Schön = Gut? (80)

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Wer schön ist, ist auch gut!?

   Dieser Allgemeinplatz ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Schönen Menschen werden gerne gute Eigenschaften zugeordnet. In zahlreichen Experimenten wiesen eine relevante Anzahl von Teilnehmern attraktiveren Personen positivere Eigenschaften zu, und zwar erst ausschließlich anhand von Fotografien, später sogar bei bekannten Personen innerhalb einer Militäreinheit.

   Besonders auffällig dabei war ein geschlechtsspezifischer Unterschied. In der Gruppe der weniger attraktiven Personen wurden Männern öfter positivere Eigenschaften beschieden, als ihren weiblichen Pendants. Sollte es so sein, dass bei den Frauen dieser Aspekt stärker zum Tragen kommt, so würde dies eine unbewusste Benachteiligung aufgrund des Geschlechts ohne signifikante und erklärbare Ursache darstellen. Und ja, mehrere Studien haben dies immer wieder verifiziert. Stellt das ein Aspekt für die viel größere Bedeutung der Attraktivität bei Frauen dar, so müsste sich dies in den Folgeuntersuchungen bewahrheitet haben. Die langsame Verschiebung der Bewertung von Schönheit innerhalb der Geschlechter – von der Frau hin zum Manne – belegt einen Trend, der die zunehmende Bedeutung des Aussehens beim Mann anhand folgender Indizien offenbart:

· Signifikant zunehmende Anzahl von Schönheitsoperationen beim Mann

· Steigender Anteil schöner Männer in der Werbung

· Stärkere Bevorzugung von Partnern mit schönheitsrelevanten Attributen bei der Partnerwahl durch die Frauen

· Stark zunehmender Umsatz bei Kosmetikartikeln für den Herrn

· u.a.

   Augenscheinlich leben wir mitten in einer Zeit der Umwälzungen. In vielleicht 30 Jahren oder kürzer werden nicht mehr nur noch die Frauen einem Schönheits-Stereotyp nacheifern, den Männern wird es ebenso ergehen.

   Die Frage ist jedoch, ob dieser Weg der erstrebenswerte Weg ist. Für uns Menschen wäre vielleicht der Weg der Aufklärung derjenige, der uns in eine zufriedenere Zukunft ohne eifern, wetteifern oder nacheifern führte. Zwar strebten die Menschen schon immer nach einem Schönheitsideal, doch welche die Attribute dafür sind, oder sein sollen, das ließe sich sicher neu bestimmen. Evolutionsbiologisch betrachtet komme ich zu der These, dass das Streben nach Schönheit in allen Dingen mit der ständigen Optimierung in allen Bereichen der Natur einhergeht. Wenn ich hier die Optimierung der Lebewesen anspreche, so meine ich zum Beispiel die ständige Anpassung der Organismen an die sich stetig verändernden Umweltbedingungen. Tiere besetzen entstandene Nischen, indem sie sich im Zuge der Evolution genau darauf eingestellt haben, um darin immer effektiver ihre Art zu erhalten.

   Diesem Grundgedanken folgend kann ich die These erweitern, indem ich sie um folgenden Inhalt ergänze: der Mensch strebt nach Schönheit, weil sich in der Schönheit die Gesundheit manifestiert. Die Gesundheit wiederum ist zur erfolgreichen Arterhaltung unabdingbar. Dem weiter folgernd bedeutet es für die Attraktivität des Körpers sowie für das Körpergewicht und die Verteilung der Masse im Körper, dass ein gesundes Gewicht einen attraktiven Körper zur Folge hat. Im Umkehrschluss wäre zu folgern, dass schönere Menschen eine bessere Voraussetzung für die erfolgreiche Arterhaltung mitbringen, und daher schon allein aus evolutionsbiologischer Hinsicht bevorzugt werden. Vage Hinweise darauf finden sich in der Literatur zuhauf, aber auch vielfältige Antithesen. Deren ausführliche Diskussion übersteigt momentan jedoch meine hiesige Präsenz.

   Ob wir nun genau so funktionieren und wo dabei vielleicht Ausnahmen oder Bestätigungen zu finden sind, dass kann von Wissenschaftlern entsprechender Fachrichtungen, wie z.B. der Neurologie, Soziologie oder Psychologie anhand gezielter Forschungen und Versuchsreihen ermittelt werden, oder man ist schon dabei. Das zu recherchieren habe ich mir noch für einen späteren Zeitpunkt vorgenommen, weil ich es sehr spannend finde. Vielleicht hat jemand ja den ein oder anderen Literaturtipp für mich auf Lager.

