Aussenwerbung des Körpers (125)

tetur jeans hintern   mies vandenbergh fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

In diesem Abschnitt geht es darum, mit welchen Mitteln und warum wir Menschen beständig um die Aufmerksamkeit unserer Zeitgenossen buhlen.

Man sagt, kleine Frauen trügen gerne lautes Schuhwerk. Während meiner Jugend war es gang und gäbe sich unter seine Schuhe, es waren gerne Stiefel, Metallplättchen zu nageln. Mit dem daraus resultierenden metallisch klingendem Klackern während seiner Schritte fiel man stets auf, wenn man kam oder ging.

Schrille Kleidung ist ein weiteres, probates Mittel, um sich Aufmerksamkeit zu erhaschen. Zwar nicht jeder letzte Schrei mutiert zum Trendsetter, doch eine Extravaganz in der Kleidung führt fast immer zum Erfolg bei uns visuellen Wesen, wenn man auffallen will.

Wer sich großzügig behängt, mit was auch immer, der sticht aus der Masse der Menschen heraus. Ob sich der Mensch mit allerley Tändel umgibt, einem Haus, einem Auto, einer Yacht, einem Pferd, so wird er nicht lange ohne die aus dem Werbespot der Sparkasse mir in Erinnerung gebliebene Pferdepflegerin bleiben. Kaum ein Mensch will im Mainstream, der „wabernden Masse“ mitlaufen, wie einst die Rockgruppe Bap in „Kristallnacht“ verkündete, oder wie es Hermann Hesse mit den Worten „…dummes Schaf in der Herde der Vielen.“ in seinem Klassiker Siddharta bezeichnete.

Dabei ist es keineswegs so, dass sich nur die weniger Schönen oder wenig Schönen aufzupäppeln gedenken, nein, selbst die Schönen stehen dem in nichts nach, auch sie wollen noch schöner dastehen.

Worauf das alles hinausläuft? Nur ein Ziel ist vordergründig zu belegen, glaubt man den vielen Forschern: Der Mensch strebt danach, bestmögliche Ausgangssituationen zu schaffen, um sich erfolgreich zu vermehren. Je mehr er in der Gesellschaft darstellt, desto größer ist die Chance, die Auswahl, einen wertvollen Partner – im Sinne der guten Gene- zu gewinnen. Dabei sind die Rollen, wenn auch im Wandel begriffen, klar zwischen Männchen und Weibchen differenziert! Mann = Status, Haben und Kraft, Frau = Zierde, Schmuck und Gebärfähigkeit. Heute wie gestern, denn in der Jugend und unter den jungen Erwachsenen heute ist es nicht anders als bei den Generationen davor!

Nicht die vielen anderslautenden Lippenbekenntnisse von den inneren Werten, wieder und wieder in die Runde geworfen, und mit penetranter Vehemenz wiederholt, können darüber hinwegtäuschen, dass der Mensch in seiner Eitelkeit kein Stück weiter ist, als ein siamesisches Kampffischmännchen! Und wie die Kampffischweibchen dem Balzen der Männchen nicht widerstehen können, so ist es bei uns Menschen – nur mit umgedrehten Kennzeichen: Die Männchen sind seltenst in der Lage, den Reizen der Weibchen zu widerstehen! Das wissen die Weibchen par Excellence einzusetzen. Wir alle plustern uns auf wie der Kugelfisch! Wir brüllen laut, wie der Löwe, besonders die kleineren Vertreter unserer Spezies.

Der Schein in unserer Gesellschaft, in der heutigen Zeit ist von enormer Bedeutung, wie das dazugehörige Schauspiel der Menschen ebenso. Fast ausnahmslos nehmen die Menschen im Augenblick der Verkleidung, der Aufhübschung, der Tarnung eine einstudierte Rolle an, die durch gesellschaftliche Normen, Regeln und Konventionen strikt vorgeschrieben ist. Der Mensch funktioniert ganz passabel, Überschreitungen oder gar Ausbrüche sind selten zu beobachten.

Um aus dieser Arena auszubrechen bedarf es einer ganzen Menge Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit. Warum die wenigsten Menschen damit in ausreichendem Maße gesegnet sind, ist ein Rätsel. Warum nur schwimmen so viele mit in diesem Strom? Warum wagen nicht mehr denkende Wesen einmal den Ausstieg ans Ufer, um zu sichten, wohin die Reise geht, und zu überdenken, ob das Ziel des Stroms mit dem eigenen Ziel einhergeht? Wollen die Mehrheit der Menschen vielleicht doch lieber in der Anonymität der Masse treiben? Ist es dort vielleicht bequemer und man wird nicht mit wiederkehrenden Entscheidungen belästigt, die man treffen muss und für die man anschließend auch noch die Verantwortung übernehmen muss?

Wie ist diese Ambivalenz zu erklären? Falle ich dann nicht auf, wenn ich auffalle? Falle ich nur auf, wenn ich nicht auffalle, mich nicht an diesem Schönheits-Wettbewerb, an dieser ständigen Aufhübschung beteilige? Nein, das wäre zu weit gedacht. Viele Beispiele lassen sich finden, die belegen, dass auch mit bedacht geführte Manipulationen -wobei es immer noch Manipulationen bleiben- kaum erkennbar scheinen, und damit der Natürlichkeit zu neuem alten Wirken verhelfen. Vielleicht ist dann ein Weg zu erkennen, der sich geradezu anbietet, der uns nach und nach in eine Abkehr vom SCHEIN hin zu mehr SEIN begleitet. Was aber nicht vergessen werden kann ist die Tatsache, dass schöne Bilder, egal, ob in Form eines attraktiven Menschen oder in Form eines bezaubernden Naturschauspiels immer wieder unsere Seele berühren werden, und unseren Begehr stets auf’s Neue erwecken wird. Dazu sind wir Mensch. Es kommt nur auf das Maß an! Wie in fast allen Belangen, um die es in unserem Leben geht.

.

Der Preis der Schönheit (124)

sepo jeans hintern   mies vandenbergh fotografie

mies-vandenbergh-fotografie

Wieviel Lebensenergie stecken wir in die Erreichung der Ziele, die vornehmlich der Schönheit und unseren Äußerlichkeiten dienen? Damit beschäftigt sich dieser Artikel, und dazu finden sich einige sehr spannende Statistiken!

I like beauty! Diesen Satz könnte wohl nahezu jeder unterschreiben. Ich mag das Schöne! In jeder erdenklichen Form bevorzugen wir das Schöne. In jedem Wesen, in jedem Ding suchen wir den Zauber, der unsere Augen strahlen lässt. Auch wenn wir selbst nur durchschnittlich erscheinen, so erfüllt uns das Schöne mit Freude. Wir lassen uns nur allzu gerne davon betören. Auch wenn wir selbst vielleicht nie zu solcher Grazie werden, so versuchen wir doch bis zu einem bestimmten Punkt dem nachzueifern. Doch um welchen Preis?

Was verursachen die vielen schönen Dinge um uns herum? Was bewirken unsere Anstrengungen, stets und ständig der Schönheit nachzuspüren und diese um uns herum anzusammeln? Der Mensch strebt seit je her nach dem Besseren. Das Gute reicht uns immer nur für den Moment, schon im nächsten Augenblick fragen wir uns, ob es nicht irgendwie besser ginge. Stets muss alles das Neueste, Innovative oder Exklusive sein, die Werbung teilt es uns mit und wir springen immer wieder darauf an. Ob es sich dabei um Dinge handelt, denen wir einen unvermeidlichen Nutzen zusprechen, und die damit eine wunderliche Notwendigkeit zu Anschaffung verliehen bekommen, oder um Wesen, die wir entweder in der Realität oder in der Fiktion um uns herum versammeln, es läuft immer auf dasselbe hinaus. Wir investieren einen Großteil unserer Lebensenergie in diesen Prozess, der Suche nach der Schönheit.

