinn und Zweck, so wie der Blick auf die Wasserfälle von Iguaçu oder die fallenden Seen von Plitvice?

Wie aber ist die Schönheit zu betrachten bei einem surrealistischen Gemälde von Dali oder noch abstrakter einem von Kandinski oder Klee? Oder ganz abstrus in einem Fettfleck von Joseph Beuys? Für eine Reinigungskraft war sicher keine Schönheit zu erkennen, sonst hätte sie sich sicher nicht an die Beseitigung des „Kunstwerkes“ gemacht. Finden wir darin -sicher befreit von jeglichem Sinn und Zweck- eine Schönheit? Die Antwort liegt im Betrachter.

Ob es nun stimmt, dass die vom Zweck befreite Schönheit als die eigentliche Schönheit angesehen werden sollte, oder ob ein Sinn eines Wesens oder einer Sache seine Schönheit nur vermindern oder gar noch verstärken kann, diese Frage kann jeder für sich selbst beantworten, wenn er sich die Zeit dazu nehmen mag. Ich bin da noch zwiegespalten, sehe ich doch für mich eindeutig eine wunderbare Schönheit im Körper (wie im Geist) eines Menschen, eine Schönheit, welche in keinster Weise frei von Sinn und Zweck für mich ist!

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Schönheit? Wozu? (137)

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Für wen putze ich mich eigentlich so heraus? Für wen setze ich über mein ganzes Leben hinweg all die Ressourcen ein und wende diese Unmengen von Energie auf, um einem, meinem, oder dem fremdbestimmten Bild der Schönheit möglichst nahe zu kommen? Um diese Frage geht es im heutigen Artikel.

Ich strebe nach einem Bild der Schönheit, dass in meinen Kopf verankert ist. Über die Dauer meines bisherigen Daseins auf diesem Planeten hat sich ein Geist, ein Wesen, eine Instanz gebildet, oder genauer gesagt, ich habe mich selbst dahin entwickelt, wo ich bin. Vieles habe ich zugelassen, manches habe ich abgelehnt, oft so, wie es für mich am bequemsten war. Einige Kämpfe habe ich gefochten, weil es trotz Bequemlichkeit nicht mit meiner Idee vom „richtigen“ Leben vereinbar war. Manchen Sieg habe ich errungen, manche Niederlage erlitten aber vielleicht öfter, als mir lieb ist, einfach nur kapituliert. So wurde ich zu dem, was ich heute, unter vielen, vielen anderen Gesichtspunkten, mit meinem Äußeren darstelle.

Bevor ich im zweiten Teil auf die Entstehung meiner Idee der Schönheit in Bezug auf mein Aussehen eingehen werde, möchte ich den Zustand umschreiben, in dem ich mich befinde.

Wie es ist. Ich habe eine Wertvorstellung von dem, was Schönheit ausmacht. Meine subversiven Überzeugungen von dem, was mein Urteil über mich, wie auch über andere hervorbringt, lässt mich stets bewerten. In jedem Moment, wenn ich einem Menschen begegne, wird in Bruchteilen von Sekunden das Urteil gefällt. Dabei wird eine Jury aus genau definierten Mitgliedern gehört, deren Empfehlung meine Erkenntnis deshalb immer folgt, weil sie es gar nicht anders vermag.

Wer ist diese Jury? Nun, jeder kennt seine eigene Jury genau. Aussagen, wie etwa „Ich möchte es so nicht!“, oder „Ich meine, dass es sich so verhält“, oder „Ich empfinde es in dieser oder jener Weise!“ geben einen Hinweis auf unsere Jury. Im einzelnen besteht diese Jury aus folgenden Mitgliedern:

Da wäre der Teil der Jury, deren Gruppe unter dem Begriff „Erfahrung“ bekannt ist. Jede Erfahrung, die wir im Laufe unseres Lebens machen, wird unserem Konto gutgeschrieben, das kann auf der Haben-Seite sein oder auf der Soll-Seite. Jede dieser Erfahrungen wird ihren Teil zum Urteil leider ohne die Möglichkeit einer vorherigen Überprüfung beisteuern. Aussage: „Das kenn’ ich, dass weiß ich, das habe ich schon erlebt, das ist so und kann gar nicht anders sein!“

