Theater des Lebens [109]

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Denken, Sprechen Wahrheit, Schein, Sein – Schreiben

Komm, spielen wir ein Spiel. Ich spiele ein Spiel. Du spielst ein Spiel. Im Spiel kann ich der sein, der ich will. Ich kann der sein, der erwartet wird. Ich kann der sein, der ich gerne wäre. Ich kann der sein, der ich nie war. Ich kann der sein, der ich immer schon war.

Ich kann so sein, dass ich sehr elastisch reagiere. Auf dass es mich zerreißt, so flexibel kann ich werden. Starr kann ich ebenso sein, bewege mich keinen Millimeter, Kompromisse sind mir ein Gräuel. Komm, spielen wir ein Spiel. Medial ist es doch so leicht, noch viel einfacher, als es real ohnehin schon ist. Bist Du ein anderer Mensch, während Du arbeitest, als Du einer bist, der im Urlaub verweilt? Erkenne ich Dich nicht wieder, wenn Dir zum einen Person A gegenüber steht, ein anderes Mal Person B? Bist Du in Gesellschaft gänzlich anders? Gibst Du dort den Entertainer oder kommst als leiser Gast? Kennen Dich Deine Freunde als den Storyteller oder den sanften ruhigen Beobachter? Vielleicht liege ich völlig daneben, und Du begibst Dich lieber gar nicht erst auf Gesellschaften? Sie sind unvermeidlich? Wer bist Du dann, wie wird man Dich antreffen? Oder bleibst Du trotz der Unvermeidbarkeit dennoch fern?

Zurück zum Spiel. Wir können uns schreiben, diese Möglichkeit bieten schließlich die meisten sozialen Netzwerke. Viele Menschen haben dort einen Auftritt. Dieser Auftritt kann eine gute oder perfekte Vorstellung sein, leider manchmal auch eine miserable. Doch gehe ich bei Dir selbstverständlich von einem durchdachten, organisierten Profil aus. Alles ist planbar. Alles kann variiert werden. Der Mode kann umgehend Rechnung getragen werden. Kein Problem.

Dann ein Kontakt. Wie zu den Anfängen des Internets, als man sich noch mit einem Modem über die Telefonleitung in einem langen Prozess einwählen musste, man immer mal wieder herausflog und die ganze Prozedur von vorne begann – garantiert war nur, dass es mehrmals geschah. Kontakt also, man schreibt sich. Zwei fiktive Quellen begegnen sich, noch handelt es sich wahrscheinlich um humanoide Formen. Obwohl es schon zu Basic und Newdos-Zeiten ein in Basic verfasstes Programm gab, das sich mit Dir unterhalten konnte, indem es aus Deinen Antworten – zugegeben nicht immer ganz logisch- neue Fragen bildete, und diese an Dich richtete. (Du sagtest vorhin, dass…., wie passt das zusammen mit… ) Kausalität war nicht immer gegeben. Alles geschah schriftlich, Spracherkennung gab es nur äußerst rudimentär, es ist tatsächlich die Computerstimme, die sich jedermann vorstellt.

Zurück zum Spiel. Zwei Wesen beginnen eine Unterhaltung. Namen zur Anrede werden genannt, Synonyme oder nicht, wer weiß? Wobei, ich stelle fest: Eine Anrede wird (auch hier bei WordPress) wohl zunehmend uninteressanter. Finde ich zwar schade, aber digital-anonym ist kaum anders zu erwarten. Schall und Rauch seien Namen schrieb einst Schiller, also was soll’s.

Das Alter wird manchmal genannt, aber wozu eigentlich, vielleicht stimmt es, oder nicht. An der Wortwahl ist es oft recht schnell zu erkennen, denn Wortschatz und dessen Verwendung lernt man hierzulande in der Schule weniger. Einige andere Merkmale weisen noch besser darauf hin. Aber wie gesagt, wozu. Alter spielt nur eine Rolle, wenn man auf Partnersuche ist, sonst gibt es keine Begründung, weshalb eine Kommunikation auf gleiches oder ähnliches Alter beschränkt sein sollte. Es kommt auf das Thema an, und dabei können Menschen unterschiedlichen Alters durch Beschäftigung mit einem bestimmten Thema ein sehr ähnliches Level erreichen. Manche Menschen beschäftigen sich in 40 Jahren nicht mit einem Warum, Woher, Wohin! (Ganz ohne Wertung gemeint!) Andere schon intensivst mit 17.

