Grundbedürfnis des Menschen: Partnerschaft Teil 1 (133)

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Sexualität und Partnerschaft stellen Grundbedürfnisse des Menschen dar. Was unternimmt der Mensch, um diesem Bedürfnis nachzukommen?

Von je her stellt sich die Frage nach der Organisation des Gemeinschaftslebens. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach den konkreten Ausprägungen und Verhaltensweisen, die zur Befriedigung dieses elementaren Grundbedürfnisses eingesetzt werden. Hierbei gilt der erforschende Blick nicht allein dem Einfluss von Aussehen und Attraktivität, hat doch das Verständnis von Liebe, diesem universalen Gefühl, jenen bedeutsamen, noch entscheidenderen Einfluss auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Doch dies stelle ich an dieser Stelle bewusst zurück.

Meine Betrachtung gilt den Unternehmungen, die der Mensch vollzieht, um diesem essentiellen Grundbedürfnis nachzukommen. Wie schon in meinen Artikeln zuvor lasse ich verschiedene Ergebnisse aus der Verhaltensforschung mit einfließen. Für mich als Neuling auf diesem Gebiet ist es spannend zu erkennen, mit welch profanen Mitteln der Mensch in größtem Maße selber beeinflusst und genau so beeinflussbar ist.

Was wollen wir? Die wenigsten Menschen wollen ein Leben in Einsamkeit. Zur Einsiedelei scheint der Mensch nicht geschaffen, ist er doch ein höchst kommunikatives, soziales Wesen. Mit größter Aufmerksamkeit nehmen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Sinnen den gegenwärtigen Vertreter unserer Spezies wahr. Millionen von Synapsen veranstalten ein Feuerwerk von Reizübertragungen in den Moment, an dem wir den Menschen gegenüber auch nur ansatzweise wahrgenommen haben.

Sofort läuft in uns ein Programm zur Vergleichsanalyse ab. Kenn ich mein Gegenüber? Freund oder Feind? Kind oder Erwachsener? Frau oder Mann? Auf der Flucht oder Flaneur? Mich wahrnehmend oder abwesend? Wie riecht er? Wie hört er sich an? Diese und viele andere Fragen werden in diesem Augenblick beantwortet. Allein durch unseren wahrnehmenden Blick und die Verarbeitung in unseren Gehirnregionen erschaffen wir uns schneller ein Bild des Menschen, als er sich uns gegenüber positionieren könnte. Es ist folglich nicht sein Bild, das wir empfangen, es ist nicht so, wie er ist, sondern wir erfahren unser eigenes Bild von ihm. Wir versuchen diesem Menschen ein Wesen zuzuordnen, damit wir ihn einschätzen, vor allem aber ihm in für uns sicherer Weise begegnen zu können. Wir ordnen ihn ein in ein Schema, denn der Mensch strukturiert und ordnet unentwegt, unser Gehirn versucht in jeder Sekunde unseres Daseins alle Reize, die wir empfangen, die nicht aussortiert werden, in einen bekannten Zusammenhang einzuordnen. Das tun wir deshalb, damit wir der Flut der Reize standhalten können.

Sind wir offen für neue Kontakte, aus welchem Grunde auch immer, so senden unsere Antennen (Gestik, Mimik, Blicke und Verhalten…) dies beständig aus. Dabei empfängt unser Gegenüber dann diese Signale, wenn er selbst seine Empfangseinrichtung bereit stellt, sozusagen online ist.

Es gilt auch hier das Prinzip der Reizintensität. Erfolgt eine Reizüberflutung in Form von Menschenmassen, so sind wir selten in der Lage, darauf in angemessen individueller Art und individuellem Umfange zu reagieren. Es kann -im Gegensatz dazu- sogar dazu führen, dass eine Gruppe von drei Menschen schon eine schier übermächtig große Menschenmasse darstellt!

Im Punkte Partnerschaft, um darauf zurück zu kommen, geht es um die Verbindung zweier Menschen zu einer Zweierbeziehung. Gruppenkontakte stehen auf einem anderen Blatt. Ist ein Mensch nicht in einer festen oder losen Partnerschaft liiert, so begibt er sich früher oder später, manchmal bewusst, manchmal auch unbewusst auf die Suche nach einem passenden Partner. Er sendet Signale aus, die auf einen ebenfalls suchenden Menschen wirken. Dabei ist es oft nicht von Bedeutung, ob der Mensch in einer Beziehung lebt oder nicht. Auch in einer Lebensgemeinschaft können die beteiligten Personen einsam sein und auf der Suche nach einem anderen Menschen sein. Die Suche findet in diesem Falle zunächst eher unbewusst statt.

Bei all den Signalen, die wir empfangen, unterliegen Veränderungen einer bestimmten Intention, die kulturübergreifend so profan wie einleuchtend ist: die Signale sind dazu da, Möglichkeiten und Gelegenheiten zu schaffen, einen passenden Partner für sich zu finden und zu gewinnen. Abkömmlinge der Veränderungen haben Namen wie „Macht“, „Geltungsbedürfnis“ oder „Gier“, um nur einige zu benennen. Diese werden auch dazu eingesetzt, um eine gerichtete Aussenwirkung zu erzielen.

Ein Fazit liegt damit nahe. Der Mensch startet eine Reihe von Aktionen, um einen Partner zu finden. Diese Aktionen können einfacher Natur sein, wie zum Beispiel das kämmen der Haare, oder da tragen bestimmter Kleidung. Doch auch aufwändigste Dinge gestalten wir, um einen seinem Anspruch gerecht werdenden Partner zu finden, das kann die eigene Karriere sein, die Definition über seinen Besitz in Form von Haus, Auto, Schmuckstück oder Schiff sowie die Gestaltung seines Körpers mit allen möglichen Mitteln. In wie weit der Erfolg uns recht gibt, das möchte ich in Teil II beschreiben.

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Der Preis der Schönheit (124)

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Wieviel Lebensenergie stecken wir in die Erreichung der Ziele, die vornehmlich der Schönheit und unseren Äußerlichkeiten dienen? Damit beschäftigt sich dieser Artikel, und dazu finden sich einige sehr spannende Statistiken!

I like beauty! Diesen Satz könnte wohl nahezu jeder unterschreiben. Ich mag das Schöne! In jeder erdenklichen Form bevorzugen wir das Schöne. In jedem Wesen, in jedem Ding suchen wir den Zauber, der unsere Augen strahlen lässt. Auch wenn wir selbst nur durchschnittlich erscheinen, so erfüllt uns das Schöne mit Freude. Wir lassen uns nur allzu gerne davon betören. Auch wenn wir selbst vielleicht nie zu solcher Grazie werden, so versuchen wir doch bis zu einem bestimmten Punkt dem nachzueifern. Doch um welchen Preis?

