Durchsichtige Schönheit (178)

eisee jeans hintern schönheit

mies-vandenbergh-fotografie.de


Aufmerksamkeit und Beachtung zieht eine Form dann auf sich, wenn sie erkennbar ist. Sichtbar ist sie dann, wenn sie nicht versteckt ist. Erkennbar ist sie dann, wenn sie nicht „verformt“ oder verdreht ist. Menschen haben neben ihrer Kleidung auch eine Haltung, die ihre Form im Wesentlichen bestimmt.

Zuerst die Frage: Will ich erkannt werden? Soll meine Form, dieser wandelbare Teil meiner Persönlichkeit, sofort, später, teilweise, garnicht, ständig, manchmal, jedem, wenigen vorgestellt werden? Diese Frage steht ziemlich weit oben auf der Liste der grundlegenden/alltäglichen Überlegungen. Beeinflusst durch das soziale Umfeld und unserer eigenen Idee handeln wir.

In der Öffentlichkeit, genauso wie in unserer Vorstellung, geben wir ein Bild eines Individuums ab. Wir wirken – und wir glauben zu wirken. Wir sind Sender und wirken auf Empfänger. Wechselwirkungen sind noch nicht einmal weiter berücksichtigt. Der Stellenwert der Körperform war vielleicht noch nie zuvor so hoch, wie heute. Mit diesem Kult umzugehen ist für viele Menschen schwer. Dennoch entscheiden wir gemäß unserer Herkunft, unsres Glaubens, unserer Gemeinschaft und unseres Wesens.

Ein Körper kann aus vielerlei Gründen durch Kleidungsstücke verhüllt sein. Keine Form ist erkennbar. Gleichwohl kann ein Körper eng anliegende Kleidung tragen, sodass seine Form teilweise bis ganz erkennbar ist. Hier soll nicht beachtet werden, in wie weit die natürliche Form des Körpers durch bestimmt Funktionen der eng anliegenden Kleidung manipuliert und so sein Aussehen verändert wurde.

Zwischenruf: Wieviel von meinem Wesen meine ich verstecken zu können, wenn ich meinen Körper verstecke, sagte der Vogel Strauß? 😉

Für sein Handeln hat der Mensch üblicherweise einen Grund. Wodurch auch immer diese Gründe entstanden sind, sie sind und bleiben im Moment der Entscheidung für oder wider eine Handlung eigenverantwortlich. „Ich habe so gehandelt oder nicht gehandelt, weil eine Absicht dahinter steht.“ Ob mit dieser getroffenen Aussage bei der Vielzahl der möglichen Empfänger die Botschaft vermittelt wird, sei dahingestellt. Der Sender der Botschaft ist konsequenterweise DAS Zentrum des Universums. Im Augenblick der Sendung strahlt sie ab in alle Welt. Niemand sonst steht dahinter als der Absender.

Ankommen wird die Botschaft in unendlich vielen Zentren des Universums. Jedes einzelne ist für sich genommen das einzige Zentrum. Bestenfalls entsteht im Nachhinein die Auseinandersetzung mit der Botschaft, erst aber einmal trifft sie ein und wird interpretiert. Eine Analyse bleibt meist aus, bei der Vielzahl der Botschaften ist es auch nicht immer notwendig, die Frage bleibt, wann ist es und wann nicht. Doch das ist hier vorerst nicht wichtig.

Wann immer er möchte, darf, kann, will zeigt der Mensch die Form seines Körpers. Eine Skinny Jeans zeigt die Beine und den Po, bei der High-Waist den Körperbereich bis zur Taille. Die im Moment in Mode gekommenen Leggins oder Yoga-Pant zeichnet den Körper je nach Farbmuster deutlichst ab. Weniger deutlich zeichnen den Körper weiter ausfallende Hosen, Röcke oder Kleider ab. Viele Zwischenstufen kann man nennen, bis schließlich die Dschilbab, Hijab oder Niqab, Gesichtsschleier wie auch der Tunica oder Habit, die Kleidung meist katholischer Nonnen erwähnt werden kann.

Doch nicht um die Art der Kleidung geht es, sondern um die Aussage, die Botschaft dahinter. Was will derjenige oder diejenige sagen, wenn sie körperbetonte Kleidung tragen, was, wenn sie sich lieber verhüllen? Diese Entscheidung trifft der Einzelne, ganz gleich, ob er sich einer Gruppe anschließt oder nicht.

Beziehung zum Foto: Ich persönlich favorisiere eine Aufnahme eines „Interessant-aussehenden“ Menschen, auf der dessen Körperform (zumindest) erahnbar ist. Schönheit im Sinne von Körpern (aller Art) ist (für mich) dann sichbar, wenn deren Proportionen auf dem Bild sichtbar/erkennbar gemacht werden konnten. So, wie auch ein Gesicht eine „Form“ hat, ist eine Aufnahme gelungen, wenn es in dieser seiner Form auf der Fotografie nachgezeichnet worden ist. Klingt theoretisch, ist aber auf vielen Fotos mancher bekannter Fotografen, wie Peter Lindbergh, John Rankin Waddell, Ellen von Unwerth, Herb Ritts oder Richard Avedon eindrucksvoll zu sehen. Es ist ein Arm, ein Bein, eine Taille, ein Bauch oder eine Hand, die ein Portrait, Körperbild oder eine Modefotografie zur Ikone machen kann. Meine ich. 🙂

Schönheit, eine Frage des Wertes, Teil II (172)

mies-vandenbergh-fotografie.de

mies-vandenbergh-fotografie.de

Der Zähler der Schönheit wird definiert durch ihren Wert. Wenn Schönheit vorhanden ist, geht es nur noch um deren Gegenwert und Einfluss.

Hier nun in Teil II dieses Beitrages möchte ich von Werten der Schönheit schreiben. Was bedeutet es, wenn ich den Wert x auf einer Werteskala von 1-100 besitze? Welche Vorteile genieße ich, wenn der Wert größer ist und habe ich Nachteile, wenn er nicht so hoch ist? Und wenn es überhaupt einen Einfluss gibt, in welchen Bereichen kann er gemessen werden?

