Phantasie [95]

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Wunsch? Eher nicht.

Vorstellung? Nicht ganz.

Idee? Ist dabei.

Traum? Ja, geht schon in die richtige Richtung.

Phantasie? Hat unbedingt damit zu tun.

Gefühl? Äußert sich darin öfters.

Sehnsucht? In Gänze dabei.

Im heutigen Beitrag versuche ich zu konkretisieren, welche Kraft mit all den oben genannten Worten zu tun hat, ohne dass eines der Worte allein zutreffend wäre. All diese Worte sind Teil eines Puzzles, das wiederum einen Teil von mir ausmacht. Dieser Teil beschäftigt und begleitet mich zeitlebens, er lässt in mir Gedanken um die Bedeutung und Ziele, die ich habe, entstehen.

Dieses gewisse Etwas, das immer mal wieder aufblitzt, das sich manchmal sogar einen Augenblick länger zeigt, um dann wieder unscharf zu werden, sich damit meinem Blick entzieht – es fesselt mich seit je her. Es überrascht mich, taucht auf und hinterlässt in mir eine tiefe Leere, indem es wiederum verschwindet; niemals aber ohne eine gewisse Sehnsucht zu hinterlassen. Es erscheint, nicht dauerhaft greifbar, nur seine Auswirkungen in Form der oben genannten Substantive und vor allem der damit verbundenen Gefühle, die mich – wie alle Menschen letztlich – ausmachen, wirken mein Leben lang.

Vielleicht ist dieses gewisse Etwas eines der Dinge, die mich als Ganzes antreiben etwas zu verwirklichen, es mutet an ein Teil meiner Kreativität zu sein. Es reicht deutlich über das Alltägliche hinaus. Es entgegnet jene Kraft, die einer Vergänglichkeit widerspricht, die in allem und jedem existiert, da nichts auf der Welt beständig ist, so sehr wir es auch wünschen. Ist jeder Mensch, so wie ich, bestrebt, etwas Bleibendes zu hinterlassen? Entsteht dieser Wunsch in jedem Menschen, wenn er realisiert, dass es eine Endlichkeit in allen Bereichen gibt?

Von der Endlichkeit des Lebens erfuhr ich auf sehr drastische Weise. Einer meiner Mitschüler wollte die A46 als Abkürzung zu Fuß überqueren, es misslang ihm jedoch. Das Geschehene war für mich bis zu dem Zeitpunkt absolut fiktiv, an dem ich mich von ihm in seinem sehr klein anmutenden Kindersarg verabschieden konnte. Es war im 3. Schuljahr mit 9 Jahren, und dies zu verarbeiten war nicht ganz leicht, das weiß ich heute. Er war unheimlich klein, wie er so da lag, viel kleiner, als vorher in Wirklichkeit.

Zurück zum Versuch diese Kraft in mir zu umschreiben und zu greifen, zu dem Versuch herauszufinden, was sich hinter diesem Gefühl der Unvollständigkeit verbirgt. Bedürfnisse sind allgegenwärtig, dafür bin ich Lebewesen. Neben den funktionalen Bedürfnissen, wie atmen oder schlafen gibt es die sogenannten primären und sekundären Bedürfnisse, wie etwa, primär, Essen und Trinken, Wohnen und Wärme. Von den sekundären Bedürfnissen möchte ich als Beispiele die Sicherheit und die sozialen Kontakte nennen. Vielfach geht man davon aus, dass erst diese Bedürfnisse gestillt sein müssen, damit der Mensch es wagen kann, sich mit seinem vielleicht tiefsten Bedürfniss auseinanderzusetzen: Der Selbstverwirklichung.

