Körperwahrnehmung, Teil II (191)

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„Finde Deinen Körper (gut)!“Wie beginnt Deine Körperwahrnehmung?

Hier in Teil 2 von Körperwahrnehmung möchte ich zunächst eine chronologische Herleitung beginnen. Von der Jugend an befasst du dich mit deinem Körper. Anfangs ist es vielleicht nur warm und kalt, laut und leise, hell und dunkel, du hast Hunger und Durst und du fühlst Geborgenheit und Liebe, wenn du Glück hast. Richtig nachdenken über deine Empfindungen kannst du zu diesem Zeitpunkt noch nicht, reagieren sehr wohl. Grundsteine für dein Gefühlsleben, so haben Forscher mittlerweile festgestellt, wurden für dich sogar schon vor deiner Geburt gelegt. Die Gefühle deiner Eltern, ihre Stimmungen, auch ihre Stimmen prägen dich schon im Mutterleib.

Nach deiner Geburt findet Prägung weiter statt. Der Umgang deiner Eltern mit dir ist enorm wichtig, viele deiner fundamentalen Gefühle von Verständnis und Empathie, der Fähigkeit, Liebe zu empfinden und zu geben werden im Idealfall, so die Forscher, in Grundzügen in frühester Jugend gebildet. Dass der Idealfall oft nicht eintritt, ist leider Fakt. Oft selbst nicht ihrer Gefühle gewahr, versäumen es Eltern, diese fundamentalen Weichen zu stellen, meist nicht bewusst, sondern aus eigenem Mangel, aus fehlender Empathie. Verlässliche Zahlen diesbetreffend wurden bisher nicht erhoben, erste Zählungen aus wenigen Forschungsergebnissen nennen vorsichtig Zahlen um die 60% derer Menschen, die in frühester Jugend einen Mangel an Zuwendung erhielten. Damit ist nicht unbedingt nur eine Überforderung der Eltern hinsichtlich der Gabe frühkindlicher Zärtlichkeiten beschrieben, auch der eigene Mangel an solchen Erfahrungen wurde beschrieben. Ein soziologisch spannendes Feld, über das ich, bevor ich weiter darüber schreibe, noch einiges lesen und recherchieren möchte.

Nach der Zeit der frühen Jugend beginnt gemeinhin die Zeit, an die du dich erinnern kannst. Du erlebst Aktion und Reaktion, erfährst einen ersten Eindruck von Ursache und Wirkung, dir werden erste Ver- und Gebote auferlegt. Spätestens dann wird, so die gängigen Theorien aus der Humanforschung, die erste Differenzierung zwischen den Geschlechtern konstruiert. Mädchen und Jungs erfahren unterschiedliche Vorgaben hinsichtlich ihrer Körper, einerseits aus Tradition, andererseits aus unterschiedlichem Dafürhalten.

Aber auch dann findet eine Reflektion noch nicht statt. Diese beginnt meist mit Eintreten der Pubertät. Die dann eintretenden Veränderungen am Körper, einhergehend mit Veränderungen in Psyche und Geist finden ähnlich der Fahrt auf einer Achterbahn statt und überfordern zeitweise den jungen Menschen enorm. Darüber findet man etliche Studien, die ein sehr weitläufiges Bild zeichnen, interessant sind hierbei die Verdichtungen, die Punkte, in denen weitestgehend Konsens besteht.

Was geschieht nun in den Anfängen mit dir, deinem Körper während der Entwicklung hin zu deiner Persönlichkeit? Über deinen Körper erfährst du nach und nach dein Selbst. Du bist dein Körper und du hast dein Körper. Im Prozess der Reifung deines Körpers, deiner zunehmenden Handlungsfähigkeit und Beherrschung deiner Körperfunktionen bildet sich dein Selbstbewusstsein heraus, mit dem du die oben genannte Ambivalenz zu einer Einheit bildest.[Dass diese meist nicht konstant erhalten bleibt, und wieder und wieder erneuert werden kann, ist Teil deiner weiteren Entwicklung.]

Auf dem Weg zu deiner Persönlichkeit begleiten dich mehrere Menschen. Zu Beginn sind es deine Eltern, dabei wird in den meisten sozialwissenschaftlichen Betrachtungen dem gleichgeschlechtlichen Elternteil der größere Einfluss zugesprochen. Zusätzlich spielen die Geschwister, wenn vorhanden, eine große Rolle, denn der Vergleich ist ein wesentliches Element, mittels dem deine Auseinandersetzung mit deinem Körper von statten geht. Wenn keine Geschwister da sind, nehmen Freunde und Spielkameraden diese Rolle ein, hier meist auch die gleichgeschlechtlichen.

Du erfährst deine eigenen Sinneswahrnehmungen und vergleichst diese mit denen der Menschen um dich herum. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob es sich um positive oder negative Erfahrungen handelt. Was tut dir weh oder deinem Schwesterchen, vielleicht ein erster Kniff, du probierst es – auch deine Schwester wird es tun, was du zu spüren bekommst.

In der Zeit des ersten Bewusstwerdens deines eigenen Körpers bildet sich dein Körperbild. Wie schwer diese Wahrnehmung aufgrund der ständigen Veränderungen sein kann, wird Thema in folgenden Beiträgen werden, auch die Tatsache, dass die Veränderungen bei Mädchen und Jungen aufgrund der viel stärkeren und zeitlich ausgedehnteren Veränderungen des weiblichen Körpers sehr unterschiedlich ausfallen.

Differences (130)

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Unterschiede zwischen Mann und Frau in der jeweils eigenen Präsentation der Gesellschaft gegenüber führt uns große Unterschiede vor Augen. Darum soll es in diesem Artikel gehen.

Wie ist es mit dem Aussehen von Frauen und Männern, wenn es um die Mode der Gegenwart geht? Mit welchem Körperverständnis finden sich die Geschlechter wieder, getrennt voneinander betrachtet und gemeinsam gegenüber gestellt? Steht meine Fotografie oben als Ausdruck eines unterschiedlichen Lebensgefühls von jungen Erwachsenen? Auf den Bild ist Freund und Freundin zu sehen, sie verstehen sich gut, viele gemeinsame Interessen haben sie. Und doch, in der Mode tragen sie so offensichtlich verschiedene Stile und bedienen sich unterschiedlicher Trends. In der Öffentlichkeit finden sich eine Vielzahl ähnlicher Bekundungen eines bestimmten Lebensgefühls.

Beobachte ich diese modischen, schnell wechselnden Modeströmungen, so frage ich nach einem Inhalt, der möglicherweise hinter dieser Art Mode steht, ich bin interessiert an der Aussage, die seine Träger verkündet, wenn es denn eine zu formulieren gibt. In meinem Artikel „Männerpo“ ging ich bereits auf die sehr weiten Jeans männlicher, junger Erwachsener und Heranwachsender ein, wie sie auf dem Foto oben zu sehen sind. Ich stelle dahin, ob diese Beinkleider, und hier kommt der alte Begriff für Hose seiner Bedeutung gefährlich nahe, als ansehnlich gelten können oder nicht. Was sie in jedem Falle verursachen ist eine Verhüllung jeglicher körperlicher Formen.