Dazu auch wieder ein Beispiel: Aus den vielen möglichen Bereichen wie z.B. Arbeitswelt, Partnersuche, Machtkampf, Öffentlichkeit, Freundschaften, Arterhaltung, Glaubensfragen oder Selbstwertgefühl möchte ich das Vertrauen herausnehmen, ein Gefühl, eine Einstellung, deren Beziehung zum Aussehen (nicht nur) beim Menschen hinlänglich erforscht wurde.
Jedermann kennt diese Ergebnisse, die durch vielfältige Untersuchungen verifiziert wurden: Einem gutaussehenden Menschen vertrauen wir nun mal eher als einem nicht so gut Aussehenden. Bis zu einem gewissen Grad, nicht aber darüber hinaus.

Von diesen Ergebnissen ausgehend kann ich den Wert des Zählers beschreiben und je nach Größe in ein Verhältnis setzen. Nehme ich also den Wert von 75, dessen Skala die Schönheit von 1, schön, aber nicht so schön, bis 100, sehr schön entnommen ist, so habe ich ein Wesen, dessen Schönheit grundsätzlich vorhanden ist ( zur Erinnerung, der Nenner ist die Schönheit, sie ist also da, und das ab dem Wert 1 in meiner erdachten Skala) und das mit einem relativ hohem Wert. Daraus ergeben sich möglicherweise eine Reihe von Gegenwerten, die ich bei diesem Vergleich dem Alphabet entnehmen möchte und mit A bis N, also 14 an der Zahl, bezeichne. Worum es sich handelt, dazu später mehr.

Als Gegenpart möchte ich den Wert 24 nehmen, der als Gegenwerte die der Bezeichnungen A bis G erhält, und damit weniger, als der Wert 75, nämlich genau 7. Ihm fehlen die Gegenwerte H bis N. An dieser Stelle sein nochmals erwähnt, dass diese Werte nur primär fehlen, bis wir den Menschen kennengelernt haben. Im Verlauf des Kennenlernens wird ent-deckt und ent-täuscht.

Nun zur Erklärung der sehr theoretischen Ansatzweise. Da ist ein Mensch. Ihm ist ein bestimmtes Maß an Schönheit zu eigen. Wie genau das sich festlegt, ist unwichtig, das wurde im Nenner bereits festgelegt! (z.B. ein Ring mehr zwischen Kopf und Torso bei dem Stamm der Karen , ein Speckröllchen mehr im Barock oder heute ein paar Gramm zu wenig) Diese Schönheit bringt diesem Menschen eine Verknüpfung verschiedener Attribute und Eigenschaften zu Tage, die schon in der Antike zur philosophischen Verbindung von schön und gut ( altgriechisch καλός, von innerer/moralischer Schönheit: schön, gut, trefflich, edel, ehrenvoll, anständig, rühmlich) wurde. Es ist in diesem Moment nicht von Bedeutung, ob er oder sie diese Eigenschaften tatsächlich besitzt, sie werden ihm oder ihr erstenmal zugerechnet. Damit schafft die Attraktivität einen ersten Vorteil in der Beziehung der Menschen, so auch in meinem Beispiel, dem Vertrauen. Wir vertrauen tatsächlich gutaussehenden Menschen viel eher, obwohl rein garnichts dazu berechtigte.

Diese Tatsache ist meist aber von kurzer Lebensdauer. Treten wir in Kontakt zu diesem Menschen, so erweist sich meist sehr schnell, ob dieses Vertrauen gerechtfertigt war oder nicht. An den Handlungen und Taten zeigt sich eindrucksvoll, was „dahinter“ steckt, ob wirklich Substanz da ist oder ob es hohl daher kam. Und an diesem Scheideweg trennt sich die ursächliche Wertigkeit der Schönheit vom aktiven Miteinander der Menschen. In der zugegeben zunehmenden Bedeutung der Medien, in dem der tatsächliche Kontakt zwischen Menschen immer fiktiver und virtueller zu werden scheint, verliert die Substanz zunehmend an Boden. Streit wird oft mit Ignoranz abgestraft, anstatt sich mit dem Menschen auseinanderzusetzen, und vielleicht großmütig Fehler zu verzeihen.

Beim Vertrauen ist es also eine Art Vorschusslorbeeren, die der schönere Mensch schneller erntet, und auf denen er erst mal aufbauen, oder sich ausruhen kann. Es dauert möglicherweise länger, bis sich herausstellt, ob das Vertrauen zurecht ausgesprochen wurde. Der Wert der Schönheit verursacht hier in erster Linie einen Vorteil, einem Mehrwert, solang es um dem ersten Eindruck geht.

In Teil 3 möchte ich mich dem Faktor Macht widmen und den Einfluss der Schönheit darauf beleuchten, denn auch dabei zeigt sich, in welchen Bereichen des menschlichen Miteinanders dies überhaupt zur Entfaltung kommt.

Menschheitsgeschichte – wer waren die ersten schlanken Menschen? ((151))

mies-vandenbergh-fotografie huck jeans hintern

Mies-Vandenbergh-Fotografie

 

Schlank   –  wer ist schuld?  Die Ägypter warn´s!? (Vermutlich 😉 )

Während ich Literatur über die Geschichte der Entwicklung der Schönheit lese, mir die ein oder andere Lektüre über die Psychologie der Attraktivität zu Gemüte führe staune ich oft nicht schlecht. Immer wieder erfahre ich für mich überraschende, spannende Fakten, die mir in der Form vorher nicht unbedingt in den Sinn kamen und so meine Phantasie und meinen kleinen Forscherdrang immer wieder anregen. 

So erging es mir mit der folgenden, spannenden These: diese besagt, dass bei den Ägyptern als einem der ersten Völker der Erde (über die schriftliche Überlieferungen bis heute erhalten sind) im Punkte Äußerlichkeiten die Schlankheit als erstrebenswerten Zustand des Körpers entstand. 

Diese Erkenntnis wurde, so die These, in der Anthropologie und der Archäologie durch vielschichtige Forschungen und Funde zu Tage gebracht. Während in Ausgrabungsstätten und auf Schrifttafeln Zeugnisse für den Stellenwert des wohlgeformten „schlanken“ Körpers nachgewiesen werden konnten, gelten offensichtlich die Zeichnungen von Personen auf Gefäßen und Tafeln der Zeitspanne von vor 4000 Jahren als ein für jeden sichtbarer Beweis. Kritiker sehen dabei die Möglichkeit der Idealisierung, die Frage eines möglichen Ideals jedoch bestärkt laut Wissenschaftlern die These jedoch eher noch. 

