The Voyeur (40)

wall jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

   Vor ein paar Tagen sprach ich mit einem befreundeten Fotografen über meine Bilder. In diesem Gespräch kamen wir auf den Begriff des Voyeurismus zu sprechen. Er sagte, dass manch einer meine Bilder bestimmt als Voyeurismus bezeichnen könne, und ob ich mir darüber Gedanken gemacht habe. Ich konnte dem Meinungsbild nicht direkt widersprechen, hatte ich mir zwar darüber immer schon Gedanken gemacht, nicht erst seit der Fotografie, denn das Sehen geht dieser voraus, jedoch mit dem Begriff „Voyeurismus“  habe ich schon immer zwiespältige Meinungen vertreten können und bis heute kam ich nicht zu einem für mich abschließenden Urteil darüber.

   Doch was ist es denn, was ich fotografiert habe? Ich habe den Teil eines Körpers fotografiert. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist der unverstellte Teil eines Körpers oder der ganze Körper eines Menschen. Wie der Titel des Blogs “ Der wohlgeformte Hintern“ schon aussagt, schreibe ich über den schönen Hintern und zeige Bilder, auf denen ein – in meine Augen – schöner Popo zu sehen ist. Nichts sonst. Wenn ich jetzt den Begriff des Voyeurismus damit in Verbindung bringen möchte, so beginne ich damit, die Bilder, die Blicke, denen die Fotokamera gefolgt ist und die ICH in diesem Moment ausgelöst habe, zu bewerten. Und genau darin liegt für mich die Ursache meiner Probleme mit dem Verständnis dieses Begriffs.

   Legt das Wort doch gleich den Geschmack des Verbotenen in die Sache, regelt er gleich etwas herab, wenn man so will, – herab deshalb, weil dieser Begriff negativ besetzt ist – denn der Körperteil ist belegt mit etwas ruchlosem, wie ich schon an anderer Stelle ausführlich beschrieben habe. Der Jenige, der meine Bilder als voyeuristisch bezeichnet, und das könnte ich selbst durchaus auch tun, der soll sich folgende Frage stellen: Was wäre, würden sich meine Bilder und mein Text mit dem Thema „Augen“ beschäftigen? Oder mit dem Thema „Schultern“? Oder Oder…  Im Falle der Augen würde es dann heißen: „Wie interessant sind diese Bilder!“ „Wie aussagekräftig können doch Fotos sein!“ Würde ich Zehen fotografieren, so mein fotografierender Freund, würde ich zum Amüsement der Menschen beitragen, denn jeder könnte herzlich über die schiefen Dinger da am Ende unserer Füße heimlich herzhaft lachen.( Wie der Affe, denn der weiß, dass wir damit nicht mal zugreifen können!) Nur die allerwenigsten würden sich Gedanken über Voyeurismus machen. Anders als beim Po. Doch das liegt an den Regeln unserer Gesellschaft, und da wäre ich wieder beim Thema „Zwischenmenschlichem Kommunikationsreglement“. Stichwort: „Das tut man nicht.“