Eine weitere Gruppe der Jury lässt sich unter dem Pseudonym Moral zusammenfassen. Deren Mitglieder wurden uns sozusagen mit auf den Weg gegeben, wir tragen sie solange mit uns herum, bis wir sie kritisch hinterfragen und auf ihre Kompatibilität zu unserer Lebenseinstellung, zu unseren Zielen und den gesellschaftlichen Verknüpfungen hin prüfen. Manche entfallen danach sogleich, manche später, manche bleiben erhalten. Deren Aussage: „Wie sieht das denn aus, das geht ja gar nicht, wie kann der nur, weiß der den nicht, dass es so gar nicht sein darf!“

Eine weitere Gruppe besteht aus Mitgliedern der gesellschaftlich-sozialen Komponente der Jury. Sie setzen sich zusammen aus den Vorbildern unserer Gesellschaft, aus den vermittelten Werten der Gemeinschaft und der Einwirkung der aktuellen Zustände. Sie lassen ihr Urteil subtil mit einem faden Beigeschmack verlesen, nämlich dem des Dazugehörigkeitsgefühls. Die wenigsten unter uns sind Trendsetter oder Menschen mit ausgeprägtem Selbstvertrauen, die ihren eigenen Stil leben können. Anpassung, Unauffälligkeit, Mitmachen und immer schön zurückhalten hält ihren Geist und ihre Seele allzuoft gefangen. Ihre Aussage: „Was sollen denn die Nachbarn sagen, was sollen denn die Kolleginnen denken, was soll denn unser Freundeskreis machen, wenn ich das täte? Nein, wie sollte ich das denn erklären, und überhaupt, nein, nein!“

Nun haben wir einen Teil der Jury kennen gelernt, aber wenn wir ehrlich sind, so müssen wir zugeben: Wir kannten sie schon! Oder?

Wenn ich jetzt wieder zu meinem Urteil zurück komme, welches ich (-oder meine Intuition, mein Instinkt, meine Gefühle) über die Schönheit, das Aussehen und die Erscheinung eines Menschen abgebe, so erkenne ich, dass es nur ein zutiefst oberflächliches Ansinnen ist, dessen Bedeutung in allen Fällen einer extremen Überbewertung ausgeliefert ist. Diese Erkenntnis, obwohl in den meisten Menschen latent vorhanden, spielt bisher nur eine periphere Rolle. Sobald der Fokus stärker darauf gerichtet werden würde, entkämen wir vielleicht immer häufiger diesem Diktat. Wie schwer das ist, weiß ich nur zu gut, habe ich doch selbst noch einigen Bedarf der Aufklärung. Aber ich gehe, mit jedem noch so kleinem Schritt, voran. Und ich hoffe, für den Follower ist eine Perspektive für sich selbst erkennbar, dass fände ich toll.

Jugendwahn Teil 2 (136)

Mies-Vandenbergh-Fotografie  hintern

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Fragte ich noch im ersten Teil von Jugendwahn nach der Begründung für das Streben nach jugendlichem Aussehen möchte ich hier über den Erfolg oder Misserfolg dieses Strebens schreiben.

Die Jugend oder das jugendliche Aussehen besticht im Laufe eines Menschenlebens nur eine ganz bestimmte Phase über. Dabei richtet sich der Fokus der Gesellschaft, in der wir uns bewegen, anscheinend in besonders hohem Maße auf diese Zeitspanne. Die Präsenz erscheint überbordend. Jegliche Belange der äußeren Erscheinung, die außerhalb davon liegen, laufen Gefahr, ein Nischendasein zu fristen. Zählt der Mensch tatsächlich weniger, wenn er nicht dem Hype der Verjugendlichung fröhnt?

Wir Menschen konsumieren mit großer Vorliebe genau jene Produkte, welche sich diesem Zustand als Maßgabe verpflichten. Gleich, ob wir uns medialer Natur, stofflicher Natur oder zwischenmenschlicher stellen, wir lassen sämtliche Inhalte, die fernab jugendlicher Erscheinung sind, links liegen. Da führte es doch in glatten wirtschaftlichen Selbstmord, entzüge man sich diesem Kult, dieser Strömung.

