Reisen formt den Charakter (Teil 6) Panamá

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Paradisisch.. 😊

Portobelo, direkt an der Karibik gelegen, bedient in Teilen schon das typische Klischee von weißem Sandstrand, Palmen und blauem Himmel. Das Wasser war warm, zwischen 26 und 30 Grad, ludt zum verweilen ein, ich konnte mich treiben lassen, die Augen gen Himmel gerichtet, alle Töne dieser Welt ausblenden, ab und zu den Kopf heben, um zur Küste zu blicken, die Entfernung zum Strand zu kontrollieren. Korallenriffe boten Schutz vor allzu hohen Wellen, vielleicht auch vor allzu hungrigen Meeresbewohnern.

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Riff vor Cacique

An zwei Tagen, oder besser anderthalb Tagen waren wir zusammen mit den Einheimischen im tiefblauen Wasser der Karibik, sahen einige bunte Fische und andere Bewohner der Riffe, schritten durch Mangroven

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Mangroven Wald an der Karibik

und erfrischten uns mit just im Moment gepflückten Kokosnüssen. Zwei Macheten sollten uns daraufhin mit nach Deutschland begleiten, im Koffer natürlich, sie sind hervorragende Werkzeuge für die Gartenbearbeitung. Die Zeit verging wie im Flug, und die Aufenthalte wurden durch ein paar Erlebnisse der besonderen Art begleitet, von denen ich eines kurz erwähnen möchte. Abgesehen von 4 Menschen, die Bekanntschaft mit Seeigeln machen sollten (HIER an diesem Strand brauchen Sie sich keine Gedanken machen über Seeigel, die gibt es hier nicht!!!) stellten wir fest, dass Korallen an einigen Stellen sehr scharfe Kanten besaßen. Darauf wurden wir hingewiesen, deutlich und explizit, aber manche Erfahrungen im Leben muss man schließlich ja selbst machen… 😊

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Man sieht das 1.5 Meter tiefe klare Wasser kaum

Die spannendste Geschichte ergab sich aber nicht im Wasser des atlantischen Ozeans, sondern bei der Rückfahrt von Cacique nach Portobelo. Es war unser Bus. Er sprang an, alle saßen drin, er wollte losfahren – nichts tat sich! Viele Versuche anzufahren scheiterten. Die Bremse schien zu sagen: Hier ist es schön, bleibt noch etwas, es lohnt sich! Das tat es. Wir wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass wir bis zur Dunkelheit Zeit haben würden, aber der Reihe nach.

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Panorama über die Karibik

Nach genügend Versuchen anzufahren deuteten uns die Einheimischen den Bus wieder zu Verlassen. Mittlerweile schon in der tiefenentspannten Lässigkeit der Karibik angekommen stieg ich mit aus, betrachtete einen Moment die Situation, sah, dass viele Bewohner von Cacique herbeigeeilt kamen, um zu helfen und entschloss mich daher mit einigen anderen in Richtung Strand zu gehen. In Sicht- und Hörweite legten wir uns nieder, betrachteten den Horizont, die Sonne war auf dem Weg uns ein wunderschönes Spektakel zu bieten, indem sie sich anschickte unter zu gehen. Wie überall auf der Welt, besonders aber an allen Westküsten, fasziniert dieser Vorgang die Menschen seit je her und mit unveränderter Kraft und Wirkung. Auch mich, denn ich bin absolut anfällig für die Farben der untergehenden Sonne, des Himmels, des Horizontes überhaupt. Einige Inseln brachen die Linie des Meeres auf, erschufen so ein verspieltes Bild einer Romantik, die jedes Bild wert gewesen wäre. Doch nicht meines, denn ich habe trotz im Rucksack vorhandener Kamera die Situation nur erlebt, keine hektische Handlung, kein wildes Suchen, keine suchen eines besten Ausschnitts nichts dergleichen. So muss der geneigte Leser hier an dieser Stelle seiner eigenen Phantasie freien Lauf lassen und sein eigenes Bild eines seiner schönsten Sonnenuntergänge hervorrufen, um nachzuempfinden, was in diesem Moment zu sehen war.

