Was Du siehst. [4]

Du erschaffst ein Bild? Was ist es, das du abbilden möchtest. Was möchtest du ausdrücken? Was ist deine Intention? Was möchtest du dem Betrachter sagen?



Ist es ein technisch einwandfreies Bild? Ein Bild, in welchem sich viele der Regeln über Komplementärfarben und Perspektiven, über Aus- und Anschnitte, Schärfe und Bokeh und über Posing und Hintergründe wiederfinden lassen? Ein Bild, das eben durch die Umsetzung dieser Regeln einer „breiteren“ Gemeinschaft „zusagen“, auffallen wird, durch seine anerkannt stimmigen Einstellungen zum Lobe gereicht wird? Oder möchtest du andere Wege beschreiten? Wege, die von nur wenigen vorher eingeschlagen wurden? Wege zu Bildern, die sich von der Masse abheben, deutlich unterscheiden, deren Andersartigkeit aber auch bishin zum verstörend verwirrenden, unklar fragwürdigem oder extravagant Außergewöhnlichen weisen. Und da genau liegt der Punkt bei der Entscheidung: 

Fotografierst du „konformer“ so dass deine Arbeit eine breitere Masse erreichen kann oder liegt dir viel mehr das Ungewöhnliche, dessen Aufmerksamkeit hauptsächlich dem geschulteren Auge Beachtung abringt, sich aber dadurch der Mehrheit der Betrachter nicht unbedingt erschließt?

Ganz zu schweigen von der Beliebigkeit jener Bilder, die in ihrer Belanglosigkeit der einfachsten Erstellung durch jedes noch so einfachste Aufnahmegerät zur Bilderflut im einzigen globalen Medium dienen und die wenigen Bilder in der Masse der Aufnahmen mit sich reißen. (Blüten daraus mal ausgenommen!)

Dies könnte eine Frage sein, die du dir bei der Erstellung einer Fotografie jedes Mal von neuem stellen könntest und die dich vielleicht auf dem Wege deiner Entwicklung, respektive der Entwicklung eines eigenen Stils, wenn du einen solchen angedacht haben solltest, unterstützen wird.

Das Bild oder der Mensch? [3]

Was siehst du, wenn du ein Portrait betrachtest? 

Millionen von Fotografien unzähliger Menschen sind im Netz. Auf vielen unterschiedlichen Plattformen sind Bilder aller Art zu betrachten. Etwa auf Instagram, Facebook, flickr, 500px, auf Seiten der fotocumunities und Fotomagazinen u.v.a.m. kann sich jeder Mensch „durchklicken“ und hin und wieder ein „LIKE“ hinterlassen. 

So finden sich Menschen-Bilder mit mehr und Menschen-Bilder mit weniger Aufmerksamkeit und weniger „Likes“. Was und ob es überhaupt etwas über die Qualität des Bildes aussagt kann jeder für sich selbst bestimmen. Ob ein „gutes“ Bild von einem Fotografen mit geringer Reichweite oder weniger Followern oder ein schlechtes Bild von einem Fotografen mit sehr vielen Followern ist, das die größere Anzahl von „Likes“ erhält, sei hier gleichwohl unkommentiert.

Die Frage ist viel mehr, was dir in den Sinn kommt, wenn du ein Bild betrachtest oder überscrollst. Was siehst du? Die Ausstrahlung des Menschen? Oder die Qualität der Aufnahmen? Zeitweise beides? 

Was erkennt der „Durchschnittsbetrachter“ beim scrollen, bestenfalls im Einzelbildmodus am 27 Zoll Monitor, ungünstigstenfalls auf dem kleinen Smartphone-Display im Galleriemodus? 

Wieviel erkennt der Betrachter, wieviel erkennst du von Bilddiagonalen, vom Anschnitt oder der Lichtführung, von Bokeh oder Flares, von Spitzlichtern oder weichem Rembrandt-Licht?

Was nimmt der Betrachter wahr von der Haltung der Hände, der Stellung der Füße oder der Blickrichtung des Menschen? Was sieht der Hinsehende in der Milisekunde der Zeit, die ihm bleibt für die Sichtung des Bildes von Körper-Dynamik und Körperspannung, vom Sitz der Kleidung oder erst deren Auswahl?

Was empfindet der Gast bei einer Präsentation, wenn er einen Menschen auf einem Bildträger jedweder Art sieht? 

Den Mensch? Den Ausdruck? Die Bildaussage? Eine Schönheit? Eine Sympathie oder eine Ablehnung? 

Was denkst du ist es bei dir? 