Somit bestimmen wir selbst mit unserer Nachfrage das Angebot an Jugendlichkeit. Diese Nachfrage wird angeleitet von unserem Wunsch nach Wohlbefinden, Glück, Zufriedenheit, Anerkennung, Liebe, Schönheit u.s.w., die Jugendlichkeit scheint folglich eine der Säulen zu sein, auf der sich die Erfüllung dieser Bestrebungen gründet.

Nun nimmt die Jugend nur diesen sehr begrenzten Teil unseres Lebens ein. Wie ärgerlich, oder? Wie groß dieser ist, oder wie eng wir ihn stecken, liegt im Wesen jedes Einzelnen. Fakt ist in der heutigen Zeit, dass wir mit allen Manipulationen, die wir an unserem Äußeren vornehmen, scheinbar nur das eine Ziel verfolgen, nämlich diese Zeitspanne des guten Aussehens – was sich, wie wir gesehen haben, durch Jugendlichkeit definiert – zu verlängern, auszudehnen! Die Zutaten für Jugendliche aussehen kennen wir bereits:

· glattere Haut
· volleres Haar
· straffere Beine
· festeres Gewebe
· weißere Zähne
· vollere Lippen
· …

Diese Attribute, allesamt Attribute der Jugendlichkeit, verheißen bestimmte Eigenschaften, die wir mehr unbewusst als bewusst mit klar definierten Eigenschaften des Menschen assoziieren. Und nur dann, wenn wir mit diesem Äußeren aufwarten können, zählen wir in der Gesellschaft zu den Menschen, deren Erfolg in all den Angelegenheiten eingetreten ist, von dem wir es vermuten, von dem wir es glauben (möchten).

Das es nicht so ist, weil immer und überall der Mensch nach noch mehr, noch Schönerem, noch Weiterem, noch Besserem giert, ist dem Geist der Mehrheit verborgen und verschleiert. Nicht nur die Hässlichen wollen nicht mehr hässlich sein, sondern schöner, aber die Schöneren möchten genauso noch etwas schöner sein, und sogar die Schönsten wollen ebenfalls noch schöner sein. (Belegt wurde dies durch etliche Studien!) Dieser Hang zum Superlativ kann auf alle Bereiche des Menschen angewendet werden: Erfolg, Geld, Bekanntheitsgrad, Berühmtheit, Macht, Besitztümer, … .

Wir glauben im Augenblick noch, dass der Erfolg uns recht gibt. IM AUGENBLICK? Dieser Kult läuft schon etwas länger, so etwa 40.000 Jahre, seit die Menschen begannen, sich zu schmücken, wie es auf Wandmalereien dokumentiert wurde. Sei’s drum. Ob sich unsere Gesellschaft in der nächsten Zeit dahingehend verändert, dass wieder das Sein höher erachtet wird, als der Schein, darf leider bezweifelt werden. Die Anzeichen dafür in all der Literatur, die ich bisher gelesen habe, aus all den Studien, über die ich gestolpert bin, all die Beiträge, die im Netz, Zeitschriften und Zeitungen zum Thema veröffentlich wurden, all den Zahlen, die unser Verhalten deutlichst dokumentieren und erfassen, sind zu vage, als dass ich mich zu dieser Prognose hinreißen ließe. Jeder einzelne kann jedoch in seinem Umfeld dafür stehen, eine Veränderung anzustoßen.

Weiter geht’s im dritten Teil von Jugendwahn mit den Auswirkungen des Jugendkultes auf unser Verhalten und unser Verständnis von Aussehen, der folgt demnächst hier im Blog…

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Warum bist du nur so schön? (135)

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Verfolgt Schönheit stets einen Zweck? Ist Schönheit immer nur zielgerichtet? Dieser Frage widme ich mich in diesem Artikel.

Welches Ziel verfolgt die Schönheit? Wenn wir wissen, was sie bedeutet, wodurch sie definiert wird, können wir ihre Absicht vielleicht entlarven. Mit Hilfe der Schönheit, der Attraktivität macht ein Wesen auf sich aufmerksam. Sieh her, hier bin ich, ich bin in der Masse etwas, das heraussticht. Wir haben schon erfahren, das es im Tierreich um prächtiges Gefieder geht(Ara), um besonders leuchtende Farben(Malawi-Cichlide), besonders wuchtige Zähne(Elefant), auffallend vielendiges Geweih(Hirsch), aufwändiges Zuhause(Nester bestimmter Vögel, Mensch), knackiger Po(Mensch), tolle Haare(Löwenmähne, Mensch), usf.

