Eure Schönheit, Hochwohlgeboren (128)

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In der heutigen Veröffentlichung schreibe ich über Attraktivität und wie sich die Wahrnehmung derselben durch Interkommunikation verändert.

Was geschieht, wenn wir einen attraktiven Menschen erblicken? Wir sehen hin. Wir sehen etwas länger hin, als bei einem weniger attraktiven Menschen. Ob wir wollen oder nicht, wir können gar nicht anders, denn bekanntlich entscheidet unser Gehirn praktisch in 150 Millisekunden darüber, ob ein Gegenüber für uns interessant ist oder eben nicht. Was dann folgt, ist ein festgelegtes Ritual. Bei einer positiven Botschaft des Gehirns sehen wir den Menschen an, und erfassen in mehr oder weniger fest bestimmter Reihenfolge ganz bestimmte Merkmale, über die ich zuvor schon ausführlich berichtete:

· alt oder jung
· weiblich oder männlich
· gesund oder krank
· klein oder groß
· …

Auch diese Einschätzungen treffen wir in viel weniger als einer Sekunde. Anschließend wandern unsere Augen bei der Betrachtung unseres Gegenübers erneut auf ausgetretenen Pfaden: als erstes schauen wir in das Gesicht, über das mehr als 90 Prozent unserer Kommunikation abläuft. Des weiteren sehen wir auf die Statur des Menschen im Gesamten, bevor wir auf die einzelnen, primären oder sekundären sexuellen Merkmale achten, die da wären:

· Haare
· Lippen
· Hintern
· Busen
· Schultern
· Beine
· Becken
· Oberarme
· …

Diese Handlung, die schon viel mehr unserem Bewusstsein entspringt, als irgendwelchen Automatismen, kann mehr Zeit in Anspruch nehmen. Wir bewegen uns in Zeiträumen von knapp unter einer Sekunde bishin zu sehr wenigen Sekunden.

Nun komme ich zum Kern dieses Artikels. Innerhalb dieses Ablaufs, der Betrachtung unseres Gegenübers, treffen wir sehr früh, nämlich während der Wahrnehmung des Gesichts, auf die Augen des Menschen. Diese sind, vielfach beschrieben als das Tor zur Seele, das aussagekräftigste Element im Gesicht des anderen. Wir haben im Laufe der Evolution gelernt, die Sprache der Blicke zu verstehen. Wir sind noch immer dabei, diese zu erlernen. Menschen suchen förmlich den Blickkontakt, um zu erfahren, wer mir da entgegen kommt, ob Freund oder Feind . Vielfach wissenschaftlich untersucht, erkennen wir relativ schnell an bestimmten Aktionen unserer Blicke, was gemeint sein könnte. Eine der ersten Erkenntnisse entscheidet über die Frage, ob ich gemeint bin, oder ob die Person mich gar nicht wahrgenommen hat. Diese Feststellung wird uns gleich noch näher beschäftigen.

Aber erst zu den weiteren Aussagen, die wir anhand des Augenkontaktes treffen können. Wie ist der Verlauf des Blickkontaktes? Schlägt der Partner die Augen nieder, und welche Aussage bedeutet es? Ist er traurig oder ist ihm etwas unangenehm? Senkt oder hebt er die Augenbrauen? Ist er missgestimmt oder greift er mich an? Weiten sich seine Augen, ist er überrascht, mich zu sehen oder verblüfft über meine Handlung? Lächeln seine Augen, und ist er erfreut mich zu sehen oder erfreut ihn meine Aktion, vielleicht wird ein Lächeln erwidert.
So sind es eine Vielzahl von Reizen, die wir durch unsere Augen verarbeiten, die als erster Schritt der Kommunikation zwischen zwei Menschen stattfindet.

Im Bezug auf die Attraktivität ergaben sich im Hinblick auf genau diese erste Kommunikation interessante Ergebnisse, als Wissenschaftler untersuchten, in wie weit ein Zusammenhang besteht zwischen primärer, nonverbaler Kommunikation und Aussehen. Anhand Versuchen, bei denen Probanden attraktive und weniger attraktive Gesichter vorgelegt wurden, die entweder die Probanden direkt ansahen oder die diese nicht ansahen, konnte unter Zuhilfenahme von Kernspinntomographen erwiesen werden, dass Gesichter, bei denen eine Kontaktaufnahme durch Blicke stattfand, eindeutig größere Attraktivitätswerte ermittelt wurden. Das konnte solange festgestellt werden, bis die Attraktivität der Betrachteten unter einen mittleren Wert sank. Danach wurde festgestellt, dass die Probanden sozusagen froh schienen, nicht von den unterdurchschnittlich aussehenden Menschen bemerkt worden zu sein. Diesen letzten Punkt näher zu untersuchen wäre eine interessante Aufgabe der Attraktivitätsforschung. Bestimmte Bereiche in unserem Kortex machten wahre Freudensprünge, wenn attraktive Gesichter Notiz vom Beobachter nahmen, so die Forscher.

Als Fazit möchte ich festhalten:
Die Aussage, dass eine Person, die attraktiv ist, also um ein unendliches attraktiver wird, wenn sie den Betrachter wahrnimmt, halte ich für ein äußerst spannendes Ergebnis. Der Leser mag sich selbst fragen, welche Gefühle in ihm entstehen, wenn er oder sie von einem attraktiven Menschen wahrgenommen wird, und ein kurzer Blickkontakt zustande kommt. Ich spreche dabei noch nicht mal von einem Sekundenflirt, ich denke mehr an die vielen Unternehmungen, die viele von uns anstrengen, um attraktiver, und damit mehr beachtet zu werden. Vielleicht kann dieser aufmerksame Blick eine Art der Bestätigung unserer selbst werden. Damit sollte ein weiterer plausibler Grund geliefert sein, viel öfter den Menschen ein wahrnehmbares Lächeln zu schenken. Denn schon mit diesem geringen Aufwand können wir Freude und Wärme schenken.

