Posing 6: Gefallen [14]

Fotoshooting Eifel Modelscout Portrait

Betrachte jene Bilder einmal genauer, die dir besonders gut gefallen. Was ist es, das deine Aufmerksamkeit erweckt? Warum gefällt dir genau dieses Bild? Was ist an diesem Bild besonders? Was ist diesem Bild anders, als an den vielen Millionen anderen Bildern, die tagtäglich um deine Aufmerksamkeit buhlen?

Wo verweilen deine Augen gerne länger, zu welchen Einzelheiten wenden sie sich, zwischen welchen Merkmalen wandern deine Augen hin und her? Oder ist es der Gesamteindruck, der dieses Bild besonders macht. Erreicht dich eine Art „Wow-Effekt“, der dich sprachlos überzeugt, bevor dir überhaupt klar wird, warum es so ist?

Und im weiteren, wie ist es mit dem Bild im Laufe der Zeit? Bleibt deine positive Bewertung erhalten oder verändert sie sich? Nutzt sich das Bild ab, gewöhnt sich dein Eindruck an das Bild oder kann die Begeisterung, die überzeugende Wirkung bestand halten?

Kannst (oder möchtest) du überhaupt analysieren, warum dir ein Bild gefällt? Da ich in der Reihe „Posing“ von Menschenbildern ausgehe, beginnt die Analyse natürlich mit dem Ausdruck des abgebildeten Menschen. Darauf folgt die Körperhaltung des Menschen.

Der sichtbare Teil des Körpers spielt eine Rolle, aber auch das, was nicht zu sehen ist, ist von entscheidender Wirkung auf den Betrachter. Wie viel siehst du vom Menschen? Denn ganzen Körper? Nur einen Teil des Körpers? Welchen Teil siehst du und ist es ein Teil des Körpers, der gemeinhin nicht üblicherweise zu sehen ist? Ist es eine Gliedmaße, die allgemein nicht öffentlich sichtbar gezeigt wird, deren Sichtbarkeit eine Art wohliger voyeuristischer Empfindung im Betrachter auslöst und eine daher rührende (heimliche) Begeisterung zur Folge hat?

Es kann ferner eine ungewöhnlich spannende Perspektive sein, die eine positive Gefühlsregung mit anschließender Begeisterung für eine Aufnahme hervor rufen. Nur warum ist es so? Was macht diese Aufnahmen so anziehend, für den einzelnen, oder für eine ganze Gemeinschaft von Betrachtern. Ist es ein Bein, ein Arm, die Statur, die Form, die Proportionen oder der Blick, der vielleicht laszive Blick, oder ein stolz-unnahbarer Blick, der dich fesselt? Überlege einmal, während du dir zwei, drei Bilder ansiehst, die dir so gut gefallen!

Posing 5: Idee und Aussage des Bildes [13]

Du bist ein Mensch, der sich gerne alles erklären möchte? Aber nicht nur Du. Jedem Menschen wohnt diese Veranlagung inne, welche beständig nach Bestätigungen für sein Weltbild sucht und diese findet, dabei lieber gerne mal ausblendet, was im Gegensatz zu diesem Bild erscheint. 

Wenige Menschen nur suchen nach Widersprüchen, die dazu dienen könnten, ihr Weltbild zu bereinigen oder manches daraus gar zu widerlegen. 

Was hat das mit Posing zu tun? Das versuche ich mal darzulegen. Bei der Betrachtung einer Aufnahme suchen wir nach den gleichen Mustern, die wir zu Rate ziehen, wenn wir einem Menschen begegnen. Während jedoch bei der Begegnung immer auch eine Handlung entsteht, fehlt diese bei der Betrachtung eines Bildes und unsere Vorstellung ergänzt jenes, was zur Erklärung der dargestellten Handlung fehlt. Genau dann ist es in großem Maße von unserer Erfahrung abhängig, wie das Bild ergänzt wird, welche Interpretation erfolgt. 

Unser Weltbild erzeugt also den (nicht sogleich erkennbaren oder für uns fehlenden) Sinninhalt und die Aussage einer Fotografie einer Person, die während einer definierten Handlung fotografiert wurde oder in einer bestimmten Pose. Diese Pose kann, wie ich schon vorher in Artikel Posing 3 beschrieben habe, gesteuert werden, beziehungsweise die Absicht eine Aussage zu treffen, kann versucht werden. 

Mancher Zusammenarbeit gelingt dies besser, anderen weniger direkt, und der Adressat ist natürlich entscheidend. Für mich ist es momentan eine Frage der Darstellung, eine Frage dessen, warum ich eine Fotografie erstellen möchte, warum ich einen Menschen in dieser oder jener Haltung und Pose ablichten möchte, um eine Geschichte zu diesem Bild zu schreiben, die ich empfinde. 

Um einer Idee Ausdruck zu verleihen gibt es viele Parameter, die man variieren kann. Dabei versteht jeder Mensch gemäß seinen Erfahrungen zum Teil sehr unterschiedliches unter vermeintlich eindeutigen Szenen. Selbst dann, wenn sich Model, MUA und Fotograf untereinander verständigen und während der Zusammenarbeit immer wieder abstimmen, kann es einige Versuche dauern, bis die Vorstellung aller Beteiligten, die ja ein Gemeinschaftswerk sein sollte, die Form einer gelungenen Aufnahme einnimmt. (Oder es sind Varianten mit den zu jeder Idee gehörigen Besonderheiten.)

Es kann natürlich auch vorkommen, dass es nicht zu einem befriedigendem Ergebnis kommt, dann muss man halt neu planen und gegebenenfalls gemeinsam überdenken, wo und warum es haperte. 

Doch meist klappt es, und eine Bildidee kommt zur Umsetzung, die Beteiligten finden ihre Arbeit wieder. Nachdem dies geschah kommt der Betrachter. In der Vielfalt der Möglichkeiten versteht das Bild jeder einzelne Betrachter etwas anders. Wie viel anders liegt häufig an der Komplexität des Werkes. Sind viele Irrwege eingebaut, verläuft sich der Mensch. Ist der Weg zu leicht zu überblicken, verliert der Mensch vielleicht zu schnell das Interesse. Wird der Betrachter aber geführt, erkennt einige spannende Wendungen, so verweilt er vielleicht gerne einen Moment länger über dem Bild. Dazu kann das Posing ungemein hilfreich beitragen. Dazu im nächsten Beitrag mehr.    