Ist es möglicherweise ganz schlicht ein Zusammenspiel aller möglichen Faktoren? Erfolgt deren intuitive Bewertung dadurch, dass ein Eindruck steht und fällt mit dem Fehlen eines oder mehrerer Einzelfaktoren, die die Summe der Aussage tatsächlich, wenn nicht ein Faktor andere überstrahlen kann, diese vernichten kann?

Die Suche nach der Schönheit, Teil IV (214)

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Weiter auf der Suche nach der Schönheit, oder das, was man dafür halten könnte.
 
Du stehst vor etwas Schönem. Wer sagt dir, dass es schön ist? Niemand! Du empfindest es einfach als schön. Ohne jede Wertung entsteht in dir dieses Gefühl, etwas zu erfahren, was in dir eine Sehnsucht erweckt, vielleicht eine Sehnsucht nach etwas Vollkommenem, nach einem Gefühl selbst, in dir etwas zu spüren, dass dich auffängt, dort, wo nichts widersprüchiges dich befremdet.

Wieder kann es sich dabei um ein Objekt handeln, welches (be-)greifbar ist, ein Bild in der Natur, das so gewachsen ist, wie es sich unserem Auge präsentiert. Welches wir so erfahren, wie wir es gelernt haben zu erfahren, denn die Naturschönheit weiß nichts davon, uns zu gefallen, weil sie einfach nur ist. Oder Du hörst ein Musikstück. Dieses Stück versetzt dich in Verzückung. Du bist wie gefangen in den Weiten der eindringlichen Klänge, kannst Dich kaum lösen, nur schwer entziehen, schon allein deshalb, weil du es gar nicht möchtest.

Möglicherweise verweilst du gerade vor einem Kunstwerk, einst von Menschenhand geschaffen aus einer Idee heraus, die der Künstler in seinem Werke verewigt in dir widerklingen lässt, kannst dich der Ausstrahlung nicht entziehen, das Kunstwerk hat dich scheinbar in seinen Bann gezogen und du gibst dich seiner lebendigen Wirkung auf dich hin. Manche Kunstwerke lösen solch eine Faszination in dir immer wieder aus, andere nur manchmal und wieder andere gar nicht. Sollte zum Widerklang dieser einen Schönheit genau diese Saite in dir vorhanden sein müssen, um Anklang zu finden?

Die Frage, ob jedes Kunstwerk „schön“ sein soll, wurde erst seit dem 19. Jahrhunderts intensiver gestellt, zuvor komponierte ein Künstler sein Werk in naher Anlehnung an die Natur, die lange Zeit als Vorbild des Schönen galt. Mit Einzug der Romantik idealisierten die Künstler die Idee der Schönheit, versuchten selbst die Natur zu übertreffen, idealisierten sie, bevor zur Zeit von Friedrich Nietzsche (1870) das Nicht-Schöne zunehmend an Beachtung gewann.(sehr stark vereinfacht gesagt)

Betrachte ich stellvertretend ein beliebiges Kunstwerk, eine Skulptur beispielsweise: Denke dir eine aus! David
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der Denker
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die Venus
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oder ein anderes, welches dich begeistert.

Es wird Menschen geben, die diese Skulptur als schön bezeichnen. Andere würden sie vielleicht als mittelmäßig schön bezeichnen, nicht direkt als hässlich, aber auch nicht als schön. Wahrscheinlicherweise gibt es Menschen, die dieses Werk auch als unansehnlich titulieren würden, denen dieses Werk sogar Unbehagen bereiten könnte. Vielleicht sind es auch nur Teile dieser Skulptur, die Missfallen erregen? Interessant ist dabei die Frage, ob es eine Möglichkeit gäbe, die eine Art Level schlüssig darstellt, welches im Auge des Betrachters erreicht werden kann, um den Anmut einer Darstellung, die Ästhetik einer Skulptur erkennen zu können?

Nehme ich die Extreme: Eine Person hat niemals zuvor im Leben eine Plastik, eine Skulptur gesehen. Was kann in ihm vorgehen? Die Person trifft auf das Kunstwerk! Und nun? Daneben steht eine Person, die schon unzählige Skulpturen gesehen hat, die schon etliche Ausstellungen über Skulpturen veranstaltet und einige Fachbücher über die Bedeutung und Herkunft sowohl der Skulpturen als auch der Künstler verfasst hat. Worin liegen die Unterschiede?