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Aussenwerbung des Körpers (125)

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In diesem Abschnitt geht es darum, mit welchen Mitteln und warum wir Menschen beständig um die Aufmerksamkeit unserer Zeitgenossen buhlen.

Man sagt, kleine Frauen trügen gerne lautes Schuhwerk. Während meiner Jugend war es gang und gäbe sich unter seine Schuhe, es waren gerne Stiefel, Metallplättchen zu nageln. Mit dem daraus resultierenden metallisch klingendem Klackern während seiner Schritte fiel man stets auf, wenn man kam oder ging.

Schrille Kleidung ist ein weiteres, probates Mittel, um sich Aufmerksamkeit zu erhaschen. Zwar nicht jeder letzte Schrei mutiert zum Trendsetter, doch eine Extravaganz in der Kleidung führt fast immer zum Erfolg bei uns visuellen Wesen, wenn man auffallen will.

Wer sich großzügig behängt, mit was auch immer, der sticht aus der Masse der Menschen heraus. Ob sich der Mensch mit allerley Tändel umgibt, einem Haus, einem Auto, einer Yacht, einem Pferd, so wird er nicht lange ohne die aus dem Werbespot der Sparkasse mir in Erinnerung gebliebene Pferdepflegerin bleiben. Kaum ein Mensch will im Mainstream, der „wabernden Masse“ mitlaufen, wie einst die Rockgruppe Bap in „Kristallnacht“ verkündete, oder wie es Hermann Hesse mit den Worten „…dummes Schaf in der Herde der Vielen.“ in seinem Klassiker Siddharta bezeichnete.

Dabei ist es keineswegs so, dass sich nur die weniger Schönen oder wenig Schönen aufzupäppeln gedenken, nein, selbst die Schönen stehen dem in nichts nach, auch sie wollen noch schöner dastehen.

Worauf das alles hinausläuft? Nur ein Ziel ist vordergründig zu belegen, glaubt man den vielen Forschern: Der Mensch strebt danach, bestmögliche Ausgangssituationen zu schaffen, um sich erfolgreich zu vermehren. Je mehr er in der Gesellschaft darstellt, desto größer ist die Chance, die Auswahl, einen wertvollen Partner – im Sinne der guten Gene- zu gewinnen. Dabei sind die Rollen, wenn auch im Wandel begriffen, klar zwischen Männchen und Weibchen differenziert! Mann = Status, Haben und Kraft, Frau = Zierde, Schmuck und Gebärfähigkeit. Heute wie gestern, denn in der Jugend und unter den jungen Erwachsenen heute ist es nicht anders als bei den Generationen davor!

Nicht die vielen anderslautenden Lippenbekenntnisse von den inneren Werten, wieder und wieder in die Runde geworfen, und mit penetranter Vehemenz wiederholt, können darüber hinwegtäuschen, dass der Mensch in seiner Eitelkeit kein Stück weiter ist, als ein siamesisches Kampffischmännchen! Und wie die Kampffischweibchen dem Balzen der Männchen nicht widerstehen können, so ist es bei uns Menschen – nur mit umgedrehten Kennzeichen: Die Männchen sind seltenst in der Lage, den Reizen der Weibchen zu widerstehen! Das wissen die Weibchen par Excellence einzusetzen. Wir alle plustern uns auf wie der Kugelfisch! Wir brüllen laut, wie der Löwe, besonders die kleineren Vertreter unserer Spezies.

Der Schein in unserer Gesellschaft, in der heutigen Zeit ist von enormer Bedeutung, wie das dazugehörige Schauspiel der Menschen ebenso. Fast ausnahmslos nehmen die Menschen im Augenblick der Verkleidung, der Aufhübschung, der Tarnung eine einstudierte Rolle an, die durch gesellschaftliche Normen, Regeln und Konventionen strikt vorgeschrieben ist. Der Mensch funktioniert ganz passabel, Überschreitungen oder gar Ausbrüche sind selten zu beobachten.

Um aus dieser Arena auszubrechen bedarf es einer ganzen Menge Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit. Warum die wenigsten Menschen damit in ausreichendem Maße gesegnet sind, ist ein Rätsel. Warum nur schwimmen so viele mit in diesem Strom? Warum wagen nicht mehr denkende Wesen einmal den Ausstieg ans Ufer, um zu sichten, wohin die Reise geht, und zu überdenken, ob das Ziel des Stroms mit dem eigenen Ziel einhergeht? Wollen die Mehrheit der Menschen vielleicht doch lieber in der Anonymität der Masse treiben? Ist es dort vielleicht bequemer und man wird nicht mit wiederkehrenden Entscheidungen belästigt, die man treffen muss und für die man anschließend auch noch die Verantwortung übernehmen muss?

Wie ist diese Ambivalenz zu erklären? Falle ich dann nicht auf, wenn ich auffalle? Falle ich nur auf, wenn ich nicht auffalle, mich nicht an diesem Schönheits-Wettbewerb, an dieser ständigen Aufhübschung beteilige? Nein, das wäre zu weit gedacht. Viele Beispiele lassen sich finden, die belegen, dass auch mit bedacht geführte Manipulationen -wobei es immer noch Manipulationen bleiben- kaum erkennbar scheinen, und damit der Natürlichkeit zu neuem alten Wirken verhelfen. Vielleicht ist dann ein Weg zu erkennen, der sich geradezu anbietet, der uns nach und nach in eine Abkehr vom SCHEIN hin zu mehr SEIN begleitet. Was aber nicht vergessen werden kann ist die Tatsache, dass schöne Bilder, egal, ob in Form eines attraktiven Menschen oder in Form eines bezaubernden Naturschauspiels immer wieder unsere Seele berühren werden, und unseren Begehr stets auf’s Neue erwecken wird. Dazu sind wir Mensch. Es kommt nur auf das Maß an! Wie in fast allen Belangen, um die es in unserem Leben geht.