  Verwende ich selbst den Begriff Voyeurismus, so verbinde ich ihn mit einem Verhalten, das in seiner bekanntesten Form die heimliche Beobachtung eines Menschen in seiner privaten Umgebung unter Verletzung seiner Privatsphäre oder Intimsphäre meint. Im Duden steht: „Jemand, der durch [heimliches] Zuschauen bei sexuellen Handlungen anderer Lust empfindet.“ (1) Teilweise kann ich diese Definition auch auf die Bilder von Gesäßen ableiten, schließlich findet hier heimliches Zuschauen im Falle eines Schnappschusses und nicht einer erfragten Aufnahme statt. Lust ist hoffentlich immer dabei, wenn sich ein Mensch einen anderen Menschen ansieht, den er attraktiv empfindet. Mir ist bewußt, dass auch das Wort „Lust“ schon einen leichten Hauch von Anrüchigkeit in unserer Gesellschaft besitzt, doch das Thema verfolge ich hier nicht weiter. Allein die in der Definition beschriebenen sexuellen Handlungen fehlen in den Bildern, denn ein Mensch, der an der Straßenecke ein Bauwerk bestaunt, handelt nicht sexuell. Ich distanziere mich hier eindeutig von dem o.g. Verhalten, denn in meiner moralischen Vorstellung ist die Grenze überschritten, wenn ich in die Intimsphäre der Menschen papparazzihaft einbrechen würde. Hier wird wiederum deutlich, wo die Grenze jedes einzelnen Wesens zu finden ist, und meine, denn manch einer besucht z.B. den FKK Strand des Gefühles der Freiheit wegen gerne, für den anderen würde dies niemals in Frage kommen. Diese Diskussion mit meinem Freund mündete auch diesmal wieder in endlosen Theorien, wir verloren uns in „Wenns und Abers“, und stellten am Ende die gesamte Moral auf den Prüfstand.

   Als Fazit kann ich nur jedem für sich selbst empfehlen, die Frage nach dem Unterschied zwischen einem Foto eines POPOs und einer Schulterpartie emotional und moralisch in pro und contra zu vergleichen, und wenn jeder mal die Meinung des anderen mit Argumenten zu vertreten versucht, kommt bestimmt etwas Produktives dabei heraus.

   Mir ist bewusst, dass der Hintern fast immer gut verpackt daher kommt, die Schulter nur meistens und die Wangen im Gesicht nie. Auch, das dies eine Übereinkunft unserer Gemeinschaft ist, davon hörte ich, doch wer legt DAS moralisch gesehen, mit welchen Werten, in welcher Schublade fest? Wenn ich bedenke, welche Erregung öffentlichen Ärgernisses tagtäglich unter Papua-Neuguineas Ureinwohnern stattfindet, so erkenne ich in der Gesellschaft schon einen erheblichem Werteverfall. 😉

Bedeutung des Wortes Hintern und Synonyme (31)

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„Das (Un-) Wort“ oder „Ein ambivalentes Verhältnis“

DER HINTERN

In Wikipedia ist unter anderem zu lesen: „Das Gesäß (anatomisch Nates, Clunium, Regio glutea, Regio glutealis, Glutealregion) ist ein nur bei Menschen und ansatzweise bei Primaten ausgeprägtes Körperteil am unteren Rumpfende. In der topographischen Anatomie wird das Gebiet des Gesäßes als Regio glutaea (Gesäßregion) bezeichnet.…“

Soweit die Erklärung des Wortes dort. Im Duden ist zu lesen:

„(Hintern), umgangssprachlich für das Gesäß (Nates, Clunes, Clunis); die Bezeichnung stammt von lateinisch podex, der Hintere. Seine Form, das heißt die der Pobacken und der Pospalte mit dem After, wird durch die Form des knöchernen Beckens, die individuell verschiedene Ausbildung der Gesäßmuskeln und durch Fettgewebe (in individuell verschiedenen Anteilen) gebildet. Die Form des Pos und seine Bewegung beim Gehen kann eine starke erotisch-sexuelle Signalwirkung haben, die durch enge Kleidung und betonte Bewegungen noch verstärkt werden kann. Diese Wirkung kann durchaus aus unserer Abstammung als Säugetier abgeleitet werden, da bei diesen bis hin zu den Menschenaffen (Primaten) die Region des Afters und der darunter liegenden Geschlechtsöffnung der Weibchen (Anal-Genital-Region) sowie die Analregion der Männchen eine wichtige optische und geruchliche Signalwirkung auf die Geschlechter haben.“

Eine Bezeichnung bei den Eidgenossen in der Schweiz ist „Fudi“ oder „Füdle“, deren Wort-Wurzeln – wie bei „Fotze“ – wahrscheinlich das indogermanische *pū, „faulen“, „stinken“ sein sollen.

