Kleidung als Wertsteigerung der persönlichen Erscheinung (179 )

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Kleidung als Wertsteigerung der persönlichen Erscheinung wird als Wertmassstab in der globalen Gesellschaft verstanden.

Wir Menschen laufen schon etwas länger nicht mehr nackt durch die Gegend. Es begann zu Zeiten, in denen sich der Mensch an mehreren Standorten gleichzeitig überlegte, seinen Gang aufzurichten. Das war vor ungefähr 40.000 – 75.000 Jahren. Damals, vergeblich die Suche nach dem nächstgelegenen Jeans-Store, begnügte man sich mit dem, was man vorfand: Felle und Pflanzenfasern. Warum? Ursprünglich als Schutz vor Witterungseinflüssen und zum Schutz vor Verletzungen durch beispielsweise Sträuchern mit Dornen und Stacheln. Und, man wird’s kaum erwarten, zur Erkennung von Stamm und Stand! Häuptling oder Briefbote, die Kleidung der Neandertaler zeigt es. 😉

Anthropologen gehen davon aus, dass der Zeitraum der Einführung von Kleidung weniger genau eingegrenzt werden kann. Funde datiert man auf eine Zeit von 25.000 v. Chr., doch es könnte schon vor 350.000 Jahren Kleidung gegeben haben. Was aber erforscht werden konnte ist die Tatsache, dass schon in frühester Zeit die Kleidung mehr bedeutete, als nur Funktion. Warum sonst, so die Forscher, begnügte man sich nicht mit natürlichen Farben? Es wurde nämlich schon vor 20.000 Jahren gefärbt.

Sollte es also schöner werden?! Erst mal nicht. Die Bedeutung war die Erkennbarkeit der Stammeszugehörigkeit. Fortuna Düsseldorf gegen Schalke 04. Rot gegen Blau. Neandertaler gegen Cro Magnon. Bärenpelz gegen jene mit dem Wolfsfell, später dann die mit dem Henna-gefärbtem Flachs gegen die mit dem Indigo-gefärbten. Und die Sieger wurden geachtet. „Boah Ey, kumma der mit dem blauen Baströckchen, das is einer von den Starken!“ Kennt man, nicht war? Der mit dem Armani(R)-Anzug muss einer von den Erfolgreichen sein, der hat sicher schon viele Euro erlegt.

So begann es, dass Kleidung mehr als nur Schutzfunktion hatte. Körperschmuck wird seit Jahrtausenden getragen, hat seitdem eine immer gleich bleibende Bedeutung beibehalten: er soll den Träger abheben, vom Allgemeinbild, vom Standard, vom Durchschnitt, vom Normalen. Er zeichnet sich aus, im wahrsten Sinne des Wortes.

Sinngemäß zum Schmuck schreibt Georg Simmel: “ Denn dieser Sinn ist, die Persönlichkeit hervorzuheben, sie als eine irgendwie ausgezeichnete zu betonen, aber nicht durch eine unmittelbare Machtäußerung durch etwas, was den Andern von außen her zwingt, sondern nur durch das Gefallen, das in ihm erregt wird und darum doch irgendein Element von Freiwilligkeit enthält.“ (Danke nataliebella! 🙂 )

So rücke ich die Kleidung bestimmter Art sehr freizügig in die Nähe des Schmucks. Durch die Kleidung senden wir vielfache Botschaften aus. Abgewandt von Mao Tse Tung mit der Vorgabe seiner grauen Kittel für das gesamte Volk definieren wir uns heutzutage ein Stück weit durch die Art der Kleidung. Apropos Uniform: Wenn auch die Jeans oberflächlich als uniform angesehen werden könnte, ( was trägt er/sie, Jeans, ach so!) so ist die Form, Marke, Stoff und Style unter Insidern sehr genau diffenziert. Jeans ist noch lange nicht gleich Jeans!

Wieder kommt es zur Devise: Zeige mir deine Kleidung, und ich sage dir, wer du bist! Über die Botschaften, die ich durch das Tragen der Kleidung aussende, habe ich zuvor hier geschrieben. Expressive Darstellungen von Kleidung führt aber nicht zwingend zur Ausschmückung des Trägers, denn beim Akt der Identifikation mit einer Modegruppe uniformieren sich die Träger erneut und heben sich so nur außerhalb dieser Gruppe ab. Tendenziell findet hier oftmals eine Ausgrenzung derer statt, die, aus welchen Gründen auch immer, sich nicht dieser Mode unterwerfen (können).

Der Anteil der Schmückung an der Art der Kleidung ist damit ein weiterer Schwerpunkt, der den Wert unseres Aussehens maßgeblich beeinflusst. Ein famoses, weil anschauliches Beispiel dafür sind ausgerechnet die Paparazzi, denen es manchmal gelingt, ein Star zu fotografieren, der sonst nur „zurechtgemacht“ abgebildet wird. Meist ist es zwar auch den Paparazzi erlaubt, nur solche Aufnahmen zu veröffentlichen, die vom Motiv oder dessen Agentur freigegeben wurden, dennoch finden sich immer wieder Beiträge, die dem nicht nachkommen. So zum Beispiel auf dieser Website, auf der z.B. Jessica Biel, Beyoncé, Madonna oder Angelina Jolie geschminkt und ungeschminkt gezeigt werden. Diese Gegenüberstellung bezieht sich zwar auf die Farben im Gesicht der Menschen, es ist in ähnlicher Form durchaus auch auf die Kleidung zu übertragen, meine ich.

Wieder ist es das visuelle Wesen Mensch, dass sich allzu gerne und allzu oft blenden lässt. Und wenn hier in WordPress eine Autorin nach dem Verbleib der warmherzigen (Worte) zwischen den Menschen fragt, so konstatierten andere traurig: In der anonymen Oberflächlichkeit von Internet und Smartphone! Dazu rege ich an, dies zu bedenken.

Mode als persönliche Selbstdarstellung (176)

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Kleidung gilt als ein Teil der persönlichen Selbstdarstellung. Denn jeder Mensch entscheidet zu jeder Zeit über die Art seiner Kleidung. Dabei spielt es tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle, welche willkürlichen Konventionen eine Kleiderordnung vorschreibt. Denn auch innerhalb dieser Vorschriften existieren wiederum Wahlmöglichkeiten, deren Ausdruck sich in der gewählten Kleidung widerspiegeln.

„Zeige mir deine Kleidung, und ich sage dir, wer du bist!“ So funktioniert unsere Gemeinschaft. Definitiv! Nahezu jeder ist sich dessen bewusst. Jedoch, lange nicht jeder hält sich daran, nimmt in Kauf, vorerst der Kleidung nach behandelt zu werden, um erst in zweiter Linie differenzierter erkannt zu werden.

Die Sprache der Kleidung ist eine nicht immer leicht verständliche. Irrtümer und Entgleisungen zeugen für das unterschiedliche Verständnis von Konventionen und Riten, von Gebräuchen und Regeln. Auch als Mittel der Rebellion gebräuchlich, unterwirft sich die Kleidung einem besonderen Verständnis. Diese Sprache zu lernen ist eine Aufgabe, die eine lange Zeitspanne des Lebens einnimmt, was nicht zuletzt daran liegt, dass sich diese Sprache nicht nur im Laufe der persönlichen Entwicklung ändert, sondern auch im Zuge der gesellschaftlichen Trends und Moden.

Klassiker der Kleidung bleiben nahezu unberührt, wenige modische Erscheinungen erreichen je den Status eines Klassikers, aber letztendlich greifen die wenigsten Menschen auf Klassiker im Alltag zurück. Nicht umsonst gilt die Modeindustrie als eine der stärksten Wirtschaftskräfte der westlich orientierten Gesellschaft. Was nicht bedeutet, dass eine Jeans und T-Shirt nicht schon den Status eines Klassikers erreicht hätte. Diese Kombination wird tagtäglich von einem Großteil der Menschen bevorzugt. Einfach praktisch und bezahlbar bis elitär kann diese Kombination unterschiedlichste Ansprüche bedienen.