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Ein durchschnittlich schöner Mensch (120)

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Im folgenden Artikel möchte ich von der Vorliebe der Menschen für die Durchschnittlichkeit berichten, die darin ihre Bestätigung findet, als dass der Mensch den durchschnittlichsten Partner für den attraktivsten hält.

Darüber, dass in vielen Untersuchungen der Attraktivitätsforschung sog. gemorphte Gesichter, d.h. künstlich durch Überlagerung mehrer realer Gesichter erschaffene Fotografien, einen größeren Zuspruch erhielten, als deren zu Grunde gelegte Originale, habe ich bereits geschrieben. Beispiele dafür sind gleichfalls im Tierreich zu beobachten. Solche Tiere mit außergewöhnlich ausgeprägten Merkmalen, die weit entfernt vom Durchschnitt der Art in ihren Äußerlichkeiten auffallen, haben bei der Partnerwahl auffallend schlechte Chancen. So wurde z.B. Vögeln mit prächtigem Gefieder im Zuge der Balz ein paar noch „schönere“ Federn angeheftet, was zur Folge hatte, dass das Männchen bei den Weibchen glatt durchfiel und mit keinem Auge bemustert wurde. Gesucht wird also der optimale Vertreter der Art! Und wer ist das? Meist derjenige, der all die Attribute in sich vereint, welche die Art ausmachen.

Bei uns Menschen ist es ähnlich, wie anhand des oben genannten Beispiels belegt werden kann. Wir finden jene Menschen im Normalfall eher attraktiver, die nicht zu groß sind, nicht zu klein; nicht zu dünn sind, nicht zu dick; nicht zu breit sind, nicht zu schmal; nicht zu lange Beine haben, nicht zu kurze; nicht zu dicht zusammen stehende Augen haben, aber auch nicht zu weit auseinander stehende, usf.

Das Wort „makellos“ trifft die Sache ungemein gut. Die Menschen streben in allen Kulturen, zu allen Zeiten, aus denen uns Überlieferungen vorliegen, immerzu nach einer idealen Erscheinung. Es ist zwar so, dass diese Ideale -je nach Kultur- variieren, doch eines ist allen Kulturen gleich: Das Streben nach Jugendhaftigkeit! Exakt dieses Erscheinungsbild manifestiert sich in genau definierten Standards. Es sind in unserer Gesellschaft z.B. bei der Frau eine Haut ohne Makel, einem festem Gewebe an Bauch, Beinen, Po, eine straffe Gesichtsform, eine schlanke aber nicht dünne Erscheinung, ein makelloses, weißes Gebiss, ebenmäßig geformte Beine, ein wohlgeformter, nicht zu großer Hintern, ein stammer, größerer, aber nicht zu großer Busen und glänzendes, volles Haar. Vorwiegend sind dies klar erkennbar die Attribute der Jugendlichkeit.

So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass die Bemühungen der Frau genau auf die Optimierung in diesen Bereichen abzielt. Von den unendlich wirkenden Regalen gefüllt mit Cremes und Peelings aller Art, den vielen Fitnesskursen bishin zu den Eingriffen durch plastische Chirurgie in Form von Fettabsaugungen, Brustvergrößerungen, Einsetzen eines vollständigen, neuen, künstlichen Gebisses, Einspritzungen unter die Haut oder Begradigung des Nasenbeins sind das die Mittel und Wege zur Erreichung der Ziele. Der Mann, einst ein Kosmetikmuffel, gehört zunehmend erfolgreicher zum Klientel der Kosmetikindustrie.

Nicht in allen Zeiten war die Frau die stärker künstlich hergerichtete Person in der Gesellschaft. Zur Zeit des Barock, mit dem Höhepunkt im Rokkoko, schminkten sich die Herren der Schöpfung in Form bleiweiß gekalkter Gesichter bis zur völligen Vergiftung der Haut. Rote Lippen hoben den Mund des Herren an. Überdimensionale Perücken zierten sein Haupt, und enge Strumpfhosen, zu neudeutsch „Leggings“ genannt betonten seine nicht immer muskulösen Wadenbeine und Oberschenkel. Was vornehmlich den besser betuchten Herrschaften vorbehalten war, fand im gemeinen Volk kaum Anwendung. Auch heutzutage ist es ähnlich. Je größer der eigene Geldbeutel, desto ausgeprägter und mannigfaltiger finden wir die körperlichen Manipulationen vor.

Die Menschen versuchen während all dieser Strömungen und Modewellen möglichst im Mainstream mit zu schwimmen. Die Mode wird von einigen Trendsettern geprägt, um anschließend von der Masse übernommen zu werden. Übertreibe ich es, werde ich wie das Männchen mit der zusätzlichen Feder aus o.g. Beispiel als „bunter Hund“ allenfalls betrachtet oder begafft, nicht aber als ernsthafter Partner in Betracht gezogen. Dazu wäre ich nicht durchschnittlich genug.