Welche Aussage wird transportiert? Worte wie etwa „Protest“ oder „Freiheit“ werden genannt, wenn ich nach dem Grund für das Tragen derartiger Kleidung frage. Widerstand gegen das Elternhaus und das Establishment, für ein eigenes Verständnis auf der Suche nach sich selbst und die eigene Standortbestimmung. Die Kleidung ist nicht der einzige Weg dieser Verkündung, doch im Rahmen der Betrachtung von Aussehen im Allgemeinen und Schönheit im Besonderen gehe ich darauf hier nicht explizit ein.

Bei den jungen Frauen und Mädchen liegt die Sache ganz anders, könnte man den Eindruck bekommen. Sie kleiden sich mehr konform zur Gesellschaft, nehmen mehr Teil an den Strömungen der Mode und gehen doch ihre eigenen Wege. Ein Lebensgefühl zwischen Diktat der Mode, Selbstbestimmung und Verflechtungen innerhalb der Gesellschaft bewirken einen eigenen Weg der jungen Frauen. Die Kleidung ist Teil der Aussage ihres Lebensgefühls, aber anders als bei den Männern scheint die eigene Verwirklichung jenseits des Protestes durch Tragen bestimmter Kleidung zu liegen. Während zur Zeit die Männer der Mode (noch) keine besondere Bedeutung zumessen, sie muss zweckdienlich und praktisch sein, sehen die Frauen dies anders. Für sie ist die Mode ein Mittel, ihr Aussehen zu verändern, ihre Attraktivität zu steigern. Das ist den Männern in der Mehrzahl völlig fremd.

Damit scheint ein weiteres Indiz gefunden zu sein für die Aussage, die Frauen sind aktuell das schöne Geschlecht. Dies bezieht sich nicht nur auf die westlich geprägte Welt, sondern auch auf andere Kulturen, die jedoch durch die weltweite Vernetzung durch Fernsehen und Internet immer stärker den Strömungen aus der westlichen Welt ausgesetzt sind. Dieser Einfluss wurde schon vielfach dokumentiert und wird ein spannendes Thema für einen der nächsten Artikel sein.

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Jugendwahn Teil 1 (129)

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Jugendwahn und Anbetung der jugendlichen Schönheit, woher kommt es?

In der Jugendlichkeit liegt der Schlüssel der Schönheit, so deute ich den Tenor der Ergebnisse aus der Attraktivitätsforschung, wenn ich mir diverse Studien durchlese. Jugendliche Frische scheint ein zuverlässiger Garant zu sein für ein großes Maß an Attraktivität. Dieses Bild zeichnet sich durch alle Kulturen der Welt hinweg in gleicher Weise ab. Die Gründe dafür liegen im Verständnis unserer Gesellschaften von Sinn und Zweck für attraktives Aussehen. Alles und jedes scheint im Leben des Menschen zweckbehaftet zu sein. Der Mensch ist stets bestrebt, nach dem Warum zu forschen oder wenigstens danach zu fragen. Kausalität ist eine der maßgeblichen Säulen unserer Existenz. „Warum muss ich dies oder jenes tun, woher kommt dies oder das und weshalb muss ich es so machen und nicht anders?“, dies sind die immer wiederkehrenden Fragen, die uns in unserem Dasein in allen Bereichen begegnen.

Diesen Sinn und Zweck beständig in Frage zu stellen, möglicherweise zuvor zu erforschen, woher er kommt, und in wie fern er zielgerichtet ist, ist ein wesentlicher Auftrag des denkenden Menschen. Meine ich! Zielgerichtet deswegen, weil die meisten Menschen mindestens ein Ziel vor Augen haben und danach handeln. Welcher Art Ziel es ist, ist sekundär, da vielfältige Ziele meist in Oberziele zusammengefasst werden können und diese wenigen lassen sich an einer Hand abzählen bzw. sogar auf ein einziges Ziel reduzieren. Das wird uns später noch begegnen.

Für die Schönheit und deren scheinbar wichtigstes, weil nachgewiesenermaßen allgemeingültiges Attribut, die Jugendhaftigkeit, gilt die gleiche Frage, wie für jeden anderen Zustand, jeden anderen Kult in unserer Gesellschaft: Warum haben wir ihn uns genau so erschaffen? Nähere ich mich dem Thema von der evolutionsbiologischen Sichtweise her, und begrenzte ich es auf wesentliche Thesen, lasse dabei erste Einsprüche beiseite, weil marginal, so könnte ich es wie folgt ausdrücken:

Der Mensch ist genetisch dazu programmiert, seine Art zu erhalten. Das hat sich in den letzten Jahrmillionen nicht wesentlich verändert. Um das zu erreichen, ist der Mensch (noch) gezwungen, sich einen anders-geschlechtlichen Partner zu suchen. Jetzt steht der Mensch dabei vor einem prekären Sachverhalt. Er findet einen wesentlichen Unterschied zwischen Mann und Frau: die Natur hat es so eingerichtet, dass die Frau eine begrenzte Zeitspanne in der Lage ist, Nachkommen zu gebären. Dabei beginnt diese Phase nach der Pubertät, hat ihren Höhepunkt der Fertilität mit ca. 17 Jahren und beginnt danach abzubauen, wobei mit einem Alter von 40 Jahren die Empfängnis sehr viel seltener gelingt. Beim Mann ist es anders, er könnte nahezu sein ganzes Leben lang Kinder zeugen.

Aus diesem Sachverhalt ergibt sich zwangsläufig eine Prämisse bei der Partnersuche: jeder Mensch ist grundsätzlich dazu bestrebt, die bestmöglichen Nachkommen zu erzeugen. Damit das bestmöglich gelingt, wählt der Mann eine Frau aus, die die größtmöglichen Voraussetzungen besitzt. Diese besitzt sie -überspitzt ausgedrückt- im Alter zwischen 15 und 20 Jahren, wenn es nur auf die Fertilität ankäme. Worauf es mir bei dieser These aber ankommt ist der folgende Punkt: weil es so ist, steht die Jugendlichkeit, die genau diese Voraussetzung für eine erfolgreiche Arterhaltung verspricht, so hoch im Kurs. Sämtliche Maßnahmen der Verschönerung bestehen in fast allen Kulturen der Erde in der Vorspiegelung eines jüngeren Alters. Dabei beschränkt sich dieser Akt keineswegs auf die Frau, ähnlich auf den Mann, wenngleich in abgeschwächter Weise. Der jüngere Mann ist viel stärker, um die Familie stets mit frischer Nahrung zu versorgen und wendig genug, sie vor Gefahren zu beschützen.

Soweit die These. Einwände gibt es mannigfaltig, begründet werden sie sehr unterschiedlich bis gar nicht. Darauf möchte ich in den nachfolgenden Artikeln näher eingehen, bislang kann sich die Leserin und der Leser gerne einmal selbst damit beschäftigen, und fragen, in wie weit sie plausibel erscheint! Viel Erfolg.

Eure Schönheit, Hochwohlgeboren (128)

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In der heutigen Veröffentlichung schreibe ich über Attraktivität und wie sich die Wahrnehmung derselben durch Interkommunikation verändert.