Wir waren beim Spiel. Es beginnt. Wir schreiben, tippen am Rechner oder die Daumen rasen über das Handy. Fragen und Antworten, Meinungen und Antipathien, Erlebnisse und Erfahrungen werden kommuniziert. Hin und her und her und hin wechseln die Worte. Es wird ein Luftschloss errichtet, die Vorstellungen beginnen zu wachsen, auf dem Boden, der unser Fundament bildet, in uns, wird verglichen und abgeglichen, bis das Bild passt, welches durch Worte aufgebaut wird. Immer wieder kommt es zu Rissen in Wänden, Stützpfeiler geben nach und bringen ganze Etagen zum Einsturz. Doch sogleich wird eine neue Säule errichtet, die etwas stärker erscheint, und in Verbindung mit den anderen Säulen ein Bild ergibt.

So wird es bleiben, nur ungern geben wir Irrtümer zu, versuchen lieber zu kitten, was porös erscheint, und es entsteht letztendlich ein Stückwerk, das keiner realen Begegnung stand hielte, wären wir nicht so verblendet von unserem eigens gebildeten Bildnis, das schließlich so passend aus uns heraus erschaffen wurde. Da hat der reale Andere eigentlich nichts mehr zu suchen, nicht wahr?

Beliebige Bilderflut [105]

Ich sehe das anders. Bilder, überall. Selfies, wohin man digital blickt, alle filteroptimiert. Menschen wurden vor der Kamera abgelichtet, die Ergebnisse sind sichtbar auf all den einschlägigen Plattformen im Internet. Präsentation als Sinn und Zweck scheint der Darstellung von Kunst (Fotografie war niemals ausschließlich Kunst) gewichen zu sein. Bilder, nein, Fotos erschaffen eine virtuelle Realität. Ich bin etwas überfordert mit dem Maß der Nutzung der digitalen Virtualität und ich bin schon etwas erfahrener im Leben, heißt, ich habe vieles gelernt, vergessen, erlebt, gelitten, mich an Vielem erfreut und manchen Schwindel und Hype über-lebt. Wenn es für uns Menschen einen Horizont gibt und ich ihn beschreiben würde, so begänne ich am Tellerrand.

Mein Leben hat, wie vielleicht auch Deines, viele Gewässer durchschifft, hat manchen Sturm gemeistert, sonnige Tage erlebt, aber auch den ein oder anderen Schiffbruch erlitten. Bis heute und hier hin aber bin ich am Riff nicht verendet, sondern konnte allein oder mit Hilfe anderer Menschen ein neues Schiff bauen und die Reise fortsetzen. Wieder mit sonnenbeschienenen Stränden und schweren Unwettern, Flauten und Stürmen, in voller Gleitfahrt und vor sich hin dümpeln. Mal sogar zurück treibend. Bis heute habe ich damit einen Fundus errichtet, der mir aus heutiger Sicht eine schier unendliche Vielfalt an Erinnerungen darbietet, Erinnerungen, die sicher in ihrer Gänze total eingefärbt mit Gefühlen in einem zumindest rosigen, bisweilen aber auch dunklen Licht auftauchen.

Sitze ich gedanklich auf der Luv-Seite in der Sonne, blicke zum Horizont, den warmen Wind auf meiner Haut, die Geräusche des Bootes, das mit nur dem Wind durch die sanften Wellen des Meeres schneidet, so verliere ich mich gerne immer wieder in den vergangenen Welten von einst. Aus dem eigenen Repertoire tauchen Gedankenkonstrukte auf, immer gefühlvoll begleitet von Gerüchen, ich rechtfertige und erkläre, genieße, ich lebe nach und fühle. Von Zeit zu Zeit entführt mich eine Welle oder Boe in die nähere Dimension, blicke auf die Segel, korrigiere behutsam den Kurs, um gleich wieder in die entfernten Welten der Erinnerungen zu gleiten.

Doch ich war beim Foto. In jeder erdenklichen Situation werden Fotos geschossen. Was viel entscheidender ist, sie werden alle gepostet! Alle paar Minuten, Stunden. Tage eher nicht, denn das ist zu viel, das verzeihen die Follower nicht und entfolgen. Die älteren Fotos, mit einem Alter von vielleicht 4 Stunden sind schnell wertlos und verschwinden im Nirvana des www. Was bezwecken wir Menschen mit dieser Lebensweise, diesem Handeln und Posten von Essen und Haustieren, von Looks und Schmuck, von Nahrungsergänzungsmitteln und Proteindrinks und besondes Urlaubsdestinations? Als öffentliches Tagebuch zur eigenen Doku könnte man es möglicherweise verstehen, doch was gezeigt wird, ist häufiger das, was sein sollte, anstatt dem, was tatsächlich ist. Der Sinn und Zweck erschließt sich mir immer weniger. Wie geht es Dir damit? Was erwirkt diese Überflutung von Medien in Dir? Welchen Stellenwert hat ein Foto für Dich? Wie viele Fotos lagern in Deinem RAM? Oder Videos? Wie siehst Du den (hauptsächlich) deutschen Widerspruch von abnehmenden Zahlen der Abbildungen von Menschen in der Streetfotografie bei gleichzeitiger Flut von Selfies oder Buddies in den sozialen Netzwerken? Fragen über Fragen, und hier sitze ich und staune! Naja, nicht wirklich, gleich fängt Djungelcamp an. 😂

Bin dann mal offline, aber nur kurz…. 😊

Ab Februar wieder da wünsche ich Euch allen eine wunderschöne Zeit und Gesundheit, gehabt Euch wohl, und bleibt aktiv bei der Verbesserung der Welt, sowie Euch selbst! Ich mache es auch. Ein paar Beiträge von mir habe ich terminiert, wie immer Sonntags um Neun, ich freue mich auf Eure Beiträge, die ich dann im Februar alle nachholen möchte zu lesen!

Bis dahin, und glaubt an Euch!

From February again here I probably wish You all one wonderful time and health, had to You, and remain actively with the improvement of the world, as well as yourselves! I also do it. I have a few contributions of myself set in time, as usual, Sunday at Nine, I am glad about your contributions for which I would like to make up then in February everything to read!

Till then, and believes in You!

Febbraio nuovamente dato che auguro a tutti voi un tempo meraviglioso e salute, probabilmente avuto e rimane attivo nel miglioramento del mondo, così come il tuo! Lo faccio anche. Ho messo un paio di post da me il tempo, come sempre la domenica alle 09:00, attendo con ansia i vostri contributi, mi piacerebbe fare poi a febbraio tutti a leggere!

Fino ad allora e crede in te!

Février à nouveau car je souhaite à vous tous un temps merveilleux et la santé, vous avez probablement eu et reste actif dans l’amélioration du monde, ainsi que les vôtres ! Je le fais aussi. J’ai mis quelques messages de moi à l’heure, comme toujours le dimanche à 09:00, j’attends avec impatience vos contributions, je tiens à faire puis en février tous les lire !

Jusque-là et croit en vous !

Febrero otra vez pues deseo que todos ustedes un maravilloso tiempo y salud, probablemente tuvo y sigue siendo activo en la mejora del mundo, así como de su propio! Lo hago también. He puesto un par de posts de mí en el tiempo, como siempre los domingos a las 9:00, esperamos vuestras aportaciones, me gustaría hacer en febrero todos a leer!

Hasta entonces y cree en ti!

Olaf 🙋 😊

Was bekommt Ihr angezeigt?

Im Reader finde ich manchmal einen Zeitsprung. Ich habe, wie jeder nachschauen kann, der mag, mehr als diese beiden Blogger abonniert und ich denke nicht, dass unter all den Menschen 13 Stunden lang niemand etwas veröffentlicht hat. 😢😂

Wie sieht es bei Euch aus, auch solche Sprünge im Reader? 😟

Freundliche Grüße und ein schönes Wochenende ab morgen…

Vom Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen (98)

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mies-vandenbergh-fotografie

„Ich sehe so aus, wie ich aussehe!“ „I am what I am!“

Von Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ist die Rede. Ich möchte den Bogen spannen von hier zum Aussehen hin, und weiter zu der Erkenntnis hinarbeiten, dass der Wert eines Menschen nicht von seinem Äußeren bestimmt ist. Das Äußere jedes Einzelnen hat natürlich einen Wert, doch der macht nicht den Menschen aus. Sein Wirken ist es schlussendlich, was den Menschen ausmacht, denn der abgewandelte Spruch: „Die Worte hör‘ ich wohl, allein mir feh’n die Taten…“ beinhaltet das gesamte Leben. Wir zeichnen uns durch das aus, was wir geschaffen haben, erwirkt haben.

