Feuerwerk der Schönheit (171)

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Frei nach Schopenhauer gilt, dass sich die körperliche Schönheit der weiblichen Menschen auf die Zeit der Periode der Gebährfähigkeit konzentriert.

Zu Zeiten von Schopenhauer galt es für das Alter von 19 bis 35 Jahren, wie er sich ausdrückte. Heutzutage wäre die Spanne etwas größer zu wählen, denn die Gebährfähigkeit setzt schon 3-5 Jahre früher ein und endet deutlich später, mindestens 8-10 Jahre. Folgt man der Argumentation Schopenhauers nur ein Stück weit, so ergibt sich in heutiger Zeit ein ähnliches Szenario. Menschen, (noch!) vornehmlich weiblichen Geschlechts, unternehmen ungemeine Anstrengungen, ihr Antlitz von jugendlicher Schönheit so früh wie möglich zu erlangen und so lange wie möglich zu erhalten.

Damit wird auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten ein Wert vorgespielt, dessen Wirkung dem der unmanipulierten Wesen der Menschengattung in nur wenig nachsteht. Allein bei näherer Betrachtung, oft erst nach nächster Betrachtung, kommen Unterschiede zu Tage. Doch dann ist es zu spät! Zu spät? Nun, bis dahin konnte der Mensch bereits einen Eindruck jenseits von Schein und Aussehen platzieren. Er konnte von seinen eigentlichen Werten genügend zum besten geben. Damit beschränkte sich der erste Eindruck nicht mehr nur auf die äußere Erscheinung, die vorerst nur Fassade zu sein schien.

Heißt der Gedanke Schopenhauers im Umkehrschluss, dass Menschen, deren Alter jenseits der Gebährfähigkeit oder Zeugungsfähigkeit liegt, kaum mehr einen relevanten Marktwert besitzen, was die körperliche Schönheit betrifft? Vor einem bestimmten Alter und ab einem bestimmten Alter verändert sich die Relevanz des Aussehens tatsächlich erheblich. Dabei sicher mehr noch nach Verlust der arterhaltenden Fähigkeiten, als vor Eintritt der körperlichen Reife. Insgesamt hat sich durch eine massive Werteverschiebung der optischen Attribute die Bedeutung des Aussehens gelöst von archaischen Grundgedanken der Arterhaltung. Daher relativiert sich gleichwohl der Gedanke Schopenhauers, dessen Gedanken von einer wissenschaftlich fundierten Lehre der Evolution beflügelt waren.

Damit ist eine Werteverschiebung sonder gleichen zu attestieren, dessen Auswirkungen uns aktuell jeden Tag in Medien und Gesellschaft begegnen und letztendlich durch unser Verhalten höchst selbst initiiert wurde.

Gehe ich noch einen Schritt weiter, bleibe weiterhin bei Schopenhauers Gedanken, welche von der größten Attraktivität der Frau ausgehen, solange sie im gebährfähigem Alter ist, so wird durch die Erhaltung dieser Jugendlichkeit eine Verlängerung dieser Zeitspanne vorgespielt. Folglich werden alle weiteren Werte, die heutzutage über das (positive) Aussehen assoziiert werden, gleichfalls angeglichen (erhöht). Je größer die Werte sind und je länger diese erhalten bleiben, desto höher bleibt unser Ansehen ( Wert!?) in der Gesellschaft.

Schönheit – Eine Frage des Wertes? Teil I (169)

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Bemisst sich Schönheit in einem absoluten Wert?  Stellt eine Art Gegenwert das Maß der Schönheit in Relation? Wieviel wert ist meine Schönheit auf dem Markt?

Eine weitere spannende Herangehensweise an die Erkundung der Bedeutung von Schönheit in unserer Gesellschaft, finde ich, ist die Frage nach deren Wert. Und zwar deshalb, weil ich, wenn ich diesen Wert bestimmt habe, einen Schritt weiter gehen kann, als über schön oder unschön nachzudenken, und folgerichtig in den Bereich von Ursache und Wirkung gelange. Warum? Weil jenseits von irgendwelchen Maßen und Vorgaben, jenseits von aufgelegten Trends und Moden, jenseits von medialen Idealvorstellungen die Tatsache der Schönheit an sich als Nenner fungiert, und ein Wert derselben in unserer Gesellschaft den Zähler darstellen könnte.

