Was ich besser machen könnte… Teil 2 von 12 [Intermezzo]

Schatzi, Mausi, und die Koseformen von Namen

Meine Nackenhaare sträuben sich leicht, sobald ich Verniedlichungen von Namen höre. Das sollte ich in den Griff bekommen. Mein Freund Andreas heißt nicht Andi. Meine Freundin Valerie heißt nicht Liri. Der Name Olaf bietet nur wenig Möglichkeiten der Verniedlichung. Warum mag ich es nicht? Ist mir ein Rätsel, es hat nur wieder mit Sprache zu tun, wie im ersten Beitrag. Ich meine, Namen sind toll, und auch Alexander ziehe ich Alex vor, es ist eine Freude für mich diesen auszusprechen. Ich habe es in der Sprache nicht eilig. Ich mag die leichten Ausschmückungen in der Sprache, was der aufmerksame Leser sicherlich schon hin und wieder feststellen konnte. So gefallen mir die Namen, wie sie sind, ohne eine Verkürzung oder ein „i“ dazugedichtet. Auch Basti, (hier zickt nicht mal die Autorechtschreibkorrektur, wie bei vielen anderen Worten, die allesamt zum erweiterten Wortschatz gehören, aber auf den Tastaturen der Smartphones wohl nicht erwünscht sind. 😉)

Namen sind bekanntlich Schall und Rauch, doch woher stammt die Neigung zur Verniedlichung? Es ist nichts verwerfliches daran, einen Menschen in einer liebevollen Art und Weise anzusprechen, dies womöglich auch mit einem Tiernamen zu verbinden, und es mögen scheinbar einige Personen mehr, als man denkt. Worte wie „Schatz“ nutze ich übrigens auch. Aber mit Schatzi (wird auch nicht unterstrichen von der Korrektur 😂) verbinde ich eine leichte Herabsetzung. Wird ein Mensch, der so gerufen wird, ins Lächerliche gerückt? Wie empfindest Du die Sache mit den Verniedlichungen? Bärchen, Schnecki, wie heißt Du sonst noch außer Deinem Klarnamen? (Keine Sorge, ich verrate nix… 🙊)

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Theater des Lebens [109]

Denken, Sprechen Wahrheit, Schein, Sein – Schreiben

Komm, spielen wir ein Spiel. Ich spiele ein Spiel. Du spielst ein Spiel. Im Spiel kann ich der sein, der ich will. Ich kann der sein, der erwartet wird. Ich kann der sein, der ich gerne wäre. Ich kann der sein, der ich nie war. Ich kann der sein, der ich immer schon war.

Ich kann so sein, dass ich sehr elastisch reagiere. Auf dass es mich zerreißt, so flexibel kann ich werden. Starr kann ich ebenso sein, bewege mich keinen Millimeter, Kompromisse sind mir ein Gräuel. Komm, spielen wir ein Spiel. Medial ist es doch so leicht, noch viel einfacher, als es real ohnehin schon ist. Bist Du ein anderer Mensch, während Du arbeitest, als Du einer bist, der im Urlaub verweilt? Erkenne ich Dich nicht wieder, wenn Dir zum einen Person A gegenüber steht, ein anderes Mal Person B? Bist Du in Gesellschaft gänzlich anders? Gibst Du dort den Entertainer oder kommst als leiser Gast? Kennen Dich Deine Freunde als den Storyteller oder den sanften ruhigen Beobachter? Vielleicht liege ich völlig daneben, und Du begibst Dich lieber gar nicht erst auf Gesellschaften? Sie sind unvermeidlich? Wer bist Du dann, wie wird man Dich antreffen? Oder bleibst Du trotz der Unvermeidbarkeit dennoch fern?

Zurück zum Spiel. Wir können uns schreiben, diese Möglichkeit bieten schließlich die meisten sozialen Netzwerke. Viele Menschen haben dort einen Auftritt. Dieser Auftritt kann eine gute oder perfekte Vorstellung sein, leider manchmal auch eine miserable. Doch gehe ich bei Dir selbstverständlich von einem durchdachten, organisierten Profil aus. Alles ist planbar. Alles kann variiert werden. Der Mode kann umgehend Rechnung getragen werden. Kein Problem.