Wieviel Lebensenergie stecken wir in die Suche nach Schönheit? Welche Anstrengungen unternehmen wir, um unsere Wünsche diesbetreffend zu erfüllen? Und in wie weit reicht dieses Denken, dieser Trieb in unser Leben im zwischenmenschlichen Kontext hinein?

Um sich das vor Augen zu führen, möchte ich eine kleine Aufzählung machen:

· Wir kaufen uns wiederkehrend “schöne“ Kleidung.
· Wir kaufen uns ein “schönes“ Auto.
· Wir dekorieren unsere Wohnung, Haus und Garten“schön“.
· Wir schminken uns gerne “schön“.
· Wir lassen uns eine “schöne“ Frisur herrichten.
· Wir fahren in eine “schöne“ Landschaft in den Urlaub.
· Wir wählen uns einen “schönen“ Lebenspartner.
· Wir suchen uns “schöne“ Motive.
· Wir wandern in “schönen“ Gegenden.
· Wir schwimmen in “schönen“ Badeanzügen in “schönen“ Gewässern.

Diese Liste wäre mit nahezu jedem Verb zu erweitern, jeder Leser möge dies in Gedanken für sich selbst tun und danach überlegen, welche Investitionen zur Erreichung dieser Dinge getätigt werden müssen. In unserer Gesellschaft gilt ein monitäres Prinzip. Alles lässt sich in Geld umrechnen, so ist fast jedes dieser Dinge durch entsprechenden Einsatz von Mitteln zu ereichen.

Wieviel Geld gibt der Mensch für seine Suche nach Schönheit aus und wieviel Arbeitszeit und damit Lebenszeit investiert er? (ich beziehe mich hier in erster Linie auf die Menschen der westlich geprägten Gesellschaft) Am Beispiel Deutschlands möchte ich das einmal aufzeigen, und ich möchte annehmen, dass sich die Zahlen auf die meisten Industrienationen übertragen lassen. Das Durchschnittseinkommen in D liegt aktuell (2011-2013) bei ca. 3700,- Euro Brutto, ca. 2800,- € Netto, die durchschnittlichen Konsumausgaben liegen bei ca. 2400,- Euro. Die durchschnittliche Arbeitszeit in Deutschland liegt aktuell bei ca. 125 Std./Mon.

1. Kleidung
Die durchschnittliche Ausgabe für Kleidung liegt bei ca. 100 €
image
Bezogen auf die durchschnittliche Arbeitszeit in D von 1500 Stunden pro Jahr, 125 Stunden/Monat und den Verdienst von 2800€ ergibt sich eine durchschnittliche Investition von 125:2800×100= ca. viereinhalb Stunden Arbeitszeit pro Monat für Kleidung. (3,6%)

Durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

2. Auto

Die durchschnittliche Ausgabe der Deutschen für ein Auto liegt statistisch bei 400€ /Monat, wobei diese Ausgabe zum einen den Kraftstoffverbrauch (s.u.) beinhaltet und natürlich das Auto nicht unbedingt zu der Suche nach den schönen Dingen gehört, weil es für die meisten (berufstätigen) Menschen notwendig ist. Dennoch ist an dieser Stelle interessant, dass wir ca. 18 Stunden monatlich für unser Auto arbeiten. (14,4%)

Die Ausgaben für Kraftstoffe pro Haushalt in D lagen bei ca. 100 €/Monat.
Kraftstoff - Monatliche Ausgaben privater Haushalte bis 2012
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

3. Wohnung, Haus und Garten

Bei den Ausgaben für Wohnen sind in punkto Schönheit natürlich nur die Kosten für Deko zu benennen, die aber laut Statistik in einem moderaten Rahmen von ca. 50,-€ /Monat liegen und uns damit nur ca. Zwei bis zweieinhalb Stunden Arbeitszeit pro Monat in Anspruch nehmen.

4. Kosmetik

Die monatlichen Ausgaben für Kosmetika lagen in D bei 60 € pro Monat und Haushalt. Damit arbeiten wir im Durchschnitt 3 Stunden monatlich für Kosmetika.(2,4%)

Ein Artikel der Zeitung “Die Welt“, erschienen am 08.10.2011, lautete:

„Frauen geben jährlich im Schnitt rund 540 Euro für Kosmetik aus. Das geht aus einer Untersuchung des Kosmetikverbands VKE in Berlin hervor. Dabei investieren sie am meisten Geld in Düfte – auf Parfüm entfallen rund 200 Euro. Pflegende Kosmetik lassen sie sich 181 Euro kosten, für dekorative Kosmetik wie Lippenstift und Make-up geben die Käuferinnen 156 Euro aus. Befragt wurden 1072 Frauen.Außerdem geht aus der Studie hervor, dass die meisten Frauen Schminke fast immer sehr dezent einsetzen. Vor allem Jüngere greifen häufig zu Lippenstift und Make-up – für den täglichen Bedarf schminken sich Frauen aber überwiegend natürlich, heißt es. „Ausgefallen“ oder „überdurchschnittlich sexy“ kommt Kosmetik nur zu besonderen Anlässen zum Einsatz. Und mit zunehmendem Alter schminken sich Frauen immer weniger.Grundsätzlich ist die tägliche Pflege aber für die Mehrzahl der Frauen ein wichtiges Ritual: Mehr als 70 Prozent legen Wert auf ein gepflegtes Aussehen. Sie verwenden im Schnitt zwischen 15 und 30 Minuten für das Cremen und Schminken. Unter 30-Jährige verbringen den Angaben nach sogar oft mehr als 60 Minuten vor dem Spiegel.“

Zähle ich jetzt zu diesen täglichen 30 Minuten noch die Lebenszeit hinzu, die wir durchschnittlich für den Erwerb (Arbeitszeit zum Verdienst des Geldes für die Kosmetik, plus Zeit für den Erwerb derselben) der verwendeten Kosmetik einsetzen, so komme ich auf eine Gesamtzeit von ca. 20 Stunden pro Monat. 20 Stunden Zeit pro Monat für die Verwendung von Kosmetik.

Die anderen Punkte betrachtet ergibt sich eine weitere Anzahl von Stunden der Lebenszeit, die wir zur Erreichung unserer Wünsche erbringen. Wir tun somit viel für die schönen Dinge im Leben. Die Antwort auf die Frage, meine Einschätzung, ob es zu viel ist, bin ich bisher noch schuldig geblieben. Dazu möchte ich abschließend vermerken :

Fazit:
Ich meine, wir werden zunehmend eitler. Auch bin ich der Überzeugung, dass wir immer gesteigerteren Wert auf schöne Dinge legen. Unbestritten ist, das unser Streben nach Innovation DER Motor für die Entwicklung unserer Gesellschaft ist. Doch ich meine auch, dass ein Zuviel des Ganzen, wie die westlich geprägten Gesellschaften es leben, in eine Sackgasse der Unzufriedenheit führt.

Deutliche Anzeichen dafür finden sich meiner Ansicht nach zu Hauf. Zur Begründung: Der Lebenszyklus von Produkten aus vielen Warengruppen wird immer kürzer. Dabei steckt nicht immer eine technische Neuerung dahinter, sondern allzu oft ein bloßer Designwechsel. Damit wird uns suggeriert, dass wir just in den Moment nur noch „Altes Zeug“ besitzen. Damit können die meisten Konsumenten nur sehr schwer Leben und schon schnappt die Konsumfalle zu. Beispiel: Mein Galaxy Note, auf dem ich gerade diesen Text swype, ist gerade 2 Jahre alt. Mittlerweile ist Version 3 auf dem Markt, die sicher manches besser kann, aber weit davon entfernt scheint, gerechtfertigt jeden Produktwechsel mit zu machen.

Weiterhin stellen die Konsumforscher fest, dass wir unser Habitat mit immer mehr, aber auch immer hochwertigerem Jedöhns bestücken. Es reicht nicht mehr die French-Press, um einen schmackhaften Kaffee zu bereiten, es sollte schon der Kaffeevollautomat sein, der einem eine wunderbaren Latte Macchiato kredenzt, ganz ungeachtet der Tatsache, dass die Firmen das Schimmelproblem der Automaten keinesfalls in den Griff bekommen haben, wie unlängst eine Untersuchung der Verbrauchersendung „markt“ bestätigte. LECKER!