Was verursachen die vielen schönen Dinge um uns herum? Was bewirken unsere Anstrengungen, stets und ständig der Schönheit nachzuspüren und diese um uns herum anzusammeln? Der Mensch strebt seit je her nach dem Besseren. Das Gute reicht uns immer nur für den Moment, schon im nächsten Augenblick fragen wir uns, ob es nicht irgendwie besser ginge. Stets muss alles das Neueste, Innovative oder Exklusive sein, die Werbung teilt es uns mit und wir springen immer wieder darauf an. Ob es sich dabei um Dinge handelt, denen wir einen unvermeidlichen Nutzen zusprechen, und die damit eine wunderliche Notwendigkeit zu Anschaffung verliehen bekommen, oder um Wesen, die wir entweder in der Realität oder in der Fiktion um uns herum versammeln, es läuft immer auf dasselbe hinaus. Wir investieren einen Großteil unserer Lebensenergie in diesen Prozess, der Suche nach der Schönheit.

Wieviel Lebensenergie stecken wir in die Suche nach Schönheit? Welche Anstrengungen unternehmen wir, um unsere Wünsche diesbetreffend zu erfüllen? Und in wie weit reicht dieses Denken, dieser Trieb in unser Leben im zwischenmenschlichen Kontext hinein?

Um sich das vor Augen zu führen, möchte ich eine kleine Aufzählung machen:

· Wir kaufen uns wiederkehrend “schöne“ Kleidung.
· Wir kaufen uns ein “schönes“ Auto.
· Wir dekorieren unsere Wohnung, Haus und Garten“schön“.
· Wir schminken uns gerne “schön“.
· Wir lassen uns eine “schöne“ Frisur herrichten.
· Wir fahren in eine “schöne“ Landschaft in den Urlaub.
· Wir wählen uns einen “schönen“ Lebenspartner.
· Wir suchen uns “schöne“ Motive.
· Wir wandern in “schönen“ Gegenden.
· Wir schwimmen in “schönen“ Badeanzügen in “schönen“ Gewässern.

Diese Liste wäre mit nahezu jedem Verb zu erweitern, jeder Leser möge dies in Gedanken für sich selbst tun und danach überlegen, welche Investitionen zur Erreichung dieser Dinge getätigt werden müssen. In unserer Gesellschaft gilt ein monitäres Prinzip. Alles lässt sich in Geld umrechnen, so ist fast jedes dieser Dinge durch entsprechenden Einsatz von Mitteln zu ereichen.

Wieviel Geld gibt der Mensch für seine Suche nach Schönheit aus und wieviel Arbeitszeit und damit Lebenszeit investiert er? (ich beziehe mich hier in erster Linie auf die Menschen der westlich geprägten Gesellschaft) Am Beispiel Deutschlands möchte ich das einmal aufzeigen, und ich möchte annehmen, dass sich die Zahlen auf die meisten Industrienationen übertragen lassen. Das Durchschnittseinkommen in D liegt aktuell (2011-2013) bei ca. 3700,- Euro Brutto, ca. 2800,- € Netto, die durchschnittlichen Konsumausgaben liegen bei ca. 2400,- Euro. Die durchschnittliche Arbeitszeit in Deutschland liegt aktuell bei ca. 125 Std./Mon.

1. Kleidung
Die durchschnittliche Ausgabe für Kleidung liegt bei ca. 100 €
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Bezogen auf die durchschnittliche Arbeitszeit in D von 1500 Stunden pro Jahr, 125 Stunden/Monat und den Verdienst von 2800€ ergibt sich eine durchschnittliche Investition von 125:2800×100= ca. viereinhalb Stunden Arbeitszeit pro Monat für Kleidung. (3,6%)

Durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

2. Auto

Die durchschnittliche Ausgabe der Deutschen für ein Auto liegt statistisch bei 400€ /Monat, wobei diese Ausgabe zum einen den Kraftstoffverbrauch (s.u.) beinhaltet und natürlich das Auto nicht unbedingt zu der Suche nach den schönen Dingen gehört, weil es für die meisten (berufstätigen) Menschen notwendig ist. Dennoch ist an dieser Stelle interessant, dass wir ca. 18 Stunden monatlich für unser Auto arbeiten. (14,4%)

Die Ausgaben für Kraftstoffe pro Haushalt in D lagen bei ca. 100 €/Monat.
Kraftstoff - Monatliche Ausgaben privater Haushalte bis 2012
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

3. Wohnung, Haus und Garten

Bei den Ausgaben für Wohnen sind in punkto Schönheit natürlich nur die Kosten für Deko zu benennen, die aber laut Statistik in einem moderaten Rahmen von ca. 50,-€ /Monat liegen und uns damit nur ca. Zwei bis zweieinhalb Stunden Arbeitszeit pro Monat in Anspruch nehmen.

4. Kosmetik

Die monatlichen Ausgaben für Kosmetika lagen in D bei 60 € pro Monat und Haushalt. Damit arbeiten wir im Durchschnitt 3 Stunden monatlich für Kosmetika.(2,4%)

Ein Artikel der Zeitung “Die Welt“, erschienen am 08.10.2011, lautete:

„Frauen geben jährlich im Schnitt rund 540 Euro für Kosmetik aus. Das geht aus einer Untersuchung des Kosmetikverbands VKE in Berlin hervor. Dabei investieren sie am meisten Geld in Düfte – auf Parfüm entfallen rund 200 Euro. Pflegende Kosmetik lassen sie sich 181 Euro kosten, für dekorative Kosmetik wie Lippenstift und Make-up geben die Käuferinnen 156 Euro aus. Befragt wurden 1072 Frauen.Außerdem geht aus der Studie hervor, dass die meisten Frauen Schminke fast immer sehr dezent einsetzen. Vor allem Jüngere greifen häufig zu Lippenstift und Make-up – für den täglichen Bedarf schminken sich Frauen aber überwiegend natürlich, heißt es. „Ausgefallen“ oder „überdurchschnittlich sexy“ kommt Kosmetik nur zu besonderen Anlässen zum Einsatz. Und mit zunehmendem Alter schminken sich Frauen immer weniger.Grundsätzlich ist die tägliche Pflege aber für die Mehrzahl der Frauen ein wichtiges Ritual: Mehr als 70 Prozent legen Wert auf ein gepflegtes Aussehen. Sie verwenden im Schnitt zwischen 15 und 30 Minuten für das Cremen und Schminken. Unter 30-Jährige verbringen den Angaben nach sogar oft mehr als 60 Minuten vor dem Spiegel.“

Zähle ich jetzt zu diesen täglichen 30 Minuten noch die Lebenszeit hinzu, die wir durchschnittlich für den Erwerb (Arbeitszeit zum Verdienst des Geldes für die Kosmetik, plus Zeit für den Erwerb derselben) der verwendeten Kosmetik einsetzen, so komme ich auf eine Gesamtzeit von ca. 20 Stunden pro Monat. 20 Stunden Zeit pro Monat für die Verwendung von Kosmetik.