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ein Sonnenuntergang Tage zuvor… 😊

Während dieses unbeschreiblichen Naturschauspiels wurde im Hintergrund gewerkelt, versucht, wieder gewerkelt und wieder versucht. Nach einer Stunde oder länger wurde herausgefunden, woran es lag. Der Kompressor zum lösen der Bremsen war defekt. Doch eine Lösung war bald gefunden, und ein anderer Bus hätte allen zu lang gedauert zu bestellen. Ein kleiner mobiler Kompressor wurde geholt, die Bremsen nach und nach gelöst, dann die beiden vorhandenen Hochdruckschläuche verlängert, im vollen Druck geknickt, mit Kabelbindern an zwei Stellen fixiert, und dem lieben Philipp durch das Fenster an seinem Sitzplatz mit den Worten „Bitte ganz fest halten die nächste Stunde“ in die Hände gedrückt. 😊

Wir kamen tatsächlich an, und Philipp konnte die nächsten Tage auf ein Krafttraining für die Oberarme verzichten.

Diese erfahrene Hilfsbereitschaft des gefühlt ganzen Dorfes in dieser Situation war für mich beeindruckend. Immer wieder liefen Menschen hin und her, wurde diskutiert, geschraubt, gesucht, versucht, wieder geschraubt, gefachsimpelt, versucht und der Friseur des Dorfes, unweit des Busses gelegen, verlegte seine Arbeit kurzerhand auf die unbefestigte Straße, um seiner Kundschaft, vielleicht auch sich selbst, ein kleines Schauspiel zu gönnen. Drei Stühle, eine Kundin wurde behandelt, zwei weitere Kundinnen warteten, alle mit Blickrichtung Bus! 😊

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Strand mit Kokospalmen, deren Nüsse wir bekamen

Der kleine Volksauflauf war für uns interessant, für die Menschen dort sicher auch eine willkommene Abwechslung. Aber, kannst du dir vielleicht vorstellen, was mancher westliche Mensch, Teilnehmer dieser Pilgerreise, während dieser Stunde von sich gab? Leider solch abschätzige Bemerkungen, solch verachtendes Gebaren, das kann und will ich hier nicht getreu wiedergeben, nur unerwähnt lassen möchte ich dieses auch nicht, da es den Abend doch auch berührte. So sind die Menschen halt auch, die sonst immer sehr weltoffen dastehen möchten und hier einen Teil ihres wahren Ichs zeigen.

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Fischerboot

Alle anderen waren begeistert, auch froh, dass wir nicht liegen geblieben waren, dass Philipp so tapfer die beiden Schläuche gehalten hat und auch ein wenig dankbar für ein kleines Abenteuer in Panama. Alles etwas anders, als in Deutschland. Und von dieser Improvisation sollten wir noch mehr erleben, dazu dann in einem der nächsten Beiträge mehr. Danke für’s Lesen. Bis bald. 😊

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Der Mond in Panamá ~ eigentlich der Selbe, wie hier? 😂

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Reisen formt den Charakter (Teil 5) Panamá

Die Feste des Bürgermeisters und andere Begegnungen.

Am zweiten Abend ludt der Bürgermeister der Stadt Portobelo zu einem kleinen Fest. Er hieß uns persönlich willkommen, drückte seine Freude über unser Kommen aus, betonte die Bedeutung für seine kleine Stadt, die außer einigen Seglern selten derartige Aufmerksamkeit erhielt, wie jetzt zu diesen Tagen der Begegnung. Erneut in Spanisch und Englisch erfuhren wir etwas über die spannende Geschichte der Stadt, die vieles mit der Anlandung der Spanier im frühen 16. Jahrhundert zu tun hat, aber auch mit dem Freibeuter Sir Francis Drake.