Die ersten leisen Töne des Pfades zum Selbstbewusstsein vernehme ich, wenn ich beginne, mich selbst wahrzunehmen. Ich beginne zu erkennen, wenn ich hinsehe. Durch meine eigenen Augen, nicht durch die Augen anderer Leute soll ich mich sehen. Ich muss lernen, mich so wahrzunehmen, wie ich bin, nicht so, wie ich gerne wäre. Das heißt nicht, dass ich meine Visionen begraben sollte, denn die sind der Motor auf dem Weg des Lebens, ich muss nur als Fundament bei der Erkenntnis von mir selbst beginnen. Wie schwer das ist, davon kann jeder selbst ein Lied singen. Doch es hilft nicht. Gehe ich von irrigen Annahmen aus, so komme ich zu keiner wahrhaften Erkenntnis. Auch unser Aussehen bildet da keine Ausnahme.

Plakativ gesagt ist es so, wenn ich ein gesundes Selbstbewusstsein habe, so strahle ich das auf mein Äußeres aus. Nicht überkandidelt, keine Selbstüberschätzungen führen mich weiter, nur die wahrhafte Auseinandersetzung bringen mich dahin. Reflektiere ich mein Äußeres, wie meine Handlungen, meine Worte, meine Ideen und Ziele, meine Wünsche und Gedanken, so weiß ich um mich und um mein Aussehen. Danach richtet sich meine Kleidung, meine Mode, mein Haarschnitt, wie meine Neigung zu Kosmetika.

Weiß ich von mir, weiß ich, was ich MIR wert bin, so entsteht meiner Ansicht nach ein harmonisches Äußeres. Bin ich unsicher, so schwanke ich, in der Kleidung wie im Leben, weil ich nicht weiß, wie ich reagiere. Ich kenne mich dann nicht, weil ich nicht erkannt bin. Weiß ich von mir, liegt es an mir, diese Erkenntnis souverän umzusetzen. Gefeit vor Irrtümern ist man natürlich nicht, weil man nicht immer und ausschließlich wahrhaftige Erkenntnisse gewinnt, dafür ist man zu sehr Mensch. Doch darum geht es nicht, den diese Irrungen und Wirrungen bieten manches Mal einen neuen Ansatz, der uns zu neuen, vielleicht unausgetretenen Pfaden geleitet. So wie der Schritt zurück uns erst die klare Sicht auf unser Selbst gewährt.

Es ist unser Bewusstsein, das uns Vertrauen in uns selbst setzt. Wenn ich weiß, was ich bin, was ich kann, was ich fühle und wünsche, so kann ich darauf vertrauen zu wissen, was richtig für mich und meine Umgebung ist, zumindest was ich nach aktuellem Stand meiner Erkenntnisse dafür halte. Danach in aller Gelassenheit zu handeln, und so auch meine Äußerlichkeiten zu formen ist für mich ein erstrebenswertes Ziel. Damit bieten wir auch anderen Menschen einen Halt im Umgang mit uns, und wir werden durch unsere Selbstsicherheit zu Leuchttürmen im Leben unserer Freunde und Partner.

Manifestiert sich dies in unserem Äußeren, so sind wir weit weg von Mode jeder Art, von Strömungen und Trends, wir werden eher zu Trendsettern. Wir können so jenseits von „Hüh oder Hott“ unseren eigenen Stil leben, der durch das Authentische in unserem Wesen und unserer Erscheinung ein Charisma entstehen lässt.

Ich plädiere für die erfolgreiche Weitergabe dieser Erkenntnis, mit einer inneren Ruhe sowie einer vernünftigen Wertschätzung eines jedes Einzelnen von uns zu einem konsistenten, authentischen Wesen zu werden, uns so zu formen, oder vielmehr sich dahin zu entwickeln. Ein Kern der Angelegenheit ist es damit, unsere Kinder so zu fördern, dass sie zu Menschen werden, die sich selbst wertschätzen lernen.

Und auch wir sind nie zu alt, das zu lernen.