Zwecklose Schönheit? ( 138 )

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Mies Vandenbergh Fotografie

 

Kürzlich las ich in „Kallias“ von Friedrich Schiller über die Befreiung vom Zweck der Schönheit, damit die Schönheit durch das Fehlen jeglicher Zielgerichtetheit überhaupt erst zum Tragen käme.Das greife ich mit großer Begeisterung auf und führe diesen Gedanken gerne weiter.

Was bedeutet es, wenn Schönheit zielgerichtet ist? Dazu bedarf es einiger Vorüberlegungen. Nehmen wir an, ein Ding, ein Wesen ist existent. Woher auch immer, was auch immer, das soll bei dieser Betrachtung unerheblich sein. Dieses Wesen oder dieses Ding besitzt Schönheit. Zunächst soll es unabhängig nur bestimmt sein, einmal, für wen diese Schönheit existiert, und zum andern, was genau Schönheit beschreibt. Als Adverb könnte genauso hässlich hergenommen werden, oder eine für uns Menschen nicht wertende Beschreibung wie zum Beispiel „groß“ sein. Etwas besäße Größe! Es soll auch nicht näher bestimmt werden, worin sie zu erkennen wäre. Davon gehe ich zunächst als Prämisse aus. Folglich kann Schönheit –oder eine beliebige Eigenschaft– eine Wirkung nur dann haben, wenn ein Empfänger zugegen ist, dem diese Wirkung zu Teil wird. Das Kausalitätsprinzip wirkt entsprechend. Genau zu diesem Zeitpunkt greift die eingangs erwähnte Fragestellung, nur mit dem Unterschied, dass diese Wirkung einem Zweck dienen kann oder eben nicht.

Ich stelle die Frage, ob die angenommene Schönheit einem bestimmten Rezipienten als Schlüsselreiz dient oder ob die Schönheit da ist und keinerlei Wirkung auf den Empfänger ausübt (außer ihrer Erscheinung und Erkenntnis selbst). Angenommen, die Schönheit tut dies nicht, ist in keinster Weise zielgerichtet, wie würde es der Schönheit gerecht werden, und sie überhaupt erkannt werden? Gibt es Schönheit, wo sie nicht wirkt, kein direkter Sinn erkennbar ist? Wer nähme sie wahr, wenn sie doch frei von einem direkten Bezug sind?

Dass es wahr ist, wir in der Tat Schönheit erkennen, obwohl sie nicht direkt mit einem Zweck für unsere Existenz verknüpft ist, das ist jedem Menschen geläufig. In wie weit es dabei zu Parallelen kommt, zu Abläufen, die durch bestimmte Reize -durch unsere Sinne aufgenommen- in unserem Gehirn umgemünzt werden, und bestimmte Belohnungszentren heimlich doch bedient werden, das liegt auf dem Gebiet der Neurowissenschaft. Wir erkennen Schönheit wieder, Muster aus unserem Gedächtnis passen auf das Erkannte, wir erfreuen uns daran. Der entsprechende Bereich unseres Gehirns produziert Hormone, die in uns ein Gefühl erzeugen, das oberflächlich als erhaben, warm oder begeisternd beschrieben werden könnte.

Durch den Menschen erkannte Schönheit, die frei von Zweck ist, hat nach Schiller, wie ich ihn verstanden habe, erst die eigentliche, wahrhafte Bedeutung des Begriffs. Vielmehr ist er eigentlich frei von jeder Begrifflichkeit, denn in dem Moment, in dem ein bestimmter Begriff, der sich stets durch einen Sinn erklärt, zum Tragen kommt, hat das Ding oder Wesen die wahre Schönheit bereits verloren.

Am ehesten lässt sich dieser Zustand mit dem Szenario beschreiben, wenn uns vor Schönheit der Atem stockt, uns die Worte fehlen, wir sprachlos sind. In diesem Moment stellt sich die Frage nach einem Sinn und Zweck des Erkannten nicht. Eine Erläuterung erfolgt frühestens dann, wenn sich der erste Eindruck der Schönheit relativiert hat, unser Geist die sinnlichen Informationen von unseren Gefühlen übernimmt.