Mitläufer und Trendsetter der Mode drücken sich modisch aus. Sogenannte Randgruppen wie Punks oder Teds, Gothics oder Emos, die – meist gegen ein Etablissement, oder für ihre Peergroup- ihre Ansichten signalisieren oder auch die in der Gesellschaft als integriert geltenden Schönen und Chicen, Gents und Beaus, die der optischen Gewichtung wegen ihre Mode als Ausdruck, insbesondere aber als Geltungsbeweis pflegen, üben einen gewissen Einfluss auf modische Strömungen aus.

Der Mainstream der bekleideten Menschen, der hauptsächlich innerhalb der Woche während der Feierabendzeiten zu beobachten ist, könnte als unauffällig simple zu bezeichnen sein. Im Grunde genommen liegen die Anforderungen der Kleiderordnung in engen Grenzen. Innerhalb derer gibt es zwar Variationen, doch der Tenor ist bestimmend deutlich zu erkennen.

Bunter im wahrsten Sinne des Wortes mutet das Bild an Wochenenden an. Bedeutend weniger Konventionen lassen mehr Spielraum zur Darstellung der Persönlichkeit. Wir haben den Freiraum, uns eine Kleidung zu wählen, die zu uns passt, die aussagt, wie wir uns fühlen, was wir denken, wir zeigen, wer wir gerne sein möchten und vor allen, zu welcher Gruppe von Menschen wir gehören wollen.

Wenige Ausnahmeerscheinungen, manchmal Trendsetter, durchbrechen diese Aussage, spiegeln Individualität wieder, zeigen die Einstellung in exhibistionistischer Weise: Seht her, ich bin anders, ich bin eigen. Doch mehrheitlich sollte man sich nicht täuschen lassen über eine weitaus größere Gruppe, nämlich derer, denen die Aussage der Kleidung einerlei ist: Ich bin einzigartig im Sinne und im Menschen, habe aber keine Ambitionen, dies über meine Kleidung nach außen zu tragen. Dessen sollte man sich immer wieder bewusst sein, bei jedem einzelnen, auch denen, die sich äußerlich und zu bestimmten Anlässen an enge Konventionen zu halten scheinen.

(Noch eine kleine Anekdote aus 1993: Im einem Yachthafen an der Ostsee -vielleicht Travemünde oder Laboe- angekommen, unbekannt und unwissend über die Gegebenheiten der Ortschaft suchten wir Rat. Wir sprachen verschiedene Leute auf dem Steg an. Gut gekleidete und solche mit offensichtlich stark abgetragener Kleidung. Bei diesen kurzen Gesprächen und unter der Prämisse: „Wie du in den Wald hinein rufst, so schallt es auch hinaus!“ machten wir eine Beobachtung: der mit der auffällig seemännischen Kleidung, der anschließend zu seiner 11 Meter Motoryacht stiefete, uns zuvor aber etwas überheblich und kurz angebunden entgegentrat, und der mit der weniger nautisch korrekten Kleidung, mit dem durchschnittlichen Jeans und Sweatshirt-Outfit, der uns freundschaftlich-offen weit über unsere Fragen hinaus Auskunft gab, und uns anschließend sogar noch zu einer Dose Bier auf seine klassische 15 Meter Segelyacht einlud. Wir nahmen natürlich freudig an. 🙂 Fast hätte uns die Kleidung getäuscht 😉 )

Unser Körper, nur noch ein formbarer Gegenstand? (155)

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In den verschiedenen zeitlichen Epochen wurde immer wieder an unserem menschlichen Körper herumgewerkelt. Ist es heute also anders, als zu vorangegangenen Zeiten?

Für den modernen (westlichen) Menschen stehen jederzeit alle möglichen Experten bereit, um bei der Ausformung unseres gewöhnlichen Körpers zu unterstützen. Die allseits präsenten Medien suggerieren die Notwendigkeit eines perfekten Körpers. Sie weisen auf die unerschöpflichen Möglichkeiten hin, die zur Verfügung stehen, um einen energetisch wertvollen und der aktuellen Mode entsprechend ansehnlichen Körper zu formen.

Fitnessstudios an jeder Straßenecke haben bis spät in die Nacht hinein geöffnet, um uns die Ausflucht des Zeitmangels gleich im Keim zu ersticken. Ratgeber und Artikel erinnern in immer kürzeren Intervallen an die Verpflichtung, unser Outfit entsprechend zu gestalten, Ärzte stellen verantwortungsbewusst einen Verweis wegen adipöser Anzeichen aus oder klären zumindest freundlich auf über die gesundheitlichen Risiken des Specks auf unseren Rippen. Unsere Arbeitswelt honoriert deutlich jene Anstrengungen, einen ansehnlichen Körper vorzuweisen und bestraft geradezu diejenigen, die diesen nicht vorzuweisen in der Lage sind, ganz gleich, ob monetär oder hierarchisch.

Und früher? Köche, die geadelt wurden, da sie in der Lage waren, Mahlzeiten zuzubereiten, die einen derart kalorienreichen Inhalt besaßen, mit denen die Herrschaften ihr Übergewicht ohne Probleme halten oder besser noch, ausbauen konnten. Es fand (und findet!) bekanntlich im Laufe der Jahrhunderte ein stetiger Wechsel in Bezug auf den Körper und seine Form statt. In den Zeiten der Renaissance beispielsweise konnte in der adligen Gesellschaft um Louis XVI. ein Körper gar nicht füllig genug sein. Zeitzeugnisse berichten mit größter Inbrunst von der Schönheit des Doppelkinns, und distanzierten sich angewidert von der kränklichen Erscheinung der Mageren und Schlanken.

Auch die Ärzteschaft, wozu in manchen Zeiten die Hexen zählten, wusste allerlei Tinkturen, Salben, Auszüge oder Essenzen zu verschreiben, deren Anwendung versprach, an Gewicht zuzulegen oder gegenteilig an Gewicht zu verlieren, je nach dem, was gerade nachgefragt wurde. Übungen, um die Spannkraft des Körpers möglichst lange aufrecht zu erhalten, machten immer wieder die Runde. Aderlässe und Einläufe sollten helfen, sich die Körperform zu modellieren, die gerade en Vogue war.

Und heute? Hat sich irgend etwas verändert? Laufen wie nicht wieder nur einer bestimmten (von wem eigentlich) Mode hinterher? Verwenden wir nicht einen immensen Teil unserer Lebensenergie darauf, unser Aussehen zu verändern? Wollen wir es nur deswegen verändern, weil unser Äußeres vielleicht nicht unbedingt der angesagten Mode entspricht?

Wieviel Zeit investieren wir in das Kostüm für unseren Auftritt auf dieser Bühne „Welt“? Wir geben Unsummen aus, um unseren Body zu shapen! Nicht nur die Zeit im Fitnessstudio und beim Walking, beim Laufen oder auf dem heimischen Ergometer zählt, auch die Arbeitszeit, die zum erwirtschaften der finanziellen Mittel notwendig ist, mit denen wir uns die Manipulationen an unserem Körper bezahlen. Jeder Mensch entscheidet selbst, welchen Einsatz er bringt, um auf dem Parkett der sozialen Beziehungen Erfolge zu erreichen. Wie letztendlich dieser Einsatz aussieht, dessen sollte sich jeder Einzelne gewahr werden. Meine ich!

Für wen machst Du Dich schön? Teil 1 (143)

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Aus Befragungen von Patienten, die eine Schönheitsoperation an sich haben durchführen lassen ging hervor, dass 79% der Menschen als Begründung für den Eingriff angaben, das nur für sich selbst machen zu lassen. Bei näherer Betrachtung ergibt sich jedoch ein gänzlich anderes Bild.