Genauso berichtete er von den Zeiten der Diktatur unter General Noriega und den erst um 1984 stattgefundenen Freiheitskampf der Bewohner Panamas. Nicht alles ist besser geworden seit dem, leider klafft weiterhin eine große Lücke zwischen Panama-Stadt und dem Rest des Landes, sowie zwischen Reich und Arm, was in vielen Fällen auch zwischen Regierung und Volk, leider durch Korruption, vielfach verbreitet ist.

Auf dem Bild oben sieht man die Art der Wasserversorgung in Portobello. Die weißen Rohre zeigen die Frischwasser-Leitungen der Stadt. Abwasser läuft in kleinen offenen Kanälen, die als Bett für die Leitungen dienen. Wasser wird nicht abgerechnet, da die Leitungen an vielen Stellen undichte Stellen aufweisen. Eine Aussage der Bewohner der Stadt war in diesem Zusammenhang, dass einige Gelder für die Ausrichtung des Weltjugendtages vom Ausbau der Wasserversorgung zweckentfremdet wurden. Die übereinstimmende Aussage der Bewohner von Portobelo war, dass sie sehr gerne ihre Mittel und Möglichkeiten zur Ausrichtung des Weltjugendtages geben, sie wären aber sehr gerne vorher gefragt worden.

Nach der Ansprache des Bürgermeisters fand ein Fest mit Musik und Tanz statt, das einen derart großen Erfolg und eine riesig gute Resonanz bei allen Beteiligten erreichte, sodass es noch drei Mal wiederholt wurde. 😊 Beim ersten Mal war eine örtliche Tanzgruppe zugegen, die aus Kindern und Erwachsenen bestand, sie stellten spielerisch und tänzerisch mit viel Enthusiasmus und Begeisterung die Geschichte des Landes dar. Wir waren begeistert.

Auch ein „kleiner“ Regen konnte allen nichts anhaben, es trocknete alles relativ schnell…. 😊

Nach der Darbietung wurde uns noch eine Art Disco geboten, der Bürgermeister spendierte Getränke für alle und eine Beschallung der für uns ungewohnten Art ließ uns im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen: Zwei Vans waren jeweils zu einer Art Musikbox umgebaut worden, die es an Lautstärke durchaus mit einem Düsenjäger hätte aufnehmen können. Von Salsa über Techno bis zu House wurde alles gespielt, alle Menschen tanzten dazu und feierten ein rauschendes Fest der Begegnung.

Ich ging irgendwann zu einem der Fahrzeuge und äußerte einen Musikwunsch, der auch sogleich gespielt wurde, es war nichts Einheimisches, wurde aber nicht minder gut angenommen und mit Begeisterung getanzt (Robert Miles – Children)

Nachdem ich meinen Wunsch hatte spielen lassen, trauten sich auch andere ihre Wünsche zu äußern, und es entstand eine bunte Mischung aus mittelamerikanischen Klängen, europäischen Songs und sogar einem recht bekannten deutschen Volksmusik-Stück von Frau Fischer, (man möge es mir nachsehen, dabei war ich zwar raus, aber jedem das seine!)

Die Feier endete abschließend mit der Abholung der Teilnehmer der Reisen aus Kolumbien, Mexiko, Brasilien, Ecuador und Chile so gegen 19.30 Uhr. Auch ich trat meine Heimreise an, dazu im nächsten Teil mehr.

„Schicksalsschläge“ wäre nicht das richtige Wort (in Memoriam 🍃)

Tausend Dinge wandern durch die Hände,

Gedanken voll von tiefer Trauer,

Einst gelebt in diesen Wänden,

Bleiben keiner Bilder, nur noch Mauer.

.

Jedes einzelne beschreibt ein Jahr,

Erinnerungen, kaum mehr wahr,

Im Herzen wirst Du bei mir bleiben,

wo immer ich auch werde treiben.

.

