Danke!  500 Thanks! 500 FOLLOWER :-) 

Vielen Dank für das Interesse an meinen Bildern und Texten, es ist mir eine Ehre. 

Many thanks for the interest in my pictures and texts, it are to me an honour.

Merci pour l’intérêt dans mes images et du texte, il est un honneur.

Bedankt voor de interesse in mijn beelden en tekst, het is een eer.

Grazie per l’interesse per le mie immagini e testo, è un onore.

Gracias por el interés en mis imágenes y texto, es un honor.

Vă mulțumim pentru interesul în imaginile mele și text, este o onoare.

Benim görüntü ve metin ilgi için teşekkür ederiz, bu bir onurdur.

Ευχαριστώ για το ενδιαφέρον στις εικόνες και το κείμενο μου, είναι τιμή μου.

Dzięki za zainteresowanie moich obrazów i tekstu, to zaszczyt.

Tack för intresset för mina bilder och text, det är en ära.

Tak for interessen for mine billeder og tekst, det er en ære.

Большое спасибо за интерес к моим картинам и текстам, это является мне честью.

Rastlos (222)

efnel jeans hintern

So wunderschön, so stimmig, so bezaubernd dieser Blick, gleich so die Mimik und die Augen. Bewegungen, grazil und elegant, den ebenmäßigen Körper in Szene gesetzt bleibt der Blick wie ein unlösbarer Magnet für diesen einen ersten, vielleicht auch zweiten Augenblick beständig, um volltrunken von der Schönheit, ein Teil des Eindrucks erstohlen, schweigend sich zu wenden.

Die allenthalben unseren Weg kreuzende Schönheit in Form anderer Menschen scheint -langsam, aber beständig- sich in uns zu summieren. Voll des Eindrucks ob der vielen Bilder, die dich in jedem Moment erreichen, derentwegen du irgendwann auf die Suche dich begibst, ohne Ende dich in diese Fluten stürzt, um immer größere Wogen zu erhaschen, dich zu berauschen an den Neuen, die tausendfach in jedem Moment sich dir eröffnen, gleich wo du bist oder hin dich bewegst.

Fiktion scheint der Realität den Rang abzulaufen, nicht offensichtlich, nur immer stärker wird der innere Vergleich, der sich geradezu aufdrängt, einmischt, klammheimlich seinen Senf dazu gibt, wenn wir Menschen optisch wahrnehmen, sie ansehen und uns ein Vor-Urteil bilden, indem wir gemäß der Prämisse „ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper“, eine Prämisse, die doch überall lauert, wenn wir gerne mal die jenigen Menschen mit Missbilligung in unseren Blicken strafen, die zu weit sich vom allgegenwärtigen Ideal der Körperformen distanziert befinden, weil genau diese Wesen es nicht schaffen, geistesgegenwärtig den Verlockungen des Konsums zu widerstehen.

Irregeleitet blicken wir und erkennen, was wir wollen. Vergleiche ziehend wägen wir ab, verwerfen, begeistern uns, verlieren wieder, suchen weiter, blicken verzückt auf, um schon nach Sekunden der Gewöhnung erneut zu finden. Verweilen, um zu erkennen scheint nicht mehr zeitgemäß, schnell-schnell, nur nicht zu lange, sonst fällt auf, dass wir möglicherweise nicht mehr up-to-date sein könnten. Nur wenn die weltlichen und ökonomischen Belange aufgerufen, dann, ja dann kann es sein, das Zulassen von jenen zwischenmenschlichen Kontakten, die über den Eindruck des Bildes hinaus bewegt.

Erinnerungen an Dinge, die man niemals erlebte… (221)

mies-vandenbergh-fotografie.de

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Wie wurdest du in der Vergangenheit wahrgenommen?  Wie hast du dich in der Vergangenheit wahrgenommen? Was ist übrig von deinem Auftreten von vor einigen Jahren? 

Du machst dir Gedanken über dein Aussehen? Wie wohl nahezu jeder Mensch? Ein Leben lang? Hast du dir schon einmal überlegt, wie sich deine Wahrnehmung dir gegenüber im Laufe der Zeit verändert(e)?  Verschieben sich Prioritäten? Ist dir heute immernoch wichtig, was dir damals wichtig war, noch vor einigen Jahren? Oder ist es jetzt anderes? Konntest du einige Ziele aus deiner nahen oder ferneren Vergangenheit erreichen? Haben sich andere Ziele aufgelöst? Befanden sich unter den Zielen, die sich aufgelöst haben solche, die dir zum Zeitpunkt des Entstehens kolossal wichtig zu sein schienen? Wenn ja, kannst du nachvollziehen, was dazu führte, dass diese verlorenen Ziele ihre Bedeutung einbüßten? 