Als Beispiel mag eine Sequenz aus der „Carmina Burana“ von Orff oder die „Morgendämmerung“ von Sibelius hergenommen werden, diese Musik, die frei von Zweckdienlichkeiten uns eine Gänsehaut über den Nacken aufkommen lässt. Die Schönheit manifestiert sich in einer Abfolge von Tönen, im Prinzip willkürlich zusammengestellter Instrumente, die willkürlich aus mehr oder weniger natürlichen Materialien zusammen geschustert wurden, Materialien, die in ihrem Rohzustand, wie auch prinzipiell in ihrem vollendeten Zustand im Bezug zur Musik jeder Schönheit entbehren. Nicht dass ein Cello oder eine Oboe nicht auch schön sein könnte, davon soll hier nicht die Rede sein, doch für die Musik ist es erst einmal Faktum. Geht es aber um den Klang, dann ist es von absoluter Bedeutung, nämlich die Schönheit der Töne hervorzubringen, nur darauf kommt es an. Hier sei nur der Vergleich eines orchestralen Werkes zu einem Stück eines Digery Doo gestattet, welches gleichsam in der Lage sein kann, durch den virtuosen Könner bespielt, beseelte Töne von wunderbarer Schönheit hervorzubringen. Und wie viele Menschen aus unserem westlich geprägten Kulturkreis würden ein ausgehöhltes, geschmücktes Stück Eukalyptusholz als schön bezeichnen?In jedem Falle ist der Zuhörer ergriffen von einer Schönheit der Töne, die vordergründig frei von Sinn und Zweck für seine Existenz zu sein scheint.

Ähnliche Gedanken könnte man spinnen, wenn man einem Gemälde von Caspar David Friedrich oder William Turner gegenüber steht. Vielleicht wäre es ein ähnliches Gefühl der überwältigenden Schönheit, stünde man an den Orten, die den Künstlern als Motiv dienten. So erging es mir zumindest, als ich ähnliche Bilder bei meinem Besuch der Insel Rügen vorfand, ohne näher darauf einzugehen, in wie weit Friedrich die Natur idealisierte. Ist diese Schönheit nicht frei von Sinn und Zweck, so wie der Blick auf die Wasserfälle von Iguaçu oder die fallenden Seen von Plitvice?

Wie aber ist die Schönheit zu betrachten bei einem surrealistischen Gemälde von Dali oder (für mich) noch abstrakter bei einem Gemälde von Kandinski oder Klee? Gehe ich noch weiter ins (für mich) ganz Abstruse, zu einem Fettfleck von Joseph Beuys in der Düsseldorfer Kunstsammlung! Für eine Reinigungskraft war sicher keine Schönheit zu erkennen, sonst hätte sie sich sicher nicht an die Beseitigung des „Kunstwerkes“ gemacht. Finden wir darin -sicher befreit von jeglichem Sinn und Zweck- eine Schönheit wieder, die uns in einer bestimmten Form anspricht, erhebt oder erstaunen lässt? Die Antwort liegt in diesem Falle beim  Betrachter.

Die Frage, ob es stimmt, dass die vom Zweck befreite Schönheit als die eigentliche Schönheit angesehen werden sollte, oder ob ein Sinn eines Wesens oder einer Sache seine Schönheit nur vermindern oder gar noch verstärken kann, diese Frage kann jeder für sich selbst beantworten, wenn er sich die Zeit dazu nehmen mag. Ich bin da noch zwiegespalten, sehe ich doch für mich eindeutig eine wunderbare Schönheit im Körper (wie im Geist) eines Menschen, eine Schönheit, welche in keinster Weise frei von Sinn und Zweck (für mich) ist!