Der Schönheit ist es einerlei, wer vor ihr steht. Zunächst beide Wesen betrachten das Werk. In beiden Wesen löst das Werk die verschiedensten Empfindungen, Gedanken oder Ideen aus. Ordnet der Kenner das Kunstwerk ein, so wird es der jenige ohne Vorerfahrungen nicht einordnen. Doch im Laufe der Betrachtung kommen und gehen in beiden Personen die unterschiedlichsten Regungen, das Werk des Künstlers erweckt eine Reihe von Dimensionen ganz unabhängig vom Stand des Betrachters. Kann es dafür eine Wertung geben. Philosophen aller Epochen versuchten sich an der Beantwortung dieser Frage und kamen zu widersprüchlichsten Thesen.

Was denkst Du? Eine Metapher: ein Kunstwerk lässt eine Saite in dir anklingen. Ist es von Wichtigkeit, wie viele Saiten ein Mensch in sich trägt? Ist es wichtig, wie oft diese Saiten angespielt werden? Ist es von Bedeutung, ob diese Saiten gestimmt wurden? Ist es entscheidend, wie stark diese Saiten angespielt werden? Ist es eine Frage der Zugänglichkeit der Saiten, ob sie erklingen? Was denkst Du?
 

 

 

Die Suche nach der Schönheit, Teil I (210)

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Wo findet sich Schönheit? Woran wird die Schönheit erkannt? Gibt es einerseits unterschiedliche Grade der Schönheit und gibt es andererseits unterschiedliche Grade der Befähigung diese zu erkennen? Einige Gedanken und Schlüsse daraus.

Schönheit, das Thema über Jahrtausende, wurde wahrscheinlich schon immer hinterfragt, zumindest aber immer wieder seit der Zeit, da es Überlieferungen belegen. Erst als Objekt wurde es untersucht. Es wurde versucht, die Schönheit in eine Formel zu bringen. Es wurde versucht, sie in bestimmter Form und Erscheinungsweise zu manifestieren. Danach wurde die Schönheit vom Objekt gelöst. Nur ein Subjekt sollte in der Lage sein, sie überhaupt zu erkennen, denn ohne Betrachter sollte es keine Schönheit geben. Es gab nur das Sein. Es wurde fortwährend versucht, die Schönheit von jeglicher Zweckgebundenheit zu befreien. Sie sollte ihre Wirkung nur durch sich selbst entfalten, ohne sich durch eine Zweckgerichtetheit legitimieren zu müssen. So sollte die Wahrnehmung verlaufen.

An dieser Stelle möchte ich hier gerne ansetzen und eine Betrachtung wagen. Wurde die Schönheit beispielsweise von David Hume und Edmund Burke vom Objekt losgelöst? Musste ein Subjekt beschrieben werden, dessen Existenz gegeben sein muss, um eine Schönheit überhaupt erst wahrzunehmen? Im Zuge dessen finde ich eine sehr interessante Relevanz wieder:

Wenn ein Subjekt -in unserem Falle ein Mensch, der (in was auch immer) eine Schönheit erkennt- diese Schönheit wahrnimmt, dann stelle ich die Frage: Gibt es dahingehend tatsächlich unterschiedliche Grade der Befähigung, Schönheit zu erkennen? Ferner sei die Frage gestellt, welche Variablen und Bedingungen auftreten könnten, die diese Erkenntnis erstens beeinflussen, zweitens ermöglichen oder drittens verhindern!

Schönheit erkennen wir in vielen Dingen. Eine Pflanze kann einem Menschen schön erscheinen, eine Landschaft, ein Wetterphänomen kann beeindruckend schön erscheinen. Ein Tier oder ein Mensch erweckt den Anschein der Schönheit in uns. Auch ein Gedicht bezeichnen wir mitunter als schön, oder noch mehr ein Musikstück? Gefühle können es sein, die wir als schön empfinden, oder ist es vielleicht auch der Auslöser dieser Gefühle. Selbst Schauder bezeichnen wir hin und wieder gerne als schön, sei es, weil wir auf diese Weise das ursprüngliche Leben in uns spüren, ganz gleich dabei, ob in der Form von Angst und des Erschreckens oder der Gewissheit des Schauspiels und unserer distanzierten Sicherheit dazu.

Bleibe ich zunächst bei dem Subjekt, in dessen Vorstellung -Schönheit ist ja nichts Faktisches, sie ist stets nur angenommen- Schönheit entstanden ist. Sie ist erkannt worden. Es gibt nun theoretisch unendlich viele Subjekte, die sich zum einen im Wesen unterscheiden -es sind einfach unterschiedliche Wesen- und zum anderen solche, die sich in der zeitlichen Phase differenzieren -sie befinden sich an einem bestimmten Punkt ihrer Entwicklung, als Kind, Jugendlicher, Erwachsener oder reifer Mensch. Selbst innerhalb dieser Phasen zählt jeder Augenblick als einzigartige Situation.