Im Laufe der Zeit entstehen in uns Erinnerungen, die sich ihrerseits im Laufe der Zeit immer weiter relativieren. Verblendung. Wir erinnern uns. Wir sind uns dabei unserer Sache sicher: So war es damals und diese Gefühle und jene Gedanken führten zu den Ergebnissen, die die Erinnerungen bilden. Unsere heutigen Gedanken und noch mehr unsere Gefühle untermalen beständig die Erinnerungen. Dadurch erwachsen immer wieder Empfindungen, die, wie ein aufgerührtes Sublimat mit immer neuen Elementen zu neuartigen Emulsionen gereichen. 

Die einstigen Erlebnisse, verfeinert mit unseren aktuellen Empfindungen und Gedanken bilden so eine besondere Mischung von Dingen, die wir so nie erlebt haben. Eine Art Tagtraum unseres Wesens über eine Vergangenheit, die wir ein wenig ausgeschmückt durchfühlen, in Bezug setzen zu unserem aktuellen Status, nie verlegen um einen Vergleich, der fast immer verliert, da die Realität doch so real ist und ohne diese wunderbare Verklärung auskommen muss.

Beliebigkeit, Teil II (219)

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Ist unser Aussehen belanglos? Wie oft hörst du den Ausruf: „Auf die inneren Werte kommt es an!“ Was dem offensichtlich widerspricht: Die durchschnittlichen finanziellen Ausgaben (von der zeitlichen Investition ganz zu schweigen) der Bevölkerung (in Deutschland) für Dinge, Mittel und Maßnahmen zur optischen Veränderung betrugen ca. 26 Milliarden Euro (Schönheitspflegemittel, Fitness, Friseur, Schönheits-OPs)

Auch wenn der Bereich Fitness mit 4,66 Milliarden Euro teilweise bestimmt zu gesundheitsfördernden Maßnahmen zählt, habe ich ihn hinzu genommen, da ein großer Anteil der Beweggründe für die Arbeit am eigenen Körper im Wunsch nach Attraktivität liegen, so die Erhebungen der Attraktivitätsforschung.

Zum Vergleich einige Angaben über Ausgaben der Menschen in Deutschland für andere Bereiche:

• 170 Mrd Euro für Lebensmittel

• 58,7 Mrd. Euro für Touristik

• 64.46 Mrd. Euro für Kleidung

Dabei ist es tatsächlich seit Jahren unverändert, dass Frauen nahezu doppelt so viel für Schönheitspflege ausgeben, wie Männer es tun.

Wie verhält es sich nun mit den inneren Werten? Ein Mensch kann herausgeputzt sein, bis zum „Gehtnichtmehr“, falls die charakterlichen Werte nicht kompatibel sind, führt das vermutlich zu keiner positiven Verbindung. Hier möchte ich den Sicherheits- und Opportunismus-Aspekt ausklammern, denn den wird es weiterhin unverändert geben: Wenn der mögliche Partner über genügend Mittel verfügt, tritt das Äußere vermehrt und deutlich in den Hintergrund, hier statistisch deutlicher bei der Frau als beim Mann, wenn der Mann über gewisse Statuten verfügt (Geld, Macht, Ansehen, usf.)

Begegnest du einem anderen Menschen, laufen viele automatisierte Mechanismen in dir ab. Diese haben zunächst mit Äußerlichkeiten zu tun. Erst dann, wenn du durch äußere Umstände gezwungen wärest, dich näher mit einem Menschen auseinander zu setzen, bestünde die Möglichkeit, die charakterlichen Eigenschaften des Gegenüber zu ergründen.(Oder du suchst Kontakt!) Zwar spielt auch dann noch das Aussehen eine Rolle, doch das Wesen des Menschen nimmt in der Betrachtung seiner Person zunehmend Raum ein. Dabei laufen gleichfalls Automatismen ab, du fühlst, riechst, hörst deinen Gegenüber. Unterbewusst treten z. B. seine Gerüche in deine Wahrnehmung, und es wird eine Kompatibilität abgeglichen, ohne dass du es mitbekommst. Außer, er stinkt dir, daher kommt der Ausspruch: „Den kann ich nicht riechen!“ Was so viel heißt, dass man jemanden nicht leiden kann.

Auch die Frequenzen der Stimme treffen auf deine Gehörgänge. Wiederum wird sogleich eruiert, ob die Stimme angenehm ist, oder ob man sich auf Fluchtmöglichkeiten vorbereiten muss. Je größer die Dauer ist, die man mit dem Menschen verbringt, desto mehr gewöhnen wir uns an bestimmte Reize, wie Tonlage, Geruch, Mimik oder Gestik. Sollte es nicht zu sehr auffällig negativ sein, verläuft es sich in die Belanglosigkeit. Folgend kommen weitere Eigenschaften und Denkweisen auf den Prüfstand: Es sind Inhalt und Einstellungen über geistige oder emotionale Belange. Wieder werden beständig Abgleiche durchgeführt. Der Mensch führt unterbewusst -und auch ein wenig bewusst- eine Art Konto mit Soll- und Haben-Seite, auf dem all diese Eindrücke gebucht werden; dies alles mit sehr unterschiedlichen Gewichtungen. Am Ende bleibt dennoch, in einer Mischung aus bewussten und unbewussten Eindrücken, eine Bilanz übrig: sympathisch oder unsympathisch, was nichts anderes heißt, als dass diese Person vielleicht ähnlich tickt, wie du. Gemeinsamkeiten verbinden, wenn es passt! „Sympathie (entlehnt aus lateinisch sympathia, dieses aus altgriechisch συμπάθεια sympátheia „Mitgefühl“) ist die sich spontan ergebende gefühlsmäßige Zuneigung. Ihr Gegenteil ist die Antipathie (Abneigung).“ (Wikipedia)

Dabei spielen natürlich noch andere Prämissen eine entscheidende Rolle: Beispielsweise der Zweck der Zusammenkunft, der Stand der eigenen Person oder auch die Dauer der Zusammenkunft. Es läuft fast immer identisch ab, wenn wir leibhaftig einem Menschen begegnen. Dass es in anderer Form anders abläuft, dürfte einleuchtend sein. (Chat, Mails, Brieffreundschaften, etc.)

So spielen bei einer Begegnung diese Dinge eine wesentliche Rolle. Und dennoch: das Aussehen kommt immer wieder zum tragen, denn der Mensch ist ein zutiefst optisches Wesen. Kleinste Veränderungen in Mundwinkeln, in der Art des Blickes, zusammengefasst im Zusammenspiel der 26 mimischen Gesichtsmuskeln, kannst du wahrnehmen. Wenn wir Menschen nicht gar so entrückt wären von der Natur und ja, auch von dem Zwischenmenschlichen, so könnten wir sie noch viel effektiver deuten, als es jetzt in kläglicher Weise der Fall zu sein scheint. Wir könnten bestimmt etwas vorsichtiger mit eigenen Regungen umgehen, ohne gleich einen Gegenüber mit Mimiken zu verwirren, zu entfremden oder vor den Kopf zu stoßen. Auch wenn wir nicht mehr vieles von diesen Regungen verstehen, unser Empfindungsapparat reagiert sehr wohl sehr eindeutig auf diese Verhaltensmuster. Nicht selten fragen wir uns gefühlsmäßig, wie der Gegenüber es jetzt meinte, wenn, wie oft, Worte und körperlicher Ausdruck diametral auseinander driften.

Vielfach nehmen wir sehr deutlich Dissonanzen im Antlitz des anderen wahr, ganz gleich, ob durch Unsicherheit, Unmut oder niederen Beweggründen. Allein unsere Fähigkeit, diese entsprechend zu deuten, um im weiteren darauf reagieren zu können, ist in der Mehrzahl von uns Menschen zu vage.

Fortwährend kommt dabei das Aussehen zum Tragen. Ist es schwieriger, bei allgemeingültig gutaussehenden Menschen Unstimmigkeiten zu sehen oder spielt die Schönheit dabei keine beeinflussende Rolle? Kommt  ganz entscheidend die Gewöhnung hinzu, die dazu führt, dass wir einen Menschen zwar immer noch als attraktiv ansehen, aber durch diese Gewöhnung nicht mehr der Verblendung der Schönheit unterliegen und diese Nuancen immer klarer und deutlicher erkennen können? Forschungen bestätigen dies eindeutig. Es ist demnach nicht wichtig, ob jemand nach gängigen Vorstellungen schön ist oder nicht, Stimmungsveränderungen sind sichbar, anfangs nur nicht so leicht.

Aussehen relativiert sich somit in kürzester Zeit. Dennoch ist es erstaunlich, wie sehr wir Menschen danach streben, uns in der Rangliste immer wieder etwas weiter nach oben zu hangeln, respektive ja nicht abzurutschen. Das geschieht in einem Prozess, der absolut vorprogrammiert ist. Interessantes Unterfangen, nicht wahr?

 

Die Suche nach der Schönheit, Teil IV (214)

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Weiter auf der Suche nach der Schönheit, oder das, was man dafür halten könnte.
 
Du stehst vor etwas Schönem. Wer sagt dir, dass es schön ist? Niemand! Du empfindest es einfach als schön. Ohne jede Wertung entsteht in dir dieses Gefühl, etwas zu erfahren, was in dir eine Sehnsucht erweckt, vielleicht eine Sehnsucht nach etwas Vollkommenem, nach einem Gefühl selbst, in dir etwas zu spüren, dass dich auffängt, dort, wo nichts widersprüchiges dich befremdet.

Wieder kann es sich dabei um ein Objekt handeln, welches (be-)greifbar ist, ein Bild in der Natur, das so gewachsen ist, wie es sich unserem Auge präsentiert. Welches wir so erfahren, wie wir es gelernt haben zu erfahren, denn die Naturschönheit weiß nichts davon, uns zu gefallen, weil sie einfach nur ist. Oder Du hörst ein Musikstück. Dieses Stück versetzt dich in Verzückung. Du bist wie gefangen in den Weiten der eindringlichen Klänge, kannst Dich kaum lösen, nur schwer entziehen, schon allein deshalb, weil du es gar nicht möchtest.

Möglicherweise verweilst du gerade vor einem Kunstwerk, einst von Menschenhand geschaffen aus einer Idee heraus, die der Künstler in seinem Werke verewigt in dir widerklingen lässt, kannst dich der Ausstrahlung nicht entziehen, das Kunstwerk hat dich scheinbar in seinen Bann gezogen und du gibst dich seiner lebendigen Wirkung auf dich hin. Manche Kunstwerke lösen solch eine Faszination in dir immer wieder aus, andere nur manchmal und wieder andere gar nicht. Sollte zum Widerklang dieser einen Schönheit genau diese Saite in dir vorhanden sein müssen, um Anklang zu finden?

Die Frage, ob jedes Kunstwerk „schön“ sein soll, wurde erst seit dem 19. Jahrhunderts intensiver gestellt, zuvor komponierte ein Künstler sein Werk in naher Anlehnung an die Natur, die lange Zeit als Vorbild des Schönen galt. Mit Einzug der Romantik idealisierten die Künstler die Idee der Schönheit, versuchten selbst die Natur zu übertreffen, idealisierten sie, bevor zur Zeit von Friedrich Nietzsche (1870) das Nicht-Schöne zunehmend an Beachtung gewann.(sehr stark vereinfacht gesagt)

Betrachte ich stellvertretend ein beliebiges Kunstwerk, eine Skulptur beispielsweise: Denke dir eine aus! David
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der Denker
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die Venus
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oder ein anderes, welches dich begeistert.

Es wird Menschen geben, die diese Skulptur als schön bezeichnen. Andere würden sie vielleicht als mittelmäßig schön bezeichnen, nicht direkt als hässlich, aber auch nicht als schön. Wahrscheinlicherweise gibt es Menschen, die dieses Werk auch als unansehnlich titulieren würden, denen dieses Werk sogar Unbehagen bereiten könnte. Vielleicht sind es auch nur Teile dieser Skulptur, die Missfallen erregen? Interessant ist dabei die Frage, ob es eine Möglichkeit gäbe, die eine Art Level schlüssig darstellt, welches im Auge des Betrachters erreicht werden kann, um den Anmut einer Darstellung, die Ästhetik einer Skulptur erkennen zu können?

Nehme ich die Extreme: Eine Person hat niemals zuvor im Leben eine Plastik, eine Skulptur gesehen. Was kann in ihm vorgehen? Die Person trifft auf das Kunstwerk! Und nun? Daneben steht eine Person, die schon unzählige Skulpturen gesehen hat, die schon etliche Ausstellungen über Skulpturen veranstaltet und einige Fachbücher über die Bedeutung und Herkunft sowohl der Skulpturen als auch der Künstler verfasst hat. Worin liegen die Unterschiede?

Der Schönheit ist es einerlei, wer vor ihr steht. Zunächst beide Wesen betrachten das Werk. In beiden Wesen löst das Werk die verschiedensten Empfindungen, Gedanken oder Ideen aus. Ordnet der Kenner das Kunstwerk ein, so wird es der jenige ohne Vorerfahrungen nicht einordnen. Doch im Laufe der Betrachtung kommen und gehen in beiden Personen die unterschiedlichsten Regungen, das Werk des Künstlers erweckt eine Reihe von Dimensionen ganz unabhängig vom Stand des Betrachters. Kann es dafür eine Wertung geben. Philosophen aller Epochen versuchten sich an der Beantwortung dieser Frage und kamen zu widersprüchlichsten Thesen.

Was denkst Du? Eine Metapher: ein Kunstwerk lässt eine Saite in dir anklingen. Ist es von Wichtigkeit, wie viele Saiten ein Mensch in sich trägt? Ist es wichtig, wie oft diese Saiten angespielt werden? Ist es von Bedeutung, ob diese Saiten gestimmt wurden? Ist es entscheidend, wie stark diese Saiten angespielt werden? Ist es eine Frage der Zugänglichkeit der Saiten, ob sie erklingen? Was denkst Du?
 

 

 

Die Suche nach der Schönheit, Teil II (211)

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Hier im zweiten Teil von „Die Suche nach der Schönheit“ möchte ich mich der Beantwortung der Fragen aus dem ersten Teil nähern. Eine spannende Reise durch die Sichtweisen auf die Schönheit führt uns dabei zu einem Stück unserer eigenen Wahrnehmung.

Zunächst noch einmal die Fragen aus Teil 1:
1. Gibt es eine universelle Schönheit, deren Wert erst erkannt, begriffen oder erlernt werden kann oder gar muss?
2. Ergibt sich, und das ist eine Frage, die sich sehr nah an der ersten Frage orientiert, eine größere Befähigung, bestimmte Schönheiten erst dann zu erkennen, wenn man sich mit diesen Verhältnissen über einen größeren Zeitraum hinweg auseinandergesetzt hat?
3. Gibt es Parallelen bei der Erkenntnis oder Wahrnehmung unterschiedlicher Formen der Schönheit?
4. Entstehen Irrungen durch bestimmte Einflüsse oder defizitäre Befähigungen, vielleicht schon durch Wahrnehmungsstörungen?

Ohne mich allzu streng an die obige Reihenfolge der Fragen zu halten, soll sie mehr als inhaltliche Orientierung für das Nachfolgende dienen.

Da wäre also ein Subjekt, das vor einem Objekt steht. Das Objekt soll bisweilen noch jeglicher Form entbehren. Es könnte beispielsweise eine Landschaft sein, ein Tier, ein Kunstwerk oder ein Wesen. Wie kommt es dazu, dass in diesem Objekt Schönheit erkannt wird?

Eine fundamentale Annahme: Schönheit sehe ich als befreit von jeglichem Zweck. Etwas als schön zu befinden, weil es nützlich ist, entbehrt dem Sinn der Schönheit, die ihrer selbst willen existiert. Daher klammere ich es zunächst aus, ohne aber zu übersehen, dass im Falle eines schönen Menschen die Sinnhaftigkeit nur schwer auszublenden ist. Aber dazu später mehr. Schönheit wird daher erkannt, indem sie in Form eines Reizes über die Sinne des Menschen Eingang findet in die Vorstellung und die Idee eines jeden, der offen dafür ist. Damit komme ich in den Bereich der ersten Frage:
1. Gibt es eine universelle Schönheit, deren Wert erst erkannt, begriffen oder erlernt werden kann oder gar muss?

Hat ein Mensch die Zeit und die Befähigung die atemberaubende Schönheit eines Sonnenaufgangs vor überbordend bizarrer Kulisse fantastischer Felsformationen in einem weitläufig dramatischen Küstenabschnitt wahrzunehmen, wenn seine letzte Nahrungsaufnahme Tage zurück liegt, wenn er auf der Flucht vor einem Raubtier ist, dessen Nahrungsaufnahme auch wiederum eine längere Zeit zurück liegt oder er in sich eine tiefe Traurigkeit hineingesteigert hat ob dem Verlust eines geliebten Wesens?

Dringt die bezaubernde Schönheit einer tieftraurigen oder leicht-beschwingt heiter-fröhlichen Arie in unsere Wahrnehmung ein, um uns als Subjekt in einen wunderbaren Zustand der Hingerissenheit zu geleiten, wenn wir bisher niemals vorher solcher Töne gewahr wurden, vielleicht immerzu die eindringlichen Schläge der Arbeit eines Hammers in einem Steinbruch auf unser Trommelfell eindröhnten?

Kann die Schönheit eines Menschen von uns wahrgenommen werden, wenn wir nicht vorher in einem langen Prozess auf die kulturellen Merkmale und gesellschaftlichen Ausprägungen von Schönheit darauf konditioniert wurden?

Allesamt diskussionswürdige Fragen, meine ich. Antworten darauf habe ich schon mehrfach in früheren Beiträgen geliefert und belegt, und so erfolgt die daraus resultierende spannende These: Schönheit wahrzunehmen bedarf einer Schulung und unterliegt einer Entwicklung, die jenseits von affektierter Opportunität zu manifestieren ist. Um Schönheit zu erkennen bedarf es absolut einer Freiheit, dies tun zu können.

Freiheit von den Grundbedürfnissen des Menschen ist einer der ersten wesentlichen Aspekte, denn weder ein hungriger Mensch nimmt sie Schönheit einer skurril geformten, farblich tief durchgezeichneten Frucht war, noch ein durchfrorener Mensch ergötzt sich an der Schönheit einer staketenförmig gewachsenen Reihe von überdimensionalen Eiszapfen vor einem gigantischen Wasserfall.

Ferner gilt es, die Freiheit im Geiste zu bewahren, etwas tun zu dürfen und sich nicht Restriktionen gegenüber zu sehen, sobald man der Schönheit gewahr wird. Sogenannte „Entartete“ Kunst diene hier als anschauliches Beispiel für den manipulativen Einfluss vermeintlicher Instanzen. Auch ausreichend Zeit zu haben, Schönheit zu erkennen, ist wesentlich, denn wie schon zu Zeiten der Einführung des Begriffs der entarteten Kunst ist das entwickelte Dogma: „Arbeit macht frei“ nichts anderes als eine willkürlich Beschneidung und Einengung gedanklicher aber auch faktischer Freiheit des Menschen. Wer so viel arbeitet, dass er nach getaner Arbeit erst körperlich, gleichfalls aber damit geistig so erschöpft ist, dass ihm die Kraft und Muße abgeht, sich geistigen Dingen zu widmen, der stellt gleichzeitig keine Gefahr dar, sich Gedanken über etablierte Prozesse zu machen, darüberhinaus scheint auch die Beschäftigung mit den schönen Dingen des Lebens der Überanstrengung zum Opfer zu fallen.

Heute, da der Inhalt der „Arbeit macht frei“-Maxime zunehmend am Einfluss verliert, treten an ihre Stelle viel perfidere Systeme: „Konsum macht frei“ bringt es am ehesten auf dem Punkt. Konsum von Waren, Konsum von Medienangeboten, Konsum von Freizeitaktivitäten. So könnte der auf diese Weise zur Unfreiheit verführte Mensch Gefahr laufen, immer weniger die Schönheiten des Lebens zu erfahren.

Bevor ich im weiteren auf die oben erstellte These von der notwendigen Konditionierung für die Fähigkeit, Schönheit zu erkennen, näher eingehe, möchte ich gleich erwähnen, dass eine Antithese dazu, nämlich eine solche, nach der eine absolute Unbefangenheit gegenüber der Schönheit vielleicht erst dazu führt, die reine Schönheit zu sehen, in eine nicht weniger interessante Richtung führt.

Kann man Schönheit lernen? Muss man Schönheit lernen, bevor man sie versteht? Sind es bestimmte Schönheiten, die man erst dann erkennt, nachdem man sich mit dem Genre ausführlich befasst hat? Max Ernst meint dazu: „Kunst hat mit Geschmack nichts zu tun“

Zu diesen Fragen führt der weitere spannende Weg in dieser Beitragsreihe.

Nach Klärung dieser fundamentalen Prämissen wirken weitere Variablen auf unsere Ideen und unser Erkennen von Schönheit. Damit befasse ich mich in den nächsten Teilen von „Die Suche nach der Schönheit“, und wühle mich dafür schon wieder durch die Literatur und die neuesten Ergebnisse der Attraktivitätsforschung.

Die Suche nach der Schönheit, Teil I (210)

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Wo findet sich Schönheit? Woran wird die Schönheit erkannt? Gibt es einerseits unterschiedliche Grade der Schönheit und gibt es andererseits unterschiedliche Grade der Befähigung diese zu erkennen? Einige Gedanken und Schlüsse daraus.

Schönheit, das Thema über Jahrtausende, wurde wahrscheinlich schon immer hinterfragt, zumindest aber immer wieder seit der Zeit, da es Überlieferungen belegen. Erst als Objekt wurde es untersucht. Es wurde versucht, die Schönheit in eine Formel zu bringen. Es wurde versucht, sie in bestimmter Form und Erscheinungsweise zu manifestieren. Danach wurde die Schönheit vom Objekt gelöst. Nur ein Subjekt sollte in der Lage sein, sie überhaupt zu erkennen, denn ohne Betrachter sollte es keine Schönheit geben. Es gab nur das Sein. Es wurde fortwährend versucht, die Schönheit von jeglicher Zweckgebundenheit zu befreien. Sie sollte ihre Wirkung nur durch sich selbst entfalten, ohne sich durch eine Zweckgerichtetheit legitimieren zu müssen. So sollte die Wahrnehmung verlaufen.

An dieser Stelle möchte ich hier gerne ansetzen und eine Betrachtung wagen. Wurde die Schönheit beispielsweise von David Hume und Edmund Burke vom Objekt losgelöst? Musste ein Subjekt beschrieben werden, dessen Existenz gegeben sein muss, um eine Schönheit überhaupt erst wahrzunehmen? Im Zuge dessen finde ich eine sehr interessante Relevanz wieder:

Wenn ein Subjekt -in unserem Falle ein Mensch, der (in was auch immer) eine Schönheit erkennt- diese Schönheit wahrnimmt, dann stelle ich die Frage: Gibt es dahingehend tatsächlich unterschiedliche Grade der Befähigung, Schönheit zu erkennen? Ferner sei die Frage gestellt, welche Variablen und Bedingungen auftreten könnten, die diese Erkenntnis erstens beeinflussen, zweitens ermöglichen oder drittens verhindern!

Schönheit erkennen wir in vielen Dingen. Eine Pflanze kann einem Menschen schön erscheinen, eine Landschaft, ein Wetterphänomen kann beeindruckend schön erscheinen. Ein Tier oder ein Mensch erweckt den Anschein der Schönheit in uns. Auch ein Gedicht bezeichnen wir mitunter als schön, oder noch mehr ein Musikstück? Gefühle können es sein, die wir als schön empfinden, oder ist es vielleicht auch der Auslöser dieser Gefühle. Selbst Schauder bezeichnen wir hin und wieder gerne als schön, sei es, weil wir auf diese Weise das ursprüngliche Leben in uns spüren, ganz gleich dabei, ob in der Form von Angst und des Erschreckens oder der Gewissheit des Schauspiels und unserer distanzierten Sicherheit dazu.

Bleibe ich zunächst bei dem Subjekt, in dessen Vorstellung -Schönheit ist ja nichts Faktisches, sie ist stets nur angenommen- Schönheit entstanden ist. Sie ist erkannt worden. Es gibt nun theoretisch unendlich viele Subjekte, die sich zum einen im Wesen unterscheiden -es sind einfach unterschiedliche Wesen- und zum anderen solche, die sich in der zeitlichen Phase differenzieren -sie befinden sich an einem bestimmten Punkt ihrer Entwicklung, als Kind, Jugendlicher, Erwachsener oder reifer Mensch. Selbst innerhalb dieser Phasen zählt jeder Augenblick als einzigartige Situation.

Zu jedem Zeitpunkt begegnet Schönheit einem x-beliebigen Subjekt. Ein Subjekt begegnet irgend einer Schönheit. Wahrnehmung findet statt. Wie verhält es sich mit der Erkenntnis? Ganz gleich, was der Mensch als schön erkennt, es gibt bei manchen Dingen eine große Übereinstimmung in der Beurteilung, in manchen aber nicht. Nun greife ich die Fragen von oben auf und frage erneut:

1. Gibt es eine universelle Schönheit, deren Wert erst erkannt, begriffen oder erlernt werden kann oder gar muss?
2. Ergibt sich, und das ist eine Frage, die sich sehr nah an der ersten Frage orientiert, eine größere Befähigung, bestimmte Schönheiten erst dann zu erkennen, wenn man sich mit diesen Verhältnissen über einen größeren Zeitraum hinweg auseinandergesetzt hat?
3. Gibt es Parallelen bei der Erkenntnis oder Wahrnehmung unterschiedlicher Formen der Schönheit?
4. Entstehen Irrungen durch bestimmte Einflüsse oder defizitäre Befähigungen, vielleicht schon durch Wahrnehmungsstörungen?

Stelle sich jeder Interessierte diese Fragen, um zu prüfen, inwiefern sich die Erkenntnis von Schönheit in ihm manifestiert. Weiter mit der Beantwortung der Fragen meinerseits geht es im nächsten Artikel.

Kaufe! Gefälligst! (205)

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Hast Du eine Fotokamera? Gut. Dann gehörst Du einer sehr beliebten Gruppe an: Du bist Käufer! Unter den vielen Gruppen der Bevölkerung, die gerne in positiv oder negativ eingeteilt werden, nämlich diesem Beispiel zufolge in Käufer oder Nichtkäufer, gilt je nach gesellschaftlicher Einstufung: Nutzen oder Nichtnutzen: für die (Markt-)wirtschaft. Kaufst Du nicht, bist Du nichts!

Bei der Betrachtung der menschlichen Belange einerseits und den gesellschaftlich-sozialen Verknüpfungen andererseits kommt es bei der Herangehensweise zu vielfältigen möglichen Annäherungen. In der Literatur werden die unterschiedlichsten Ansätze verwendet, wodurch es zu ebenso vielen, kontrovers diskutierten Thesen kommt. Erst zusammengenommen ergeben sie einen interessanten Überblick über den aktuellen Stand der Forschung in Sachen Sozialisation des Individuums.

Unabhängig davon, ob man über Foucault, Villa oder Habermas zu einem Ansatz einer eigenen Betrachtung kommt, spannend ist für mich die Verknüpfung dieser Theorien. Verglichen mit den eigenen Beobachtungen und Schlüssen und den daraus resultierenden Ergebnissen erschließen sich oftmals gänzlich neue Ideen und Thesen. Die Sichtweise jedes einzelnen, der sich Gedanken über das Verhalten des Menschen, so auch über sein eigenes Handeln macht, kann sehr spannend werden, wenn sie zusätzlich in irgend einer Form kommuniziert wird.

Ob das nun durch Worte in Textform geschieht oder durch Bilder, durch Zurschaustellung des eigenen Charakters durch Wahl des Äußeren oder durch Handlungen, das unterscheidet sich lediglich im Weg der Kommunikation. Dabei ist natürlich entscheidend, wer, beziehungsweise welche Gruppe dieser gewählten Sprache mächtig ist. Ist man der Sprache, dem Dresscode oder sonst einem Soft Skill nicht mächtig, bleibt man außen vor, und das längst nicht immer offensichtlich.

Ob das beim Individuum die ausreichend unterschiedlichen Kleidungsstücke sind, deren Stil für den Träger eine ganz genau definierte Stimmung ausdrückt, oder eine Wortwahl inklusive Ausdruck, Mimik, Gestik, deren Wahl beim Adressaten ebenso eine Befindlichkeit vermitteln möchte, es kommt ganz wesentlich darauf an, dass der andere diese Sprache überhaupt versteht. Rotgerinngelt=giftig!? Zumindest bei manchen Tieren ist es relativ deutlich. Und bei Menschen und deren Kulturen, wie sieht es da mit der Eindeutigkeit aus?

In den vielen Bereichen der menschlichen Kommunikation, ob unter Individuen, Individuen und Gruppen oder Gruppen untereinander, geraten viele Teilnehmer immer wieder in einen Strudel von Missverständnissen. Die Komplexität ist stark abhängig von sehr spezifischen Anforderungen, die nicht ohne weiteres von den Mitgliedern einer Gemeinschaft erfüllt werden können und zwar aus mehreren Gründen: die schnelllebigen Zeiten erfordern eine hohe Flexibilität und ein rasches Auffassungsvermögen für Veränderungen. Unterschiedliche Bewertungen und Maßstäbe im Umgang mit Regeln und Übereinkünften, extrem abhängig von persönlichen und temporären Befindlichkeiten, führen bei den immer häufiger werdenden Begegnungen zu immer mehr zu Konfrontationen. Selbst deren Abläufe bergen eine Vielzahl von Irrtümern, die schnell zu inneren Konflikten und Vorurteilen führen können.

Wir als affektierte Wesen reagieren lange vor unserer eigentlich durchdachten Erwiderung körperlich mit Gesten und Gesichtsausdrücken, sehr schön beschrieben von Sammy Molcho. Bevor es aber zum direkten Austausch zwischen Kommunizierenden kommen kann, muss erst einmal Kontakt bestehen, das heißt, ein Individuum muss wahrgenommen werden. Sogar einen Schritt weiter möchte ich hier gehen, das Individuum muss sogar akzeptiert sein, um eine Wirkung erzielen zu können. Pure Wahrnehmung reicht da nicht aus, denn eine sofortige Ignoranz oder bewusster Ausschluß eines Wesens unterbindet jegliche Kommunikation. Damit komme ich zurück zum Ausgangspunkt dieses Artikels. Ökonomisch bist Du nur dann von Bedeutung, wenn Du Kaufkraft besitzt und diese auch einsetzt. Da wir in einer ökonomisch relevanten Zeit, immer weiter weg bewegend vom Sozialen in der sozialen Marktwirtschaft hin zur freien Marktwirtschaft leben, fristen meiner persönlichen Meinung nach andere Bereiche des menschlichen Lebens zunehmend ein Nischendasein. Durch diese Verschiebung sehe ich die Fähigkeiten der Menschen untereinander FREI in Kontakt zu treten immer mehr gefährdet. Nicht die Frage “ Meint er es ernst, meint er es so oder so?“ steht im Raum, vielmehr die Frage „Was bezweckt er damit, welchen Nutzen verspricht er sich und welche Vorteile sind für mich erreichbar und vor allem, was kostet es mich, verliere ich etwas?“ läuft intern ab.

Nach der Wiedergabe meiner Gedanken zu diesem Thema möchte ich eine Aussicht nicht schuldig bleiben und eine Anregung geben. Versuche doch mal eine Begegnung mit bekannten und unbekannten Menschen ganz anders zu beginnen: Was kannst du dem Menschen vor dir schenken: Zeit, Achtung, Höflichkeit, Vertrauen? Selbst dann, wenn du vielleicht ein Minusgeschäft machst, es sogar abzusehen ist, denke darüber nach, ob nicht möglicherweise die Währung innere Großmütigkeit deinerseits einen viel höheren Wert besitzt, als ein Triumph über ein Wesen vor dir. Sicher sollst Du nicht blindlings in die an jeder Ecke lauernden (Konsum-) Fallen laufen und dich „verkaufen“ an Dinge oder Wesen, doch eine Freiheit in deinen Gedanken und Gefühlen reißt mitunter Dämme ein, die dir die Sicht auf die Freiheit und den Sinn bisher vernebelten. Verändere immer wieder deinen Standpunkt. Die Aussicht ist phänomenal, sei dir gewiss!