 

Warum ist ein Baum schön? (132)

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Warum ist der Tiger schön, obwohl er nicht direkt für die Arterhaltung des Menschen von Bedeutung ist? Warum findet der Mensch Dinge außerhalb des Menschen schön? Davon berichte ich in diesem Beitrag.

Ich gehe davon aus, dass Schönheit für den Menschen in erster Linie beim Menschen zu finden ist. Unsere Spezies ist in höchstem Maße an sich selbst interessiert, wir lieben es schöne Menschen anzusehen, ganz gleich, ob im Fernsehen, Internet, in Zeitschriften oder life! Was es ist, das uns am Menschen bezaubert, habe ich mehrfach hier im Blog beschrieben, ob es ein Gesicht, ein Körper, nur ein Körperteil, z.B. der Hintern oder auch die Haare sind, bestimmt oft die gesamte Erscheinung des Menschen, es finden sich alle Vorlieben wieder, die möglich sind.

Bei der Suche der Forscher nach den Ursachen für die Verzauberung beim Anblick der menschlichen Wesen werden viele verschiedene Hypothesen bemüht. Von der Evolutionstheorie, die die Arterhaltung als Grundlage ansieht, die sich dabei wiederum in verschiedene Richtungen orientieren, über die Gute-Gene-Theorie, bei der die Schönheit durch das Vorhandensein von guten Erbanlagen ihren Ausdruck findet, weiter über die Hypothese vom gesunden Menschen, dessen Schönheit als Indiz für fehlende Krankheiten gewertet wird, bishin zu Vertretern einer Hypothese, die die Schönheit nur als Ausdruck einzelner, kultureller Ausdrucksformen betrachtet.

Allen gemein ist das Fehlen einer Erklärung für ein Phänomen, das schon Darwin in Erklärungsnot brachte: warum finden wir Menschen auch andere Dinge schön, Dinge, die nichts mit uns Menschen direkt zu tun haben? Aus der Erkenntnis heraus, das der Mensch höchstwahrscheinlich ein Wesen ist, welches auf Formen und Kontraste in höchstem Maße reagiert ist ein erster Ansatz beschrieben worden.

Was finden wir schön an den Flügeln eines Schmetterlings? Was finden wir schön an den gefrorenen Wassermassen der Niagarafälle, die kürzlich zu bewundern waren? Was finden wir schön an einer wohlgeformten Autokarosserie wie der der Corvette oder eines Porsche? Was ist für uns schön am Ausdruck eines Paradiesvogels oder am Flug des Adlers? Was auch fasziniert uns an der morbiden Schönheit einer grünen Baumschlange oder einer Agame, die mehr einem Drachen im Miniformat aus urigen Vorzeiten gleicht? Ist es das gleiche, was uns an sanft verlaufenden Tälern im zarten Nebel der frühen Morgenstunden bezaubert oder das Segelboot, welches elegant durch die Wellen der Ozeane und Meere gleitet?

Wir sehen, nicht nur der Mensch löst in uns das tiefe Empfinden von Schönheit aus, auch ein Gemälde von Dali oder auch Kandinski erweckt in uns die Sinne wie auch eine Skulptur von Rodin es vermag. Gibt es nun dafür weitere Erklärungen? Woher unser Gefallen an Farben aller Couleur? Sind es tatsächlich die Formen und Kontraste, die uns im inneren unseres Verständnisses im Entferntesten an die Formen und Linien unserer menschlichen Körper erinnern, wie es ein Erklärungsversuch aus den 1990er Jahren beschreibt? Ich finde auch dieses Feld der Schönheitsforschung spannend und einer weiteren Verfolgung wert. Der Leser selbst mag sich vielleicht die Frage stellen, woher sein persönliches, individuelles Empfinden für Schönheit bestimmter Dinge außerhalb seines Körpers und seiner Seele rührt. Vielleicht begeben wir uns auf eine spannende Reise zu uns selbst…

Super Skinny Jeans (100)

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Was macht frau oder man nur mit dem Handy, wenn sie oder er keine Handtasche, Bag, Jacke, Mantel, Tasche mit oder an hat, aber das Handy nicht die ganze Zeit in der Hand halten will? Oder manchmal auch das Portemonnaie! Da bietet sich folgerichtig eine Tasche an, die fast immer dabei ist, die Gesäßtasche, oder?