Bekanntlich findet dieser Hang zum Mittelmaß einen weiteren Ausdruck in der starken Bevorzugung von Symmetrie bei der Bewertung von Gesichtern und Körpern. Denn die Symmetrie gilt als ein Indiz für die Gesundheit und die Jugendlichkeit des Betrachteten. Ein unsymmetrischer Körper deutet scheinbar darauf hin, dass bestimmte Umwelteinflüsse beim Menschen selbst oder bei seinen Vorfahren nicht ohne Folgen blieben. Damit kann die Eignung für die Erhaltung der Art zumindest teilweise in Frage gestellt werden. Dabei handelt es sich um genetisch fest geschriebenen Vorgänge. Entziehen können wir uns nur schwer, weil sie im Hintergrund, aus dem Unterbewusstsein heraus wirken. Sie sorgen also dafür, dass wir möglichst gesunde Partner bevorzugen, und das nicht nur für die Arterhaltung.

Es zielt in alle Lebenslagen hinein, denn wir umgeben uns, wo wir die Wahl haben, stets bevorzugt mit schöneren Menschen. Doch kurios in unserer Gemeinschaft ist das Phänomen, dass zu schöne Menschen tatsächlich einem Problem gegenüber stehen: sehr attraktive Personen werden oft genau auf diese Äußerlichkeiten reduziert, was dazu führt, dass es nicht leicht für sie ist, objektiv und mit „normaler“ Neugier vom Gegenüber erkannt zu werden.

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Sexy oder nicht – Oder was zählt eigentlich? (106)

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Attraktivität hat viele Facetten. Bilder von Menschen gehen uns durch den Kopf. Wir entscheiden in nur Bruchteilen von Sekunden über die Schönheit und das Aussehen der Menschen. In genau diesen Bruchteilen von Sekunden legt unsere Intuition immer in eine bestimmte Waagschale eine Kugel – entweder so oder anders kann es für den Menschen ausgehen. Manchmal aber auch dazwischen kann die Eigenschaft gesehen werden. Oder gar ein wenig von beiden Gegensätzen bringt ein Charakter mit! Nämlich genau so, wie wir Menschen sind, ein wenig davon und etwas hiervon, und nur zu diesem Zeitpunkt, denn etwas später könnte die Sache schon wieder ganz anders aussehen. Spannend ist dabei nicht nur die kurzfristige Hinsicht, sondern das Erleben der Entwicklung im Laufe des Lebens. Dabei fällt das absolutistische Urteil der Jugend im Gegensatz zum bedachten konjunktivistischen Urteil der Älteren auf. Muss man dafür wirklich älter sein? Kommt diese Weisheit nur mit den reflektierten Erfahrungen?

Ich habe hier eine Auswahl von Attributen beschrieben, die dem Menschen zugewiesen werden könnten. Nicht jede erschließt sich sofort unserem neugierigen Blick, manche wollen erst entdeckt, ja enttarnt werden. Jeder mag sich selbst einmal prüfen, in welche Richtung sie und er tendieren. Wer will, der kann diese Liste danach seinem Lebenspartner geben, so dass dieser eine Einschätzung abgibt, beschreibt, wie er oder sie den Partner empfindet. Doch Vorsicht! Für Streitereien kann der Vergleich nichts, nur die Sichtweise auf Euch beide könnte dazu beitragen, ein innigeres Fundament herzustellen.

Hier nun ein paar Adjektive, die uns Menschen beschreiben können. Es ist natürlich keine vollständige Aufzählung. Sie gewährt in dieser Momentaufnahme einen kurzen Blick auf einen Ausschnitt unserer gegenwärtigen Lebensweisen und Wirkung.