Welches Ziel könnte ich formulieren, betrachte ich die Zeichen der Attraktivität? Warum schenkst du deinen Haaren eine solch große Aufmerksamkeit, wäscht sie, fönst sie, formst sie mit Hilfe von Festiger, Gel, Spray, oder Heißluft? Vielleicht zelebrierst du es jeden Tag von neuem. Warum?

Warum fächert der Eisvogel seinen Schwanz auf, landet ein Weibchen in der Nähe? Warum zieht das Männchen des Homo Sapiens den Bauch ein und steckt die Brust heraus, wenn sich ein Weibchen der Gattung nähert? Warum heult der Motor des tiefer gelegten 3er BMWs vor dem Straßencafé am Winterfeldtplatz besonders laut auf?

All diese Unternehmungen dienen letztlich nur einem einzigen Zweck: das Wesen möchte auffallen in der Masse seiner Art. Schönheit besticht immer, davon können sich weder die Weibchen der Buntbarsche, die Weibchen der Kraniche noch die Männchen der Menschen befreien. Zumindest solange, wie sie Wesen im paarungsfähigen Alter sind. Bei den Menschen beobachten wir es (leider oft) auch über diese Periode hinaus, bei ihnen kommt noch soetwas wie Status, Ansehen, gesellschaftliche Konventionen hinzu. Das soll aber in diesem Artikel nicht weiter beachtet werden.

Exakt an diesem Punkte verrät sich die Schönheit ein Stück weit! Wenn sich das Augenmerk der Schönheit hauptsächlich auf die Zeit der höchsten Fertilität richtet, so lässt sich daraus eindeutig ein Zusammenhang erschließen. Es muss im weitesten Sinne etwas mit der Partnerwahl zu tun haben, dass sich die Wesen verschönern. Bei der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung gilt es einerseits das andere Geschlecht zu beeindrucken und andererseits das gleiche Geschlecht auszustechen.

Hier sind wir wieder an einem neuralgischen Punkte angelangt. Während sich bei den meisten Tieren der Fokus auf die Arterhaltung richtet, kommt beim Menschen etwas Entscheidendes hinzu. Durch unser Dasein in einer sozialen Gemeinschaft, verbunden mit dem Wunsch nach Eigentum gilt unser Streben nicht nur der Arterhaltung, sondern in individuellem Maße dem Wunsch nach Bedeutung in dieser Gemeinschaft, sowie dem Anhäufen von Besitztümern jedweder Art. Zur Erreichung dieser Ziele wird durch die zur Zeit in höchsten Maße beeinflussende Wirkung von Schönheit dieser mit jedem erdenklichen Mittel versucht zu entsprechen. Mehr noch, die Schönheit ist scheinbar auf dem besten Wege zum Selbstzweck zu werden.

Damit sind, neben der rudimentären Bedeutung bei der Fortpflanzung, weitere Ziele in den Fokus gerückt, welche ich wie folgt formulieren möchte: Die Schönheit dient erstens dazu, unseren Status in Sachen gesellschaftlicher Bedeutung zu erhalten, besser noch zu erhöhen und zweitens als Mittel zur Erreichung monetärer Ziele. Beides funktioniert ausgezeichnet! Jede Forschung, ganz gleich, ob sie sich statistischer Erhebungen zur Auswertung bedient hat oder ob sie eigene Fallstudien durchgeführt hat, kommt zum gleichen Ergebnis: Schönheit besticht immer und überall.

FAZIT: Wenn wir die Intention unserer Handlung vor Augen haben, wenn wir sehen, mit welchen Mitteln wir Menschen bestimmte Ziele erreichen möchten und wir die Bedeutung dieser Ziele hinterfragen, lernen wir vielleicht, diesen Sinn und Zweck unserer Handlungen zu hinterfragen. Ich meine, es gibt noch vieles, was ich hinterfragen möchte!

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