Zu jedem Zeitpunkt begegnet Schönheit einem x-beliebigen Subjekt. Ein Subjekt begegnet irgend einer Schönheit. Wahrnehmung findet statt. Wie verhält es sich mit der Erkenntnis? Ganz gleich, was der Mensch als schön erkennt, es gibt bei manchen Dingen eine große Übereinstimmung in der Beurteilung, in manchen aber nicht. Nun greife ich die Fragen von oben auf und frage erneut:

1. Gibt es eine universelle Schönheit, deren Wert erst erkannt, begriffen oder erlernt werden kann oder gar muss?
2. Ergibt sich, und das ist eine Frage, die sich sehr nah an der ersten Frage orientiert, eine größere Befähigung, bestimmte Schönheiten erst dann zu erkennen, wenn man sich mit diesen Verhältnissen über einen größeren Zeitraum hinweg auseinandergesetzt hat?
3. Gibt es Parallelen bei der Erkenntnis oder Wahrnehmung unterschiedlicher Formen der Schönheit?
4. Entstehen Irrungen durch bestimmte Einflüsse oder defizitäre Befähigungen, vielleicht schon durch Wahrnehmungsstörungen?

Stelle sich jeder Interessierte diese Fragen, um zu prüfen, inwiefern sich die Erkenntnis von Schönheit in ihm manifestiert. Weiter mit der Beantwortung der Fragen meinerseits geht es im nächsten Artikel.

Liebster Award

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Dann werde ich auch mal ein Schneeball in der Lawine sein, und beim Liebsten Award mitmachen … 😉

Regeln für nominierte Blogs:

Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel:

Danke liebe Ronja 🙂

Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.

1. Welche Person hat dich am meisten in deinem Leben beeindruckt?

Mein Vater: Er hat mir sehr viel vom, im, übers, Leben beigebracht, gewollt und ungewollt.

2. Welche Botschaft willst du mit deinem Blog vermitteln?

Begebe dich auf die Suche nach dir selbst, finde Dich selbst und praktiziere Authentizität, Ehrlichkeit und Freiheit, gewürzt mit Nächstenliebe, Empathie und Aufmerksamkeit.

3. Wo könntest du dir vorstellen deinen Lebensabend zu verbringen? Und mit wem?

Mit meinem Schatz in Berlin mit Wassergrundstück.

4. Welches Buch und / oder welcher Film hat dich am meisten emotional berührt?

Als junger Mann: Buch: Schiffer Bontekoes Schiffsjungen, Fabricius
Film: West-Side-Story

Aktuell: Buch: Ortega Y Gasset -Triumph des Augenblicks, Glanz der Dauer
Film: Krzysztof Kieślowski – Drei Farben Trilogie

Allzeit: Buch: Der kleine Prinz
Film: Reihe von Eric Rhomer: Moralische Erzählungen

5. Welche Jahreszeit magst du besonders gern und warum?

Jede Jahreszeit hat Ihren Reiz. Herbst; nicht zu heiß, warmes Wasser, traumhafte laue Abende, märchenhaftes Licht, …

6. Welches Genre liest du am liebsten?

Wissenschaft

7. Hättest du die Möglichkeit eine fiktive Gestalt (Film, Serie, Buch, Geschichte … ) zu treffen, auf wen würde deine Wahl fallen und warum gerade diese?

Oh, einer? Buddha, Hermann Hesse, Erich Fromm, Sokrates, Yogananda, …. weil ich so viele Fragen habe, … 🙂

8. In welcher Zeitepoche/welches Jahrhundert könntest du dir vorstellen zu leben?

Jetzt. 70 Jahre ohne Krieg in der Region, wo ich lebe, …da lohnt es sich doch, dafür zu kämpfen, dass es überall so sein wird ….

9. Welche Erfindung hat deiner Meinung nach die Menschheit am meisten beeinflusst?

Feuer

10. Du kennst sicher einige berühmte “letzte Worte”. Was wären deine?

… Sei wahrhaft Du selbst …

11. Bevorzugst du Vanille, Erdbeere oder Schokolade?

Zitrone, Minze, Amarena, und wenn es gar nicht anders geht, Vanille

Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award.

1. ZENTAO
2. MITOHNESAHNE
3. COLLEEN
4. DIDI
5. BELANAHERMINE
6. BOS PRIMIGENIUS

Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.