In einer Studie, an der über 200 Probanden, die sich zuvor einer Schönheitsoperation unterzogen hatten, teilnahmen, konnte die Aussage, dass die Menschen eine solchermaßen substanzielle Veränderung in erster Linie für sich selbst durchführen ließen, mehr als relativiert werden. Durch einen Fragenkatalog mit sich selbst verifizierenden Fragen, ferner durch Befragungen durch Interviewer mit psychologischem Hintergrund wurde ein Ansatz herausgestellt, den ich wie folgt beschreiben möchte:

Menschen, die Manipulationen gleich welcher Art an sich durchführen (lassen) tun dies in erster Linie, um so einem Bild von Normalität und Aussergewöhnlichkeit im positiven Sinne zu entsprechen, damit -und das ist für mich die Kernaussage der Untersuchung- sie in ihrer Peer-Group, in ihrem sozialen Gefüge eine positive Geltung erfahren, bzw. zumindest nicht (mehr) negativ auffallen.

Warum ein Mensch negativ auffallen könnte, habe ich in meinem Beitrag „Warum du so nicht bleiben möchtest“ beschrieben. Daraus werde ich ein Beispiel aufgreifen, anhand dessen ich verdeutlichen möchte, wie das oben beschriebene Ergebnis zustande gekommen ist. Dazu betrachte ich eine der am häufigsten durchgeführten Schönheitsoperationen, aktuell und auch in der Vergangenheit ist es die Nase des Menschen, die einer Veränderung unterzogen wird.

Ob eine Nase ungerade, groß, klein, flach, breit, eine Hakenform beschreibt oder einfach von der Form her eine Eigenwilligkeit beschreibt, es kann für den Träger zu einem Problem (gemacht) werden. Über die optische Wirkung des Menschen habe ich schon häufiger geschrieben, ebenso über die unterbewusste Beeinflussung unserer Wahrnehmung durch bestimmte optische Schlüsselreize. Darin habe ich u.a. von der Bedeutung, dem Stellenwert der Symmetrie berichtet. Die Form der Nase (neben den Augen und den allgemeinen Proportionen des Gesichts) entscheidet über eine positive, negative oder neutrale Wirkung auf unser Gegenüber. Während der Abstand der Augen sowie deren Größe (noch) nicht so einfach operativ verändert werden können, so ist es bei der der Nase, neben dem Mund, den Augenlidern und der Unterspritzung der Haut mit Nervengift ein leichtes.

Zurück zum eigentlichen Thema. Ich möchte das eingangs erwähnte Untersuchungsergebnis einmal für die weitere Entwicklung meiner Gedanken hernehmen und darauf aufbauen. „Ich lasse mir meine Nase richten, weil ich mich danach besser fühle!“ So der Tenor aller erfassten Aussagen. Was steckt dahinter? Die Aussage könnte unter Berücksichtigung der o.g. Studie wie folgt abgewandelt formuliert werden:
Beispiele: Ich lasse mir die Nase operieren, weil ich danach …

· … mir die Menschen freundlicher ins Gesicht blicken!
· … als wertvoller erachtet werde!
· … mehr Erfolg im Beruf habe!
· … nicht mehr so (negativ) auffalle!
· … leichter Freunde finde!
· … als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft behandelt werde!
· … ein sichereres Gefühl beim Umgang mit anderen Menschen habe!
· … endlich meinen Traumprinzen/meine Traumprinzessin finden werde!
· … ernster genommen werde!
· … selbstsicherer werde!
· … schöner bin!
· …

Diese Liste ist noch lange nicht vollständig, und doch zeichnet sich eindeutig ab, wohin die Reise geht. Jeder einzelne Punkt hat einen kausalen Bezug zur Gemeinschaft, in der wir uns definieren wollen und müssen. Zwar definierten wir uns natürlich nicht ausschließlich über unser Äußeres, doch seine Bedeutung ist hoch, wirkt sie doch in jedem Moment, wenn wir einem Menschen gegenüber treten, auf’s Neue. Der Inhalt der Verpackung kommt danach, er bildet nach einer bestimmten Zeit das Fundament, und dennoch, bei jedem neuen Treffen mit einem noch so bekannten Menschen, und sei es der eigene Partner an jedem Morgen nach oder beim Aufwachen, entdecken, sehen wir den Menschen an. Wir suchen und finden seine Stimmung, sein Gemüt, seine Laune, blicken in sein Gesicht, fragend und sprechend, geben unseren eigenen Ausdruck zum besten und wirken so bewusst und unbewusst vor uns hin.

So lassen sich die Begründungen oben noch einmal erläutern, und zwar im Hinblick auf die Intention der Handlung. „Wohin ist meine Aktion gerichtet?“:

· … mir die Menschen freundlicher ins Gesicht blicken! } für die Menschen

· … als wertvoller erachtet werde!
} für die Menschen

· … mehr Erfolg im Beruf habe!
} bei den Menschen

· … nicht mehr so (negativ) auffalle!
} bei den Menschen

· … leichter Freunde finde!
} unter den Menschen

· … als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft behandelt werde!
} von den Menschen

· … ein sichereres Gefühl beim Umgang mit anderen Menschen habe!
} bei den Menschen

· … endlich meinen Traumprinzen/meine Traumprinzessin finden werde!
} unter den Menschen

· … ernster genommen werde!
} von den Menschen

· … selbstsicherer werde!
} unter den Menschen

· … schöner bin!
} für die Menschen

Daraus ist leicht ersichtlich, für wen ich die Veränderungen durchführe, ganz gleich, ob ich mir meine Nase begradigen lasse, meine Augen mit Kajal schminke oder die coolen Westernboots anziehe, um danach scheinbar mit meinem noch cooleren Gang die Mädels zu beeindrucken. Wir tun dies alles für die Wirkung, Akzeptanz und Wertigkeit in der Gesellschaft, in der Gemeinschaft, in der wir leben. Klar machen wir es für uns, aber damit wir eine ganz bestimmte Wirkung genau dort, wo es uns wichtig erscheint, erzielen!

Spannend werden die nächsten Fragen zu beantworten sein, die ursächlich nach folgendem forschen:

– woher glaube ich zu wissen, wodurch ich meine Wirkung verändern kann?

– woher nehme ich die Vermutung, dass die Veränderung meiner optische Wirkung diesen Einfluss hat?

– wo liegen die Grenzen für die scheinbare Notwendigkeit einer Manipulation und wer legt diese fest?

– warum überhaupt, wenn ja, hat die Optik diesen beschriebenen Einfluss auf unsere Existenz?

Vielleicht fallen Dir noch ein paar Fragen ein, die Du mir in einem Kommentar zukommen lassen möchtest. 🙂 Es wird bestimmt spannend.

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Natürlichkeit (126)

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Was sehe ich, wenn ich einen Menschen ansehe, wieviel von seiner natürlichen Schönheit und wieviel von seiner Verkleidung nach dem Diktat der Mode, danach frage ich in den folgenden Zeilen.

Wie häufig sehe ich Menschen in ihrer natürlichen Schönheit? Dazu stelle ich mir die Frage nach der Definition der natürlichen Schönheit. Was macht natürliche Schönheit aus? Die meisten Menschen erkennen dann eine gewisse Natürlichkeit, wenn ihr Gegenüber ungeschminkt, mit zerzausten Haaren und mit wenig ablenkender Mode verkleidet vor ihnen steht.

Schon an dieser Stelle findet sich die erste Hürde, denn es ist höchst umstritten, an welchem Punkt die Mode in das natürliche Aussehen eingreift. Einige Stimmen sprechen bereits dann von Verkleidung, wenn die Person nicht nackt ist. Für sie ist alles andere als nackt schon künstlich hervorgebrachte Veränderung am Menschen. Dabei ist es unerheblich, welche Kleidung es ist, ob es sich um ein Kleid von Versace oder einem Bärenfell handelt. Unstrittig ist und bleibt die Veränderung, denn nur nackt bleibt der Mensch ohne jede Möglichkeit, mit Kleidung eine klar definierte Aussage zu treffen. Für jeden von uns sind bestimmte Kleidungsstücke mit einer klar abgegrenzten Aussage verknüpft. Die Bilder im Kopf mag bei ihrer Nennung jeder für sich selbst überprüfen:

· Der Anzugträger!
· Die Dame im Abendkleid!
· Der Mann in Jeansjacke und Lederhose!
· Die Dame in Stilettos und Minirock!
· Der Mann im Ballonseide-Trainungsanzug!
· Die Dame im Ozelot-Mantel!