Ohne jetzt in eine volkswirtschaftliche Betrachtung abzuschweifen, nach der es letztendlich vollkommen egal ist, wofür wir unser Geld ausgeben, Hauptsache, dass wir es ausgeben, und es in den Geldkreislauf wieder hinein strömt, gehen meine Bedenken in jene Richtung, die sich mit der Überlegung beschäftigt, ob wir nicht mehr Lebensenergie in Zwischenmenschliches investieren sollten, als in den bloßen Konsum. Davon wäre auch das Streben nach Schönheit betroffen: Es würde eine Strömung entstehen, die sich wieder mehr den Prinzip MEHR SEIN ALS SCHEIN anschließen könnte. Ein leiser Hauch davon ist zu vernehmen, wenn Gesellschaftsforscher berichten, es gäbe in der nächsten Generation erste Anzeichen von Konsumverzicht, und einem Teil der jungen Erwachsenen wäre Besitz nicht mehr so wichtig wie den Generationen davor. Diese teilen sich lieber ein Fahrzeug, als eines zu besitzen…Licht am Ende des Tunnels? JA! – meine ich.

.

Vorsicht Schönheit (121)

Helix jeans hintern   mies-vandenbergh-fotografie

mies-vandenbergh-fotografie

Das Ziel dieser Betrachtung hier wird es sein, festzustellen, in wie weit die massive Darstellung von schönen Gesichtern und sexy Körpern in sämtlichen Medien unser Verständnis von Aussehen beeinflusst.

Überall, wohin ich auch sehe, erblicke ich schöne Menschen. Ob in Zeitschriften, im Fernsehen, in der Werbung, im Internet, mir lachen stets Kunden der Kieferorthopädie entgegen. Was ich sehe sind Menschen, die „zurechtgemacht“ sind, die geschminkt, gestylt, frisiert und „überarbeitet“ sind. In welcher Art auch immer, das habe ich hier beschrieben. Auf der anderen Seite, der Realität nämlich, bietet sich ein gänzlich anders Bild: auf der Straße, am Arbeitsplatz, in der Stadt, während meiner Freizeit begegne ich Menschen, lebendigen Menschen, nicht von Bildern her, sondern real. Diese sind nur meist nicht so präpariert oder bildbearbeitet. Es sind ungeschminkte darunter, dicke, dürre, krumm gewachsene, alte und ältere.

Diese Diskrepanz hat tatsächlich eine verheerende Wirkung auf uns. Das wurde in mehreren Studien untersucht und konnte bewiesen werden. Als erstes wurde die Vehemenz untersucht, mit der die schönen, schlanken und jungen Gesichter und Körper unsere Aufmerksamkeit überfluten. Es stellte sich heraus, dass diese wiederkehrenden Bildnisse das Empfinden der Betrachter deutlich beeinflussen. Durch eben diese hohe Frequenz der Reizdarbietung verschiebt sich das Empfinden über die Schönheit. Unser Unterbewusstsein speichert all diese Bilder von Schönheit und Ebenmaß und so setzen wir genau diese Schönheiten als normal an. Durch diese Verschiebung haben es „normal“ oder unterdurchschnittlich aussehende Menschen viel schwerer, wenn es um die Attraktivität geht. Durch die ständige Anwesenheit von z.B. George Clooney, Brat Pitt oder Ralf Bauer bei den männlichen und Jessica Biel, Jessica Alba oder Lisa Martinek bei den weiblichen Schauspielern in unserem Fernsehen und der durchschnittlichen Verweildauer der Deutschen vor der Glotze von über 3 1/2 Stunden täglich, oder der Präsenz im Internet meinen wir zunehmend, diese Schönheiten seien das Maß aller Dinge. Wir streben mehr oder weniger bewusst nach solch einem Äußeren. Die Frauen tun dies noch mehr, als die Männer. Und auch sonst im Fernsehen sehen wir meist schöne, wohlgeformte Menschen.

Nehme ich nur mal die sehenswerte Sendung „Wunderschön“ vom WDR. Über die inhaltlich sehr interessant gemachten Beiträge hinaus habe ich vor allem eines festgestellt: Neben wenigen anderen, wie dem sehr sympathischen Stefan Pinow moderieren vor allem Tamina Kallert und Katty Sallie (2014) durch die Sendung, und zwar tun sie das fast immer in engen Jeans, die in der Sendung sehr häufig in der Totalen gezeigt werden. Dadurch kommen ihre wohlgeformten Figuren immer wieder gut zur Geltung so dass die Sendung absolut auch mit diesen sekundären erotischen Reizen punktet.

Daran anschließen könnte ich noch viele andere Sendungen, sie als Leser werden dies vermutlich selbst häufig festgestellt haben. Wenn ich bedenke, dass der Mensch in Durchschnitt 7-8 Stunden schläft, 9 Stunden arbeitet und noch Hygiene und Nahrungszubereitung in sein tägliches Programm gehört, so sind die über 3,5 h TV täglich mit weit über 50% unser verfügbaren Zeit belegt, und da wurde die Zeit im www zusätzlich oder neben dem fernsehen her noch gar nicht erfasst.

Abgesehen vom Wert dieser Berieselung und der Erkenntnis, was man nicht alles für kreative und schöpferische Dinge tun könnte, wird hier die Gewichtung der schönen Menschen deutlich. Von der Werbung in anderen Medien habe ich bis jetzt noch nicht mal angefangen zu sprechen. Diese Faktoren kommen zusätzlich zum Treiben auf der Mattscheibe hinzu und auch dabei begegnen uns fast ausschließlich attraktive Menschen.

Als Folge davon wurde in o.g. Studien eine steigende Unzufriedenheit in uns diagnostiziert und daran anhängend der Wunsch nach eigener Veränderung. Die Zahl derer, die sich wünschen, so auszusehen, wie eine Schönheit aus der medialen Welt, steigt zunehmend. Doch Wissenschaftler warnen in ihrem Fazit vor diesem Phänomen: durch die überbordende Anzahl gestylter Personen in den Medien verlieren viele Menschen den Bezug zur Realität. Aufschreckende Beispiele finden sich überall. Es sind Fälle beschrieben, in denen über Personen berichtet wurde, die in Therapie kamen, weil ihr Wertebild vom Partner gehörig durcheinander gekommen war, weil dieser in der Wirklichkeit doch altert.

Auch die Leichtigkeit im Netz an Bilder nackter Menschen zu gelangen hat zur Folge, dass sich schon junge Menschen von 12 oder 13 Jahren einer Intimrasur unterziehen, ohne wirklich zu wissen, warum sie dies tun. Als Begründung wird die Präsenz im Internet genannt, wo fast ausschließlich nackte Menschen mit rasiertem Schambereich abgebildet werden.

So sollten wir, wie in vielen Bereichen des Lebens, mit großem Bedacht an die schöne (neue) Welt heran gehen, und sich stets ins Bewusstsein rufen, dass oftmals mehr der Schein trügt, als es das Sein tatsächlich ist.

Finden wir im Alter (mehr) Menschen attraktiver? (105)

fima jeans hintern   mies-vandenbergh-fotografie

mies-vandenbergh-fotografie

Beachten wir die anderen Menschen um uns herum mit zunehmendem Alter in unterschiedlicher Weise? Ist es so, dass wir in jüngeren Jahren die Attraktivität der Anderen kritischer sehen, als in fortgeschrittenem Alter?

Bei mir und meinen Freunden und Freundinnen, die wir definitiv nicht mehr zu der jüngeren Generation zählen, weil wir allesamt in den 40ern sind, und die 13-14-jährigen sagen: „Wow, soo alt seid ihr schon, waaahnsinn…!“, kam es vor kurzem zu dieser Debatte. Es wurde in den Raum geworfen, dass einem in der heutigen Zeit die Menschen doch attraktiver vorkommen, als in den Jahrzehnten zuvor. Nach der überraschenden Feststellung, dass es mehreren von uns so vorkam, versuchen wir sogleich zu ergründen, was uns zu dieser Annahme führte.