1. Welche ist die wichtigste Frage in Deinem Denken und warum?

2. Welche ist Deine intensivste Erfahrung im Leben?

3. Welche 3 Eigenschaften schätzt Du an einem Freund/Partner am meisten?

4. Welcher Körperteil / Körperbereich ist Dir für Dich /Deinem Partner am wichtigsten?

5. Welche Bedeutung bemisst Du der Ökologie zu und welcher ist Dein Beitrag?

6. Ein Psychiater, so steht es geschrieben, heilt sich bei jeder Behandlung auch ein wenig selbst. In wie weit trifft das auf Dich und Deinen Blog zu?

7. Wenn Du wählen müsstest, in einer der folgenden Städte ein Jahr verbringen zu müssen, welche wäre es und warum? Thimphu, Hauptstadt von Butan; Papeete, Hauptstadt von Thahiti; Ushuaia, Feuerland, Argentinien?

8. Wie alt warst Du bei Deinem ersten Kuss auf den Mund, und weißt Du noch den Namen?

9. Welcher Typ Mensch bist Du eher, lieber Led Zeppelin oder Eminem?

10. Zum Thema Flaschendrehen, Wahrheit oder Pflicht?

11. Zum Thema Lichtbilder: bewegt oder unbewegt, Video oder Fotografie? Und warum?

Viel Spaß! 🙂

Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award Blog-Artikel.
Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

Ich bin, also spreche ich? (203)

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Du kommunizierst mithilfe deines Körpers, nicht anders. Alle Ergebnisse, alle Entschlüsse verkündest du durch oder mit deinem Körper, sei es gesprochen, geschrieben oder gehandelt, in manchen Fällen vielleicht bekundet durch Nichthandeln.

Es folgen zunächst einige Prämissen für eine kleine, gedankliche Herleitung: Menschen leben. Leben bedeutet, dass sich etwas entwickelt. Entwicklung heißt Veränderung. Leben bedeutet Bewegung. Bewegung bedeutet Verschiebung von Masse. Dazu braucht es Raum, Raum der nicht unendlich verfügbar ist. Leben bedeutet Wahrnehmung. Lebewesen nehmen wahr und reagieren. Veränderungen von Positionen sind die Folge. Jede Aktion verändert etwas, Statik wird zu Dynamik. Manchmal verändert sogar eine Nichtreaktion, wenn sie konträr verläuft. Wenn eine Nichtreaktion im Gegensatz zu dem steht, was zu erwarten ist, wird sie umgehend zur Reaktion.

Veränderung ist für den Menschen stets materiell. Ort, Materie, Zeit. Immer. Es beginnt mit den drei grundlegenden Defizitbedürfnissen:

▪ Nahrung
▪ Atmen
▪ Schlafen

Der Mensch existiert, lebt aber erst durch den Ausdruck seines Körpers. Ohne die o.g. Defizite dauerhaft und fortlaufend zu beseitigen, kann der Mensch nicht leben, vielleicht existieren. Anschließend folgen weitere Bedürfnisse, die dem Menschen seine Existenz erst weiter ermöglichen:

▪ Wohnung
▪ Sicherheit

Vorerst möchte ich gedanklich nur bis hier her gehen. Ohne dabei zu bestätigen, dass es weitere Bedürfnisse gibt, die den Menschen ausmachen, wie z.B. soziale Bindungen oder Selbstverwirklichung. Dies wäre der nächste Schritt. Bleibe ich in diesem Beitrag beim ersten Schritt und dessen näherer Betrachtung.

Es geht also bei der Existenz des Menschen, der durch oder mit seinem Körper kommuniziert, immer um das Materielle. Gedankenübertragung? Noch Fehlanzeige! Das es ausschließlich körperlich effektiv ist möchte ich aus folgender Sichtweise herleiten: Jede Aktion und auch jede Reaktion bedeutet eindeutig, dass der Mensch eine Veränderung wahrgenommen hat. [Du schaust hin oder weg.] Dieses gelingt ihm nur unter Zuhilfenahme seiner Sinne [Augen]. Es sei dabei einerlei, ob die Veränderung von materieller oder energetischer Herkunft ist, letztendlich ist Energie nur eine andere Form der Materie und umgekehrt. Den physikalischen Nachweis dafür haben andere schön längst erbracht, das möchte ich hier nur übernehmen.

Dazu lege ich einige Beispiele zur Erläuterung dar. Jedwede Gedanken, alle Gefühle, die eine (Re-) Aktion im Menschen zur Folge haben, entstehen aufgrund einer Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung ist nur dann möglich, wenn der Mensch seine Aufmerksamkeit dafür erübrigen kann. Sitzt du seit 6 Stunden bei -24°C auf einem zugigen Bahnhof, so wirst du die Schönheit einer schneebedeckten Landschaft anders empfinden, als aus dem wohltemperierten Foyer eines Berghotels.