Was geschieht, wenn wir einen attraktiven Menschen erblicken? Wir sehen hin. Wir sehen etwas länger hin, als bei einem weniger attraktiven Menschen. Ob wir wollen oder nicht, wir können gar nicht anders, denn bekanntlich entscheidet unser Gehirn praktisch in 150 Millisekunden darüber, ob ein Gegenüber für uns interessant ist oder eben nicht. Was dann folgt, ist ein festgelegtes Ritual. Bei einer positiven Botschaft des Gehirns sehen wir den Menschen an, und erfassen in mehr oder weniger fest bestimmter Reihenfolge ganz bestimmte Merkmale, über die ich zuvor schon ausführlich berichtete:

· alt oder jung
· weiblich oder männlich
· gesund oder krank
· klein oder groß
· …

Auch diese Einschätzungen treffen wir in viel weniger als einer Sekunde. Anschließend wandern unsere Augen bei der Betrachtung unseres Gegenübers erneut auf ausgetretenen Pfaden: als erstes schauen wir in das Gesicht, über das mehr als 90 Prozent unserer Kommunikation abläuft. Des weiteren sehen wir auf die Statur des Menschen im Gesamten, bevor wir auf die einzelnen, primären oder sekundären sexuellen Merkmale achten, die da wären:

· Haare
· Lippen
· Hintern
· Busen
· Schultern
· Beine
· Becken
· Oberarme
· …

Diese Handlung, die schon viel mehr unserem Bewusstsein entspringt, als irgendwelchen Automatismen, kann mehr Zeit in Anspruch nehmen. Wir bewegen uns in Zeiträumen von knapp unter einer Sekunde bishin zu sehr wenigen Sekunden.

Nun komme ich zum Kern dieses Artikels. Innerhalb dieses Ablaufs, der Betrachtung unseres Gegenübers, treffen wir sehr früh, nämlich während der Wahrnehmung des Gesichts, auf die Augen des Menschen. Diese sind, vielfach beschrieben als das Tor zur Seele, das aussagekräftigste Element im Gesicht des anderen. Wir haben im Laufe der Evolution gelernt, die Sprache der Blicke zu verstehen. Wir sind noch immer dabei, diese zu erlernen. Menschen suchen förmlich den Blickkontakt, um zu erfahren, wer mir da entgegen kommt, ob Freund oder Feind . Vielfach wissenschaftlich untersucht, erkennen wir relativ schnell an bestimmten Aktionen unserer Blicke, was gemeint sein könnte. Eine der ersten Erkenntnisse entscheidet über die Frage, ob ich gemeint bin, oder ob die Person mich gar nicht wahrgenommen hat. Diese Feststellung wird uns gleich noch näher beschäftigen.

Aber erst zu den weiteren Aussagen, die wir anhand des Augenkontaktes treffen können. Wie ist der Verlauf des Blickkontaktes? Schlägt der Partner die Augen nieder, und welche Aussage bedeutet es? Ist er traurig oder ist ihm etwas unangenehm? Senkt oder hebt er die Augenbrauen? Ist er missgestimmt oder greift er mich an? Weiten sich seine Augen, ist er überrascht, mich zu sehen oder verblüfft über meine Handlung? Lächeln seine Augen, und ist er erfreut mich zu sehen oder erfreut ihn meine Aktion, vielleicht wird ein Lächeln erwidert.
So sind es eine Vielzahl von Reizen, die wir durch unsere Augen verarbeiten, die als erster Schritt der Kommunikation zwischen zwei Menschen stattfindet.

Im Bezug auf die Attraktivität ergaben sich im Hinblick auf genau diese erste Kommunikation interessante Ergebnisse, als Wissenschaftler untersuchten, in wie weit ein Zusammenhang besteht zwischen primärer, nonverbaler Kommunikation und Aussehen. Anhand Versuchen, bei denen Probanden attraktive und weniger attraktive Gesichter vorgelegt wurden, die entweder die Probanden direkt ansahen oder die diese nicht ansahen, konnte unter Zuhilfenahme von Kernspinntomographen erwiesen werden, dass Gesichter, bei denen eine Kontaktaufnahme durch Blicke stattfand, eindeutig größere Attraktivitätswerte ermittelt wurden. Das konnte solange festgestellt werden, bis die Attraktivität der Betrachteten unter einen mittleren Wert sank. Danach wurde festgestellt, dass die Probanden sozusagen froh schienen, nicht von den unterdurchschnittlich aussehenden Menschen bemerkt worden zu sein. Diesen letzten Punkt näher zu untersuchen wäre eine interessante Aufgabe der Attraktivitätsforschung. Bestimmte Bereiche in unserem Kortex machten wahre Freudensprünge, wenn attraktive Gesichter Notiz vom Beobachter nahmen, so die Forscher.

Als Fazit möchte ich festhalten:
Die Aussage, dass eine Person, die attraktiv ist, also um ein unendliches attraktiver wird, wenn sie den Betrachter wahrnimmt, halte ich für ein äußerst spannendes Ergebnis. Der Leser mag sich selbst fragen, welche Gefühle in ihm entstehen, wenn er oder sie von einem attraktiven Menschen wahrgenommen wird, und ein kurzer Blickkontakt zustande kommt. Ich spreche dabei noch nicht mal von einem Sekundenflirt, ich denke mehr an die vielen Unternehmungen, die viele von uns anstrengen, um attraktiver, und damit mehr beachtet zu werden. Vielleicht kann dieser aufmerksame Blick eine Art der Bestätigung unserer selbst werden. Damit sollte ein weiterer plausibler Grund geliefert sein, viel öfter den Menschen ein wahrnehmbares Lächeln zu schenken. Denn schon mit diesem geringen Aufwand können wir Freude und Wärme schenken.

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Die Frau macht den ersten Schritt! (117)

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In diesem Artikel möchte ich über die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau während der Anbahnung eines Flirts und den damit verbundenen Handlungsmustern mutmaßen.

Mit der Schönheit fängt alles an. Eine Frau betritt die Bühne. Männer nehmen sie wahr. Frauen bemerken sie vielleicht noch etwas eher. Die Männer sehen sie an. Was sie zu sehen bekommen, bestimmt allein die Frau. Die Männer sehen, was ihnen gefällt.

Beim Einen ist es der Mund. Die Lippen sind evtl. mit Lipp-Gloss oder Lippenstift hervorgehoben, seine Kontur wurde vielleicht umrandet. Die Lippen wirken bestimmt größer. Er sieht ein bisschen wie ein Schmollmund. Mann kann nur hoffen, dass er nicht aufgespritzt wurde. Wirklich? Für wen tun die Frauen so etwas? Nicht auch für die Männer?

Beim Nächsten ist es der Busen. Ein BH gibt dem Busen die „richtige“ Form. Es könnte ein Push-Up sein. Die Bluse oder das Shirt hat exakt den Ausschnitt, den die Dame zur Ansicht freigegeben hat. Selbst der Busen wurde vielleicht in seiner Größe „angepasst“.