IST (HAT) EIN MENSCH……

· attraktiv oder nicht attraktiv
· sympathisch oder unsympathisch
· anziehend oder nicht anziehend
· sexuell erregend oder sexuell abstoßend
· groß oder klein
· alt oder jung
· schöne Augen oder keine schönen Augen
· schlank oder nicht schlank
· dick oder nicht dick
· offener Blick oder verschlossener Blick
· freundliches Wesen oder gleichgültiges Wesen
· intelligent oder nicht intelligent
· charismatische Ausstrahlung oder unauffällig
· volle Lippen oder schmaler Mund
· lange Haare oder Kurzhaarfrisur
· anmutige Körperbewegungen oder Trampeltier
· gerader Schritt oder Watschelgang (Zehen beim Gang nach außen führend)
· schöner Hintern oder unauffälliger Hintern
· kleiner Busen oder größere Oberweite
· muskulös oder schmächtig
· schmales Becken oder breites Becken
· gerade Beine oder X-Beine oder O-Beine
· Herzlichkeit oder Kühle
· gerade Nase oder krumme Nase
· schöne Zähne oder GKV
· sportlicher Typ oder behäbiger Typus
· klassische Kleidung oder ausgefallene Kleidung
· erotisch oder unerotisch
· sanfter Blick oder strenger Blick
· fester Händedruck oder schlaffer Handschlag
· emotional intelligent oder egozentrisch
· selbstbewusst oder unsicher
· ehrlich oder falsch
· geradlinig oder verschlagen
· abenteuerlustig oder bedacht
· bodenständig oder abgehoben
· wahrhaftig oder affektiert
· locker oder genau
· freidenkend oder angepasst
· bedacht oder aufbrausend
· zugänglich oder arrogant
· aufgeschlossen oder verstockt
· aufmerksam oder unaufmerksam
· begeisterungsfähig oder desinteressiert
· bezaubernd oder langweilig
· beherzt oder ängstlich
· organisiert oder chaotisch
· charmant oder ungehobelt
· dynamisch oder dekadent
· umgänglich oder dickköpfig
· emphatisch oder egoman
· gelassen oder ehrgeizig
· vertrauensvoll oder eifersüchtig
· einfühlsam oder ignorant
· elegant oder einfach
· fair oder unfair
· familiär oder einzelgängerisch
· fantasievoll oder fantasielos
· feinfühlig oder grob
· burschikos oder feminin
· gastfreundlich oder fremdelnd
· gebildet oder ungebildet
· geduldig oder ungeduldig
· freigiebig oder geizig
· beredt oder geschwätzig
· bescheiden oder großspurig
· gesundheitsbewusst oder gleichgültig
· genügsam oder habgierig
· herzlich oder kaltherzig
· bodenständig oder hochmütig
· gelassen oder hysterisch
· höflich oder ohne Manier
· humorvoll oder verstockt
· idealistisch oder materialistisch
· intellektuell oder nicht intellektuell
· interessiert oder begrenzt
· extrovertiert oder introvertiert
· jugendlich oder älter
· keck oder zurückhaltend
· kindlich oder kindisch
· freigeistig oder kleingeistig
· kreativ oder nicht kreativ
· kritikfähig oder schnell beleidigt
· kommunikativ oder schweigsam
· langmütig oder nachtragend
· beständig oder launisch
· lebhaft oder still
· leidenschaftlich oder leidenschaftslos
· liebevoll oder unnahbar
· schlank oder mager
· maskulin oder weibisch
· vertrauensvoll oder misstrauisch
· mutig oder zurückhaltend
· nachdenklich oder impulsiv
· natürlich oder gekünstelt
· tiefsinnig oder oberflächlich
· optimistisch oder defetistisch
· pragmatisch oder unsicher
· freizügig oder prüde
· rational oder gefühlsmäßig
· realistisch oder verträumt
· romantisch oder verkopft
· schüchtern oder weltoffen
· sachlich oder gefühlsbetont
· sanft oder grob
· scheinheilig oder ehrlich
· liebreizend oder schamlos
· wild oder schlampig
· selbstbeherrscht oder unbeherrscht
· bewundernd oder selbstgefällig
· spontan oder skeptisch
· sensibel oder unsensibel
· sinnlich oder vulgär
· temperamentvoll oder zurückhaltend
· tiefgründig oder oberflächlich
· tolerant oder intolerant
· träumerisch oder realistisch
· sexy oder primitiv
· behände oder unentschlossen
· unheimlich oder unnahbar
· unkonventionell oder angepasst
· extravagant oder unscheinbar
· unterhaltsam oder schweigsam
· unternehmungsfreudig oder zurückgezogen
· souverän oder unterwürfig
· verantwortungsbewusst oder hallodrisch
· verführerisch oder züchtig
· verlässlich oder unzuverlässig
· offen oder verschlossen
· verspielt oder nücht
· vielseitig oder einfach
· vertrauenswürdig oder ominös
· erfahren oder verwöhnt
· zärtlich oder grobschlächtig
· nachfragend oder zickig
· überzeugend oder überredend

All diese Eindrücke verarbeitet der Mensch schon in allerkürzester Zeit. Verifiziert werden sie u.U. erst im Laufe der gemeinsamen Zeit. Bestimmte, äußerliche Merkmale, die entweder direkt sichtbar oder über die Bewegungen, Gestiken, Mimiken indirekt erkennbar sind, verleiten zu einem besonders schnellen Urteil, und werden oft nur schwer wieder revidiert.

Forschungen in diesem Zusammenhang ergaben, dass unser erster, gefühlsmäßig intuitiver Eindruck eines anderen Menschen sehr viel häufiger stimmt, als er daneben liegt. Somit wird dieses erste Gefühl, sich zu einem Menschen hingezogen zu fühlen oder einen Menschen „irgendwie“ abstoßend zu finden, im Zuge des ersten Kontaktes zu einem bedeutenden Faktor. Nicht, dass wir diesen ersten Eindruck überbewerten sollten, doch um diesem Gefühl den Raum zu geben, dem ihm gebührt, sollten wir vielleicht das ein oder andere Mal still in uns hinein hören.

Kompromisse (77)

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Zusammenleben erfordert immer auch ein gewisses Maß an Kompromissbereitschaft. Wie weit diese Bereitschaft gehen kann, das liegt an vielen Faktoren. Eine Auswahl davon ist:

1. Persönlichkeiten
2. soziale Statuten
3. gesellschaftliche Normen
4. …

Zu den Persönlichkeiten:
manch einer ist kompromissbereiter als ein anderer. Begründet liegt das in den persönlichen Erlebnissen, den Erfahrungen im Leben, in den eigenen Ideen von einer funktionierenden Gesellschaft und der emotionalen und geistigen Reife. Uneinsichtigkeit und Unwissenheit führen zu zahlreichen Differenzen innerhalb einer -wie auch immer gearteten- Beziehung zu einem anderen Individuum. Kompromiss bedeutet immer auch ein Verständnis dessen, was der andere denkt und fühlt. Insbesondere unsere Kenntnis über die Ursachen ihrer oder seiner Beweggründe führt dazu, sich in den anderen soweit hineinzuversetzen zu können, den Kompromiss bewusst und mit Überzeugung eingehen zu können.

Zu den sozialen Statuten:
Kompromisse werden immer dann eingegangen, wenn auf beiden Seiten dem jeweils anderen ein Zugeständnis gemacht werden wird, während die Verhandlungen auf entweder gleicher sozialer oder auf gleicher gesellschaftlicher Ebene stattfinden. Auch wenn es auf privater Ebene um die Erreichung eines gemeinsam angestrebten Zieles geht, kommt es immer wieder zu Kompromissen.