· Sind die Menschen wirklich attraktiver?
· Ist es deswegen, weil wir älter geworden sind, und es relativ mehr jüngere Menschen gibt, deren Jugendlichkeit vermeintlich als Attraktivitätsbonus gilt?
· Liegt es an der Kleidung, die durch ihre deutliche Körperbetonung die Attraktivität steigert?
· Tragen die gerade Jüngeren durch ihre hohe Identifikation über das Äußerliche zu diesem Eindruck bei?
· Führte die gestiegene Aufgeschlossenheit und Offenheit anderen Menschen gegenüber, die eine scheinbar größere soziale Nähe suggeriert, zu dieser Wahrnehmung?

Diese und andere Fragestellungen erörterten wir gemeinsam. Verständlicherweise kamen wir an diesem Tag nicht zu einem abschließenden Ergebnis, dafür waren die Variablen einfach zu vielfältig. Doch ich selbst beschäftige mich weiter mit diesem Thema, und ich fand zumindest einen Hinweis, der die Erkenntnis unterstützt, dass uns in fortgeschrittenem Alter relativ mehr Menschen attraktiv erscheinen:

„… , dass die älteren Versuchspersonen die Stimuluspersonen insgesamt attraktiver fanden als die jüngeren Urteiler… , wobei auch hier die Älteren die positiveren Bewertungen abgaben. …Insgesamt lässt sich feststellen, dass die älteren Versuchspersonen generell positivere Attraktivitätseinschätzungen abgaben als die jüngeren. Wenn man aber bedenkt, dass die Skalenmittel bei 5 liegt, dann sollte man vielleicht besser sagen: Junge Urteiler finden ältere Stimuluspersonen ziemlich unattraktiv – und dies umso mehr, je älter diese sind.“ aus Ronald Henss, Spieglein Spieglein an der Wand, Beltz Verlag, 1992

Hier finden sich also empirische Untersuchungen, die belegen, dass die Attraktivität von jüngeren Menschen differenzierter gesehen wird. Warum es so ist, dazu werde ich noch weiter suchen.

Im Freundeskreis spekulierten wir heißblütig. Wir kamen unter anderen zu der Meinung, dass das Aussehen im Laufe der Jahre an Bedeutung verliert, weil die Menschen im Laufe der Jahre erfahren, wie sich die Schönheit verändern kann, ja wie flüchtig sie letztenendes wirklich ist. Weiterhin hat sich unserer Auffassung nach die Anzahl der Jüngeren in Relation zu unserem eigenen Alter im Laufe der Zeit drastisch erhöht. Gegensätzlich nahmen wir auch an, dass die Erfahrung im Leben uns zu einer anderen Einstellung zur Attraktivität schlechthin gebracht.

Damit meine ich, dass in unserem zarten Alter zwischen 40 und 50 auch jene Menschen attraktiv werden, deren ein oder andere Falte im Gesicht erst einen Charakter entstanden ließ. Ein Mensch steht damit vor uns, der durch die unterstellte Lebensweisheit nicht nur körperlich attraktiv anmutet, sondern zudem diese geistig-emotionale Intelligenz ins Feld führt und damit so manche babyhaft behautete Schönheit in den Schatten stellt.

Wie dem auch sei, es findet sich bei jedem Menschen in jeder Altersgruppe sowohl in der eigenen Auffassung wie auch in der eigenen Aussenwirkung bestimmte Vorzüge und Vorlieben. Wenn auch jeder Einzelne seine persönlichen Eigenheiten weitestgehend lebt, so kann man aus der Summe der Bekundungen doch Tendenzen resümieren. Dazu ein Beispiel: Bei den Männern finden sich im Laufe des Alters Steigerungen der Attraktivität, während bei den Frauen dieser Prozess nicht ermittelt werden konnte. Dazu jedoch in einem der nächsten Beiträge mehr.

Gesicht und Körper (102)

balk jeans hintern   mies-vandenbergh-fotografie

mies-vandenbergh-fotografie

Differenzen entstehen bei einer Dissonanz in der Schönheit, wenn zwischen dem Körper und dem Gesicht sehr unterschiedliche Attraktivitäten zu finden sind. Zwangsläufig wählt der Mensch aus – zwischen einem schöneren Gesicht oder einem schönerem Körper, wenn nicht sowieso beides ansprechend auf ihn wirkt. Auf der einen Seite gibt es Menschen, denen ist der Ausdruck des Gesichts wichtiger, als die Form des Körpers. Auf der anderen Seite finden wir Menschen, für die der Körper des Partners die wichtigere Rolle spielt.

Sieht man sich die Paare an, die – Hand in Hand -über das Trottoir am Cafe La Point Saint Eustaches vorüber stolzieren, vielleicht über ein paar Stunden hinweg, so begegnet man mal den einen, mal den anderen Liebhabern. Wie verhält es sich bei den Menschen, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir „lieber“ in ein ausdrucksstarkes Gesicht blicken, als einen wohlgeformten Körper zu erfassen. Gibt es dafür Erkenntnisse der Verhaltensforschung, speziell der Attraktivitätsforschung?

Im Zuge dessen sei die Frage gestellt, ob wir Menschen, wenn wir mit einem (Ehe-) Partner zusammen leben, und wir uns vorher zu irgendeinem Zeitpunkt genau diesen Menschen ausgesucht, erwählt haben, uns explizit bewusst war, was uns an diesem Menschen zuerst gefiel. Unbeachtet dessen, dass viel mehr als nur Aussehen bei der Auswahl eines Partners entscheidet, und Gesicht und Körper als eine Einheit betrachtet werden können, so blende ich das dennoch bei der Betrachtung hier kurz aus. Uns dürfte allen bewusst sein, dass unser Aussehen zu Beginn nur ein erster Reiz ist. Was in der Folge noch alles für Eigenschaften des Menschen von Bedeutung sind, das weiß jedermann. Allein unser Aussehen, nachdem es als Schlüsselreiz Wirkung zeigte, spielt im weiteren Verlauf unseres Kennenlernens immer wieder eine begleitende Rolle. Darüber habe ich bereits vorher geschrieben.

Hier im Beitrag möchte ich also der Frage nachgehen, ob es allgemeine Präferenzen gibt, für den Körper eines Partners oder für sein Gesicht. Wie sind wir Menschen entwickelt, was bedeutet uns mehr?

Hier eine beispielhafte Studie:

„Eine Untersuchung der University of Texas in Austin hat sich erstmals mit der Priorisierung zwischen Körper und Gesicht beschäftigt.
Für die Studie erhielten 375 Studenten Fotos eines potenziellen Geschlechtspartners. Gesicht und Körper waren vorerst abgedeckt. Der Abgebildete war entweder als Kandidat für eine längerfristige Beziehung oder für ein kurzes Verhältnis deklariert. Die Probanden mussten sich dann entscheiden, ob sie entweder die Figur oder das Gesicht sehen wollten. Nur 25 Prozent der Männer, die erfahren hatten, dass das Foto eine mögliche langfristige Partnerin zeigte, sahen sich die Figur an. Von denjenigen, die auf eine Affäre aus waren, interessierten sich dagegen 51 Prozent für den Körperbau. Figur signalisiert Fruchtbarkeit.