Die anderen Punkte betrachtet ergibt sich eine weitere Anzahl von Stunden der Lebenszeit, die wir zur Erreichung unserer Wünsche erbringen. Wir tun somit viel für die schönen Dinge im Leben. Die Antwort auf die Frage, meine Einschätzung, ob es zu viel ist, bin ich bisher noch schuldig geblieben. Dazu möchte ich abschließend vermerken :

Fazit:
Ich meine, wir werden zunehmend eitler. Auch bin ich der Überzeugung, dass wir immer gesteigerteren Wert auf schöne Dinge legen. Unbestritten ist, das unser Streben nach Innovation DER Motor für die Entwicklung unserer Gesellschaft ist. Doch ich meine auch, dass ein Zuviel des Ganzen, wie die westlich geprägten Gesellschaften es leben, in eine Sackgasse der Unzufriedenheit führt.

Deutliche Anzeichen dafür finden sich meiner Ansicht nach zu Hauf. Zur Begründung: Der Lebenszyklus von Produkten aus vielen Warengruppen wird immer kürzer. Dabei steckt nicht immer eine technische Neuerung dahinter, sondern allzu oft ein bloßer Designwechsel. Damit wird uns suggeriert, dass wir just in den Moment nur noch „Altes Zeug“ besitzen. Damit können die meisten Konsumenten nur sehr schwer Leben und schon schnappt die Konsumfalle zu. Beispiel: Mein Galaxy Note, auf dem ich gerade diesen Text swype, ist gerade 2 Jahre alt. Mittlerweile ist Version 3 auf dem Markt, die sicher manches besser kann, aber weit davon entfernt scheint, gerechtfertigt jeden Produktwechsel mit zu machen.

Weiterhin stellen die Konsumforscher fest, dass wir unser Habitat mit immer mehr, aber auch immer hochwertigerem Jedöhns bestücken. Es reicht nicht mehr die French-Press, um einen schmackhaften Kaffee zu bereiten, es sollte schon der Kaffeevollautomat sein, der einem eine wunderbaren Latte Macchiato kredenzt, ganz ungeachtet der Tatsache, dass die Firmen das Schimmelproblem der Automaten keinesfalls in den Griff bekommen haben, wie unlängst eine Untersuchung der Verbrauchersendung „markt“ bestätigte. LECKER!

Ohne jetzt in eine volkswirtschaftliche Betrachtung abzuschweifen, nach der es letztendlich vollkommen egal ist, wofür wir unser Geld ausgeben, Hauptsache, dass wir es ausgeben, und es in den Geldkreislauf wieder hinein strömt, gehen meine Bedenken in jene Richtung, die sich mit der Überlegung beschäftigt, ob wir nicht mehr Lebensenergie in Zwischenmenschliches investieren sollten, als in den bloßen Konsum. Davon wäre auch das Streben nach Schönheit betroffen: Es würde eine Strömung entstehen, die sich wieder mehr den Prinzip MEHR SEIN ALS SCHEIN anschließen könnte. Ein leiser Hauch davon ist zu vernehmen, wenn Gesellschaftsforscher berichten, es gäbe in der nächsten Generation erste Anzeichen von Konsumverzicht, und einem Teil der jungen Erwachsenen wäre Besitz nicht mehr so wichtig wie den Generationen davor. Diese teilen sich lieber ein Fahrzeug, als eines zu besitzen…Licht am Ende des Tunnels? JA! – meine ich.

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Feel Good (122)

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Dieser Artikel zeigt auf, welche Zusammenhänge zwischen unseren Empfindungen über unsere Schönheit und unserer tatsächlichen Schönheit bestehen. => „Fühle ich mich gut, bin ich schöner!“

Die gerade genannte Feststellung über die guten Gefühle und deren Auswirkung auf unser Aussehen ist schon beinahe selbsterklärend. Ein altes Sprichwort lautet wie folgt: Mit dem Hute in der Hand kommst du durch’s ganze Land. Ein weiteres lautet: Ein Lächeln am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Derer Sprichworte existieren noch viele mehr. Allen gemeinsam ist jedoch unter anderen der Sinn der Aussage, dass ein Mensch mit einem höflichen, freundlichem Auftreten gewisse Vorteile gegenüber einem nicht derartig dreinblickendem Menschen hat.

Diese Vorteile halte ich für betrachtendswert, denn in ihnen spiegelt sich die Wirkung unseres Aussehens, unserer Attraktivität wieder. Warum ist es so? Weil ein glücklicher, zufriedener Mensch genau diese Gefühle nach außen ausstrahlt, und das macht ihn begehrenswert. Menschen suchen und finden gerne die Nähe von Personen, die eine innere Ruhe gefunden haben, die in sich ausgeglichen sind. Das nicht zuletzt deswegen, weil sie ihre innere Bestätigung in ihrem Äußeren gefunden haben. Wenn Menschen glauben, dass ihr Äußeres o.k. ist, strahlen sie genau diese Überzeugung aus. Sie sind nicht getrieben von der Suche nach Bestätigung und Anerkennung. Damit wird der Kreis zumindest in dieser Hinsicht geschlossen, denn diese Zufriedenheit macht nach außen hin noch wiederum schöner!

Schlägt das Pendel dabei zu sehr in Richtung Selbstbestätigung aus, so besteht freilich die Gefahr der Eitelkeit. Das führt jedoch sofort zum Verlust der positiven Wirkung auf die Menschen. Jenes übersteigerte Selbstbewusstsein ist weit entfernt von dem bloßen Wissen um sein Aussehen. Die Erkenntnis, dass man mit sich und seinem Äußeren zufrieden sein kann, vielleicht auch noch ein Stück weit dem allgemeinen Verständnis von Attraktivität entspricht, ist sicher gesund. Wichtig ist, dass man aber deshalb nicht dem Glauben verfällt, man sei dadurch mehr wert als andere Menschen. Ob dieser Trugschluss doch mehrerer hübscher Menschen durch die Hoffierung vieler oberflächlicher Zeitgenossen mitverursacht wird, wäre interessant in einem weiteren Beitrag zu beleuchten.

Ausgehend von der These, dass glückliche Menschen auch schöner erscheinen, wurden einige wissenschaftliche Untersuchungen angestellt. Danach wirken glücklichere Menschen auf andere gleichfalls attraktiver. Das mag daran liegen, dass der Gesichtsausdruck eines glücklichen Menschen viel weniger Sorgenfältchen produziert, als dies bei einem Menschen mit Sorgen geschieht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Sorgen begründet sind oder nicht! Ob sie dadurch zustande kommen, dass die Person sich nicht schön genug findet oder tatsächlich ist, ist zweitrangig. Ein magersüchtiges Mädchen ist vielleicht absolut schlank und gutaussehend für die meisten Menschen, doch sie selbst empfindet sich als zu dick und gerade dieses Gefühl transportiert sie nach außen. Das spiegelt sich in ihrem Ausdruck wieder, was zu Folge hat, dass ihre Erscheinung darunter leidet.