Beispiele:
Ein Verantwortlicher erteilt einen Auftrag, der vom Auftragnehmer ausgeführt werden muss. Er kann sich eine Ablehnung des Auftrages nicht erlauben. ==» kein Kompromiss. Seine Überlegung kann nur sein: erfülle ich den Auftrag oder verlasse ich die Lage als Auftragnehmer mit allen dazugehörigen Konsequenzen. (Ein Chef weist an, ein Angestellter führt aus oder kündigt.)

Ein Partner möchte ein persönliches Ziel erreichen, welches nicht mit den gemeinsamen Zielen korreliert. Dies führt zu Differenzen und es wird darüber gesprochen. Sind beide weiter an der Erreichung der gemeinsamen Ziele ihrer Partnerschaft interessiert, so besteht die Notwendigkeit des Kompromisses. Steht das Teilziel des einen Partners im Widerspruch zum gemeinsamen Hauptziel, so bleibt abzuwägen, ob es sich nur um eine akzeptable Verzögerung handelt oder um einen Weg in eine gänzlich andere Richtung. Ein Kompromiss kann nur dann funktionieren, wenn die Übereinkunft vom Sinn und Zweck der Partnerschaft nicht unterlaufen, verletzt oder ad absurdum geführt wird.

Richten zwei Menschen gemeinsam eine Wohnung für eine gemeinsame Zukunft ein, werden die Geschmäcker so gut wie niemals identische Vorlieben hervorrufen. Jedem gefällt etwas anderes besser, doch für die Gemeinsamkeit gibt jeder dem anderen Raum zur persönlichen Entfaltung und geht -nicht nur einen- Kompromiss ein.

Zu den gesellschaftlichen Normen:
dabei überträgt -meines Erachtens nach- die Außenwirkung den Inhalt eines Kompromisses auf die Gemeinschaft. Hier gehen wir Menschen die meisten Kompromisse ein. Sie sind zwar in erster Hinsicht nicht besonders tiefgreifend, jedoch durch ihre immense Anzahl allein haben sie einen entscheidenden Einfluss auf unser Leben. Bei einer folgenden, kleinen Auswahl möchte ich nicht auf die krankhaften Auswüchse dekadenter und krankhafter Zeitgenossen eingehen, auch nicht auf die vielleicht fließenden Grenzen bei deren Bewertung, sondern auf die kleinen allgemeinen Zugeständnisse im Leben in dieser westlichen, industrialisierten Urbanität.

· Ich gehe bekleidet aus der Wohnung.
· Ich bezahle Geld für die Wohnung (Grundfläche auf unserer Erde)
· Ich umarme keinen fremden Menschen bei einer zufälligen Begegnung (im Geschäft)
· Ich habe nicht mehrere Männer als Ehepartner
· ….

Dem aufmerksamen Leser fällt bestimmt schon jetzt auf, dass es sich bei all den kleinen Kompromissen im Leben um die Einhaltung von Regeln des gemeinsamen Zusammenlebens handelt. Ob sie nun den Namen Regel, Gesetz, Verordnung, Norm oder Bestimmung haben, wir erkennen, dass wir bei jeder einzelnen Regelung den Kompromiss eingehen, und uns tunlichst daran halten. Zumindest mal nach außen hin. O:-)

Und nur so funktioniert die Gesellschaft, wenn wir in ihr Wohnen und den Kontakt zu anderen Individuen wünschen. Da der Lauf der Zeit immer wieder Veränderungen der Regelungen mit sich bringt, was jedem Menschen bewusst ist, sollte man sich klar machen, dass diese Veränderungen nicht von der Zeit erwirkt werden, sondern von uns Menschen. Von jedem von uns. Für die fortschreitenden Veränderungen ist es daher von entscheidender Wichtigkeit, dass wir alle unsere Regeln nicht nur im Auge haben, sondern wieder und immer wieder in Frage stellen. Grundsätzlich! Verantwortung übernehmen heisst kritisch sein, aber genauso als Bewahrer des Bewährten dafür einzustehen.

Intermotiviale Pfade – Der Weg zur People-Fotografie (45)

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Mein spannender Weg zur Körperfotografie, zur Menschenfotografie allgemein gestaltete sich umständlich – aber auch stetig. Wie er sich entwickelte und welche interessanten Umwege ich beschritt, darüber möchte ich in diesem Beitrag schreiben. Wohlwissend, dass ich noch lange nicht an ein Ziel, in einen statischen Zustand gelangt bin, so bin ich der festen Überzeugung, dass dieser Weg, wie es der des ewigen Lernens im Leben ist, auch hier keine Ausnahme bildet. Jeder Mensch, der sich ernsthaft mit der Fotografie beschäftigen „will“, der steht mit seinen ersten Bildern in der eigenen Kritik.

   Ich habe zwar schon auf dem ersten Film mit meiner trivialen Kodak „Ritsch-Ratsch-Klick“ – Kamera meine damalige französische Freundin abgelichtet, ebenso aber einen Marinezerstörer in Husum, die dortige Jugendherberge sowie die Stadt. Nach der Kodak kam die erste Spiegelreflex und damit begann die eigentliche, spannende Reise durch die unendlichen Motivwelten. Resümierend möchte ich vorwegnehmen, dass ich trotz der ausschweifenden Fotoreihen mit anderen Motiven doch wieder zurück zu den anfänglichen Vorlieben, nämlich der Menschen-Fotografie zurück gekehrt bin.

