The Photographer is the Storyteller (175)

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Die Bilder des Fotografen erzählen eine Geschichte. Seine Geschichte. Der Betrachter sieht die Bilder des Fotografen und in seinen Sinnen entsteht eine Geschichte. Ganz selten finden sich sogar Parallelen.

Jedes Foto, das bewusst gemacht worden ist, erzählt eine Geschichte, bestenfalls. Mehr noch eine Fotoreihe, mit mehreren Bildern lässt sich ein Ziel formulieren, eine Aussage untermauern, die dem Betrachter einen Schlüssel an die Hand gibt, sich diese Aussage zu erschließen. Oft finden sich Worte in der Nähe des Bildes, die gleichsam eine Aussage unterstützen können.

Für den Betrachter einer Fotografie geht es in erster Linie um die Botschaft, wenn es denn eine solche gibt. Erreicht ihn diese Botschaft nicht, so geht er an der Fotografie vorüber. Die Botschaft, das Bild spricht eine Sprache, deren der Betrachter nicht mächtig ist, oder der Fotograf spricht eine Sprache, die nicht ohne weiteres zu verstehen ist. Die Sprache des Bildes verhindert einen näheren Kontakt zwischen Betrachter und Bild. Der Betrachter geht vorüber, leibhaftig oder virtuell.

Zehntel von Sekunden entscheiden über Wahrnehmung oder Ablehnung, ohne eine Wertung auszusprechen. Ist es ein Schrei, der uns erreicht, wenn wir ein Bild näher betrachten? Oder kann es ein leises Flüstern sein, das uns fast magisch in den Bann eines Bildes entführt? Gleichgültig, es ist die Aussage, die zu kontemplativer Auseinandersetzung führt, unabhängig von der Dauer der Betrachtung, meist jedoch länger, in jedem Falle aber jenseits von Massenkonsum.

Differences (130)

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Mies-Vandenbergh-Fotografie

Unterschiede zwischen Mann und Frau in der jeweils eigenen Präsentation der Gesellschaft gegenüber führt uns große Unterschiede vor Augen. Darum soll es in diesem Artikel gehen.

Wie ist es mit dem Aussehen von Frauen und Männern, wenn es um die Mode der Gegenwart geht? Mit welchem Körperverständnis finden sich die Geschlechter wieder, getrennt voneinander betrachtet und gemeinsam gegenüber gestellt? Steht meine Fotografie oben als Ausdruck eines unterschiedlichen Lebensgefühls von jungen Erwachsenen? Auf den Bild ist Freund und Freundin zu sehen, sie verstehen sich gut, viele gemeinsame Interessen haben sie. Und doch, in der Mode tragen sie so offensichtlich verschiedene Stile und bedienen sich unterschiedlicher Trends. In der Öffentlichkeit finden sich eine Vielzahl ähnlicher Bekundungen eines bestimmten Lebensgefühls.

Beobachte ich diese modischen, schnell wechselnden Modeströmungen, so frage ich nach einem Inhalt, der möglicherweise hinter dieser Art Mode steht, ich bin interessiert an der Aussage, die seine Träger verkündet, wenn es denn eine zu formulieren gibt. In meinem Artikel „Männerpo“ ging ich bereits auf die sehr weiten Jeans männlicher, junger Erwachsener und Heranwachsender ein, wie sie auf dem Foto oben zu sehen sind. Ich stelle dahin, ob diese Beinkleider, und hier kommt der alte Begriff für Hose seiner Bedeutung gefährlich nahe, als ansehnlich gelten können oder nicht. Was sie in jedem Falle verursachen ist eine Verhüllung jeglicher körperlicher Formen.

Welche Aussage wird transportiert? Worte wie etwa „Protest“ oder „Freiheit“ werden genannt, wenn ich nach dem Grund für das Tragen derartiger Kleidung frage. Widerstand gegen das Elternhaus und das Establishment, für ein eigenes Verständnis auf der Suche nach sich selbst und die eigene Standortbestimmung. Die Kleidung ist nicht der einzige Weg dieser Verkündung, doch im Rahmen der Betrachtung von Aussehen im Allgemeinen und Schönheit im Besonderen gehe ich darauf hier nicht explizit ein.

Bei den jungen Frauen und Mädchen liegt die Sache ganz anders, könnte man den Eindruck bekommen. Sie kleiden sich mehr konform zur Gesellschaft, nehmen mehr Teil an den Strömungen der Mode und gehen doch ihre eigenen Wege. Ein Lebensgefühl zwischen Diktat der Mode, Selbstbestimmung und Verflechtungen innerhalb der Gesellschaft bewirken einen eigenen Weg der jungen Frauen. Die Kleidung ist Teil der Aussage ihres Lebensgefühls, aber anders als bei den Männern scheint die eigene Verwirklichung jenseits des Protestes durch Tragen bestimmter Kleidung zu liegen. Während zur Zeit die Männer der Mode (noch) keine besondere Bedeutung zumessen, sie muss zweckdienlich und praktisch sein, sehen die Frauen dies anders. Für sie ist die Mode ein Mittel, ihr Aussehen zu verändern, ihre Attraktivität zu steigern. Das ist den Männern in der Mehrzahl völlig fremd.

Damit scheint ein weiteres Indiz gefunden zu sein für die Aussage, die Frauen sind aktuell das schöne Geschlecht. Dies bezieht sich nicht nur auf die westlich geprägte Welt, sondern auch auf andere Kulturen, die jedoch durch die weltweite Vernetzung durch Fernsehen und Internet immer stärker den Strömungen aus der westlichen Welt ausgesetzt sind. Dieser Einfluss wurde schon vielfach dokumentiert und wird ein spannendes Thema für einen der nächsten Artikel sein.

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Hintern in der frühen Kunstgeschichte ( 7 )

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Die frühen Hochkulturen

   Das Thema Abbildungen des Hinterns in der Kunst habe ich schon kurz angerissen, nun möchte ich es wieder aufgreifen.

Suche ich in den Werken der frühgeschichtlichen Kunst, so finde ich dort bezeichnende Beispiele für Werke mit Abbildungen des Hinterns. Auf Gefäßen der frühdynastischen ägyptischen Kunstepoche sind Abbildungen von Menschen -für meinen Geschmack- stark idealisiert dargestellt. Betrachte ich die Fresken ägytischer Künstler, so empfinde ich jene gezeichneten Beine als überdurchschnittlich schlank, lang (z.B. Gruppenstatue des Iai-ib und seiner Gemahlin Chuaut) und dabei dennoch ungemein wohlproportioniert. Im weiteren Verlauf von Gesäß über die Hüfte hinweg sind die Proportionen -sogar nach heutigen, westlichen Massstäben- nahezu ideal, wenn man einen idealen Verlauf als möglich voraussetzen mag (Wandmalereien in Theben). Es wurde vom Zeichner dort eine auffallend schlanke Hüfte gezeichnet. Gleichwohl die Taille, sie wurde auch proportional schlank gezeichnet. Dieser Tenor für die schlanke Form des menschlichen Körpers findet sich über alle Reiche ( altes, mittleres und neues Reich) in einem Zeitraum von nahezu 5000 Jahren beständig wieder.

Daraus ergibt sich auf den überlieferten Zeichnungen ein -für meine Augen- wohlgeformter Hintern, der, blicke ich nur auf den Bereich des Hinterns und der Hüfte, sowie den Oberschenkelansatz, eher dem eines jüngeren Menschen entspricht. (An den Ufern des Nils von Edda Bresciani

   Man kann folgendes gut erkennen: die Breite des Beckens hat einen bedeutenden Einfluss auf die Form des Hinterns, wie ich schon vorher bemerkte. Durch die jungenhafte Darstellung von Körpern, und gleich dabei, ob es sich um weibliche oder männliche Bildnisse handelt, weist auf die wesentliche Bedeutung der Körperproportionen in der ägyptischen Kunst hin. Mit jungenhafter Darstellung meine ich hier im Speziellen die Breite des Beckens. Durchgängig idealisiert ist in der Abbildung ein verhältnismäßig schmales Becken. Folglich werden auch Oberschenkel und Beine schlank dargestellt.(Die Göttin Iris)

So konstatiere ich, schon damals, mit dem Beginn der ägyptischen Hochkulturen, in der Zeit um 1000 v. Chr. könnten Schönheitsideale unter den Menschen eine wichtige Bedeutung gehabt haben. Die Hinweise darauf lassen mich dies hervorheben, finden wir doch aussagekräftige Zeugnisse davon, denn es ist davon auszugehen, dass die Normalverteilung der Körperformen auch damals schon starke Abweichungen beinhaltet hat. Überlieferungen aus der Zeit sind allgemein nur sehr dürftig vorhanden, daher bleibt vieles davon Spekulation. Allein die Konsistenz in der Darstellung über mehrere Jahrtausende hinweg geben Anlaß zu derartigen Vermutungen.