Posing 3: Erwartung und Abbild [11]

Eine Körperhaltung auf einem Bild kann dir vertraut sein oder es gibt etwas in der Pose, das deine Erwartung als Betrachters irritiert.

Es kommt vor, dass beispielsweise die Pose nicht zum Ort passt, oder dass die Pose nicht mit der Mimik des Models zu verbinden ist, oder dass die Pose die Geschichte des Bildes (Vorausgesetzt, es besitzt eine und hat nicht ausschließlich dokumentarischen Charakter) nicht schlüssig wiedergibt. Verschiedene Faktoren beeinflussen das Bild zusätzlich, etwa Kleidung und Makeup, Accessoires und Lichtgebung, denn damit wird letztlich die Bildkomposition gebildet, doch die Körperhaltung ist für den Betrachter ein wesentlicher Schlüsselaspekt. Störungen, ganz gleich welcher Art, ob es auffällige sind oder nur vermeintlich unscheinbare entziehen einem Bild manchmal das gewisse Etwas, etwas, dass es zu einem herausragenden Werk machte.

Über Hände im sichtbaren Bereich eines Portraits ist schon viel gesagt worden. Es wird die Ansicht vertreten, dass diese nichts im Portrait verloren hätten oder jene, dass sie unbedingt zu sehen sein sollten, um das Portrait vollständig zu machen. Daraus ergibt sich die fortführende Überlegung, ob die Hände derart im Bilde integriert werden sollen, dass ihnen eine vermeintliche Aufgabe suggeriert wurde oder sie nur künstlich/künstlerisch vorhanden sein sollten.

Gibt es also eine Grenze für ein stimmiges Posing und wenn ja, wo ist sie auszumachen? Existieren dafür allgemeingültige Regeln oder liegt es individuell bei jedem Betrachter? Kann es der Kunst zugeschrieben werden, wenn verstörende Posen in Szene gesetzt werden? Oder bedarf es, wie im Leben und seinem immer waghalsigeren Unternehmungen immer einer Steigerung bis ins Skurrile? Gibt es vielleicht im Gegensatz dazu eine leichte Rückbesinnung auf das Wesentliche und seine Reduzierung auf „weniger ist mehr“?

Es kommt darauf an, was die Beteiligten mit einer Aufnahme beabsichtigen. Soll der Betrachter in die Aufnahme geführt werden oder ist augenblicklich alles plakativ zu erkennen? Schnell hinsehen, alles sehen, im Stile des Durchwischens a la Instagram? Wo nur Bruchteile von Sekunden gerade im Augenwinkel erspäht ein Bild gerade noch eine kleine Chance hat beachtet zu werden, um dann wieder vergessen zu sein und aberhunderten neuen Bildern im Gedächtnis zu weichen, die ihrerseits nur ein Scheindasein fristen…

Weiter in Teil 4 …

Posing 2: Bildaussage und Darstellung [10]

Du blickst auf ein Foto, auf dem ein Mensch abgebildet ist. Diese Person zeigt eine bestimmte Pose. Wurde diese Pose in einer unbewusst zufälligen Haltung fotografiert oder ist sie inszeniert?

Zwischen diesen beiden Möglichkeiten sind die Übergänge fließend. Eine Pose kann eine bewusst unnatürliche Körperhaltung darstellen oder beispielsweise aus einer Bewegung heraus in einem bestimmten Augenblick dem Blickwinkel der Aufnahme entsprechend ungewöhnlich wirken, jedoch keineswegs bewusst beeinflusst worden sein.

Andererseits kann sie -aus einer genauesten Regieanweisung- zutiefst entspannt und ungestellt dargestellt werden oder tatsächlich aus dem Leben heraus in einem unbewussten Moment entnommen sein. (Etwas. das oft den Moment der Darstellung in der Streetfotografie wiederzugeben versucht.)

Damit haben wir die vier Möglichkeiten in ihrer Vollendung, einfacher zusammengefasst :

  • gestellt natürlich
  • gestellt ungewöhnlich
  • ungestellt natürlich
  • ungestellt außergewöhnlich

Dazwischen gibt es unendliche Variationen. Jede dieser Posen trifft 1. eine für den Menschen vor der Kamera definierte Aussage, beeinflusst von 2. den Möglichkeiten und Fähigkeiten des Fotografen in seiner Arbeitsweise und 3. in bestimmter Weise auf den Empfänger wirkend, der Betrachter des Bildes, auf den die Pose eine ganz eigene Wirkung hat. Einflüsse anderer Art wie z.B. die Attraktivität des Fotografierten im kulturellen Verständnis sowie dessen Bekanntheitsgrad sind Aspekte, die am Rande für diese Betrachtung ebenfalls eine Rolle spielen: Daraus entsteht die Frage, ob ein attraktiver Mensch eine beliebige Pose einnehmen kann und dieses daraus entstandene Bild stets eine positive Wirkung erzielt oder nicht, ferner die weitere Frage, ob bei einem Bild mit einem bekannten Menschen (prominent oder Freunde/Familie) die Pose von eben diesem Bekanntheitsfaktor positiv beeinflusst wird!

Weiter geht es in Teil 3.

 

„Wie fotografiere ich den Hintern meiner Frau richtig?“ (206)

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„Wie fotografiere ich den Hintern meiner Frau richtig?“ Diese Frage fand ich jetzt schon einige Male in den Suchanfragen meines Blogs. Zeit also, darauf eine Antwort zu geben. Eine kleine Anleitung mit ein paar unbearbeiteten „Was passiert, wenn … “ Fotografien. 

Wie fotografiere ich den Hintern meines Partners / meiner Partnerin (richtig)? Eine Frage, die vermutlich nicht allzuhäufig öffentlich gestellt wird. Das Thema ist nahezu gleichbedeutend mit der Anleitung, einen Menschen, respektive einen menschlichen Körper zu fotografieren. Es geht dabei um Ästhetik und Wahrnehmung von Körpern, bestenfalls ist ein Hauch von Sinnlichkeit zu finden.