Die Haare haben es dem Dritten angetan. Auch sie werden ungestylt niemandem zur Schau gestellt. Geschnitten, geföhnt, gefärbt, verlängert, mit Strähnchen versehen, durch Spülungen auf Hochglanz gebracht werden sie drapiert. Manchmal auf Welle und Locke, oder im Gegensatz geglättet mit Eisen, gebändigt im Zopf bishin zum Dutt auf dem Kopf. Ob mit Pony oder streng nach hinten gekämmt sind sie eine durch und geplante und immer wieder überprüfte Zier. Selbst dann, wenn sie wie wild durcheinander gewirbelt aussehen, so ist das noch lange nicht ohne eine langwierige, aufwändige Prozedur dazu gekommen.

Kajal und angeklebte Wimpern unterstreichen vielleicht die Augen der weiblichen Schönheit, denen ein Vierter erlegen ist. Hervorgehoben durch Lidschatten und Eyeliner, Glitzer und Schatten erscheinen sie viel intensiver und größer, als sie es in ungeschminktem Zustand wären. Kontrastreiche Farben zaubern ein Glitzern und Leuchten in sie.

Das Gesicht bildet den vermeintlich stärksten optischen Reiz. Ein Reiz, dem wohl alle Männer erliegen. Ganz besonders aber Mann Nummer fünf, der nichts davon ahnt, dass seine Angebetete vielleicht die Haut ihres Gesichts mit vielfältigen Pudern und Cremes bedeckt hat. Von Farbe zu Glanz oder wichtiger noch Mattierungen der Haut sind da nur der Standard. Unter Zuhilfenahme von Schattierungen kann sogar die Form des Gesichts scheinbar modelliert werden. Etliche Masken und Tinkturen später kommt noch das Entspannungspeeling dazu. Manchmal wird auch zum äußersten gegriffen, und die Spritze mit Botox soll dauerhaft gegen Falten wirken.

Der sechste Mann ist fasziniert von ihren grazilen Bewegungen. Frau lernt schon sehr früh im Leben, wie sie sich zu bewegen hat. Von Kindesalter bis zum Oldie lernt die Frau von heute ihre Bewegungen zu kontrollieren. Schon die Anweisungen der Mutter oder Großmutter besagen, dass es sich nicht schickt, mit festem Schritt zu stampfen, sondern nur elfengleich zu schweben, oder bestenfalls zu trippeln. Einen Fuß vor den anderen und bloß nicht breitbeinig zu schreiten, dass ist das erklärte Ziel der Übungen. Und der Mann? Der ist wirklich fasziniert von der katzengleichen Kür, die ihm die Weiblichkeit mit diesem Bilde offeriert.

Nummer sieben lebt die Hände. Er mag gerade Finger und ebenmäßige Handflächen. Nichtsahnend, was die Frau vor ihm mit ihren Fingern während der Maniküre hat anstellen lassen. Nagelbett-Behandlung, gefolgt von Glätten der Nageloberfläche, schneiden und feilen der Fingernägel, lackieren derselben, zupfen von Häärchen, falls vorhanden, abschleifen evtl. Hornhaut an den Innenseiten der Fingerkuppen sind nur wenige Schritte.

Rückansichten sind das Faible Nummer Achtens. Er liebt die Rundungen des Po. Wieviel Stunden „Bauch-Beine-Po-Training pro Woche zur Erhaltung seiner Form für die Frau nötig sind, das kann der Mann nur erahnen. Höchstwahrscheinlich liegt er daneben. Dem neuesten Schrei folgend könnte die Schöne auch eine Push-Up-Jeans tragen. Er würde es nicht bemerken. Hochhackige Schuhe sehrwohl. Sie geben dem Hinter immer eine straffere, und damit jüngere Erscheinungsform. Unterstützung erhält die Form durch den entsprechenden Gang der Lady. Dadurch ist der Mann mit allergrößter Wahrscheinlichkeit hin und weg.

Kein schöner Po ohne schöne Beine.Auf die Beine legt Nummer neun größten Wert. Wieviel Kilometer Jogging die Frau jeden Morgen für den Erhalt der schlanken Beine zurücklegt, davon erfährt der Mann höchstens dann, wenn er mit ihr eine Wohnung teilt. Die vielen Besuche in diversen Fitnessstudios mit Kursen in Pilates, Aerobic, Stretching oder BBP-Training sind die Voraussetzung für die schönen, schlanken Beine.

Nimmt man die Summe der Aufwendungen, die die Frau aufbringt, um zu gefallen, so könnte man zu dem Schluss gelangen, dass die Frau einen Großteil ihrer Zeit, ihrer Energie und ihres Kapitals aufbringt, um einem Schönheitsideal näher zu kommen. Dies macht sie nicht mal in erster Linie der Männern wegen, sondern für sich selbst. Und in der Tat investiert die Frau sehr viel Lebensenergie in ihr Aussehen. Warum es so ist, das soll Thema eines der nächsten Artikel sein. Der durchschnittliche Mann weiß sehr wenig davon. Er betrachtet gerne das gelungene Ergebnis. Er freut sich über die Schönheit der Weibsbilder, die es in großer Mehrheit genießen, wenn sie gefallen. Schließlich ist es eine Bestätigung für ihre vielen Mühen, die sie Tag ein, Tag aus auf sich nehmen. Sie tun dies nicht zuletzt, weil die Wertevorstellung in der heutigen Zeit, der westlich orientierten Welt genau in diese Richtung unterwegs ist. Attraktivität, Aussehen und der schöne Schein ist ein entscheidender Faktor, gesellschaftlich und ökonomisch gleichermaßen.

Als Fazit:
Der Mensch ist scheinbar zu sehr optisches Wesen, ist doch die Sehkraft des Menschen stärkster Rezeptor. Damit kann die Frau, wenn sie es gelernt hat, das Verhalten der Männer sehr bewusst lenken. Die Männer lassen sich vorzüglich lenken. Zumindest dann, wenn es um Belange der Optik und des damit verknüpften Verhaltens, sowie die Erwartungen der Männer geht. Und Männer setzen Himmel und Hölle in Bewegung, wenn es ihnen um die Schönheit der Frauen geht. Fast immer.

M Ä N N E R – Das am Ende doch schönere Geschlecht (109)

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NEIN, „leider 😉 nicht“, soviel kann ich vorweg nehmen!

Es geht um das Gerücht, dass Männer im fortschreitenden Alter besser aussähen, als die Frauen. Doch was früher durch populäre Studien immer wieder als Fazit herausgestellt wurde, erwies sich seit Studien aus den 1990er Jahren als Irrtum. Es wurde zuvor auf der Erkenntnis begründet, dass Männer im Zuge ihres Alterns weniger schnell an Attraktivität einbüßten, als die Frauen. Dieser Fakt ist zwar durchaus richtig, doch die Betrachtung der gesamten Zahlen und Ergebnisse erklärte den Zusammenhang erstmals umfassend. In den neueren Ratings wurden die Frauen durchgehend von allen Gruppen (beide Geschlechter und über sämtliche Altersgruppen hinweg) stets mit einer höheren Attraktivität bewertet. Wenn man nun die Varianz betrachtet, so führt die viel größere Veränderung durch die eh höhere Attraktivität der Frau im Laufe des Alterns zwangsläufig zu einem stärkeren Abfall der Kurve, während es beim Mann nur deswegen viel moderater geschieht, weil er niemals die Höhe der Attraktivität der Frau erreichen konnte. Erst im sehr viel fortgeschritterem Alter (ab ca. 60 Jahren) kommt es vermehrt zur größeren Attraktivität des Mannes. Dazu folgende Abbildung:

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Die Grafik zeigt (nur beispielhaft) die Entwicklung der Attraktivität im Verlauf des Alters bei Männern und Frauen. Dadurch wird noch einmal deutlich, warum die Attraktivität der Männer langsamer zurück geht, die der Frauen schneller absinkt, aber immer noch auf einem anderen Niveau.

