Eine Erläuterung des DSGVO für Fotografie aus der fc und Antwortmail des Innenministeriums (Link und Text)

http://www.fotocommunity.de/blog/fotografisches/informationen/dsgvo-fuer-fotografen?sc_src=email_2092425&sc_llid=456904&sc_lid=61546632&sc_uid=48dbSCNb7u&utm_source=Datenschutz-NL&utm_medium=Email&utm_campaign=180516

Zitat (Quelle: s.o.)

„People- & Street-Photography – Und sie lebt doch noch!
Sie lebt, die People- und insbesondere die Street-Photography. Und sie wird es auch nach Inkrafttreten der DSGVO tun. Dass nämlich die Datenschutzgrundverordnung das Fotografieren an sich, von Menschen und insbesondere die Street-Photography verbietet, dürfte zumindest für Deutschland im journalistischen und künstlerischen Bereich nicht stimmen.

Das Kunsturhebergesetz (KUG), welches die Befugnis zur Veröffentlichung von Personenbildnissen bereits seit über 100 Jahren regelt, wird weiterhin Anwendung finden und damit ändern sich – Stand heute – die Rahmenbedingungen für People-Fotografie in Deutschland im Wesentlichen nicht.

Das bedeutet im Klartext:
Darf ich weiterhin Street-Photography betreiben? – Ja
Darf ich weiterhin Stadtansichten und/oder Fotos machen, wenn Menschen als Gruppe oder Beiwerk auf dem Foto sind (Stichwort Volksfeste oder Architektur in belebten Städten): – Ja
Muss ich meine alten Fotos löschen? – Nein

Und jetzt zur Langfassung:
Ich bin schon Anfang Mai von der fotocommunity gebeten worden, zu dem Gerücht Stellung zu beziehen, dass das Fotografieren von Fotos, auf denen Menschen abgebildet sind und insbesondere die Street-Photography durch die Datenschutzgrundverordnung verboten werde.
Ehrlich gesagt war mir diese kühne Behauptung bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt. (Dafür aber viele, viele andere, denen ich im Rahmen meiner Referententätigkeit zur Datenschutzgrundverordnung begegnet bin.) Aber ich verstand schon nach kurzer Internetrecherche die Sorgenfalten der Fotografen: Es gibt wirklich viele Veröffentlichungen im Internet dazu und die wenigsten hören sich gut an. Wenn man diese allerdings genauer abklopft, so stellt sich ein ganz anderes Bild dar.

Während ich an diesem Text saß, hat übrigens ein Mitglied der fc beim Bundesinnenminister angefragt. Und der antwortete. Und zwar genau so, wie ich die Sache sehe: Kein Problem. Die Antwort des BMI ist hinten angefügt, da um Verbreitung gebeten wurde.

1. Das Problem
Je näher die Wirkung der europäischen Datenschutzverordnung kommt, desto größer wird die Sorge vor der Veränderung. In der fotocommunity ist dabei das Thema aufgekommen, ob das Fotografieren von Stadtansichten, People- und Street-Photography künftig noch möglich sein werden. Das Problem liegt dabei darin, dass Fotos von Personen häufig genug personenbezogene Daten darstellen. Das ergibt sich schon daraus, dass die Personen erkennbar sind und ganz sicher, wenn man bedenkt, dass typischerweise der Person auch noch Datum und Uhrzeit zugeordnet werden können, vielleicht ein Aufenthaltsort, usw. Das ruft natürlich sofort Fragen des Datenschutzes auf den Plan.

Nun fällt sofort auf, dass dies ja auch bisher schon der Fall war, es offenbar aber kein Problem darstellte. Das hatte den Grund darin, dass § 1 Absatz 3 BDSG-alt eine Ausnahme enthielt: Soweit andere Rechtsvorschriften des Bundes auf personenbezogene Daten einschließlich deren Veröffentlichung anzuwenden sind, gehen sie den Vorschriften dieses Gesetzes vor.

Wie der versierte Fotograf weiß, gab es da schon immer das Kunsturhebergesetz (KUG), welches die Befugnis zur Veröffentlichung von Personenbildnissen regelte. Dieses trat dann also in den Vordergrund. Wir wendeten fröhlich das Kunsturhebergesetz an und kümmerten uns nicht mehr um das allgemeine Datenschutzrecht nach Bundesdatenschutzgesetz. Das war auch gut so, da das Kunsturhebergesetz ein seit 1907 gut abgehängtes Stück Gesetz darstellt und es tonnenweise Rechtsprechung im Spannungsfeld zwischen Persönlichkeitsrecht des Abgebildeten und Interesse des Bildnisnutzers gibt. Man weiß was man hat und das was man hat, funktioniert seit Ewigkeiten gut.

In der Datenschutzgrundverordnung findet sich auf den ersten Blick keine entsprechende Generalklausel. Das findet unter anderem seinen Grund darin, dass sich das Datenschutzrecht antizipiert: Es will sich nicht mehr vor jeder anderen Regelung wegducken. Aber natürlich kann eine europäische Verordnung auch nicht Rücksicht auf jedes nationale Gesetz nehmen.

Daraus wird dann häufig gefolgert:
1. Das Kunsturhebergesetz findet keine Anwendung mehr.
2. Die Datenschutzgrundverordnung selbst verbietet Street-Photography.

Ergo: Street-Photography ist verboten.

Beide Glieder dieser Argumentationskette sind aber zumindest stark angreifbar.

2. Zulässigkeit nach dem Kunsturhebergesetz
So einfach ist es nämlich dann doch nicht. Durchaus kennt auch die Datenschutzgrundverordnung Öffnungen für nationales Recht. Teilweise erfolgt dies, indem von Rechten oder Pflichten nach nationalem Recht gesprochen wird, die dann also auch datenschutzrechtlich relevant sind. Teilweise erfolgt dies auch dadurch, dass die Datenschutzgrundverordnung explizit zulässt, dass in nationalem Recht von ihr abgewichen wird.