Du findest eine große Auswahl von Fachbüchern auf dem Buchmarkt. Von der einfachen „Portrait – Fotografie“ über die „People-Fotografie“ bis hin zu Anleitungen über das vorteilhafte Posing sind dazu erhältlich. Aus diesen Büchern kann sich der interessiert Fotografierende jene Tipps und Erfahrungsberichte zu Rate ziehen, die ihn in seinen Fragen weiter voran bringen oder ihm überhaupt erst einmal einen Einstieg in diese Art der Fotografie eröffnen.

Workshops oder Coachings können für Nichtprofis einen weiteren Weg darstellen, sich einen ersten Einblick in ein Genre zu verschaffen oder sich darin weiter zu entwickeln. Das meiste aber erfährt man nachhaltig durch „Learning by Doing“! Nach erfolgtem Shooting immer wieder seine Arbeiten kritisch zu überprüfen ist ein probates Mittel, um festzustellen, warum eine bestimmte Art der Aufnahme besser gefällt, als eine andere.

Eine zusätzliche Hilfe kann der Vergleich sein. Vergleiche deine eigenen Fotografien mit denen der anerkannten Meister. Du kannst Hinweise auf mögliche Unterschiede herausarbeiten und Änderungen bei deiner Arbeit einplanen und erneut vergleichen. Finde heraus, was anders verlief. Nicht aber verfallen solltest du dem [irrigen] Ansporn, so zu werden, wie diese Künstler, vielmehr arbeite daran, deinen eigenen Stil zu finden. Wichtig halte ich es, besser zu werden, als deine Arbeit zuvor und dabei zu wissen, warum es so ist. Selbst Rückschritte sind fördernde Meilensteine, wenn du sie denn so sorgfältig analysierst, wie deine vermeintlichen Erfolge. Warum ist eine fotografische Aufnahme gut oder weniger gut gelungen? „Likes“ eignen sich dafür sicher nicht besonders 😉 !

 

Wohin?

Eine erste Frage stellt sich bald schon, wenn du dich entschieden hast, Fotografien anzufertigen: Wo soll ich das ganze durchführen? Da fallen einem zunächst vielleicht die eignen vier Wände ein. Das bringt viele Vorteile mit sich:

  • kein (schweres) Tragen einer Ausrüstung
  • Wetterunabhängigkeit
  • Lichtverhältnisse vorher gut zu durchdenken und vielleicht weiches Fenster-Seitenlicht
  • vertraute Umgebung und keine neugierigen Blicke von Passanten
  • problemloses Umkleiden

Als nachteilig könnte sich der vielleicht beengte Raum erweisen, oder eine fehlende optisch ansprechende Umgebung, beziehungsweise ein ruhiger Hintergrund. Outdoor werden die oben genannten Vorteile zu Herausforderungen, die erst mal gemeistert werden wollen. Sicher lässt es sich machen, der Aufwand ist einfach nur größer. Das muss jeder für selbst entscheiden. Außerdem muss ja nicht bei einem Shooting bleiben. Draußen eignen sich beispielsweise alte Mauern, Häuserwände, manchmal auch Landschaft, wenn sie nicht zu unruhig ist. Auch sollte der Hintergrund nicht in Konkurrenz zu deinem Partner stehen. Bei einem Waggon aus dem frühen 20. Jahrhundert und zu weitem Ausschnitt beispielsweise ist es gut möglich, oder?

Hilfe beim Shooting?

Wenn du Outdoor fotografierst kann es hilfreich sein, wenn du einen Assistenten hast, der vielleicht Dein Lampenstativ hält oder einen Reflektor ausrichten kann, damit das Licht dahin kommt, wohin es soll. Vielleicht reicht dir aber auch das Licht der Umgebung, um gut beleuchtete Aufnahmen zu erstellen. Achte dabei unbedingt auf den Schattenwurf. Die Tageszeit ist ein wesentlicher Aspekt. Wenn das Licht beispielsweise nicht zu hoch steht, und es gleichzeitig etwas diffus ist, dann werden Konturen besser herausgestellt. Das ist für die Plastizität in deinem Fall wichtig. Es hängt wie gesagt von der Lichtsituation in der Location ab. Darüber solltest du dir vorher Gedanken machen.

Vorgedanken

Vorher ist es an der Zeit, dir ein paar grundsätzliche Vorgedanken zu machen, so z.B. über den Sinn und Zweck deines Vorhabens: Wie stellst du es an, einen Hintern möglichst vorteilhaft zu fotografieren? Zunächst einmal beantworte dir einige Fragen, die schon einleitend die Antworten implizieren:

▪ Sinn und Zweck der Aufnahme?
Warum möchtest du diese Aufnahmen anfertigen? Möchtest du deinen Partner mit schönen Aufnahmen begeistern? Möchte dein Partner einmal sehen, wie er von hinten aussieht? Möchte er viele verschiedene Möglichkeiten sehen, die darstellen, wie er von hinten aussehen könnte? Möchtest du für dich schöne Aufnahmen vom Po deines Partners haben? Oder ist es eine bunte Mischung aus den oben genannten Gründen? Ist es noch etwas gänzlich Anderes? Beschreibe es!

▪ Großer Po oder kleiner Po?
Diese Frage geht in Richtung der Wirkung der Bilder und richtet sich gleichzeitig an die Aufnahmetechniken. Dabei ist es sogar eher unwesentlich, welche Größe der Po deines Partners tatsächlich hat, und noch unabhängiger davon, was gefällt. Es gibt nämlich so viele Popos, wie es Menschen gibt, auch wenn sich viele Kategorien bilden lassen, in die der Po eines Partners einzuordnen wäre, des Menschen liebstes ist ja das Einordnen in Schubladen!
Ist es ein eher flacher Po oder ein ausgeformter Po? Ist es ein eher breites Becken oder ein schmales? Möchtest du den Po so fotografieren, wie er ist, dokumentarisch, oder durch verschiedene fotografische oder stilistische Mittel differenziert darstellen? Jeder Mensch möchte sich gerne vorteilhaft darstellen. Das ist auf Fotografien nicht anders. So ist es eine der ersten Aufgaben des Fotografierenden die schönste Ansicht deines (Foto-) Partners heraus zu finden. Als erster Hinweis mag hier die Dynamik in der Körperhaltung dienen. Eine gerade oder gebogene Linie trifft eine gänzlich andere Aussage. Probiere es aus! Du wirst sehen, wie unterschiedlich die Bilder werden, wenn dein Partner schon eine nur leicht gebogene Körperhaltung einnimmt. Dazu weiter unten mehr.