Damit wirken wir auf andere Menschen je nach Grad der Zufriedenheit mehr oder weniger attraktiv. Das Gesicht ist dabei der größte Faktor. In ihm spiegelt sich unsere Gemütslage am deutlichsten wieder. Und wir reagieren darauf ebenso deutlich. Spricht jemand von Leid und Schmerzen, so verziehen wir unser Gesicht mit entsprechend zusammengezogen Augenbrauen und hochgezogenen Lippen und Wangen. Wir empfinden nach. Und was hier im intensiven Gefühl für jeden leicht nachzuvollziehen ist, funktioniert auch im extensiven, unterschwelligen Bereich. Ist jemand unzufrieden oder unsicher, so empfangen dies unsere Antennen augenblicklich. Wer schon einmal Bücher von Samy Molcho in den Händen hatte, der hat eine Idee von der Aussenwirkung unserer Körpersprache in Form von Gestik und Mimik. Auch bei Babys kann man es schon erkennen. Lächeln wir ein Baby an, so lacht es zurück, und umgekehrt. Gucken wir fies drein, fängt das Baby oft zu weinen an.

Auf der Straße ist es nicht viel anders. Lachen wir jemanden an, so lächelt er oder sie häufiger zurück, als nicht. Das geschieht dadurch, dass wir mit unserem Lächeln tatsächlich diese Gefühle auslösen.
Durch diese Beschreibung wird die Beziehung von Sender und Empfänger deutlich und der Leser kann sich einen eigenen Reim daraus machen. Wie wirkst Du auf andere?

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Paparazzi, der. (107)

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Abfällig bezeichnete unlängst ein Passant einen Fotografierenden mit einem lichtstarken Teleobjektiv als Paparazzi. Er drehte sich zu mir um, und fügte seiner in den luftleeren Raum angegebenen Bemerkung noch hinzu, dass “Sowas“ ja nur gebraucht würde, um den Hintern von irgend welchen Prominenten abzuschießen. Im Anschluss aber an diesem Satz hängte er ein fragendes „oder?“ an, und blickte mich dazu noch an. Ich gebe zu, ich war sehr verdutzt, und ich bejahte seine Bemerkung zu allererst, doch schon während meiner völlig verfehlten, daher geschwafelten Entgegnung wurde mir deren unsinniger Inhalt bewusst, und ich konnte noch eine Gegenfrage anschließen: „Müssen Paparazzi nicht eher unauffällig agieren, anstatt solch auffällige Objektive zu gebrauchen?“

Doch diese Frage schien dann doch zu viel für den Menschen zu sein. Er sah mich entsetzt an, wohl mit dem Gedanken, ob ich ihn in eine Diskussion verwickeln wollte, drehte sich dann doch lieber herum und schlich von dannen.

Was hat es mit dieser Momentaufnahme auf sich? Spiegelt diese Ansicht dieses einzelnen Herrn die Meinung einer ganzen Gruppe von Menschen wieder, die jene Fotografen als Paparazzi betrachten, die ein größer dimensioniertes Objektiv verwenden? Im Zoo oder auf der Safari würde wohl niemand auf derartige Gedanken kommen. Da wäre das anerkannte Motiv wohl für jeden erkennbar in einem Tier zu vermuten.

Anders aber in den Bereichen, in denen Ottonormalbürger einem Fotografen begegnen könnte. In Bereichen wie der Straße, dem Strand, der Stadt und anderen öffentlichen oder halb-öffentlichen Plätzen. Was könnte der Fotograf dort mit einem 500er f1:4,0 fotografieren? Was würde er oder sie denn mit diesem Objektiv in dieser Umgebung erfassen?

Auf der anderen Seite ist die Frage zu stellen, was denn das Ergebnis der „Paparazzi-Arbeit“ ist! Fotos von mehr oder weniger Prominenten, mal mehr mal weniger erwünscht. So gaben doch manche „Prominente“ an, dass sich ihr „Marktwert“, ihre Beliebtheit durchaus in der Frequenz der geschossenen Paparazzi-Fotos berechnete.

Wenn es für die nicht für Fotos von Menschen im urbanen Raum (Streetfotografie) bezahlten Fotografierenden darum geht, authentische Fotografien zu erstellen, so haben sie die Möglichkeit entweder mit einem Normalobjektiv direkt in die Szenerie hinein zu fotografieren, eventuell dies vorher zu erfragen, oder mit einem Teleobjektiv von etwas weiter weg zu dokumentieren. Über die Vorzüge und Nachteile der ein oder anderen Methode habe ich HIER bereits geschrieben.

Kommen wir zurück auf das 500er f1:4. Mal abgesehen von dem Anschaffungspreis, der durchaus im Bereich eines Kleinwagens liegt, stelle ich die Frage, wie oft wir einen Menschen mit diesem Tele auf offener Straße sehen, oder mit einem bauähnlichen Objektiv? Weder in meiner Zeit in Berlin, noch Düsseldorf, noch hier in Koblenz habe ich öfter als 2-3 mal überhaupt einen Fotografierenden mit einem solchen Objektiv gesehen. Ganz anders im Fußballstadion! Massen dieser Linsen mit Fotografen daran laufen um das Spielfeld. Aber auf der Hohestraße in Köln? Fehlanzeige! Am Dom? Fehlanzeige! Da sind dann eher einige 70-300er zu sehen. Doch dieses Objektiv hätte niemals den Ausspruch des Herrn vom Anfang ausgelöst. Dafür kannte er sich wohl zu wenig aus, und dass damit genauso gut der ein oder andere Hintern eines nicht so prominenten Mitmenschen abzulichten wäre, das würde ihm sicher entgehen.

Damit bin ich bei der Krux des kurzen Erlebnisses. Es geht weniger um die Werkzeuge bei der Verrichtung eines Werkes, es geht um das Ergebnis! Dass es mit besseren Werkzeugen leichter, sicherer, oftmals besser geht, das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Welche Aussenwirkung ein baulich großes Teleobjektiv hat, ist einerlei, werden doch die damit geschossenen Bilder, gleich ob es Paparazzi-Aufnahmen von Prominenten, die millionenfach in hunderten von Magazinen erscheinen, und exorbitante Auflagen erzielen, oder spannende Detailaufnahmen eines Zebras sind, von der Mehrzahl der Menschen in Massen konsumiert. Auch der Herr vom Anfang wird vermutlich genau wissen, wovon er spricht, wenn er Zuhause die neueste Auflage der „Bunte“, des „Stern“ oder auch der „Gala“ seiner Frau „liest“!

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Welche Ziele verfolgst Du? (62)

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Ziele der Fotografie!

Welche Ziele verfolgst Du mit Deiner Fotografie?

   Diese Frage ist mit einigen wenigen Worten für mich zu beantworten. Die Ziele meiner Fotografie sind für jede Richtung, jedes Thema, dem ich mich widme, ähnlich, wenn auch nicht gleich gelagert. Als Ziel meiner Fotografie ist zuvorderst die Dokumentation zu formulieren. Mir ist es wichtig, „Dinge“ im Bild festzuhalten, die mir in meiner Umgebung auffallen, die mir Gefallen.