Und dann gibt es da noch einen sonderbaren Fall: Artikel 85 DSGVO. Man hat nämlich in Brüssel durchaus erkannt, dass Datenschutz in Konflikt mit anderen wichtigen Freiheiten steht, namentlich unter anderem der Meinungsfreiheit einschließlich des Journalismus und der Kunstfreiheit. Nun sah man sich aber offenbar außerstande, das für Europa einheitlich zu regeln. Das mag mit vielerlei Interessen und nationalen Traditionen zu tun haben.
Jedenfalls sagt die Datenschutzgrundverordnung nichts darüber, wie diese Freiheiten mit dem Datenschutzrecht in Ausgleich zu bringen sind. Vielmehr enthält Art. 85 DSGVO den Auftrag an die Mitgliedsstaaten, also etwa die Bundesrepublik Deutschland, einen Ausgleich zu schaffen. Man liest nun immer wieder, dass dies zumindest nicht vollständig geschehen sei. Insbesondere sei das Kunsturhebergesetz kein solches Gesetz. Es wird dann ein Gesetz gefordert, welches die Fortgeltung des Kunsturhebergesetzes festlege – sozusagen ein Kusturhebergesetzweitergeltungsgesetz. Das ist aber schon eigenartig: Es soll also ein Gesetz geben, dass ein Gesetz gilt. Wieso? Das sagt keiner. Immerhin gelten Gesetze ja einfach so, also auch ohne dass ein Gesetz sagt, dass ein Gesetz gilt.

Vielleicht mache ich es mir hier etwas einfach. Denn immerhin kann man argumentieren, dass ein jüngeres Gesetz ein älteres verdrängt. „Lex posterior derogat legi priori“ (Das spätere Gesetz hebt das vorhergehende auf), wie der Jurist sagt. In diesem Falle würde also die Datenschutzgrundverordnung das Kunsturhebergesetz verdrängen, es außer Kraft treten lassen: Nur stimmt das hier nicht, da Art. 85 DSGVO ja ausdrücklich seine Nachgiebigkeit statuiert. Die Datenschutzgrundverordnung will ja, dass in diesem Bereich anderweitiges, nationales Recht gilt.

Übrigens: Das Kunsturhebergesetz ist auch deutlich älter als das alte Bundesdatenschutzgesetz. Wieso wurde es also nicht schon vor Jahren von diesem verdrängt? Genau: Weil das Bundesdatenschutzgesetz eben gerade sagt, dass es selbst nachrangig gilt. Lange Rede kurzer Sinn: Das Kunsturhebergesetz ist eine Regelung im Sinne des Art. 85 DSGVO. Damit kann es nicht verdrängt sein. Die Datenschutzgrundverordnung selbst bestimmt die vorrangige Geltung des Kunsturhebergesetzes und dazu bedarf es keines Fortgeltungsgesetzes.

Zwischenfazit:
Das Kunsturhebergesetz geht jedenfalls im journalistisch-künstlerischen Bereich der Datenschutzgrundverordnung vor und findet daher weiterhin Anwendung.

3. Zulässigkeit nach der DSGVO selbst
Ich will hier aber noch nicht aufhören. Denn könnte es ja sein, dass ein Gericht das einmal anders sieht und Kunsturhebergesetz nicht anwenden will. Dann ist es gut, eine zweite Patrone im Revolver zu haben.
Zunächst einmal möchte ich etwas in Erinnerung rufen – und aus meiner Referententätigkeit weiß ich, dass man das immer und immer wieder tun muss: Dass eine Handlung unter die Datenschutzgrundverordnung fällt, heißt noch lange nicht, dass sie verboten ist. Sogar Handlungen, die unter die Datenschutzgrundverordnung fallen und ohne Einwilligung vorgenommen werden, können erlaubt sein.
Sogar Handlungen, die unter die Datenschutzgrundverordnung fallen und gegen den ausdrücklichen Wunsch des Betroffenen vorgenommen werden, können erlaubt sein. Es ist ja nun nicht so, dass jemand nur laut „Stopp, Datenschutz!“ rufen muss und dann bleibt die Welt stehen.

Die Datenschutzgrundverordnung folgt einem im Prinzip gar nicht neuen Gedanken: Datenverarbeitung ist verboten, es sei denn, sie ist erlaubt. Das steht in Art. 6 Abs. 1 DSGVO. Dann zählt sie verschiedene Gründe für die Rechtmäßigkeit auf. Darunter befindet sich in Art. 6 Absatz 1 Buchstabe f) DSGVO auch das berechtigte Interesse. Datenverarbeitung ist also vereinfacht ausgedrückt unter anderem dann erlaubt, wenn es einem berechtigtem Interesse des Verantwortlichen (hier des Bildnisnutzers) folgt und dieses dem Datenschutzrecht des Betroffenen überwiegt.

Jetzt liest man in Veröffentlichungen, die kühn die Unzulässigkeit der Street-Photography behaupten, dass ein solches Interesse nicht rechtssicher sei. Nicht rechtssicher ist schon einmal etwas anderes als verboten. Und dann wird auch noch argumentiert, dass „anders als Journalismus oder Kunst […] etwa PR im Zweifel als Werbung einzuordnen“ sei und damit ein nachrangiges Interesse bestehe
[Horvarth – Das Ende der freien Veröffentlichung von Personenbildnissen – für die meisten von uns].

Aus „Street-Photography ist verboten“ wird also in nur wenigen Sätzen eines Absatzes „Street-Photography für PR-Zecke ist nicht rechtssicher.“ Klingt doch schon viel besser. Aber machen wir uns eigene Gedanken.
Erwägungsgrund 47 – das ist so etwas wie eine Gesetzeserläuterung – nennt Anhaltspunkte, die bei der Abwägung der beiderseitigen Interessen zu berücksichtigen sind. Da wird zum einen von der Nähe des Verantwortlichen zum Betroffenen gesprochen. Das haben wir leider in der Street-Photography nicht, was gegen deren Zulässigkeit spricht. Dann ist aber auch die Vorhersehbarkeit relevant. Schließlich wird festgestellt, dass sogar Direktwerbung von einem berechtigte Interesse getragen sein kann. Hier gibt es allerdings die Möglichkeit eines Widerspruches.

Wie ist es also in der Street-Photography? Immerhin macht der Fotograf etwas, was seit 100 Jahren zulässig ist und ständig geschieht. Das ist schon einmal ziemlich vorhersehbar. In diesen 100 Jahren war jedenfalls der bundesdeutsche Gesetzgeber immer der Meinung, dass im Rahmen das Kunsturhebergesetzes eben in bestimmten Situationen das Recht des Fotografen (oder Fotoverwerters) überwiegt.