Wie die Selbstverwirklichung aussehen kann, wie weit die dafür nötige Selbstfindung gediehen ist, liegt bei jedem Individuum selbst. Ob jeder Mensch dazu kommt, sich dieser Herausforderung zu stellen ist fraglich, denn um die Befriedigung der Grundbedürfnisse ist es weltweit aus mannigfaltigen Gründen, wie z.B. Gier nicht gut bestellt. Ein hungriger Geist philosophiert nicht gerne, sondern sucht Nahrung. Wir sind weit davon entfernt, denn das Gut der Erde wird auf Kosten Vieler auf nur wenige verteilt. Was ist aber, wenn ein Mensch das Privileg besitzt, sich über seine Selbstverwirklichung Gedanken machen zu können, welche Wege wird er wählen?

Beginnt ein Mensch beispielsweise eine Sammlung, so kann deren Ziel stets nur sein, unvollendet zu sein, damit das Ziel selbst, nämlich „Sammeln“, erhalten bleibt. Jede Sammlung soll unvollendet bleiben, es wird nämlich immer etwas geben, was in der Sammlung fehlt, nicht wahr? Welche Ziele gibt es noch? Anhäufung von Gütern jedweder Art? Konzentration von Macht? Privilegierung bestimmter Gemeinschaften und Gruppen? Entwicklung einer Persönlichkeit? Dienst am Leben? Diese Liste kann unendlich fortgeführt werden.

Bei mir hat das anfangs beschriebene Gefühl, diese Kraft, eine wesentliche Bedeutung im Bereich der Sinnfindung für mein Leben eingenommen. Latent empfinde ich es als allgegenwärtig. Es findet sich verborgen oder offen in Text, Musik oder im Bild, es ist in der Form, der Skulptur und besonders der Natur zu emp-finden. Musik beispielsweise lässt mich erschaudern, wenn sie die Seele berührt, das Gefühl von überirdisch entstehen lässt, wie zum Beispiel bei einem Konzert des Hilliard-Ensembles mit Jan Garbarek im Berliner Dom, als die Sänger zu Beginn des Konzertes aus verschiedenen Richtungen von piano bis hin zu forte singend sehr bedächtig in Richtung Altar gingen, wo Jan Garbarek in seiner unwahrscheinlich gefühlvollen Art die Gesänge des Officiums mit seinem Saxophon untermalte.

Aber auch andere Kunstwerke vermögen dieses Gefühl entstehen zu lassen. Ob es menschengemachte Werke sind oder die der Natur. Mich fasziniert eine Art der Vollständigkeit, der Vollkommenheit, die vielleicht für jedem Menschen eine andere ist, die mich in diesem Augenblick anlächelt und sagt: Sieh her, hier bin ich, all das, was zu Deiner Vollkommenheit fehlt. Damit erweitert sich vielleicht der Schein und lässt mich die Wärme spüren, die möglich zu erlangen ist, wenn ich es so ausdrücken möchte. Ich empfinde eine Sehnsucht nach dieser „Schönheit“, dieser „Kraft“, diesem „Etwas“, das für mich nicht so einfach in Worte zu fassen ist.

Nun suche ich, wie viele Menschen auf der Welt, nach einer Ausdrucksform, dieses Gefühl zu manifestieren, darzustellen. Erneut komme ich zu den mir gegebenen Möglichkeiten als Mensch, dies auszudrücken. Ich erwähnte zuvor die Kunst. Sie ist ein möglicher Weg, das auszudrücken. Aber beileibe nicht der einzige. Denn was uns letztendlich ausmacht, sind unsere Taten und ihr Pendant, die Unterlassungen. So kann ein Audruck dieses Gefühls die Tat sein, die in ihrer Beschreibung dann nur eine Güte besitzen kann, nämlich in Form von Menschlichkeit, Großzügigkeit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, und viele Begriffe mehr sind damit verbunden. So äußert sich diese Kraft in viel mehr als einer darstellenden oder bildenden Kunst, sondern sie zeigt sich im täglichen Leben, in Partnerschaft und Freundschaft, in der Gemeinschaft und Gesellschaft, in nahezu jedem Bereich unseres Wirkens.