Manches von den vielen Dingen,

kommt mit mir zur nächsten Welt‘,

Deinen Enkeln das zu bringen,

was an Liebe Du uns einst geschenkt.

.

Letztlich ist’s zwar nur ein weltlich Teil,

doch als kleines Od aus Deinen Händen,

erinnert es an Deiner Wärme Heil,

mit einem Lächeln in uns tief,

erinnern wir uns täglich bei dem Blicke,

trotz Deiner Reise hinterlass’nen Lücke,

wie das Wort Liebe Du uns riefst.

Du. Bist. Schuld. [99]

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Kann von Schuld überhaupt die Rede sein?

Was bedeutet dir deine Schuld? Wie gehst du damit um? Kannst du deine Schuld eingestehen? Relativierst du deine Schuld und teilst sie auf in kleine Teile, die nicht alle deine Schuld ausweisen? Oder bist du eher analytisch, siehst deine Schuld und erkundest, wie es zu dieser Schuld kam? Vielleicht übergehst du alle Schuld, ignorierst sie und gehst über zur Tagesordnung? Flucht wäre eine Alternative? Schnell weg?

Der Umgang mit Fehlern ist eine der schwierigsten Herausforderungen unserer Kommunikation. Fehler macht jeder. Einer macht ihn, ein anderer bemerkt ihn. Was nun? Wie können die Reaktionen aussehen?

  • Hey Du, Du hast einen Fehler gemacht!
  • Hey Du, hast Du einen Fehler gemacht?
  • Hey Du, ist das richtig, was Du gemacht hast?
  • Hey Du, ich habe ein Problem, ich verstehe nicht, was dies bedeutet.
  • Hey Du, kannst Du mir helfen, folgendes nachzuvollziehen?
  • Hey Du, wie hast Du dies gemacht?
  • Hey Du, habe ich Dich richtig verstanden, wenn ich denke, dass es so gemeint war?

Möglichkeiten auf einen Fehler zu reagieren sind so vielfältig, wie unsere Sprache. Jeder hat schon von „Ich-Botschaften“ und „Du-Botschaften“ gehört. Jeder hat schon davon gehört, das es Aussagesätze und Fragesätze gibt. Möglicherweise hat mancher auch schon von ihrer Wirkung gehört. In der Theorie ist es vielleicht nicht so schwer die Unterschiede anzuwenden, doch die Praxis sieht allzu häufig anders aus. Ich bin da nicht anders, ganz und gar nicht. Ich versuche es, es gelingt immer besser, aber immer wieder falle ich in Verhaltensmuster zurück, die ich schon längst als ausgemerzt gesehen habe. 🙈

„Du bist schuld!“ meint immer auch „Ich nicht!“ „Ich bin besser als Du, weil mir dieser Fehler nicht passiert ist! In diesem Moment ist es eine wahre Einladung sich zu erhöhen, den anderen zu erniedrigen. Besonders bei jenen Menschen, deren Ego und auch Charakter nicht besonders stark ist beobachte ich diese Reaktion. Wie ist Deine Erfahrung? Doch Fehler sind das, was man machen wird, wenn man handelt. Handle ich nicht, lindnere also, so ändere ich nichts, das Leben nicht, eine Situation nicht, eine Lage nicht. Nur der Umgang damit ist etwas zutiefst komplexes, da er viele unterschiedliche Parameter hat. Wie gravierend ist ein Fehler, welche Situation ist es, und wer wird betroffen? Gibt es menschlichen Schaden, physisch oder psychisch, oder nur materiellen Schaden? Ist eine Anstrengung vergebens geworden, gilt der Schaden der Zeit? Welche Folgen sind real oder zu erwarten? Gibt es einen Lerneffekt? Ist Buße eine gute Idee oder Vergebung? Im kleinen Fehler wie im großen, im einmaligen wie im wiederholten, worin liegt die Ursache? Kann die Ursache bei der Betrachtung in Erwägung gezogen werden oder ist erst im Nachhinein von Bedeutung?