Mit jeder dieser Personen assoziieren wir bestimme Eigenschaften, sowohl auf beruflicher wie auf privater Ebene. Aber genau so, wie wir bestimmte „Vorurteile“ und vorgefasste Erwartungen an bestimmte Kleidungsstücke pflegen, so schnell geraten wir in Unsicherheit oder Verblüffung, wenn uns eine Person eines gewissen Standes in nicht adäquater Kleidung vorgestellt wird. Unsere gesellschaftliche Prägung übt dazu eine Menge Einfluss aus. Selbst wenn diese konträren Bilder in den Medien hin und wieder auftauchen, und uns damit ein wenig auf die möglichen Widersprüche vorbereiteten, so wird jeder selbst nachempfinden können, welchen Gedanken er erläge, würde ihm ein Bundesminister oder Vorstandsvorsitzender einer Bankenaufsicht in Lederkutte und Cowboystiefel vorgestellt werden! Wie wäre unsere Einschätzung der Glaubwürdigkeit in eine Ärztin während der Visite, begegnete uns diese Ärztin in Shorts, Tank-Top und offenem langen Haar? Wäre diese nicht in höchstem Maße gefährdet? Davon bin ich zutiefst überzeugt!

Zurück zur eingangs gestellten Frage nach dem Punkt, an dem von uns noch Natürlichkeit attestiert werden würde, bzw. an dem schon Verkleidung stattfände. Die erste Unterscheidung kann ich machen, indem figurbetonte Kleidung mit legerer Kleidung verglichen wird. Während bei ersterer die körperlichen Äußerlichkeiten deutlicher zu Tage treten, ist bei der zweiten Variante kaum etwas von den Proportionen des Körpers zu erkennen.

Einen Grad für Natürlichkeit allein daraus zu formulieren dürfte wiederum zu Diskussionen führen. Die figurbetonte Variante könnte ich zwar durchaus als natürlich bezeichnen, gibt sie doch die natürliche Form des Körpers wieder, doch bei dieser gaukelt die Stützfunktion eng anliegender Kleidung definitiv positive Eigenschaften vor. Viel besser mutet weite Kleidung auch nicht an. Versteckt diese doch die natürliche Form des Körpers meist gänzlich, die dem Betrachter wesentliches über die Attraktivität des gegenüber verriete. Vielleicht kommt der Träger etwas näher an die Eigenschaft Natürlichkeit heran, wenn er weder enge, noch zu weite Kleidung trägt. Auch Zurückhaltung bei der Wahl der Materialien ist geboten. Dies dürfte aber nicht allzu schwer fallen.

Komme ich zu einem weiteren Punkte. Bei der Bemalung des Gesichts herrscht unter den Menschen weitestgehend Einigkeit: sichtbar geschminkte Personen entbehren jeder Natürlichkeit! Doch genau darin liegt die Besonderheit der gekonnten Maske: Männer und mehr noch Frauen, die in sämtlichen Medien auftauchen, sind derartig dezent sichtbar geschminkt, dass ein fachfremder Betrachter oftmals keine Schminke erkennt. Wieviel Arbeit und Können, Zeit und Aufwand hinter einem solchen Bild steckt, das weiß nur einer, der es kann und derjenige, dem es zuteil wurde. Somit beweist Natürlichkeit in den allgegenwärtigen Medien fast immer ein Trugbild!

Auf der Straße verhält es sich ein wenig anders. Die wenigsten Menschen können sich einen Maskenbildner vorderster Güte leisten. Dort ist es meist sofort ersichtlich, ob die Person ungeschminkt oder in Kriegsbemalung daherkommt. Die Natürlichkeit erscheint in der realen Öffentlichkeit leichter erkennbar, meine ich.

Bei der Betrachtung der Frisur ist im Prinzip ähnliches zu konstatieren, wie bei der Schminke. Gezielt gestyltes „wildes“ Haar ist nur schwer auszumachen, ungepflegtes fast immer und natürliches Haar ist offensichtlich natürlich.

Damit bin ich der Beantwortung der eigentlichen Frage schon ein gutes Stück näher gekommen: natürliche Schönheit ist so leicht nicht zu definieren, doch Übereinkünfte der Gesellschaft hinterlassen deutliche Hinweise. Natürlichkeit finde ich umso häufiger, je jünger die Menschen sind. Gesichtszüge zu erkennen ist ein weiteres probates Mittel, den diese werden nur selten stark verändert oder entstellt. Nicht umsonst sprechen Forscher und Wissenschaftler von standardisierten Typenbezeichnungen: kaukasischer oder indogermanischer, asiatischer oder negroider Typus sind, zwar teils veraltete, aber gängige Termini. Bewegungsmuster ergeben ein untrügliches Bild, denn auch darin spiegelt sich eine Natürlichkeit wieder. Nur sehr wenige Menschen sind fähig, diese eingeübt vorspielen zu können.

Unter den weiteren verbleibenden Anzeichen für Natürlichkeit ist -mit an vorderster Stelle- der Blick zu nennen, der zwar durch vielfältige kosmetische Manipulationen an den Augen verstellt werden kann, doch meist nicht so, dass diese unentdeckt blieben. Künstliche Wimpern, ausgerupfte Augenbrauen durch einen Farbstift ersetzt, dunkle Augenlider und Kajal über die Augen hinaus geben dem Blick des Menschen eine völlig andere Kraft. Diese Manipulationen sind viel deutlicher sichtbar, als beispielsweise die Haut verändernden Puder. Natürlichkeit bleibt so verdeckt.

Stimme und Gestik sowie Mimik verrät uns eigentlich immer, wer es lesen kann, für den ist unser künstliches Schauspiel ein offenes Buch.

Das Fazit: Für wieviel Natürlichkeit ist der Mensch geschaffen? Sowohl der Betrachter wie auch der Betrachtete ist vermutlich noch gar nicht so weit, als dass er auf Maßnahmen zur Verschönerung seiner Erscheinung verzichten könnte. Im Moment scheint es so zu sein, als dass die Fähigkeit selbst, sich zu manipulieren, als Zeichen dafür gewertet wird, einen gewissen Wert in der Gesellschaft zu versprechen. Das halte ich jedoch für einen Trugschluss, der uns in die Irre führen wird!

ZUSATZGEDANKE:

Vielleicht ist der Mann mit dem Haus, dem Boot, dem Auto, dem Pferd und dem Motorrad doch nicht der Idealfall für die Gründung einer erfolgreichen Familie, weil er in seiner 68 Stunden Woche keine Zeit findet, seinen Nachwuchs mit groß zu ziehen? In einer Welt von Haben statt Sein mag dieses Modell zum Erfolg führen. Nur frage sich ein jeder, ob das die Welt sein wird, die wir uns für unsere Zukunft wünschen. Ich selbst lehne das ab! Ich selbst meine, wir sollten mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, der Gesellschaft wieder einen Geist von Sein einzuhauchen.

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Der Preis der Schönheit (124)

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Wieviel Lebensenergie stecken wir in die Erreichung der Ziele, die vornehmlich der Schönheit und unseren Äußerlichkeiten dienen? Damit beschäftigt sich dieser Artikel, und dazu finden sich einige sehr spannende Statistiken!