Wenn auch die Griechen gerne den wohlgeformten, athletischen Körper als eine Errungenschaft ihrer Epoche, ihrer Ästhetik und ihrer Ethik ansehen, so ist dennoch zu konstatieren, dass diese es prinzipiell von den Ägyptern in verschiedener Form übernahmen. Dafür finden sich zahlreiche Beispiele in der uns überliefertern Literatur, ob es von Homer (Ilias) oder Ovid (Geschichte von Venus und Adonis) ist. Aus der Zeit des mittleren bis neuen Reiches der ägyptischen Hochkultur sind Rezepte und Empfehlungen überliefert, wie der Körper möglichst schlank und muskulös zu erhalten wäre. Es ist von Kräutern die Rede und auch von Ernährungstipps, als auch von körperlicher Ertüchtigung, um den athletischen Körper zu erlangen und möglichst lange zu erhalten.

Der Stellenwert des schlanken Menschen ist also erstmals ( durch vorhandene Überlieferungen jedweder Art) in der ägyptischen Hochkultur beschrieben worden. Durch Funde von Figuren und Malereien respektive deren zeitliche Einordnung, die vor der ägyptischen Kultur lag, konnte stets der üppigere Körper als Zeichen der Gesundheit, des Wohlstandes und der Zeugungsfähigkeit beschrieben werden und damit wurde er als erstrebenswert eingeordnet. 

Figuren aus Kulturen der Zeiten vor der der Pharaonen und teilweise danach fanden die Archäologen also stets wohlbeleibt vor. Kontinente übergreifend zeichnete sich ein Bild ähnlich der Venus von Willendorf. Erst Zeugnisse aus nachfolgender Zeit, beispielsweise auf den Bildern des „Grab des Nacht“ sind die Körper schlank dargestellt worden. Was zu diesem Wandel geführt hat, ist bis heute nicht genügend erforscht. Da die Zeitrechnung der Ägyptologie einen Zeitraum von über 3000 Jahren beschreibt, dabei diese Grabtafeln aus der sogenannten Epoche des Mittelreiches stammen, geht man davon aus, dass schon weit vorher, nämlich bis zu 1000 Jahren zuvor der schlanke Körper zum Selbstverständnis von Schönheit, Gesundheit und Bedeutung avancierte.

Die nachfolgenden Kulturen in Hellas trieben den Körperkult weiter voran, bzw. hielten ihn aufrecht. Aus diesen Zeiten sind Zeugnisse in guterhaltener Form und Zustand vorhanden, die Zahl der Statuen von Adonis, Aphrodite oder ….. zum Beispiel ist überwältigend.(Interessant für Dich ist vielleicht das Akademische Kunstmuseum in Bonn, wo über 300 Nachbildungen von Antiken Statuen ausgestellt sind.)

Was mich an der Erkenntnis oder These sehr beschäftigt ist die Tatsache, dass es vielleicht nur die von den Ägyptern überlieferten Hinweise bis in unsere Zeit geschaft haben, und dass an anderen Orten der menschlichen Niederlassungen ebenfalls die Menschen sich dem Schlankheitsgedanken verschrieben haben, nur dass es dafür keine Zeugnisse mehr gibt, die es in unsere Zeit geschafft hätten. Wie weit führt die anthropologische Forschung über die hochgewachsenen, schlanken Massai aus der Gegend der Ostafrikanischen Steppen zurück? Wie verlief die Entwicklung in der  Kinderstube der Menschheit? Eine sehr spannende Frage, meine ich. 

 

 

 

 

 

 

 

U-Bahn Blicke (111)

mies-vandenbergh-fotografie.de snits jeans hintern

mies-vandenbergh-fotografie.de

Der Blick auf sein Gegenüber in der Straßenbahn gleitet wie beiläufig am Antlitz vorrüber. Die Augen sehen fast durch den Menschen hindurch. Kreuzen sich einmal die Blicke, so folgt ein hastiges Wegsehen. Was bleibt, ist ein kurzer Eindruck des Menschen gegenüber und ein Gefühl der Unnatürlichkeit einer Reaktion auf eine Situation, die lieber peinlichst vermieden wird. Es ist nicht vorgesehen, in der Berliner U-Bahn Sichtkontakt mit einem Mitreisenden aufzunehmen. Die Anonymität der informellen Zusammenkunft ist einzuhalten. Man sieht ins Nichts oder auf einen der eigens deswegen angebrachten, tonlosen Bildschirme, über die die neuen Nachrichten in Schlagzeilen flimmern.

Sehr interessant ist der Moment, wenn die U-Bahn ihrem Namen die verdiente Ehre erweist und plötzlich in den Untergrund abtaucht. Die Seitenscheiben der Waggons werden unvermittelt zu riesigen Spiegeln, in die die Reisenden schauen könnten und es auch tun. Und dann geschieht es. Gänzlich ungestraft die Spiegelbilder der vor ihnen sitzenden Menschen ansehen zu können, diese niemals festgeschriebene, stillschweigend hingenommene Übereinkunft zwischen den betrachtenden und betrachteten U-Bahn-Reisenden in Berlin, wie auch in London und vermutlich überall anderswo in der Welt, gestattet den Schauenden die Menschen dann doch anzusehen. Seine Mitmenschen ansehen, Blicke, die sogar für einen Augenblick oder zwei verweilen dürfen, währenddessen sich die Blicke sogar treffen und erwidert werden können.

Wir können für uns selbst ergründen, warum uns das Gesicht unseres Nachbarn auf der Bank gegenüber eine solche Anziehungskraft und Ausdrucksstärke entgegenwirft.

In der U-Bahn sitzend, wohlwissend, dass die Fahrt nur eine sehr begrenzte Dauer einnimmt, bleibt uns nur diese Zeit, auf unseren Sitznachbarn zu reagieren. Die Schnittmenge der gemeinsamen Fahrtzeit in der Bahn ist oft noch kleiner. Während der gemeinsamen Reise können wir versuchen die Erkenntnis über die Emotionen zu gewinnen, die das Gesicht des Gegenüber in uns hervorruft. Diese Spanne ist schon so viel mehr, als die Zeit, die uns beispielsweise bei der Begegnung von hastenden Menschen in der durchwühlten Fußgängerzone der Altstadt bleibt.

Wir sitzen oder stehen in der Bahn, bewegen uns trotz totalem Stillstand des eigenen Körpers mit enormer Geschwindigkeit vorwärts, meist gerichtet in die „richtige“ Richtung. Dabei haben wir Zeit. ÜBRIG!