Denkt man jetzt an so bekannte Gesichter wie z.B. Sean Connery oder George Clooney, so mögen sie als Beispiele dafür herhalten, wie sich ein Gesicht eines Mannes zum immer positiveren entwickelt. Doch darf man an dieser Stelle nicht übersehen, dass es sich bei diesen Gesichtern, wie bei den Gesichtern aller in der Öffentlichkeit stehenden Personen, nur um einen kleinsten Bruchteil der Menschen um uns herum handelt. Nicht nur die häufig wiederkehrende Anwesenheit in den Medien verleitet uns zu diesen subjektiven Empfindungen, auch der durch diese hohe Frequenz an Abbildungen in uns erreichte Bekanntheitsgrad (…ja, den kenn‘ ich gut…) suggeriert uns diesen enormen Wertungsfaktor.

Gehen wir jedoch auf die Straße, setzen und in das schöne Bistro in der Altstadt, und beobachten sie vorbei laufenden Menschen einmal, so bietet sich uns doch ein gänzlich anders Bild. Da schlendert Herr X. und Herr Y. an uns vorbei, gefolgt von Herrn Z. Wie gestaltet sich nun da Bild der Herren ab 60? Wie viele George Clooneys schreiten an uns vorüber? Im Gegenzug dazu ist zu fragen, wie viele gut genährte Bäuche stiefeln entlang der Promenade? Wie viele Köpfe mit schütterem Haar sehen uns an? Wie oft schleppt sich ein kleiner, wohlgefütterter Herr neben seiner Gattin entlang der verträumten Gasse? Und nicht doch noch ein edel gekleideter, gut gebauter Herr in den Endfünfzigern?

Ich für mich stelle fest, dass es doch nicht sehr viele Männer sind, die ich zu den letzteren zählen würde. So werden auf der Straße doch die Erhebungen der Attraktivitätsforschung bestätigt. Mehr Liebhaber des allseits beliebten Gerstensafts säumen den Weg, wenn man unterstellen mag, dass der Genuss dieses Gebräus im Umfang des Bauches resultiert.

Da spielt auch die Tatsache keine Rolle, dass die Frauen der gleichen Altersstufe immer noch unzählige Kniffe und Tricks anwenden, um ihrem -dem Alter entsprechenden- Äußeren ein Schnippchen zu schlagen. Den allermeisten Männern ist es nach wie vor vollkommen unbekannt, mit welchen Methoden sich die Frauen seit je her unglaublichen Mühen unterziehen, um ihr Aussehen zum positiven (jüngeren) zu verändern. Im fortschreitendem Alter ändert sich daran nur wenig. Wenn es auch schon mal bei bekannten Persönlichkeiten wie etwa Cher, Darryl Hannah oder Elizabeth Taylor in der Presse bis ins Kleinste seziert wird, so sind das nur die Paradebeispiele, die uns allen (den Männern nur sehr kurzfristig) ins Bewusstsein gerückt werden. Gerade wir Männer finden diese Schönheiten trotz (oder vielleicht sogar wegen) der „kleinen“ Nachbesserungen doch „Supertoll“, oder? Die Attraktivitätsforschung hat es zumindest belegen können! ( Sollte es den Männern peinlich sein?)

Dazu in einem der nächsten Artikel mehr.

So komme ich zum Fazit, dass die Frauen in den letzen Jahrhunderten das schöne Geschlecht waren und heute weiterhin sind! Und, dass sie uns Männer sehr gezielt mit ihrem Äußeren steuern. Die Männer sind zwar im Begriff, sich auf dem Gebiet der Schönheitspflege und Körper-Gestaltung einzufinden, doch dabei stecken noch nicht mal in den Kinderschuhen, meine ich. Bewerten möchte ich diese persönliche Einschätzung an dieser Stelle nicht.

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Vergänglichkeit der Hintern (51)

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Das Foto eines wohlgeformten Hinterns. Es befindet sich vor mir, ich sehe es an und denke:

Ein schöner Hintern! Ein gelungenes Foto! Im rechten Augenblick hat jemand auf den Auslöser gedrückt, nachdem er das Motiv entdeckt hatte. Die Technik ließ ihn nicht im Stich, das Licht war richtig und die Einstellungen an der Kamera, für die – sie oder er – sich weit vor diesem Augenblick entschied, waren richtig gewählt. Der Fokus hatte das Motiv ebenso korrekt erfasst, wie die Blende genau die richtige Menge Licht durch ließ. Da ist es also, das Bild. Das Bild eines schönen Popos. Der ist also auch da gewesen. Dieser Hintern wurde für das Bild ( und zwar das auf dem Sensor genau so, wie jenes, das in den Köpfen der Betrachterin oder des Betrachters entsteht) in eine ihn gut in Szene setzende Kleidung gesteckt. Er soll schön aussehen, was ja ob des Fotos auch hinlänglich gelungen ist.

Da ist es also, das Bild eines wohlgeformten Hinterns. Und der Hintern selbst – mit einem Rest von Mensch daran. So meint der Hintern. Doch er, der für die Aufnahme so toll hergerichtet, der in eine für den Rest des Menschen besonders unbequeme, weil enge Jeans gezwängt wurde, der sogar vollendet in der Form seiner Pobacken noch den String, wenn überhaupt, darunter trägt, was meint er zu sein, zu sein während des Restes der Stunden, in denen er immer wieder gerne angeschaut wird?

Mehr noch, welche Bedeutung hat er im Verlauf der Zeit, in der Spanne seiner Existenz? Ist der Rest des Körpers noch jung, so ist auch er jung, altert der Rest des Körpers, so macht er was? Schön aussehen, straff bleiben und immer schön knackig und fest? Mitnichten! Auch er kriecht zu Kreuze dem Diktat der Schwerkraft, so, wie der an ihm hängende Rest ebenfalls nicht entkommt. Irgendwann sogar wird er zu Staube und von Form kann wahrlich nicht mehr die Rede sein.

Also wird es kommen, und die Zeit wird ihre Botschaften überbringen, ob wir sie verstehen wollen oder nicht. Die Sache ist entstanden, irgendwann, und demgemäß wird sie vergehen. Was bleibt, das ist die Idee, und nur dann mehr als eine Idee der Schönheit wie jener der Mona Lisa, deren Züge sicher schon vergessen, wäre nicht damals ein Hinseher gewesen, der die Zauberhaftigkeit des Wesens allein für sich dazu brachte, ein Bildnis von ihr zu kreieren. So können wir uns heute noch darüber streiten, ob sie denn Schönheit ausdrückt oder nicht, ihr Bildnis jedenfalls sorgt für mehr als nur Idee, ihr Antlitz sorgt für jeden Menschen in seinem ganz persönlichen Licht, zu sagen, ob wir einstimmen in die Begeisterung des Leonardo.