▪ Angezogen oder nackt?
Die Kleidung kann bei der Fotografie eines Hinterns eine kaschierende Wirkung haben. Sowohl ein kleiner Hintern kann größer dargestellt werden, wie auch ein größerer Popo kleiner. Ein breiterer Hintern kann durch einen veränderten Aufnahmewinkel schmaler wirken, ein schmalerer Hintern beispielsweise durch Wahl eines bestimmten Objektives sowie der Ausrichtung auf den Menschen breiter abgebildet werden. Nackt kann ein und derselbe Hintern ebenso durch Posing und Stellung der Kamera ganz unterschiedlich dargestellt werden. Eine Besonderheit der Aktfotografie ist es, dass man jede Muskelanspannung deutlich erkennen kann. Das wird durch die Pose erheblich beeinflusst. Du merkst es, wenn Du zur Probe nur schon mal unterschiedliche Arten des Stehens ausprobierst. Wenn ihr euch zum Aktshooting entscheiden solltet, dann achtet vorher auf evtl. Abdrücke der Kleidung auf der Haut. Diese könnten störend wirken. Dein Einfallsreichtum und dein Wissen um fotografische Verhältnisse kann dazu führen, dass man meinen könnte, es wäre nicht derselbe Hintern auf den Bildern, den du da von deinem Partner fotografiert hast.

▪ sexy, lasziv, oder lieber erotisch, mehr förmlich, vielleicht sportlich/athletisch oder elegant – modisch?
Die Aussage deines Bildes ist durch die Art und Weise der Fotografie unbedingt beeinflussbar. Nicht umsonst sprechen dich manche Abbildungen von Menschen direkt an, während dich andere umgehend abstoßen. Vergleiche, und versuche einmal herauszufinden, was der Auslöser dafür ist. Allein durch die Körperhaltung werden unterschiedliche Botschaften transportiert. Verdeutlicht ist das bei der Betrachtung von Menschen in Mode-Zeitschriften im Gegensatz zu Darstellungen in beispielsweise Männer-Magazinen oder Frauen-Magazinen, bzw. einschlägigen Internet-Seiten. Die gewünschte Aussage entscheidet dabei deine weitere Vorgehensweise.

▪ Farbe oder achromatisch

Geht es um die Darstellung von Formen, so wage ich zu behaupten, dass dies die Stunde des schwarz-weiß Fotografie ist. Ich meine, dass die Form eines Pos viel deutlicher in einer monochromen Aufnahme darzustellen ist. Doch auch hier gehen die Meinungen -wie überall- auseinander, also solltest du es für dich selbst entscheiden. Eine Farbaufnahme muss ja nicht farbig bleiben, experimentiere ruhig einmal damit und frage deinen Partner, was ihm an der ein oder anderen Variante besser gefällt.

▪ unscharf oder scharf

Ganz häufig, zumindest für mich, ist es die Ahnung, die ein vielfaches mehr an Anmut innehat, als die bloße Tatsache. Daher kann eine weichgezeichnete Bearbeitung oder ein weichgezeichnetes Szenario bei der Erstellung einer Fotografie manchmal viel mehr aussagen, eine viel ansprechendere Wirkung haben, als ein durchgezeichnetes und detailreiches Bild. Auch dazu kannst du Experimente versuchen. Es muss nicht gleich eine Nebelmaschine sein, manchmal reicht schon Wasserdampf. Gegenlicht in gerichteter Form ist auch ein Mittel, um einen diffusen Charakter auf einer Fotografie zu erzeugen. Die Freiheit der Gestaltung liegt bei euch!

 

Wie geht es weiter?

Ich gehe davon aus, dass es sich um vorteilhafte Aufnahmen handelt, die du erstellen möchtest. Du wirst den Hintern deines Partners nicht verändern können, aber ich meine, dass es darum gar nicht geht. Es geht darum, dass du schöne Fotos machst, mit all den Mitteln, die dir zur Verfügung stehen. Lichtsetzung beispielsweise kann bewirken, dass schöne Formen auf deinem Bild betont werden und Unvorteilhaftes im Schatten verschwinden kann. Dabei geht es um den Po deines Partners, und der ist so, wie er ist. Er gehört so zu deinem Partner, wie auch alles andere an ihm. Du liebst ihn dafür, wie er ist, und das kannst du in deine Aufnahmen transportieren. Beachten kannst du dabei folgendes, bzw. bevor ich zu den einzelnen Bereichen explizit etwas sagen werde, möchte ich einen Grundsatz postulieren: Alles auf deinem Körperbild steht und fällt mit der Körperspannung. Das vorweg und später dazu mehr. Jetzt zu den Möglichkeiten, die ich mit Beispielbildern zu bestimmten Posen unterlegt habe:

1. Die Stellung der Beine
Je nach Stellung der Beine senkt sich das Becken bei uns Menschen in eine seitliche Richtung. Ein Bein kann das Standbein sein, entscheidend ist dabei, welche die Schokoladenseite deines Partners ist, wenn es diese gibt. Probiere es aus. Wechsle die Seite mehrfach. Das Spielbein steht sozusagen zur „freien Verfügung“, und kann für jede Spielart genutzt werden. Eine Möglichkeit stellt ein Bein erhöht auf einem Absatz dar. Eine dynamische Hintern-Form wird durch die Anspannung des Standbeines gebildet. Der Stand auf den Zehenspitzen aktiviert ganz deutlich entscheidende Muskelpartien überall im Körper. Vergleiche die Unterschiede.