„Du bist schuld!“ ist ein Phänomen geworden, in vielen Lebenslagen und an vielen Orten scheint durch die nachlassende Fähigkeit zu kommunikativem Umgang der Ton rauer geworden zu sein und eine Verteidigungsstrategie liegt im Geiste stets bereit. „Nein!“, „Doch!“, „Nein!“, „Doch!“,…. konstruktiv sieht anders aus. Was erlebst Du so in Sachen „Fehler“ und „Schuld“? Hast Du Dich heute schon entschuldigt? Wurde Dir verziehen, oder hast Du eine Reaktion lieber gar nicht erst abgewartet? Nee, nicht wahr? 😊

Intermezzo (Reisen formt den Charakter, Teil 4) Panamá

Foto Reisebericht Reisefotograf Abenteuer

Mein Fußweg nach Portobelo

Panama, die Tage der Begegnung.

Dies hier soll ja kein Reisebericht in Tagebuchform werden, mehr eine Erzählung von Erlebnissen. Erlebnisse, die ich während meines Aufenthaltes in Panama erleben durfte, die für mich ganz besonders waren, weil sie sehr viel mit Menschlichkeit zu tun haben. Also kein Reisetagebuch, Auch, wenn einige Szenen einem solchen ähnlich sein können. Schon mein letzter Beitrag wies viele Elemente eines Tagebuchs auf. 🙈

Fotograf Reisebericht Reisefotograf Kokosnuss

Leben erwecken (Kokosnuss)

Meine allmorgentlichen Fußwege von meinem Wohnort zum Veranstaltungsort verdienen eine besondere Erwähnung. Das meine ich deshalb, da die Menschen auf den vielleicht insgesamt fünf Kilometern fast jeden Morgen zugegen waren und sehr freudig grüßten. Als ich eines Morgens direkt zu einer Familie hin ging, um ein Foto zu erfragen, waren sie ganz stolz und posierten sogleich dafür. Ich bedankte mich und sprach sie noch auf die wunderschönen Blüten vor ihrem Hause an, doch sie bedeuteten mir, dass es nichts besonderes wäre, mehr so als Unkraut gesehen wird, es sei denn, man könne es essen. 😊 Ein großer Marañon Baum

stand im Vorgarten, dessen Früchte sehr schmackhaft waren. Sie pflückten mir eine Frucht, die ich, in der Kirche angekommen, mit meinem Sohn und anderen teilte. Mein Sohn stellte eine gewisse Ähnlichkeit zum Geschmack einer Birne fest. „Etwas herber, dennoch süß und mit Kern“, sagte er. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat die Marañon etwas mit Cashews zu tun. Werde ich noch nachgucken.

Bevor ich meinen Fußweg fortsetzte dankte ich ihnen herzlich für die Freundlichkeit und für die Frucht, begab mich wieder auf die Straße nach Portobelo.

Fotografie Haus Panama Portobelo

Haus in Portobelo

Von dieser Straße aus konnte ich manchmal in eine Art Dickicht blicken. Es sind Grundstücke, die brach liegen, auf diesen erobert der Djungel langsam wieder seinen Raum zurück. Viele unsere Zimmerpflanzen sind zu erkennen, beispielsweise Philodendron und Croton, diese alle nur viel größer und prächtiger. Mich beschleicht eine vage Ahnung, was mit hoher Luftfeuchtigkeit gemeint ist, wenn in der Pflegeanleitung oder in Büchern das Wort zu lesen ist. Derart feucht haben es die Pflanzen wohl nur in der Natur wie hier oder in botanischen Gärten. Sie gedeihen hier wahrlich wunderbar.