Ich möchte hier und jetzt für all die jenigen eine Lanze brechen, die das Telefon oder die Geldbörse in der Hand halten und NICHT in die Gesäßtasche pressen.

Über Formen und Aussehen habe ich hier schon einiges geschrieben, daher wird der aufmerksame Leser sich schon fast denken können, was ich dazu wohl empfehle! Warum kaufe ich solch eine enge Jeans, suche sie zuvor in straparziöser, zeitraubender Weise aus, mit dem immerwährenden Ziel, eine gute Figur darin abzugeben, wenn ich dann -zumindest an der Stelle des Hinterns- alles zunichte damit mache. Ich trage mit dem Mobiltelefon eine eckige Beule an meinem Po zur Schau, die prinzipiell nur noch durch ein Portemonnaie übersteigert werden könnte, oder ich trage gar die Geldbörse auf der anderen Seite.

Nicht nur die Bewegungen erfahren dadurch eine Disharmonie, auch im Stillstand erleidet die so ausgeklügelt durchdachte Form der beispielsweise 501 Schiffbruch. Es wird auch nicht besser, wenn der Verursacher der Verformung halb herausschaut und seinen Stall preisgibt, weil der Besitzer sich mit seinem Besitz von der Masse der Phone-User abzuheben meint.

Doch weit gefehlt, denn ob ei-n Phone von der einen Firma oder eins aus der anderen Galaxis, unterscheiden werden sich die Besitzer mehr durch den Inhalt des Wortschwalls, der durch sie hindurch posaunt wird, in der Gesäßtasche jedoch führen sie alle in ein Dasein als Stil-Bruch-Ikone!

Alles in allem ist es natürlich kein Weltuntergang oder Beinbruch, es ist nur meine Meinung zu den Gepflogenheiten der Zeit, insbesondere als ein Zeichen der Attraktivität und Schönheit, unserer Wirkung unseres Aussehens, und all dem, was wir bereit sind, dafür zu tun. Und das ist eine ganze Menge!

Schönheit liegt NICHT im Auge des Betrachters, Teil 3 (95)

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Im 3. Teil möchte ich der Frage nachgehen, in wie weit wir Abweichungen vom Schönheitsideal mit anderen Vorzügen ausgleichen können, wenn man danach überhaupt fragen möchte. Versuche ich es mal. Vom Aussehen des Durchschnittsmenschen sind die Mehrheit der Menschen mehr oder weniger weit entfernt. Dabei kann die Abweichung in die eine sowie die andere Richtung der Attraktivitätsskala ausschlagen.

Für die erste Begegnung mit einem anderen Menschen zählt fast nur unser Aussehen. Dazu gehört noch unsere Mimik und Gestik. Liegt dabei nicht etwa ein grober Makel vor, aus einer Krankheit oder einem genetischen Defekt, einer Essstörung oder einem Unfall, so haben wir alle Chancen, den Menschen vorbehaltlos kennen zu lernen. Es kommt dann auf unser Wesen, auf unseren Charakter und unsere Ausstrahlung an.

Weichen unsere äußere Erscheinung, unser Aussehen in den Proportionen, unsere Größe und unsere Haltung jedoch in erkennbarer Weise von einem durchschnittlich attraktiven Menschen ab, so verlieren wir einen Bonus, der dem schönen Menschen im Voraus stets gewährt wird, wie viele Studien es belegen.