Die US-Wissenschaftler interpretieren das Ergebnis folgendermaßen: Männer, die nach einer kurzfristigen Beziehung Ausschau halten, interessieren sich mehr für den Körper einer Frau. Sucht ein Mann nach etwas Dauerhaftem, dann interessiert ihn das Gesicht mehr. Die Figur einer Frau liefert Anhaltspunkte über ihre aktuelle Fruchtbarkeit. Ihr Gesicht dagegen informiert über ihre langfristige Fähigkeit, Kinder zu empfangen und aufzuziehen. Entsprechend lassen die neuen Erkenntnisse vermuten, dass Männer auf der Suche nach einem sexuellen Abenteuer psychologische Gründe haben, einen Partner zu suchen, der aktuell fruchtbar ist und schnell Nachkommen produzieren kann. Frauen zeigten bei der Wahl von Kurzzeit- oder Langzeitpartnern keine auffälligen Prioritäten in Bezug auf Körper oder Gesicht. Die Studie ist im Fachmagazin „Evolution and Human Behaviour“ veröffentlicht.“

Danach scheint das Gesicht den meisten Menschen wichtiger zu sein, als der Körper. In Umfragen unter Studenten wurde ebenso viel häufiger das Gesicht als das entscheidende Merkmal in Hinsicht auf die Attraktivität genannt, als der Körper, allerdings wurde sehr häufig in der freien Befragung der Nachtrag laut -wenn der andere nicht gerade „sehr dick“ wäre.

Dieser Hinweis kann durchaus als Indiz dafür gewertet werden, dass dem Körper primär doch eine wichtigere Bedeutung beigemessen wird. Diese drückt sich dergestalt aus, als der Partner beim ersten Treffen schon von weiterer Entfernung aus die Gestalt, also den Körper seines Gegenüber erkennen kann, oft weit vorher, bevor er das Gesicht wahrnimmt. Daraus kann man zumindest herleiten, dass ein bestimmter Grad an Attraktivität für den Körper vorhanden sein muss, damit es zu Schritt zwei kommt, nämlich das Gesicht zu „begutachten“.

Ich finde keine einfache, pauschale Antwort auf diese Frage. Ich bin davon überzeugt, dass sich der Mensch im Laufe einer bestimmten Zeitspanne an ein Gesicht gewöhnt. Ich möchte nicht damit gleichzeitig sagen, dass es egal wäre, wie das Gesicht aussieht, doch ich tendiere zu der Erkenntnis, dass sich der Mensch eher an ein Gesicht gewöhnt, als an einen Körper. Untersuchungen dazu wären spannend!

Vielleicht kommt es daher, dass das Gesicht verbunden mit unserem Wesen in der Lage ist, in jeder tausendstel Sekunde Emotionen aller Art zu kommunizieren, dass unser Gesicht Dreh und Angelpunkt unseres zwischenmenschlichen Austausches ist. Neben den Worten ist unsere Gestik und Mimik zusätzlich eine Sprache, die unsere Augen, unsere Gefühle, unser Instinkt in Bruchteilen von Sekunden schon verstanden hat, bevor unser -im Verhältnis dazu träger- Geist von einer Nachricht überhaupt Wind bekommen hat.

In diesem Zusammenhang ist auch die Körpersprache zu beachten, die in Verbindung mit unserem Gesichtsausdruck zu einer überaus deutlichen Aussage fähig wäre, wenn unser gegenüber diese Sprache denn noch bewusster verstehen könnte. Das ist nur selten der Fall, meist erreichen uns diese Signale nur unbewusst. Wir reagieren nur deswegen folgerichtig darauf, weil wir die eigene Empfindung darüber viel eher verstehen und so  -zum Teil wieder unbewusst- reflektieren können.

Ist also das Tor zu unserer Seele, wie unsere Augen auch genannt werden, der entscheidende Faktor, wenn es um die Beurteilung der Attraktivität geht? Ist der Körper -oder seine Form- dabei nur eine Zugabe, dessen Qualität zwar die Gesamtheit der Person stark beeinflusst, nicht jedoch über die Wirkung des Gesichts zu stellen ist? Ich bin da nicht so sicher, denn die grundlegend stimmigen Formen des Körpers sollten gegeben sein, wenn es eine Zukunft in der Beziehung zwischen zwei Menschen geben soll. Das lässt sich bei aller Wichtigkeit des Gesichtes im Zuge der Erhebungen ermitteln.

Miteinander – ein Intermezzo (42)

medihi2 jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Warum dreht sich so viel um die Äußerlichkeiten der Menschen, und so viel weniger um die eigentlich bedeutsamen Belange unter den Menschen. Wenn mir diese Frage in den Sinn kommt und ich sie an dieser Stelle, so mag der aufmerksame Leser mit berechtigter Verwunderung feststellen, dass ich mich gerade hier den Äußerlichkeiten widme, und die Bedeutsamkeiten dazu noch ausblende.

Doch wie im richtigen Leben sende ich hier einen Ausgleich dazu, nämlich dieses Intermezzo! Beginnen möchte ich dabei mit der Festlegung, was überhaupt zu den Belangen neben, bzw. weit vor dem Äußerlichen zu zählen ist. Worauf kommt es im Leben an?

„Glaube, Liebe, Hoffnung, die Liebe aber ist die größte unter ihnen… .“ So stand es neulich in einer älteren Schrift.

Folge ich dem, – und ich behaupte, das tue ich – so wie die meisten Menschen es mehr oder weniger bewusst tun, so finde ich leicht Bedeutsames im Leben. Die Liebe als erstes. Vertrauen, Achtung, Empathie, Fürsorge, Mitmenschlichkeit, ich könnte sicher noch viele Eigenschaften, Empfindungen und Verhaltensweisen finden. Ich möchte mich im Weiteren damit beschäftigen, warum es darauf ankommt, überhaupt so zu sein, mit dieser Vielzahl von überlebenswichtigen „Zutaten“ zum Leben ausgestattet zu sein und sie vorzuleben. Erneut von der Voraussetzung ausgehend, dass der Mensch ein zutiefst soziales Wesen ist, und „sozial“ gleich den Menschen zu einem kommunikativen Wesen macht, so kommt es letztendlich auf die Form der Kommunikation an.

In den Medien ist  von einer immer weiter zunehmender Egozentrik zu hören. Im Fernsehen lief neulich auf ZDF NEO eine Folge der Sendung „Bambule“, die sich mit diesem Phänomen auseinandersetzte. „Warum ist der Mensch immer egoistischer?“ Es war zu hören, dass in den allgegenwärtigen Medien immer die Rede von Selbstverwirklichung die Rede ist, frei nach dem Motto: „Tu Dir etwas Gutes“. Dieser andauernde Beschuss mit Aufforderungen derart soll mit dazu beitragen, dass die Menschen immer mehr nur an sich selbst denken. Politiker wurden befragt, was sie davon hielten, und diese bestätigten mehr oder weniger diesen Trend, den es jedoch umzukehren gälte.

Diesen Trend zu unterbrechen versuchen immer wieder einige Menschen. Auch in o.g. Sendung wurde darüber berichtet. Ich kann dazu in meinem Biotop wildern. Die Menschen in diesem Umfeld zeigen mir ein Bild, das ich erkennen kann, wenn ich hinsehe. Gefiltert durch meine rosarote Brille komme ich zu Feststellungen, die ich hier als Anregung von mir geben möchte:

Es ist noch nicht alles verloren. Wenn ich auf die Menschen zugehe, ihnen weitergehende Vorschusslorbeeren zugestehe, ihnen offen Vertrauen entgegen bringe, so ist dies ein Weg, auf dem ich gute Erfahrungen gemacht habe. In meiner Kommunikation verhalte ich mich so, dass ich nicht unter der Prämisse des drohenden Verlustes von Gefühlen in mir auf den Anderen zugehe. Ich gehe also vom Guten aus! Selbst, wenn ich manchmal etwas Gutes gegeben habe, eine Hilfe, oder eine Tat, die dann nur genommen wird ohne sie gleich zu erwidern oder weiter zu geben, so meine ich dennoch einen Anstoß gegeben zu haben, Gutes zu tun.