Angekommen in der Kirche von Portobelo, San Felipe, setze ich mich auf eine Bank in den Durchzug, alle Türen sind weit geöffnet, Hunde steifen durch die Gänge, wenige Menschen sind hier. Ich sitze mit ausgebreiteten Armen, genieße außerordentlich den atlantischen Seewind, der in den ganzen Tagen stets eine leichte Brise durch das Kirchenschiff schickte. Für die Gottesdienste haben die Bewohner noch groß – dimensionierte Ventilatoren über den Reihen der Kirchenbänke angebracht, gegen die der Pfarrer während des Gottesdienstes jedes Mal erst ankommen musste, denn sie waren wirklich nicht leise.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen eines herzlichen Willkommens, unsre Volontarios widmeten sich ganz unserer Ankunft und dem Kennenlernen der Stadt und den Menschen. Es waren zumeist junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Sie bereiteten viele Programmpunkte für uns vor und ließen in uns ein sehr warmes Gefühl der Willkommens – Kultur des Landes Panama entstehen.

Wir besuchten wieder die Festungsanlage, ein Museum für die Figur des „Jesus Negro“, des schwarzen Jesus, dessen Geschichte in Portobelo eine große Bedeutung hat. Mittagessen und laufend genug Getränke wurden gereicht, anschließend gewährte man uns freie Zeit zur Erkundung des Ortes. Diese nutzten wir, um ein wenig die Beine im karibischen Meer baumeln zu lassen.

Sprachlich begegnete uns es eine Mischung aus Spanisch und Englisch, Dolmetscher waren aber fast immer zugegen. Es verlief alles sehr ruhig und wir begriffen, dass in Panama die Geschwindigkeit eine andere zu sein schien. Sehr ansteckend, hoch infektiös! 😊 Nur manche unserer Menschen mit sehr strukturiertem Wesen kamen mit der Zeit zunehmend der totalen Verzweiflung nahe, dazu aber später mehr. Nur so viel: „Wir sind hier, leben, haben keinen Durst und Hunger, es ist nicht kalt – also alles bestens! 😉

Intermezzo (Reisen formt den Charakter, Teil 3) Panamá

Der erste Abend in Portobelo, Panama. Señora Cristina, meine persönliche Gastmutter, empfing mich äußerst herzlich in ihrem Hause.

Fotograf Koblenz Mayen Panama

Der Weg zur Straße

Zuvor fuhren wir die fünf Kilometer von Portobelo bis zu ihrem Haus mit einem Freund von ihr. Es war schon lange dunkel, so konnte ich nicht viel sehen. Es gibt in Portobelo so gut wie keine Straßenbeleuchtung und ihr Haus, schon etwas außerhalb gelegen, hatte lediglich eine kleine Birne über dem Eingang. 30 Meter steil bergan, dann konnten wir das Haus betreten. Sie hatte für mich ein Abendessen zubereitet, eingedeckt konnte ich einen Tisch erblicken. Ich platzierte meinen Koffer an der Treppe zum Obergeschoss, nachdem mir Señora Cristina bedeutete, ich würde oben wohnen, aber könnte erst, wenn ich wollte, zu Abend essen, um mich dann einzurichten. In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit dachte ich ihr Angebot anzunehmen, entschloss mich aber anders, um mich vorher ein wenig frisch zu machen.

Oben angekommen hat mir Cristina das Zimmer gezeigt, mein Bad und was sonst noch oben war, zum Beispiel einen großen Balkon, von dem aus in nicht ganz so rabenschwarzer Nacht bestimmt ein sehr schöner Blick in den tropischen Garten zu erhaschen wäre. Am Morgen danach holte ich dies sofort nach.