Um einen anderen Menschen näher kennen zu lernen, bedarf es dann einer besonderen Situation. Davon gibt es unzählige, doch diese zu beschreiben würde den Beitrag überfrachten. Gibt es ihn, d.h. gerate ich in solch einer Situation an einen fremden und gleichzeitig interessanten Menschen, scheint mein Aussehen dann nur sekundär zu sein? Oberflächlich neigt der ein oder andere diese Frage schnell zu bejahen. Doch ich möchte das hier explizit in Frage stellen. Da ich an dem Punkt zumindest über den Status der optischen Einschätzung hinaus zu sein scheine, so spielen in diesem Moment Dinge wie etwa die Stimme, unsere Wortwahl, unser Wissen, unsere innere Ruhe, unsere innere Wärme eine richtungsweisende Rolle.

Doch der Moment wird unweigerlich kommen, an dem wir angeschaut werden. Spätestens dann kommen die unvermeidbaren Einschätzungen des Anderen, immer und sicher. Und an genau diesem Punkt wird die eingangs gestellte Frage beantwortet, nämlich: Können meine Charaktereigenschaften meine optischen Defizite – die ich willkürlich unterstellt wissen möchte – ausgleichen?

Das wird im Einzelfall durchweg individuell entschieden, doch in der theoretischen allgemeinen Betrachtung unter Berücksichtigung von differenzierten Forschungsergebnissen verhindert ein optischer Mangel häufig eine weitergehende, vertiefende Beziehung, häufiger als ein entsprechend wertiger Charaktermangel. Eine Folge vom optisch geleiteten Wesen Mensch?

Ich möchte hinzufügen, dass es dabei natürlich wesentlich auf die Intention der Begegnung ankommt, sowie auf die emotionale Reife der Beteiligten. Ich gehe in meiner Betrachtung grundsätzlich von einem informellen Kennenlernen aus. (Interessant finde ich dabei unsere versteckten Antriebe und wie sie in uns wirken.)

Die eingangs gestellte Frage ist damit rudimentär, es ist für mich schwer abzuleiten, ob aus der Summe der Einzelfälle eine These entwickelt werden kann, welche einer statistischen Auswertung stand halten könnte. Ich nehme für meine Einschätzung die Erfahrungen meiner befragten Freunde und Bekannten, damit sind meine Ergebnisse nicht repräsentativ, nur tendenziell.

Ich komme durch die Befragungen also zur Tendenz, dass bestimmte, deutliche Defizite nur sehr schwer ausgeglichen werden können. Besonders interessant erscheint mir dabei die Tatsache, dass auch weniger deutliche Defizite durch unterschwellig wirkende Mechanismen in uns als Betrachter zu Dissonanzen führen können, die sogar letztendlich in der Lage sind, eine Beziehung zu verhindern. Diese Mechanismen zu ergründen wäre noch eine spannende Aufgabe.

Und dennoch. Die Realität schreibt häufig eine andere Geschichte. Da sich unser Aussehen wie auch unser Charakter im Laufe unseres Lebens kontinuierlich verändern und entwickeln, finden sich fast immer Menschen, die diese Entwicklung reflektieren und uns, den anderen Menschen, als Einheit verstehen und auch in dieser Weise auf ihn eingehen können. Notwendig dafür ist nur die Zeit. An ihr, so ist zu hoffen, sollte es uns nicht mangeln, d.h. wir sollten sie uns nehmen!

SAILING TIME WITHOUT ALL MEDIA, JUST WIND…

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H O L I D A Y S – SAILING IN THE NETHERLANDS 🙂 🙂 🙂 Zum Beginn meines Urlaubs ein Zitat des Biologen Osche, 1979: „Die Ausbildung eines stark ausgebildeten, prominenten Gesäßes ist somit ein menschliches Artmerkmal, das allen anderen Primaten fehlt. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass es auch als optisches Signal dient: Durch das subcutane Fettpolster noch zusätzlich betonte weibliche Gesäß wirkt bei allen Menschenrassen als sexueller Auslöser. Bei den Hottentotten ist es als Rassenmerkmal besonders stark entwickelt. Auch die Frauenplastiken Palaeolithiker (Venus-Statuen, 30 000 Jahre alt) sind durch eine besondere Betonung der Gesäßregion ausgezeichnet…“ EINE SCHÖNE SOMMERZEIT AN ALLE WORDPRESS SCHREIBER UND LESER, bis in 3 Wochen. Have a nice summertime, live your life, be careful and often, one smile says more than a thousand words MIES VANDENBERGH