Ausweg Schönheit? (59)

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„Another Day – Another Way“ oder wie es Konrad Adenauer mal sagte: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern…“
„Auf die inneren Werte kommt es an!“ Soooo So.

   Nur die Schönheit wird gerne gesehen. Wer sieht gerne in Durchschnittsgesichter? Was sind „Durchschnittsgesichter? Bei einem Partner-Findungs-Versuch eines Forscherteams unter Mitwirkung von 1200 Studenten blieb kein(e) einzige(r) ohne ein „Kennenlernen-Wollen-Kärtchen“ nach Sichtung von je nur zwei Fotos jedes möglichen Date-Partners. Im Volksmund hieß es früher so: „Jedem Topf sein Deckelchen.“ Doch ein anderer Versuch zeigte ein Ergebnis mit anderer Aussage.

   Identische Bewerbungen wurden zugrunde gelegt. Mit dem selben Gesicht wurde einmal mit jeweils hübscher wirkenden Manipulationen und eher unterdurchschnittlich wirkenden Manipulationen Schindluder getrieben. Diese Unterlagen wurden an eine hohe Zahl von Personalentscheidern zur Bewertung ausgegeben. Das Ergebnis war wie erwartet. Den scheinbar attraktiveren Bewerbern wurden durchweg bessere Qualifikationen attestiert. Wohlgemerkt, es waren identische Unterlagen mit nur anderen Fotos!

   Nix mit inneren Werten. Und wir? Wir sind alle ganz anders! Ich fürchte, dass dem nicht so ist. Beispiele? Gerne.

♡ Wir Männer gehen gerne in die Bäckerei mit der Backereifachverkauferin, die jeden Morgen ein so liebreizendes Lächeln an den Tag legt.
♡ Wir Männer sind viel lieber im Bistro am Brunnen, in dem die Bedienung mit der tollen Figur uns unseren Latte Macchiato serviert.
♡ Wir Männer sehen uns im Fernsehen doch nur deshalb das Beachvolleyball – Spiel an, weil die Sportlerinnen dazu genötigt werden, äußerst figurbetonte Kleidung zu tragen.
♡ Frauen sehen viel lieber den gut gebauten Bademeister, als einen, der gerne mal ein Bierchen seinem Bauche zuführt.
♡ Frauen gehen lieber in die Bar, in der der adonishafte Schönling die Cocktails mixt.(aus Gastronomie heute)
♡ …

   Diese Liste ist noch viel weiter zu vervollständigen, wir können jeder ein paar weitere Beispiele finden. Aussehen, besonders gutes Aussehen wird weiterhin offensichtlich unter Wert gehandelt, inoffizieller Tenor ist mit der heimlichen Verpflichtung zur stetig zu steigernden Attraktivität das genaue Gegenteil. Ich selbst gehe, wie vorher schon mehrfach erwähnt, ebenso lieber dahin, wo es nicht nur schöner ist, sondern auch lieber dahin, wo die schöneren Menschen sind. So wie ich attraktive Menschen lieber sehe. Ich meine, dass es bei der Mehrzahl der Menschen ähnlich ist. Daher die Erfolge der schönen Schauspieler(innen) und Sänger(innen).

   Somit ist die Diagnose eindeutig. Und die Therapie? Sollen die Männer auch in diesen Schönheitskult geführt werden. Die Kosmetikindustrie mit ihrem zweistelligen Milliarden-Gewinn sähe dies gewiss gerne. Mit Haarfärbemitteln extra für den Mann, bei dem außer der Verpackung die Handschuhgröße der einzige Unterschied zum Frauenhaarcolorant ist. Wäre es nicht sinnvoller, man führte eine Kampagne der Aufklärung, um der Frau durch Einsicht und vor allem männliche Unterstützung den Rücken dahingehend zu stärken, das das Leben für die moderne Frau im 21. Jahrhundert nicht mehr zu einem Spießrutenlauf durch Schönheitsparcours mannigfaltiger Ausartungen führen muss. Ich finde ja.