Auch wenn das Kunsturhebergesetz nicht Anwendung finden sollte, ändert das ja nichts am Bestehen dieser Interessen. Sie sind ja genau so da, wie vorher. Es spricht also sehr viel dafür, diese seit Jahren bestehende und in Gesetz gegossene Interessenabwägung genau so weiter anzuwenden. Man könnte also dieses Interesse nur dann auf einmal zurücktreten lassen, wenn die Datenschutzgrundverordnung diesen Sachverhalt anders regeln wollte, also entgegen der bestehenden Rechtslage eine neue einführen möchte. Das kann freilich theoretisch auch sein. Nur sagt Art. 85 DSGVO aber genau etwas anderes: „Ich will mich da nicht einmischen.“ Das klingt gar nicht so, als ob die Datenschutzgrundverordnung den bestehenden Interessenausgleich abändern wollte.

Zwischenfazit:
Die im Kunsturhebergesetz vorgenommene Interessenabwägung ist auch im Rahmen des Art. 6 Absatz 1 Buchstabe f) DSGVO zu berücksichtigen und dürfte daher zu analogen Ergebnissen führen.

4. Das Anfertigen von Fotografien
Wer genau aufgepasst hat, bemerkt, dass ich eigentlich nur von der Veröffentlichung der Fotografie gesprochen habe. Davor steht aber die Anfertigung, also das Fotografieren selbst. Dieses ist im Kunsturhebergesetz gar nicht geregelt. (Und war es bisher auch nicht.)

Wenn aber die Veröffentlichung der Fotografie zulässig sein sollte – sei es, weil das Kunsturhebergesetz weiter gilt (siehe oben 2), sei es weil es ohne formelle Geltung Eingang in die Interessenabwägung der Datenschutzgrundverordnung findet (siehe oben 3.) – so gilt das erst recht für das reine Fotografieren. Denn dieses stellt einen geringeren Eingriff in die Rechte des Abgebildeten dar, muss dann also erst recht zulässig sein, weil es einem berechtigten Interesse entspricht: Wenn das Stärkere erlaubt ist, ist es das Schwächere ganz sicher. „Argumentum a maiore ad minus.“ (Vom Größeren lässt sich auf das Kleinere schließen.)

5. Fazit
Natürlich muss jetzt hier der Haftungsausschluss des beratenden Juristen herein: Wie die Gerichte einmal entscheiden werden, steht in den Sternen. Es gibt da einen schönen Witz, der das verdeutlicht:

Ein Mann fragt einen Mathematiker, einen Physiker und einen Juristen, was denn 1 plus 1 ergäbe. Der Mathematiker kommt nach Ewigkeiten der Überlegungen aus seinem Elfenbeinturm und ruft in freudiger Erregung: „Heureka, es gibt eine und genau eine Lösung!“ Der Physiker wirft seinen Teilchenbeschleuniger an, misst und misst und misst, um dann eine Theorie aufzustellen: „1,9999999873 bei zu vernachlässigender Ungenauigkeit.“ Der Jurist gibt eigentlich recht schnell eine brauchbare Antwort: „Natürlich 2.“ Dann fährt er jedoch fort: „Ich habe aber keine Ahnung, ob wir damit bei Gericht durchkommen.“

Aber was wir bis hierher wissen, spricht deutlich mehr dafür, dass Street-Photography zulässig ist, jedenfalls im künstlerisch-journalistischen Bereich.

Was mir aber wichtiger erscheint:
Den befürchteten Massenabmahnungen steht die Auskunft des BMI entgegen.
Ein Massenabmahner möchte sich nämlich nicht mit feingeistigen juristischen Auseinandersetzungen beschäftigen. Er möchte schnell bei einer großen Anzahl von Personen absahnen. Ich muss ihn also ins Nachdenken, ins Argumentieren bringen. Dann verliert er die Lust an mir. Das dürfte mir aber mit Hinweis auf die Auskunft des BMI gelingen. Also bitte Zugriff auf dieses Schreiben sicherstellen.

Aber wieso gibt es so viele negative Artikel im Internet? Dass Gesetzesänderungen Auguren auf den Plan rufen, die den Untergang des Abendlandes prophezeien, ist mir als Jurist bekannt. Das liegt zum einen daran, dass es natürlich für einen Berater einträglich sein kann, ein Problem zu benennen, das man nur selbst beseitigen kann.

Außerdem neigen Juristen zu einem gewissen Konservatismus:
Wenn sich etwas ändert, muss das schlimm sein.
Bisher haben wir es ganz gut überlebt …

Auskunft des BMI:
Sehr geehrter Herr …,
vielen Dank für Ihre Anfragen vom 30. April und 03. Mai 2018.

Eine Verbreitung dieser Antwort ist wünschenswert, sofern die Antwort vollständig wiedergeben und nicht einzelne Passagen aus dem Zusammenhang gerissen werden.

Gerne nehme ich vertiefend zu Ihren Fragen Stellung. Um Wiederholungen zu vermeiden, möchte ich jedoch eingangs erneut betonen, dass sich aus der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und den diese ergänzenden nationalen Gesetzen keine wesentlichen Änderungen der Rechtslage bei der Anfertigung und Verbreitung von Fotografien ergeben.

Das Anfertigen von Fotografien wird sich auch zukünftig auf eine – wie bislang schon – jederzeit widerrufbare Einwilligung oder alternative Erlaubnistatbestände wie die Ausübung berechtigter Interessen (Art. 6 Abs. 1 lit. f) DS-GVO) stützen können. Diese Erlaubnistatbestände (nach geltender Rechtslage Art. 7 der geltenden EU-Datenschutz-Richtlinie 95/46/EG i.V.m. den nationalen Umsetzungsgesetzen) decken seit vielen Jahren datenschutzrechtlich die Tätigkeit von Fotografen ab und werden in Art. 6 DS-GVO fortgeführt. Die Annahme, dass die DS-GVO dem Anfertigen von Fotografien entgegen stehe, ist daher unzutreffend.

Für die Veröffentlichung von Fotografien bleibt das Kunsturhebergesetz auch unter der ab dem 25. Mai 2018 anwendbaren Datenschutz-Grundverordnung erhalten. Es sind, wie ich bereits in meiner Antwort ausgeführt habe, keine Änderungen oder gar eine Aufhebung mit Blick auf die Datenschutz-Grundverordnung vorgesehen.