Komplimente (89)

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Ein Gefühl der Bestätigung, ein Kompliment für das Aussehen, etwas, das in diesem kurzen Moment der Begegnung überhaupt möglich ist, ein Moment kaum länger als ein Blick oder ein flüchtiges Lächeln. Ein Mensch, schön anzusehen, schreitet entlang der Straßencafes, gefühlte tausend Blicke folgen, sehen gerne hin, denn die Menschen schauen gerne auf das Schöne.

Fühlen sich manche der so angesehenen Menschen unwohl, so erfahren viele andere eine Bestätigung für ihr Aussehen. Sie werden gerne angesehen, ihnen gefällt es, wenn die Menschen ihnen nachsehen. Es ist, so scheint es, als wäre es der Aufwändigkeiten Lohn, deren die attraktiven Menschen sich bedienen. Von körperlichen Aktivitäten im Bereich der Fitness, durch die Nutzung von Cremes und Peelings, von Verzicht auf bestimmte Nahrung und Verwendung bestimmter körperunfreundlicher Bekleidung.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die ohne zutun eine große Attraktivität innehaben. Ihnen erginge es auf dem Wege vorbei an den Straßencafes genau so, wie der zurechtgemachten Person. Die Frage aber wird sein: Wird es diese Person ähnlich genießen, so betrachtet zu werden, wie der zurechtgemachte Mensch? Die Betrachter sind auf der ganzen Welt stets die gleichen. Was empfinden die Schönen, die sich meist von Beginn ihres Lebens an den Schönheitsbekundungen der Mitmenschen gegenüber sehen? Wie neu kann es jedes mal sein, wegen sich ihre Erscheinung in den Augen der anderen Menschen wieder spiegelt?

Ungeachtet der Antwort ist festzustellen, dass es nicht darauf ankommt, ob es gefällt oder ob es jemand gewohnt ist oder nicht. Es ist vielmehr die Frage von Interesse, in wie weit es überhaupt sein kann oder sein darf, dass Menschen immerzu gutaussehenden Geschöpfen nachsehen, sie gerne ansehen. Woraus entstand diese Passion? Was ist es, dass uns Menschen immer wieder dazu verführt, hinzusehen, wenn wir etwas Schönes erblicken. Ist es außer dem Menschen, der durch seine betörende Schönheit die Augen auf sich zieht, auch ein schönes Tier, eine schöne Pflanze, ein schönes Gebirge oder Haus, oder sonst etwas schönes, so liegt der Gedanke nicht fern, dass es das Gefallen an sich ist, was uns antreibt.

Zurück zur anfänglich gestellten Frage. Was erwirken diese Blicke auf die besondern Menschen? Wie wirken sie auf jene, die es genießen und auf jene, denen es unangenehm ist? Aus diversen Forschungen ergaben sich recht eindeutige Ergebnisse, die zwar nur stark verallgemeinerte Erklärungen zulassen, doch in ihrer Tendenz in eine klare Richtung weisen: in der Mehrzahl der Ergebnisse wurde neben einer gewissen Gleichgültigkeit ein deutliches Wohlwollen ermittelt.

Dabei waren die Grenzen recht eng gefasst, es ging nur um den etwas längeren Blick. Ausgeschlossen wurde bei diesen Befragungen andere Arten von Schönheitsbekundungen, die über das Maß der längeren Blicke hinaus gehen. Dabei wurden gleich die Attribute aufdringlich, unangenehm oder nervig benannt.