So tritt dieser Reiz von außen auf den Menschen ein. Etwas berührt ihn, ein Signal beliebiger Art überschreitet seine Wahrnehmungsschwelle. Ist dieser Reiz erst einmal aufgenommen, so löst dieser irgend eine beliebige Reaktion aus. Die Reaktion kann ein Gedanke sein, ein Gefühl oder auch ein Reflex. Die Reaktion kann ferner in einer unmittelbaren Tat münden oder jemand ist nachtragend oder auch besonnen. 😉 Festzustellen ist es beim Anblick des Menschen. Du siehst, was du ausgelöst hast, manchmal mehr, manchmal weniger. Aber auch einer der anderen Sinne kann diese Reaktion deines Gegenüber wahrnehmen. Du kannst es hören, riechen, oder schmecken. Oder spüren. Hand drauf! Ich umarme dich.

Etwas Äußeres trifft unsere Wahrnehmung, ausgelöst wurde es von unserem Gegenüber, wenn es ums Zwischenmenschliche geht. In uns entstehen dadurch Gefühle, wie auch Gedanken, oder aber viele Zwischenabstufungen davon, wie Eindrücke, Ideen oder physische Reize. Die Dauer kann von Millisekunden bishin zu Stunden oder länger sein. Es sagt vorerst nichts über die Qualität aus.

Doch was immer auch in uns entsteht, solange keine Reaktion von uns darauf erfolgt, irgend ein wahrnehmbares Zeichen gegeben wird, solange gilt es als nicht existent, nicht angekommen {Sender}, nicht wahrgenommen {Empfänger} oder ignoriert. Nur durch Reaktion, die ausschließlich rein materieller Natur sein KANN, muss sie doch einen Empfänger haben, erfahren wir eine Wirkung unseres Daseins. Das kann in Form eines Lächelns sein, man kann schreien oder lachen, schweigen oder böse drein schauen, flüchten oder sich putzen, essen oder kämpfen.

Der Körper reagiert. Niemals geistig, immer durch seinen Körper, indem er handelt. Und denkt er tausend Gedanken und durchlebt Höllenqualen in seinem Herzen, ohne eine körperliche Reaktion sind sie nichts. Deine Liebe mag universell sein, ohne sie zu materialisieren in Form einer Handlung ist sie fiktiv und unsichtbar, nicht da, nicht vorhanden. Hast du sie nicht durch deinen Körper ausgedrückt, ist sie nichts! Willst du etwas erreichen, handle!

Entscheide dich, schön zu sein! [ ALSO DU ZU SEIN ] (174)

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Die Zeit, als eine menschliche Konstante, Grundlage für jede Entwicklung, gewährt uns prinzipiell in jeder ihrer Sekunden die Möglichkeit einer Entscheidung. Auch verlangt unser Dasein, unsere Ziele eine solche. Dieser folgt ein Neubeginn oder ein Festhalten an Gewohntem. Mehr oder weniger bewusst der Konsequenzen unseres Handelns oder der Unterlassung leben wir diese sekündlichen Urteile und Verweigerungen.

In jedem Moment entscheide ich mich, was ich tun werde. Bleibe ich sitzen oder stehe ich auf? Sage ich Hallo oder schweige ich? Gehe ich nach draußen oder bleibe ich drin? Diese Momententscheidungen betreffen auch das Aussehen. Kleide ich mich so, oder anders? Bin oder bleibe ich sportlich oder lieber nicht. Esse ich dies oder jenes oder nichts?

In jedem Moment habe ich die Wahl. Oft genug habe ich die Pflicht zu wählen. Die Grundbedürfnisse sind existentiell. Doch deren Ausprägung individuell. Möchte ich einen durchtrainierten Körper haben, so sagt es das Wort schon: Gehe trainieren. Nicht nur ein bisschen, nein, durchtrainiert heißt mehr. Dazu muss ich mich irgendwann entscheiden. Für diesen Körper, gegen die Möglichkeit, in der Zeit des Trainings etwas anderes zu tun. Fern zu sehen, zu lesen, ins Bistro oder die Lounge zu gehen und zu chillen… 😉

Trainiere ich, so habe ich die Chance, meinen Körper zu formen, so, wie ich es mir wünsche, zumindest weitestgehend. Unterlasse ich es, habe ich nicht die Möglichkeit, und bleibe, bestenfalls, wie ich bin. Möchte ich mein Aussehen verändern, muss ich mein Verhalten ändern. In der Sekunde, in der ich den Wunsch zu meinem Ziel mache, sind Entscheidungen zu treffen. Dazu muss ich nicht immer alle Variablen verändern, die in meinem Leben eine maßgebliche Rolle spielen. Veränderungen bezüglich des Aussehens sind meist nicht solch rudimentärer Natur, wie solche den Charakter betreffend.

Es ist damit, wie in den meisten Bereichen des Lebens: es liegt am Einzelnen, etwas zu tun, man muss nur handeln. Nicht lamentieren, nicht bedenken, nicht abwarten, tun! Es geht nicht darum, etwas umzustoßen, sondern einer Veränderung Raum zu gewähren, damit anderes weiter in den Hintergrund zu stellen, dessen Bedeutung sich im Leben als nicht essenziell herausgestellt hat. Von diesem Unrat besitzen wie alle jede Menge.

Es geht bei der Entscheidung für oder wider eine Sache auch nicht um Stärke oder Schwäche, denn wenn wir zu schwach sind, etwas zu verändern, ist der Grund zur Veränderung nicht stark genug, dass bedeutet, wie kommen auch ohne gerade diese Veränderung zurecht, vielleicht schlechter als mit ihr aber dennoch bequemer.

Schicksalsschläge sind manchmal der Erdrutsch, der diese Bequemlichkeit entlarvt, wobei man mich hier nicht falsch verstehen möge, keineswegs wünsche ich irgendjemandem irgendwelche Schicksalsschläge, doch jeder, der einen solchen jemals erlebte, weiß, wie ich das meine. Ich spreche nur von Möglichkeiten, von denen man niemals zuvor vermutet hätte, sie lägen im Bereich dieses Möglichen. Damit weise ich auf dem Mut hin, der manchmal nötig ist, seine Komfortzone zu überdenken, und ggf. zu verlassen. Ergo: zu sein, wie man sich erkennt, nicht zu sein, wie man erkannt werden möchte.

Zus.: Wundervoll, wenn es da jemanden gibt, der eine darin unterstützt, mal eine Brücke baut, wo man selbst nur einen Abgrund wähnt. 🙂

Die Tabus des Menschlichen, Teil 3 (104)

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Nun also zu den gesellschaftlichen Verflechtungen innerhalb der verfänglichen Begrifflichkeiten. Politisch unkorrekt sind bei weitem nicht nur Themen den Hintern betreffend. Im vorherigen Beitrag stellte ich folgende Überlegungen an:

· Ist das Tabu des Hintern unhinterfragt, strikt, bedingungslos?

· Ist das Tabu des Popos stillschweigend etabliert, aus praktiziertem gesellschaftlichen Regelwerk bestehend, das unseren Umgang miteinander reglementiert?

· Wird das Tabu des Gesäßes jeglicher rationalen Begründung und Kritik entzogen?

Wenn etwas nicht ausgedrückt wird, wenn über etwas nicht gesprochen wird, so kann man es nicht in Frage stellen. Um etwas zu kritisieren, sollte man sich mit diesem Faktum aus möglichst vielen Richtungen annähern, es von allen Seiten beleuchten, und die Ergebnisse formulieren. Doch bereits in frühester Kindheit wurden und werden wir dahingehend konditioniert, dass der Podex etwas mit Schmutz zu tun hat. Unsere Exkremente sind demnach etwas, was man nicht ansieht, geschweige denn begreift. Dabei wurde und wird so gründlich vorgegangen, dass selbst körperliche Beschwerden oder Erkrankungen bei den Ärzten nur widerwillig vorgebracht werden. In medizinischen Fachzeitschriften wird darüber berichtet, dass Patienten auffallend häufig zu lange warteten, um ihre Beschwerden vorzutragen. Dadurch würde die Heilung oft unnötig erschwert. Genannt werden dabei die Hämoriden, Beschwerden mit der Prostata, und die verhältnismäßig leichten Symptome wie Juckreiz am Annus oder Blut im Stuhl.

Wie entstand dieses Bild in den Köpfen der Menschen? Warum überlebte dieses Tabu bis in die heutige Zeit hinein trotz aller Liberalisierungen, Aufklärung, und der vermeintlichen Revolution der 1968er Jahre? Trotz aller Aufklärung, die unsere moderne Gesellschaft für sich beansprucht, werden -wenn überhaupt- solche Themen wie das Gesäß nur verschleiert erörtert oder lieber möglichst verschwiegen.
Formuliere ich die Tabus einmal aus, so lauten sie wie folgt:

· Fasse den Po nicht an!
· Denke nicht über den Hintern nach!
· Spreche nicht in der Öffentlichkeit über den Podex!
· Sehe den Knackarsch nicht offensichtlich an!
· Schenke deinen Pobacken keine besondere Aufmerksamkeit!
· Berühre deinen Popo ja nicht in der Öffentlichkeit, wenn dir mal etwas daran juckt!