Zurück zur Notwendigkeit der Innerlichkeiten. So, wie unser Äußeres einem stetigen Wandel unterzogen ist, so ist es auch unser Inneres. Es ist für mich schön anzusehen, wenn ein Mensch ein attraktives Äußeres mit sich bringt. Was genau es ist, liegt in meinem Ermessen, ich mag zum Beispiel bei einer Frau viel lieber die verwuselten Haare nach dem Aufstehen als die zurechtgemachte Frisur. Ebenso mag ich auch die offene Frage nach dem Befinden viel lieber als die vorgefertigte Überzeugung in einem Vorurteil verpackt. Was ich damit ausdrücken möchte ist die Tatsache, das dem offenen, fragenden Menschen viel eher Verständnis für Beständigkeiten und vor allem Unbeständigkeiten zukommt, als dem Wesen mit eingemeißelten Richtlinien. Kategorisch sein heißt für mich, ein in Kategorien eingebranntes Denken und Fühlen auf die Vielfalt des Menschen und seiner Gefühle anwenden zu wollen, ohne dass dieser Mensch die Chance bekäme, ein Stück weit er selbst zu sein, so zu sein, wie er ist, geschweige denn als er erkannt zu werden. Offene, von Vorurteilen befreite Kommunikation ermöglicht in meinen Augen überhaupt erst eine Kommunikation. Doch das könnte eine Büchse der Pandora sein. Wir Menschen hätten uns wieder mit dem anderen Wesen in unserer Gemeinschaft zu beschäftigen, wir fänden womöglich eine Bereitschaft in uns wieder, etwas für den anderen Menschen zu tun, obwohl wir dafür keine direkte oder indirekte Gegenleistung erhielten. Diese Veränderung in diesen Innerlichkeiten möchte ich erzeugen. Ziehen wir uns um! Ziehen wir die Kleidung der Offenheit an. Wir verändern uns optisch ständig weiter, wir altern. Wir verändern uns auch innerlich. Wenn wir reflektieren, können wir weise werden, wenn wir es zulassen. Hängen wir aber dem Bild der Gegenwart nach, so verpassen wir wahrscheinlich den wichtigen Abzweig zum Weg der bewussten Mitmenschlichkeit in unserem Miteinander.

Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung sind für mich dabei nicht die unüberwindbaren Hindernisse auf dem Weg zu mehr Füreinander. Im Gegenteil, ich sehe sie als Stege. Ich meine, dass ein Mensch, der sich selbst gefunden hat, von diesem Ruhepol aus ganz entspannt auf einen anderen Menschen zugehen kann. Er weiß damit, wo er selbst ist, und muß nicht Sorge tragen, von einem anderen Menschen in ein Bild gedrängt zu werden, das ihn nicht wieder gibt. Fällt diese Sorge weg, so kann sich die Beziehung zum anderen Menschen in ihrer Kommunikation dem Inhalt und dem Ziel der Kommunikation selbst widmen, ohne sich um Standortfragen und Befindlichkeiten der eigenen Seele immer im Kreise zu drehen. Wir kommen dann gemeinsam weiter!

Zur eingangs gestellten Frage nach dem Grund der Notwendigkeit mitmenschliche Eigenschaften kann ich resümieren, dass der Mensch als soziales Wesen als solches wahrgenommen, respektiert und vor allem geliebt werden will. Dazu ziehen wir uns schöne Kleidung (Jeans 🙂 ) an und sind „NETT“. Begreifen wir erst, das durch „geben“ unsere Bedürfnisse viel eher erfüllt werden, so ändern wir unsere Gesellschaft vielleicht so maßgeblich, dass nicht weiterhin nur Geld zählt.

Männerpo (37)

men jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Eigentlich wäre ich schon fertig, bevor ich das erste Wort überhaupt geschrieben hätte, denn die Fotografie von schönen Männerhintern gestalte sich nur sehr unbefriedigend. Bei einem aromatisch heißen Latte Macchiato auf dem Bonner Münster-Platz genieße ich die wärmende Septembersonne in meinem Gesicht, sehe den vorbeieilenden Menschen zu und stelle die ein oder andere Vermutung über ihre Ziele und Wege an.
Neben manchen schönen Frauenpopos kommen ebenso viele Männerhintern vorüber. Doch hier das Adjektiv „schön“ zu gebrauchen käme mir dann doch nur schwer in den Sinn. Zumindest in den von den Männern bevorzugten Beinkleidern. Dass es nicht so schlimm um den Männerpo bestellt ist, zeigte sich den Sommer über im Freibad. Doch die Männermode in Sachen Hintern ist für mich und auch die Freundinnen, mit denen ich mich über das Thema austauschen durfte, in eine Richtung gedriftet, die mit ansehnlicher Kleidung nicht viel gemein hat.

Die Hosen vieler Männer haben einen Beinansatz in Kniehöhe, das Kleidungsstück ähnelt mehr einem „Sack“, als einer Hose. So sehe ich den „Ist-Stand“ der Mode vieler Männer. Po-betonte Hosen sind bei den Männern sehr rar, die große Mehrheit trägt weitere Hosen. Aus welchem modischen „Un“-Bewusstsein diese Hosen momentan so gerne getragen werden, kann ich nur anhand von Stichprobenbefragungen unrepräsentativ ermitteln. Nach meinen bisherigen Befragungen kamen Gründe wie z.B. Bequemlichkeit des Kleidungsstückes und Gleichgültigkeit gegenüber der Optik(Form) der Hose heraus. Geld spielt seltenst eine Rolle, bei den jüngeren Befragten sind von „Coolness“ über „Gruppendynamik“ bis zu „Attraktivitätsglauben“ Gründe für das Tragen solcher Hosen.

Dass es – nicht nur in meinen Augen – nicht die schönste Modeerscheinung ist, beschreien meine weiblichen Freunde lautstark, die abgesehen von der Tatsache, dass die Männer nicht das schöne Geschlecht sind, doch lieber den knackigen Männerpo ansehen. Vielleicht mag die ein oder andere Leserin dieses Blogs etwas dazu anmerken :-).

Ausnahmen gibt es aber dennoch:

Nach diesem schönen Männerpo als positives Beispiel möchte ich noch ein weiteres Beispiel für die Misere der „Sackjeans“ vorstellen:

BILD folgt widerwillig…

Hier also das versprochene Bild:

sackmen jeans

Warum ist es nun so, dass die Bedeutung der rückwärtigen Optik beim männlichen Geschlecht so gering ist? Warum ist es vielen Männern vordergründig nicht wichtig? „Gibt es andere Dinge, die mehr zählen“, so könnte ich ironischer Weise fragen und ich tue dies auch!

Sicher gibt es wichtigere Attribute, als dieses sekundäre Geschlechtsmerkmal. Die breiten Schultern oder der Waschbrettbauch, wie sie besonders bei den Schwimmern zu bestaunen sind, sind anschauliche Beispiele, auch muskulöse Oberarme sehen „gut“ aus. Doch ist es so unwichtig, wie der Mann von hinten wirkt? Ich denke nicht! Abgesehen von der Tatsache, dass ich mich hier weiterhin nur auf einer rein optischen Ebene bewege, also die vielen anderen Werte des Menschen wie Ausstrahlung, Seele, Geist oder Humor bei der Betrachtung wieder mal außen vor lasse, so bin ich der festen Überzeugung, dass es auch auf die Optik des Rückens und des Hinterns bei uns Männern ankommt. Dabei sind viele Aspekte aufzuzählen, deren Zusammensetzung  bei den Männchen genau so wie bei den Weibchen der Gattung Mensch eine Aussage über deren Erscheinungsbild ergeben. Heißt es schon bei Homers Odysseus im übertragenen Sinne , dass die Schönheit nicht aus eigenen Verdiensten erlangt wurde, so gebe ich dem nur bedingt recht. Sicher spielen die Gene eine Rolle, die Schönheit eines Menschen ist, wenn man so will, gottgegeben, und jeder sieht anders aus. Es schreiten in der Tat schönere und weniger schöne Menschen durch die Lande und über die Leinwände. Wenn ich als Beispiel Sean Connery(Bild), George Clooney (Bild) oder Lex Barker(Bild) nenne, dann sind deren Gesichter – neben ihrer charismatischen Ausstrahlung – bestimmt als schön einzustufen, und wenn ich daneben die Gesichter von Klaus Kinski(Bild), Mickey Rourke(Bild) oder Marty Feldmann(Bild) stelle, so sind diese weniger schön (Ohne über die Ausstrahlung oder Sympathie zu sprechen!!!). Der Schönheit als Thema an sich möchte ich mich aber an anderer Stelle annehmen.