   Am Anfang war durch das aufkeimende Interesse am anderen Geschlecht schlechthin der Wunsch entstanden nicht nur meine auch aus heutiger Sicht sehr fotogene erste „richtige“ Freundin zu fotografieren. Mit offenen Augen durch die Welt gehend gab es für mich schon immer sehr viele in meinen Augen „hübsche“ Frauen; als Jugendlicher natürlich eher Mädchen. Nicht jede derer wollte ich fotografieren, ich dachte nur bei einem bestimmten Typus darüber nach, dass genau dieses Mädchen in exakt dieser Situation, jetzt in diesem Augenblick ein wundervolles Motiv für ein hervorragendes Bildnis hergäbe. Ich möchte an dieser Stelle besonders für die oder den fragende(n) Leser(in) deutlich machen, dass es mir nicht darum ging, all diese Mädchen zu meiner Freundin zu gewinnen, sondern sie zu fotografieren.

   So kam es zu Situationen wie jene, in der meine damalige Partnerin – in gemeinsamen Vertrauen zwischen uns beiden – ihre Klassenkameradin, die für mich sehr fotogen war, fragte, ob sie Spaß an einem Foto-Shooting hätte. Bald darauf sollte es sich ergeben. Durch die wahre Begeisterung des Modelles über ihre Bilder wurden sogar drei Foto-Shootings innerhalb von 2 Jahren daraus. Diese beeinflussten die Partnerschaft mit meiner Freundin nicht. In verfremdeter Form stelle ich eines der Bilder später aus, und zwar deswegen verfremdet, weil ich als 17jähriger noch nichts über Modell-Release wusste, bzw. nicht mal im Ansatz an Veröffentlichung zu denken war und es das Internet schlicht nicht gab. Ja, so lange ist es her! Auch kann ich nicht einfach vom Einverständnis des hübschen Mädchens mit ihren braunen langen Haaren ausgehen, ihr Bild hier zu veröffentlichen.

   So habe ich in den Endsiebzigern und Achtziger Jahren mit der Fotografie begonnen. Nicht alleine habe ich dieses Hobby betrieben, denn während meiner neunjährigen Oberschulzeit waren in meinem direkten Schulfreundeskreis zwei weitere Jungs ebenso ernsthaft an der Fotografie interessiert, wie ich. So unternahmen wir gemeinsam unzählige Fototouren.
Mein Motiv sollte von da an in der kommenden Zeit immer wieder wechseln. Ich empfand es damals – wie heute – niemals verwerflich, wenn sich ein Fotograf nicht auf nur wenige Motive in seiner Fotografie beschränkt. Bei Goethe las ich sinngemäß einmal einen Satz über das Fachidiotentum: Je kleiner sein Reich, desto konzentrierter die Kraft. Meiner Ansicht nach steckt viel Wahrheit darin. Jeder Mensch kann sich dabei selbst aussuchen, wie er in seinem Leben seine Kräfte einsetzen möchte: breit gefächert oder in die Tiefe gehend. Es gibt für beide Richtungen gute Gründe.

   So kam ich zur Natur- und Landschaftsfotografie. Dieses Motiv hat mir durch seine Statik viel über das Thema Bildkomposition vermittelt. Bei gemeinsamen Bildbesprechungen der gleichen Motive mit unterschiedlichen Ergebnissen wetteiferten wir, unterstützt von eigenen „Klugscheißereien“ über Betrachtungswinkel, Horizontaufteilung oder fehlendem Vordergrund um das bessere Foto.

An der nächsten Abzweigung des Motivweges geriet ich in die Fänge der Architekturfotografie. In den Metropolen Köln und Düsseldorf, aber auch in Wuppertal und dem Bergischen Land wurden wir leicht fündig. Tilt und Shift noch als unbedeutende Fremdworte abgetan und mangels nicht existenter Rechner mit nicht vorhandenem Gimp oder Photoshop stürzten uns die Linien nur so um die Ohren, wenn wir nicht weit genug weg das Teleobjektiv in Anschlag brachten.

   Manchmal flackerte während der ausgedehnten Städtetouren neben uns das Motivlichtlein der Streetfotografie auf, während uns dieser heute so in Mode gekommene Begriff und das Genre als Motiv völlig unbekannt war. Dennoch hatten wir so manches Motiv als lohnenswert für ein aussagekräftiges Foto bewertet und nach Blenden- und Zeiteinstellung mit dem Schnittbildindikator nach der flüchtigen Schärfeebene gefahndet. Zoos waren und sind weiterhin ein dankbarer Motivdschungel. Tiere ergeben für mich auch heute noch teils interessante, teils dramatische, aber auch skurile und lustige Fotografien. Am See bei uns waren die frechen, nimmersatten Enten ein beliebtes Motiv und vor so manchem fauchendem Höckerschwan mussten wir uns hinter eine Bank retten.

   Trotz all diesen Ausflügen in andere Themenbereiche der Fotografie gesellte sich auf die Filme immer wieder hier und da ein Negativ eines schönen Menschen, vornehmlich das Gesicht und besonders die Linien eines Mädchens. Ich bin aus noch ungeklärter Ursache nicht Fotograf geworden, obwohl ich mich zeitlebens damit beschäftigte. Doch diese Geschichte ist eine andere als diese hier.

   Als vorläufiges Fazit habe ich für mich die Erkenntnis gewonnen, dass mich die aufreibenden Reisen zu den verschiedensten Motiven bei der Entwicklung meines fotografischen „Könnens“ unterstützten. Bei der Umsetzung des Erkannten konnte ich häufig die Schwierigkeiten erleben, es einfach anders zu machen. Das Alles geschah in der Zeit während des „restlichen“* Lebens. Die Veränderungen im eigenen Anspruch mal beiseite gelassen, gewährt mir die Einsicht über meine technischen Unzulänglichkeiten mindestens eine Erkenntnis: für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Güte meiner Bilder braucht’s mehr als nur ein Forum oder ein Bildhoster mit Favoriten oder „Like“ – Häckchen – Funktion. Persönliche Besprechungen mit Leidensgenossen oder nichtvirtuellen Bildansehern kann ich nur wärmstens empfehlen.