I like beauty! Diesen Satz könnte wohl nahezu jeder unterschreiben. Ich mag das Schöne! In jeder erdenklichen Form bevorzugen wir das Schöne. In jedem Wesen, in jedem Ding suchen wir den Zauber, der unsere Augen strahlen lässt. Auch wenn wir selbst nur durchschnittlich erscheinen, so erfüllt uns das Schöne mit Freude. Wir lassen uns nur allzu gerne davon betören. Auch wenn wir selbst vielleicht nie zu solcher Grazie werden, so versuchen wir doch bis zu einem bestimmten Punkt dem nachzueifern. Doch um welchen Preis?

Was verursachen die vielen schönen Dinge um uns herum? Was bewirken unsere Anstrengungen, stets und ständig der Schönheit nachzuspüren und diese um uns herum anzusammeln? Der Mensch strebt seit je her nach dem Besseren. Das Gute reicht uns immer nur für den Moment, schon im nächsten Augenblick fragen wir uns, ob es nicht irgendwie besser ginge. Stets muss alles das Neueste, Innovative oder Exklusive sein, die Werbung teilt es uns mit und wir springen immer wieder darauf an. Ob es sich dabei um Dinge handelt, denen wir einen unvermeidlichen Nutzen zusprechen, und die damit eine wunderliche Notwendigkeit zu Anschaffung verliehen bekommen, oder um Wesen, die wir entweder in der Realität oder in der Fiktion um uns herum versammeln, es läuft immer auf dasselbe hinaus. Wir investieren einen Großteil unserer Lebensenergie in diesen Prozess, der Suche nach der Schönheit.

Wieviel Lebensenergie stecken wir in die Suche nach Schönheit? Welche Anstrengungen unternehmen wir, um unsere Wünsche diesbetreffend zu erfüllen? Und in wie weit reicht dieses Denken, dieser Trieb in unser Leben im zwischenmenschlichen Kontext hinein?

Um sich das vor Augen zu führen, möchte ich eine kleine Aufzählung machen:

· Wir kaufen uns wiederkehrend “schöne“ Kleidung.
· Wir kaufen uns ein “schönes“ Auto.
· Wir dekorieren unsere Wohnung, Haus und Garten“schön“.
· Wir schminken uns gerne “schön“.
· Wir lassen uns eine “schöne“ Frisur herrichten.
· Wir fahren in eine “schöne“ Landschaft in den Urlaub.
· Wir wählen uns einen “schönen“ Lebenspartner.
· Wir suchen uns “schöne“ Motive.
· Wir wandern in “schönen“ Gegenden.
· Wir schwimmen in “schönen“ Badeanzügen in “schönen“ Gewässern.

Diese Liste wäre mit nahezu jedem Verb zu erweitern, jeder Leser möge dies in Gedanken für sich selbst tun und danach überlegen, welche Investitionen zur Erreichung dieser Dinge getätigt werden müssen. In unserer Gesellschaft gilt ein monitäres Prinzip. Alles lässt sich in Geld umrechnen, so ist fast jedes dieser Dinge durch entsprechenden Einsatz von Mitteln zu ereichen.

Wieviel Geld gibt der Mensch für seine Suche nach Schönheit aus und wieviel Arbeitszeit und damit Lebenszeit investiert er? (ich beziehe mich hier in erster Linie auf die Menschen der westlich geprägten Gesellschaft) Am Beispiel Deutschlands möchte ich das einmal aufzeigen, und ich möchte annehmen, dass sich die Zahlen auf die meisten Industrienationen übertragen lassen. Das Durchschnittseinkommen in D liegt aktuell (2011-2013) bei ca. 3700,- Euro Brutto, ca. 2800,- € Netto, die durchschnittlichen Konsumausgaben liegen bei ca. 2400,- Euro. Die durchschnittliche Arbeitszeit in Deutschland liegt aktuell bei ca. 125 Std./Mon.

1. Kleidung
Die durchschnittliche Ausgabe für Kleidung liegt bei ca. 100 €
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Bezogen auf die durchschnittliche Arbeitszeit in D von 1500 Stunden pro Jahr, 125 Stunden/Monat und den Verdienst von 2800€ ergibt sich eine durchschnittliche Investition von 125:2800×100= ca. viereinhalb Stunden Arbeitszeit pro Monat für Kleidung. (3,6%)

Durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

2. Auto

Die durchschnittliche Ausgabe der Deutschen für ein Auto liegt statistisch bei 400€ /Monat, wobei diese Ausgabe zum einen den Kraftstoffverbrauch (s.u.) beinhaltet und natürlich das Auto nicht unbedingt zu der Suche nach den schönen Dingen gehört, weil es für die meisten (berufstätigen) Menschen notwendig ist. Dennoch ist an dieser Stelle interessant, dass wir ca. 18 Stunden monatlich für unser Auto arbeiten. (14,4%)

Die Ausgaben für Kraftstoffe pro Haushalt in D lagen bei ca. 100 €/Monat.
Kraftstoff - Monatliche Ausgaben privater Haushalte bis 2012
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

3. Wohnung, Haus und Garten

Bei den Ausgaben für Wohnen sind in punkto Schönheit natürlich nur die Kosten für Deko zu benennen, die aber laut Statistik in einem moderaten Rahmen von ca. 50,-€ /Monat liegen und uns damit nur ca. Zwei bis zweieinhalb Stunden Arbeitszeit pro Monat in Anspruch nehmen.

4. Kosmetik

Die monatlichen Ausgaben für Kosmetika lagen in D bei 60 € pro Monat und Haushalt. Damit arbeiten wir im Durchschnitt 3 Stunden monatlich für Kosmetika.(2,4%)

Ein Artikel der Zeitung “Die Welt“, erschienen am 08.10.2011, lautete:

„Frauen geben jährlich im Schnitt rund 540 Euro für Kosmetik aus. Das geht aus einer Untersuchung des Kosmetikverbands VKE in Berlin hervor. Dabei investieren sie am meisten Geld in Düfte – auf Parfüm entfallen rund 200 Euro. Pflegende Kosmetik lassen sie sich 181 Euro kosten, für dekorative Kosmetik wie Lippenstift und Make-up geben die Käuferinnen 156 Euro aus. Befragt wurden 1072 Frauen.Außerdem geht aus der Studie hervor, dass die meisten Frauen Schminke fast immer sehr dezent einsetzen. Vor allem Jüngere greifen häufig zu Lippenstift und Make-up – für den täglichen Bedarf schminken sich Frauen aber überwiegend natürlich, heißt es. „Ausgefallen“ oder „überdurchschnittlich sexy“ kommt Kosmetik nur zu besonderen Anlässen zum Einsatz. Und mit zunehmendem Alter schminken sich Frauen immer weniger.Grundsätzlich ist die tägliche Pflege aber für die Mehrzahl der Frauen ein wichtiges Ritual: Mehr als 70 Prozent legen Wert auf ein gepflegtes Aussehen. Sie verwenden im Schnitt zwischen 15 und 30 Minuten für das Cremen und Schminken. Unter 30-Jährige verbringen den Angaben nach sogar oft mehr als 60 Minuten vor dem Spiegel.“

Zähle ich jetzt zu diesen täglichen 30 Minuten noch die Lebenszeit hinzu, die wir durchschnittlich für den Erwerb (Arbeitszeit zum Verdienst des Geldes für die Kosmetik, plus Zeit für den Erwerb derselben) der verwendeten Kosmetik einsetzen, so komme ich auf eine Gesamtzeit von ca. 20 Stunden pro Monat. 20 Stunden Zeit pro Monat für die Verwendung von Kosmetik.

Die anderen Punkte betrachtet ergibt sich eine weitere Anzahl von Stunden der Lebenszeit, die wir zur Erreichung unserer Wünsche erbringen. Wir tun somit viel für die schönen Dinge im Leben. Die Antwort auf die Frage, meine Einschätzung, ob es zu viel ist, bin ich bisher noch schuldig geblieben. Dazu möchte ich abschließend vermerken :

Fazit:
Ich meine, wir werden zunehmend eitler. Auch bin ich der Überzeugung, dass wir immer gesteigerteren Wert auf schöne Dinge legen. Unbestritten ist, das unser Streben nach Innovation DER Motor für die Entwicklung unserer Gesellschaft ist. Doch ich meine auch, dass ein Zuviel des Ganzen, wie die westlich geprägten Gesellschaften es leben, in eine Sackgasse der Unzufriedenheit führt.

Deutliche Anzeichen dafür finden sich meiner Ansicht nach zu Hauf. Zur Begründung: Der Lebenszyklus von Produkten aus vielen Warengruppen wird immer kürzer. Dabei steckt nicht immer eine technische Neuerung dahinter, sondern allzu oft ein bloßer Designwechsel. Damit wird uns suggeriert, dass wir just in den Moment nur noch „Altes Zeug“ besitzen. Damit können die meisten Konsumenten nur sehr schwer Leben und schon schnappt die Konsumfalle zu. Beispiel: Mein Galaxy Note, auf dem ich gerade diesen Text swype, ist gerade 2 Jahre alt. Mittlerweile ist Version 3 auf dem Markt, die sicher manches besser kann, aber weit davon entfernt scheint, gerechtfertigt jeden Produktwechsel mit zu machen.

Weiterhin stellen die Konsumforscher fest, dass wir unser Habitat mit immer mehr, aber auch immer hochwertigerem Jedöhns bestücken. Es reicht nicht mehr die French-Press, um einen schmackhaften Kaffee zu bereiten, es sollte schon der Kaffeevollautomat sein, der einem eine wunderbaren Latte Macchiato kredenzt, ganz ungeachtet der Tatsache, dass die Firmen das Schimmelproblem der Automaten keinesfalls in den Griff bekommen haben, wie unlängst eine Untersuchung der Verbrauchersendung „markt“ bestätigte. LECKER!

Ohne jetzt in eine volkswirtschaftliche Betrachtung abzuschweifen, nach der es letztendlich vollkommen egal ist, wofür wir unser Geld ausgeben, Hauptsache, dass wir es ausgeben, und es in den Geldkreislauf wieder hinein strömt, gehen meine Bedenken in jene Richtung, die sich mit der Überlegung beschäftigt, ob wir nicht mehr Lebensenergie in Zwischenmenschliches investieren sollten, als in den bloßen Konsum. Davon wäre auch das Streben nach Schönheit betroffen: Es würde eine Strömung entstehen, die sich wieder mehr den Prinzip MEHR SEIN ALS SCHEIN anschließen könnte. Ein leiser Hauch davon ist zu vernehmen, wenn Gesellschaftsforscher berichten, es gäbe in der nächsten Generation erste Anzeichen von Konsumverzicht, und einem Teil der jungen Erwachsenen wäre Besitz nicht mehr so wichtig wie den Generationen davor. Diese teilen sich lieber ein Fahrzeug, als eines zu besitzen…Licht am Ende des Tunnels? JA! – meine ich.

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Vergänglichkeit der Hintern (51)

kio jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Das Foto eines wohlgeformten Hinterns. Es befindet sich vor mir, ich sehe es an und denke:

Ein schöner Hintern! Ein gelungenes Foto! Im rechten Augenblick hat jemand auf den Auslöser gedrückt, nachdem er das Motiv entdeckt hatte. Die Technik ließ ihn nicht im Stich, das Licht war richtig und die Einstellungen an der Kamera, für die – sie oder er – sich weit vor diesem Augenblick entschied, waren richtig gewählt. Der Fokus hatte das Motiv ebenso korrekt erfasst, wie die Blende genau die richtige Menge Licht durch ließ. Da ist es also, das Bild. Das Bild eines schönen Popos. Der ist also auch da gewesen. Dieser Hintern wurde für das Bild ( und zwar das auf dem Sensor genau so, wie jenes, das in den Köpfen der Betrachterin oder des Betrachters entsteht) in eine ihn gut in Szene setzende Kleidung gesteckt. Er soll schön aussehen, was ja ob des Fotos auch hinlänglich gelungen ist.

Da ist es also, das Bild eines wohlgeformten Hinterns. Und der Hintern selbst – mit einem Rest von Mensch daran. So meint der Hintern. Doch er, der für die Aufnahme so toll hergerichtet, der in eine für den Rest des Menschen besonders unbequeme, weil enge Jeans gezwängt wurde, der sogar vollendet in der Form seiner Pobacken noch den String, wenn überhaupt, darunter trägt, was meint er zu sein, zu sein während des Restes der Stunden, in denen er immer wieder gerne angeschaut wird?

Mehr noch, welche Bedeutung hat er im Verlauf der Zeit, in der Spanne seiner Existenz? Ist der Rest des Körpers noch jung, so ist auch er jung, altert der Rest des Körpers, so macht er was? Schön aussehen, straff bleiben und immer schön knackig und fest? Mitnichten! Auch er kriecht zu Kreuze dem Diktat der Schwerkraft, so, wie der an ihm hängende Rest ebenfalls nicht entkommt. Irgendwann sogar wird er zu Staube und von Form kann wahrlich nicht mehr die Rede sein.

Also wird es kommen, und die Zeit wird ihre Botschaften überbringen, ob wir sie verstehen wollen oder nicht. Die Sache ist entstanden, irgendwann, und demgemäß wird sie vergehen. Was bleibt, das ist die Idee, und nur dann mehr als eine Idee der Schönheit wie jener der Mona Lisa, deren Züge sicher schon vergessen, wäre nicht damals ein Hinseher gewesen, der die Zauberhaftigkeit des Wesens allein für sich dazu brachte, ein Bildnis von ihr zu kreieren. So können wir uns heute noch darüber streiten, ob sie denn Schönheit ausdrückt oder nicht, ihr Bildnis jedenfalls sorgt für mehr als nur Idee, ihr Antlitz sorgt für jeden Menschen in seinem ganz persönlichen Licht, zu sagen, ob wir einstimmen in die Begeisterung des Leonardo.

So ist denn Abbildung ein Zeugnis des Augenblickes. Wie schon nur wenige Wochen später sich die Linien verändern können, das weiß jeder selbst zu bezeugen. Nicht, dass es so ist, beschreibe ich mit Bildern, nur entgegen der Vergänglichkeit ist mir an dem Bild des Augenblicks gelegen, welches ich festhalte als Zeugnis dafür, dass der Abgelichtete wirklich einst so aussah. In der Erbaulichkeit über das Aussehen, welches uns Menschen stets so beeindruckt, zeige ich, bevor sich auflöst in das Meer der Überformen die vollendete Linie.

Mit der definitiv unwichtigen, belanglosen und bedeutungslosen Darstellung von Hintern setze ich ein Zeichen der Schönheit der Gesäße und jeder mag hinsehen, dem es gefällt. Bevor diese ihre Form des Augenblickes für immer verändern – was dem Menschen als solchen nie abträglich ist, weder dem Charakter noch dem Herzen – nur den Augen des Gerneansehers der Gesäße trägt es zu, zu sehen und sich daran zu erfreuen, so wie es immer schon dem Schöngeiste daran gelegen war, Schönes anzusehen. Gleich dabei, ob es die Moleküle zu einem Tier, zu einer Blüte, zu einem Sonnenuntergang oder zu einem Gesicht gebracht haben. Für den Fotografen ist sein Motiv der ultimative Moment der Dokumentation, es abzulichten, bevor es abgetaucht ist in den Blättern des Eisenholzbaumes oder sonstwo hin. Bevor es seine Gestalt verändert soll es abgebildet sein, dem Lauf der Zeit entnommen für das Foto des Augenblickes.

Wie die Vergänglichkeit des Augenblickes wird zwar auch das Bild vergehen, so ist es nur eine kleine Verlängerung dieses Augenblicks, den der Fotograf für sich entdeckt und anderen Besuchern seiner Bilder vorstellen kann. Der Besucher dieser Ausstellung sieht hin, zu dem, was so in dieser Weise nicht alltäglich zu sein scheint und doch ist. Werden Bilder nicht entfremdet durch die unendlichen Möglichkeiten der Bildbearbeitungssoftware, so zeigen sie die Realität, welche vielleicht nur aus einem nicht alltäglichen Blickwinkel betrachtet ist, doch letztendlich nichts anderes, als was schon da ist!