Neben der angeborenen Schönheit gibt es also die Dinge, die ich für mich selbst tun kann, um mich wohlzufühlen. Zähle ich diese Aspekte auf:

    • Das Essen: Wenn ich gerne esse, heißt das nicht, das ich viel esse, ich kann gut, aber gemäßigt essen. Ich kann auch übermäßig essen! Das wirkt sich auf die Figur aus und ich kann die Proportionen damit gehörig durcheinander bringen. Das ist eine Sache, mit der ich durchaus meine „Schönheit“ beeinflussen kann.
    • Die Bewegung: Ich könnte hier am Rechner oder Smartphone viel Zeit mit bloggen verbringen, auch mal ab und zu zum Fernseher gehen, und nachsehen, was so läuft. Auf meiner Arbeit sitze ich vielleicht auch den ganzen Tag lang auf einem Bürostuhl. Ich gehe zwischendurch vielleicht auch gerne mal einen Cappucchino einnehmen. Am Abend mit meiner Frau zu Griechen zu gehen könnte ein Ritual sein. Am Wochenende gerne ins Kino oder in die Oper.  –  Man merkt schon, worauf ich hinaus will: So würde ein Körper vermutlich nicht so bewegt, wie er es zur Ausbildung bestimmter Muskelpartien erfordert. Die sind aber wichtig für die Gesundheit, die Körperhaltung und vieles mehr, worum jeder bestens informiert ist.
    • Die Gestik und Mimik: Bei der Betrachtung der Gesichter und Körper kann man einen großen Einfluss durch die Grimassen oder Bewegungsabläufe der Menschen erkennen. Jeder kennt den Moment, wenn ein optisch ansprechender Mensch plötzlich zu sprechen beginnt, und zu den Worten manch ulkige oder peinliche Grimasse auftaucht, man sich daraufhin sogleich bei dem Gedanken ertappt: „Hätte er doch bloß nichts gesagt“. Ein Beispiel aus der TV-Welt ist die Parodie von Heidi Klum durch die Comedy-Schauspielerin Martina Hill in der „Heute Show“ (als Tina Hausten). Auch die Körperbewegungen können ein Bildnis eines Menschen zerstören, ich denke da nur an den „Watschelgang“ mit nach außen zeigenden Fußspitzen. Dieses Beispiel mag mir eigen sein, doch ich meine, viele Leser finden ein Beispiel für sich selbst.
    • Die Kleidung: Man sehe sich nur die Jahrhunderte der Menschheit an, sehe sich an, was gerade Mode war, dann wieder nicht , dann wieder, dann wieder nicht , dann wieder doch…… Auch ich zeichne hier wieder nur eine Momentaufnahme, außer der Tatsache, dass ich mich näher an Kleidung der Körperbetonung orientiere. Karin Pöhlmann und Peter Joraschky schreiben in ihrem Beitrag: Körperbild und Körperbildstörungen, Der Körper sls gestaltbare Identitätskomponente:“Ein weiterer genereller Trend besteht darin, dass die Mode immer mehr vom Körper sichtbar macht, und immer weniger Möglichkeiten lässt, Mängel und Unvollkommenheiten zu verstecken. (Johnston 1993)“mehr Vielleicht hätte ich vor zweihundert Jahren einen Blog  über die Vorzüge des Korsetts geschrieben.;-)
    • Die Gesellschaft: Unser aller Verständnis und die Bedeutung von Aussehen in unserem Habitat beeinflußt direkt die Sichtweise auf die Verhüllung unserer Körper. Je nach ethnologischem und räumlichem Umfeld haben die Einwohner eine eigene Bewertung für die Bekleidung, das divergiert in dem räumlichen Gefüge, wie auch in der zeitlichen Spanne.
    • Die eigene Wahrnehmung: All die vorherigen Punkte spielen bei diesem natürlich mit hinein, denn die Weise, wie ich mich selbst sehe und selbst wahrnehme wird immer durch die Aktionen und Reaktionen meiner Umgebung beeinflusst. Liefe ich nackt durch den Urwald, wäre es unter Umständen normal und etwas anderes, als täte ich dies auf der Königsallee in Düsseldorf.

Zurück zu den mit Tarnkleidung verdeckten, knackigen Männerpopos. Mit der Hoffnung meiner Freundinnen auf bessere Zeiten in Sachen Hosen-Mode möchte ich bemerken, dass ich guter Hoffnung bin. Vielleicht sollte die Beratung der Herren in Form eines sanft formulierten „schweren Schlages auf den Hinterkopf“ – lieben Tipps der Partnerin unterstützend verstärkt werden. Nach einem üblichen wie immer geistesabwesend klingendem „Jaja“ des Mannes wirkt dieser Hinweis doch meist länger nach, als manche Frau glaubt.

Hintern im alten Orient ( 8 )

fest jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

   Die zugegebenermaßen nach heutigen Maßstäben unförmige Venus von Willendorf zeigt eine Figur, die mit nur annähernd menschlichen Proportionen gefertigt wurde. Dick im Sinne von „unförmig“ sind auch heute noch Menschen mit Stoffwechselstörungen, oder solche mit Essstörungen. Gibt es günstige und ungünstige Proportionen? Wenn ja, in welchem Zusammenhang?

 

   Dass es in der damaligen Epoche auch andere Darstellungen gab, das beweist uns die Höhlenmalerei vom Brandberg in Südwestafrika, genannt die „weiße Dame“. Bei ihr sind die Beine lang und der Hintern ausgeprägt, jedoch nicht übermäßig und ich finde, er geht schon in Richtung wohlgeformt. Unberücksichtigt soll hier vorerst die ethnologische Sicht der Menschen sein, denn in wie weit sich die Körperstatur des Menschen seit der nacheiszeitlichen Zeit veränderten, das möchte ich an anderer Stelle beschreiben. Mir geht es zuvorderst um das Aussehen des Hinterns in dieser Zeit.

   Im Bereich der Ostalpinen Hallstattkultur wurde in einem Grab ein bronzener Kesselwagen gefunden, der eine schlanke Frauengestalt in der Mitte zeigt. Diese Plastik zeigt eine Gruppe durchaus – wie nach heutigen Maßstäben – schlanker Menschen, die zwar nicht als Beweis für die Körperform des Menschen in der Eisenzeit dient, dennoch als idealisierte Darstellung gelten kann. Dies bedeutet, dass das Ideal schon in der Eisenzeit in dieser Region nicht in Richtung rundlich oder dick tendiert haben könnte. Selbst wenn diese Erkenntnis rein spekulativ ist, erkenne ich für mich wiederum genau jene Proportionen wieder, die in der heutigen Zeit idealisiert werden: Groß, schlank, lange Beine. Wenn wir heutzutage die Models betrachten, wären dies die Grundvoraussetzungen der Modeindustrie, um für diese als Model zu arbeiten. Dabei möchte ich das ohne Wertung erwähnen, denn nicht jeder empfindet ein sehr schlankes Model als schön. Auch über dieses Thema folgt eine Beitrag.

   Um wieder auf mein eigentliches Thema zurückzukommen, dem Hintern nämlich, so möchte ich noch ein sehr schönes Beispiel der Darstellung von Hintern in der Zeit des alten Orients benennen und beschreiben. Es handelt sich hier um die Stele des Naramsin. Das Relief zeigt den „Gottkönig“ Naramsin von Mesopotamien, wie er über ein Volk an der Ostgrenze Sumers obsiegt. Im Relief sieht man die Körper der Menschen von der Seite, dies aber in einer dergestalt wohlproportionierten Weise, dass diese Körper in der Gegenwart sicher als attraktiv empfunden werden würden. Die Linienführung der Rücken-Po-Beine Seite ist nach heutigen Maßstäben nahezu ideal. Hierzu könnte man gezielte Berechnungen anstellen, was sicher zu sehr interessanten Ergebnissen führen würde, doch der Blick darauf bestätigt beim Vergleich eines Bildes aus der Gegenwart die Identität.