   Ich empfehle desgleichen jedem Fotografie-interessiertem weite Ausflüge in die verschiedensten Motivwelten. Im weiteren Verlauf jedoch halte ich eine Vertiefung von wenigen Motiven als diffuses Ziel für lohnenswert, dies in Angriff zu nehmen. Es bedeutet ja nicht eine starre Festlegung auf ewig. Ein gelegentlicher Blick über den Tellerrand verhilft einem entweder zur weisen Erkenntnis, dass man doch eine andere Richtung der Fotografie im Blut hat oder die Erkenntnis, dass man in den bekannten Gewässern wunderbare „Landschaften“ dokumentiert.

    Noch eine abschließende Bemerkung über die Familienfotografie: Auch wenn viele Fotografielehrer in ihrer Lehre diesen Zweig der Fotografie gleichbedeutend mit allen anderen Bereichen als lehrwürdig betrachten, so möchte ich dem einen Gedanken entgegenhalten, der mich am Ziel dessen zweifeln lässt: Wenn ich mich in der Fotografie bilden möchte, so mache ich mir Gedanken über viele Bedingungen des Abbildens, ich lerne viel über Dinge wie Einstellungsmöglichkeiten, Licht und Dunkelheit. Doch ich meine, jedes Bild der Familie, das aus lehrfotografischer Sicht nicht gemacht wurde ist ein verlorenes Bild. Lieber 30 mittelmäßig fotografierte Bilder des Kindes bei nur einem gelungenem, als auch nur ein einziges, verpasstes Bild, denn in Zeiten des kostenlosen Speicherns der Bilder ist es einerlei. Mit der Zeit sollte sich die Art und Weise der Abbildungen beim ambitionierten Fotografen zwangsläufig weiter entwickeln. Will man aber das Familienleben vielleicht in Form von Jahresfotobüchern dokumentieren, für die Nachkommen Aufnahmen zusammenstellen, so meine ich, man solle lieber einmal mehr auslösen.

* Das wirkliche Leben ist für mich sehr plakativ gesagt weiterhin die Vereinigung von Selbstentwicklung und – vor allem – Partnerschaft mit Familie inklusive allen Baustellen und Nebenkriegsschauplätzen wie täglicher Hausaufgaben – Hilfestellung zur selbstständigen Erledigung derselben durch die lieben Kinder.

Schauspielerinnen’s Hintern (38)

pel jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

   Dies ist nur als kleiner Zwischenbeitrag gedacht, darin möchte ich über Schauspielerinnen schreiben, die mir von ihrer Erscheinung her aufgefallen sind, die ich für attraktiv halte und denen ich gerne ab und an im TV zusehe. Ich wollte mich dabei eigentlich mehr an den Titel des Blogs halten, doch bei meinen Vorgedanken bin ich immer wieder abgedriftet, habe mich an den Gesichtern orientiert und den Hintern nur nebenher bedacht. Ausnahmen habe ich natürlich auch schon in ein früheren Blog genannt, Julia Stinnshoff und Sofie Grabol habe ich genannt und deren Po ich immer noch für außergewöhnlich attraktiv halte.

    Unter meinen liebsten Charakterschauspielerinnen möchte ich demzufolge Rita Russek nennen, deren Theater ich besonders gerne beiwohne. Das liegt für mich an ihren erfrischenden, etwas burschikosen und dabei trotzdem absolut ladyliken Rollen. Aber auch in verschiedenen Talkshows kommt vieles von ihren Filmcharakteren herüber, ausdrücklich positiv!
Bei ihr kann ich über die Figur wenig sagen, denn diese spielt in ihren Rollen entgegen ihrem Aussehen meist keine hervorgehobene Rolle und ist selten zu sehen.

    Bemühe ich mein Gedächtnis und gehe in Gedanken mal so die Filme und die darin vorkommenden Darstellerinnen durch, so fallen mir z.B. Menschen ein, wie:

Lisa Martinek (Figur und Augen)

Sandra Bullock (Gesicht und Haare)

Nastassia Kinski (Gesicht, Figur und Haare)

Valerie Niehaus (Gesicht und Figur)

Desiree Nosbusch (Mund und Figur)

Susanne Bormann (Figur und Augen)

Heike Makatsch (Augen und Gesicht)

Sophie Marceau  (Gesicht und Haare)

Ann-Kathrin Kramer   (Gesicht und Augen)

Judith Richter   (Figur und Hintern)

Martina Hill  (Augen und Hintern)

…und so weiter,…

    …denn der Geschmack der Zuseher ist natürlicherweise so weiträumig, wie es Menschen gibt. Diese o.g. für meinen Geschmack überdurchschnittlich gutaussehenden Darstellerinnen haben für mich jede auf ihre Weise eine besondere Ausstrahlung. Hervorgehoben habe ich für meinen persönlichen Geschmack jene Äußerlichkeiten, die ich oben in Klammern gesetzt habe. Sicher sind es nicht nur diese in Klammern gesetzten Äußerlichkeiten, es ist viel mehr, denn gerade im Film spielt die Bewegung des Menschen eine herausragende Rolle.

    So hat jeder Mann seine und jede Frau ihren Typ Schauspieler/in, der oder die ihm oder ihr als attraktive Erscheinung gilt. So habe ich dies nur als kleines Zwischenspiel für zwischendurch gepostet.

pel2 jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie