Von der Vergänglichkeit [117]

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Über die Phasen des Aussehens im Laufe des menschlichen Lebens habe ich schon geschrieben. Wir Menschen befinden uns in einem ständigen Wandel. Das Wachstum ändert zwar immer wieder seine Geschwindigkeit, bis es irgendwann gänzlich zum Stillstand kommt, ab dann wächst der Körper nicht weiter, sondern baut nach einer Phase der Stagnation stetig ab. Die äußerlichen Faktoren sind für jeden sichtbar. Es beginnt scheinbar schleichend, das Gewebe verliert an Spannkraft, der Mensch kann tun, was er will, es geschieht. Das ist nicht umkehrbar, auch wenn viele Menschen es gerne umkehren würden. Soweit der Fakt. Was aber bedeutet es für unser Leben? Nichts? Für jeden Bereich nichts? Für unser Dasein überhaupt, nichts? Für das, was von uns bleiben wird, nichts? Für die Menschlichkeit, nichts?

Die Jugend weiß nichts von den Veränderungen, die sie erwarten. Klar, sie hören es, aber bis sie betroffen sind, sind es für sie ferne Galaxien aus der Mandelbrot-Menge. Ab einem gewissen Alter finden sich recht plötzlich erste Anzeichen für eine Alterung. Ab wann, das ist bei jedem Exemplar anders. Was geschieht dabei, was geht in den Menschen vor, wenn sie es feststellen? Auch da ist jedes Exemplar anders. Was macht diese Veränderung mit der Psyche des Menschen? Der Körper verändert sich, die Psyche eigentlich nicht. Warum dann die psychischen Probleme? Sind es überhaupt Probleme? Wirklich? Frage ich meinen persönlichen Schönheitschirurgen, so meint er, die Probleme sind erheblicher Natur. Also, alles nix, oder? Frage ich meine Kolleginnen und Kollegen, ist es eigentlich keine große Sache, aber der Job von dir, altes Eisen, ist schon nicht schlecht. No Problem, oder? Deine Freunden bist du immer gleich viel wert, oder? Sie bemessen dich nicht an der Elastizität deines Bindegewebes, oder? Auch dann nicht, wenn sie vielleicht etwas jünger sind, und bei ihnen der Verfall früher beginnt, als bei dir? Dein Partner schon gar nicht, er liebt dich sowieso deiner inneren Werte wegen, nicht wahr? Ein jüngerer Mensch als neuer, frischer Partner im Austausch wäre keine wirkliche Veränderung, zumal du selbst ja gleich alt bleibst. Oder ist es anders?

Worum geht es eigentlich? Um Körper oder Geist und Seele? Was möchtest Du diesbezüglich, welche Gesellschaft wünschst Du Dir? Welche Rolle spielt deine Hülle, deine Haut, deine Haare, deine Kleider? Wie viel Bedeutung hat dein Blick? Welche Bedeutung hat die Berührung, wenn du auf der Haut entlang des Oberschenkels, des Pos des Rückens entlang streichst und deinen Partner spürst, und du dabei straffe, weiche Haut fühlst oder die Haut die ersten Falten hat, das Gewebe nicht mehr so straff ist, wie es Jahre zuvor noch war? Was ändert sich im Menschen allgemein, was in dir, und was in dem Menschen, der vor dir liegt, der eine Grenze überschritt und die Jugendlichkeit verließ? Was sagt der Körper aus, in einer Gesellschaft von heute? Was kann der Körper bewirken, wenn er jung ist, und was, wenn er älter ist? Was denkst Du darüber?

Folgen bei Instagram, Teil 2 (Intermezzo)

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Zurückfolgen bei Instagram kann eine Möglichkeit der Wertschätzung der Arbeiten des neuen Followers darstellen. Gefällt mir nicht, was ich bei einem neuen Follower sehe, so folge ich nicht zurück.

Wie machst Du es? Folgst Du jedem neuen Follower zurück? Oder folgst Du schon dann nicht zurück, wenn der thematische Inhalt nicht zu Deinem Inhalt passt, obwohl Dir gefällt, was Du siehst?

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P.S. Ja, auch hier wurde für die veröffentlichte Originalversion das Handtuch retouschiert.

Fiktive Worte [107]

Gespräch gegen Gespräch, Formen der Kommunikation, was bedeutet ein Gespräch in einem Chat, welche Substanz hat es tatsächlich?

Zweifelsohne, bei einem Gespräch von Mensch zu Mensch gibt es viele Ebenen, auf denen kommuniziert wird. Jeder weiß es. Zunächst steht das gesprochene Wort als gesendete Botschaft im Mittelpunkt und mehr noch als empfangene Botschaft beim Adressaten. Hinzu kommt die Gestik und Mimik des Sprechenden, als Indikator für Wahrheit und Lüge, als Katalysator für Eindringlichkeit oder als unwichtiges Beiwerk. Beim direkten realen Gespräch gibt es unzählige Quellen für Abweichungen und Missverständnisse, ganz offen ausgelöst durch Wortwahl, hingegen durch die Körperhaltung auf subtiler Ebene. Wir alle kennen es, wenn ein Mensch eine frohe Botschaft verkündet, seine Körperhaltung aber eher mißmutig erscheint, und wir uns daraufhin sofort fragen, was ist los, was nicht stimmt, mit der Konsequenz, den Sprechenden umgehend zu fragen, was nicht stimmt.

Gleichsam werden wir stutzig, wenn ein Gegenüber recht teilnahmslos eine weniger frohe Botschaft verkündet, zusätzlich vielleicht noch amüsiert dreinblickt. Wir ahnen sofort, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann und beginnen umgehend rückzufragen. Schließlich kann es ja nicht sein, daß Dramatik ohne entsprechende Mimik wirklich dramatisch sein kann. Wir leben nicht in Japan, wo es so üblich ist.

Jeden unklaren Punkt können wir beim persönlichen Gespräch sofort klären. (Hier sollte ich besser schreiben KÖNNTEN, denn die Mehrzahl der Menschen verlernte scheinbar sich zu vergewissern, verlernte nachzufragen. Sie empfinden möglicherweise ihre Nachfrage als Zeichen der Unsicherheit, und niemand möchte sich eine Blöße geben.) Dabei stellt die Rückfrage in der Kommunikation ein relevantes Mittel zur Verfügung. Wer fragt schon zwei oder mehrmals nach, wenn das gemeinsame Verständnis vermeintlich noch immer nicht hergestellt ist, wer hakt nach, wenn er den Eindruck hat, dass irgend etwas noch immer nicht stimmt, einer Frage scheinbar immer wieder ausgewichen wird, wie es häufig in der öffentlichen Diskussion vorgelebt wird.

Ein „Wie fühlst Du Dich“, wenn man sieht, dass sein Gesprächspartner fliehend nach links und rechts weg schaut, eine sofortige Nachfrage auf einen fragenden Blick, all das ist Kommunikation.

Was funktioniert davon aber virtuell, was in einem Chat, einem Mail-Kontakt oder in WhatsApp? Während bei der Brieffreundschaft noch die Linien der Schriftführung ein wenig Persönlichkeit erahnen ließ, so fällt das beim Chat weg. Emoticons sind gezielt eingesetzte Ausdrücke, weit weg von tatsächlichen Gefühlsregungen. Was bleibt, ist einzig das geschriebene Wort.

Wie wurde formuliert, welche Wortwahl fand statt, welche Satzlänge scheint Standard? Synonyme, Erläuterungen sind Beispiele für Mittel der Wahl. Inhaltlich ist allentscheidend, was geschrieben wird, worauf geantwortet wird und welche Frage oder welche Aussage ignoriert wird. Letzteres ganz besonders, habe ich den Eindruck. Hier gilt zwar nicht mehr die Regel vom geschriebenen und damit bleibenden Wort, denn oft wird so schwammig formuliert, dass alles und nichts in bestimmte Bedeutungen umgedeutet werden kann.

Was kann ein Gespräch auf virtueller Ebene bewirken? Man tauscht sich mit Worten aus, und zunächst wird festgestellt, ob sich die Personen kennen, im realen Leben oder sonst wie. Ich möchte hierbei die Prämisse zugrunde legen, dass sich die Menschen vorher nicht kannten, der Kontakt entstand virtuell. Keiner weiß vom anderen etwas darüber, das tatsächlich ist, weil kein Kontakt zuvor etwas hätte verifizieren können. Alles ist nun denkbar. Alle Prämissen sind wie ein Puzzle zusammensetzbar, nur dass dabei jedes Teil an jedes andere Teil passt. Es kann ein fiktiver Charakter gebildet worden sein, dessen Ausprägungen im Laufe der Konversation angepasst wird. Niemand weiß vom anderen, was real, was erdacht, was gespielt oder wahrhaftig ist. Worte können alles implizieren. Oder nichts. Das Spiel ist eröffnet.

Reminiszenz, Teil 2 [101]

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Wie sehr man den Erfahrungen der Vergangenheit Raum in der Gegenwart einräumt, hängt davon ab, was man erlebt hat und wie es sich auf das Leben ausgewirkt hat. Die Frage, ob man zur Erkenntnis gelangt, man habe schon alles erlebt und es gäbe nichts neues mehr zu erfahren, beantworte sich jeder Mensch selbst. Während der vielen Schritte der eigenen Entwicklung durchlaufen Menschen verschiedene Stadien der Erkenntnisse. Was geschieht, wenn man denkt, man habe alles erkannt und was, wenn der zweite, viel entscheidendere Schritt der Erkenntnis eintritt, man könne nur wenig bis gar nichts verändern, in einer Resignation endet?

Wenn das Leben einen Menschen lehrt, dass jede Handlung Grenzen aufzeigt und dass diese Grenzen bisher nicht überwunden werden konnten, ganz gleich, ob die Ziele einer Handlung zu hoch oder die Anstrengungen zu gering, die Zeit einfach die falsche oder der Ort nicht der richtige war, ist nicht, was bleibt, immer das gleiche Resultat: Scheitern?

Wie oft stehst Du auf, nachdem Du fielst? Ist es irgendwann genug? Arrangieren sich nicht allzu viele Menschen in ihrer Komfort-Zone, liegend, Menschen, die nur dann wieder aufstehen, wenn diese Komfort-Zone in Bedrängnis gerät? Menschen, die bis zu diesem Zeitpunkt allenthalben nur schreien?

Wie ist es in einem Leben innerhalb einer Resignation? Wenn alles außerhalb der Komfort-Zone belanglos und ein Zeitvertreib darstellt, den es höchstens mal zu kommentieren, bestenfalls zu verurteilen gilt! Immer aber schön aus der Komfort-Zone heraus, dann aber mit Nachdruck. Um nicht allzu nah heran zu kommen, oder gar ergriffen zu werden, von der beobachteten Situation, einem Geschehen, einer Entwicklung, immer dann ist ein virtueller Abstand schon nicht schlecht. Also, paradiesische Zustände in dieser unseren digitalen Welt, oder? Klick – Weg, Schalt – um!