So ist denn Abbildung ein Zeugnis des Augenblickes. Wie schon nur wenige Wochen später sich die Linien verändern können, das weiß jeder selbst zu bezeugen. Nicht, dass es so ist, beschreibe ich mit Bildern, nur entgegen der Vergänglichkeit ist mir an dem Bild des Augenblicks gelegen, welches ich festhalte als Zeugnis dafür, dass der Abgelichtete wirklich einst so aussah. In der Erbaulichkeit über das Aussehen, welches uns Menschen stets so beeindruckt, zeige ich, bevor sich auflöst in das Meer der Überformen die vollendete Linie.

Mit der definitiv unwichtigen, belanglosen und bedeutungslosen Darstellung von Hintern setze ich ein Zeichen der Schönheit der Gesäße und jeder mag hinsehen, dem es gefällt. Bevor diese ihre Form des Augenblickes für immer verändern – was dem Menschen als solchen nie abträglich ist, weder dem Charakter noch dem Herzen – nur den Augen des Gerneansehers der Gesäße trägt es zu, zu sehen und sich daran zu erfreuen, so wie es immer schon dem Schöngeiste daran gelegen war, Schönes anzusehen. Gleich dabei, ob es die Moleküle zu einem Tier, zu einer Blüte, zu einem Sonnenuntergang oder zu einem Gesicht gebracht haben. Für den Fotografen ist sein Motiv der ultimative Moment der Dokumentation, es abzulichten, bevor es abgetaucht ist in den Blättern des Eisenholzbaumes oder sonstwo hin. Bevor es seine Gestalt verändert soll es abgebildet sein, dem Lauf der Zeit entnommen für das Foto des Augenblickes.

Wie die Vergänglichkeit des Augenblickes wird zwar auch das Bild vergehen, so ist es nur eine kleine Verlängerung dieses Augenblicks, den der Fotograf für sich entdeckt und anderen Besuchern seiner Bilder vorstellen kann. Der Besucher dieser Ausstellung sieht hin, zu dem, was so in dieser Weise nicht alltäglich zu sein scheint und doch ist. Werden Bilder nicht entfremdet durch die unendlichen Möglichkeiten der Bildbearbeitungssoftware, so zeigen sie die Realität, welche vielleicht nur aus einem nicht alltäglichen Blickwinkel betrachtet ist, doch letztendlich nichts anderes, als was schon da ist!

Körperformen in der Kunst(geschichte) (48)

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Syssiphus lässt grüßen

Die Schönheit lässt mich mal wieder zum Stifte greifen. Ja Stifte, denn einen Teil der Texte kann ich mit meinem „Pen“ ins „Note“ eingeben. Geht ganz gut. Doch zum Eigentlichen: Schönheit war in meinen letzten Schriften ein wesentliches Thema. Über den Inhalt der Bücher, die ich darüber gelesen habe und lese, habe ich mit einigen Menschen eine rege Diskussion beginnen können. Deren Verlauf möchte ich hier gerne in Teilen wiedergeben. Der Sinn und Zweck dahinter liegt in meinem grundsätzlichen „Hinterfangen“, die ehrenwerte Gesellschaft heimlich immer wieder in Frage zu stellen und Unruhe in Form von Gedankenspielen zu stiften. Der gesellschaftskritische Leser mag also gespannt weiterlesen, der interessierte Leser kann sich aufrütteln lassen.

„Schönheit ist relativ“. Sagt wer? „Man“! (mit einem „m“) Die Gesellschaft ist „man“. Also wir alle? NEIN! Dazu komme ich gleich. Welche Kräfte sind es denn, die feststellen, dass Schönheit relativ ist? Du? Ich? Die Medien? Die Trendsetter der Zeitschriften und Magazine, die Anbieter der Konsumgüter oder die Kunden der Werbeargenturen, die sich nur nach ihrer Zielgruppe, also uns, richten. Spielen die (nicht mehr ganz so) neuen Medien eine Rolle bei der Festlegung des Schönheitsmaßstabes?

Über den Einfluss der Bilderflut von manipulierten Fotos in allen Medien habe ich schon vorher spekuliert, wie diese uns selber manipulieren ebenfalls. Worum geht es also jetzt? Ich stelle die Frage nach den Trendsettern! Wer genau diktiert zum Beispiel, dass nahe der Magersucht stehende, knapp über 14 Jahre alte Modelle das Ideal der Schönheit verkörpern? Was erzeugt ein Gesicht mit deutlichem Kindchenschema im Betrachter, bei der nach jugendlich-schlanker Schönheit suchenden Masse der visuellen Wesen? Bei Männern als Zielgruppe leuchtet es vielleicht jedem ein. Männer sehen gerne „schöne“ kompatible Wesen vor sich, um dem Sinn der Menschheit Rechnung zu tragen, nämlich deren Erhaltung mit möglichst idealem Erbgut fortzuführen. So trivial mag es einerseits sein, doch ich frage andererseits, warum es temporal (im Laufe der Menschheitsgeschichte), regional (gebietsbezogen) und ethnisch (je nach Glaubensauslegung) bei den vielen Vorlieben der Menschen mal in die eine Richtung (schlank) und mal in die andere Richtung (füllig) schwenkt. Kann es nur eine Modeerscheinung sein? Ist gerade schlank in, und wechselt das, sobald wir uns daran satt gesehen haben? Dazu ist es für mich wichtig zu beleuchten, wie die Entwicklung und Veränderung in der Vergangenheit von statten ging. Um es vorweg zu nehmen, es könnte in der Tat eine Modeerscheinung sein.

Beginnen werde ich mit der Darstellung und Veränderung des Ideals in den Epochen der letzten Jahrhunderte. Ich orientiere mich anhand der bildenden Kunst und der niedergeschriebenen Erkenntnisse verschiedener Autoren. Der Tenor dieser Betrachtung widmet sich erneut dem weiblichen Geschlecht. Die Gründe dafür habe ich im Vorfeld schon hinreichend benannt.

Welche Epochen haben mir auf meiner Reise besonders viele Beispiele für die Beschreibung eines Ideals beschert? Auf das (1.) Altertum konnte ich hier schon eingehen. Dort beginnend folge ich den Epochen mit bedeutenden Malern, von denen ich eine Darstellung des Körpers fand.

313 frühchristliche Kunst

450 750 Merowingische Zeit   Beginn der Buchmalerei

750 950 Karolinger Sakramentar Karls des Kahlen

950 1050 Ottonik Fresken der Kirche St. Georg in Oberzell (Reichenau)

1050 1200  Romanik  Gemälde an Kirchenwänden und Plastiken an 

                     Kirchenfassaden

1140 – 1200 Frühgotik  Glas- und Altarmalerei

1200 – 1300 Hochgotik

1300 – 1400 Gotik, beginnender Naturalismus, Siennensischer Einfluss

( Giotto – Das letzte Gericht)

1400 – 1500 Realismus Spätgotik Bürgertum

 

Hubert van Eyck 035

(Hubert) Jan van Eyck – Kathedrale St. Bavo (vor 1426-1432)

Retable de l'Agneau mystique

Jan Van Eyck s.o.