Gesäß: mittelhochdeutsch gesæʒe = (Wohn)sitz; Ruheplatz, dann: Gesäß, althochdeutsch gisāʒi = Ruheplatz; (Wohn)sitz, Siedlung, eigentlich = das, worauf man sitzt, zu ↑sitzen

Hier eine unvollständige Aufzählung von Synonymen:

  1. 2 Brötchen
  2. 4 Buchstaben
  3. Abseite
  4. Allerwertester (umgangssprachlich scherzhaft verhüllend)
  5. Analkanal
  6. Anus
  7. Apfelbäckchen
  8. ars (althochdeutsch, ursprünglich Erhebung; vorstehender Körperteil)
  9. Arsch (derb, aus indogermanisch orso-s, „Hinterer“ ,im Hethitischen arraš, im Griechischen órros, eigentlich Anus)
  10. Arschbacken
  11. Ärschle
  12. Birne
  13. Bobbo
  14. Bobbes
  15. Brötchen
  16. Buchstabe
  17. Buckel (umgangssprachlich)
  18. Bumba
  19. dicke Kiste
  20. Dups (schlesisch)
  21. Envers (veraltet)
  22. Fettbacken
  23. Fettbeule
  24. Fettsteiß
  25. Fott
  26. Futt (Rheinland)
  27. Füdli (schweizerisch)
  28. Gammler
  29. Gegenteil (umgangssprachlich scherzhaft)
  30. Gesäß
  31. Glutalregion, Nates (anatomisch)
  32. großes Fass
  33. Hinterbacken
  34. Hinterer (umgangssprachlich)
  35. Hintergestell
  36. Hinterkastell (salopp)
  37. Hintern
  38. Hinterpartie
  39. Hinterseite
  40. Hinterster
  41. Hintersteven (landschaftlich scherzhaft)
  42. Hinterteil
  43. Hinterviertel
  44. Kehrseite (umgangssprachlich scherzhaft)
  45. Keister
  46. Kiste (familiär)
  47. Kreuz
  48. Maschikseite(ostösterreichisch)
  49. Mäse, Gat, Maars (niederdeutsch)
  50. Moors, Mors (niedersächsisch)
  51. Po (Kurzwort für Popo)
  52. Pobacken
  53. Podex (veraltend, hochsprachlich, lateinischen Ursprungs, geht auf pedere, „furzen“, zurück)
  54. Pöker (norddeutsche Kindersprache)
  55. Pöks
  56. Popo (aus der Kindersprache) verdoppelte Kurzform von Po
  57. Popöchen
  58. Poppes (Eifel)
  59. Posterior
  60. Posteriora (bildungssprachlich scherzhaft veraltet)
  61. Rosinenbrötchen
  62. Rückfront
  63. Rückseite
  64. Schinken
  65. Sitzfläche
  66. Sitzfleisch (salopp scherzhaft)
  67. Steiß
  68. Sterz
  69. toches ( jiddisch)
  70. Tokus; (landschaftlich)
  71. verlängerter Rücken (scherzhaft verhüllend)
  72. Wängle(badisch)

Andere Sprachen:

Dänisch: røv, sæde

Englisch: behind, rear, bottom arse, ass, bootie, booty, bum, buttocks, butt, hind end, quarters, buns, Bowels

Französisch: derrière, daûr , martìn

Friaulisch: cûl

Italienisch: deretano, sedere, culo, posteriore, chiappe

Niederländisch: achterwerk, achtereinde, achterste, bips, staartstuk, zitvlak, kont, billen

Norwegisch: bak

Chinesisch: 臀部 (túnbù), 屁股 (pìgu), 臀

Katalanisch: cul (männlich), traser (männlich), pompis (männlich)

Slowenisch: ritka (weiblich)