Wir haben die Zeit zu Schauen; neben der Zeit zum Lesen, zum Schlafen zum Dösen, zum Träumen. Und zum – ja doch- Bedienen unseres Smartphones. Das kostet Zeit. Das bringt uns schnell ins Soll unseres Zeitkontos, denn dafür ist die Fahrt mit der Bahn stets zu kurz. Das Abarbeiten der Punkte unserer ToDoList auf dem Phone nähme viel mehr Zeit in Anspruch, als die Fahrt dauert. Wir schicken SMS, eMails, MMS, posten, twittern, spielen, was das Zeug hält. Die Umgebung, wie verwandelt, auch „fremde Welt da draußen“ genannt, müssen wir in der U-Bahn aushalten. Scheinbar wird sie zunehmend fremder. Wir trennen uns dann gerne davon, wenn wir ein Smartphone hervor nehmen, und durch Starren und Wischen der Wirklichkeit entgleiten können.

Wenn wir aber das Phone am Abend nicht in die Ladeschale gestellt haben, nicht unseren Ersatzakku dabei haben und auch dummerweise den Reserveakku des Ersatzakkus in der anderen Jacke haben, dann wird es wieder verzweifelter Ernst. Wir haben wieder Zeit.

Vielleicht schauen wir dann doch mal wieder hin. Zu den Dingen und Menschen, zu den Häusern und Bäumen, zu den Autos und der Reklame. Auf den Bildern der Reklame sehen wir andere Menschen. Menschen, die so ganz anders aussehen, als jene vor uns auf der anderen Seite der Sitzreihe der U-Bahn. Diese auf dem Plakat lächeln beständig. Jene eher selten bis gar nicht. Bei Diesen liegt es natürlich am Produkt, mit dem sie auf dem Foto sein dürfen, welches uns alle Träume erfüllt, das suggeriert uns diese Werbung. Besonders Träume, von denen wir selber noch nicht gewußt haben, dass sie überhaupt existieren. Bei Jenen in der Bahn liegt es vielleicht am bevorstehenden Arbeitstag, an der bevorstehenden Aufgabe, an der alltäglichen Sorge des Lebens. Oder es ist schlichtweg der entspannte Moment der Fahrt von A nach B über C.

 

Ursprünglich veröffentlicht am 25.Oktober 2013

Die nackte Wahrheit – Warum sind wir nackt und doch nicht nackt (108)

trua jeans hintern   mies-vandenbergh-fotografie

mies-vandenbergh-fotografie

Wann sind wir nackt? Warum sind wir nackt? Was bedeutet nackt für uns und für andere?

In Wikipedia heißt es:
„Als Nacktheit bezeichnet man die Kleidungslosigkeit von Menschen oder die Haar- oder Federlosigkeit von Tieren.Psychologisch bezeichnet man beim Menschen auch die mit der Nacktheit verbundene subjektive Empfindung selbst als Nacktheit oder Blöße; die Empfindung kann je nach Erziehung bzw. nach den Umständen unangenehm sein (Scham) oder angenehm sein (Gefühl der Freiheit oder Befreiung).Das subjektive Empfinden von Nacktheit kann neben dem Fehlen von Kleidung auch aus dem Fehlen von Haaren oder gewohnheitsmäßig am Körper getragenen Gegenständen wie Waffen, Schmuckstücken, Perücken oder Schminke entstehen.“

Schon die darin enthaltenen Begriffe Blöße und Scham lassen auf ein sehr komplexes Gebilde von Konventionen und Regeln, Tabus und Gesetzen schließen.

Weiter heißt es:
„Nackt bedeutet zunächst das vollständige Fehlen von Kleidung, Schmuck und Gegenständen am menschlichen Körper. Es kann sich aber auch nur auf das Fehlen der Kleidung beziehen.

Nacktheit bezeichnet ein sehr weites Spektrum an Emotionen und Befindlichkeiten. und der Sichtbarkeit von Bereichen des Körpers, die üblicherweise aus normativen, hygienischen oder klimatischen o.ä. Ursachen, von Kleidung bedeckt sind. Nacktheit wird also sowohl definiert durch die Abwesenheit als auch die Anwesenheit von Kleidung, Schmuck und Gegenständen. Man kann demnach zunächst zwischen vollständiger Nacktheit (splitter(faser)nackt) und teilweiser Nacktheit (halbnackt) unterscheiden.

Nacktheit kann einen nackten Fuß meinen, dessen Sichtbarkeit keinen kulturellen Tabus unterliegt oder das Entblößen des nackten Hinterns (blank ziehen) in der Öffentlichkeit. Auch ein Kiltträger kann, wenn er auf Unterwäsche verzichtet, trotz oberflächlicher Bekleidung, als unter dem Schottenrock nackt bezeichnet werden.Nacktheit hat neben dem reinen Fehlen üblicher Bekleidung auch semiologische und psychologische Dimensionen.

-Psychologisch bedeutet Nacktheit vor allem die Empfindung des Fehlens der schützenden, wärmenden Kleidung. Das Fehlen zum Beispiel einer Waffe, eines Fingerrings, eines Hutes, oder eines kulturell vorgeprägten Statussymbols, können das Gefühl fehlenden Schutzes und damit von Nacktheit auslösen.“

Eine gute Freundin hatte die Angewohnheit niemals ungeschminkt die Wohnung zu verlassen. Sie hatte das Gefühl, dass sie ohne ihre Maskerade völlig nackig da stehen würde. Ferner hatte ich während des Studiums einen Kommilitonen, der trug eine Brille mit Fensterglas, weil er das Gefühl hatte, ohne sie entblößt dazustehen. Diese beiden Fälle von Verkleidung – zur Vermeidung eines Gefühls der Blöße, sicher keine Einzelfälle, geben einen interessanten Hinweis auf die Denkweise unserer Gesellschaft.

„-Semiologisch meint, dass die Sichtbarkeit von Körperteilen, die üblicherweise von Kleidung bedeckt sind, abhängig von Situation und Ort eine kulturelle Bedeutung haben, also wie ein sprachliches Zeichen funktionieren. Es ist dazu nicht notwendig, dass die Bedeutung der Zeichen bewusst reflektiert wird. Beispiele dafür sind der nackte Protest, der nach Aufmerksamkeit sucht und in der Überwindung der Tabus auf die Wichtigkeit des Anliegens weist; der Flitzer beim Fußballmatch, der Mut und Männlichkeit demonstriert; die Frauen, die in frühislamischer Zeit neben dem Schlachtfeld stehen und ihre Brüste zeigen, um ihren Männern zu erklären, dass sie so nackt und ausgeliefert wie die Skavinnen sein werden, wenn sie verlören; das Zeigen von Hintern oder Genital beim Anasyrma; der Exhibitionist, der andere Menschen mit seiner Nacktheit verletzten möchte; der Verzicht auf ein Kopftuch als politisches Statement; das tiefe Decolleté, ein freier Bauch oder ein Minirock als sexuelle Provokation; und auch FKK kann als Befreiung von äußeren Zwängen verstanden werden.

Die Bedeutung der Zeichen ist künstlich, unterscheidet sich also von Kultur zu Kultur und unterliegt auch einer zeitlichen Entwicklung. So würde ein Nacktportrait eines italienischen Präsidenten anders interpretiert werden müssen als das Nacktportrait eines römischen Kaisers.“

Nackt! Der Mensch ist unter den Primaten der einzige ohne Fell. Vermutlich vor ca. 1 Million Jahren hat sich der Homo sapiens sapiens des Fells entledigt. Doch Homo sapiens ist der Mensch erst seit ca. 200 000 Jahren. Zuvor war er Homo erectus.

Wann sind wir nackt? Es gibt also eine sehr individuelle Einstellung zu diesem Thema, denn die Schwelle zum Gefühl des Nacktseins liegt für jeden Menschen an unterschiedlicher Stelle. Manche Menschen sind nackt, wenn sie sich ohne Kleidung an einem bestimmten Ort befinden. An einem Ort kann für jeden einzelnen von uns eine eigene Bedeutung entstehen. Für manchen bedeutet es schon eine Entblößung nackt im engsten Kreise seiner Familie zu verweilen. Für andere ist es normal sich der Familie gegenüber nackt zu zeigen. Wenn ich die Familie, respektive den Partner als den engsten persönlichen sozialen Kontakt unterstelle, so dürfte es außer dem Alleinsein keine intimere Beziehung zum persönlichen Umfeld geben. Alle anderen Kontakte sind damit im Sinne der Intimität weiter entfernt und dürften im Falle der Nacktheit umso größere Zurückhaltung verursachen.

Neben dem Nacktsein im Kreise der Familie gibt es weitete Situationen, weitere Gelegenheiten, in denen die Nacktheit nicht als ungewöhnlich angesehen wird. Da ist beispielsweise der Besuch in der Sauna oder der Besuch eines FKK-Strandes. Schon diese Aktivitäten sind ein Stück weit öffentlicher als das Unbekleidetsein zu Hause, und für einen Großteil der westlich orientierten Bevölkerung nur schwer denkbar. Ich möchte mich an dieser Stelle auf die westlich orientierte Gesellschaft beschränken, denn die Naturvölker nähmen mindestens ein komplettes Posting ein.

Weitergehendes Auftreten ohne Kleidung gibt es in unserer Gesellschaft nur wenig, es seien als Beispiel die neuerdings in Mode gekommenen Nacktwanderer zu nennen. Dabei wandern Gruppen von Menschen nur mit festem Schuhwerk bekleidet, sonst aber nackig, über bestimmte Wanderwege.

Alle anderen Situationen,alle sonstigen Handlungen, in denen von Nacktheit die Rede ist, spielen sich im Verborgenen ab. So sehr die Menschen dem Nacktsein auch widerstreben, so groß ist das Interesse, das Verlangen nach Nackheit – nur nicht bei sich selbst, sondern bei anderen Individuen. Über diesen Widerspruch habe ich jedoch schon vorher geschrieben, das möchte ich hier nicht wiederholen.

Was könnte man über das Nacktsein resümieren? Wir haben uns weit entfernt von jeglicher Urspünglichkeit. Normen und Regeln des täglichen Miteinanders regulieren unsere Verhaltensweisen. Gebote vermeiden eine Natürlichkeit, die, egal ob hilfreich oder nicht, unsere Gefühle und Wünsche von Anfang an gehörig unter Druck setzen. Schon in frühester Kindheit werden wir konditioniert zur Nackheit ein bestimmtes, gesellschaftskonformes Verhältnis aufzubauen. Welche Folgen das hat, wie wir diesem widernatürlichen Verständnis begegnen ist in der Gesellschaft von jedem -auch an der schleichenden Entfremdung zur Körperlichkeit – leicht zu erkennen.

HEIMLICH, STILL UND LEISE …

Super Skinny Jeans (100)

seen jeans hintern   mies-vandenbergh-fotografie

mies-vandenbergh-fotografie

 

Was macht frau oder man nur mit dem Handy, wenn sie oder er keine Handtasche, Bag, Jacke, Mantel, Tasche mit oder an hat, aber das Handy nicht die ganze Zeit in der Hand halten will? Oder manchmal auch das Portemonnaie! Da bietet sich folgerichtig eine Tasche an, die fast immer dabei ist, die Gesäßtasche, oder?

Ich möchte hier und jetzt für all die jenigen eine Lanze brechen, die das Telefon oder die Geldbörse in der Hand halten und NICHT in die Gesäßtasche pressen.

Über Formen und Aussehen habe ich hier schon einiges geschrieben, daher wird der aufmerksame Leser sich schon fast denken können, was ich dazu wohl empfehle! Warum kaufe ich solch eine enge Jeans, suche sie zuvor in straparziöser, zeitraubender Weise aus, mit dem immerwährenden Ziel, eine gute Figur darin abzugeben, wenn ich dann -zumindest an der Stelle des Hinterns- alles zunichte damit mache. Ich trage mit dem Mobiltelefon eine eckige Beule an meinem Po zur Schau, die prinzipiell nur noch durch ein Portemonnaie übersteigert werden könnte, oder ich trage gar die Geldbörse auf der anderen Seite.

Nicht nur die Bewegungen erfahren dadurch eine Disharmonie, auch im Stillstand erleidet die so ausgeklügelt durchdachte Form der beispielsweise 501 Schiffbruch. Es wird auch nicht besser, wenn der Verursacher der Verformung halb herausschaut und seinen Stall preisgibt, weil der Besitzer sich mit seinem Besitz von der Masse der Phone-User abzuheben meint.

Doch weit gefehlt, denn ob ei-n Phone von der einen Firma oder eins aus der anderen Galaxis, unterscheiden werden sich die Besitzer mehr durch den Inhalt des Wortschwalls, der durch sie hindurch posaunt wird, in der Gesäßtasche jedoch führen sie alle in ein Dasein als Stil-Bruch-Ikone!

Alles in allem ist es natürlich kein Weltuntergang oder Beinbruch, es ist nur meine Meinung zu den Gepflogenheiten der Zeit, insbesondere als ein Zeichen der Attraktivität und Schönheit, unserer Wirkung unseres Aussehens, und all dem, was wir bereit sind, dafür zu tun. Und das ist eine ganze Menge!

Schlank (53)

kuef jeans Mies Vandenbergh Fotografie

Mies Vandenbergh Fotografie

Die Schlankheit als Thema, in Verbindung mit meinem Hauptthema, dem Hintern und der Schönheit als Oberbegriff, der als vieldiskutierter Stoff insofern hier zu erwähnen als interessant und ergiebig scheint, bringt mich zu folgenden Überlegungen. Verständnis für die nicht so schlanken Menschen, besonders für Frauen, wird in unserer Gesellschaft oft  nur wenig erbracht. Wie ich schon an dieser Formulierung feststelle, nämlich an der Floskel „Verstandnis erbringen“ für etwas vollkommen Normales, zeigt mir schon die verfahrene Situation in unserer Gemeinschaft. Schlankheit gilt heute immer noch als gesund und sie steht im Ansehen sehr hoch Kurs. Im Gegensatz dazu gilt der nicht schlanke Mensch oft als krank, ungepflegt, unbeherrscht und häßlich. Was aber besonders verwerflich an der Sache ist, das ist die Tatsache, dass noch immer vielerorts „normalgewichtige“ Menschen als übergewichtig betrachtet werden und was besonders bedenklich daran ist, viele derer sind mit ihrem Gewicht und damit Aussehen selber unzufrieden.

Sind dafür die beschreibenden Zahlen der Gesundheitsindustrie verantwortlich oder nur der Mensch selbst? Die Zahlen wie der BMI treffen eine Aussage über das Verhältnis des Körpergewichtes zur Körpergröße, dabei gelten die Werte von 22-25 als gesund. Zum Vergleich seien folgende BMI-Werte genannt:

BMI 20:
Jennifer Lopez (167cm, 57kg)
Beyoncé Knowles (169cm, 57kg)
Reese Witherspoon (157cm, 50kg)
Kate Winslet (168cm, 58kg)
Scarlet Johansson (168cm, 58kg)

BMI 19:
Renée Zellweger (163cm, 50kg )

Catherine Zeat-Jones (173cm, 58kg)
Mary-Kate Olsen (160cm, 49kg
)
Teri Hatcher (168cm, 53kg)

BMI 18:
Eva Herzigova
(180cm, 57kg)
Heidi Klum (176cm, 55kg)
Hillary Swank (170cm, 53,5kg)
Céline Dion (170cm, 53,5kg)

BMI 17:
Gisele Bündchen (180cm, 55kg)
Victoria Beckham (168cm, 46kg)
Lindsay Lohan (167cm, 47kg)
Heidi Klum (178cm, 54kg)

BMI 16:
Claudia Schiffer (180cm, 52kg)
Gwyneth Paltrow (178cm, 51kg)
Nicole Kidmann (178cm, 52kg)
Kate Moss (170cm, 47,5kg)

Quelle:Thin is beautiful

Die Werte der Modelle liegen gemeinhin bei 16-22, Menschen mit einem BMI ab 25 gelten als übergewichtig, ab einem Wert von 30 als fettleibig. Die Zahl des BMI wird mittlerweile von einer neuen Zahl abgelöst (BAI,Body Adipositas Index) doch die Einschätzung von „normal“ und „übergewichtig“ blieb weitestgehend erhalten.

In den letzten 180 Jahren waren einige Indizes zur Klassifizierung des Körpergewichtes in Mode. Den Anfang machte ein Arzt mit dem Namen Broca(1824-1880), von ihm wurde der sog. BROCA-INDEX entwickelt. Kurz danach schon, nämlich im Jahre 1832 entwickelte der belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet den BMI. Dieser Index wurde aber erst weit über 100 Jahre später für die Körperkultur von Bedeutung, erst für den statistischen Vergleich von Populationen, danach für die Bewertung von Gesundheit für die Versicherungen zur Einstufung von Risiken bei den Versicherten.

Zurück zur Schlankheit. Das hohe Ansehen von schlanken Menschen bei gleichzeitiger Ächtung dicker Menschen wird alltäglich durch die omnipräsenten Medien aller Art vorgeführt und dankbar von unserer Gesellschaft inhaliert. Darüber schrieb ich schon hier. Warum aber ist es so schwer wieder in normale Bahnen zu lenken? Warum streben so viele Menschen danach, schlank zu sein, besonders die Frauen, die laut einer Untersuchung durchschnittlich bis zu ihrem 23 Lebensjahr mindestens 6 Diäten durchgestanden haben sollen. Liegt es an uns Männern, die scheinbar lieber eine schlanke Frau bevorzugen, oder liegt es an den Frauen selbst, die sich im Vergleich zu ihren Mitbewerberinnen lieber schlanker wähnen, als vielleicht ein paar Pfunde zu viel vorzuweisen? Antworten wie „…da fühle ich mich einfach besser…!“ und „… ist ja auch gesünder …!“ werden da genauso genannt wie „… wie sieht das denn aus ..!“. Da ich das nicht  als Mann bestätigen oder verneinen kann, nur die Antworten wiedergeben kann, die mir gegeben wurden, möchte ich die Sichtweise einfach ändern.

Was sagen die Männer dazu? Wer will nur schlanke Frauen? was ist der Tenor heute, im Jahre 2013? Das soll der Hintergrund meiner Betrachtung werden. Also gehe ich von mir selbst genauso aus, wie es die Antworten und Zahlen zahlreicher Untersuchungen wiederspiegeln. Die Umfragen einiger Wissenschaftler, deren Ergebnisse in Zeitschriften wie „Glamour“, „Playboy“, „Focus“, „Spiegel“, oder „Freundin“ veröffentlicht wurden, ergeben da ein ebenso mehr oder weniger deutliches Bild, wie die Statistiken verschiedener Internetdienste. Vorweg kann ich nur sagen, dass die Männer dabei wohl große Unterschiede machen bei der Bewertung der Frau als Partnerin und der Frau als Anschauungsobjekt. Grundsätzlich ist eher die durchschnittlich gebaute Frau die begehrtere, wenn es um Körperlichkeiten geht!

“ Eine US-amerikanische Studie belegt: Darüber, was beim anderen Geschlecht als attraktiv gilt, herrscht unter Männern Einigkeit. Frauen dagegen bevorzugen unterschiedliche Männertypen – und lassen sich wenig von Makeln abschrecken.

Für ihre Untersuchung (erschienen im „Journal of Personality and Social Psychology“, 96(6): 1226-1244) haben die Psychologen um Dustin Wood (Wake Forest University) und Claudia Brumbaugh (Queens College) 4.000 Studienteilnehmern im Alter zwischen 18 und 70 Jahren Fotos von 18- bis 25-jährigen Männern und Frauen vorgelegt. Anschließend sollten die Probanden die Attraktivität der einzelnen Personen auf einer Zehn-Punkte-Skala einordnen. Die mögliche Wertung reichte von „überhaupt nicht attraktiv“ bis hin zu „sehr attraktiv“.

Das Ergebnis der Befragung: Männer sind sich auffallend einig darüber, welche Frauen sie attraktiv finden. Sie reagieren laut Studie bei Frauen vor allem auf bestimmte körperliche Reize. So fanden die befragten Männer schlanke, selbstbewusst wirkende und verführerisch aussehende Frauen besonders anziehend. Bei den Frauen ergab sich ein anderes Bild: Zwar bevorzugten viele Studienteilnehmerinnen schlanke und muskulöse Männer, doch waren sich die Damen sonst nicht besonders einig: Während manche einen bestimmten Mann als ganz besonders attraktiv empfanden, waren andere komplett gegensätzlicher Meinung. Außerdem stuften Frauen auch Männer mit wenig Muskeln oder kleineren Makeln als attraktiv ein.“ Quelle:Attraktiv oder nicht?

„Sexy Körper oder schönes Gesicht? Je nachdem, ob ein Mann auf ein Abenteuer aus ist oder ob er eine feste Beziehung sucht, taxiert er entweder die Figur oder das Gesicht einer Frau.
Frühere Studien, die sich mit den optischen Kriterien der Partnerwahl beschäftigt haben, untersuchten, was Attraktivität ausmacht. Dazu gehört die Symmetrie der Gesichtszüge oder das Verhältnis zwischen Taillen- und Hüftumfang. Eine Untersuchung der University of Texas in Austin hat sich erstmals mit der Priorisierung zwischen Körper und Gesicht beschäftigt.Für die Studie erhielten 375 Studenten Fotos eines potenziellen Geschlechtspartners. Gesicht und Körper waren vorerst abgedeckt. Der Abgebildete war entweder als Kandidat für eine längerfristige Beziehung oder für ein kurzes Verhältnis deklariert. Die Probanden mussten sich dann entscheiden, ob sie entweder die Figur oder das Gesicht sehen wollten. Nur 25 Prozent der Männer, die erfahren hatten, dass das Foto eine mögliche langfristige Partnerin zeigte, sahen sich die Figur an. Von denjenigen, die auf eine Affäre aus waren, interessierten sich dagegen 51 Prozent für den Körperbau.

Die US-Wissenschaftler interpretieren das Ergebnis folgendermaßen: Männer, die nach einer kurzfristigen Beziehung Ausschau halten, interessieren sich mehr für den Körper einer Frau. Sucht ein Mann nach etwas Dauerhaftem, dann interessiert ihn das Gesicht mehr. Die Figur einer Frau liefert Anhaltspunkte über ihre aktuelle Fruchtbarkeit. Ihr Gesicht dagegen informiert über ihre langfristige Fähigkeit, Kinder zu empfangen und aufzuziehen. Entsprechend lassen die neuen Erkenntnisse vermuten, dass Männer auf der Suche nach einem sexuellen Abenteuer psychologische Gründe haben, einen Partner zu suchen, der aktuell fruchtbar ist und schnell Nachkommen produzieren kann.

Frauen zeigten bei der Wahl von Kurzzeit- oder Langzeitpartnern keine auffälligen Prioritäten in Bezug auf Körper oder Gesicht.“

Die Studie ist im Fachmagazin „Evolution and Human Behaviour“ veröffentlicht. Quelle:  Figur signalisiert Fruchtbarkeit

In dem neueren Bodyindex Taille-Hüfte-Verhältnis ist idealerweise  die Zahl 0,7 z.B. 60:90= 0,67 genannt, die als das ideale Maß für die höchste Attraktivität steht. Das bezieht sich in den Studien auf die größtmögliche Fertilität bei der Frau in Bezug zu ihrem Alter. Darin empfand der Mann dann die Frau als besonders attraktiv, wenn sie dem Alter nach die höchste Wahrscheinlichkeit für die Zeugung von gesunden Nachkommen besaß.   (WHR; waist-to-hip-ratio)

Ob eine Verbindung zwischen dem weiblichen Taille-Hüft-Verhältnis und der gegengeschlechtlichen Attraktivitätseinschätzung besteht, überprüfte Singh anhand von Zeichnungen, in denen er das Level des WHR variierte (0.7, 0.8, 0.9, 1.0), in jeweils drei verschieden Gewichtsklassen (untergewichtig, normalgewichtig und übergewichtig). In jeder Gewichtsklasse wurden gezeichnete Frauen mit einer gynoiden Fettverteilung (0.7 – 0.8) am attraktivsten beurteilt.Eine Präferenz für ein geringes Taille-Hüft-Verhältnis konnte durch Untersuchungen in verschiedenen westlichen Kulturen bestätigt werden (Furnham, Tan & McManus, 1997;Henss, 1995)

Eine weitere Untersuchung zeigte Unterschiede im Verhalten und der Denkansätze von Frauen verschiedener Körpergestalt. So denken demnach schlanke Frauen  …“weitsichtig, übergewichtige sind impulsiver. Das fanden Forscher am Leipziger Max-Planck-Institut (MPI) für Kognitions- und Neurowissenschaften heraus, wie das Institut mitteilte. Zwischen schlanken und dicken Männern trat dieser Unterschied dagegen nicht auf. Dies zeige, dass Übergewicht bei Männern und Frauen einen unterschiedlichen Einfluss auf das Entscheidungsverhalten und die Hirnstruktur habe.“

Das nur nebenbei. In den Studien deute ich eine Vorliebe für die normalgebaute Frau, jedoch mit einer deutlichen Tendenz zur schlankeren Körperform als zur dickeren. Bei einer weiteten Studie wurden Versuchspersonen nach Merkmalen für Unattraktivität befragt. Sowohl bei den Männern wie auch bei den Frauen wurde „Dicksein“ als eine der am häufigst genannten Anzeichen für fehlende Attraktivität genannt. Gefällt also tatsächlich den Männern die schlanke Frau mehr als die dickere? Die Studien scheinen dies zu belegen. Weiter geht es in meinem nächsten Beitrag. Darin die Auswertung der Internetdienste und der eigenen Befragungen.