In der Kunst aber dieser Kraft einen Ausdruck geben zu können ist eine der höchsten Werte, und das aus gleich mehrerer Hinsicht. Ein Mensch muss finden, in welcher Kunst er seiner Seele einen Ausdruck verleihen kann. Und als allererste Maxime überhaupt kann nur gelten, dass es jedem Menschen zustehen sollte, diese finden zu können, zu dürfen. Ich meine, diese Kreativität steckt in jedem Menschen. Durch viele Faktoren wird sie jedoch nicht entwickelt, wird von außen oder innen unterdrückt, oder sie wird als nicht von Bedeutung angesehen. Wie im letzten Abschnitt gesagt kann sie auch in Form der Organisation von Projekten liegen oder ein Handwerk zu vervollkommnen, die Möglichkeiten sind äußerst vielfältig.

Nicht jeder kann komponieren oder malen, bildhauern oder fotografieren, zeichnen oder modelieren, nähen oder erfinden, doch ich meine, es gibt unendlich viele wertvolle Bereiche, in denen ein Mensch zum Künstler werden kann, eine, seine Berufung finden kann. (Jeder weiß, dass es einen Unterschied gibt zwischen Beruf und Berufung, nicht wahr!?) Es geht darum, diese Kraft zuzulassen und sie nicht einem System zu opfern, ganz gleich, welches, da jedes System die Individualität aus Eigenerhaltung scheut und unterdrückt. Klar, sonst wäre nachher nichts mehr systematisch. 😊 Aufklärung dahingehend tut Not, und jedermann sollte dies verkünden, damit die Kreativität im Mensch zu einer lebenswerten Welt beitragen kann. Ist aufwendig, ja, aber nicht unmöglich, meine ich.

Erneut zurück zur Kraft, der ich mit den anfangs genannten Substantiven auf die Spur kommen möchte. Es geht um die Übertragung dieser Kraft auf etwas, das sie sichtbar macht, eine Art Transformation, in die sich dieses Gefühl ergibt. Wenn es gelingt dieses umzusetzen, so beinhaltet das Werk, welcher Art auch immer es ist, die ihm eigene Seele und möglicherweise überträgt sie sich auf den Empfänger. Zusätzlich möchte ich noch von einem weiteren Ziel ausgehen, nämlich der Inspiration. Ich finde einen Zauber in manchem Kunstwerk wieder, das die Kraft hat, seine Entdecker in irgend einer Art zu inspirieren, selbst der Kreativität freien Lauf zu lassen. Dieser Inspiration kann es ein Leichtes sein, zu höherem und mehr, als momentan möglich scheint zu leiten. Und ein Kunstwerk, das möchte ich zum Abschluss diesen ersten Teils deutlich betonen, muss nicht auf ein Werkstück oder Material an sich beschränken, es kann auch ein Handeln sein, ein „Sein“; wie ein Vorbild einfach nur ist mit dem, was es macht und was nicht. Transformation ist Veränderung einer Konstellation, in welchem Bereich auch immer, wenn diese zielgerichtet auf unbestrittene Werte erscheint, führt sie zu einer Erweiterung von Schaffenskraft und Sein und einer Verringerung von Fehlgeleitetem.

Ich freue mich stets, wenn dieses Gefühl zu spüren ist, denn es lässt mich aus dem Vollen schöpfen, es ist manchmal sogar so, dass es mich überfordert. Die ambivalente Wucht seiner Erscheinung gilt es für mich umzuleiten in schöpferische Kraft, deren Ausdruck wahrscheinlich eine ewige Suche bleiben soll, wie eine Sammlung, deren Ziel der Mensch, seine Seele selbst ist. Lasst uns jeden Morgen aufbrechen, jeder Schritt ist ein Stück des Weges zu einem Ziel.

Zusammenspiel (Ein Joint-Venture) [91]

Fotoshooting, Koblenz, Portrait, tfp, Fotograf, Model,

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Unisono. Es war schön. Wir verstanden uns. Fotograf und Model. Dieses Zusammenspiel schlug sich nieder in unseren Bildern, Fotografien, die den Eindruck vermitteln, es wäre überhaupt kein Fotograf anwesend gewesen.