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2. Der Abstand zwischen den Beinen
Je nach Abstand der Füße öffnet sich auch der Winkel ab Beckenboden, was sich direkt auf die dreidimensionale Form des Pos auswirkt. Möchtest Du den Po deines Partners schmaler abbilden, so ist es vorteilhafter, stellt er die Beine etwas weiter auseinander. Dabei ist unter Umständen die sozial-gesellschaftliche Bedeutung für die Haltung der Körperglieder relevant. Bei geschlossenen Beininnenseiten wirkt das Foto distanziert, bei leicht geöffneten Beininnenseiten freier und offener, nicht aber zu weit öffnen, denn dann kann es schnell vulgär anmuten. Du kennst es aus der Situation, in der eine Frau mit weiter geöffneten Beinen dasitzt. Viele Zeitgenossen regt das auf. (Oder an, deshalb auf 😉 ) Überkreuzt dein Partner die Beine, so wird wieder eine andere Bildaussage erzeugt. Probiere es aus!

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3. Die Abwinklung der Knie
Gerade durchgedrückte Knie wirken oft unvorteilhaft, dem Körper fehlt dadurch entweder Spannung, oder er zeigt zu viel des Ganzen, er wirkt versteift. Einige wenige Posen werden dadurch jedoch unterstützt. Auch hier gibt es Ausnahmen von der Regel. Beispielsweise folgende Pose: die Beine leicht auseinander gestellt, die Arme in die Hüften gestützt, und dabei den Oberkörper etwas seitlich gedreht. Durchgedrückte Knie bewirken die Kontraktion der Oberschenkel- und Po – Muskulatur. Der Körper erhält eine sehr deutliche Dynamik. Führe es einmal durch.

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4. Die Haltung des Oberkörpers
Organische Formen sprechen uns Menschen intuitiv an, wirken positiv. Gerade Linien findest du in der Natur nur selten. So spricht uns ein natürlich gebogener Körper direkt an. Gleichzeitig wirkt eine zu steife Haltung des Rumpfes meist kontraproduktiv. Leicht gebogene Linien wirken da Wunder. Hinzu kommt die Bildung eines leichten Hohlkreuzes, welches die Form und Linie eines Pos fast immer positiv unterstützt, weil die Linien optisch verlängert werden. Hier ganz wichtig: Nicht übertreiben!

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5. Abstand von Kamera zum Objekt der Begierde
Je nach Abstand (Brennweite) kann ein Hintern gleichfalls größer oder kleiner wirken. Manchmal erwirkt eine deutlich nähere Distanz ein viel klareres Abbild, und in genau dieser Betrachtungsweise kommt eine Form (egal, welche Form) erst richtig zur Geltung, bzw. wird so erst deutlich erkannt. Ein größerer Abstand verursacht eine „flachere“ Sichtweise, die Formen wirken gedrungen. Nutze auch hier einmal verschiedene Brennweiten. Verändere dabei zusätzlich den Abstand zum Partner. Achte auf den Winkel, du kannst einmal von erhöhtem Standpunkt aus fotografieren oder auch mal von unten nach oben. Was in der Portraitfotografie als ungünstig angesehen wird, führt hier vielleicht zu besonderen Perspektiven. Trau dich.

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20mm

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24mm

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35mm

B50mmsq

50mm

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70mm

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100mm

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135mm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


6. Fußstellung
Schon bei Helmut Newton, einem Meister der Fotografie, mussten alle Models hochhackige Schuhe tragen, ganz gleich, wieviel oder wie wenig Kleidung sie am Körper trugen. Durch das Anheben der Ferse(n) spannen sich bei fast allen Menschen die Gluteus-Muskeln, welche den Po anheben. Dadurch ist und erscheint der Po straffer, als bei flacher Fersenhaltung. Eine, wenn auch nicht natürlich anmutende Pose für die Füße, so doch eine sehr einfache und wirkungsvolle Unterstützung für die Form des Hinterns auf Fotografien. Was mir bei der Fotografie selbst erst auffiel ist die Veränderung der Breite im oberen Oberschenkelknochen: der große Rollhügel dreht sich je nach Höhe der Ferse nach außen. Auch ist für das Aussehen des Hinterns der Schenkelhalswinkel maßgeblich beteiligt. Der sich tatsächlich mit zunehmendem Alter schließende Winkel ist für den Po formgebend: bei jüngeren Menschen zeichnet der größere Winkel einen schmaleren Po, der allgemeinhin als attraktiver gilt. Fand ich spannend. Die Füße selbst erscheinen, wenn sie von der Außenseite aufgenommen werden, eleganter, hingegen von innen oder gar rechtwinklig projiziert, verursachen sie eine fast tollpatschige Wirkung, was keiner wünscht. Achte einmal darauf.

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Ferse 0cm

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Höhe Ferse 1cm

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Höhe Ferse 2cm

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Höhe Ferse 3cm

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Höhe Ferse 4cm

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Höhe Ferse 5cm

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Höhe Ferse 6cm

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Höhe Ferse 7cm

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Höhe Ferse 8cm

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Höhe Ferse 9cm

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Höhe Ferse 10cm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


7. Körperstellung zur Kamera
Ein leicht bis mehr von der Kamera abgewandter Körper zeichnet fast immer ein gefälligeres Bild des Menschen. Direkt von vorn fotografiert wirkt der Mensch häufig steif, der Körper wirkt sogar oftmals breiter, als er ist, weil die Fläche größer erscheint. Den Kopf kann dein Partner, wenn er/sie seitlich steht, gefällig zur Kamera drehen, dabei entstehen wunderbare Posen und Blicke. Wichtig sind dabei grundsätzlich die Schultern. Niemals dürfen sie (durch-)hängen. Nebeneffekt ist dabei erneut ein gespannter Körper, der den Bauch strafft. Wieder: Körperspannung! Gib fleißig Tipps.  KniendStandortwechsel004sq KniendStandortwechsel005sq KniendStandortwechsel006sq KniendStandortwechsel007sq KniendStandortwechsel008sq KniendStandortwechsel009sq KniendStandortwechsel010sq

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kamera oben diagonal

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Kamera unten diagonal

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Kamera Mitte diagonal

 

 

 

 

 

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Kamera Oben

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Kamera unten

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Kamera Mitte

 

 

 

 

 

 