DICK ODER DÜNN ( 14 )

dan jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mehr als eine Angelegenheit des Geschmacks, der Gesundheit oder der Mode kommt die Frage nach der Körperfülle daher. Bezogen auf den Po als Teil des menschlichen Körpers hat jeder Mensch seine eigene Meinung. In diesem Artikel geht es um eine Sondierung.

Ich möchte zu Beginn dieses Beitrages einen sehr plakativen Spruch eines Freundes zitieren:

„Lieber auf Knochen rappeln, als auf Fett schwabbeln!“

   Das stellt seine Ansicht über die Figur der Frau dar. Ein anderer Freund sagte mir, er möchte lieber richtig was in den Händen haben. Als ich ihn zu dem oben erwähnten Spruch einmal befragte, schüttelte er nur den Kopf: :“Da hätte ich ja Angst, dass etwas zerbricht, wenn ich mich mal drauf lege.“

   Damit habe ich zwei anschauliche Beispiele für die Vorlieben der Menschen gefunden, und das in meinem allerengsten Freundeskreis. Nebenbei bemerkt sind beide auch mit entsprechenden Partnern verheiratet.

   An früherer Stelle habe ich schon über die Tatsache geschrieben, dass es im Internet  mehr Suchanfragen nach „dick“ als nach „schlank“ gibt, wenn es um das Thema Frau und Körper geht. Auch die Tendenz zum Mittelmaß bei den Menschen erwähnte ich schon. Wie ist es aber mit der Vorliebe bei den Hintern?

    Sehe ich mich um, so finde ich Hinweise über Hinweise. Angefangen vom sehr schlanken Hintern vieler Topmodelle bis hin zum Kult der drallen Popos der brasilianischen Sambatänzerinnen des Karnevals in Rio de Janeiro. Viele Schriften beschäftigten sich mit dieser Frage. Ebenso viele Antworten gibt es dazu. Da sind z.B. die Mediziner, die den Hinweis geben, dass zum Einen das körperliche Übergewicht gesundheitlich bedenklich ist, es habe mit unseren Organen zu tun, mit dem Herzen, usf. Zum Anderen ist auch die Unterernährung der zu dünnen Menschen problematisch. Auch dabei können Organe, so die Mediziner, durch gewisse Mangelerscheinungen in Mitleidenschaft gezogen werden.

   Neben der Sichtweise von Medizinern existiert eine gesamtgesellschaftliche und damit allgemeine Betrachtungsweise über die Körperfülle. Differenzierungen finde ich unter anderem durch die Herkunft oder den Status bedingt. In einigen Gesellschaften gilt die große Körperfülle als hoch angesehenes Attribut, in anderen wird der wohlgeformte Schlanke idealisiert, was sich über den gesamten Zeitraum der Menschheitsgeschichte widerspiegelt.

   Ich lebe also in der westlich orientierten Welt, in der ich feststelle, dass ein Mittelmaß mit deutlicher Tendenz zum Schlanken zur größten Attraktivität zählt. In der Öffentlichkeit, die wesentlich durch Fernsehbilder beeinflusst wird, sehe ich größtenteils schlanke Menschen. Verfolge ich die Nachrichten in den Medien, so erfahre ich allerdings von zunehmender Dickleibigkeit der Menschen, besonders aber der Menschenkinder. Im urbanen Leben zeigen sich dickere Menschen weniger, so meine ich es zu beobachten, aus welchen Gründen auch immer. Die Akzeptanz von adipösen Personen ist in unserer Gesellschaft nicht sehr hoch, was als ein Grund für die Vermeidung von Öffentlichkeit bei dieser Personengruppe sein wird.

    Und der Hintern? Was ist gefragt? Ist es vergleichbar mit der Aussage zur Größe der Brust bei der Frau, in der die gute Hand voll als die meistgeliebte Größe gelten soll? Untersuchungen dazu habe ich noch nicht gefunden. So heißt es denn selber erforschen. Rückschlüsse zu ziehen aus der Medienwelt halte ich für eine zwiespältige Sache. Sehen wir die Bilder, welche wir sehen wollen? Oder aber bekommen wir die Bilder, von denen angenommen wird, dass wir sie sehen wollen. Oder, was schon fast perfide ist, werden wir mit Bildern gezielt versorgt, um uns zu beeinflussen oder gar zu manipulieren? Ich ahne nichts Gutes.

   Wenn ich nochmal auf den Bericht über die Suchanfragen zurückkomme, und wenn ich davon ausgehe, dass die Menschen aus eigenem Antrieb nach „dick“ oder „dünn“ suchen, so kann ich daraus herleiten, dass der dickere Hintern weiter oben auf der Beliebtheitsskala steht, als der dünne Popo. Frage ich danach in meinem Freundeskreis, wobei ich schon bei der Frage etwas seltsam und argwöhnig beäugt werde, so fehlen mir zur Repräsentanz meiner Stichprobe etwas unter 1000 Stimmen. 😉

   So werde ich mich weiterhin mit der Literatur beschäftigen, um Ergebnisse zu sondieren. Die Bilder in meinem eigenen Blog wie auch auf meiner Flickr – Seite zeigen meist Hintern mittlerer Größe, denn für mich ist ein Hintern dann schön, wenn er symmetrisch geformte Pobacken hat, die fest und nicht zu groß, ein wenig voller und nicht hängend sind (Siehe meine Bilder). Ich werde im weiteren Verlauf des Blogs noch Zeichnungen von nackten Hinternformen zeigen, wenn ich mich näher mit der Form des Hinterns auseinander setze. Auch soll noch eine Betrachtung von Fotos von Hintern entstehen, in der ich mich mit – für nur meinen Geschmack – weniger schön geformten Popos auseinander setzen werde. Vielleicht schreibt ja die oder der ein oder andere etwas über die eigenen Eindrücke als Kommentar…