Wie ich das meine? Nun, betrachte ich die Schönheit als absolut, noch nicht philosophisch, eher mathematisch, so bin ich jenseits von jedweder Ausprägung der Schönheit. Ein Mensch, eine Sache, eine Landschaft, irgendetwas kann als schön empfunden oder definiert werden! Dazu bedarf es eines Subjekts. Das sind wir Menschen. Temporär und geografisch gibt es bei dieser Definition keine Abweichung: hier die möglichen Zähler:

1. Temporär
Die ebenmäßige Ägypterin ist schön, die Rubensfrau ist schön, Twiggy ist schön, Gina Lollobrigida ist schön, Kate Moss ist schön, Brad Pitt ist schön, und für jeden Menschen ist gerade ein ganz bestimmter Mensch schön.

2. Geografisch
Die Frau mit Giraffenhals ist schön, der Mann mit Tellerlippen ist schön, Yu Wenxia ist schön, Cara Delevingne ist schön, Beyoncé Knowles ist schön, Ben Dahlhaus ist schön.

Schön = Der Nenner. Absolut gesehen gibt es keinen Unterschied. Tatsächlich! Schön ist schön. In allen erdenklichen Ausprägungen. Basta!

Nach Festlegung dieser Prämisse kann ich mich ganz entspannt dem Zähler widmen. Was ist Schönheit wert? Kulturübergreifend bringt die Schönheit eine Reihe von Wirkungen mit sich. Sie hat maßgeblichen Einfluss auf die Empfänger, die Subjekte, welche mit unterschiedlichsten Rezeptoren versehen, sich ihr nicht entziehen können, ganz im Gegenteil, die sie aus inneren Antrieben heraus sogar geradezu suchen.

Der Wert der Schönheit ist unermesslich. Weiter in Teil 2.

Vorbild-lich (168)

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Vorbildlich! Keine Frage, Menschen haben zumeist Vorbilder, die zwar nicht ständig im Bewusstsein aktiv sind, doch regelmäßig auftauchen. Sie erinnern uns daran, wie wir gerne sein würden. Einerlei, ob sie erreichbar sind, oder nicht. Von Bedeutung ist hier der Einsatz, den wir erbringen, uns diesem Vorbild zu nähern. Und der ist erheblich.

Barbie ist ein Vorbild. Von ihren Proportionen her übertragen auf den Menschen nicht überlebensfähig, streben dennoch eine nicht unbeträchtliche Zahl von Frauen und Mädchen nach einer ähnlichen Figur. Doch nicht nur Barbie gilt als Vorbild, Schauspieler(innen), Models, Stars und Sternchen werden bei Schönheitschirurgen weltweit genannt: „So will ich aussehen!“ Vor Jahren noch Brad Pitt, Nicole Kidman, Pamela Andersson und George Clooney sind es heute Cara Delevingne, Beyoncé Knowles, Ryan Reynolds und – immer noch Brad Pitt!

Was treibt uns an so sein zu wollen, wie unsere Vorbilder, auszusehen wie Kate Middelton oder Clive Owen? Und wenn es auch nur ein bisschen so ist. Ist es der Wert von Erfolg, Anerkennung und Reichtum, wonach wir ein Leben lang streben? Glauben wir ernsthaft daran, mit den entsprechenden äußeren Werten würden unsere inneren Werte adäquat wachsen?

Schönheitschirurgen bejahen dies gerne, wie ich nachlesen konnte. Menschen sind demnach überzeugter von sich, nachdem sie ihr Äußeres an eine Vorstellung von allgemein anerkannter Attraktivität angleichen ließen. Und Menschen mit gesteigertem Selbstbewusstsein erfahren durch diese Selbstsicherheit intuitiv mehr Achtung. So funktioniert unsere Gesellschaft tatsächlich? Ist es also tatsächlich so, dass durch gesteigerte Attraktivität der Mensch mehr wert ist?