Heißt das anschließend, es ist grundsätzlich erwünscht, das hübsche Menschen angesehen werden, oder geht es zu weit, und es sollte nicht so sein und es erscheint nur aufdringlich? Ein Blick unter Menschen ist sicher noch nicht befremdlich, und wir sehen uns gern an. Auch ein längerer Blick kann angenehm sein. Nur längeres Hinsehen wird laut den Befragungen nicht immer positiv empfunden, nur ein Lächeln kann die Situation soweit auflockern, als dass es unter fremden Menschen zu einer freundlichen Schwingung führt.

Der gestylte Hintern (27)

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In einem Beitrag der Zeitung „Die Welt“ wurde das Thema „Chirurgische Eingriffe“ in Sachen Popo aufgegriffen. Berichtet wurde über die steigende Tendenz, sich den Hintern mithilfe der plastischen Chirurgie zu formen. Interessant ist dabei , dass der Hintern in der Mehrzahl der Operationen vergrößert wurde. Diese Art Eingriff in die Proportionen des Menschen sehr ich als einen der stärksten an. Gegensätzlich dazu halte ich  z.B. das Tragen von engen Jeans, die es mittlerweile als Push-Up Jeans für den schöneren Popo gibt, als den kleinsten der formgebenden Eingriffe in die eigene Körperform. Deutliche Unterschiede gerade im Ansehen des Hintern kann ich im Freibad feststellen, wenn sich ein Mensch eine Jeans auszieht und die Badebekleidung übernimmt die Optik. Manchmal ist es ein großer Unterschied.

Wenn man so möchte könnte der Sport auch als Beitrag zur Verschönerung des Hinterns gezählt werden, neben natürlich der förderlichen Wirkung auf die Gesundheit und Fitness allgemein. So gibt es vielfältige Übungen für die Formung des Hinterns, die ich an anderer Stelle im Blog beleuchten möchte. Wenn ich  die Zahl von 5000 Po-Veränderungen betrachte, so drängt sich mir die Meinung auf, dass es in unserer Gesellschaft zu einer starken Gewichtung der Schönheit gekommen ist. Nicht dass dies eine Erfindung unserer Zeit wäre. Die Schönheit war schon weit vor unserer Zeit ein vielbeachtetes Thema, nur die Wege die vermeintliche Schönheit zu erreichen hat sich der Neuzeit angepasst. Wenn man von den in den im o.g. Artikel beschriebenen Operationen absieht, so komme ich zu der Ansicht, dass die Schönheitsoperationen heutzutage in ihrer Menge und Reichweite eine bisher nie dagewesene Stellung einnehmen. Dabei sind noch die wenigsten Eingriffe dem Hintern gewidmet.

Wird nun die Fragestellung aufgeworfen, ob es sich bei der Anzahl und Arten der Schönheitsoperationen um eine gesellschaftliche Entgleisung handelt, so mag dieses jeder für sich beantworten. Ich stelle diese Frage in Bezug auf die Wahrnehmung der Werte in unserer Gesellschaft. Selbst wenn ich mich hier mit dem Hintern als einem für mich sehr anziehenden Körperteil beschäftige, so breche ich den Menschen sicher nicht herunter auf ein Wesen mit einem Hintern und „…was sonst noch dazu gehört…“, sondern natürlich als ganzheitliches Wesen. Weiter aber nun mit diesem ganzheitlichen Wesen, welches sich das ein oder andere richten lässt. Was verleitet den Menschen dazu, sich unter´s Messer zu legen und zwar nicht aus offensichtlicher Not, sondern für eine bessere Optik? Studien kamen zu dem Ergebnis, dass es neben dem Aussehen ein entscheidend wichtiger Punkt für die Psyche des Jenigen ist, was bedeutet, dass die gesteigerte Attraktivität für ein erhöhtes Selbstwertgefühl steht. Dass ein solches gesteigertes Selbstwertgefühl zum Wohlbefinden in allen Lagen beiträgt, dürfte unumstritten sein.