8. Andere Posen als das Stehen
Je nach Wunsch kann eine andere Pose als das Stehen eine weitere Aussage der Fotografie treffen. Ob im Liegen (Seite, Rücken oder Bauch), im Knien, im Sitzen (weniger), oder in der Hocke, es ist, wie im richtigen Leben. Es gibt viele unterschiedliche, abgewandelte Möglichkeiten, den Po vorteilhaft aufzunehmen, bei der keine „besser“ ist, als die andere, nur anders. Es kommt darauf  an,  je nach Mensch und Vorstellung von Model, Fotograf oder Betrachter. Beim Liegen auf dem Bauch ist z.B. die Bildung eines Hohlkreuzes besonders effektiv, angewinkelte Beine verstärken die Wirkung. Stützt dein Partner den Kopf auf, ist auf die Schultern zu achten, weil diese dazu neigen, bequem durchzuhängen. Gegensteuern! Sitzt dein Partner auf den Wadenbeinen, kommt das leichte Hohlkreuz wieder in Betracht. Es beschreibt -ähnlich wie beim Liegen- so eine wunderbare Kurve des Körpers und erzeugt eine äußerst wohlgefällige Dynamik. Probiere fleißig aus.  liegendvomFussaushochsq liegendseitlichuntensq Liegendseitlichobensq liegendseitlichmittesq liegenbeinegeradesq liegenbeineangewinkeltsq hockersq fersensitzsq


9. Unterschiedliche Kleidung
Je nach Kleidung ist der Mensch mal mehr, mal weniger körperbetont abgebildet, so dass dadurch mal mehr, mal weniger von seiner Form zu sehen ist. Soll die Form erkennbar sein, hilft weite Kleidung meist nicht weiter. Die Farben spielen gleichfalls eine wesentliche Rolle, uni-farbene Hosen hinterlassen -auch je nach Sensor der Kamera- nicht immer zuverlässig die erforderlichen Strukturen, um die Form eines Pos erkennen zu können. Wilde Muster tun ein Gleiches, können aber als Stilmittel hervorragend genutzt werden. Geht mal zusammen die Möglichkeiten durch.
10. Gesichtsausdruck
Bei all der Körperspannung liegt es an dir als Fotografen darauf zu achten, dass der Gesichtsausdruck deines Partners bei den teils durchaus anstrengenden Posen nicht verkrampft aussieht. Besondere Aufmerksamkeit gegenüber der Gebiss-Muskulatur zahlt sich aus. Fordere deinen Partner zum locker lassen und zum Lächeln auf, wie beim Yoga in der Stellung der Krähe. 😉 Nach der Entspannung darf ein Lächeln aber auch gerne wieder verschwinden, je nach Intention der Bilder. Habt Spaß miteinander.
11. Hände
Auf deinen Bildern kann dein Partner in den verschiedenen Posen gut die Hände zur Hilfe nehmen. Ob als Element im Foto oder als Unterstützung für bestimmte Posen, die Hände und dein Partner freuen sich über Beschäftigung bei den Aufnahmen. Schon nur ein Accessoire kann zu spannenden Bildinhalten führen, sie führen vielleicht zum Motiv, untermalen es oder kontrastieren es.

11. Arme

Die Haltung der Arme möchte ich als letzten Punkt erwähnen, der aber auch einen großen Einfluss auf die Körperspannung hat. Anhand der Bilder lässt sich gut erkennen, wie der Körper mit dem anheben der Arme seine Spannung erhöht. Schon ein Abstützen der Hände in der Hüfte bewirkt eine leichte, aber sichtbare Spannung. Du kennst es vom Recken: strecke dich, um den Körper in Spannung zu bringen. Du wirst es erleben. Probiere es aus.

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Damit sind einige meiner Gedanken beschrieben, die bei der Fotografie eines Gesäßes eine Rolle spielen. Es ist hilfreich, wenn dieses Handwerkszeug, sowie das Wissen um die Auswirkung kleiner Veränderungen in deinem Sinn bleiben und du sie bei Bedarf abrufen kannst. Damit reagierst Du nicht nur, wenn sich eine Situation ändert, Du führst bestimmte Situationen gezielt herbei. Beides wird geschehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist deine Kommunikation. Dabei geht es nicht um irgendwelche Befehle, die du als Fotograf aussprichst. Kommunikation meint hier beide Richtungen, von dir zum Model und auch zurück. Die Antwort besteht nicht immer aus Worten, sondern um bestimmte Handlungen. Du siehst als Fotograf das Ergebnis vor dir durch den Sucher oder life, du bist es, der im positiven Sinne Verbesserungsvorschläge macht, wie etwas vorteilhafter zur Geltung kommen würde, was anders dargestellt vielleicht erst ausgedrückt wird. Dabei ist ein stets positiver Ton geboten. Auch Erklärungen sind hilfreich, und dein Partner ist nicht unfähig sich zu bewegen, zu posieren, es kommt auf deine Anweisungen an, die verständlich formuliert sein sollten. Und nutze alle Sinne: VORMACHEN!

Einen letzten, ganz besonderen Tipp von mir möchte ich zum Ende hin geben. Fotografieren in der Bewegung. Es ist vielleicht nicht immer einfach für deinen Partner, bestimmte Posen einzunehmen, besonders dann, wenn du bestimmte Ideen im Kopf hast, die du gerne umgesetzt hättest. Versuche dann einmal folgendes: Nutze gerichtetes Licht, teste es aus, während dein Partner einfach nur da steht. Wenn die Belichtung zu deiner Zufriedenheit stimmt, beginne mit eindeutigen Regieanweisungen:

☆ gehe bitte auf die Leiter und gib mir bitte das Buch von oben an.
☆ stelle dich bitte auf den Stuhl und drehe dich zu mir herum
☆ schließe deine Schnürsenkel und sieh mich bitte mal kurz an
☆ Gehe bitte zum Fenster und komme wieder
☆ Tanze für mich deinen liebsten Tanz
☆ Gehe doch mal ins Licht ( Gegenlicht?!)

Denke dir andere Geschichten aus und spiele Regisseur! Fotografiere deinen Partner in Bewegung!

Trotz aller fotografischen Finessen werden deine eigene Ideen, das Äußere deines Partners, der Zweck deiner Aufnahmen immer wesentlichen Einfluss auf dein Vorhaben ausüben. Das ist aber nicht dramatisch, denn mit der passenden Vorgabe und deinen eigenen, den Ideen deiner Partnerin, wie gemeinsam entwickelten Vorstellungen entsteht oft ein sehr produktives Miteinander, das ganz tolle Ergebnisse zu Tage bringt. Du musst es nur tun. Einfach anfangen. Heute!

 

P.S. Vielen Dank, liebe Mimi, für Deine Geduld und die vielen Posings in den Aufnahmen für diesen Beitrag 🙂

 

P.P.S. Die Anordnung der Bilder bitte ich zu entschuldigen, ich war nicht in der Lage die Bilder vernünftig anzuordnen, weil sich die Anordnung in der öffentlichen Ansicht mit jedem Speichern immer wieder willkürlich veränderte.

„Kunstlose Bewegungen“ ( 182 )

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Der wunderbare Moment der Gedankenlosigkeit, der den Menschen völlig losgelassen dasein lässt, ist immer häufiger zu beobachten. Nämlich dann, wenn der Mensch sich auf andere Dinge (Telefon 😉 )konzentriert, als auf die Dynamik oder Statik seines Körpers.

Wenn ich einen Menschen fotografiere, der sich auf die Aufnahme einlässt, ganz gleich, ob Model oder nicht, so laufen in seinem Kopf Unmengen von Denkprozessen ab. Bei gestellten Shootings fragt sich der Mensch beständig, ob die oder jene Pose nun gut, sehr gut, mittelmäßig oder unzufriedenstellend ausgeführt wird.

Dabei spielt es nur eine nachrangige Rolle, wie ich als Fotograf mit der Person vor meiner Kamera kommuniziere. Sicher ist es hilfreich die ein oder andere Anweisung zu geben, oder zu beschreiben, was der Augenblick gerade aussagen, ausdrücken soll, es trägt unbedingt zu einer harmonischen und guten Zusammenarbeit bei, das ist keine Frage, doch ich möchte auf etwas anderes hinaus.

Niemals wird die Pose so natürlich sein, wie sie ist, wenn der Person nicht gewahr wird, dass sie gerade abgelichtet wird. Der uralte Trick, als Fotograf vor einer Gruppe oder Person zu sagen, er zähle nun bis 3 oder 5 und werde dann fotografieren, in Wirklichkeit den Auslöser aber schon bei 2 oder 4 zu betätigen, entlockt manch ungezwungenere Mimik.

Bei der Straßenfotografie geht es gerade darum, Szenen des alltäglichen Lebens zu erfassen, die nicht gestellt wurden. Oft finden sich sehr natürlich anmutende Bilder, die so tausendfach jeden Tag erkannt werden können. Diese Wiedererkennung ist es, die den Reiz dieses Genres ausmacht. Und genau da möchte ich ansetzen, wenn ich von einem Spruch ausgehe, den ich auf meiner Homepage im Bereich des Fotoshootings stehen habe: No Posing!

Mir sagen Bilder von Menschen, Portraits oder andere Arten von Fotografien ganz besonders zu, auf denen möglichst viel von dieser oben beschriebenen Natürlichkeit enthalten ist. Dieser Stil könnte als „No-Posing-Stil“ bezeichnet werden, der als solcher nicht sehr leicht vorzustellen ist. Der Mensch denkt unentwegt. Damit reagiert er auch unentwegt. Und er stellt sich immer wieder vor, wie er wohl jetzt gerade aussieht oder wirkt. Dabei abzuschalten, das ist eine hohe Kunst.

Während eines Shootings nutze ich manchmal die Augenblicke, die bei einem Szenenwechsel entstehen, die oftmals nur Bruchteile von Sekunden einnehmen, wenn das Model sich beispielsweise gerade herumdreht. Dabei sind schon sehr oft die besten Bilder entstanden. Alles natürlich in Absprache mit dem Model. Was nicht heißt, dass eine sinnlich an die Wange gelegte Hand nicht absolut bezaubernd oder lasziv sein KANN.

Der Begriff „vollkommene Kunstlosigkeit“ (Moses Mendelssohn) lief mir neulich direkt in meine offenen Arme, ich verband es sofort mir dieser meiner Idee. Eine Pose in „vollkommener Kunstlosigkeit“ ist eine ungezwungene Bewegung oder Statik, die frei von jeder Absicht ist, oder frei von jedem Zweifel, der Mensch ist quasi gedankenlos, was seinen Körper angeht. Sagt mir sehr zu! 🙂

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Look – Über das Posing der Modelle (146)

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Im Rahmen meiner Portrait und People-Fotografie habe ich meine über die Jahre fotografierten Bilder ausgewertet, und zwar in Hinblick auf die Posen der Menschen und das bestimmende Motiv des einzelnen Bildes. Aufgeteilt in die möglichen Körperhaltungen habe ich folgendes festgestellt:

Mögliche Körperhaltungen:

1. Stehen

2. Sitzen

3. Hocken

4. Liegen

5. Knien

Dabei fiel mir als erstes auf, dass die Mehrzahl aller Fotografien ein Modell in stehender Pose abbildet. Weit dahinter kommt die Pose des Sitzens, noch dahinter die des Hockens und Kniens. Die wenigsten Aufnahmen habe ich im Liegen gefertigt. Bei den Portraits ist es nicht immer ersichtlich, doch die erforderliche Dynamik erreichte ich wohl bei der Mehrzahl der Aufnahmen durch das Stehen als körperliche Haltung. Bei der Aussage der Bilder hat sich bei näherer Betrachtung interessantes für mich herausgestellt, das ich wie folgt beschreiben möchte. Jede der Körperhaltungen hebt bestimmte Körperteile hervor. Dabei sind es je nach Pose bestimmte Körperteile, die mehr Bedeutung in der Bildaussage haben als andere, manches lässt sich je nach Haltung auch verstecken oder zumindest kann der Blickwinkel und die Pose den Betrachter über die Körperform des Modells täuschen.

Allgemein unter dem Begriff „Schokoladenseite“ ist bekannt, dass ausgewählte Perspektiven eine Person vorteilhafter abbildet als andere, hat doch tatsächlich jeder Mensch eine Seite an sich, die fotogener erscheint, als seine anderen Ansichten. Worauf ich in diesem Beitrag aber hinaus will, ist die Beschreibung der einzelnen Körperteile, die je nach Pose besonders hervorgehoben werden. Bei der Fotografie von Frauen als das gemeinhin als schöner angesehene Geschlecht spielt die Darstellung bestimmter Körperpartien eine entscheidende Rolle. Je deutlicher beispielsweise eine schlanke Taille abgebildet wurde, desto häufiger wurde das Modell als attraktiv bezeichnet und die Fotografie als gelungen. Frappierend war meine Entdeckung der Deutlichkeit, mit der eine Bildaussage bei den weiblichen Modellen in Bezug auf die Attraktivität verknüpft ist. Modelle, bzw. deren Fotografien wurden besonders dann als „gut“ empfunden, wenn bestimmte Körperteile positiv betont wurden. Wenn diese besonders sichtbar waren, galt ein Foto fast immer als gelungen.

Dazu eine kurze Aufzählung der Körperteile (ohne Rangfolge und das Gesicht bleibt unberührt, denn die Blickrichtung und der Blick überhaupt sollten obligatorisch korrekt sein):

1. Die Beine

2. Die Haare

3. Der Hintern

4. Die Brust

5. Die Hände

6. Die Gesamtproportionen

 

Da die meisten der Fotografien im Stehen gefertigt wurden, habe ich diese als erste untersucht in Hinblick auf die Häufigkeit der Sichtbarkeit der Körperteile. Dabei kam folgendes heraus:

Im Stehen wurden die meisten Fotografien dann gelobt, wenn die Beine des Modells positiv betont wurden. Körperhaltung war auch wichtig, der Po war manchmal von Bedeutung, wenn er zu sehen war, doch die Beine waren das ausschlaggebende Element. Körperspannung wurde dann positiv erkannt, wenn die Haltung des Körpers in natürlicher Weise erschien.

Auch die Haare waren ein bildbestimmendes Element, besonders lange Haare, immer noch ein absolutes Indiz für weibliche Schönheit bei nahezu allen Betrachtern. Wurden diese besonders betont, wurde das Bild häufiger als gelungen empfunden.

Im Sitzen war das Bild noch etwas eindeutiger. Hier waren Bilder, auf denen das Modell die Beine angewinkelt hatte, besonders beachtet worden. Der Hintern ist in sitzender Pose selten hervorzuheben. Auch der Körper in seinen Gesamtproportionen ist im Sitzen schwerer zu definieren. Der Oberkörper ist dabei sehr gut darzustellen, das honorierten die Betrachter stets. Erneut standen die Haare oft im Fokus.

In der Hocke und kniend war es die Körperhaltung, die in natürlicher Weise ausgeführt die meisten Bewunderer anzog. Eine scheinbar starke Dynamik hielt die Betrachter in ihrem Bann, wenn es ein gelungener Moment war, in dem die Kamera ausgelöst wurde. Überzogene Körperhaltungen wurden schnell erkannt und nicht sonderlich beachtet. Auch in dieser Pose kam den Beinen eine Schlüsselrolle zu. Vorteilhaft abgebildete Beine, wenn sie beispielsweise lang erschienen, wurden besonders gut bewertet. Beim Knien kam auch dem Hintern eine besondere Beachtung entgegen, konnte er doch in dieser Pose im richtigen Betrachtungswinkel im Halbportrait oder Dreiviertelportrait, manchmal auch im Viertelportrait besonders gut abgebildet werden. Die Stellung der Beine war von geschlossen bis leicht gespreizt kniend direkt bildbestimmend.

Liegend habe ich die wenigsten Aufnahmen gefertigt. Woran es liegt, kann ich nicht sagen. In dieser Pose kommt der Po gut zur Geltung, wenn ich nicht direkt von vorn fotografiert habe. Die Körperproportionen sind im Liegen gut zu verändern, wenn dies gewünscht ist.

 

Bei all den Aufnahmen, bei den verschiedensten Posen ist dennoch  das Gesicht das fast immer wichtigste Bildelement, das Element, welchem die größte Bildaussage zukommt. Dabei muss es nicht einmal immer ganz deutlich zu erkennen sein, wie bei der Körperfotografie ist oft ein etwas verstecktes Motiv in der Fantasie des Betrachters vervollständigt das spannendere, interessantere Motiv. Die (langen) Haare leicht ins Gesicht wehend, oder teilweise im weichen Schatten liegende Wangen des Modells können zu spannenden, natürlichen Portraits werden!

Als erstes Fazit ist mir geblieben, dass die besondere Güte der Fotografien stark mit den abgebildeten Körperteilen sowie deren Erkennbarkeit zusammenhängt. Die Bilder wurden umso besser beurteilt, desto vorteilhafter die einzelnen Körperpartien zu erahnen waren, und je deutlicher sie zu sehen waren. (Stichwort körperbetonte Kleidung) Das verhielt sich so bei männlichen wie auch weiblichen Betrachtern gleichermaßen. Schöne Beine scheinen dabei fast den stärksten Einfluss zu haben. Ist der Körper eines Menschen nicht zu erkennen, so „reduziert“ sich die (intuitive) Beurteilung auf das Gesicht der fotografierten Person. Das kann durch weite Kleidung geschehen sein oder aber durch den Anschnitt des Motives in der Fotografie, bzw. die Wahl des Ausschnittes. Die Intention der fotografischen Aufgabe ist bei der Entscheidung für oder gegen die Darstellung bestimmter Körperregionen entscheidend. Der Effekt, dass die Sichtbarkeit von beispielsweise einem knackigen Po eines weiblichen oder männlichen Modells immer auch eine erotische Nuance transportiert, sollte bewusst gewollt sein, passt aber nicht in jede Auftragsarbeit. Bei der Beauty-Fotografie halte ich dies jedoch für unerlässlich. Dass es dabei nicht immer alles direkt-plakativ sein muss, sondern oft angedeutet oder leicht versteckt sein darf, ist wohl allgemein bekannt.

Diese meine persönlichen Erfahrungen werde ich bei Zeiten in entsprechenden Bildbänden nachsehen, ich bin gespannt, welche Ergebnisse ich da finde und ich ergänze diese danach hier noch.