   Es sind vor allem Menschen, die ich interessant finde. Mein Ziel umschreibe ich mit den Attributen Anmut, Schönheit und Natürlichkeit. Eines meiner Ziele, besonders harmonische Körper und für meine Idee eines schönen Menschen beispielhafte Fotografien zu erschaffen, korrespondiert mit dem Ziel der Darstellung von Menschen mit hervorzuhebender Ausstrahlung und natürlicher Attraktivität. Eine bewusste Konzentration der Fotos auf den schönen menschlichen Körper hat sich in meiner Fotografie schon immer abgezeichnet. Das soll nicht bedeuten, dass ich mich ausschließlich der Körperfotografie verschrieben habe, nur in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten habe ich viele Gesichter aufgenommen, aber niemals einen Model-Release zur Unterschrift parat gehabt.

   Da jeder Mensch ein anderes Verständnis von Schönheit besitzt, stellen meine Fotos nur eine Ausdrucksmöglichkeit für mein Verständnis von Schönheit dar. Mit meinen hier gezeigten Fotografien verfolge ich als Ziel die offene Darstellung von alltäglichen, wiederkehrenden Ansichten wohlgeformter Körper. Zu zeigen, welch zauberhafte Wesen um uns herum verweilen, ist ein Antrieb für meine Fotografie.

   Als Mann sind es für mich die Frauen, welche die Schönheit in besonderer Form verkörpern, wenngleich es auch ebenso schöne Männer sind, welche die Frauen betören können. Mein Ziel ist es nicht, eine unendliche Zahl verschiedenster Formen symmetrischer Hintern zusammen zu stellen, sondern mit den Fotos einer Begeisterung Ausdruck zu geben, die jede Betrachterin und jeden Betrachter dazu ermuntern soll, Körperlichkeit als harmonische und natürliche Wesentlichkeit ihrer selbst zu empfinden.

   Dass die äußere Schönheit schon zu allen Zeiten und in allen Kulturen einer besonderen Bedeutung unterlag, ist vielfach dargelegt worden. Auch wenn es dabei – je nach Zeit und Kultur – immer einen Konsens darüber gab, was attraktives Aussehen ausmachte, wie es diesen auch heute selbstverständlich gibt, so erachte ich meine Fotos diesem nur bedingt unterzogen. Ich richte mich zumindest bewußt nicht nach allgemeingültigen Maßgaben. Wenn auch ein Einfluss durch jahrelange Prägung nicht zu leugnen ist, so behaupte ich doch durch eine gezielte Auseinandersetzung mit der Materie einen gewissen Abstand gewonnen zu haben.

   Neben dem Ziel für mich selbst, nämlich herauszufinden, welche Körperformen welchen Einfluss auf mich haben, möchte ich mit meinen Bildern einen Teil der unendlichen Vielfalt der Körper aufzeichnen, die uns auf der Straße jeden Tag begegnen.

Die Vergänglichkeit der Jeans ( 57 )

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Fotografie als Zeitvertreib, von Motiven, die sich im Laufe der Zeit aufreiben. Vergängliche Lebenszeit für vergängliche Motive. Was bleibt ist das Nichts. Weder Motiv bleibt noch Betrachter. Und dennoch: für die Zeit der Wahrnehmung bleibt die Erinnerung auf Zelluloid oder Bits und Bytes, Papier oder Alu-Dibond als geistige Krücke für vergessliche Geister. Wunderbar.

Sinn und Zweck unseres Daseins scheint vordergründig die Arterhaltung der Gattung Mensch zu sein. Läuft alles darauf hinaus, könnte man meinen. Schon immer hat mich die Frage nach dem „Warum?“ nicht nur beschäftigt, sie hat mich viele Minuten meiner Stunden, Stunden meiner Tage, Tage meiner Jahre gekostet. Dramatisch ausgedrückt hat mich diese Frage einen Teil meines Lebens so sehr beschäftigt, dass ich in dieser Zeit fast abgemeldet von der Realität nicht am regelmäßigen Leben teilnahm.

„Warum wurden diese Worte gesagt, jene Tat vollbracht oder manche Dinge unterlassen? Geschah dies aus freiem Willen? Ereignete es sich unter vollem Bewusstsein oder war Gedankenlosigkeit im Spiel, gar Absichtslosigkeit?“, so lauteten die Fragen in mir, die ich stets versuchte zu lösen. Zu lösen oftmals im Kreise meiner Freundinnen und Freunde, mehr aber noch in diffusen Gedanken, scharfen Thesen und noch schärferen Antithesen, ausgedrückt in Texten, die ich vornehmlich mit Hand verfasste. Mann dachte nach, bevor der Text zu Papier gebracht wurde. Das war schon im 5. Schuljahr so, und sollte bis heute bleiben. Nur die Handschrift ist dem Tippen gewi(s)chen.

So gibt es im Leben des denkenden, fühlenden Menschen mehr als die pure Arterhaltung. Folglich stellt sich die Frage, was den Mehrwert in unserem Leben ausmacht? Welchen Stellenwert nimmt beispielsweise die Beschäftigung mit dem Hobby Fotografie allgemein und die Ablichtung schöner Vergänglichkeit im Besonderen ein? Bezogen aufs Besondere frage ich weiter: Halte ich verzweifelt fest, was unabdingbar dem Wandel und letztlich sogar dem Untergang geweiht ist?
Da du nur eine begrenzte Anzahl von Tagen hier auf diesem Sonnentrabanten verweilst, sich dies einer so zumindest ausgedacht hat, ist die Überlegung anzustellen, wie du die Tage verbringen möchtest. „Jede Zeit hat ihre Dinge!“ So heißt es irgendwo.

Ich persönlich widme mich in meiner Freizeit unter anderem der Fotografie der schönen Vergänglichkeiten. Bei genauerer Betrachtung ist natürlich jedes Phänomen vergänglich, allein bei der Halbwertszeit finden sich Unterschiede. So, wie eine Blüte und ein Baum vergänglich ist, so ist es unser Körper ebenso. Allein die Geschwindigkeit der Veränderungen ist (nicht nur) von außen betrachtet unterschiedlich. Unter den Wesen dieser Erde denken wir uns die verschiedensten Zeitspannen. Schneller dahin geht unsere eigene Anmut im Auge der Schildkröte, wie unendlich langsam in den Augen des Schmetterlings. Diese Kreaturen wissen vermutlich nichts davon. Wir selbst hingegen besitzen dieses vermeintliche Wissen darüber, doch erleben uns letztlich nur durch unsere höchst subjektive Wahrnehmung.

Neben vielfältigsten weiteren Inhalten meines Daseins beansprucht das Hobby Fotografie für mich (inklusive einem Anspruch einer -irgendwie gearteten- Selbstverwirklichung) einen relativ weiten Raum. Das führt bisweilen dazu, dass andere Elemente des Lebens kürzer treten. In wie weit das zu bewerten ist, kann jeder mit seinen „Mitmenschen“ beschließen.

Nebenbei: Genauso viel Zeit beansprucht diese momentan ausgeführte Teilnahme an unserer Blogcommunity. Lesen und schreiben wir nicht eine Menge unserer Zeit hier? Besser als Television? Vermutlich!

Verfahren wir also in unserem Dasein allesamt mehr oder weniger gleich auf der Leiter der Evolution? Halte ich mich einmal nicht mit solchen Kleinigkeiten und Haarspaltereien wie unterschiedlichen Motiven auf, so ist für mich die Fotografie die spannende Dokumentation des Menschlichen und ja, auch hin und wieder des menschlich Möglichen. Dabei ist ganz wichtig, dass Absender und Adressat gleichermaßen gewichtet sind. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, die Fotografie ist ausschließlich Dokumentation des menschlich Möglichen. Schließlich kann jeder Mensch, wenn sich ihm die Möglichkeit bietet, und er die technischen Voraussetzungen hat, alles, was ihm vor Augen schwebt, sehen, dabei ablichten und letztlich öffentlich machen. Selbst Ideen und Phantasien kann er „fotografieren“, wenn er die Kunst des „GIMPENS“ beherrscht.

Eine Bewertung dessen kann hier nicht erfolgen, denn es wäre nur ein Abklatsch der gesellschaftlichen Konventionen, gepaart mit persönlichen Präferenzen und gesetzlichen Vorgaben.

Wie bei anderen Sujets, so auch bei der Fotografie, dieser einen Variation der vielen menschlichen Betätigungsfelder, finden sich unendliche Facetten der stets subjektiven Darstellung von Lebensinhalten. Scheinbar befreit bleibt diese Richtung der Kunst von jedem Diktat der Arterhaltung. Die nach der Ausübung allzeit notwendige Kommunizierung der Ergebnisse, die für fast alle Hobbys der Menschheit fundamentaler Bestandteil ist, erfolgt über einfache mediale Wege, die niemals so leicht zu beschreiten waren, wie heute im Netz.

Was du auch tust, wenn du einem Sinn auf der Spur bist, es wird immerzu ein Teil deiner Aufgabe sein, die du dir selbst auferlegst, deren Ziel dir dabei jedoch nicht immer vor Augen liegt. Du verwendest dazu dein Leben und sogar einen Teil des Lebens deiner Mitmenschen. Die Schleife dazu finde ich genau in der Form der Kommunikation der Ergebnisse, die letztendlich dem Wunsch nach Gemeinsamkeit, Anerkennung und Sozialisation Rechnung trägt. Der Mensch, ein sozialer Egoist.

Intermotiviale Pfade – Der Weg zur People-Fotografie (45)

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Mein spannender Weg zur Körperfotografie, zur Menschenfotografie allgemein gestaltete sich umständlich – aber auch stetig. Wie er sich entwickelte und welche interessanten Umwege ich beschritt, darüber möchte ich in diesem Beitrag schreiben. Wohlwissend, dass ich noch lange nicht an ein Ziel, in einen statischen Zustand gelangt bin, so bin ich der festen Überzeugung, dass dieser Weg, wie es der des ewigen Lernens im Leben ist, auch hier keine Ausnahme bildet. Jeder Mensch, der sich ernsthaft mit der Fotografie beschäftigen „will“, der steht mit seinen ersten Bildern in der eigenen Kritik.

   Ich habe zwar schon auf dem ersten Film mit meiner trivialen Kodak „Ritsch-Ratsch-Klick“ – Kamera meine damalige französische Freundin abgelichtet, ebenso aber einen Marinezerstörer in Husum, die dortige Jugendherberge sowie die Stadt. Nach der Kodak kam die erste Spiegelreflex und damit begann die eigentliche, spannende Reise durch die unendlichen Motivwelten. Resümierend möchte ich vorwegnehmen, dass ich trotz der ausschweifenden Fotoreihen mit anderen Motiven doch wieder zurück zu den anfänglichen Vorlieben, nämlich der Menschen-Fotografie zurück gekehrt bin.

   Am Anfang war durch das aufkeimende Interesse am anderen Geschlecht schlechthin der Wunsch entstanden nicht nur meine auch aus heutiger Sicht sehr fotogene erste „richtige“ Freundin zu fotografieren. Mit offenen Augen durch die Welt gehend gab es für mich schon immer sehr viele in meinen Augen „hübsche“ Frauen; als Jugendlicher natürlich eher Mädchen. Nicht jede derer wollte ich fotografieren, ich dachte nur bei einem bestimmten Typus darüber nach, dass genau dieses Mädchen in exakt dieser Situation, jetzt in diesem Augenblick ein wundervolles Motiv für ein hervorragendes Bildnis hergäbe. Ich möchte an dieser Stelle besonders für die oder den fragende(n) Leser(in) deutlich machen, dass es mir nicht darum ging, all diese Mädchen zu meiner Freundin zu gewinnen, sondern sie zu fotografieren.

   So kam es zu Situationen wie jene, in der meine damalige Partnerin – in gemeinsamen Vertrauen zwischen uns beiden – ihre Klassenkameradin, die für mich sehr fotogen war, fragte, ob sie Spaß an einem Foto-Shooting hätte. Bald darauf sollte es sich ergeben. Durch die wahre Begeisterung des Modelles über ihre Bilder wurden sogar drei Foto-Shootings innerhalb von 2 Jahren daraus. Diese beeinflussten die Partnerschaft mit meiner Freundin nicht. In verfremdeter Form stelle ich eines der Bilder später aus, und zwar deswegen verfremdet, weil ich als 17jähriger noch nichts über Modell-Release wusste, bzw. nicht mal im Ansatz an Veröffentlichung zu denken war und es das Internet schlicht nicht gab. Ja, so lange ist es her! Auch kann ich nicht einfach vom Einverständnis des hübschen Mädchens mit ihren braunen langen Haaren ausgehen, ihr Bild hier zu veröffentlichen.

   So habe ich in den Endsiebzigern und Achtziger Jahren mit der Fotografie begonnen. Nicht alleine habe ich dieses Hobby betrieben, denn während meiner neunjährigen Oberschulzeit waren in meinem direkten Schulfreundeskreis zwei weitere Jungs ebenso ernsthaft an der Fotografie interessiert, wie ich. So unternahmen wir gemeinsam unzählige Fototouren.
Mein Motiv sollte von da an in der kommenden Zeit immer wieder wechseln. Ich empfand es damals – wie heute – niemals verwerflich, wenn sich ein Fotograf nicht auf nur wenige Motive in seiner Fotografie beschränkt. Bei Goethe las ich sinngemäß einmal einen Satz über das Fachidiotentum: Je kleiner sein Reich, desto konzentrierter die Kraft. Meiner Ansicht nach steckt viel Wahrheit darin. Jeder Mensch kann sich dabei selbst aussuchen, wie er in seinem Leben seine Kräfte einsetzen möchte: breit gefächert oder in die Tiefe gehend. Es gibt für beide Richtungen gute Gründe.

   So kam ich zur Natur- und Landschaftsfotografie. Dieses Motiv hat mir durch seine Statik viel über das Thema Bildkomposition vermittelt. Bei gemeinsamen Bildbesprechungen der gleichen Motive mit unterschiedlichen Ergebnissen wetteiferten wir, unterstützt von eigenen „Klugscheißereien“ über Betrachtungswinkel, Horizontaufteilung oder fehlendem Vordergrund um das bessere Foto.

An der nächsten Abzweigung des Motivweges geriet ich in die Fänge der Architekturfotografie. In den Metropolen Köln und Düsseldorf, aber auch in Wuppertal und dem Bergischen Land wurden wir leicht fündig. Tilt und Shift noch als unbedeutende Fremdworte abgetan und mangels nicht existenter Rechner mit nicht vorhandenem Gimp oder Photoshop stürzten uns die Linien nur so um die Ohren, wenn wir nicht weit genug weg das Teleobjektiv in Anschlag brachten.

   Manchmal flackerte während der ausgedehnten Städtetouren neben uns das Motivlichtlein der Streetfotografie auf, während uns dieser heute so in Mode gekommene Begriff und das Genre als Motiv völlig unbekannt war. Dennoch hatten wir so manches Motiv als lohnenswert für ein aussagekräftiges Foto bewertet und nach Blenden- und Zeiteinstellung mit dem Schnittbildindikator nach der flüchtigen Schärfeebene gefahndet. Zoos waren und sind weiterhin ein dankbarer Motivdschungel. Tiere ergeben für mich auch heute noch teils interessante, teils dramatische, aber auch skurile und lustige Fotografien. Am See bei uns waren die frechen, nimmersatten Enten ein beliebtes Motiv und vor so manchem fauchendem Höckerschwan mussten wir uns hinter eine Bank retten.

   Trotz all diesen Ausflügen in andere Themenbereiche der Fotografie gesellte sich auf die Filme immer wieder hier und da ein Negativ eines schönen Menschen, vornehmlich das Gesicht und besonders die Linien eines Mädchens. Ich bin aus noch ungeklärter Ursache nicht Fotograf geworden, obwohl ich mich zeitlebens damit beschäftigte. Doch diese Geschichte ist eine andere als diese hier.

   Als vorläufiges Fazit habe ich für mich die Erkenntnis gewonnen, dass mich die aufreibenden Reisen zu den verschiedensten Motiven bei der Entwicklung meines fotografischen „Könnens“ unterstützten. Bei der Umsetzung des Erkannten konnte ich häufig die Schwierigkeiten erleben, es einfach anders zu machen. Das Alles geschah in der Zeit während des „restlichen“* Lebens. Die Veränderungen im eigenen Anspruch mal beiseite gelassen, gewährt mir die Einsicht über meine technischen Unzulänglichkeiten mindestens eine Erkenntnis: für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Güte meiner Bilder braucht’s mehr als nur ein Forum oder ein Bildhoster mit Favoriten oder „Like“ – Häckchen – Funktion. Persönliche Besprechungen mit Leidensgenossen oder nichtvirtuellen Bildansehern kann ich nur wärmstens empfehlen.

   Ich empfehle desgleichen jedem Fotografie-interessiertem weite Ausflüge in die verschiedensten Motivwelten. Im weiteren Verlauf jedoch halte ich eine Vertiefung von wenigen Motiven als diffuses Ziel für lohnenswert, dies in Angriff zu nehmen. Es bedeutet ja nicht eine starre Festlegung auf ewig. Ein gelegentlicher Blick über den Tellerrand verhilft einem entweder zur weisen Erkenntnis, dass man doch eine andere Richtung der Fotografie im Blut hat oder die Erkenntnis, dass man in den bekannten Gewässern wunderbare „Landschaften“ dokumentiert.

    Noch eine abschließende Bemerkung über die Familienfotografie: Auch wenn viele Fotografielehrer in ihrer Lehre diesen Zweig der Fotografie gleichbedeutend mit allen anderen Bereichen als lehrwürdig betrachten, so möchte ich dem einen Gedanken entgegenhalten, der mich am Ziel dessen zweifeln lässt: Wenn ich mich in der Fotografie bilden möchte, so mache ich mir Gedanken über viele Bedingungen des Abbildens, ich lerne viel über Dinge wie Einstellungsmöglichkeiten, Licht und Dunkelheit. Doch ich meine, jedes Bild der Familie, das aus lehrfotografischer Sicht nicht gemacht wurde ist ein verlorenes Bild. Lieber 30 mittelmäßig fotografierte Bilder des Kindes bei nur einem gelungenem, als auch nur ein einziges, verpasstes Bild, denn in Zeiten des kostenlosen Speicherns der Bilder ist es einerlei. Mit der Zeit sollte sich die Art und Weise der Abbildungen beim ambitionierten Fotografen zwangsläufig weiter entwickeln. Will man aber das Familienleben vielleicht in Form von Jahresfotobüchern dokumentieren, für die Nachkommen Aufnahmen zusammenstellen, so meine ich, man solle lieber einmal mehr auslösen.

* Das wirkliche Leben ist für mich sehr plakativ gesagt weiterhin die Vereinigung von Selbstentwicklung und – vor allem – Partnerschaft mit Familie inklusive allen Baustellen und Nebenkriegsschauplätzen wie täglicher Hausaufgaben – Hilfestellung zur selbstständigen Erledigung derselben durch die lieben Kinder.

Gesellschaftliche Konventionen – Sag‘ bloß nicht Hintern (28)

htas jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Was lässt sich über gesellschaftliche Konventionen – in Verbindung mit dem Gesäß – so alles bemerken?

Lese ich bestimmte Artikel über das Thema, so eröffnet sich mir ein wahrer Reigen dieser Konventionen. Bestimmungen über Bestimmungen, Regeln, wohin man sieht und Tabus, deren Verletzung fast eine gesellschaftliche Ächtung, wenigstens aber eine soziale Diskriminierung zur Folge haben kann. Was haben wir, was hat unsere Gesellschaft erreicht?

Wir sind unsere Gesellschaft. Wir machen sie aus. Wenn wir uns am sozialen Umfeld orientieren, wenn wir teilnehmen am gesellschaftlichen Miteinander, wenn wir interagieren, so prägen wir unser Miteinander aktiv mit. Wir entwerfen selber die Umstände, unter denen wir uns wiederum selbst verantworten müssen. Wie entstanden also die Konventionen in meiner westlich geprägten Umwelt? Ich lernte schon als Kind, was sich ziemt und was nicht. Diese Konditionierung, die meine Eltern ihrerseits von deren Eltern, und diese wieder von ihren Eltern erfuhren, und die auch wir an unsere Kinder weiter geben. Eben diese Konditionierung eröffnet in uns eine Instanz, welche die Konventionen auf unsere Handlungsmuster überträgt. Dadurch wird eine Kommunikationsebene geschafft für die Verständigung in unserer Gesellschaft respektive in unserem sozialen Umfeld. Ohne diese Fähigkeit könnten wir uns in unserer Gesellschaft nicht verständigen. Wir wären in unserem Land, in dem wir nicht nur die Sprache nicht verstünden, auch die Gestik und Mimik sowie die Verhaltensweisen wären uns gänzlich unverständlich.