   Wer jetzt moniert, ich trüge mit meiner Art der hier ausgestellten Fotografie eher zum Gegenteil bei, dem sei folgendes gesagt: Meine Modelle sind ganz sicher nicht dick oder gar fett. Darauf kommt es auch gar nicht an, meine ich. Sie sind eher normalgewichtig, damit meine ich, weit weg von den gültigen Bodymaß-Indizes der Modelbranche. Natürlich sind es in meinen Augen wohlgeformte Körper mit harmonischer Linienführung. Doch derer gibt es viel mehr, als manchmal angenommen wird, dabei schließe ich nicht nur vom Aussehen des Gesichtes auf die Herkunft des wohlgeformten Körpers, der oft NICHT durch endlos wiederholte Fitnesstorturen oder schlimmeres erarbeitet wurde. Das versicherten mir die Modelle glaubhaft.

   Wenn jetzt der neueste Trend beim Manne schon das operative Einpflanzen von Barthaaren ist, so sehe ich das mit Sorge um die Menschen.

Die Faszination des Weiblichen (33)

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“ Ein Frauenhaar zieht mehr als hundert Ochsen“  (Unbekannt)

  Viele, sehr viele Worte beschäftigen sich mit der Faszination des Weiblichen. Entscheidend für meine persönliche Betrachtung des weiblichen ist, dass ich als Mann heterosexuell bin. Damit empfinde ich das andere Geschlecht, nämlich die Frau, anziehend. Nicht nur Männer beschreiben das weibliche Geschlecht immer wieder mit den bezauberndsten Worten, auch Frauen tun dies mit großer Hingabe. Wenn ich vom grundlegendsten Bedürfnis des Menschen ausgehe, und ich meine dies bei aller „Zivilisation“ tun zu dürfen, dann kommt der Part der Fortpflanzung neben den Bedürfnissen nach Nahrung und Wohnen als Hauptverantwortlicher dafür in Frage.

   Die Menschheit bewegt, wie bei Tieren und Pflanzen, der allseits bekannte Fortpflanzungstrieb. Dient dieser der Arterhaltung, so dient unser „Mögen“ des anderen Geschlechts rein wissenschaftlich betrachtet ausschließlich der Fortpflanzung. Biologisch betrachtet hat die Natur Mechanismen entwickelt, die zwingend zur Arterhaltung beitragen. Nämlich sind bei der zwei-geschlechtlichen Fortpflanzungsweise bei den meisten Wesen Schlüsselreize in Form von körperlichen Attributen vorhanden, die dem anderen Geschlecht eindeutig zugeordnet werden können. Zum Teil geschieht dies in veränderter, optischer oder geruchlicher Weise als Paarungsbereitschafts – Symbol. (z.B. Farbe, Duftstoffe, Körperhaltung bei Tieren; Kleidung, Verhalten, Kommunikation beim Menschen.)

   Wir Menschen pflanzen uns ausschließlich in zwei-geschlechtlicher Art und Weise fort. Wir brauchen damit zur Arterhaltung einen Partner, den wir uns aussuchen können. In Vitro Möglichkeiten lasse ich hier unberücksichtigt. Eine unermessliche Anzahl an möglichen Konstellationen der Partnerwahl vor Augen ist der Mensch in der Realität meist jedoch in seinem engeren oder weiteren Wirkungskreis räumlich begrenzt. Durch die einfache Möglichkeit des Reisens und der relativ einfachen Wahl des Wohnortes und damit genau dieses Wirkungskreises ist es uns Menschen mehr als jemals zuvor gelungen, in einem Kreis von Menschen vielfältigster ethnologischer Herkünfte zu leben und zu wählen.

Eine Auswirkung dessen ist in der Tatsache deutlich geworden, dass sich die allgemeingültigen Schönheitsideale nicht mehr nur in einem Typus Mensch widerspiegeln, sondern sie variieren. Nicht dass es ein bloßes Phänomen unserer Zeit wäre, gab es doch immer schon Reisende oder gar Völkerwanderungen, doch in diesem Ausmaß und besonders dieser Geschwindigkeit ist es heute exorbitant geworden. Die allgegenwärtige Anwesenheit der Medien noch nicht mal einbezogen, multiplizieren diese alles um ein Vielfaches. Somit haben wir Menschen in allen erdenklichen optischen und wesentlichen Facetten vor uns, die, ob wir wollen oder nicht, einen Einfluss auf unser Weltbild, genauer gesagt Menschenbild ausüben und es damit formen.

    Sehen wir nun den einen oder anderen Menschen vor uns, sehen ihn an, nehmen ihn also wahr, so empfinden wir ihn in nur Sekundenbruchteilen als sympathisch oder unsympathisch. Ursprung dieser Entscheidung sind neben anderen Instanzen die Erinnerungen an bereits gesehene Personen, sozusagen die Summe aller gesehenen Menschen jemals, wie Wissenschaftler bewiesen. Diese Prämisse als Voraussetzung behandelt, zählt jeder wahrgenommene Mensch auf der Sollseite unseres Menschenbilder – Kontos, während sich die Haben-Seite auf unsere Vorlieben/Mögen/Attraktivitäts-vorstellungen direkt auswirkt.

    Angewandt auf das Thema meiner Faszination des Weiblichen bedeutet das, dass sich durch die Permeabilität meiner Eindrücke immer ein neues Ideal von Schönheit entwickelt, dessen Spuren sich in den fotografierten Bildern nachvollziehen und auch beschreiben lassen. Ich bin fasziniert von einer Weiblichkeit, die ich tatsächlich immer neu definiere, die ich immer neu entdecke. Ich sehe gerne einen schönen Menschen an, entdecke immer wieder schöne Körperlichkeiten, entdecke ansprechende Gesichter und traue mich, sie anzusehen! Ich finde es einfach schön, einen schönen Hintern anzusehen, aber darum dreht sich gerade das gesamte Thema in diesem Blog.

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Der gestylte Hintern (27)

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In einem Beitrag der Zeitung „Die Welt“ wurde das Thema „Chirurgische Eingriffe“ in Sachen Popo aufgegriffen. Berichtet wurde über die steigende Tendenz, sich den Hintern mithilfe der plastischen Chirurgie zu formen. Interessant ist dabei , dass der Hintern in der Mehrzahl der Operationen vergrößert wurde. Diese Art Eingriff in die Proportionen des Menschen sehr ich als einen der stärksten an. Gegensätzlich dazu halte ich  z.B. das Tragen von engen Jeans, die es mittlerweile als Push-Up Jeans für den schöneren Popo gibt, als den kleinsten der formgebenden Eingriffe in die eigene Körperform. Deutliche Unterschiede gerade im Ansehen des Hintern kann ich im Freibad feststellen, wenn sich ein Mensch eine Jeans auszieht und die Badebekleidung übernimmt die Optik. Manchmal ist es ein großer Unterschied.

Wenn man so möchte könnte der Sport auch als Beitrag zur Verschönerung des Hinterns gezählt werden, neben natürlich der förderlichen Wirkung auf die Gesundheit und Fitness allgemein. So gibt es vielfältige Übungen für die Formung des Hinterns, die ich an anderer Stelle im Blog beleuchten möchte. Wenn ich  die Zahl von 5000 Po-Veränderungen betrachte, so drängt sich mir die Meinung auf, dass es in unserer Gesellschaft zu einer starken Gewichtung der Schönheit gekommen ist. Nicht dass dies eine Erfindung unserer Zeit wäre. Die Schönheit war schon weit vor unserer Zeit ein vielbeachtetes Thema, nur die Wege die vermeintliche Schönheit zu erreichen hat sich der Neuzeit angepasst. Wenn man von den in den im o.g. Artikel beschriebenen Operationen absieht, so komme ich zu der Ansicht, dass die Schönheitsoperationen heutzutage in ihrer Menge und Reichweite eine bisher nie dagewesene Stellung einnehmen. Dabei sind noch die wenigsten Eingriffe dem Hintern gewidmet.

Wird nun die Fragestellung aufgeworfen, ob es sich bei der Anzahl und Arten der Schönheitsoperationen um eine gesellschaftliche Entgleisung handelt, so mag dieses jeder für sich beantworten. Ich stelle diese Frage in Bezug auf die Wahrnehmung der Werte in unserer Gesellschaft. Selbst wenn ich mich hier mit dem Hintern als einem für mich sehr anziehenden Körperteil beschäftige, so breche ich den Menschen sicher nicht herunter auf ein Wesen mit einem Hintern und „…was sonst noch dazu gehört…“, sondern natürlich als ganzheitliches Wesen. Weiter aber nun mit diesem ganzheitlichen Wesen, welches sich das ein oder andere richten lässt. Was verleitet den Menschen dazu, sich unter´s Messer zu legen und zwar nicht aus offensichtlicher Not, sondern für eine bessere Optik? Studien kamen zu dem Ergebnis, dass es neben dem Aussehen ein entscheidend wichtiger Punkt für die Psyche des Jenigen ist, was bedeutet, dass die gesteigerte Attraktivität für ein erhöhtes Selbstwertgefühl steht. Dass ein solches gesteigertes Selbstwertgefühl zum Wohlbefinden in allen Lagen beiträgt, dürfte unumstritten sein.

Als Binsenweisheit gilt mittlerweile ebenso die Erkenntnis, dass es schöne Menschen im Leben einfacher haben, als weniger schöne Menschen. Demnach müssen sie ihre mangelnde Attraktivität durch andere Vorzüge ausgleichen, um ähnliches zu erreichen, wie ein schöner Mensch. Auch das ist ins Bewußtsein der Menschen eingedrungen. Heißt es aber im Umkehrschluss, dass ein nicht so attraktiver Mensch niemals das erreichen kann, was ein schöner Mensch mit Leichtigkeit erreichen wird? Mitnichten, denke ich, und die Realität beweist es mir immer auf´s Neue. Die Mehrzahl der erfolgreichen Menschen ist zwar erwiesenermaßen weiter oben auf der Attraktivitätsskala, dennoch spielen dabei viele weitere Eigenschaften, wie z.B. Charisma und Ausstrahlung eine entscheidende Rolle, das läßt sich ebenfalls leicht feststellen.

Bei der weiteren Suche nach dem Grund für eine Schönheitsoperation kann ich einen Schritt zurück machen und die Sache von einer anderen Seite betrachten: Der Mensch denkt: Ist mein Busen gross genug, ist mein Po zu klein, sind meine Oberschenkel straff und meine Beine lang genug und gerade, ist meine Taille schmal, ist meine Schulter breit genug, ist mein Bauch ein Waschbrett, oder muß ich etwas tun? Vielleicht eine Schönheits-OP oder eine Fettabsaugung hilft mir weiter? Habe ich die Geduld es mit Sport zu tun? Kann ich mit Kleidung einiges richten?

Lasse ich die monetären Gründe mal weg, so spielt in unserer Gemeinschaft die Zeit eine völlig überbewertete Rolle! Also kommt nur die OP in Frage, denn da habe ich die Ware sogleich in Händen und muss nicht darauf warten oder dafür sparen! Schnelllebigkeit in vielen gesellschaftlichen Bereichen tut ihres dazu, denn die Menschen werden immer jünger, die sich einer OP unterziehen. Dem allgemeinen Schönheitswahn unterlegen denkt der moderne Mensch über die Zeit nach und meint, dass es sich schon bald nicht mehr lohnen, schön zu sein, wenn er nämlich „zu alt“ ist. Weiter auf der Suche nach den Gründen für eine OP in Sachen Gesäß stoße ich auf die gesundheitliche Seite. Brittische Forscher haben ermittelt, dass es der Gesundheit durchaus zuträglich ist, wenn der Hintern etwas dicker ist. Nicht nur, dass der etwas dickere Hintern nun auch der attraktivere ist, nein, auch der gesündere ist er. Deshalb wird aber kein Mensch eine Hinternvergrößerung erwägen. Dabei geht es in erster Linie um die Form und die Proportion des Popos. Die Techniken der Fettabsaugung und Gewebetransplantation führen schließlich zur Formveränderung. Eine Umfrage des BR ergab folgendes Bild: „Was ist Ihnen am wichtigsten: Erfolg im Beruf, ein befriedigendes Liebesleben oder 5 bis 8 Kilo abzunehmen? Auf diese Frage hat die Mehrheit der Frauen in einer Studie geantwortet: Sie wollen am liebsten dünner werden. …“ Diese Gewichtung deutet auf die allgegenwärtige, hohe Relevanz des Aussehens hin. Dieses Ergebnis deute ich als Indiz für die Ernsthaftigkeit, mit der wir den Kult des Körpers und Körpergefühls vorantreiben. Es belegt die steigende Nachfrage nach den Schönheits-OP. Wichtiger noch als diese Bestandsaufnahme ist die Erforschung der Ursachen dafür! Einen kleinen Beitrag möchte ich hier demnächst leisten, der sich jenseits von Arterhaltung mit bestmöglichem Erbgut und Vorbilder der Medien befindet. Ich möchte gerne auf die menschliche Psyche eingehen, im Zusammenhang mit der Gesellschaft, die für mich als verkappter Revoluzzer immer ein Thema sein wird. Für Anregungen, Tipps und konstruktive Kritik bin ich immer dankbar!

Das visuelle Wesen – oder „der Mensch sieht gerne hin“ ( 5 )

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In diesem Artikel beleuchte ich kurz die Regionen des menschlichen Körpers und die Häufigkeit der Betrachtung dieser Regionen. Die Wichtigkeit der Augen als bedeutendster Sensor des Menschen ist dafür entscheidend.

    Wenn ich mit Freunden und Freundinnen über das Thema Aussehen spreche, so finde ich so viele Meinungen wie ich Menschen finde. Begegnen wir einem Menschen, sehen wir ihn als erstes an! Als soziales Wesen können wir nicht anders, als zu schauen. In diesem flüchtigen Augenblick frage ich mich, wohin wir beim gegenüber zuerst sehen? In der Summe der Benennungen ist jeder Fleck des Menschen benannt. Alles? Ja, ich meine alles, wenn auch manche Körperansichten oder Teilansichten nicht auf den ersten Blick zu sehen sind, weil sie abgewandt sind oder üblicherweise mit Kleidung bedeckt sein sollten. Wenn mir mein Freund Markus sagt, er fände die schlanken Füße seiner Frau besonders schön, so hat er sie vermutlich beim ersten Treffen in der Mensa der Uni, wo er sie zum ersten Male traf, noch nicht sehen können. Im Freibad wäre das natürlich möglich gewesen.

   Oft werden in den Antworten der Befragten die bezaubernden Augen genannt, die als „Tor zur Seele“ etwas sehr faszinierendes an sich haben. Nebenbei sind es gerade die Augen, die den Gegenüber betrachten, ansehen, die ihm oder Ihr nachgucken. Tief in die Augen schauen wir unserem Gegenüber, wenn wir mit ihm sprechen. Verschämt schauen wir mitunter weg, wenn uns etwas peinlich ist, so daß unsere Augen möglichst nicht zu sehen sind. Wir senken unseren Blick, wenn wir traurig sind.

   Häufig nennen mir meine Freunde und Freundinnen die Beine, die Haare, auch die Brust, der Busen, und natürlich der Po ist ebenso dabei. Nicht unbedeutend ist dabei die Gesamterscheinung des Menschen. Welche Körperproportionen hat er? Wie ist es mit der Form? Wie ist es bei einer „Unförmigkeit“. Dazu wurden einige wissenschaftliche Studien in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nach ihrer Durchführung erstaunlicherweise die Aussage zur Folge hatte, dass es sehr große Unterschiede in der Bedeutung oder Bewertung der Proportionen des Körpers gab. Die Probanden erkannten dabei sehr sicher Abweichungen von der Norm von den allgemeingültigen Vorstellungen des idealisierten Körper.

   Erste bekannte und überlieferte Überlegungen über die Körperproportionen werden uns durch die Zeichnungen von Leonardo da Vinci vor Augen geführt. Die Zeichnung „Das Bildnis des vitruvianischen Menschen“ ist in die Elemente des Kreises aufgeteilt, welche uns verdeutlichen, wie Leonardo da Vinci die Körperbereiche unterteilt hat, um die Verhältnisse der Bereiche untereinander in Beziehung zu setzen. Beispielsweise wirkt ein kleiner Po bei sehr langen Beinen anders, als bei proportional kürzeren Beinen. Wie ein großer Po gleichsam je nach Breite des Beckens eine gänzlich andere Form erhält.

   Was haben nun die Körperproportionen mit dem Hintern zu tun? Wenn ich Menschen nach der Attraktivität frage, so sind die Antworten meist auf eine bestimmte Körperregion bezogen. Klassisch sind natürlich der Po und der Busen bei Frauen, bei Männern ist es gleichfalls der Po und die breite Schulter. Sonst noch habe ich erfragt:

  • Gesicht
  • Haare
  • Hände
  • Zähne
  • Fingernägel
  • Beine
  • Augen
  • Mund
  • Wangen
  • Lippen
  • Hüfte
  • Oberarme

   Wohlgemerkt, es geht hier in der Betrachtung um das Aussehen des Menschen und die Bedeutung dessen in unserer Gesellschaft. Was den Menschen im Wesentlichen ausmacht geht noch viel weiter, wird von mir hier jedoch nicht explizit beschrieben. (Wesen, Seele, Lachen, der Blick, das Handeln im Besonderen, …) Dass der Mensch nur als Ganzes zu sehen ist, dürfte jedem bewusst sein. Im Besonderen möchte ich, wie es der Titel bereits verrät, auf die Bedeutung des Pos eingehen, sowie die mit diesen Überlegungen verbundenen gesellschaftlichen Restriktionen beleuchten. Vorweg möchte ich der Frage nach der Rolle der Körperproportionen bei der Betrachtung des Pos nachgehen.

    Beim Verlauf von Hüfte und Becken über den Po bishin zu den Beinen, speziell den Oberschenkeln führt der Knochenbau des Menschen zu den unterschiedlichsten Linien. Betrachte ich einmal die Breite des Beckenknochens in der Frontalansicht, so kann das Antlitz des Menschen von vorne oder von hinten sehr stark variieren. Eine frauliche Form und Breite des Beckens zeichnet einen eher breiten Po, während ein schmaleres Becken demnach einen schmalen Po formt. Nebenbei erwähnt spielt das Alter eine zusätzliche Rolle. Ziehe ich das Kindchenschema heran und betrachte gleichzeitig die Stadien der Körperentwicklung vom jungen Mädchen zur Frau, so findet während dieser Entwicklung eine allmähliche Verbreiterung des Beckenknochens statt. Fachleute sprechen gemeinhin von der Entwicklung der Gebährfreudigkeit des Beckenbereiches. Ferner verändert sich mit zunehmendem Alter der Winkel im Oberschenkelknochenkopf und -hals, der sog. CCD-Winkel wird größer und die Hüfte wird breiter: Der Winkel beträgt bei Säuglingen 145°, beim Kind etwa 140°, ab der Pubertät 130° beim Erwachsenen etwa 126° und beim alten Menschen etwa 120°.

Ein breiteres Becken galt seit je her als ein Indiz für die Fähigkeit, Kinder (leichter) zu gebären, und dies führt neben anderen Anzeichen zu gesteigerter Attraktivität. Warum in unserer Gesellschaft – entgegen dieser Natürlichkeit der fraulichen Entwicklung – das schmalere Becken zum Schönheitsideal forciert wird, ist Thema eines weiteren Beitrages.

Die Tatsache, dass heranwachsende, jüngere Menschen einen schmaleren Beckenknochen ausgebildet haben, als ausgewachsene und ältere Menschen mag in dem überbewerteten Streben nach Jugend besonderen Einfluss nehmen. Besonders bei Frauen wird dies deutlich. Ein schmales Becken gilt in der heutigen Zeit (2012) als attraktiv. So gilt es über die Kulturen hinweg als ein Zeichen von Jugend, das, wonach alle Menschen weltweit streben. Wenn ich den Menschen von der Seite betrachte, so spielt die Breite des Beckens nicht eine solch bedeutende Rolle, während bei der diagonalen Ansicht die Breite wieder eine Rolle im Zusammenspiel mit der Proportion zum Gewebe, den Fettreserven und den angrenzenden Körperteilen einnimmt. Für den Betrachter werden diese Perspektiven rein intuitiv bearbeitet, mit der Folge, dass ihm mal der eine, mal der andere Mensch besser gefiel. Das „Warum“ ergründen die wenigsten, und es steht auch nicht zur Debatte, weil die Reaktion des Menschen trotz Information nicht anders verläuft, als zu Urzeiten.

Fazit:  Was kann ich festhalten? Der Mensch ist ein durch und durch visuelles Wesen. Und obwohl er meint, mit seinen Augen alles zu erkennen, spielen sich viel komplexere Vorgänge beim einfachen Betrachten, z.B. eines wohlproportionierten Hinterns ab, als nur sehen. Die Frage zu klären, wieviel davon gesellschaftlich geprägt oder natürlich abläuft, ist ein interessantes Themenfeld und sicher einer näheren Untersuchung würdig. Mehr dazu möchte in den folgenden Beiträgen erläutern.