Die Ansicht, das Kunsturhebergesetz werde durch die DS-GVO ab dem 25. Mai 2018 verdrängt, ist falsch. Das Kunsturhebergesetz stützt sich auf Artikel 85 Abs. 1 DS-GVO, der den Mitgliedstaaten nationale Gestaltungsspielräume bei dem Ausgleich zwischen Datenschutz und der Meinungs- und Informationsfreiheit eröffnet.
Das Kunsturhebergesetz steht daher nicht im Widerspruch zur DS-GVO, sondern fügt sich als Teil der deutschen Anpassungsgesetzgebung in das System der DSGVO ein. Eine gesetzliche Regelung zur Fortgeltung des Kunsturhebergesetzes ist nicht erforderlich. Ebenso führen die Ansätze anderer Mitgliedstaaten, die sich in allgemeiner Form zum Verhältnis von Datenschutz und Meinungs- und Informationsfreiheit verhalten, in der praktischen Umsetzung nicht weiter und führen nicht zu mehr Rechtssicherheit.
Die grundrechtlich geschützte Meinungs- und Informationsfreiheit fließt zudem unmittelbar in die Auslegung und Anwendung der DS-GVO ein, insbesondere stellen sie berechtigte Interessen der verantwortlichen Stellen nach Art. 6 Abs. 1 lit. f) DS-GVO dar. Die DS-GVO betont, dass der Schutz personenbezogener Daten kein uneingeschränktes Recht ist , sondern im Hinblick auf seine gesellschaftliche Funktion und unter Wahrung des Verhältnismäßigkeitsprinzips gegen andere Grundrechte abgewogen werden (Erwägungsgrund 4). Zu den von der DS-GVO in diesem Zusammenhang genannten Grundrechten zählt ausdrücklich auch die Freiheit der Meinungsäußerung und Informationsfreiheit.

Ich würde mich freuen, wenn die vorstehenden Ausführungen dazu beitragen, Ihnen Ihre Befürchtungen zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
– Bürgerservice –“

„Kunstlose Bewegungen“ ( 182 )

mies-vandenbergh-fotografie.de cell jeans hintern

mies-vandenbergh-fotografie.de

Der wunderbare Moment der Gedankenlosigkeit, der den Menschen völlig losgelassen dasein lässt, ist immer häufiger zu beobachten. Nämlich dann, wenn der Mensch sich auf andere Dinge (Telefon 😉 )konzentriert, als auf die Dynamik oder Statik seines Körpers.

Wenn ich einen Menschen fotografiere, der sich auf die Aufnahme einlässt, ganz gleich, ob Model oder nicht, so laufen in seinem Kopf Unmengen von Denkprozessen ab. Bei gestellten Shootings fragt sich der Mensch beständig, ob die oder jene Pose nun gut, sehr gut, mittelmäßig oder unzufriedenstellend ausgeführt wird.

Dabei spielt es nur eine nachrangige Rolle, wie ich als Fotograf mit der Person vor meiner Kamera kommuniziere. Sicher ist es hilfreich die ein oder andere Anweisung zu geben, oder zu beschreiben, was der Augenblick gerade aussagen, ausdrücken soll, es trägt unbedingt zu einer harmonischen und guten Zusammenarbeit bei, das ist keine Frage, doch ich möchte auf etwas anderes hinaus.

Niemals wird die Pose so natürlich sein, wie sie ist, wenn der Person nicht gewahr wird, dass sie gerade abgelichtet wird. Der uralte Trick, als Fotograf vor einer Gruppe oder Person zu sagen, er zähle nun bis 3 oder 5 und werde dann fotografieren, in Wirklichkeit den Auslöser aber schon bei 2 oder 4 zu betätigen, entlockt manch ungezwungenere Mimik.

Bei der Straßenfotografie geht es gerade darum, Szenen des alltäglichen Lebens zu erfassen, die nicht gestellt wurden. Oft finden sich sehr natürlich anmutende Bilder, die so tausendfach jeden Tag erkannt werden können. Diese Wiedererkennung ist es, die den Reiz dieses Genres ausmacht. Und genau da möchte ich ansetzen, wenn ich von einem Spruch ausgehe, den ich auf meiner Homepage im Bereich des Fotoshootings stehen habe: No Posing!

Mir sagen Bilder von Menschen, Portraits oder andere Arten von Fotografien ganz besonders zu, auf denen möglichst viel von dieser oben beschriebenen Natürlichkeit enthalten ist. Dieser Stil könnte als „No-Posing-Stil“ bezeichnet werden, der als solcher nicht sehr leicht vorzustellen ist. Der Mensch denkt unentwegt. Damit reagiert er auch unentwegt. Und er stellt sich immer wieder vor, wie er wohl jetzt gerade aussieht oder wirkt. Dabei abzuschalten, das ist eine hohe Kunst.

Während eines Shootings nutze ich manchmal die Augenblicke, die bei einem Szenenwechsel entstehen, die oftmals nur Bruchteile von Sekunden einnehmen, wenn das Model sich beispielsweise gerade herumdreht. Dabei sind schon sehr oft die besten Bilder entstanden. Alles natürlich in Absprache mit dem Model. Was nicht heißt, dass eine sinnlich an die Wange gelegte Hand nicht absolut bezaubernd oder lasziv sein KANN.

Der Begriff „vollkommene Kunstlosigkeit“ (Moses Mendelssohn) lief mir neulich direkt in meine offenen Arme, ich verband es sofort mir dieser meiner Idee. Eine Pose in „vollkommener Kunstlosigkeit“ ist eine ungezwungene Bewegung oder Statik, die frei von jeder Absicht ist, oder frei von jedem Zweifel, der Mensch ist quasi gedankenlos, was seinen Körper angeht. Sagt mir sehr zu! 🙂

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Eine Frage des Rechts in Sachen Streetphotography, wird ein Urteil für Deutschland kommen ?

mies-vandenbergh-fotografie.de

Llanes

hier ein Artikel über einen Rechtsfall, den vielleicht bald jeden Fotografierenden angehen könnte. Einfach mal lesen und überlegen, ob unterstützt werden sollte.

https://www.startnext.com/streetphotography

http://www.berliner-zeitung.de/kultur/berliner-ostkreuz-fotograf-espen-eichhoefer–heimlich-fotografierte-passantin-verklagt-kuenstler-auf-schmerzensgeld,10809150,29620558.html

Vielleicht auch rebloggen, ich finde es wichtig für alle Streetphotographer!!!!!