Spanisch: culo, anca, trasero

Esperanto: postaĵo, pugo, sidvango

Finnisch: perse

Isländisch: rass, sitjandi, heimskingi

Polnisch: dupa

Portugiesisch (brasil.): bunda

Rätoromanisch: chül

Rumänisch: cur

Russisch: жопа (žópa), задница (zádnica)

Sorbisch (Ober-): rić, (Dim.) ritka, zadk

Schwedisch: röv, häck; arsle, vulgär: arsel, bak, ända

Tschechisch: prdel

Türkisch: göt, kic

Ungarisch: segg

Venezianisch: cuło

Schweizerisch: Fudi, Füdle

Begriffsursprung „Arsch“: vom protogermanischen „*arsoz“ (vergleiche englisch arse, amerikanisch ass, mittelniederländisch ærs); verwandt mit griechisch „orros“ (Schwanz, Steiß), hittitisch „arrash“, armenisch „or“ und altirisch „err“. aus Wiktionary

Mit Schimpfwörtern belegt:

  • Hintergedanken
  • hinterhältig
  • „Du kannst mich am Arsch lecken“ (Mittelalter, galt als Entwürdigung und Demütigung)
  • Das Wort „Scheiße“ ist seit dem Mittelalter ein Ausdruck der Ablehnung und des Fluchens.
  • hinterlistig
  • hinterrücks

Redewendungen

  • Arsch und Friedrich sein – egal sein, gleichgültig sein
  • am/im Arsch sein – ein großes Problem haben, Ärger bekommen, müde/kaputt sein
  • am Arsch vorbeigehen – egal sein, gleichgültig sein
  • am Arsch der Welt – fernab der Zivilisation
  • den Arsch abfrieren – sehr frieren
  • sich den Arsch/Hintern aufreißen – sich sehr (oft aber vergebens) abmühen; aber: jemandem den Arsch aufreißen – sich bei jemandem mit Nachdruck beschweren
  • den Arsch hochbinden – strafen
  • den Arsch polieren – strafen, züchtigen
  • den Arsch versohlen – strafen, züchtigen
  • einer ist immer der Arsch – jemand fällt immer auf, tanzt immer aus der Reihe
  • ein müdes Arschrunzeln kosten – eine Leichtigkeit sein
  • Feuer unter den Arsch machen oder Feuer unter dem Arsch machen – antreiben, strafen, züchtigen
  • für’n Arsch – vergebens
  • Himmel, Arsch und Wolkenbruch – Fluch
  • Himmel, Arsch und Zwirn – Fluch
  • im Arsch – kaputt
  • jemandem geht der Arsch auf Grundeis – große Angst haben, sich fürchten
  • jemandem in den Arsch/Hintern kriechen – sich bei jemandem einschmeicheln
  • jemandem in den Arsch treten – jemanden antreiben, strafen
  • keinen Arsch in der Hose haben – keinen Mut haben
  • leck mich am Arsch – Aufforderung, sich zu entfernen, jemanden in Ruhe zu lassen
  • gearscht sein – selbe Bedeutung wie „am Arsch sein“
  • sich den Arsch ablachen – sehr lachen, sich tot lachen, über einen makaberen Witz lachen
  • Nimm endlich den Finger aus dem Arsch! – Mach dich endlich an die Arbeit!
  • auf einer Arschbacke absitzen! – etwas mit Leichtigkeit erledigen, ausharren
  • den Hintern zusammenkneifen – durchhalten
  • sich mit etwas den Hintern abwischen -Bezeichnung für etwas völlig wertloses
  • sich auf den Hintern setzen – fleißig lernen, arbeiten
  • aufs Gesäß fallen – überrascht sein
  • sich in den Hintern beißen – sich sehr ärgern
  • jemandem mit dem Hintern ins Gesicht springen – jemanden stark zurechtweisen
  • jemandem den Hintern verhauen, versohlen – jemanden bestrafen

Ableitungen von Arsch:

    • Affenarsch
    • Apfelarsch
    • Arschbacke
    • Arschansatz
    • arschblöd
    • arschegal
    • Arschfalte
    • Arschgesicht
    • Arschgeweih
    • Arschhaar
    • Arschkarte
    • Arschkriecher
    • Arschkugel
    • Arschkuh
    • arschlecken
    • Arschlecken
    • Arschlecker
    • Arschleder
    • Arschloch
    • Arschrunzel
    • Arschkrampen
    • Birnenarsch
    • Blödarsch
    • Breitarsch
    • Dreckarsch
    • Frauenarsch
    • Fettarsch
    • Kinderarsch
    • Knackarsch
    • Kugelarsch
    • Männerarsch
    • Pferdearsch
    • Saftarsch
    • Stutenarsch
    • Weiberarsch
    • verarschen

    Anatomie:

    „Das Gesäß ist aus zwei halbkugelförmigen, spiegelsymmetrischen Hälften, den beiden Gesäßbacken, aufgebaut, die von der Analrinne (Crena ani) getrennt werden. Es besteht aus den Sitzbeinen (Os ischii) des Beckens als knöcherner Grundlage, den Gesäßmuskeln Musculus gluteus maximus, medius und minimus und ausgeprägten Fettpolstern, vor allem unter der Haut. Der Musculus gluteus maximus ist nach dem Kaumuskel (Musculus masseter) der stärkste Skelettmuskel des menschlichen Körpers (es gibt jedoch unterschiedliche Definitionen für Muskelstärke, nach anderen ist der Musculus gluteus maximus der stärkste Muskel). Er verbindet Darmbeinschaufel und Kreuzbein mit dem Oberschenkel, ermöglicht als Strecker des Hüftgelenks das Gehen und Stehen und verhindert ein Überkippen des Beckens nach vorne. Die Musculus gluteus medius und Musculus gluteus minimus verhindern das Absinken des Beckens auf der Seite des Spielbeins beim Gehen und einbeinigen Stehen. Außer der aufrechten Haltung erlaubt das Gesäß dank seiner Fettpolster auch längeres Sitzen. Es stellt nach dem Bauch das größte Fettdepot dar. Die Form und Größe der Gesäßbacken wird daher weitgehend von der Masse des subkutanen Fetts bestimmt. Seine Menge (ca. ein Drittel bis weit über die Hälfte der Gesäßmasse) hängt in erster Linie vom Geschlecht und vom Ernährungszustand des Körpers ab. Das Fett konzentriert sich an den Hinterbacken als mehrere Zentimeter dicke Schicht unter der Haut, als Fetteinlagerung zwischen den einzelnen Muskelsträngen sowie als Fettkörper im unteren inneren Bereich der Gesäßbacken. Die Tendenz, im Lebensverlauf ein mächtiges Gesäß zu entwickeln, wird als Steatopygie (umgangssprachlich auch als Fettsteiß) bezeichnet.Das Gesäß (anatomisch Nates, Clunium, Regio glutea, Regio glutealis, Glutealregion) ist ein nur bei Menschen und ansatzweise bei Primaten ausgeprägtes Körperteil am unteren Rumpfende. In der topographischen Anatomie wird das Gebiet des Gesäßes als Regio glutaea (Gesäßregion) bezeichnet. Bei Tieren nennt man diese Region auch Kruppe. „

    Soziale Bedeutung:

    „Da das Gesäß in unmittelbarer Nähe zu den Geschlechtsorganen liegt, gilt es als intimes Körperteil mit starkem erotischen Reiz, aber wegen der Nähe zum Anus auch als unrein. Das Schamgefühl gebietet es daher in sehr vielen Kulturen, das Gesäß zu bedecken. Infolgedessen stellt seine Entblößung meist eine sexuelle Einladung oder beleidigende Provokation dar. Schläge auf das Gesäß sind in vielen Kulturen eine Methode der Körperstrafe, vor allem in der Kindererziehung. Im BDSM werden sie als Spanking bezeichnet.“

    aus: Wikipedia

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    Gesellschaftliche Konventionen – Sag‘ bloß nicht Hintern (28)

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    Was lässt sich über gesellschaftliche Konventionen – in Verbindung mit dem Gesäß – so alles bemerken?

    Lese ich bestimmte Artikel über das Thema, so eröffnet sich mir ein wahrer Reigen dieser Konventionen. Bestimmungen über Bestimmungen, Regeln, wohin man sieht und Tabus, deren Verletzung fast eine gesellschaftliche Ächtung, wenigstens aber eine soziale Diskriminierung zur Folge haben kann. Was haben wir, was hat unsere Gesellschaft erreicht?

    Wir sind unsere Gesellschaft. Wir machen sie aus. Wenn wir uns am sozialen Umfeld orientieren, wenn wir teilnehmen am gesellschaftlichen Miteinander, wenn wir interagieren, so prägen wir unser Miteinander aktiv mit. Wir entwerfen selber die Umstände, unter denen wir uns wiederum selbst verantworten müssen. Wie entstanden also die Konventionen in meiner westlich geprägten Umwelt? Ich lernte schon als Kind, was sich ziemt und was nicht. Diese Konditionierung, die meine Eltern ihrerseits von deren Eltern, und diese wieder von ihren Eltern erfuhren, und die auch wir an unsere Kinder weiter geben. Eben diese Konditionierung eröffnet in uns eine Instanz, welche die Konventionen auf unsere Handlungsmuster überträgt. Dadurch wird eine Kommunikationsebene geschafft für die Verständigung in unserer Gesellschaft respektive in unserem sozialen Umfeld. Ohne diese Fähigkeit könnten wir uns in unserer Gesellschaft nicht verständigen. Wir wären in unserem Land, in dem wir nicht nur die Sprache nicht verstünden, auch die Gestik und Mimik sowie die Verhaltensweisen wären uns gänzlich unverständlich.

    Aber wir haben die Fähigkeit der Kommunikation. Wir können sprechen und manchmal sogar zuhören. Und wir können denken. Manchmal auch nachdenken. Wir haben die Freiheit und selten sogar die Zeit, die Sitten und Bräuche, die Regeln und Vorschriften, die Gesetze und Verbote und die Dinge allgemein in Frage zu stellen. Ob die Dinge dann der Überprüfung stand halten, das ist nicht gesagt. Jedes könnte ganz, könnte zum bestimmten Teil oder könnte gar nicht aufrecht erhalten werden. Es geht dabei nicht darum, Gesetze zu brechen, oder Verbote zu umgehen. Es geht nicht darum, mit alten Bräuchen zu brechen und die Regeln zu verletzen. Es geht für jeden von uns Menschen darum, dieses Gebilde der Gesellschaft, unserer Gesellschaft, zu reflektieren. Was meine ich mit „reflektieren“? Ich frage nach dem Sinn und dem Ursprung für den Ist-Zustand. Ich stelle die Frage:“Wie wirkt die soziale Umgebung auf mein Leben und das meiner direkten und entfernteren Mitmenschen. Ich rede mit den Menschen und frage einfach.

    Denke ich also hier laut über die Eingangs gestellte Frage nach.

    Was lässt sich über gesellschaftliche Konventionen in Verbindung mit dem Gesäß so alles bemerken?

    Der Hintern ist im Grunde genommen tabu. Er ist hinten und vorne ist das, worum es geht. Er ist es, aus dem der Körper sich der überflüssigen Exkremente entledigt. Wie ich schon weiter oben erwähnte, lernen wir als Kinder, dass das „AA“ „bahbah“ ist. Und wir sollen uns ja nicht dort anfassen. Genau genommen nicht nur dort nicht. In früheren Zeiten war es laut Berichten der Altvorderen noch viel strenger. Diese „Regel“ wird uns unter vielen anderen beigebracht, bis wir sie verinnerlicht haben. Unterstützend kommen noch die Einflüsse aus anderen Bereichen hinzu, wie der Umgangssprache: „Du Ar… “ und „ar…kalt“ zum Beispiel. In meinen Gedanken entsteht dabei die Frage nach der „Richtigkeit“, nach dem Ursprung für den „Verruf“.

    In der Öffentlichkeit redet man nicht gerne über den Po. Es ist kein Thema. Die Auseinandersetzung findet lieber unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, wenngleich es mittlerweile schon Ausnahmen gibt. In Brasilien wurde neulich die Miss Bumbum gekürt. Bumbum wird in Brasilien der Hintern genannt. Eine andere Kultur, auf die wir zugleich naserümpfend herniederblicken und neiderfüllt aufsehen. Das Internet stellt mittlerweile eine Plattform zur Verfügung, die die Möglichkeit zur halböffentlichen Darstellung der Ansichten der Nutzer bietet. Nicht nur durch einen Blog oder eine Homepage kann etwas dargestellt werden, was sonst nicht zu veröffentlichen wäre. Auch durch die Auswertung der Begehrlichkeiten findet eine gesellschaftliche Dokumentation statt. Was wird wie oft von wem nachgefragt? So wie in meinem Blog wird mancher Gedanke mitgeteilt, der gelesen wird und damit anregt, aufregt und einen (Denk-) Anstoss gibt.

    Komme ich wieder zurück zum „Das macht man nicht!“ Schon das Wort Sitte erzeugt in mir ein deutliches Widerstreben. Das kommt m.E. durch die Erfahrungen, die sich auf der Soll – Seite meines Gewissenskontos seit meiner Jugend addiert haben. Sittsames Verhalten bedeutet für jeden Menschen etwas anderes, es finden sich zwar Gruppierungen, die oberflächlich gesehen in der Sitte einen gemeinsamen Nenner gefunden haben, die jedoch bei näherem Hinsehen starke Differenzen aufweisen. (Beisp.: Kirche oder Vereine) Das empfinde ich in meiner Kultur als verklemmtes und verlogenes Verhalten. Ich sehe „Verklemmt“ wörtlich und meine es so, als dass etwas klemmt, was gerne heraus möchte. Vielleicht wird es durch ein Gewissen eingeklemmt, welches aufgezwungen, domestiziert wurde. Hier oder in Papua-Neuguinea. Mit unterschiedlichen Wertvorstellungen.

    Vielleicht durch die Sitte wird etwas eingeklemmt, das eigentlich unserer Natur entspricht. Wer bestimmt, was durch den Filter Gewissen, Sitte, Gesetz usf. aufgehalten wird, und zu einem Sediment in unserem Wesen wird.
    Kann ich es anhand von Beispielen beschreiben, ohne gleich als freizügig und verantwortungslos bewertet zu werden. Sicher nicht. Doch wer bewertet? Ein Mensch? Eine Gesellschaft? Eine Konfession? Eine Gemeinschaft? Eine Partei? Ein Verein? Ein …?
    Nehme ich ein Beispiel: Unbedeckte Schulter in einer venezianischen Basilika. Ein anderes: Mit Hut in eine Dorfkirche der Eifel. Noch eines: Lachen in einem Gerichtssaal. Ein letztes: Mann in einem String-Tanga im Kurbad Baden-Baden. Ein allerletztes: Eine Familie mit 6 Kindern im Feinschmeckerrestaurant.

    Es könnte immer so weiter gehen mit Beispielen. Ihnen fallen bestimmt auch noch zig-hunderte ein. UND WER HAT WANN BESTIMMT, DASS WAS NICHT SITTSAM IST???

    Wir! Wir halten uns daran. Nicht auffallen. lieber konsumieren. (… ich schweife ab!)

    Denke ich also weiter. Warum ist unser Hintern tabu? Ist ein verantwortlicher Umstand der unangenehme Geruch, der entweichen kann? Sind es die Exkremente? Suche ich in der Geschichte nach…