Super Skinny Jeans (100)

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Was macht frau oder man nur mit dem Handy, wenn sie oder er keine Handtasche, Bag, Jacke, Mantel, Tasche mit oder an hat, aber das Handy nicht die ganze Zeit in der Hand halten will? Oder manchmal auch das Portemonnaie! Da bietet sich folgerichtig eine Tasche an, die fast immer dabei ist, die Gesäßtasche, oder?

Ich möchte hier und jetzt für all die jenigen eine Lanze brechen, die das Telefon oder die Geldbörse in der Hand halten und NICHT in die Gesäßtasche pressen.

Über Formen und Aussehen habe ich hier schon einiges geschrieben, daher wird der aufmerksame Leser sich schon fast denken können, was ich dazu wohl empfehle! Warum kaufe ich solch eine enge Jeans, suche sie zuvor in straparziöser, zeitraubender Weise aus, mit dem immerwährenden Ziel, eine gute Figur darin abzugeben, wenn ich dann -zumindest an der Stelle des Hinterns- alles zunichte damit mache. Ich trage mit dem Mobiltelefon eine eckige Beule an meinem Po zur Schau, die prinzipiell nur noch durch ein Portemonnaie übersteigert werden könnte, oder ich trage gar die Geldbörse auf der anderen Seite.

Nicht nur die Bewegungen erfahren dadurch eine Disharmonie, auch im Stillstand erleidet die so ausgeklügelt durchdachte Form der beispielsweise 501 Schiffbruch. Es wird auch nicht besser, wenn der Verursacher der Verformung halb herausschaut und seinen Stall preisgibt, weil der Besitzer sich mit seinem Besitz von der Masse der Phone-User abzuheben meint.

Doch weit gefehlt, denn ob ei-n Phone von der einen Firma oder eins aus der anderen Galaxis, unterscheiden werden sich die Besitzer mehr durch den Inhalt des Wortschwalls, der durch sie hindurch posaunt wird, in der Gesäßtasche jedoch führen sie alle in ein Dasein als Stil-Bruch-Ikone!

Alles in allem ist es natürlich kein Weltuntergang oder Beinbruch, es ist nur meine Meinung zu den Gepflogenheiten der Zeit, insbesondere als ein Zeichen der Attraktivität und Schönheit, unserer Wirkung unseres Aussehens, und all dem, was wir bereit sind, dafür zu tun. Und das ist eine ganze Menge!

Schönheit liegt NICHT im Auge des Betrachters, Teil 3 (95)

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Im 3. Teil möchte ich der Frage nachgehen, in wie weit wir Abweichungen vom Schönheitsideal mit anderen Vorzügen ausgleichen können, wenn man danach überhaupt fragen möchte. Versuche ich es mal. Vom Aussehen des Durchschnittsmenschen sind die Mehrheit der Menschen mehr oder weniger weit entfernt. Dabei kann die Abweichung in die eine sowie die andere Richtung der Attraktivitätsskala ausschlagen.

Für die erste Begegnung mit einem anderen Menschen zählt fast nur unser Aussehen. Dazu gehört noch unsere Mimik und Gestik. Liegt dabei nicht etwa ein grober Makel vor, aus einer Krankheit oder einem genetischen Defekt, einer Essstörung oder einem Unfall, so haben wir alle Chancen, den Menschen vorbehaltlos kennen zu lernen. Es kommt dann auf unser Wesen, auf unseren Charakter und unsere Ausstrahlung an.

Weichen unsere äußere Erscheinung, unser Aussehen in den Proportionen, unsere Größe und unsere Haltung jedoch in erkennbarer Weise von einem durchschnittlich attraktiven Menschen ab, so verlieren wir einen Bonus, der dem schönen Menschen im Voraus stets gewährt wird, wie viele Studien es belegen.

Um einen anderen Menschen näher kennen zu lernen, bedarf es dann einer besonderen Situation. Davon gibt es unzählige, doch diese zu beschreiben würde den Beitrag überfrachten. Gibt es ihn, d.h. gerate ich in solch einer Situation an einen fremden und gleichzeitig interessanten Menschen, scheint mein Aussehen dann nur sekundär zu sein? Oberflächlich neigt der ein oder andere diese Frage schnell zu bejahen. Doch ich möchte das hier explizit in Frage stellen. Da ich an dem Punkt zumindest über den Status der optischen Einschätzung hinaus zu sein scheine, so spielen in diesem Moment Dinge wie etwa die Stimme, unsere Wortwahl, unser Wissen, unsere innere Ruhe, unsere innere Wärme eine richtungsweisende Rolle.

Doch der Moment wird unweigerlich kommen, an dem wir angeschaut werden. Spätestens dann kommen die unvermeidbaren Einschätzungen des Anderen, immer und sicher. Und an genau diesem Punkt wird die eingangs gestellte Frage beantwortet, nämlich: Können meine Charaktereigenschaften meine optischen Defizite – die ich willkürlich unterstellt wissen möchte – ausgleichen?

Das wird im Einzelfall durchweg individuell entschieden, doch in der theoretischen allgemeinen Betrachtung unter Berücksichtigung von differenzierten Forschungsergebnissen verhindert ein optischer Mangel häufig eine weitergehende, vertiefende Beziehung, häufiger als ein entsprechend wertiger Charaktermangel. Eine Folge vom optisch geleiteten Wesen Mensch?

Ich möchte hinzufügen, dass es dabei natürlich wesentlich auf die Intention der Begegnung ankommt, sowie auf die emotionale Reife der Beteiligten. Ich gehe in meiner Betrachtung grundsätzlich von einem informellen Kennenlernen aus. (Interessant finde ich dabei unsere versteckten Antriebe und wie sie in uns wirken.)

Die eingangs gestellte Frage ist damit rudimentär, es ist für mich schwer abzuleiten, ob aus der Summe der Einzelfälle eine These entwickelt werden kann, welche einer statistischen Auswertung stand halten könnte. Ich nehme für meine Einschätzung die Erfahrungen meiner befragten Freunde und Bekannten, damit sind meine Ergebnisse nicht repräsentativ, nur tendenziell.

Ich komme durch die Befragungen also zur Tendenz, dass bestimmte, deutliche Defizite nur sehr schwer ausgeglichen werden können. Besonders interessant erscheint mir dabei die Tatsache, dass auch weniger deutliche Defizite durch unterschwellig wirkende Mechanismen in uns als Betrachter zu Dissonanzen führen können, die sogar letztendlich in der Lage sind, eine Beziehung zu verhindern. Diese Mechanismen zu ergründen wäre noch eine spannende Aufgabe.

Und dennoch. Die Realität schreibt häufig eine andere Geschichte. Da sich unser Aussehen wie auch unser Charakter im Laufe unseres Lebens kontinuierlich verändern und entwickeln, finden sich fast immer Menschen, die diese Entwicklung reflektieren und uns, den anderen Menschen, als Einheit verstehen und auch in dieser Weise auf ihn eingehen können. Notwendig dafür ist nur die Zeit. An ihr, so ist zu hoffen, sollte es uns nicht mangeln, d.h. wir sollten sie uns nehmen!

Der Sehende ist der Schuldige! (70)

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Wer sagt denn, dass Du schön bist?
Warum sagt es der Mensch?

Ich denke darüber nach, welche Rolle der Absender einer Schönheitsbekundung spielt und welche die Beweggründe sind. Plakativ gesagt drückt es sich folgendermaßen aus:

¤ Ich finde dich schön, weil ich mich mit dir fortpflanzen will!

¤ Ich finde dich schön, weil ich mit dir meine Begierde ausleben möchte.

¤ Ich finde dich schön, weil ich gerne schöne Menschen ansehe.

¤ Ich finde Dich schön, weil ich so etwas wie dich gerne besitzen würde.

¤ Ich finde dich schön, weil mich etwas an dir bezaubert.

¤ Ich finde dich schön, weil ich dich berühren möchte.

¤ Ich finde dich schön, weil ich dich fotografieren möchte.