Film und Modegeschichte(n) der 1960er Jahre (36)

mastan jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

   Im James Bond Film „Goldfinger“ ist die mit Gold überzogene, auf dem Bett drapierte Schauspielerin Shirley Eaton zu sehen, deren Körper nackt zu sein scheint, in der Einstellung der Kamera eigentlich als nackt erkennbar, jedoch in allen folgenden vier Kameraeinstellungen mit verdecktem Hintern. In der ersten Einstellung wird in der Ganzkörperansicht der Popo durch ein Kissen verdeckt. In den weiteren Einstellungen wird der Bildausschnitt so gewählt, dass nur der Rücken oder die Beine ausschließlich zu sehen sind. Der Film ist von 1964, zu dieser Zeit konnte man demnach noch nicht ohne Weiteres einen Hintern zeigen, und sei es nur in der Profilansicht. In anderen Filmen war es ähnlich, wenn auch in Flippers neuen Abenteuern schon Menschen in Badebekleidung gezeigt wurden, wie in o.g. Bond Film auch.

   Die Mode hatte in den 1960er Jahren ebenso großen Einfluss auf die Körperlichkeiten. Neben Prêt-à-porter brachten diese Jahre auch das erste Supermodel hervor: Twiggy. Leslie Hornby erlangte ihren Spitznamen Twiggy auf Grund ihres schmalen Äußeren. Die junge Twiggy mit blondiertem Bubikopf und fast androgynem Körper beeinflusste die 60er Jahre Mode mit transparentem Look. Es war schick wenig Busen zu haben und den dann in durchsichtigen Blusen durchschimmern zu lassen.

   Die damaligen Schönheitsideale wie Sophia Loreen(Bild), Liz Taylor(Bild), Gina Lollobrigida(Bild) oder Brigitte Bardot(Bild) waren schlank und doch kurvig, sie trugen zur allgemeinen Steigerung des Schönheitsbewusstseins in den 1960er Jahren bei. Die damals etablierten Modezeitschriften wie Brigitte oder Petra sowie Cosmopolitan boten Orientierung und Inspiration zugleich. Es ging aber noch weiter. Diese „Ratgeber“ brachten viele Diätvorschläge zu Tage, um das damals entstandene Schönheitsideal der „Teuersten Bohnenstange der Welt“, wie Twiggy von den Kritikern betitelt wurde, zu profilieren. Der zweifelhafte Erfolg hatte einen dreihundert-prozentigen Anstieg der magersüchtigen Frauen und Mädchen in Deutschland zur Folge.

   In der Kunstszene der 60er Jahre begannen die Künstler, den Körper als unmittelbares Arbeitsfeld zu entdecken, zunächst in der sogenannten „body art“ als Werk, in den siebziger Jahren dann als Material für das Werk selbst.

   Die 1960er Jahre brachten aber auch den Bikini hervor und gegen Ende des Jahrzehnts kam die sog. 68er Revolution, die einherging mit der Entfaltung der sexuellen Freiheit, des Beginns der Niederschlagung der fremdbestimmten Moralisierung und scheinheiligen Verteufelung alles Erotischen. Trotz dieser Befreiung verirrte sich manche Bewegung in die Sackgasse der Morallosigkeit wegen falsch verstandener Freizügigkeit. Die Zeit bereinigte diese Wirren der Irrläufer jedoch. Die Menschen konnten zunehmend die Freiheit des Körpers wahrnehmen, wenn auch noch immer vereinzelte Auswüchse zu beobachten waren. Heutzutage sind die Folgen der in den 1960er Jahren herniedergehenden Einflüsse der Eltern, Lehrer, Kirchenbediensteten und der Obrigkeit auf die Jugendlichen zu spüren. Nur noch vereinzelt findet man eine so strenge Moral nach dem Vorbild der Vorsechziger-Jahre. Nicht, dass jemand auf den Gedanken kommt, ich würde einen Verfall der Moral ausrufen, nein, ich beschreibe hier die Entwicklung zur Kritikfähigkeit, die Verschiebung der Werte von der ehemals aufoktruierten, scheinbar sittlichen Lebensweise des Bürgertums hin zu eines selbst bestimmten, in der Gesellschaft verwurzelten, mündigen, gemeinschaftlichen Verantwortungsbewusstsein.

   Immer wieder ist zwar eine Erneuerung oder besser Erfrischung an den Gedanken und die Tat zur sozialen Verantwortung auszurufen, um einer schleichenden Egozentrisierung der Gesellschaft entgegenzutreten, aber sehe ich mir die Jugend in meinem Umfeld (Koblenz)an, so sehe ich Hoffnung.

Po – Formen ( 18 )

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Der Apfel     –     Die Birne    –   Die Tomate   –   Der Pfirsich   –   Die Kartoffel

   Alles Obst und Gemüse. Nicht doch! Diese Bezeichnungen kursieren als Synonyme für die Beschreibung der Form eines Hinterns umher. Für den Apfel – Popo als Beispiel wird die Sängerin Kylie Minogue genannt, für den birnenförmigen Popo Jennifer Lopez und für den Popo mit der Form eines Pfirsichs Pippa Middelton.

    Kann sich jetzt jeder etwas vorstellen? Ich bin mir da nicht so sicher. Wenn ich die Formen betrachte, so ist natürlich richtig, dass ich neben diesen Formen unzählige Zwischenformen finde. Bei der Betrachtung meiner Fotos komme ich zum Ergebnis, dass ich wohl zur Form des Pfirsichs eine besondere Affinität habe.

   Wie aber ist der Hintern im Sinne der Formen zu betrachten? Kann ich jeden Hintern in eine der „Schubladen“ packen? Den einen Hintern mehr in die eine Richtung tendierend, der andere mehr dorthin und der nächste so als Zwischending? Ich befasse mich in diesem Blog mit dem wohlproportionierten Hintern, also dem in meinen Augen schönen Popo.

   Dazu möchte ich in meiner Auseinandersetzung mit dem Thema den Versuch wagen, so etwas wie eine kleine Landkarte dazu zu erstellen – dazu meine Bilder präsentieren. Und ich möchte in diesem Teil des Blogs auch den Menschen fragen, was sie/er zu den Formen sagt. Spielt die Frage nach der Form für sie überhaupt eine Rolle? Steht bei der Betrachtung des eigenen Hinterns nicht eher die Frage nach der Größe allgemein im Vordergrund? Eine Rolle scheint der schöne Popo zu spielen bei der Frage nach der Hose. Hier nimmt er noch vor den Beinen eine wichtige Stellung ein. „Wie sieht mein Popo in der Hose aus? Oder war die Hose vorhin doch schöner?“ „in wie weit formt die Hose meinen Hintern und nicht umgekehrt?“

   Eine Freundin arbeitete in einem Bekleidungsgeschäft, in dem es eine Abteilung für Hosen gibt und dort beriet sie über einige Monate hinweg die weiblichen und männlichen Kundinnen und Kunden. Ich konnte sie befragen, welche Erfahrungen sie bei der Wahl der Menschen nach ihrer Hose machte und welche Bedeutung die Passform der Hose hatte. Vereinfacht ausgedrückt komme ich mir ihr zum Fazit, dass die Mehrheit der Menschen hauptsächlich Wert auf eine nicht zu groß wirkende Optik des Hinterns legten. Eine Vielzahl der Kundinnen in der Abteilung Jeans war an engen Jeans interessiert ( 2004) , die die Form ihres Popos hervorheben würden. Bis eine Hose gefunden wurde, die nach Ansicht der Kundin zur Form ihres Popos passte, verging schon mal eine Stunde und mehr. Der Blick in den Spiegel mit der jeweiligen Hose fiel fast immer nur kurz auf die Frontalansicht, viel länger und intensiver wurde nach Aussage meiner Freundin die Rückansicht überprüft! Kann ich dabei herausfinden, welchen Einfluss die Poform bei der Wahl der Hose hat? In einschlägigen Foren werden Tipps zur Form der Hose gegeben, die sich nach der Poform richten. Die Röhrenjeans lieber für die Pfirsischform oder Tomatenform, bei der Birnenform einen nicht so hohen Bund wählen, weil der die Größe zu stark betonen würde. Worum geht es bei der Darstellung der eigenen Hinternform?