Dann ein Kontakt. Wie zu den Anfängen des Internets, als man sich noch mit einem Modem über die Telefonleitung in einem langen Prozess einwählen musste, man immer mal wieder herausflog und die ganze Prozedur von vorne begann – garantiert war nur, dass es mehrmals geschah. Kontakt also, man schreibt sich. Zwei fiktive Quellen begegnen sich, noch handelt es sich wahrscheinlich um humanoide Formen. Obwohl es schon zu Basic und Newdos-Zeiten ein in Basic verfasstes Programm gab, das sich mit Dir unterhalten konnte, indem es aus Deinen Antworten – zugegeben nicht immer ganz logisch- neue Fragen bildete, und diese an Dich richtete. (Du sagtest vorhin, dass…., wie passt das zusammen mit… ) Kausalität war nicht immer gegeben. Alles geschah schriftlich, Spracherkennung gab es nur äußerst rudimentär, es ist tatsächlich die Computerstimme, die sich jedermann vorstellt.

Zurück zum Spiel. Zwei Wesen beginnen eine Unterhaltung. Namen zur Anrede werden genannt, Synonyme oder nicht, wer weiß? Wobei, ich stelle fest: Eine Anrede wird (auch hier bei WordPress) wohl zunehmend uninteressanter. Finde ich zwar schade, aber digital-anonym ist kaum anders zu erwarten. Schall und Rauch seien Namen schrieb einst Schiller, also was soll’s.

Das Alter wird manchmal genannt, aber wozu eigentlich, vielleicht stimmt es, oder nicht. An der Wortwahl ist es oft recht schnell zu erkennen, denn Wortschatz und dessen Verwendung lernt man hierzulande in der Schule weniger. Einige andere Merkmale weisen noch besser darauf hin. Aber wie gesagt, wozu. Alter spielt nur eine Rolle, wenn man auf Partnersuche ist, sonst gibt es keine Begründung, weshalb eine Kommunikation auf gleiches oder ähnliches Alter beschränkt sein sollte. Es kommt auf das Thema an, und dabei können Menschen unterschiedlichen Alters durch Beschäftigung mit einem bestimmten Thema ein sehr ähnliches Level erreichen. Manche Menschen beschäftigen sich in 40 Jahren nicht mit einem Warum, Woher, Wohin! (Ganz ohne Wertung gemeint!) Andere schon intensivst mit 17.

Wir waren beim Spiel. Es beginnt. Wir schreiben, tippen am Rechner oder die Daumen rasen über das Handy. Fragen und Antworten, Meinungen und Antipathien, Erlebnisse und Erfahrungen werden kommuniziert. Hin und her und her und hin wechseln die Worte. Es wird ein Luftschloss errichtet, die Vorstellungen beginnen zu wachsen, auf dem Boden, der unser Fundament bildet, in uns, wird verglichen und abgeglichen, bis das Bild passt, welches durch Worte aufgebaut wird. Immer wieder kommt es zu Rissen in Wänden, Stützpfeiler geben nach und bringen ganze Etagen zum Einsturz. Doch sogleich wird eine neue Säule errichtet, die etwas stärker erscheint, und in Verbindung mit den anderen Säulen ein Bild ergibt.

So wird es bleiben, nur ungern geben wir Irrtümer zu, versuchen lieber zu kitten, was porös erscheint, und es entsteht letztendlich ein Stückwerk, das keiner realen Begegnung stand hielte, wären wir nicht so verblendet von unserem eigens gebildeten Bildnis, das schließlich so passend aus uns heraus erschaffen wurde. Da hat der reale Andere eigentlich nichts mehr zu suchen, nicht wahr?