Mitnichten. Wie ich schon in diversen Beiträgen beschrieben habe, konnten Wissenschaftler nachweisen, dass attraktive Menschen beständig bedeutende Vorschusslorbeeren aufgrund ihres Äußeres erhalten. Das ist tatsächlich schon nach der Geburt so, geht im Kindergarten weiter, auch die Schule bildet da keine Ausnahme, ganz im Gegenteil, erst recht nicht im Berufsleben, denn dieser Hauptabschnitt unseres Lebens nimmt den größten Zeitraum unseres Lebens ein und darin verfestigt sich unsere Idee vom Sinn des Lebens.

Doch in Bereichen, in denen es nicht vordergründig auf das Äußere ankommt, wird zumeist schnell deutlich, wie weit es mit der Ableitung von „Schön=Gut“ her ist. Praktisch im prozentual größten Teil unserer gesellschaftlichen Verknüpfungen relativiert sich Aussehen sehr schnell, auch wenn das von jenem kleineren Teil gerne verschwiegen wird. Und darin liegt die Krux.

Dieser eigentlich kleine Teil unserer eigenen Gesellschaft in Form der Medien und Werbung, der bildgestaltenden Bereiche, bläht sich durch unseren zeitlich und Lebensresourcen auffressenden, uferlosen Konsum dieser Medien
in einer Art und Weise auf, dass wir als höchst anfälliges Wesen für optische Reize uns diesem kaum entziehen können. Dadurch scheint diesem eine nie dagewesene (Über-) Macht auf unsere Vorstellung von Schönheit eingeräumt zu sein, deren wir uns nur schwer widersetzen können.

Daher ist es an uns, dieses alltäglich zu entlarven, diesen Hype in die Schranken zu weisen, indem der Fokus nach und nach wieder auf die tatsächlich wichtigen Werte im Leben des Menschen gerichtet werden kann. Selbst wenn man glaubt auf der Spielwiese der Eitelkeiten sei Hopfen und Malz verloren, bei uns Erwachsenen, so liegt es an uns die Wertevermittlung an unsere Kinder und Jugendlichen zu überdenken.

Um welche Werte es geht, weiß bestimmt jeder denkende und insbesondere fühlende Mensch selbst am besten. Ob es das Aussehen bei einem von der Natur aus sich ständig veränderndem Wesen „Mensch“ – einem tatsächlich alterndem Wesen- sein kann, das nur in der Jugend als schön gilt und in dieser Phase des Lebens dies kaum zu schätzen weiß, sollte vielleicht neu überdacht werden.

Sinn und Unsinn ~ Vergängliche Schönheit (164)

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Warum ist es mir so wichtig, die Schönheit zu dokumentieren, im Bilde festhalten zu wollen? Dies höchst vergängliche Gut, das sich in nur Momenten verändert, mit dem Altern unseres Körpers am jedem Tage fortschreitet und nur im Wechsel der Generationen Bestand haben kann?

Gestern noch waren es Brigitte Bardot, Ursula Andress, Twiggy oder Jean Seberg, heute sind es Jessica Biel, Jessica Alba, Candice Swanepoel oder Cara Delevingne, morgen werden sie es nicht mehr sein, sondern solche, die jetzt gerade 11 bis 14 Jahre alt oder jünger sind und entdeckt werden wollen.

Update:  Schon mit 9 Jahren :  Kristina Pimenova

Es sind für mich nicht genau diese ausgewiesenen, bekannten Schönheiten, die ich vor der Kamera habe, doch es sind Gesichter, die den o.g. in rein gar nichts nachstehen, deren Bekanntheitsgrad ausgenommen. Auch von anderen Fotografen, gleich ob es Berufsfotografen oder ambitionierte Hobbyfotografen sind, finde ich immer wieder Portraits, die mir den Atem verschlagen.

Dabei möchte ich für mich persönlich feststellen, dass es gerade nicht die aufwändig inszenierten Arbeiten sind, welche mich faszinieren, sondern viel mehr die natürlich wirkenden Fotografien. Geschmackssache, klar! Nicht, dass diese Art der Fotografie gar keiner Vorbereitung bedurfte, sie ist nur weit weg von übermäßiger Künstlichkeit mit unnatürlich wirkenden Posen.

Wie dem auch sei, die eigentliche Frage ist, was so faszinierend an der Erstellung von Bildern schöner und interessanter Menschen ist? Dabei ist von großer Spannung, dass nahezu in jedem Gesicht, in jedem Menschen etwas Besonderes liegt und es am Fotografen liegt, dies abzubilden.