Wie es dazu kam ist recht kurz zu fassen: Wir kennen uns seit 2 Jahren. Haben schon zusammen gekocht nach unseren Shootings und blödeln schon mal durch die Gegend. Vielleicht entsteht solch eine Vertrauensbasis, wenn man weiß, was „dahinter“ steckt. Ganz selten funktioniert es schon bei der ersten Zusammenkunft, beim 2. Male wird es meist besser. Doch auch weniger gut kann es werden, wenn einer schlecht drauf ist. Es pendelt sich ein, meistens. In besagtem Falle funktionieren wir, reibungslos und inspirierend geht uns die Arbeit von der Hand. Die Zeit vergeht rasend schnell, es gibt relativ wenige Pausen, nur der Fotograf nervt dauernd mit Trinkaufforderungen. 😊

Andere Teilnehmer am Shooting, darunter MUA und Stylistin, sowie Helfer lassen sich da gerne anstecken, sie sind aber lange nicht immer dabei. Ich denke hin und wieder an unseren Erstkontakt zurück und schmunzle dabei. Sie ist einer derer Models, die ich auf der Straße angesprochen hatte, ihr gab ich meine Karte und alles andere fügte sich: Rückruf, erstes Treffen, erste Shootings und Familie kennenlernen, alles Standard. Nur die Art der Zusammenarbeit entwickelte sich derart leicht, was lange nicht immer so ist. Manchmal aber passt es, wie hier. Kreativität und Ausdauer, Ideen und deren Vorbereitung gehen Hand in Hand, es macht Spaß und das ist bekanntlich einer der Motoren solcher Shootings. Was will ich damit eigentlich sagen?

Dieses Beispiel dient mir als ein möglicher Maßstab für gelungene Zusammenarbeit. Langjährige Erfahrungen führen schneller zu einer solchen Arbeitsweise, aber nicht jeder hat diese Erfahrung und ich erinnere mich an meine eigenen Anfänge. Dabei ist allerdings eines sehr interessant zu beobachten: Es ist altersunabhängig, wie die Zusammenarbeit von statten geht, wie das erste Treffen verläuft, wie die Kommunikation funktioniert und wie zuverlässig ein Mensch agiert! Ich wünschte mir oftmals, dass dies alles etwas stetiger wäre. Es ist wie im richtigen Leben, auch da sind viele Kontakte von Unverbindlichkeit geprägt, Dinge laufen anders, als besprochen, Ernsthaftigkeit ist Mangelware. Warum sollte es bei den Shootings anders sein? Dass es bei manchen Menschen anders geht, freut mich ungemein. Dafür bin ich gerne bereit, mehr zu tun, in welcher Form auch immer.

Die andere Seite ist mir immer etwas unverständlich. Ich gehe davon aus, dass es sich bei einem Shooting, der Erstellung von schönen Bildern, um eine Sache handelt, die man gerne macht, die nichts mit Zwang oder Pflicht zu tun hat, die freiwillig und unter den besten Voraussetzungen stattfinden wird. Sicher ist es eine Frage von Stellenwert und Zielen für sich selbst, das ist aber bei der Erschaffung von Kunst immer die große Frage. Eine Unsicherheit ist nicht tragisch, besonders zu Beginn, doch die Frage ist, wie damit umzugehen ist.

Kommunikation! Das Hauptmerkmal der zwischenmenschlichen Beziehung. Warum liegt hier so viel im Argen? Oder kommt es mir nur so vor? Menschen schreiben etwas, sagen etwas und vergessen es scheinbar. Überall. Gibt es zu viel Ablenkung, sind wir in einer Phase der starken Wandlung, beeinflusst von einer recht neuartigen Mediennutzung, unfähig es so schnell umzusetzen, wie nötig, aus einer tatsächlichen Überforderung heraus?