Als Binsenweisheit gilt mittlerweile ebenso die Erkenntnis, dass es schöne Menschen im Leben einfacher haben, als weniger schöne Menschen. Demnach müssen sie ihre mangelnde Attraktivität durch andere Vorzüge ausgleichen, um ähnliches zu erreichen, wie ein schöner Mensch. Auch das ist ins Bewußtsein der Menschen eingedrungen. Heißt es aber im Umkehrschluss, dass ein nicht so attraktiver Mensch niemals das erreichen kann, was ein schöner Mensch mit Leichtigkeit erreichen wird? Mitnichten, denke ich, und die Realität beweist es mir immer auf´s Neue. Die Mehrzahl der erfolgreichen Menschen ist zwar erwiesenermaßen weiter oben auf der Attraktivitätsskala, dennoch spielen dabei viele weitere Eigenschaften, wie z.B. Charisma und Ausstrahlung eine entscheidende Rolle, das läßt sich ebenfalls leicht feststellen.

Bei der weiteren Suche nach dem Grund für eine Schönheitsoperation kann ich einen Schritt zurück machen und die Sache von einer anderen Seite betrachten: Der Mensch denkt: Ist mein Busen gross genug, ist mein Po zu klein, sind meine Oberschenkel straff und meine Beine lang genug und gerade, ist meine Taille schmal, ist meine Schulter breit genug, ist mein Bauch ein Waschbrett, oder muß ich etwas tun? Vielleicht eine Schönheits-OP oder eine Fettabsaugung hilft mir weiter? Habe ich die Geduld es mit Sport zu tun? Kann ich mit Kleidung einiges richten?

Lasse ich die monetären Gründe mal weg, so spielt in unserer Gemeinschaft die Zeit eine völlig überbewertete Rolle! Also kommt nur die OP in Frage, denn da habe ich die Ware sogleich in Händen und muss nicht darauf warten oder dafür sparen! Schnelllebigkeit in vielen gesellschaftlichen Bereichen tut ihres dazu, denn die Menschen werden immer jünger, die sich einer OP unterziehen. Dem allgemeinen Schönheitswahn unterlegen denkt der moderne Mensch über die Zeit nach und meint, dass es sich schon bald nicht mehr lohnen, schön zu sein, wenn er nämlich „zu alt“ ist. Weiter auf der Suche nach den Gründen für eine OP in Sachen Gesäß stoße ich auf die gesundheitliche Seite. Brittische Forscher haben ermittelt, dass es der Gesundheit durchaus zuträglich ist, wenn der Hintern etwas dicker ist. Nicht nur, dass der etwas dickere Hintern nun auch der attraktivere ist, nein, auch der gesündere ist er. Deshalb wird aber kein Mensch eine Hinternvergrößerung erwägen. Dabei geht es in erster Linie um die Form und die Proportion des Popos. Die Techniken der Fettabsaugung und Gewebetransplantation führen schließlich zur Formveränderung. Eine Umfrage des BR ergab folgendes Bild: „Was ist Ihnen am wichtigsten: Erfolg im Beruf, ein befriedigendes Liebesleben oder 5 bis 8 Kilo abzunehmen? Auf diese Frage hat die Mehrheit der Frauen in einer Studie geantwortet: Sie wollen am liebsten dünner werden. …“ Diese Gewichtung deutet auf die allgegenwärtige, hohe Relevanz des Aussehens hin. Dieses Ergebnis deute ich als Indiz für die Ernsthaftigkeit, mit der wir den Kult des Körpers und Körpergefühls vorantreiben. Es belegt die steigende Nachfrage nach den Schönheits-OP. Wichtiger noch als diese Bestandsaufnahme ist die Erforschung der Ursachen dafür! Einen kleinen Beitrag möchte ich hier demnächst leisten, der sich jenseits von Arterhaltung mit bestmöglichem Erbgut und Vorbilder der Medien befindet. Ich möchte gerne auf die menschliche Psyche eingehen, im Zusammenhang mit der Gesellschaft, die für mich als verkappter Revoluzzer immer ein Thema sein wird. Für Anregungen, Tipps und konstruktive Kritik bin ich immer dankbar!