Doch wir alle wissen es dennoch besser: Wir fassen unseren Po an, wir denken darüber nach, wie wir den Hintern in Form bringen, wir sprechen über den Podex mit Freunden, in der Familie und mit Kollegen, wir schauen dem Knackarsch -meist nur heimlich- hinterher, wir massieren gerne die Pobacken des Partners und wir berühren unseren Popo natürlich, wenn er mal juckt, immer dann, wenn wir glauben unentdeckt zu sein. 😉

Also wissen wir es besser!? Warum also diese Handlungsweise, wozu brauchen wir dieses Vesteckspiel?

Der Soziologe Karl Otto Hondrich erstellte ein „Tabu-Prinzip“, das besagt, dass es in allen Gemeinschaften ein überlebenswichtiges „Verbergen“ von bestimmten Dingen gibt, die nicht benannt beziehungsweise kommuniziert werden sollen: „Gruppen und Gesellschaft könnten nicht bestehen, wenn alle ihre inneren Widersprüche und Übel sich offenbarten. Sie ausdrücklich zu ‚verbieten‘ würde nichts nützen, ja die Sache eher schlimmer machen. (…) Demgegenüber verhindert das ‚Tabu-Prinzip‘ mit seinen tiefen Gefühlen von Ekel und Abscheu, dass das Böse überhaupt benannt und berührt wird.“

Michel Foucault hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass es „keine Kultur auf der Welt (gibt), in der alles erlaubt ist“, und meint, „dass der Mensch nicht mit derFreiheit, sondern mit der Grenze und der Scheidelinie des Unübertretbaren beginnt“

Markieren Tabus also Grenzen des Handelns, Redens und Denkens? Sollen bestimmte Objekte wie der Hintern, nicht berührt beziehungsweise Handlungen an ihm nicht vollzogen werden? Warum wird er weitestgehend ausgeblendet im Umgang mit dem eigenen Körper?
Wenn man betrachtet, dass nicht in allen Kulturen der Hintern mit solch einem Tabu belegt ist, so treffen hier schon die Erkenntnisse von Sigmund Freud zu, die besagen, dass Tabus nur für jene sinnvoll erscheinen, die mit ihnen sozialisiert wurden.
Für Außenstehende erscheinen sie häufig unverständlich, nicht nachvollziehbar oder falsch und werden infolgedessen unabsichtlich gebrochen.
Michel Foucault geht noch einen Schritt weiter, in dem er über die bewusste Enttabuisierung referiert:

Tabus markieren Möglichkeiten der Überschreitung, wobei diese durchaus nützlich sein können, wie er am Beispiel der Sexualität im ausgehenden 18. und im 19. Jahrhundert festmacht, einer Zeit, in der Sexualität stark tabuisiert wurde, in der aber auf der anderen Seite die Sexualwissenschaft erst entstand. Sexualität und ihr Ausdruck in Zeitschriften, Artikeln, Büchern, erotischen und pornografischen Publikationen, in Beichtstühlen und intimen Geständnissen konnte so erst ausführlich kommuniziert werden.

Und was kann ich als Fazit meiner Betrachtung resümieren?

In einer Beziehung zwischen zwei Menschen werden manche Tatsachen, besonders gerne vom männlichen Geschlecht, aber auch von weiblicher Seite, totgeschwiegen. Das funktioniert. Ob das wünschenswert oder erstrebenswert ist, ist eines jeden Menschen eigene Ansicht. Ob man sich hier und da ein kleines Geheimnis bewahrt, oder ob man gerne alles teilt, liegt im Wesen des Menschen.

Übertragen auf die Tabus komme ich zum Entschluss, dass Tabus für mich nicht haltbar sind. Ich meine, wir sollten eine mehr wissenschaftliche Herangehensweise an den Tag legen, die offen einen Diskurs über jedes Thema führen kann! Für mich kann die Aufklärung gar nicht weit genug gehen, wenn es um Dinge, Zustände, Begriffe, Meinungen, Neigungen, Glauben, Verbote, Gebote oder Sichtweisen geht. Durchleuchten wir jedwede Verkrustung, und beachten dabei auch Grenzen, die zwar überschritten oder verschoben werden können, aber nicht übersehen oder ignoriert werden sollen.

WIE GERNE ICH DOCH EINEN WOHLGEFORMTEN HINTERN ANSEHE!