    Der Mensch möchte schön aussehen. Das setze ich als gegebene Maxime voraus. Und die Form des Hinterns soll bei den meisten Menschen ebenfalls schön aussehen. Außer sie gehören zu den „Hinternversteckern“. Wissen die Menschen von der Form ihres Hinterns? Wissen sie, wie sie von hinten aussehen? Ein Versuch einer Gruppe von Attraktivitätsforschern nahm sich dieses Themas an. Personen wurden in ihrer Rückansicht fotografiert und sollten anschließend ihren Popo unter mehreren Popos erkennen. Das Ergebnis war für alle überraschend, denn viele erkannten ihren Po nicht auf Anhieb.

   Wie ist es also mit der Form und der Erkenntnis bei den Menschen und wie reagieren sie darauf? Nicht jeder hat die Möglichkeit einen Berater zu befragen. Leider! Ist die Form dem Menschen bewußt, kann er/sie für den eigenen Hintern die „schönste“ Hose aussuchen. Bei meinen Eindrücken aus dem Straßencafe heraus stelle ich fest, dass vielen die Form nicht so recht bewußt ist oder, was auch oft der Fall zu sein scheint, es ist dem Menschen vielleicht nicht so wichtig ist. Ob es wichtig ist oder nicht, das wäre in einer empirischen Umfrage zu eruieren. Warum wäre die Ansicht des eigenen Hinterns anders zu werten, als die anderer Körperregionen? Was würde für einen Unterschied hinsichtlich der Wertung sprechen? Die Beschreibung der Formen des schönen Popos kann ich anhand meiner Bilder am leichtesten beschreiben. Dazu beim nächsten mal mehr.

   Im Bewußtsein der Menschen bleibt das Aussehen des eigenen Hinterns sehrwohl. Nur die Optik, weil sie dem eigenen Gesicht abgewandt ist, lässt Zweifel darüber aufkommen, ob es für den Menschen viel bedeutet. Wird die Hose – vermutlich zuhause – noch mal begutachtet, wenn überhaupt, so macht sich unterwegs kaum einer noch Gedanken über die Passform und das momentane Aussehen seines Hinterns bis auf gelegentliches Emporziehen des Beinkleides. Wie denn auch, es sind andere Dinge natürlich wichtiger. Fast niemand läuft durch die Stadt und denkt über die Form des eigenen Popos nach, auch ist es schon technisch nicht so einfach, geeignete Spiegel zu finden und sich dann auch noch “ Uhu-Like“ umzusehen. Was sollten die Passanten da nur denken? Wir haben manchmal eine Art „Passgefühl“, das uns verrät, wie wir uns in der Hose fühlen, wie sie sitzt, sagte eine Freundin. „Wir kennen sie und wissen um den Sitz des Beinkleides, gehen so beruhigt in die Welt hinaus.“ Manch einem geht dieses Gefühl ab. (Nicht berücksichtige ich wiederum die Menschen, denen das Aussehen des eigenen Hinterns gleichgültig ist, wie oben erwähnt.)

   Für die Frau ist es meistens wichtiger, wie sie von hinten aussieht, als für den Mann. Weil die Frau erfahrungsgemäß Wert auf ihr Äußeres legt, ist sie für mich immer wieder schön anzusehen, dabei spielt die Form des Pos eine eher untergeordnete Rolle. Eine größere Rolle spielt die Passform der Hose und dabei entsteht der Widerspruch in Punkto Form: Was ist maßgeblich für eine Form? Hose oder Hintern. Auch hier in den Kommentaren bestätigte ein Leser die landläufige Meinung, dass in der richtigen Jeans jeder Po toll aussähe. Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Ich meine, eine Jeans kann durch einen bestimmten Schnitt der Figur des Trägers eine „Form“ geben, doch die Struktur des Knochenbaus bleibt erhalten, so dass damit die Grenzen der Formbarkeit aufgezeigt sind. Selbst die Muskulatur des Gesäß´ ist von erheblichem Einfluss auf das Erscheinungsbild des Trägers. Ein Mangel an Bewegung lässt deutlich weniger straffe Formen auch in der Jeans erkennen! ( Wie gesagt, ich möchte es immer wieder betonen: Es geht hier erst mal nur um die reine Äußerlichkeit, die Seele des Menschen bleibt von dieser Betrachtung unberührt!)

Wie ich vorher bemerkte, genießen es viele Frauen, wenn sie den ein oder anderen Blick der Männer auf sich ziehen oder gar ein freundliches, anerkennendes Lächeln erhalten. Die Form des eigenen Popos ist den meisten Frauen ebenso wichtig, wie die Optik allgemein. Deshalb entwickelten die Hosenhersteller die „Push-Up Hose“ für den schönen Hintern. Außerdem sind vielfältige Fittnessübungen für den straffen Popo in Mode, das aber schon immer. (Mehr noch die jüngeren) Frauen tragen gerne enge Jeans. So ist die Form des Pos gut zu erkennen. Ich gehe davon aus, dass es so gewollt ist, wäre es nicht ein Leichtes, den Po zu verhüllen. Die Form des Hinterns hat bei dieser Zurschaustellung, die ja die meisten Männer sehr anziehend finden, nichts damit zu tun, denn gleich welcher Form, wir sehen in der Öffentlichkeit alle Formen. Der Mensch „hinter dem Hintern“ ist nun mal so geformt, wie er ist und der Mensch zeigt, was er hat: Er tut dies gerne, und es gibt genug Menschen, denen der Hintern so gefällt, wie er ist. Es wäre müßig zu erforschen, welche Form unter den Pos die beliebteste Form ist. Die Aussage würde möglicherweise den einen oder anderen Hintern favorisieren. Dass der etwas dickere Hintern der beliebtere ist, das haben Wissenschaftler bereits eruiert. Es sagt jedoch nur wenig über die Form aus. Die Gewinnerin des Po-Contest in 12/2012 in Brasilien hat beispielsweise einen eher fülligen Hintern.

   Vielleicht denkt der ein oder andere Leser, dass die Form des Hinterns Rückschlüsse auf das Wesen des Menschen zulässt. So gab es (oder gibt) in den 1970er Jahren die Volksweisheit, dass ein straffer aufrecht geformter Po auf ein schnippisches Wesen hinweist. Über wissenschaftliche Verifizierungen diesbezüglich ist mir aber nichts bekannt. Dazu wird möglicherweise jeder seine eigene Ansicht haben. Die Vorliebe für die Form ist also eine Geschmackssache, wie für andere Vorlieben auch. Sind lange Haare schöner oder kurze Haare?
Unterliegen also die Formen des Hintern auch einer Mode! Im Laufe der Zeit wechselten die Idealformen immer wieder. Adäquat zu der Größe des Pos waren mal der kleine, tomatenförmige Po „in“, mal der breitere, birnenförmige Po. Allein in unserer Zeit gibt es Liebhaber für die Form des Pos wie der von Shakira, genauso aber gibt es Liebhaber von Pos mir der Form wie der von Kate Moss ( bischen Gimp?!). Die Formen stehen nur als Beispiel für die Vielfalt der Po-Formen, die so zahlreich, wie es Menschen gibt, sind. Glücklicherweise! Und selbst dann spielt sich das ab, was bei uns allen der Fall sein wird: Im Laufe unseres Lebens können wir glatt vom Pfirsich zur Tomate werden …   😉  UND BLEIBEN DOCH GELIEBT!