Back from Holiday

Mies-Vandenbergh-Fotografie

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Zurück aus Nordspanien einen sonnigen Gruß an alle Leser, zum Einstieg in die weiteren Artikel Impressionen aus der asturischen Hauptstadt OVIEDO, sehr speziell einige Skulpturen, deren Erschaffer meiner Ansicht nach einen Blick und die Hand für „DEN WOHLGEFORMTEN HINTERN“ hatte. Euch allen eine schöne weitere Zeit und viel Spass mit meinen  folgenden Artikeln. https://i0.wp.com/www.smartphoneforums.com/forums/images/smilies/camera.gif

 

 

Vereinigte Staaten von Amerika (USA) Flagge   Großbritannien Flagge

Back from northern Spain a sunny greetings to all my readers, to get started in the other Article impressions from the Asturian capital Oviedo, very specifically some sculptures, whose creators in my view, a view and the hand for „The well-formed butt“ had. I wish you all a nice for more time and a lot of fun with my following articles. https://i0.wp.com/www.smartphoneforums.com/forums/images/smilies/camera.gif

 

 

Frankreich Flagge

Précédente d’un Nord nous saluant tous mes lecteurs, au point de départ dans la suite de l’article impressionen ont capitale Oviedo, très particulier certains sculptures, dont erschaffer mon avis, un regard et de la main pour «le postérieur wohlgeformten“ a eu. Vous tous une belle et plus de temps beaucoup de plaisir avec mes articles suivants.https://i0.wp.com/www.smartphoneforums.com/forums/images/smilies/camera.gif

 

 

Spanien Flagge

Atrás en norte de España un un saludo a todos mis lectores, al entrar en el nuevo artículo Impressionen procedentes de los asturianos capital OVIEDO, muy especialmente algunas esculturas, cuyo Erschaffer en mi opinión, una cara y las manos para „los WOHLGEFORMTEN ADJUNTARÁN“ ha tenido. Todos os un hermoso más tiempo y mucha diversión con mis siguientes artículos.https://i0.wp.com/www.smartphoneforums.com/forums/images/smilies/camera.gif

 

 

Portugal Flagge  Brasilien Flagge

Para trás a partir do norte de Espanha a sunny saudações a todos os meus leitores, para começar no outro artigo primeiras impressões da capital das Astúrias Oviedo, muito especificamente algumas esculturas, cujos criadores em meu ponto de vista, um ponto de vista como o lado do „bem-formada culo“ tinha. Desejo-vos a todos um agradável por mais tempo e um monte de diversão com meus artigos seguintes.https://i0.wp.com/www.smartphoneforums.com/forums/images/smilies/camera.gif

 

Niederlande Flagge

Terug uit noord Spanje zonnige groeten aan al mijn lezers, om aan de slag te gaan in het andere artikel afdrukken van de Asturiaanse hoofdstad Oviedo, heel concreet een aantal beeldhouwwerken, wier scheppers in mijn oog, het oog en de hand voor „De welgevormde billen“ gehad. IK wens u allen een mooi om meer tijd en veel plezier met mijn volgende artikelen.https://i0.wp.com/www.smartphoneforums.com/forums/images/smilies/camera.gif

 

 

Italien Flagge

Dal nord della Spagna un bel saluto a tutti i miei lettori, per iniziare l’altro articolo impressioni dalla capitale Oviedo Asturie, in particolare alcune sculture, il cui creatore, a mio avviso, la visualizzazione e la mano per „La testa“ era. Auguro a tutti voi una bella per più tempo e un sacco di divertimento con i miei articoli seguenti.https://i0.wp.com/www.smartphoneforums.com/forums/images/smilies/camera.gif

 

Rumänien -Flaggen wehend animiert transparent

Înapoi din nordul Spaniei însorite salutari la toti cititorii, pentru început în alt articol impresii din capital Asturian Oviedo, foarte specific unele sculpturi, ale carui creatori în părerea mea, un punct de vedere şi de mână, pentru „bine-formate cap la cap“ ar fi. VA doresc tuturor o nisa pentru mai mult timp şi de distractiv mea cu următoarele articole.https://i0.wp.com/www.smartphoneforums.com/forums/images/smilies/camera.gif

 

 

Holiday

mies-vandenbergh-fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

 

 

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Eine besondere Zeit wünsche ich Euch allen, liebe Follower, Gäste, Besucher meines Blogs, ich werde mit meiner Familie Urlaub bis Anfang September in Nordspanien machen, wo ich schon einmal erleben durfte, dass die Farbe grün in der Natur eine ganz besondere Ausdruckskraft besitzen kann. 🙂

 

 

Vereinigte Staaten von Amerika (USA) Flagge   Großbritannien Flagge

A wonderful time to all followers, guest and visitors of my blog, I will take a time to relax in northern Spain an join the nature, a place, a time where I Recognized before, That the color of green can own a fantastic luminescens. ..:-) Be happy and take care of you …..

 

 

Frankreich Flagge

Un merveilleux moment à tous les fidèles, les clients et les visiteurs de mon blog, je vais prendre un moment de détente au nord de l’Espagne un joindre à la nature, un lieu, un temps où je reconnus avant que la couleur verte peut posséder un fantastique luminescens. ..:) Soyez heureux et prendre soin de vous …..

 

 

Spanien Flagge

Un tiempo maravilloso para todos los seguidores, invitados y visitantes de mi blog, voy a tomar un tiempo en el norte de España para relajarse un unirse a la naturaleza, un lugar, donde reconocí un tiempo antes, que el color de verde puede ser dueño de una fantástica luminescens. ..:) feliz y cuidar de ti …..

 

 

Portugal Flagge  Brasilien Flagge

UM tempo maravilhoso para todos os seguidores, os hóspedes e visitantes do meu blog, vou tirar um tempo para relaxar no norte da Espanha, um unir-se à natureza, um lugar, um momento em que reconheci antes, que a cor de verde pode possuir uma fantástica Photorhabdus luminescens. .. : -) ser feliz e cuidar de você …..

 

Niederlande Flagge

EEN heerlijke tijd om alle aanhangers, gasten en bezoekers van mijn blog, ik neem de tijd om te relaxen in noord Spanje een toetreden tot de natuur, een plek, een tijd waar IK erkende dat de kleur groen kan een fantastische luminescens. .. : -) gelukkig zijn en voor je zorgen …..

 

 

Italien Flagge

UN tempo meraviglioso per tutti i seguaci, ospiti e visitatori del mio blog, si può passare un momento di relax nel nord della Spagna di entrare a far parte della natura, un luogo, un momento in cui ho riconosciuto prima, che il colore verde è proprio un fantastico luminescens. .. : -) essere felice e prendersi cura di voi…..

Lauter schöne Menschen (139)

 

Droug Jeans  Mies Vandenbergh Fotografie

Mies Vandenbergh Fotografie

Auf einem bequemen Bistrostuhl sitzend, draußen, im alten Café am Marktplatz im Zentrum der großen Stadt, dem Wetter ein Schnippchen geschlagen, weil es eigentlich noch etwas zu kühl ist, aber die Betreiber des Cafés mitdenkend, eine Decke zurechtgelegt habend, aus Gründen, die vermutlich eher den Drogenabhängigen geschuldet sind (drin darf ja nicht (mehr) Tabak konsumiert werden), für mich Drogenabhängigen die Allerweltsdroge Coffein in Form eines wundervoll kredenzten Latte Macchiato vor mir befindlich, in wahrer Vorfreude auf dessen Genuss, zusehend den Menschen, die, in allerwichtigster Manier in panikartigen Fluchtbewegungen -früher hätte ich diese Fortbewegung vielleicht gerade noch als schnelles Gehen erkannt- an den dekadent phlegmatisch das Kaffeeglas zum Munde führenden Gästen vorüber gleiten.

Da sitze ich, sehe den Menschen zu. Nehme sie wahr, nahezu jeden einzelnen, betrachte ihn auffällig unauffällig, in Bruchteilen von Sekunden, seinen Gang, vielleicht mehr einem Fluchtversuch vor dem eigenen Leben ähnelnd, als dem Weg von einem Ort zum anderen, sein Gesicht, seine Haare, den Körper. Zwangsläufig werden in mir Schubladen aufgezogen, in die ich -nur zu gerne- den ein oder anderen einordnen möchte. Manchmal ist meine Gegenwehr zu gering, um gerade das zu verhindern. Somit konnte ich den Menschen nicht retten. Dabei war er bestimmt ganz anders vom Wesen her. Meine Blicke, kaum an den Personen haftend, kämpfen sich wieder und wieder von oben nach unten am Menschen entlang, scheinen genau so getrieben, wie die Passanten selbst. Ich versinke scheinbar in der Menschenmenge. Doch in Wirklichkeit ist diese Betrachtung derartig oberflächlich, es könnten noch viele Menschen mehr sein und mein Auffassungsvermögen wäre noch lange nicht erschöpft. Es liegt einfach daran, dass mein Gehirn einen Filter anwendet, von dem mein Bewusstsein nur wenig erfährt.

Ich sehe die Menschen an, taxiere sie, weiß in genau diesem Augenblick, ob ein zweiter Blick lohnt, (be-)lohnt im wahrsten Sinne des Wortes, schätze ich ab, ob bestimmte Bereiche meines limbischen Systems so stark von der Erscheinung des gegenüber stimuliert werden könnten, dass unter diesen Umständen mit einer Ausschüttung eines bestimmten Hormons reagiert werden könnte. Wenn Schönheit für uns Menschen bedeutet, dass eine bestimmte Region in unserem Gehirn durch sie stimuliert wird und ein entsprechendes Hormon ausgeschüttet wird, dass uns, ähnlich wie das Dopamin oder andere Endorphine in einen positiven Gefühlszustand versetzt? Mein Bewusstsein könnte so mit Freude, positiver Überraschung, Faszination oder Begeisterung antworten. „Was für ein interessanter Mensch!“

Doch so schnell dieser Mensch auch erschienen ist, so schnell ist er vorüber geeilt, entzieht sich meiner Wahrnehmung. Er hinterlässt aber ein entsprechendes Muster in mir, wie die Wellen eines geworfenen Steins in den See. Je nach Stärke der Hormonausschüttung, oder Größe oder Wucht des geworfenen Steins, sind die Wellen mehr oder weniger heftig, je nach meinem persönliches Empfinden dieser Person. Mehr aus dieser Erinnerung, die von wallenden Gefühlen, die im Moment des Erblickens entstanden, heraus gesteuert wurde, formt sich ein Bild der Person, dessen subjektiv empfangenes Abbild durch diese Erinnerung unabwendbar verklärt wird. Das Bildnis verschwimmt zusehends, es macht einer Fiktion platz, die mehr vom entstandenen Gefühl gezeichnet lebt, als vom Gedächtnis.

Ich wandere mit meinen Augen entlang des Menschen, auf und ab. Schon während des Blickens verspüre ich die Absicht, dem Nächsten die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und wieder dem Nächsten und wieder dem Nächsten und immer so weiter. Von manchen Menschen reiße ich mich schwerer los, von anderen leicht. Von manchen, die ich gerade noch im Augenwinkel erfasste, habe ich dabei schon manches mal gedacht „VERDAMMT“! , „VERPASST!“.

Doch all diese Gedanken waren vergeblich! Warum? Nun, ich saß dort im alten Café am Markt im Zentrum der großen Stadt, auf einem bequemen Bistrostuhl sitzend, draußen, dem Wetter ein Schnippchen schlagend, weil es eigentlich noch etwas zu kühl war, aber die Betreiber des Cafés hatten mitgedacht, denn sie hatten eine Decke zurechtgelegt. Ich saß aber nicht nur einfach so da. Nein. Ich hatte meine Kamera dabei. Und ich habe all die Gedanken nicht gedacht, sondern ich habe mich mit Gegenlicht, Blende und Tiefenschärfe beschäftigt.

Ich habe, während ich über Bewegungsunschärfe und Verschlusszeit nachdachte, Vermutungen angestellt, was die Menschen, von denen ich in aller Offenheit ein Foto machte, wohl darüber dachten, dass ich sie ablichtete. Ohne auf dem Monitor meiner DSLR Fotos zu überprüfen -das mache ich nicht so häufig während der Straßenfotografie- sah ich fast jeden Menschen, den ich fotografierte, hinterher an, lächelte freundlich. Ich fragte mich, ob denn einer zu mir käme, und wissen wollte, was ich mit den Aufnahmen machte. Doch kaum einer von den vielleicht 30 abgelichteten Personen kam auf mich zu, der ich alten Café am Marktplatz im Zentrum der großen Stadt saß, auf einem bequemen Bistrostuhl, draußen, dem Wetter ein Schnippchen geschlagen, weil es eigentlich noch etwas zu kühl war, aber die Betreiber des Cafés hatten glücklicherweise mitgedacht, denn sie hatten eine Decke zurechtgelegt.

Der Latte Macchiato war wunderbar!

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Warum ist ein Baum schön? (132)

mies-vandenbergh-fotografie.de

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Warum ist der Tiger schön, obwohl er nicht direkt für die Arterhaltung des Menschen von Bedeutung ist? Warum findet der Mensch Dinge außerhalb des Menschen schön? Davon berichte ich in diesem Beitrag.

Ich gehe davon aus, dass Schönheit für den Menschen in erster Linie beim Menschen zu finden ist. Unsere Spezies ist in höchstem Maße an sich selbst interessiert, wir lieben es schöne Menschen anzusehen, ganz gleich, ob im Fernsehen, Internet, in Zeitschriften oder life! Was es ist, das uns am Menschen bezaubert, habe ich mehrfach hier im Blog beschrieben, ob es ein Gesicht, ein Körper, nur ein Körperteil, z.B. der Hintern oder auch die Haare sind, bestimmt oft die gesamte Erscheinung des Menschen, es finden sich alle Vorlieben wieder, die möglich sind.

Bei der Suche der Forscher nach den Ursachen für die Verzauberung beim Anblick der menschlichen Wesen werden viele verschiedene Hypothesen bemüht. Von der Evolutionstheorie, die die Arterhaltung als Grundlage ansieht, die sich dabei wiederum in verschiedene Richtungen orientieren, über die Gute-Gene-Theorie, bei der die Schönheit durch das Vorhandensein von guten Erbanlagen ihren Ausdruck findet, weiter über die Hypothese vom gesunden Menschen, dessen Schönheit als Indiz für fehlende Krankheiten gewertet wird, bishin zu Vertretern einer Hypothese, die die Schönheit nur als Ausdruck einzelner, kultureller Ausdrucksformen betrachtet.

Allen gemein ist das Fehlen einer Erklärung für ein Phänomen, das schon Darwin in Erklärungsnot brachte: warum finden wir Menschen auch andere Dinge schön, Dinge, die nichts mit uns Menschen direkt zu tun haben? Aus der Erkenntnis heraus, das der Mensch höchstwahrscheinlich ein Wesen ist, welches auf Formen und Kontraste in höchstem Maße reagiert ist ein erster Ansatz beschrieben worden.

Was finden wir schön an den Flügeln eines Schmetterlings? Was finden wir schön an den gefrorenen Wassermassen der Niagarafälle, die kürzlich zu bewundern waren? Was finden wir schön an einer wohlgeformten Autokarosserie wie der der Corvette oder eines Porsche? Was ist für uns schön am Ausdruck eines Paradiesvogels oder am Flug des Adlers? Was auch fasziniert uns an der morbiden Schönheit einer grünen Baumschlange oder einer Agame, die mehr einem Drachen im Miniformat aus urigen Vorzeiten gleicht? Ist es das gleiche, was uns an sanft verlaufenden Tälern im zarten Nebel der frühen Morgenstunden bezaubert oder das Segelboot, welches elegant durch die Wellen der Ozeane und Meere gleitet?

Wir sehen, nicht nur der Mensch löst in uns das tiefe Empfinden von Schönheit aus, auch ein Gemälde von Dali oder auch Kandinski erweckt in uns die Sinne wie auch eine Skulptur von Rodin es vermag. Gibt es nun dafür weitere Erklärungen? Woher unser Gefallen an Farben aller Couleur? Sind es tatsächlich die Formen und Kontraste, die uns im inneren unseres Verständnisses im Entferntesten an die Formen und Linien unserer menschlichen Körper erinnern, wie es ein Erklärungsversuch aus den 1990er Jahren beschreibt? Ich finde auch dieses Feld der Schönheitsforschung spannend und einer weiteren Verfolgung wert. Der Leser selbst mag sich vielleicht die Frage stellen, woher sein persönliches, individuelles Empfinden für Schönheit bestimmter Dinge außerhalb seines Körpers und seiner Seele rührt. Vielleicht begeben wir uns auf eine spannende Reise zu uns selbst…

Schönheiten, soweit das Auge reicht. Wie weit reicht es denn? (115)

Chraf jeans hintern   mies-vandenbergh-fotografie

mies-vandenbergh-fotografie

In diesem Artikel möchte ich der Frage nachgehen, warum dem einen Menschen die schöne Frau oder der interessante Mann auffällt und einem anderen Menschen das Aussehen der Personen in seinem Umfeld einerlei zu sein scheint.

Tausend schöne Menschen um ihn herum, und er sieht sie nicht! Der Superstar neben ihm in der Warteschlange am Flughafen, und er bemerkt ihn nicht! Die schöne Frau sitzt ihm gegenüber im Abteil, und er sieht sie nicht! Der gutaussehende, charismatisch-interessante Gentleman sitzt neben ihr im Bistro, und sie nimmt ihn nicht wahr! Situationen aus dem Alltag.

Warum könnte es so sein? Weil er und sie mit anderen Dingen beschäftigt sind? Weil ihre Wahrnehmung auf andere Dinge gerichtet ist oder weil die Wahrnehmung nach innen gerichtet ist?

Auf der anderen Seite gehen Personen durch die Stadt, denen die schönen Menschen, die ihnen begegnen, nicht entgehen. Sie sehen sie alle, nehmen sie wahr, erfassen sie mit ihrem Blick, kontaktieren sie mit ihren Augen, manchmal mit einem Lächeln in den Augen, einer Sympathiebekundung ähnlich. Sie betreten das Café, sehen die Menschen an, die dort ebenfalls zu Gast sind und werden der Attraktivität der Personen sofort gewahr.

Was unterscheidet diese Personengruppen im Hinblick auf die Wahrnehmung von Schönheit und Attraktivität voneinander? Die Reaktion auf das Äußere der Menschen könnte unterschiedlicher nicht sein. Woraus resultiert diese Differenz?

Menschen nehmen ihr Umfeld in unterschiedlicher Weise wahr. Von sehr introvertiert daher kommenden, ja fast abwesend wirkenden Menschen reicht die Spannbreite bishin zu äußerst offenen, aufmerksamen Personen, die hellwach wirken. Doch nicht nur innerhalb dieser Grenzen bewegt sich die Wahrnehmung von Schönheit und Attraktivität. Ein zweiter Aspekt ist die Unterscheidung der Menschen im Hinblick auf ihr soziales Umfeld. Damit meine ich zuerst die Quantität der informellen und formellen Kontakte des Einzelnen. Als zweites kann ich die Unterschiede in der Qualität beschreiben.

Zunächst einmal zur Quantität. Wie wirkt es sich aus, wenn eine Person in regem Kontakt mit einer großen Anzahl von Menschen steht?

Dabei kann es die Masse der Großstadt sein. Entweder der Ort, an dem man wohnt oder an dem man arbeitet. Es kann gleichwohl der Arbeitsplatz sein, an dem man -dem Berufsbild entsprechend- in ständigem Kontakt zu vielen z.B. Kunden, Gästen oder Patienten steht. Erwartungsgemäß könnte eine solch hohe Frequenz der zwischenmenschlichen Kontakte zu anderen Reaktionen auf das Aussehen der Menschen führen, als bei einer Person, die in suburbanen oder dörflich geprägten Gegenden lebt. Dort begegnen einem nur sporadisch Menschen, häufig bekannte Gesichter, selten Fremde.

Erneut der Vergleich im Bereich des Broterwerbs, der Zeitspanne, der wir einen Großteil unserer iLebenszeit opfern. Der Mensch trifft während dieser Arbeitszeit -wiederum dem Berufsbild entsprechend- auf nur wenige oder gar kein Publikum, wie vielleicht im Beruf des Laboranten, Baggerfahrers oder Lageristen.

An dieser Stelle noch eine Zwischenbemerkung. Gerade im weniger frequentierten Lebensraum, aber auch in Ballungszentren findet meiner Ansicht nach eine schleichende Ent-Sozialisierung statt. Als Ursache führe ich die zunehmende Nutzung aller verfügbaren Medien an. Ein Beispiel aus dem Umfeld meiner Eltern ist das folgende: am Nachmittag finden sich die Senioren nicht mehr zum Kaffeeklatsch ein, sondern sie verpassen kaum eine Folge ihrer Sendung „Kaffee oder Tee“ im Fernsehen. Die Berührungspunkte zu fremden oder auch bekannten Gesichtern spielen sich im Supermarkt, in der Arztpraxis oder beim Bäcker ab.

Als zweites werfe ich einen kurzen Blick auf die Qualität unserer sozialen Kontakte . Sie könnte sich auf unsere Wahrnehmung in Sachen Attraktivität dann auswirken, wenn wir einen nach unserer Vorstellung attraktiven Partner haben. Durch seine Anwesenheit erfahren wir wahrscheinlich eine Art Sättigung an Schönheit, die eine größere Gelassenheit dem anderen (oder gleichen) Geschlecht gegenüber zur Folge hat. Als Einwand könnte man hier einbringen, dass alle Menschen tendenziell immer nach Neuem streben. Das hätte in letzter Konsequenz die Tatsache zur Folge, dass uns nichts und niemand auf Dauer „reichen“ könnte. Umtriebig wären wir irgendwann doch wieder auf der Suche nach anderer, neuer Schönheit.

Neben diesen Faktoren spielen natürlich die Vorlieben jedes Einzelnen die Hauptrolle. Als Ästhet betrachtet der Mensch vielleicht viel häufiger die Formen und Farben der Umgebung. Dabei beschränkt er sich nicht auf die Körperformen des Menschen. Gleichfalls sind es die Formen von Pflanzen, Tieren, Landschaften genau so gut, wie die von Menschenhand erschaffenen Formen, derer ein Ästhet sofort gewahr wird. Dabei kann es sich um ein Kunstobjekt in Form einer Plastik oder eines Gemäldes, wie auch der Form eines Segelbootrumpfes oder Autokarosserie handeln. Für den Liebhaber dieser Formen geht es dabei ganz und gar nicht darum, diese Kunst zu besitzen. Allein die erkennende Betrachtung führt zur Freude über die Schönheit der Welt.

Neben den ästhetischen Gesichtspunkten bei der Betrachtung des wohlgeformten Menschen finden wir bei uns Menschen weitere Vorlieben des Einzelnen. Ein wesentlicher, wenn auch bei vordergründiger Beachtung nicht sehr vorteilhafter, Beweggrund ist die Sensationslust. Gemeint ist die Gafferin und der Gaffer.
Dabei ist es nicht mit dem Hintergrund der sexuellen Begierde abgetan. Dieser ist zwar ursächlich in der Mehrzahl der Fälle als archaischer Trieb latent in uns vorhanden, doch ins offene Bewusstsein dringt er so nicht vor. Es spielt sich viel mehr auf der Ebene der Verbundenheit zwischen Menschen ab. Grundsätzlich mögen sich Menschen, wenn nicht etwas Destruktives dieses Urgefühl getrübt hat. Dieses Gefühl der Verbundenheit kann sich in vielen Facetten im Verhalten des Einzelnen manifestieren. Eine davon ist gerade das Ansehen von Menschen, die einen in irgend einer Weise ansprechen. Das ist nicht nur „live“ möglich, auch in Form von Fotografien und bewegten Bildern. Dieses kann er sogar unbeobachtet tun.

Was kann ich als erstes Fazit bekunden? Wir alle sehen gerne schöne Menschen, nur sind wir dazu nicht jederzeit gleichsam aufnahmefähig. Es liegt bei jedem selbst zu hinterfragen, warum einem manchmal viel mehr schöne Menschen begegnen. Es liegt im Betrachter.

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