GardenED

Hieronymus Bosch – Der Garten der Lüste (zwischen 1480 und 1505)

1400 – 1510 Frührenaissance 

File:Study for the Kneeling Leda.jpg

Leonardo da Vinci – Kniende Leda (1505-1507)

1500 – 1530 Hochrenaissance

Durer Adam and Eve
Dürer – Adam und Eva (1507)
Jan Gossaert 008

Jan Gossaert (1516)

 Galatea Raphael

Raffael – Galatea (1512)

Lucas Cranach d.Ä. - Das Urteil des Paris

Lucas Cranach d.Ä. – Das Urteil des Paris (1528)

1530 – 1550 Manierismus

Hans Baldung - The Seven Ages of Woman - WGA01191

Hans Baldung Grien – Die sieben Lebensalter des Weibes (1544)

Hans Baldung 026

Hans Baldung Grien – Zwei Hexen (1523)

 

1530 – 1560 Subjektivismus

Venus and Adonis by Titian

Tizian – Venus und Adonis (1553)

1520 – 1600 Spätrenaissance

Michelangelo (Buonarroti) – Leda (1530)

 

1520 – 1580 Spätrennaissance Tragik

Tintoretto - Penitent Magdalene - Google Art Project

Tintoretto – Büßende Magdalena (1598 – 1602)

File:Jacopo Tintoretto - Women Playing Music - WGA22668.jpg

Tintoretto – musizierende Frauen (1550-1582)

1580 – 1630 Frühbarock

El Greco 042

El Greco – Hochzeit zu Kana (um1610)

Michelangelo Merisi da Caravaggio, Saint John the Baptist (Youth with a Ram) (c. 1602, Yorck Project)

Michelangelo Merisi da Caravaggio – Hl. Johannes der Täufer (1602)

1630 – 1730 Barock Klassizissmus

Rembrandt Harmensz. van Rijn 151

Rembrandt Harmensz. van Rijn – Susanna (1636)

RokebyVenus

Diego Velázquez – Venus vor dem Spiegel (1647-1651)

The Three Graces, by Peter Paul Rubens, from Prado in Google Earth

Peter Paul Rubens – Die Drei Grazien (um 1635)

1680 – 1720 Barock

Antonio Bellucci - Danaë - WGA1846

Antonio Bellucci – Danaë (1700-1705)

1730 – 1780 Rokkoko

Boucher Diane sortant du bain Louvre 2712

Francoise Bucher – Diana nach dem Bade 1742

1730 – 1820 Spätbarock

Odysseus und Penelope (Tischbein)

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein – Odysseus und Penelope (1802)

1770 – 1850 Romantik (C.D.Friedrich, W.Turner)

Francesco Hayez 004

Francesco Hayez – Badende (1832)

Carl Spitzweg 004

Carl Spitzweg – Badende Nymphe (1855)

1830 – 1880 Realismus (Max Liebermann)

Gustave Courbet - Lot and His Daughters - WGA5455

Gustave Courbet – Lot und seine Töchter (1844)

1850 – 1900 Impressionismus (Monet Kandinski Nolde)

File:Jules LeFebvre - Jeune peintre des masque Grec, 1865.jpg

Jules LeFebvre – Jeune peintre des masque Grec, (1865)

Henri Rousseau 004

Henri Rousseau – Der Krieg (1894)

Renoir Nude c.1872

Pierre-Auguste Renoir – Nackte (1872)

Paul Cézanne - Baigneuses (Metropolitan Museum of Art)

Paul Cézanne – Badende (1875)

1890 – 1910 Jugendstil Pointilismus (Klimt Seurat Van Gogh)

File:Georges Seurat - Les Poseuses.jpg

Georges Seurat – Les Poseuses (1888)

1907 – 1915 Kubismus (Picasso Braque)

1900 – 1930 Expressionismus (Van Goch Gogin Nolde)

1922 – 1930 Surrealismus (Dali Magritte)

1920 – 1940 Art Deco

1920 – 1970 Moderne (Warhol Lichtenstein Hundertwasser)

1950 – 2000 Postmoderne

1990 – 2013 Gegenwart

Anhand der Malereien lässt sich eine Tendenz der jeweiligen Zeit ablesen. Ich habe diese Bilder stellvertretend für mehrere Bilder der Epoche ausgewählt, es lassen sich viele Hundert mehr Bilder finden, die sich als Zeitzeugnis für die Richtung, das Verständnis von Schönheit heranziehen lassen.  Über die Körperform könnte man folgende Entwicklung in einem Diagramm darstellen:

Diagramm Körpervoumen

Wie es weiter geht, das werden unsere Kinder gestalten. Klären wir sie auf!

PS. Alle Bilder von Gemälden sind gemeinfrei!

Intermotiviale Pfade – Der Weg zur People-Fotografie (45)

baek jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mein spannender Weg zur Körperfotografie, zur Menschenfotografie allgemein gestaltete sich umständlich – aber auch stetig. Wie er sich entwickelte und welche interessanten Umwege ich beschritt, darüber möchte ich in diesem Beitrag schreiben. Wohlwissend, dass ich noch lange nicht an ein Ziel, in einen statischen Zustand gelangt bin, so bin ich der festen Überzeugung, dass dieser Weg, wie es der des ewigen Lernens im Leben ist, auch hier keine Ausnahme bildet. Jeder Mensch, der sich ernsthaft mit der Fotografie beschäftigen „will“, der steht mit seinen ersten Bildern in der eigenen Kritik.

   Ich habe zwar schon auf dem ersten Film mit meiner trivialen Kodak „Ritsch-Ratsch-Klick“ – Kamera meine damalige französische Freundin abgelichtet, ebenso aber einen Marinezerstörer in Husum, die dortige Jugendherberge sowie die Stadt. Nach der Kodak kam die erste Spiegelreflex und damit begann die eigentliche, spannende Reise durch die unendlichen Motivwelten. Resümierend möchte ich vorwegnehmen, dass ich trotz der ausschweifenden Fotoreihen mit anderen Motiven doch wieder zurück zu den anfänglichen Vorlieben, nämlich der Menschen-Fotografie zurück gekehrt bin.

   Am Anfang war durch das aufkeimende Interesse am anderen Geschlecht schlechthin der Wunsch entstanden nicht nur meine auch aus heutiger Sicht sehr fotogene erste „richtige“ Freundin zu fotografieren. Mit offenen Augen durch die Welt gehend gab es für mich schon immer sehr viele in meinen Augen „hübsche“ Frauen; als Jugendlicher natürlich eher Mädchen. Nicht jede derer wollte ich fotografieren, ich dachte nur bei einem bestimmten Typus darüber nach, dass genau dieses Mädchen in exakt dieser Situation, jetzt in diesem Augenblick ein wundervolles Motiv für ein hervorragendes Bildnis hergäbe. Ich möchte an dieser Stelle besonders für die oder den fragende(n) Leser(in) deutlich machen, dass es mir nicht darum ging, all diese Mädchen zu meiner Freundin zu gewinnen, sondern sie zu fotografieren.