Seltenst unterstelle ich Absicht, manche Exemplare nutzen es sicherlich, um zu manipulieren, leiten Dinge ganz gezielt in eine Sackgasse um sich keiner Auseinandersetzung zu stellen! Ist ja auch viel einfacher und wird schon nichts kommen, nicht wahr! Lieber leicht und oberflächlich, bloß nicht zu kompliziert, alles nicht so wichtig, just for fun, alles cool! In einer Gesellschaft des Überflusses eine scheinbar folgerichtige Situation, kommt mir eines zu nahe, habe ich tausend andere Möglichkeiten – und Menschen. (Upps, bin ich doch gerade leicht abgedriftet, das also nur am Rande 😉…)

Zurück zum Thema. Es ist spannend, wenn man sich bei einem Shooting auf den Inhalt konzentrieren kann. Fernab von Konventionen und Ressentiments, von irgendwelchen Beschränkungen, wenn die Idee im Vordergrund stehen kann und die Ausarbeitung gemeinsam angegangen werden kann. Wunderbar. Man spricht miteinander, als kenne man sich schon immer, sieht den anderen als seinen Partner für die Erschaffung von künstlerischen Aufnahmen, begibt sich in eine unbedingte Atmosphäre, in der alles frei abläuft, alles gesagt werden kann und alles besprochen werden kann. Jeder Zweifel kann kommuniziert werden, jedes Bedenken konkretisiert und beseitigt werden, damit einer freien und Umsetzung nichts im Wege steht. Damit erreicht man eine vertrauensvolle Grundlage, auf der erst das entstehen kann, was ich oben beschrieben habe: Kunst in Form und Ausdruck!

Zeitlos [89]

Fotoshooting, Koblenz, Portrait, tfp, Fotograf, Model,

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Dein Antlitz wurde oftmals als zeitlos beschrieben. Ein Portrait von zeitloser Ausstrahlung. Dein Blick besticht ohne Einschränkung, frei, unbeugsam und entrückt. Das Bildnis mutet an, als handele es sich nicht um eine Fotografie des 21. Jahrhunderts, viel mehr um ein Gemälde aus den Zeiten weit zuvor. Nichts lässt erahnen, welche Mode gerade die angesagte oder was der letzte Schrei war und was gestern, aber nur noch gestern „in“ war.

Dein Blick fesselt mich und lässt doch los, er sagt alles, was mir, dem Betrachter, einfällt, jede betrachtende Seele scheint den Anspruch zu erfüllen. Eine Verbindung entsteht augenblicklich, fesselt mich, den Besucher. Er erweckt dieses unbeschreibliche Gefühl von Verstehen, deine bedingungslose Sprache im Bild befreit mich von jeglichen Konventionen, wie jeder Erwartung. Derart frei, dass nichts zwischen Abbildung und Verinnerlichung steht, deine Präsenz verbindet Medium und Umgebung, Betrachter und Zeit, um sich in letzterer zu verlieren.

Immer wiederkehren, in Gedanken und Gefühl, es scheint sich in einem zu manifestieren, zeitlos kommt das Bild auf mich zu, und ich erkenne wieder, was ich noch nie zuvor gesehen. Deine Fülle scheint allumfassend, so dass ich alles erkennen kann, so weit, dass ein Universum an Ideen einen Platz zum Verweilen finden. Aufgehoben mit jedem Zweifel, bestätigt in jenem Gedanken, der auf der Suche nach sich selbst fast verloren ging. Gefühle und Gedanken vereint, die Distanz überwunden, die, wenn alles stimmt, sich als inexistent erweisen wird.

Ein Bildnis ist ein Bildnis, das dem Lauf der Zeit entnommen scheint, das in sich ruht als die Erinnerung jenes Augenblickes, der beschreibt, wie es war, oder mehr noch, wie ich meine, dass es gewesen war oder wie es hätte gewesen sein können. Diese Freiheit der Interpretation entfacht die Phantasie der Seele in uns und lässt uns wachsen zu dem, was in uns verborgen liegt. Ein Schlüssel, der passt, der uns erschließt, was ungeöffnet hinter einer Wand aus Alltäglichkeiten wartet. Ein Bild ist ein Bild immer auch von uns selbst.