Gartenfotografie Garten Panama Fotograf

Gardenview (The Jungle)

Noch Abend. Mein Sohn rief an. Er war ebenfalls in seiner Familie angekommen und fühlte sich etwas überfordert. Seine Familie begrüßte ihn sehr freundlich und auch sie machten ihm ein Abendmahl. Allein die Umstände konnte er im ersten Moment nicht erfassen: 11 (Elf) Personen, 5 Erwachsene und 6 Kinder begrüßten ihn und wollten ihn sehen, den jungen Mann aus Deutschland, der bei ihnen die nächsten 8 Tage leben würde. Sie alle sprachen in spanisch auf ihn ein, er aber versteht nur ganz wenig von dieser Sprache. In seinem Zimmer waren die Kinder zugegen, als er sich einrichten wollte, beim Essen waren alle dabei und wollten ihn sehr freundlich befragen und kennenlernen. Da rief er mich an und fragte, was er machen solle. Er wusste sich nicht recht zu verhalten, wollte höflich und freundlich sein, wie er ist, aber es war einfach zu viel. So führten wir einige Telefonate und nach einigem Zuhören und Zureden entspannte sich die Lage, seine Gastgeber machten allmählich etwas langsamer, wie er später berichtete und es kam der Bruder des Gastgebers, der gut englisch sprach, damit wurde alles gut.

Das Haus der Gastgeber meines Sohnes war denkbar einfach gehalten, es gab einige Räume, alle ohne Fensterglas, offen, manche mit Moskitonetzen, andere frei. Auch die Möbel waren sehr funktional, aber alles sehr sauber. In seinem Zimmer war sogar eine Klimaanlage installiert, die die Temperatur tatsächlich reduziert hatte.

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Houses in Portobelo

Als ich mit den Telefonaten fertig war (während des Essens gingen sie ebenfalls ein, Señora Cristina hatte vollstes Verständnis), war auch mein Sohn glücklich, alsbald begann ich mich mit meiner Gastgeberin zu unterhalten, soweit es möglich war. Sie sprach ein ganz kleines bisschen Englisch ich ganz wenig Spanisch, so kamen wir über hundert Umwege und reinstes Kauderwelsch zusammen. Über den Inhalt möchte ich später gesondert erzählen, es sind viele spannende Geschichten.

Ihre Wohnung unten im Erdgeschoss war mit Moskitoschutz regelrecht „abgesichert“. Alle Spalten an den Hausöffnungen waren mit Tesafilm geschlossen worden. Zum Glück war es keine Jahreszeit für die kleinen Plagegeister, sie erzählte, in der Regenzeit aber und danach wären es sehr, sehr viele. Doch jetzt, im Januar, sind sie sehr wenige. Ich hatte Glück, andere Menschen weniger. Ich habe durchgehend bis auf einer Übernachtung in einer Polizeischule in Colon stets ein Moskitonetz verwendet, außerdem unterstützte mich ein relativ wirksames Mückenschutz-Pumpspray recht zuverlässig. (Wen es interessiert: nur 2 Stiche in den Wochen 😉)

Am nächsten Morgen hatte Señora Cristina ein Frühstück bereitet und als ich während des gemeinsamen Frühstücks fragte, wie ich am besten nach Portobelo käme, sagte sie, dass entweder einer ihrer Freund mich fahren würde, ich ein Taxi rufen könne (1$), den Bus nehmen könne (20 Cent) (der kommt irgendwann zwischen 9 und 10 Uhr) oder zu Fuß gehen könne, das würde so 50 Minuten dauern. Ich entschied mich sogleich für den Fußweg, und in den nächsten Tagen würde ich jeden Morgen bis auf den Abreisetag zu Fuß nach Portobelo gehen. So tat ich es und es war toll, trotz der hohen Temperaturen und hohen Luftfeuchtigkeit. Angekommen nach 45 Minuten und unzähligen Fotos konnte ich mich in der Kirche etwas ausruhen und abkühlen.

Die Wege in den Tagen waren jedesmal spannend, denn die Anwohner der Straße saßen ab dem zweiten Tag meines allmorgentlichen Weges immer schon in Reihe und Glied vor ihren Häusern, und grüßten alle und immer superfreundlich zurück, mit einem Lächeln und leichtem Unverständnis im Blick, und ganz oft einem Winken! Ich hob zum Gruße fast immer meinen Hut und nach ein paar Tagen ging ich einige Male zu manchen Menschen hin.

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Friendly People in Panama

Dazu später mehr.

Und mehr zur Reise im nächsten Artikel, die Vorbereitungen des Weltjugendtages, die Tage der Begegnung sollten langsam beginnen, nach und nach trafen die Jugenlichen und jungen Erwachsenen in Portobelo ein. Es sollten zwei Welten entstehen, eine die des WJT und die andere jene des Lebens in der Familie, die sich hin und wieder überschneiden sollten.

In manchen Träumen stehst Du in Situationen….

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… aus Deiner Vergangenheit, und das mit Deinem jetzigen Ich, Deinem jetzigen Wissen, Deinen jetzigen Gefühlen. Manchmal ist es schön, wenn man im Hier und Jetzt aufwacht.

In some of your dreams you stand in situations from your past, and with your current I, to your current knowledge, your current feelings. Sometimes it is nice if one wakes up in here and now.

Intermezzo (Reisen formt den Charakter, Teil 1) Panamá

Zwei Wochen Panama. Leben in zwei mir vorher unbekannten einheimischen Familien, am Atlantik die eine, am Pazifik die andere, als einzelner Gast. Keine Medien-Nutzung. Leben als Grundlage, Kommunikation und Kultur in nächster Nähe.

Vom Großen zum Kleinen, ungeordnet, zunächst wollen Gedanken aufgeschrieben werden. Eindrücke mannigfaltigster Art explodieren förmlich im Gedächtnis und Herzen.

Was sonst, mag sich derjenige denken, der reist, der mit offenen Augen jenseits der Pauschal- und Bettenburgen-Urlaube schon einmal unterwegs war, und damit nicht dem örtlichen Tourismus zum Opfer gefallen ist. Panama, für mich ein Land voller Gegensätze, nicht nur, was die Einkommensverteilung und Lebensstandards angeht. Laut Glücksforschung Land Nummer 7 auf der Liste der glücklichsten Länder der Erde. Temperatur ganzjährig um die 28 Grad Celsius bei einer über 90%igen Luftfeuchtigkeit, außer in der Regenzeit, dann noch höher.

Es war Januar, außerhalb der Regenzeit, es scheint ein guter Zeitpunkt für eine Reise in dieses schmale, lange Land in Mittelamerika gewesen zu sein. Zwar regnete es hin und wieder, jedoch nur kurz und wenig heftig.

Wo beginnen mit den Erlebnissen und Erfahrungen, den Geschichten und Schilderungen? Einige Tage ist es nun her, dass ich nach Deutschland zurück gekommen bin. Alles wirkt noch immer ganz nah und bewusst, aber ungeordnet. Starke Eindrücke wechseln sich in Gedanken mit Belanglosigkeiten ab. Ein Blog ist nicht der beste Ordner dafür, das Reisetagebuch schon eher.

Teil 1 Anreise:

Bahnfahrt von Koblenz (2°C) zum Flughafen München(-4°C). Alles pünktlich. Bahn und Flug. Bogota(14°C) als Zwischenstop, dann Panamà(24°C), wie die Einheimischen ihre Hauptstadt Panama-Stadt zu nennen pflegen.

Verabreden sich in Panama (es sind zum Teil Geschichten, die ich hier notiere, angeregt durch Erzählungen meiner Gastfamilien, deren Freunden und Verwandten, ohne dass ich sie überprüfen wollte!) die Menschen und sagen beispielsweise fünf Uhr, dann kommen sie um fünf, oder um zwei oder um halb sieben. Wenn sie es aber genau nehmen möchten, so lautet die Verabredung Fünf, German Time!

Die Flüge waren also nach ca. 15 Stunden absolviert. Ankommen am Tecumen Airport. Transfer direkt mit dem Bus (siehe unten) die ca. 90 km vom Pazifik an die Karibik nach Portobelo. Dazu weiter im nächsten Intermezzo.

#caminorealpanama #cultourpanama @cultourpanama