Aber wir haben die Fähigkeit der Kommunikation. Wir können sprechen und manchmal sogar zuhören. Und wir können denken. Manchmal auch nachdenken. Wir haben die Freiheit und selten sogar die Zeit, die Sitten und Bräuche, die Regeln und Vorschriften, die Gesetze und Verbote und die Dinge allgemein in Frage zu stellen. Ob die Dinge dann der Überprüfung stand halten, das ist nicht gesagt. Jedes könnte ganz, könnte zum bestimmten Teil oder könnte gar nicht aufrecht erhalten werden. Es geht dabei nicht darum, Gesetze zu brechen, oder Verbote zu umgehen. Es geht nicht darum, mit alten Bräuchen zu brechen und die Regeln zu verletzen. Es geht für jeden von uns Menschen darum, dieses Gebilde der Gesellschaft, unserer Gesellschaft, zu reflektieren. Was meine ich mit „reflektieren“? Ich frage nach dem Sinn und dem Ursprung für den Ist-Zustand. Ich stelle die Frage:“Wie wirkt die soziale Umgebung auf mein Leben und das meiner direkten und entfernteren Mitmenschen. Ich rede mit den Menschen und frage einfach.

Denke ich also hier laut über die Eingangs gestellte Frage nach.

Was lässt sich über gesellschaftliche Konventionen in Verbindung mit dem Gesäß so alles bemerken?

Der Hintern ist im Grunde genommen tabu. Er ist hinten und vorne ist das, worum es geht. Er ist es, aus dem der Körper sich der überflüssigen Exkremente entledigt. Wie ich schon weiter oben erwähnte, lernen wir als Kinder, dass das „AA“ „bahbah“ ist. Und wir sollen uns ja nicht dort anfassen. Genau genommen nicht nur dort nicht. In früheren Zeiten war es laut Berichten der Altvorderen noch viel strenger. Diese „Regel“ wird uns unter vielen anderen beigebracht, bis wir sie verinnerlicht haben. Unterstützend kommen noch die Einflüsse aus anderen Bereichen hinzu, wie der Umgangssprache: „Du Ar… “ und „ar…kalt“ zum Beispiel. In meinen Gedanken entsteht dabei die Frage nach der „Richtigkeit“, nach dem Ursprung für den „Verruf“.

In der Öffentlichkeit redet man nicht gerne über den Po. Es ist kein Thema. Die Auseinandersetzung findet lieber unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, wenngleich es mittlerweile schon Ausnahmen gibt. In Brasilien wurde neulich die Miss Bumbum gekürt. Bumbum wird in Brasilien der Hintern genannt. Eine andere Kultur, auf die wir zugleich naserümpfend herniederblicken und neiderfüllt aufsehen. Das Internet stellt mittlerweile eine Plattform zur Verfügung, die die Möglichkeit zur halböffentlichen Darstellung der Ansichten der Nutzer bietet. Nicht nur durch einen Blog oder eine Homepage kann etwas dargestellt werden, was sonst nicht zu veröffentlichen wäre. Auch durch die Auswertung der Begehrlichkeiten findet eine gesellschaftliche Dokumentation statt. Was wird wie oft von wem nachgefragt? So wie in meinem Blog wird mancher Gedanke mitgeteilt, der gelesen wird und damit anregt, aufregt und einen (Denk-) Anstoss gibt.

Komme ich wieder zurück zum „Das macht man nicht!“ Schon das Wort Sitte erzeugt in mir ein deutliches Widerstreben. Das kommt m.E. durch die Erfahrungen, die sich auf der Soll – Seite meines Gewissenskontos seit meiner Jugend addiert haben. Sittsames Verhalten bedeutet für jeden Menschen etwas anderes, es finden sich zwar Gruppierungen, die oberflächlich gesehen in der Sitte einen gemeinsamen Nenner gefunden haben, die jedoch bei näherem Hinsehen starke Differenzen aufweisen. (Beisp.: Kirche oder Vereine) Das empfinde ich in meiner Kultur als verklemmtes und verlogenes Verhalten. Ich sehe „Verklemmt“ wörtlich und meine es so, als dass etwas klemmt, was gerne heraus möchte. Vielleicht wird es durch ein Gewissen eingeklemmt, welches aufgezwungen, domestiziert wurde. Hier oder in Papua-Neuguinea. Mit unterschiedlichen Wertvorstellungen.

Vielleicht durch die Sitte wird etwas eingeklemmt, das eigentlich unserer Natur entspricht. Wer bestimmt, was durch den Filter Gewissen, Sitte, Gesetz usf. aufgehalten wird, und zu einem Sediment in unserem Wesen wird.
Kann ich es anhand von Beispielen beschreiben, ohne gleich als freizügig und verantwortungslos bewertet zu werden. Sicher nicht. Doch wer bewertet? Ein Mensch? Eine Gesellschaft? Eine Konfession? Eine Gemeinschaft? Eine Partei? Ein Verein? Ein …?
Nehme ich ein Beispiel: Unbedeckte Schulter in einer venezianischen Basilika. Ein anderes: Mit Hut in eine Dorfkirche der Eifel. Noch eines: Lachen in einem Gerichtssaal. Ein letztes: Mann in einem String-Tanga im Kurbad Baden-Baden. Ein allerletztes: Eine Familie mit 6 Kindern im Feinschmeckerrestaurant.

Es könnte immer so weiter gehen mit Beispielen. Ihnen fallen bestimmt auch noch zig-hunderte ein. UND WER HAT WANN BESTIMMT, DASS WAS NICHT SITTSAM IST???

Wir! Wir halten uns daran. Nicht auffallen. lieber konsumieren. (… ich schweife ab!)

Denke ich also weiter. Warum ist unser Hintern tabu? Ist ein verantwortlicher Umstand der unangenehme Geruch, der entweichen kann? Sind es die Exkremente? Suche ich in der Geschichte nach…

Der Autor und Fotograf ( 17 )

biba jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

mies-vandenbergh-fotografie.de

>Malen mit Licht<      das bedeutet Fotografie

 

Mein Name ist Mies Vandenbergh           

       

       * 1964 in Düsseldorf,  über Duisburg, Berlin nach Koblenz gekommen

       Ich lebe mit meiner Familie seit 2004 am Mittelrhein

       wandre gerne durch Tal und über Berg

       besuche mit Freude schöne Städte

       fotografiere oft , aber bis auf kleinere Aufträge nicht beruflich

       weiß nicht, was aus den Bildern in 200 Jahren werden wird

       suche den Anmut in vielen Dingen

       und backe unser Brot selber …

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( Ausrüstung und noch viel mehr)  Link auf meine Homepage