¤ Ich finde dich schön, weil ich auch so sein möchte.

Und Du? Warum sagst du es? Wer spricht da?

☆ Sagt es eine Person in jungen Jahren, die das Leben noch vor sich hat, vielleicht eine Familie gründen wird und auf der Suche nach einem Partner ist?

☆ Sagt es eine Person in mittlerem Alter, die längst die Familiengründung hinter sich gelassen, der das schöne Aussehen bewusst wird und dieses einfach kund tut?

☆ Sagt es eine Person höheren Alters, der die jugendliche Unbeschwertheit gepaart mit dem bezaubernden Anmut der erblickten Person ins Auge fällt und die diese gerne teilen möchte?

Dazwischen existieren noch vielfache Abstufungen, welche die Beweggründe der Menschen in Bezug zu ihrem Alter differenziert wiedergeben. Attraktivität wird durch den Betrachter attestiert, sie ist nicht per se vorhanden. Ohne Bühne keine Schauspieler. Stellt der eine Betrachter diese Attraktivität bei einem Menschen aus seiner jugendlichen „Sturm und Drang-Zeit“ heraus fest, kann bereits der Nebenstehende rein in schwelgender Erinnerung aus eben jener Zeit zu ähnlichen Gefühlen kommen. Welche Rolle spielt der GRUND für Dich?

Tendieren wir beim Lesen dieser Sätze innerlich zu einer Bewertung? Anerkennt der eine Mensch die Attraktivität begründeter, als es der andere tut? Belegt unsere Gemeinschaft die einen Gründe mit einem Hauch von Niedertracht und stellt die anderen im Glanze ihres Lichts als gottgegeben, wenn nicht edel dar? Wie dem auch sei, über die Heuchelei der ehrenwerten Herren und Damen aber habe ich zuvor ein Wort geschrieben.

So komme ich am Ende zur Erkenntnis, dass es nicht die eine Attraktivität geben kann. Mannigfaltige Facetten führen zu einer ganzen Reihe von Schönheiten, die durch ihre jeweiligen Betrachter, genannt „das Publikum“, erst erschaffen wurden, weil sie dann überhaupt erst wahrgenommen wurden. Deren Bedeutung beruht trotz des Allgemeinverständnisses auf gänzlich unterschiedlichen Grundfesten, die da wä(h)ren:

Bewunderung
Habgier
Bewunderung
Arterhaltung
Neid
Macht
Geltungsbedürfnis
Trieb
Dokumentation
Gier
Gefallen
Liebe
Anerkennung

Darum stellen wir Schönheit fest. Sicher finden sich noch viele Gründe mehr, und die Bewertung derer belasse ich natürlich gern dem Leser.

Die Gesellschaft, in der wir leben, definiert ihren eigenen Standort, wenn es um die ethische Wertung von Schönheit allgemein und die moralischen Beweggründe für die Wahrnehmung der Schönheit durch den jeweiligen Betrachter geht. Sich diesen unter zu ordnen oder seine eigene Sicht der Dinge zu entwickeln, darauf kommt es an. Einen Freigeist im inneren voraus gesetzt werden die Zweifel unabdingbar, denn dieses Infragestellen bildet das Fundament zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Leben.

Warum? halte ich für die wichtigste Frage des denkenden Menschen. Geistige Einschränkung, die Unterdrückung freier Betrachtung des Sinngehaltes unserer Lebenssituation, ob durch exzessive Mediennutzung oder einem Konsumgüter – Überangebot mit penetranter Schaffung von künstlicher Nachfrage, wie auch einfache Beschränkungen durch Restriktiven im alltäglichen Leben gilt es wiederholt zu prüfen.

Bilden wir uns eine eigene Meinung. Eine Meinung über die Schönheit und vor allem den Umgang mit Schönheit. Die Schönheit von Augen, Gesichtern, Haaren, Figuren, und Hintern, von Lächeln, von Stimmen, von Ausdruck und Gefühlen.

Und an die Fotobegeisterten: Fotografiere sie, wann immer Du sie erblicken kannst. TUE ES.