   Somit zeigt sich, dass in den vergangenen Epochen unterschiedlichste Körperformen in der Kunst dargestellt wurden und sich daher nur schwer eine Tendenz zum epochenübergreifenden Schönheitsideal herausstellen läßt. Dass die Menschen jener Zeit in der Mehrzahl nicht die Proportionen der Venus von Willendorf besaßen, dürfte spätesten dann überzeugen, wenn man ihre Lebensgewohnheiten untersucht. Nomadenleben, harte tägliche Arbeit und Fluchtbereitschaft geben nur einige Hinweise auf die Behinderung wieder, welche diese Dimensionen bei ihrer Anwesenheit erzeugen würden. Entkäme die Venus von Willendorf einem Löwen nicht weniger schnell, als ein Mensch mit einem trainiertem Körper. Ein Feld zu bestellen und Beeren im Unterholz zu sammeln fiele einem ebenso mit einem sportlicherem Körper leichter. Dies alles sind nur vage Indizien und Schlüsse, beweisen in keinster Weise eine Richtigkeit und führen schon gar nicht zu einer Wertung.

Es sind interessante Spekulationen in einer Zeit, in der das Körperliche eine immer größere Bedeutung zu gewinnen, und das Menschliche darunter ziemlich zu leiden scheint. Unter der Prämisse, „Wer die Vergangenheit versteht, kann die Zukunft gestalten.“ bilden für mich derartige Untersuchungen einen Teil eines stabilen Fundaments, auf dem aktuelle Forschungsergebmisse unter verschiedensten Blickwinkeln sehr viel differenzierter betrachtet werden können. Absolut spannend! Meine ich!

Der wohlgeformte Hintern – Fotografie, Ansichten und Geschichte(n) ( 1+2 )

bagg jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Guten Tag liebe Leser!

Danke für’s Hereinschauen und Willkommen beim Lesen und Schauen meines Blog.

Es geht um

  • die Faszination des Aussehens (am Beispiel des Pos)
  • Schönheit und Attraktivität (nicht nur dieses Körperteils)
  • die Beziehung zwischen Gesellschaft und Aussehen des Einzelnen
  • das Verhalten des einzelnen Menschen (in Bezug auf das Aussehen)
  • neu seit Ende 2016: Traumfragen und Bildnisse schöner Menschen
  • neu seit 2017: Fotografie als Statement und Gedanken zur Fotografie

Ich möchte ein Statement über die Faszination für den menschlichen Körper und sein Aussehen einbringen.

〈 Ergänzung 2016: Zunehmend beschäftige ich mich in meinen Artikeln mit dem sozialen Aspekt von Schönheit, Aussehen und dem Selbstverständnis des Menschen in Verbindung zur Gesellschaft; was macht den Menschen aus, in wie weit formt der Mensch Gesellschaft und Gesellschaft den Menschen. Der momentane und stetige Wandel der Sichtweise in den Wissenschaften empfinde ich als sehr spannend. 〉

Auch wenn für den ein oder anderen Menschen die Begeisterung für den Körper des anderen oder gleichen Geschlechtes beispielsweise bei Gesicht, den Beinen, den langen Haaren, dem Busen oder den Händen liegt, oder aus einer Mischung der verschiedenen Körperpartien besteht, so ist es im übertragenen Sinne immer der Reiz der Äußerlichkeiten, der auf uns Menschen wirkt. (Schlüsselreiz)

Natürlich nicht nur meine Faszination ist hier gemeint, wenn ich über die Bedeutung des Aussehens allgemein, und beispielhaft über den Hintern im speziellen berichten möchte. Es ist ein Körperteil, der sehr viele Menschen anspricht, bewundern lässt, hinsehen lässt – nicht nur Männer – auch Frauen tun dies gerne.

So geht es im weiteren Verlauf immer wieder um das Thema „Schönheit“! Damit untrennbar verbunden ist „Aussehen“, „Attraktivität“, „Gefallen“ und „Wirkung“. Wissenschaftliche Betrachtungen von Karl Grammer und seinem Team verschlang ich schon in meiner Jugend.

Dazu kommen viele Veröffentlichungen von Personen aus der Attraktivitätsforschung, wie z.B. Ronald Henss. Ich stelle fest, dass es sich bei dieser Wissenschaft um einen noch jungen Zweig der Verhaltensforschung handelt. Erst seit den 1970er Jahren beginnt die Attraktivitätsforschung Fuß zu fassen. Damit beschäftige ich mich in meiner Freizeit neben anderen unzähligen Beschäftigungen, wie z.B. der Fotografie.

Hier präsentiere ich in den einzelnen Artikeln Bilder des Gesäßes. Diese Fotos, die ich alle selber fotografierte, zeige ich in leicht bearbeiteter Farbe und Form. Das mache ich, weil es für mich zu einer Verdeutlichung der Bildaussage führt. Ich fotografiere seit meiner Jugend. Damals besonders gerne meine Freundinnen, aber auch Mädchen, die ich fragte und nicht fragte. Die Zustimmung in den 70ern und 80ern war groß, lebte es sich doch in einer freien und experimentierfreudigen Zeit sehr unverkrampft.

Der Mensch in seiner äußerlichen Erscheinung war schon immer ein Vorbild für die Kunst – ob in der Bildhauerei, der Malerei und – eben der erst viel später dazugekommenen Fotografie. Ich meine, das nicht jedermann (meine) Bilder vom Po für Kunst hält, selbst wenn in der Kunstgeschichte ausgiebig darüber gesprochen wurde und zahlreiche Gemälde und Skulpturen mit -meiner Ansicht nach- speziell wohlgeformten Hintern geschaffen wurden. Eine kleine Übersicht folgt in einem der nächsten Blog-Beiträge

Allein das Motiv „ Hintern“ hat, wie wir später erkennen werden, in unserer Gesellschaft -zumindest öffentlich- einen ruchlosen Charakter. Dieser Scheinheiligkeit beuge ich mich jedoch keineswegs. Für mich stellen die Kunstwerke der Epochen soetwas wie ein Ausdruck für die Schönheit des Hinterns an sich und überhaupt des menschlichen Körpers dar. Ob Michelangelos “Hintern Gottes“ als Fresco in der sixtinischen Kapelle oder die Arbeiten der Bildhauer zu Zeiten der Klassik und Romanik geben für mich Beispiele für die vollkommene Form wieder.

Das wird gerne jeder Betrachter für sich selbst bedenken. Der Leser, „ Sie“, „Du“, der diese Worte ließt, hat aus irgend einem Grunde zu diesem, meinem Beitrag über den perfekten Hintern gefunden. Die bildende Kunst ist am Menschen selbst ( wie auch sowieso im Menschen ) erschaffen, ich bilde mit der Kamera lediglich ab, und zwar genau das, was ich sehe, was speziell oft dargestellt, „ausgestellt“ wird.

Manch eine Frau, die ich fragte, ob ich ihren Po fotografieren dürfte, empfand es als eher peinlich. Manch andere empfand es aber durchaus auch als Kompliment. Nicht jedes dieser Fotos erfragte ich, einige fotografierte ich als Schnappschuss.

So mag sich ein jeder an meinen Texten und meinen Bildern erfreuen, vielleicht ist manche Information und Impression neu für Dich. Auch freue ich mich, wenn ich inspiriere oder kontroverses Gedankengut erzeugen kann. Eine Diskussion ist bekanntlich immer der Beginn einer Revolution! Meine Bilder sprechen für sich selbst.

Also nochmals HERZLICH WILLKOMMEN, und wenn Fragen, Meinungen, Kritik oder Lob in Deinen Gedanken entstehen, gerne kommentieren.

Und zu guter letzt: Wenn Du Lust auf ein Fotoshooting hast, nicht nur, was Deinen Po betrifft, so zögere nicht und schreib‘ mir kurz eine Mail.

takephoto jeans Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie