Feel Good (122)

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Dieser Artikel zeigt auf, welche Zusammenhänge zwischen unseren Empfindungen über unsere Schönheit und unserer tatsächlichen Schönheit bestehen. => „Fühle ich mich gut, bin ich schöner!“

Die gerade genannte Feststellung über die guten Gefühle und deren Auswirkung auf unser Aussehen ist schon beinahe selbsterklärend. Ein altes Sprichwort lautet wie folgt: Mit dem Hute in der Hand kommst du durch’s ganze Land. Ein weiteres lautet: Ein Lächeln am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Derer Sprichworte existieren noch viele mehr. Allen gemeinsam ist jedoch unter anderen der Sinn der Aussage, dass ein Mensch mit einem höflichen, freundlichem Auftreten gewisse Vorteile gegenüber einem nicht derartig dreinblickendem Menschen hat.

Diese Vorteile halte ich für betrachtendswert, denn in ihnen spiegelt sich die Wirkung unseres Aussehens, unserer Attraktivität wieder. Warum ist es so? Weil ein glücklicher, zufriedener Mensch genau diese Gefühle nach außen ausstrahlt, und das macht ihn begehrenswert. Menschen suchen und finden gerne die Nähe von Personen, die eine innere Ruhe gefunden haben, die in sich ausgeglichen sind. Das nicht zuletzt deswegen, weil sie ihre innere Bestätigung in ihrem Äußeren gefunden haben. Wenn Menschen glauben, dass ihr Äußeres o.k. ist, strahlen sie genau diese Überzeugung aus. Sie sind nicht getrieben von der Suche nach Bestätigung und Anerkennung. Damit wird der Kreis zumindest in dieser Hinsicht geschlossen, denn diese Zufriedenheit macht nach außen hin noch wiederum schöner!

Schlägt das Pendel dabei zu sehr in Richtung Selbstbestätigung aus, so besteht freilich die Gefahr der Eitelkeit. Das führt jedoch sofort zum Verlust der positiven Wirkung auf die Menschen. Jenes übersteigerte Selbstbewusstsein ist weit entfernt von dem bloßen Wissen um sein Aussehen. Die Erkenntnis, dass man mit sich und seinem Äußeren zufrieden sein kann, vielleicht auch noch ein Stück weit dem allgemeinen Verständnis von Attraktivität entspricht, ist sicher gesund. Wichtig ist, dass man aber deshalb nicht dem Glauben verfällt, man sei dadurch mehr wert als andere Menschen. Ob dieser Trugschluss doch mehrerer hübscher Menschen durch die Hoffierung vieler oberflächlicher Zeitgenossen mitverursacht wird, wäre interessant in einem weiteren Beitrag zu beleuchten.

Ausgehend von der These, dass glückliche Menschen auch schöner erscheinen, wurden einige wissenschaftliche Untersuchungen angestellt. Danach wirken glücklichere Menschen auf andere gleichfalls attraktiver. Das mag daran liegen, dass der Gesichtsausdruck eines glücklichen Menschen viel weniger Sorgenfältchen produziert, als dies bei einem Menschen mit Sorgen geschieht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Sorgen begründet sind oder nicht! Ob sie dadurch zustande kommen, dass die Person sich nicht schön genug findet oder tatsächlich ist, ist zweitrangig. Ein magersüchtiges Mädchen ist vielleicht absolut schlank und gutaussehend für die meisten Menschen, doch sie selbst empfindet sich als zu dick und gerade dieses Gefühl transportiert sie nach außen. Das spiegelt sich in ihrem Ausdruck wieder, was zu Folge hat, dass ihre Erscheinung darunter leidet.

Damit wirken wir auf andere Menschen je nach Grad der Zufriedenheit mehr oder weniger attraktiv. Das Gesicht ist dabei der größte Faktor. In ihm spiegelt sich unsere Gemütslage am deutlichsten wieder. Und wir reagieren darauf ebenso deutlich. Spricht jemand von Leid und Schmerzen, so verziehen wir unser Gesicht mit entsprechend zusammengezogen Augenbrauen und hochgezogenen Lippen und Wangen. Wir empfinden nach. Und was hier im intensiven Gefühl für jeden leicht nachzuvollziehen ist, funktioniert auch im extensiven, unterschwelligen Bereich. Ist jemand unzufrieden oder unsicher, so empfangen dies unsere Antennen augenblicklich. Wer schon einmal Bücher von Samy Molcho in den Händen hatte, der hat eine Idee von der Aussenwirkung unserer Körpersprache in Form von Gestik und Mimik. Auch bei Babys kann man es schon erkennen. Lächeln wir ein Baby an, so lacht es zurück, und umgekehrt. Gucken wir fies drein, fängt das Baby oft zu weinen an.

Auf der Straße ist es nicht viel anders. Lachen wir jemanden an, so lächelt er oder sie häufiger zurück, als nicht. Das geschieht dadurch, dass wir mit unserem Lächeln tatsächlich diese Gefühle auslösen.
Durch diese Beschreibung wird die Beziehung von Sender und Empfänger deutlich und der Leser kann sich einen eigenen Reim daraus machen. Wie wirkst Du auf andere?

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Vom Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen (98)

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„Ich sehe so aus, wie ich aussehe!“ „I am what I am!“

Von Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ist die Rede. Ich möchte den Bogen spannen von hier zum Aussehen hin, und weiter zu der Erkenntnis hinarbeiten, dass der Wert eines Menschen nicht von seinem Äußeren bestimmt ist. Das Äußere jedes Einzelnen hat natürlich einen Wert, doch der macht nicht den Menschen aus. Sein Wirken ist es schlussendlich, was den Menschen ausmacht, denn der abgewandelte Spruch: „Die Worte hör‘ ich wohl, allein mir feh’n die Taten…“ beinhaltet das gesamte Leben. Wir zeichnen uns durch das aus, was wir geschaffen haben, erwirkt haben.

Die ersten leisen Töne des Pfades zum Selbstbewusstsein vernehme ich, wenn ich beginne, mich selbst wahrzunehmen. Ich beginne zu erkennen, wenn ich hinsehe. Durch meine eigenen Augen, nicht durch die Augen anderer Leute soll ich mich sehen. Ich muss lernen, mich so wahrzunehmen, wie ich bin, nicht so, wie ich gerne wäre. Das heißt nicht, dass ich meine Visionen begraben sollte, denn die sind der Motor auf dem Weg des Lebens, ich muss nur als Fundament bei der Erkenntnis von mir selbst beginnen. Wie schwer das ist, davon kann jeder selbst ein Lied singen. Doch es hilft nicht. Gehe ich von irrigen Annahmen aus, so komme ich zu keiner wahrhaften Erkenntnis. Auch unser Aussehen bildet da keine Ausnahme.

Plakativ gesagt ist es so, wenn ich ein gesundes Selbstbewusstsein habe, so strahle ich das auf mein Äußeres aus. Nicht überkandidelt, keine Selbstüberschätzungen führen mich weiter, nur die wahrhafte Auseinandersetzung bringen mich dahin. Reflektiere ich mein Äußeres, wie meine Handlungen, meine Worte, meine Ideen und Ziele, meine Wünsche und Gedanken, so weiß ich um mich und um mein Aussehen. Danach richtet sich meine Kleidung, meine Mode, mein Haarschnitt, wie meine Neigung zu Kosmetika.

Weiß ich von mir, weiß ich, was ich MIR wert bin, so entsteht meiner Ansicht nach ein harmonisches Äußeres. Bin ich unsicher, so schwanke ich, in der Kleidung wie im Leben, weil ich nicht weiß, wie ich reagiere. Ich kenne mich dann nicht, weil ich nicht erkannt bin. Weiß ich von mir, liegt es an mir, diese Erkenntnis souverän umzusetzen. Gefeit vor Irrtümern ist man natürlich nicht, weil man nicht immer und ausschließlich wahrhaftige Erkenntnisse gewinnt, dafür ist man zu sehr Mensch. Doch darum geht es nicht, den diese Irrungen und Wirrungen bieten manches Mal einen neuen Ansatz, der uns zu neuen, vielleicht unausgetretenen Pfaden geleitet. So wie der Schritt zurück uns erst die klare Sicht auf unser Selbst gewährt.

Es ist unser Bewusstsein, das uns Vertrauen in uns selbst setzt. Wenn ich weiß, was ich bin, was ich kann, was ich fühle und wünsche, so kann ich darauf vertrauen zu wissen, was richtig für mich und meine Umgebung ist, zumindest was ich nach aktuellem Stand meiner Erkenntnisse dafür halte. Danach in aller Gelassenheit zu handeln, und so auch meine Äußerlichkeiten zu formen ist für mich ein erstrebenswertes Ziel. Damit bieten wir auch anderen Menschen einen Halt im Umgang mit uns, und wir werden durch unsere Selbstsicherheit zu Leuchttürmen im Leben unserer Freunde und Partner.

Manifestiert sich dies in unserem Äußeren, so sind wir weit weg von Mode jeder Art, von Strömungen und Trends, wir werden eher zu Trendsettern. Wir können so jenseits von „Hüh oder Hott“ unseren eigenen Stil leben, der durch das Authentische in unserem Wesen und unserer Erscheinung ein Charisma entstehen lässt.

Ich plädiere für die erfolgreiche Weitergabe dieser Erkenntnis, mit einer inneren Ruhe sowie einer vernünftigen Wertschätzung eines jedes Einzelnen von uns zu einem konsistenten, authentischen Wesen zu werden, uns so zu formen, oder vielmehr sich dahin zu entwickeln. Ein Kern der Angelegenheit ist es damit, unsere Kinder so zu fördern, dass sie zu Menschen werden, die sich selbst wertschätzen lernen.

Und auch wir sind nie zu alt, das zu lernen.

„Schön = gut“ Teil 2 (81)

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Schön = Gut! Oder doch nicht?

   Die Forschungen gehen weiter. Nachdem Wissenschaftler die Fragestellungen in ihren Untersuchungen variiert hatten, ob denn schöne Menschen tatsächlich als die besseren gelten, zeigte sich ein viel differenziertes Bild dieser Hypothese. Wenn sich auch die wohlbekannten Forschungsergebnisse über die Einschätzungen von schöneren Menschen wiederholten, so hatten sich nach einer Abänderung der Attribute während den Befragungen die Ergebnisse in Bezug auf eine bestimmte Kategorie neu ergeben. So haben die schöneren Menschen den weniger schönen Menschen im Punkte soziales Verhalten laut Einschätzung der befragten Probanden leicht das Nachsehen bzw. sind gleichauf.

   Geht es explizit um den Faktor Bescheidenheit, wie z.T. auch um die Eigenschaften Fürsorge, Mitgefühl und Empathie, so wird den attraktiveren Gesichtern zunehmend weniger davon attestiert, während den weniger attraktiven Menschen im Schnitt mehr dieser Tugenden zugetraut wird. Die vermutete Eitelkeit sowie eine unterstellte Überheblichkeit schließt genauso einen gewissen Grad der Menschlichkeit aus, welcher aber wiederum gesellschaftlich gefordert ist.

   In den besagten Studien wurde schöneren Menschen in einer Reihe von Merkmalskategorien ein durchweg höheres Maß zugeordnet. Diese Kategorien beinhalteten Merkmale wie z.B. Selbstsicherheit, Offenheit, Aktivität, …! Weniger Vorteile gegenüber durchschnittlich oder minder attraktiven Personen wurden in den Kategorien Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit oder intellektuelle Kompetenz zugeordnet. Keine besseren Einschätzung erhielten attraktivere Menschen in den Bereichen Sensibilität, Intelligenz, Einfühlungsvermögen oder Integrität.

   Wohlgemerkt wurden diese Studien ausschließlich mit Personen durchgeführt, die sich nicht kannten und es waren Jugendliche und Erwachsene.

   Nachteilig wurden die attraktiveren Menschen in den Punkten Bescheidenheit, Zufriedenheit oder Glückseligkeit bewertet. Eine vermeintliche Oberflächlichkeit wurde ebenso zugeordnet wie die eingangs beschriebene Arroganz, Eitelkeit, Einbildung oder Überheblichkeit.

   Keine Abweichungen wurden in diesen Metastudien bei der Rolle der Geschlechter festgestellt. Keine der Studien konnte überraschenderweise unterstützende Hinweise auf geschlechtsspezifische Besonderheiten dokumentieren.

   Was kann ich aus diesen Teilergebnissen entnehmen? Es geht vorerst nur um die erste Bewertung von Menschen unterschiedlicher Attraktivität. Dies findet zu einem Zeitpunkt statt, zu dem wir sie noch nicht kennen gelernt haben. Die Forschungen zeichnen bis hierher das Bild einer Einschätzung bis zum ersten Wort. Sie beschreiben auf interessante Weise, welch vorgefertigte Schubladen in uns Betrachtern existieren, und wogegen sich attraktivere Personen – anders als weniger attraktive Menschen – bis zum Kennenlernen behaupten müssen. Geht ein Kontakt nicht über das Sehen hinaus, bleibt das Bild in unseren Köpfen erhalten. Das ist natürlich viel häufiger der Fall.

   Diese in unserem Denken verankerten Ressentiments gegenüber schöneren Menschen beruhen in der Mehrzahl der Fälle meist auf nur einzelnen Erfahrungen. Die emotionale Reife zu besitzen den Menschen zu betrachten, ohne ihn dabei einem Diktat der Attraktivität zu unterziehen, sollte als eines der vorrangigen Ziele der Aufklärung erkannt werden. Sicher ist der Einfluss des Aussehes immer gegenwärtig, doch dieser Einfluss kann durchaus in unserem Bewusstsein, wenn auch nicht ganz ausgeblendet, so doch gemildert werden.

   Dazu ein kleiner, nicht ganz haltbarer Vergleich: wie lange und ausgiebig können wir uns mit der Auswahl einer Farbe für ein bestimmtes Objekt(Wand, Fußboden, Auto, Couch, …) beschäftigen, bis wir es wählen? Und wenn wir es entschieden haben, wir mit dieser Sache jeden Tag leben, wir lange dauert es, bis wir die Sache nicht mehr als so schön wahrnehmen, wie zu Beginn? Eine Woche, ein Monat oder ein Jahr? Wie wäre es mit dem schönen Menschen, dessen Schönheit uns bei der ersten Begegnung die Worte oder den Atem verschlagen hat. Wie lange dauert es, bis wir beginnen, den Menschen in seinem Wesen und Charakter wahrzunehmen? Eine Woche, einen Monat oder ein Jahr. Zugegeben, ein Jahr ist schon sehr lang in diesem Kontext.

   Was ich mit diesem Beispiel sagen möchte ist ein Hinweis auf folgende Überlegung: Sehen wir den Menschen doch mal an, und stellen und vor unserem geistigen Auge vor, wir kennen den Menschen schon ganz lange mit ihren oder seinen alltäglichen kleinen und großen Sorgen und Freuden! Und schon geraten wir in den Bereich der menschlichen Wahrnehmung. Wir haben die Möglichkeit diesen Menschen jenseits von nur seinem „blendenden“ Aussehen wahrzunehmen. Dass sich dadurch ein ganz anderes, emotionaleres Miteinander ergibt ist meines Erachtens ein Schritt in die richtige Richtung.

Streetfotografie – Ähnlichkeiten (55)

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Bei einem Gang duch die Stadt sind die Gedanken üblicherweise nicht weit weg von den Möglichkeiten, die sich in der Stadt bieten. Der Grund des Besuches in der Stadt weist einem den Weg zum Ziel. Geht nun jemand in die Stadt mit dem Ziel, sich der Streetfotografie zu widmen, so sehen die kreisenden Gedanken ganz anders aus, als ginge es beispielsweise zu einem Bummel.

Schon zu Beginn kreisen die Gedanken um die Örtlichkeit, an die man sich begeben möchte, der Ort, der einen Erfolg bietet, nämlich am Ende des Tages mit einigen wenigen, gelungenen Fotografien nach Hause zu kommen. Streetfotografie als Thema ist nicht so weit gefasst, wie allgemein hin angenommen wird. Szenen aus dem Alltag mit ungestellten Handlungen und ebenso unvermittelt abgelichteten Personen beschreibt dies Genre am ehesten. Alles Inszenierte kann nur dann, wenn es nahezu perfekt choreographiert wurde, als ungestellt durchgehen – wenn es nicht schon wieder zu perfekt ist. Aber es soll natürlich sein und so wirken. Bei der Streetfotografie ist es natürlich von entscheidender Bedeutung, Menschen mit auf die Aufnahme zu bringen, sonst wäre kein Leben im Sinne von Alltäglichkeit in der Bildaussage wieder zu finden. Stillleben könnte man das nicht beabsichtigte Ergebnis bestenfalls nennen oder eine Architekturaufnahme von unverständlichem Aussagewert käme heraus, würden die Menschen fehlen.

Menschen in allen möglichen Lebenslagen erfüllen das Foto mit Leben, und zeichnen ein Bild des Alltäglichen, wie es der Anspruch der Streetfotografie vorzugeben meint. Ein Portrait hingegen ist in der Regel kein Streetfoto, es ist schließlich ein Portrait. Doch gibt es immer wieder vereinzelte Portraitfotografien, die sich eher als Streetfoto zeigen lassen, als zu den Portraits gerechnet zu werden. Wenn der fotografierte Mensch nicht gerade in die Kamera lächelt, sondern behende seiner Tätigkeit nach geht, kann die Situation schon zwiespältig sein. Eigentlich gibt es keinen ernsthaften Grund, die Szene nicht dem Genre der Streetfotografie zu zu rechnen. In allzu engen Grenzen gefasst verliert meiner Meinung nach jedes Thema der Fotografie ihren Reichtum, ihre Vielfalt.

Meine in diesem Blog ausgestellten Bilder sind nichtsdestotrotz weit von der Streetfotografie entfernt. Sie werden zwar zum Teil auf eine ähnliche Weise fotografiert, wie die Bilder in der Streetfotografie gemacht werden, doch vom Motiv sind sie gänzlich anders und auch anders gemeint.

Aber die Herangehensweise ist sehr ähnlich, die Vorüberlegungen drehen sich gleichwohl um die Orte, an denen man fotografieren wird. In der Fußgängerzone der Stadt haben die Menschen Zeit. Es gibt dort einige Motive, deren Aufnahme sicher erfragt werden könnte. Spontan und meist ungestellt als Schnappschuss können hingegen oft eine natürlich anmutende Fotografie ergeben. Für meine Zwecke eignen sich beispielsweise Ampeln oder Bushaltestellen deshalb besonders gut, weil die Menschen den Augenblick der Ruhe vielleicht unbewußter genießen und gerne ungekünstelt hin und her flanieren. Dabei kann ich manches Mal die Formen sehr deutlich erkunden, die die Figur des Menschen ausmacht. Um geeignete Bilder für die fotografisch-künstlerische Gestaltung zu erhalten (hier ist der Betrachtungswinkel wichtig) ist die Beobachtung der Menschen nach wie vor von entscheidender Wichtigkeit. Es kommt darauf an, den Blickwinkel zu finden, der das Motiv in möglichst angenehmer Art und Weise belichtet und dabei die Linien und Proportionen möglichst aussagekräftig abbildet. In der Ruhe gelingt es meist besser, als in Bewegung, jedoch nicht immer. Wechselt der Mensch immer wieder von einem Bein auf das andere, kann ich sehr interessante Blickwinkel vernehmlich der Form des Hinterns auf dem Film festhalten. Nebeneinander betrachtet lässt sich sehr schön verdeutlichen, in wie weit der Blick des Betrachters den richtigen Zeitpunkt erfassen kann, um der Form gewahr zu werden, oder ob er daneben liegt, und der vielleicht schöne Hintern gar nicht entdeckt, sondern einfach verkannt übersehen wird.

Wie eigentlich auf alle Körperregionen übertragbar, und mehr noch auf alles Betrachtete im Leben, zeigt nur der bewusst hinsehende Mensch in nur einem bestimmten Moment die einzigartige Schönheit des Wesens. Vereinfacht gesagt kann es die Pflanze in Blüte sein, das Tierbaby in Lauerstellung, der Mensch mit lächelndem oder auch bedachtem Gesichtsausdruck oder die Sonne nahe dem Meeresspiegel in alle rot bis orange farbenen Töne des Farbkreises gehüllt. Jeder Mensch empfindet dabei anders. Es finden sich die Vorlieben aller Betrachter in ihren Kreisen gerne in den Aufnahmen wieder, vielleicht zum Austausch der Idee vom Bild.

Gehe ich also in die Stadt mit der Idee, Menschen mit einer -nach meiner Vorstellung- schönen Figur zu fotografieren, so ist dies eines der vielen Themenbereiche, die wir Menschen für uns auserkoren haben. Spannend ist es schon deswegen immer, weil ich dabei nie weiß, welche Motive ich überhaupt bemerken werde, und welche es davon einigermaßen gelungen auf meine CF-Speicherkarte schaffen werden werden.

Körperformen in der Kunst(geschichte) (48)

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Syssiphus lässt grüßen

Die Schönheit lässt mich mal wieder zum Stifte greifen. Ja Stifte, denn einen Teil der Texte kann ich mit meinem „Pen“ ins „Note“ eingeben. Geht ganz gut. Doch zum Eigentlichen: Schönheit war in meinen letzten Schriften ein wesentliches Thema. Über den Inhalt der Bücher, die ich darüber gelesen habe und lese, habe ich mit einigen Menschen eine rege Diskussion beginnen können. Deren Verlauf möchte ich hier gerne in Teilen wiedergeben. Der Sinn und Zweck dahinter liegt in meinem grundsätzlichen „Hinterfangen“, die ehrenwerte Gesellschaft heimlich immer wieder in Frage zu stellen und Unruhe in Form von Gedankenspielen zu stiften. Der gesellschaftskritische Leser mag also gespannt weiterlesen, der interessierte Leser kann sich aufrütteln lassen.

„Schönheit ist relativ“. Sagt wer? „Man“! (mit einem „m“) Die Gesellschaft ist „man“. Also wir alle? NEIN! Dazu komme ich gleich. Welche Kräfte sind es denn, die feststellen, dass Schönheit relativ ist? Du? Ich? Die Medien? Die Trendsetter der Zeitschriften und Magazine, die Anbieter der Konsumgüter oder die Kunden der Werbeargenturen, die sich nur nach ihrer Zielgruppe, also uns, richten. Spielen die (nicht mehr ganz so) neuen Medien eine Rolle bei der Festlegung des Schönheitsmaßstabes?

Über den Einfluss der Bilderflut von manipulierten Fotos in allen Medien habe ich schon vorher spekuliert, wie diese uns selber manipulieren ebenfalls. Worum geht es also jetzt? Ich stelle die Frage nach den Trendsettern! Wer genau diktiert zum Beispiel, dass nahe der Magersucht stehende, knapp über 14 Jahre alte Modelle das Ideal der Schönheit verkörpern? Was erzeugt ein Gesicht mit deutlichem Kindchenschema im Betrachter, bei der nach jugendlich-schlanker Schönheit suchenden Masse der visuellen Wesen? Bei Männern als Zielgruppe leuchtet es vielleicht jedem ein. Männer sehen gerne „schöne“ kompatible Wesen vor sich, um dem Sinn der Menschheit Rechnung zu tragen, nämlich deren Erhaltung mit möglichst idealem Erbgut fortzuführen. So trivial mag es einerseits sein, doch ich frage andererseits, warum es temporal (im Laufe der Menschheitsgeschichte), regional (gebietsbezogen) und ethnisch (je nach Glaubensauslegung) bei den vielen Vorlieben der Menschen mal in die eine Richtung (schlank) und mal in die andere Richtung (füllig) schwenkt. Kann es nur eine Modeerscheinung sein? Ist gerade schlank in, und wechselt das, sobald wir uns daran satt gesehen haben? Dazu ist es für mich wichtig zu beleuchten, wie die Entwicklung und Veränderung in der Vergangenheit von statten ging. Um es vorweg zu nehmen, es könnte in der Tat eine Modeerscheinung sein.

Beginnen werde ich mit der Darstellung und Veränderung des Ideals in den Epochen der letzten Jahrhunderte. Ich orientiere mich anhand der bildenden Kunst und der niedergeschriebenen Erkenntnisse verschiedener Autoren. Der Tenor dieser Betrachtung widmet sich erneut dem weiblichen Geschlecht. Die Gründe dafür habe ich im Vorfeld schon hinreichend benannt.

Welche Epochen haben mir auf meiner Reise besonders viele Beispiele für die Beschreibung eines Ideals beschert? Auf das (1.) Altertum konnte ich hier schon eingehen. Dort beginnend folge ich den Epochen mit bedeutenden Malern, von denen ich eine Darstellung des Körpers fand.

313 frühchristliche Kunst

450 750 Merowingische Zeit   Beginn der Buchmalerei

750 950 Karolinger Sakramentar Karls des Kahlen

950 1050 Ottonik Fresken der Kirche St. Georg in Oberzell (Reichenau)

1050 1200  Romanik  Gemälde an Kirchenwänden und Plastiken an 

                     Kirchenfassaden

1140 – 1200 Frühgotik  Glas- und Altarmalerei

1200 – 1300 Hochgotik

1300 – 1400 Gotik, beginnender Naturalismus, Siennensischer Einfluss

( Giotto – Das letzte Gericht)

1400 – 1500 Realismus Spätgotik Bürgertum

 

Hubert van Eyck 035

(Hubert) Jan van Eyck – Kathedrale St. Bavo (vor 1426-1432)

Retable de l'Agneau mystique

Jan Van Eyck s.o.

GardenED

Hieronymus Bosch – Der Garten der Lüste (zwischen 1480 und 1505)

1400 – 1510 Frührenaissance 

File:Study for the Kneeling Leda.jpg

Leonardo da Vinci – Kniende Leda (1505-1507)

1500 – 1530 Hochrenaissance

Durer Adam and Eve
Dürer – Adam und Eva (1507)
Jan Gossaert 008

Jan Gossaert (1516)

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Raffael – Galatea (1512)

Lucas Cranach d.Ä. - Das Urteil des Paris

Lucas Cranach d.Ä. – Das Urteil des Paris (1528)

1530 – 1550 Manierismus

Hans Baldung - The Seven Ages of Woman - WGA01191

Hans Baldung Grien – Die sieben Lebensalter des Weibes (1544)

Hans Baldung 026

Hans Baldung Grien – Zwei Hexen (1523)

 

1530 – 1560 Subjektivismus

Venus and Adonis by Titian

Tizian – Venus und Adonis (1553)

1520 – 1600 Spätrenaissance

Michelangelo (Buonarroti) – Leda (1530)

 

1520 – 1580 Spätrennaissance Tragik

Tintoretto - Penitent Magdalene - Google Art Project

Tintoretto – Büßende Magdalena (1598 – 1602)

File:Jacopo Tintoretto - Women Playing Music - WGA22668.jpg

Tintoretto – musizierende Frauen (1550-1582)

1580 – 1630 Frühbarock

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El Greco – Hochzeit zu Kana (um1610)

Michelangelo Merisi da Caravaggio, Saint John the Baptist (Youth with a Ram) (c. 1602, Yorck Project)

Michelangelo Merisi da Caravaggio – Hl. Johannes der Täufer (1602)

1630 – 1730 Barock Klassizissmus

Rembrandt Harmensz. van Rijn 151

Rembrandt Harmensz. van Rijn – Susanna (1636)

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Diego Velázquez – Venus vor dem Spiegel (1647-1651)

The Three Graces, by Peter Paul Rubens, from Prado in Google Earth

Peter Paul Rubens – Die Drei Grazien (um 1635)

1680 – 1720 Barock

Antonio Bellucci - Danaë - WGA1846

Antonio Bellucci – Danaë (1700-1705)

1730 – 1780 Rokkoko

Boucher Diane sortant du bain Louvre 2712

Francoise Bucher – Diana nach dem Bade 1742

1730 – 1820 Spätbarock

Odysseus und Penelope (Tischbein)

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein – Odysseus und Penelope (1802)

1770 – 1850 Romantik (C.D.Friedrich, W.Turner)

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Francesco Hayez – Badende (1832)

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Carl Spitzweg – Badende Nymphe (1855)

1830 – 1880 Realismus (Max Liebermann)

Gustave Courbet - Lot and His Daughters - WGA5455

Gustave Courbet – Lot und seine Töchter (1844)

1850 – 1900 Impressionismus (Monet Kandinski Nolde)

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Jules LeFebvre – Jeune peintre des masque Grec, (1865)

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Henri Rousseau – Der Krieg (1894)

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Pierre-Auguste Renoir – Nackte (1872)

Paul Cézanne - Baigneuses (Metropolitan Museum of Art)

Paul Cézanne – Badende (1875)

1890 – 1910 Jugendstil Pointilismus (Klimt Seurat Van Gogh)

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Georges Seurat – Les Poseuses (1888)

1907 – 1915 Kubismus (Picasso Braque)

1900 – 1930 Expressionismus (Van Goch Gogin Nolde)

1922 – 1930 Surrealismus (Dali Magritte)

1920 – 1940 Art Deco

1920 – 1970 Moderne (Warhol Lichtenstein Hundertwasser)

1950 – 2000 Postmoderne

1990 – 2013 Gegenwart

Anhand der Malereien lässt sich eine Tendenz der jeweiligen Zeit ablesen. Ich habe diese Bilder stellvertretend für mehrere Bilder der Epoche ausgewählt, es lassen sich viele Hundert mehr Bilder finden, die sich als Zeitzeugnis für die Richtung, das Verständnis von Schönheit heranziehen lassen.  Über die Körperform könnte man folgende Entwicklung in einem Diagramm darstellen:

Diagramm Körpervoumen

Wie es weiter geht, das werden unsere Kinder gestalten. Klären wir sie auf!

PS. Alle Bilder von Gemälden sind gemeinfrei!

Unschärfe oder „Der scharfe Hintern“ (35)

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Mies-Vandenbergh-Fotografie

Wie der Titel schon sagt, schreibe ich hier etwas über unscharfe Bilder. Ich meine damit Bilder, die in der 200% Auflösung des Monitors leichte Unschärfen aufweisen. Dazu stelle ich in Relation die Aufnahmen der alten Meister, die in Mannheim im Reiss-Engelhorn-Museum 2012 ( Die Geburtsstunde der Fotografie )zu bewundern waren.
Wie in vielen Büchern namhafter Fotografen nachzulesen ist, kann die Auflösung der (digitalen) Kamera nur ein zweit- oder drittrangiges Kriterium für die Herstellung einer aussagekräftigen und eindrucksvollen Aufnahme sein. Um das zu begreifen, habe ich trotz jahrelanger analoger Fotografie erst wieder viele digitale „Versuche“ starten müssen. Meine Auseinandersetzung mit der Hardware hat mich viele Fachgespräche mit Berufsfotografen und ebenso viele Recherchen im Internet gekostet. Hin von der Vielfalt aller angebotenen Technik bis zum eigentlichen Zubehör war es ein weiter Weg.

Ich wollte im Rahmen des Themas „Schönheit“ Hintern in Jeans fotografieren. Das war ein Punkt unter vielen. Ebenso unsere Familie für die fotografischen Jahrbücher, Bäume, Gärten, Landschaften und Portrait; auf den geliebten Städtetouren auch Architektur, dort gleichfalls Streetfotografie.

Dies war die Idee hinter meiner Planung. Bis ich jedoch verstand, auf welche Voraussetzungen es besonders ankommt, oder wie ich welche Ausrüstungsgegenstände dafür zusammenbringen sollte, hat es deutlich mehr Praxiserfahrung gebraucht, als ich anfangs zugegeben hätte. Ich dachte, es kann gar nicht so schwer sein, eine passable Ausrüstung in geraumer Zeit zustande zu bringen. Schließlich fotografierte ich doch schon seit 1978. Doch weit gefehlt. Nach der bisherigen Erfahrung hat sich für mich die Schärfeleistung der am Markt befindlichen Fotoapparate schnell relativiert. Die Bildaussage wird durch mehr Megapixel nicht griffiger. Die entscheidende Frage war am Ende für mich die allgemeingültig bekannte Hauptfrage: Was werde ich mit den Aufnahmen tun?

Ich kann sie sicher immer wieder bei einer 200% Vergrößerung an meinem 2550×1440 Monitor akribisch ansehen, dabei werde ich ebenso sicher viele Unschärfen, Moires oder chromatische Aberrationen entdecken, doch ist das der Sinn und Zweck? Meiner ist es nicht. Ich möchte bald meine Bilder in einer Ausstellung präsentieren, und dazu sind vielleicht gerade noch folgende Überlegungen für meine Ansprüche an die Auflösung zu bedenken:

1. Wie groß soll das größte Format sein, in dem ich eine Aufnahme präsentiere? – DinA3 oder DinA2 oder größer?

2. In wie weit bin ich zu Ausschnittvergrößerungen gezwungen, um ein Bild als Gesamtkomposition auszustellen? 80%, 50% oder weniger?

3. Welche Körnung ist gerade noch akzeptabel, damit sich die Kanten meines Motives vom Hintergrund abheben?

4. Mit welcher Objektiv-Lichtstärke und welcher ASA-Einstellung kann ich fotografieren, ohne dass ein Motiv dem Bildrauschen zum Opfer fällt?

Diese Fragen bringen mich aber keineswegs zu der Nachfrage nach den Megapixeln einer Kamera, sondern zur Frage nach der Sensorgröße. Da ich kein Berufsfotograf bin, fällt Mittelformat wie z.B. PhaseOne oder Hasselblad für mich aufgrund des Anschaffungspreises aus. Das nächstkleinere Sensorformat ist das Kleinbildformat. Das ist das für meine Zwecke mehr als ausreichende Format.

Über die Marke der Kamera kann jeder eine eigene Entscheidung finden. Ich meine, dass schon 12MP für die DinA2 Vergrößerung ausreichend sind. Ich fotografiere momentan mit Kleinbildformat, APS-C Format und hinunter bis MFT. Einen Ausdruck von DinA2 mit MFT scheint die Grenze zu sein, weil noch gut betrachtbar. Ich bin dennoch neugierig auf weitere Entwicklungen.

Ist also die Frage nach dem Body entschieden, folgt die nächste Frage nach dem Objektiv. Bei dieser Beantwortung bin ich schlussendlich zu der Erkenntnis gelangt, dass die Lichtstärke in der Streetfotografie viel mehr Spielraum bei der Bildgestaltung bietet, wenn ich einige Reserven habe. Eine f 1:1,8 / f 1:1,7 oder gar f 1:1,4 bietet diese notwendigen Reserven bei abnehmendem Licht, was ich auf der Straße immer wieder erlebt habe. Von da her ist für mich in der Streetfotografie die f1:2.8 zur Grenzlichtstärke geworden. In den anderen Bereichen der Fotografie hat sich auch die f1:4,0er Lichtstärke bewährt, selten die f1:5,6er als größte Blende.

Die Brennweite ist hier für mich von zweitrangigem Belang, ich muß mich nur mehr bewegen oder ein Zoomobjektiv benutzen. Auch das mag jeder für sich selbst entscheiden. Ich selbst benutze gerne das 35er f1:1.8er für die APS-C (in KB 52,5mm) sowie das 20er f1:1,7 für MFT (in KB 40mm) und das 85er G für Kleinbild. Da nun alle diese Fragen grob angeschnitten wurden, kann ich mich wieder der Beschreibung der Beziehung der Schärfe zum Bildinhalt widmen. Wie ich anfangs schon beschrieben habe, war mein Eindruck und meine Bewunderung der o.g. Ausstellung enorm. Die Bilder wurden in verschiedenen Größen ausgestellt, die Grundlagen waren sehr verschieden, es wurden unterschiedliche Negativgrößen benutzt und Vergrößerungen davon hergestellt, die in ihrer Einzigartigkeit für mich von besonderem Wert und außerordentlicher Lehrkraft waren und sind.

Ich habe -für mich- festgestellt, dass ein bestimmter Grad der Körnung, der in der Sprache der digitalen Fotografie „Rauschen“ genannt wird, der Bildaussage bis zu einem gewissen Maße nicht entgegensteht. Diese Erkenntnis lege ich für meine Vorstellung von Schärfe zugrunde. Dadurch verschieben sich die Prioritäten besonders bei der Bildbetrachtung, denn es kommt mir auf die Gesamtaussage des Bildes an. Es geht in diesem Blog, was die Bilder betrifft, natürlich um die Fotos wohlgeformter Hintern. So kann ich mit einem leisen Schmunzeln über meine vielen vergeblichen Anstrengungen zur Findung der Kameraausrüstung mit der noch besseren Schärfeleistung und Abbildungsleistung sinnieren. Da es jedoch müßig wäre, meine Irrfahrten nachzuzeichnen, kann ich besser nur mein persönliches Fazit zur Schärfe stellen:

Ich habe es überbewertet. Es lassen sich mit einer 12MP APS-C Kamera beeindruckende Vergrößerungen herstellen, deren Bildaussage ohne Abstriche, also ausdrucksvoll zu kommunizieren ist. Es kommt für mich auf das Motiv und auf die Gesamtkomposition an. Stelle ich mir die Frage, was ich mit dem Bild sagen möchte, und sehe mir daraufhin das Bild an – und kann ich die Antwort, also meine Intention finden, so ist es für mich gelungen. Der Betrachter findet ohnehin seine eigene Interpretation der Bildaussage, wenn er sich die Zeit nehmen möchte, zu sehen.

Die Gunst der Stunde ( 12 )

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Mies-Vandenbergh-Fotografie

Bei der Fotografie von Menschen  kommt mir folgende Tatsache oft zu Gute. Wenn ich durch die Straßen der Stadt flaniere, bei einer der vielen Städtetouren, und wenn ich dabei hin und wieder einer Frau auf den Po sehe, und denke: „Sie hat aber schon einen schönen Hintern“, dann denke ich beim ein oder anderen Male weiter – an ein Foto davon. Manchmal frage ich nach.

 

   Manchmal aber auch nicht, denn bei einigen Gelegenheiten kommt mir im Straßenbild immer häufiger die auffallende „Handymanie“ zu Gute. „Sie“ steht oder sitzt auf der einen Straßenseite, an der Kreuzung, der Ampel, vertieft in das Schreiben einer SMS oder Mail, oder nutzt eine der zahlreichen Apps. Die Umwelt um sich herum vergessend, versunken, trotz gelegentlicher Blicke nach oben, dennoch fast abwesend, konzentriert auf Text und Bild, fast ohne jede Aufmerksamkeit und Bedachtheit auf die Körperhaltung.

   So gesehen finde ich einen Menschen vor – jenseits von jeder gekünstelten Pose. Daraus ergeben sich manchmal sehr schöne Bilder entspannter Menschen, ganz anders, als würde ich fragen, und die Dame nach der Einwilligung keine rechte Pose für sich finden kann. Für diesen Moment ist ein Handy und dessen intensive Nutzung eine sehr hilfreiche „technische“ Entwicklung, die der Geschwindigkeit der Großstadt einen Hauch von Langsamkeit verschreibt.

   Manches Mal hilft für die natürlich wirkende Abbildung des menschlichen Körpers auch ein Schaufenster oder eine Begegnung mit einem bekannten Menschen. In der Auslage vertieft oder beim Austausch der Neuigkeiten stehen die Menschen meistens sehr ungezwungen und locker da. Daraus ergaben sich fast immer eine Reihe gelungener Aufnahmen.

Weitere Gelegenheiten für die unbeschwerte Menschenfotografie ergeben sich auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen und bei Events jedweder Art. Es kommt auf eine entspannte Atmosphäre bei der Fotografie an. Dann entstehen meiner Ansicht nach die natürlichsten Aufnahmen von Menschen. Anders, wenn darüber nachgedacht wird: Stehe ich richtig? Liegt mein Haar gut? Wohin mit meinen Händen? Wie stelle ich meine Beine zum Vorteil meiner Figur? Wie wirke ich überhaupt? … Die gedanklichen Fragen könnte ich unendlich fortsetzen, und ist eine Frage ansatzweise beantwortet, folgt die nächste, und spätestens nach Frage 6 meldet sich wieder die erste….wenn man nicht zufällig professionelles Model ist.

Unbeachtet der oben beschriebenen Situationen finde ich oft Menschen, die auf sehr natürliche Weise posieren, wie beiläufig ein Lächeln spenden und meiner Kamera gelassen offen gegenüber treten. Das sind sehr erbauende Augenblicke, machen Spaß und Lust auf mehr. Sie sind zu finden vermehrt in größeren Städten und Großstädten, so meine Erfahrungen.

Das visuelle Wesen – oder „der Mensch sieht gerne hin“ ( 5 )

Dog Jeans Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenberg-Fotografie

In diesem Artikel beleuchte ich kurz die Regionen des menschlichen Körpers und die Häufigkeit der Betrachtung dieser Regionen. Die Wichtigkeit der Augen als bedeutendster Sensor des Menschen ist dafür entscheidend.

    Wenn ich mit Freunden und Freundinnen über das Thema Aussehen spreche, so finde ich so viele Meinungen wie ich Menschen finde. Begegnen wir einem Menschen, sehen wir ihn als erstes an! Als soziales Wesen können wir nicht anders, als zu schauen. In diesem flüchtigen Augenblick frage ich mich, wohin wir beim gegenüber zuerst sehen? In der Summe der Benennungen ist jeder Fleck des Menschen benannt. Alles? Ja, ich meine alles, wenn auch manche Körperansichten oder Teilansichten nicht auf den ersten Blick zu sehen sind, weil sie abgewandt sind oder üblicherweise mit Kleidung bedeckt sein sollten. Wenn mir mein Freund Markus sagt, er fände die schlanken Füße seiner Frau besonders schön, so hat er sie vermutlich beim ersten Treffen in der Mensa der Uni, wo er sie zum ersten Male traf, noch nicht sehen können. Im Freibad wäre das natürlich möglich gewesen.

   Oft werden in den Antworten der Befragten die bezaubernden Augen genannt, die als „Tor zur Seele“ etwas sehr faszinierendes an sich haben. Nebenbei sind es gerade die Augen, die den Gegenüber betrachten, ansehen, die ihm oder Ihr nachgucken. Tief in die Augen schauen wir unserem Gegenüber, wenn wir mit ihm sprechen. Verschämt schauen wir mitunter weg, wenn uns etwas peinlich ist, so daß unsere Augen möglichst nicht zu sehen sind. Wir senken unseren Blick, wenn wir traurig sind.

   Häufig nennen mir meine Freunde und Freundinnen die Beine, die Haare, auch die Brust, der Busen, und natürlich der Po ist ebenso dabei. Nicht unbedeutend ist dabei die Gesamterscheinung des Menschen. Welche Körperproportionen hat er? Wie ist es mit der Form? Wie ist es bei einer „Unförmigkeit“. Dazu wurden einige wissenschaftliche Studien in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nach ihrer Durchführung erstaunlicherweise die Aussage zur Folge hatte, dass es sehr große Unterschiede in der Bedeutung oder Bewertung der Proportionen des Körpers gab. Die Probanden erkannten dabei sehr sicher Abweichungen von der Norm von den allgemeingültigen Vorstellungen des idealisierten Körper.

   Erste bekannte und überlieferte Überlegungen über die Körperproportionen werden uns durch die Zeichnungen von Leonardo da Vinci vor Augen geführt. Die Zeichnung „Das Bildnis des vitruvianischen Menschen“ ist in die Elemente des Kreises aufgeteilt, welche uns verdeutlichen, wie Leonardo da Vinci die Körperbereiche unterteilt hat, um die Verhältnisse der Bereiche untereinander in Beziehung zu setzen. Beispielsweise wirkt ein kleiner Po bei sehr langen Beinen anders, als bei proportional kürzeren Beinen. Wie ein großer Po gleichsam je nach Breite des Beckens eine gänzlich andere Form erhält.

   Was haben nun die Körperproportionen mit dem Hintern zu tun? Wenn ich Menschen nach der Attraktivität frage, so sind die Antworten meist auf eine bestimmte Körperregion bezogen. Klassisch sind natürlich der Po und der Busen bei Frauen, bei Männern ist es gleichfalls der Po und die breite Schulter. Sonst noch habe ich erfragt:

  • Gesicht
  • Haare
  • Hände
  • Zähne
  • Fingernägel
  • Beine
  • Augen
  • Mund
  • Wangen
  • Lippen
  • Hüfte
  • Oberarme

   Wohlgemerkt, es geht hier in der Betrachtung um das Aussehen des Menschen und die Bedeutung dessen in unserer Gesellschaft. Was den Menschen im Wesentlichen ausmacht geht noch viel weiter, wird von mir hier jedoch nicht explizit beschrieben. (Wesen, Seele, Lachen, der Blick, das Handeln im Besonderen, …) Dass der Mensch nur als Ganzes zu sehen ist, dürfte jedem bewusst sein. Im Besonderen möchte ich, wie es der Titel bereits verrät, auf die Bedeutung des Pos eingehen, sowie die mit diesen Überlegungen verbundenen gesellschaftlichen Restriktionen beleuchten. Vorweg möchte ich der Frage nach der Rolle der Körperproportionen bei der Betrachtung des Pos nachgehen.

    Beim Verlauf von Hüfte und Becken über den Po bishin zu den Beinen, speziell den Oberschenkeln führt der Knochenbau des Menschen zu den unterschiedlichsten Linien. Betrachte ich einmal die Breite des Beckenknochens in der Frontalansicht, so kann das Antlitz des Menschen von vorne oder von hinten sehr stark variieren. Eine frauliche Form und Breite des Beckens zeichnet einen eher breiten Po, während ein schmaleres Becken demnach einen schmalen Po formt. Nebenbei erwähnt spielt das Alter eine zusätzliche Rolle. Ziehe ich das Kindchenschema heran und betrachte gleichzeitig die Stadien der Körperentwicklung vom jungen Mädchen zur Frau, so findet während dieser Entwicklung eine allmähliche Verbreiterung des Beckenknochens statt. Fachleute sprechen gemeinhin von der Entwicklung der Gebährfreudigkeit des Beckenbereiches. Ferner verändert sich mit zunehmendem Alter der Winkel im Oberschenkelknochenkopf und -hals, der sog. CCD-Winkel wird größer und die Hüfte wird breiter: Der Winkel beträgt bei Säuglingen 145°, beim Kind etwa 140°, ab der Pubertät 130° beim Erwachsenen etwa 126° und beim alten Menschen etwa 120°.

Ein breiteres Becken galt seit je her als ein Indiz für die Fähigkeit, Kinder (leichter) zu gebären, und dies führt neben anderen Anzeichen zu gesteigerter Attraktivität. Warum in unserer Gesellschaft – entgegen dieser Natürlichkeit der fraulichen Entwicklung – das schmalere Becken zum Schönheitsideal forciert wird, ist Thema eines weiteren Beitrages.

Die Tatsache, dass heranwachsende, jüngere Menschen einen schmaleren Beckenknochen ausgebildet haben, als ausgewachsene und ältere Menschen mag in dem überbewerteten Streben nach Jugend besonderen Einfluss nehmen. Besonders bei Frauen wird dies deutlich. Ein schmales Becken gilt in der heutigen Zeit (2012) als attraktiv. So gilt es über die Kulturen hinweg als ein Zeichen von Jugend, das, wonach alle Menschen weltweit streben. Wenn ich den Menschen von der Seite betrachte, so spielt die Breite des Beckens nicht eine solch bedeutende Rolle, während bei der diagonalen Ansicht die Breite wieder eine Rolle im Zusammenspiel mit der Proportion zum Gewebe, den Fettreserven und den angrenzenden Körperteilen einnimmt. Für den Betrachter werden diese Perspektiven rein intuitiv bearbeitet, mit der Folge, dass ihm mal der eine, mal der andere Mensch besser gefiel. Das „Warum“ ergründen die wenigsten, und es steht auch nicht zur Debatte, weil die Reaktion des Menschen trotz Information nicht anders verläuft, als zu Urzeiten.

Fazit:  Was kann ich festhalten? Der Mensch ist ein durch und durch visuelles Wesen. Und obwohl er meint, mit seinen Augen alles zu erkennen, spielen sich viel komplexere Vorgänge beim einfachen Betrachten, z.B. eines wohlproportionierten Hinterns ab, als nur sehen. Die Frage zu klären, wieviel davon gesellschaftlich geprägt oder natürlich abläuft, ist ein interessantes Themenfeld und sicher einer näheren Untersuchung würdig. Mehr dazu möchte in den folgenden Beiträgen erläutern.