   So kam es zu Situationen wie jene, in der meine damalige Partnerin – in gemeinsamen Vertrauen zwischen uns beiden – ihre Klassenkameradin, die für mich sehr fotogen war, fragte, ob sie Spaß an einem Foto-Shooting hätte. Bald darauf sollte es sich ergeben. Durch die wahre Begeisterung des Modelles über ihre Bilder wurden sogar drei Foto-Shootings innerhalb von 2 Jahren daraus. Diese beeinflussten die Partnerschaft mit meiner Freundin nicht. In verfremdeter Form stelle ich eines der Bilder später aus, und zwar deswegen verfremdet, weil ich als 17jähriger noch nichts über Modell-Release wusste, bzw. nicht mal im Ansatz an Veröffentlichung zu denken war und es das Internet schlicht nicht gab. Ja, so lange ist es her! Auch kann ich nicht einfach vom Einverständnis des hübschen Mädchens mit ihren braunen langen Haaren ausgehen, ihr Bild hier zu veröffentlichen.

   So habe ich in den Endsiebzigern und Achtziger Jahren mit der Fotografie begonnen. Nicht alleine habe ich dieses Hobby betrieben, denn während meiner neunjährigen Oberschulzeit waren in meinem direkten Schulfreundeskreis zwei weitere Jungs ebenso ernsthaft an der Fotografie interessiert, wie ich. So unternahmen wir gemeinsam unzählige Fototouren.
Mein Motiv sollte von da an in der kommenden Zeit immer wieder wechseln. Ich empfand es damals – wie heute – niemals verwerflich, wenn sich ein Fotograf nicht auf nur wenige Motive in seiner Fotografie beschränkt. Bei Goethe las ich sinngemäß einmal einen Satz über das Fachidiotentum: Je kleiner sein Reich, desto konzentrierter die Kraft. Meiner Ansicht nach steckt viel Wahrheit darin. Jeder Mensch kann sich dabei selbst aussuchen, wie er in seinem Leben seine Kräfte einsetzen möchte: breit gefächert oder in die Tiefe gehend. Es gibt für beide Richtungen gute Gründe.

   So kam ich zur Natur- und Landschaftsfotografie. Dieses Motiv hat mir durch seine Statik viel über das Thema Bildkomposition vermittelt. Bei gemeinsamen Bildbesprechungen der gleichen Motive mit unterschiedlichen Ergebnissen wetteiferten wir, unterstützt von eigenen „Klugscheißereien“ über Betrachtungswinkel, Horizontaufteilung oder fehlendem Vordergrund um das bessere Foto.

An der nächsten Abzweigung des Motivweges geriet ich in die Fänge der Architekturfotografie. In den Metropolen Köln und Düsseldorf, aber auch in Wuppertal und dem Bergischen Land wurden wir leicht fündig. Tilt und Shift noch als unbedeutende Fremdworte abgetan und mangels nicht existenter Rechner mit nicht vorhandenem Gimp oder Photoshop stürzten uns die Linien nur so um die Ohren, wenn wir nicht weit genug weg das Teleobjektiv in Anschlag brachten.

   Manchmal flackerte während der ausgedehnten Städtetouren neben uns das Motivlichtlein der Streetfotografie auf, während uns dieser heute so in Mode gekommene Begriff und das Genre als Motiv völlig unbekannt war. Dennoch hatten wir so manches Motiv als lohnenswert für ein aussagekräftiges Foto bewertet und nach Blenden- und Zeiteinstellung mit dem Schnittbildindikator nach der flüchtigen Schärfeebene gefahndet. Zoos waren und sind weiterhin ein dankbarer Motivdschungel. Tiere ergeben für mich auch heute noch teils interessante, teils dramatische, aber auch skurile und lustige Fotografien. Am See bei uns waren die frechen, nimmersatten Enten ein beliebtes Motiv und vor so manchem fauchendem Höckerschwan mussten wir uns hinter eine Bank retten.

   Trotz all diesen Ausflügen in andere Themenbereiche der Fotografie gesellte sich auf die Filme immer wieder hier und da ein Negativ eines schönen Menschen, vornehmlich das Gesicht und besonders die Linien eines Mädchens. Ich bin aus noch ungeklärter Ursache nicht Fotograf geworden, obwohl ich mich zeitlebens damit beschäftigte. Doch diese Geschichte ist eine andere als diese hier.

   Als vorläufiges Fazit habe ich für mich die Erkenntnis gewonnen, dass mich die aufreibenden Reisen zu den verschiedensten Motiven bei der Entwicklung meines fotografischen „Könnens“ unterstützten. Bei der Umsetzung des Erkannten konnte ich häufig die Schwierigkeiten erleben, es einfach anders zu machen. Das Alles geschah in der Zeit während des „restlichen“* Lebens. Die Veränderungen im eigenen Anspruch mal beiseite gelassen, gewährt mir die Einsicht über meine technischen Unzulänglichkeiten mindestens eine Erkenntnis: für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Güte meiner Bilder braucht’s mehr als nur ein Forum oder ein Bildhoster mit Favoriten oder „Like“ – Häckchen – Funktion. Persönliche Besprechungen mit Leidensgenossen oder nichtvirtuellen Bildansehern kann ich nur wärmstens empfehlen.

   Ich empfehle desgleichen jedem Fotografie-interessiertem weite Ausflüge in die verschiedensten Motivwelten. Im weiteren Verlauf jedoch halte ich eine Vertiefung von wenigen Motiven als diffuses Ziel für lohnenswert, dies in Angriff zu nehmen. Es bedeutet ja nicht eine starre Festlegung auf ewig. Ein gelegentlicher Blick über den Tellerrand verhilft einem entweder zur weisen Erkenntnis, dass man doch eine andere Richtung der Fotografie im Blut hat oder die Erkenntnis, dass man in den bekannten Gewässern wunderbare „Landschaften“ dokumentiert.

    Noch eine abschließende Bemerkung über die Familienfotografie: Auch wenn viele Fotografielehrer in ihrer Lehre diesen Zweig der Fotografie gleichbedeutend mit allen anderen Bereichen als lehrwürdig betrachten, so möchte ich dem einen Gedanken entgegenhalten, der mich am Ziel dessen zweifeln lässt: Wenn ich mich in der Fotografie bilden möchte, so mache ich mir Gedanken über viele Bedingungen des Abbildens, ich lerne viel über Dinge wie Einstellungsmöglichkeiten, Licht und Dunkelheit. Doch ich meine, jedes Bild der Familie, das aus lehrfotografischer Sicht nicht gemacht wurde ist ein verlorenes Bild. Lieber 30 mittelmäßig fotografierte Bilder des Kindes bei nur einem gelungenem, als auch nur ein einziges, verpasstes Bild, denn in Zeiten des kostenlosen Speicherns der Bilder ist es einerlei. Mit der Zeit sollte sich die Art und Weise der Abbildungen beim ambitionierten Fotografen zwangsläufig weiter entwickeln. Will man aber das Familienleben vielleicht in Form von Jahresfotobüchern dokumentieren, für die Nachkommen Aufnahmen zusammenstellen, so meine ich, man solle lieber einmal mehr auslösen.

* Das wirkliche Leben ist für mich sehr plakativ gesagt weiterhin die Vereinigung von Selbstentwicklung und – vor allem – Partnerschaft mit Familie inklusive allen Baustellen und Nebenkriegsschauplätzen wie täglicher Hausaufgaben – Hilfestellung zur selbstständigen Erledigung derselben durch die lieben Kinder.