Was ich besser machen könnte… Teil 1 von 12 [Intermezzo]

1. Slang, Dialekt, Akzent.

Aufgewachsen in Düsseldorf habe ich zwar manchmal das rheinische Platt gehört, meine Großmutter väterlicherseits beispielsweise sprach es in manchen Momenten, als könne sie gar nicht anders. Ein (zugegeben aus weiter Erinnerung stammendes) Beispiel: Am Esstisch, beim gemeinsamen Abendessen – „Donne misch ema de Woosch erövver!“ Jedes der Worte ohne wirkliche Trennung vom anderen, wie ein einziges Wort gesprochen. Heißt in Hochdeutsch: „Reichst Du mir bitte die Wurst herüber.“

Aufgewachsen in einem Elternhaus, in dem der Tenor lautete: Ja kein Platt reden, das ist die Sprache der Gosse. Verboten. Außer bei Oma. Und zwar nur bei Oma väterlicherseits, bei der Mutter meiner Mutter wurde Knigge in Reinstform gelebt. Höflichkeit war viel Wert und brachte in dieser ganzen Familie höchste Achtung. Klar, bei uns zu Hsuse gab es auch einen Knigge. (Für all jene, die nicht wissen, was „Knigge“ bedeutet, Freiherr Adolph von Knigge formulierte eine Reihe von Regeln, die den Umgang der Menschen miteinander in einer sehr höflichen, freundlichen und achtungsvollen Weise anleiten sollte.) Verinnerlicht habe ich ihn nicht gänzlich, aber mit 17 kannte ich seinen Inhalt ganz gut. Und ich verhielt mich meist so, zumindest dort, wo es angebracht oder notwendig erschien. Zurück zum Platt. Was wurde daraus?

Ich habe eine verstärkte Aversion gegen jede Form der Dialekte zurückbehalten. Heute, wie gestern bewundere ich Menschen, die akzentfrei sprechen. In der Vordereifel und in Koblenz bin ich genauso wenig gut aufgehoben, wie in meiner Geburtsstadt Düsseldorf. Ich bewundere Menschen aus dem Münsteraner Raum, Gütersloh, Paderborn, Westfalen, ein Bezirk, wo der Dialekt aus reinstem Hochdeutsch besteht. 😍😍😍

Ich muss mich bessern. Bairisch akzeptieren lernen, obwohl ich nix verstehe. Aussetzer bekomme ich regelmäßig, wenn Worte einfach getauscht werden oder die Bedeutung kurzerhand geändert wird. Beispiele aus Mayen: Fliegen, also die gewöhnliche Stubenfliege heißt hier Mücke. Anderes Beispiel: Das Wort nehmen wird so mir nichts dir nichts durch holen ersetzt. „Dat Lehnchen hat aber schwer abgeholt!“ Ich: „Wen hat Lehnchen abgeholt?“ Nee, Olaf, Lehnchen hat abgenommen, en paar Kilo. 😂

Aber nicht nur hier, auch andere Gegenden in Deutschland sind für mich sprachlich gesehen „Kann-nix-verstehen-Land“ Ich habe damit ein Problem, das ich in den Griff bekommen muss. Ich versuche es. Es sind ja nicht die Menschen dort, die kann ich gut leiden, sondern nur meine eigenen Probleme mit der Kommunikation. Mein Fehler. Ich kann es nicht leiden. Tut mir leid, ehrlich, aber dieses Gefühl überkommt mich einfach so. Ich arbeite daran, versprochen! Einen schönen Abend, Dir, liebe Leserin und Dir, lieber Leser und vielleicht hast Du ja einen Tipp für mich.

Gehabt Euch wohl!

Keine Möglichkeit [108]

Kannst Du Erwartungen als Überforderungen enttarnen? Erwartungen, die nicht erfüllbar sind? Welche Arten von Forderungen kennst Du? Welche sind reale Forderungen und welche sind Mittel zum Zweck, das heißt, werden gestellt im Wissen um ihre Unerfüllbarkeit?

Was ist der Unterschied zwischen einer von außen gestellten Erwartung und jenen, die man an sich selbst hat? Kennst Du die Bedingungen, unter denen Du eigene Erwartungen formulierst, gibt es Erwartungen, die Du an Dich selbst richtest, deren Ursprung jedoch in einem Glauben, einer Vermutung oder einer gesellschaftlich Entsprechung liegen? Ziemlich nebulös liegen diese Anforderungen oft vor uns Menschen. Sie lichten sich meist erst im Laufe der Zeit, was bis zu Jahren oder Jahrzehnten dauern kann.

Wie so oft finden wir hier eine der Aufgaben, die eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konventionen voraussetzt. Dabei gilt es den Bezug zur eigene Persönlichkeit einfließen zu lassen. Zweigleisig wird man es handhaben, denn die Auseinandersetzung mit äußeren Einflüssen wie der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit laufen parallel. Keine einfache Sache, meine ich, fordert sie doch viel Zeit und Aufmerksamkeit. Wie wir wissen, möchte uns die Aufmerksamkeit nur allzu gerne von vielen Seiten abgezogen werden, dankbar nehmen wir diese Ablenkungen an. Nicht nur Medien und Konsum sind da zu nennen, auch Ablenkungen der einfachsten Art wiegen uns in einer scheinbaren Sicherheit und komfortablen Ruhe. Arbeit an sich selbst, das wissen all jene, die es versucht haben, ist auch Arbeit und kostet Energie. Gar nicht mal wenig. Doch die Investition halte ich für notwendig, will man seinen Charakter wirklich aus – bilden.

Ich gebe Dir eine Streichholz-Schachtel. Ein kleines Schächtelchen aus Pappe mit vielleicht 10x5x2 cm. Daneben lege ich 100 getrocknete Linsen. Deine Aufgabe besteht darin, die Linsen in der Schachtel unterzubringen. – Was sagst Du? Passt nicht? Es passen nur 40 Linsen? Hm, schlechte Leistung! Du taugst nicht zu viel! Aber ich gebe Dir noch eine Chance: Hier, die gleiche Schachtel. Hier sind 30 Linsen. Lege die 30 Linsen einzeln in die Schachtel, dafür hast Du 10 Sekunden Zeit! Los, Zeit läuft! – Was meinst Du? Die Zeit war zu kurz? Du hast also wieder versagt? Du bist wirklich nicht viel wert, nichts kannst Du wirklich!

Was sagt Dir diese kleine Geschichte? Vollkommen klar liegen alle Begründungen vor Dir und Du durchschaust alles, oder? Ganz logisch, nicht wahr? Ich möchte Dir dennoch ein paar Perspektiven eröffnen, die Du vielleicht so noch nicht in Erwägung gezogen hast.

  1. Der Aufgabensteller hatte zu seiner Zeit, als ihm die Aufgabe gestellt wurde, eine größere Schachtel.
  2. Der Aufgabensteller hatte keine Linsen, sondern Reiskörner
  3. Der Aufgabensteller hatte keine 10 Sekunden, sondern 20 Sekunden, erinnert sich aber nicht mehr
  4. Der Aufgabensteller spricht eine Sprache, die vom Probanden nur sehr schwer verstanden werden kann

Jetzt noch einige sehr fiktive und abstruse Einlassungen über Voraussetzungen bei diesem Experiment, die später jedoch einen sinnvollen Bezug erhalten werden:

  • Der Proband ist blind
  • Der Aufgabensteller neigt den Tisch, auf dem die Linsen liegen, so daß sie herunter rollen
  • Der Proband hat keine Arme
  • Der Aufgabensteller verkürzt die Zeit ohne Wissen des Probanden
  • Der Proband lässt einige Linsen, unbemerkt vom Aufgabensteller, „verschwinden“
  • Der Aufgabensteller spricht mit oder über den Probanden, während dieser die Aufgabe zu lösen versucht
  • Der Aufgabensteller verursacht plötzlich ein sehr lautes Geräusch

All diese teilweise abstrusen Faktoren beeinflussen ein mögliches Ergebnis. Sie manipulieren gezielt, offen oder versteckt. Offene Manipulationen, mal ganz abgesehen von der Machbarkeit einer Aufgabe, sind vielleicht noch anzusprechen und auszuräumen, doch versteckte meist nicht. Was bedeutet das für das Leben? An dieser Stelle beginnt die Schwierigkeit, Aufgaben im Leben, die man gestellt bekommt, zu analysieren, mit den Möglichkeiten, dem Werkzeug, welches einem an die Hand gegeben wurde oder man sich selbst erarbeitet hat. Je vielfältiger sein Wissen, je weiter sein Horizont, je offener der Geist, desto eher unterscheiden wir zwischen Machbarem und Unmöglichem, zwischen Zielen, die erreichbar sind, es werden können oder ad acta gelegt werden sollten, Ziele, die alleine erreicht werden können oder nur mit Hilfe eines anderen Menschen und wenn mit Hilfe, so stellt sich die Frage, mit wem. Kann so der Ausstieg aus dem Hamsterrad in Angriff genommen werden? Ich denke, es ist ein Schritt. Wie siehst Du es? Schon eine Schachtel und Linsen bereit gelegt? 😊

Folgen bei Instagram, Teil 4 (Intermezzo)

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mies-vandenbergh-fotografie.de

Manche User von IG stellen Follow – Anfragen in besonderer Weise: sie liken sehr viele Bilder, um zu sehen, ob man nachsieht, wer da die sehr vielen Likes vergab und ob man auch einige Likes vergibt. Tut man dies, folgen sie und erwarten ein Followback. Bleibt es aus, so entfolgen sie kurze Zeit später.

Eine seltsame Weise sein Gefallen für die Arbeiten eines anderen Menschen auszudrücken. Oder geht es letztlich gar nicht um Anerkennung? 😉

Wie zeigst Du die Anerkennung einer Arbeit, die Dir gefällt? Außer ein Like zu klicken…

Mein Insta:

http://www.instagram.com/miesvandenberghfotografie.de

Folgen bei Instagram, Teil 2 (Intermezzo)

Shooting Koblenz Fotograf Model

mies-vandenbergh-fotografie.de

Zurückfolgen bei Instagram kann eine Möglichkeit der Wertschätzung der Arbeiten des neuen Followers darstellen. Gefällt mir nicht, was ich bei einem neuen Follower sehe, so folge ich nicht zurück.

Wie machst Du es? Folgst Du jedem neuen Follower zurück? Oder folgst Du schon dann nicht zurück, wenn der thematische Inhalt nicht zu Deinem Inhalt passt, obwohl Dir gefällt, was Du siehst?

Mein Insta :

http://www.instagram.com/miesvandenberghfotografie.de

P.S. Ja, auch hier wurde für die veröffentlichte Originalversion das Handtuch retouschiert.

Folgen bei Instagram, Teil 1 (Intermezzo)

Fotoshooting Koblenz Portrait tfpShooting

mies-vandenbergh-fotografie.de

Privaten Instagram-Konten muss man folgen, um ihren Inhalt sehen zu können. Erst dann kann man entscheiden, ob der Inhalt passend zur weiteren Verbundenheit ist. Auch so entsteht ein Folgen und Entfolgen.

Wie machst Du es, wenn Dir ein privates Konto folgt? Stellst Du eine Anfrage, um zu sehen, wer es ist, der Dir nun folgt?

Mein Insta:

http://www.instagram.com/miesvandenberghfotografie.de

P.S. Ja, in der Originalversion des Bildes oben habe ich das Handtuch retuschiert. 😂

Fiktive Worte [107]

Gespräch gegen Gespräch, Formen der Kommunikation, was bedeutet ein Gespräch in einem Chat, welche Substanz hat es tatsächlich?

Zweifelsohne, bei einem Gespräch von Mensch zu Mensch gibt es viele Ebenen, auf denen kommuniziert wird. Jeder weiß es. Zunächst steht das gesprochene Wort als gesendete Botschaft im Mittelpunkt und mehr noch als empfangene Botschaft beim Adressaten. Hinzu kommt die Gestik und Mimik des Sprechenden, als Indikator für Wahrheit und Lüge, als Katalysator für Eindringlichkeit oder als unwichtiges Beiwerk. Beim direkten realen Gespräch gibt es unzählige Quellen für Abweichungen und Missverständnisse, ganz offen ausgelöst durch Wortwahl, hingegen durch die Körperhaltung auf subtiler Ebene. Wir alle kennen es, wenn ein Mensch eine frohe Botschaft verkündet, seine Körperhaltung aber eher mißmutig erscheint, und wir uns daraufhin sofort fragen, was ist los, was nicht stimmt, mit der Konsequenz, den Sprechenden umgehend zu fragen, was nicht stimmt.

Gleichsam werden wir stutzig, wenn ein Gegenüber recht teilnahmslos eine weniger frohe Botschaft verkündet, zusätzlich vielleicht noch amüsiert dreinblickt. Wir ahnen sofort, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann und beginnen umgehend rückzufragen. Schließlich kann es ja nicht sein, daß Dramatik ohne entsprechende Mimik wirklich dramatisch sein kann. Wir leben nicht in Japan, wo es so üblich ist.

Jeden unklaren Punkt können wir beim persönlichen Gespräch sofort klären. (Hier sollte ich besser schreiben KÖNNTEN, denn die Mehrzahl der Menschen verlernte scheinbar sich zu vergewissern, verlernte nachzufragen. Sie empfinden möglicherweise ihre Nachfrage als Zeichen der Unsicherheit, und niemand möchte sich eine Blöße geben.) Dabei stellt die Rückfrage in der Kommunikation ein relevantes Mittel zur Verfügung. Wer fragt schon zwei oder mehrmals nach, wenn das gemeinsame Verständnis vermeintlich noch immer nicht hergestellt ist, wer hakt nach, wenn er den Eindruck hat, dass irgend etwas noch immer nicht stimmt, einer Frage scheinbar immer wieder ausgewichen wird, wie es häufig in der öffentlichen Diskussion vorgelebt wird.

Ein „Wie fühlst Du Dich“, wenn man sieht, dass sein Gesprächspartner fliehend nach links und rechts weg schaut, eine sofortige Nachfrage auf einen fragenden Blick, all das ist Kommunikation.

Was funktioniert davon aber virtuell, was in einem Chat, einem Mail-Kontakt oder in WhatsApp? Während bei der Brieffreundschaft noch die Linien der Schriftführung ein wenig Persönlichkeit erahnen ließ, so fällt das beim Chat weg. Emoticons sind gezielt eingesetzte Ausdrücke, weit weg von tatsächlichen Gefühlsregungen. Was bleibt, ist einzig das geschriebene Wort.

Wie wurde formuliert, welche Wortwahl fand statt, welche Satzlänge scheint Standard? Synonyme, Erläuterungen sind Beispiele für Mittel der Wahl. Inhaltlich ist allentscheidend, was geschrieben wird, worauf geantwortet wird und welche Frage oder welche Aussage ignoriert wird. Letzteres ganz besonders, habe ich den Eindruck. Hier gilt zwar nicht mehr die Regel vom geschriebenen und damit bleibenden Wort, denn oft wird so schwammig formuliert, dass alles und nichts in bestimmte Bedeutungen umgedeutet werden kann.

Was kann ein Gespräch auf virtueller Ebene bewirken? Man tauscht sich mit Worten aus, und zunächst wird festgestellt, ob sich die Personen kennen, im realen Leben oder sonst wie. Ich möchte hierbei die Prämisse zugrunde legen, dass sich die Menschen vorher nicht kannten, der Kontakt entstand virtuell. Keiner weiß vom anderen etwas darüber, das tatsächlich ist, weil kein Kontakt zuvor etwas hätte verifizieren können. Alles ist nun denkbar. Alle Prämissen sind wie ein Puzzle zusammensetzbar, nur dass dabei jedes Teil an jedes andere Teil passt. Es kann ein fiktiver Charakter gebildet worden sein, dessen Ausprägungen im Laufe der Konversation angepasst wird. Niemand weiß vom anderen, was real, was erdacht, was gespielt oder wahrhaftig ist. Worte können alles implizieren. Oder nichts. Das Spiel ist eröffnet.

Zweifel und Bedenken [106]

Gedanken eines Menschen, wir redeten darüber, als Folge meiner Frage, ob ein gemeinsames Shooting in Frage käme. Manchmal kommt es vor, dass ich einen Menschen, der mir begegnet, von dessen Äußerem ich überzeugt bin, anspreche, ob er nicht Lust hat, bestimmte Ideen oder Bilder in einer Fotografie umzusetzen. In Deutschland zugegeben etwas schwieriger, als in anderen Ländern, aber oft von einer Zustimmung gefolgt, wenn ein Gespräch darüber zu Stande kommt. Freut mich, wenn es klappt, nach den ersten Ergebnissen eines Shootings dann auch nahezu immer den angesprochenen Menschen. Die Gefühle, das Drumherum und die Vorgeschichte desjenigen, den ich anspreche, spielen eine große Rolle bei den Gedanken, die um das Thema kreisen. Alle Vorurteile und Befürchtungen, Zweifel, eigene Unsicherheit und fehlendes Selbstbewusstsein können zu vielen Fragen führen. Selbstüberschätzung ist natürlich auch ein Thema, dazu aber in einem der nächsten Beiträge mehr.

Wie kann ich es wagen, einen mir wildfremden Menschen anzusprechen, dabei über ein in Deutschland recht sensibles Thema sprechen zu wollen? Eigentlich unerhört. Doch als Rheinländer habe ich wenig Befürchtungen, bin recht lebensfroh und viel zu positiv dem Leben gegenüber eingestellt. Wenn nicht jetzt, wann dann? Speziell auf eines dieser Gespräche, in das viele Gedanken eingeflossen sind, möchte ich hier zu sprechen kommen. Ich finde es spannend, davon zu berichten, vielleicht betrifft es ja auch den ein oder anderen Leser. Wenn Du dazu ein paar Anmerkungen hast, eigene Erfahrungen hast oder eine eigene Meinung vertrittst, immer her damit! 😊

Vorweg: Das obige Bild zeigt zwar einen Menschen, den ich auf der Straße, genauer in einem Café ansprach, aber nicht jenen, mit dem ich dieses Gespräch führte. (Frei aus der Erinnerung erzählt)

„Bock auf ein Shooting?“

😂 Nee, so sicher nicht. Zwar bekomme ich immer wieder solche Anfragen, aber ich selbst finde es nicht sehr aussagekräftig. Ich ging also auf der Straße zu einer Person, lächelte sie an und fragte, ob ich eine Frage stellen dürfte. Dies wurde, nachdem ich von oben bis unten gemustert wurde, bejaht. Also fragte ich nach einem Shooting. Wie genau, das kannst Du mich fragen, wenn Du mich anrufst! 😊

Sehr unsicher und ungläubig schauende Augen blickten mich an. Nein, das wäre nichts für sie, ob ich es ernst nehmen würde. Immerhin eine Gegenfrage, was nicht völlige Ablehnung heißt, so dufte ich es noch etwas weiter erläutern. Ich legte also dar, was ich mir vorstellte. Meist kommt es nicht sofort zu einer weiteren Erklärung, direkt vor Ort, oft kommt weiteres per Mail, nachdem ich meine Visitenkarte überreichen durfte. Hier war es anders. Nachdem ich mich geäußert hatte wurden Zweifel genannt, aber nicht nur. Interesse am Ablauf und den Hintergründen wurden ebenso laut. Mich freut es immer sehr, wenn ein Mensch so frei ist.

Wir fanden etwas Zeit über Zweifel allgemein zu sprechen, ausgehend vom Sinn und Zweck von Fotografie überhaupt, dann von Portraits im Speziellen.

„Woher kommen die Zweifel?“

„Ich weiß nicht, ich habe sowas noch nie gemacht und ich weiß nicht, ob sowas etwas für mich wäre.“

„Was kann denn passieren, wenn es nichts für Dich ist?“

„Naja, dann hast Du Dir umsonst die Mühe gemacht und das wäre mir nicht recht. Oder ich stelle mich zu blöde an.“

„Wenn Du es nicht machst, erfährst Du nie, ob es etwas für Dich ist? Aber das weißt Du ja schon. Was könnte schlimmstenfalls passieren, wenn es nichts für Dich wäre? Wir würden es abbrechen und hätten ein bisschen Zeit miteinander verbracht. Was sind Zweifel für Dich?“

„Zweifel sind eine Vorsichtsmaßnahme, man weiß ja nie. Klar, Zweifel sorgen auch direkt dafür, dass man einer Idee nicht sofort nachgibt, sie gar nicht aufleben lässt, sie sozusagen im Keim erstickt. Wenn sie aber stark genug ist, vielleicht setzt sie sich dann doch durch?“

„Ja, stimmt, Zweifel helfen einem in einer Welt den Überblick nicht zu verlieren und einen vor vorschnellen Entscheidungen zu bewahren. Sie hemmen einen aber oftmals, seiner eigenen Entwicklung damit Raum zu geben. Gibt man sich ihnen hin, so lassen sie die eigene Entwicklung nicht zu und stellen alles so schnell in Frage, dass eine offene Beschäftigung damit nicht erst zustande kommt. Was denkst Du?“

„Zweifel, dem immer wieder nachgegeben wird führt wahrscheinlich dazu, dass ein Mensch zu einem zutiefst gehemmten Wesen werden kann. Andererseits bewahrt er einen vor einem sich hinreißen lassen, das möglicherweise zu einem Fehler führen kann, der nicht rückgängig gemacht werden kann. Wenn ich nun Fotos von mir im Internet sehe, sie werden für immer dort bleiben. Oder?“

„Das wird so sein, neben anderen Billionen von Bildern mit 4 Milliarden Bildern mehr pro Tag. Aber ich möchte es dennoch nicht herunterspielen, denn eine Gesichtserkennungs-Software würde unter Umständen Dein Bild finden können, ja. Was würde Dich daran stören? Wir reden hier über Portrait-Aufnahmen, nicht über Akt. Was würde ein Mensch denken können, der Dein Bild erkennen würde? Welche Folgen würden Dich daraufhin berühren, fände eine Person ein Bild von Dir?“

„Prinzipiell fällt mir dazu nichts ein, ich weiß nur nicht, was mit dem Bild alles passieren kann, wo es überall auftaucht, nachdem es beispielsweise bei IG erschienen ist. Ich weiß, dass sich all die Menschen, die täglich hunderte Selfies ins Netz stellen, sich keinen einzigen Gedanken darüber machen und auf der anderen Seite das Recht am eigenen Bild ganz toll finden, aber das eine verantworten sie schließlich selbst, das andere ein anderer.“

„Das sehe ich ähnlich, doch den in Deutschland gelebten oder befürchteten Umgang mit dem Bild von sich selbst halte ich für stark überbewertet, das gilt jedoch für mich selbst und entscheidet zum Glück jeder selbst, so frei sind wir ja. Doch meiner Ansicht nach wird ein zu großer Aufwand um die Rechte bei Veröffentlichung von Bildern im Internet gemacht, ich finde es toll, wenn schöne Aufnahmen gezeigt werden, die für mich als Inspirationen zur Kunst fungieren. So unterschiedlich die Menschen sind, so vielfältig ist die Meinung und Herangehensweise.“

„Zweifel sind für mich nicht unwichtig, aber in unserem Fall kommt es am Ende nur darauf an, ob ich Dir vertrauen kann. Die Entscheidung, ob Internet oder nicht ist unabhängig davon, weil ich weiß, wenn wir zusammen Bilder erschaffen, dass diese dann auch gezeigt werden. Ich kann mir vorstellen, Dein Thema darzustellen, aber ich bedenke es noch und schreibe Dir dann, wenn es für Dich in Ordnung ist?“

„Selbstverständlich ist es in Ordnung, ich würde mich freuen, wenn wir das Thema gemeinsam umsetzen würden. Vielen Dank für die offenen Worte und Deine Zeit.“

„Gerne und ich bin sehr gespannt, was so passiert.“