Wäre es nur die Betrachtung, so könnte ich im www unzählige Bilder ansehen. Jeder weiß, wo er fündig wird. Doch es geht um etwas anderes. Ich könnte von Kreativität und Kunst schreiben, von der Beherrschung der Technik und der Ausübung einer Fertigkeit. Sicher sind das Motivatoren, und auch ist der Weg das Ziel.

Als bedeutendste Antriebsfeder möchte ich aber die Betrachtung der eigenen Werke bezeichnen. Wenn der immer wieder kehrende Moment erscheint, der die eigene Gestaltung eines Bildes, eines Abbildes eines Menschen bedeutet, und sich im Betrachter dieses Gefühl einstellt, ein Stück Schönheit „erschaffen“ zu haben.

Dabei wird nicht unterschlagen, dass es eine Abbildung von real Existierendem ist, doch die einzigartige Sichtweise eines jeden Fotografen macht in höchst individuell, sein Kunstwerk zu einem Unikat. Vielleicht bedeutet das, dass dabei dem existenziellen, essentiellen Grundbedürfnis der Selbstverwirklichung Rechnung getragen wird.

Dabei wächst bei zunehmend größerem Portfolio der Betrag der Selbstverwirklichung. Abgesehen von der Gefahr, dabei sein Modell nur noch als solches wahrzunehmen, besteht tatsächlich bei entsprechendem Zuspruch, gleich welcher Art auch immer, eine wohlwollende Bestätigung seines Gesamtwerkes und damit ein Baustein der eigenen Persönlichkeit.

Damit ist zwar die eingangs gestellte Frage noch nicht beantwortet, doch ich habe einen ersten Hinweis für die Beantwortung entwickelt. Mich würde interessieren, welche Lösungsansätze Du hast. Was treibt Dich an, die Schönheit im Bilde festzuhalten?

Prägung und Zukunft (163)

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Prägung und Zukunft, dieser Titel kam mir kürzlich in den Sinn, als meine Nichte (8) mir einen Wunschzettel überreichte und ich nicht schlecht staunte:

„Barbie Edition Germany’s Next Topmodel“ Warum staune ich? Nun, im Haushalt meiner Nichte gibt es keinen Fernseher. Sie ist acht Jahre alt und wenn, kommt diese Fernsehsendung zu Zeiten, in denen ein acht jähriges Kind tief und fest schläft. Wie sie an die Informationen kam ist mir natürlich kein Rätsel, sie ist Schülerin und hat soziale Kontakte. Kinder in gleichem Alter! Also, so könnte ich schlussfolgern, ist die Schönheit schon in der Grundschule ein Thema, das zur Folge diesen Wunsch bei meiner Nichte ausgelöst hat.

Nun ist es nicht nur meine Nichte, die sich diesem Thema im zarten Alter von acht Jahren öffnet. Ihre Klassenkameradinnen können alle mitreden. Was ist chic, was in, was hip. Puppen wurden schon in den letzten 3000 Jahren chic gemacht. Kinder der Welt ahmten schon immer ihre Erziehungsberechtigten nach, egal, ob das die afrikanische Mama oder die Neandertalermama war oder auch der Papa. Auch verschönern wollten sich die Menschen seit je her.

Was ist also verwunderlich?

In unserer Gesellschaft, die im Wesentlichen bestimmt wird durch das Leistungsprinzip, fragte ich mich oft, wie der Drang nach Schönheit, insbesondere nach Verschönerung beim Menschen entsteht. Kinder werden erzogen, in den seltensten Fällen leider nicht ins Leben geführt, sondern Ihnen wird etwas eingetrichtert. Wird ihnen aber auch beigebracht, sich zu verschönern? Im Falle meiner Nichte nicht durch die Eltern.

Ein übliches Maß an Fürsorge in Sachen Sachen. „Zieh‘ dich ordentlich an.“ Als Tenor der Anweisung ausgesprochen. Doch wann geschah die Veränderung, wann wurde meine Nichte „verdorben“? War es schon in frühester Kindheit, als die Verwandtschaft und Freunde, in besonderen Maße aber ihre Großeltern meine Nichte als süße Maus und niedliches Kind titulierten? “ Nein, wie süß ist das Mädchen… “ so lernte sie seit dem verstehen / hören der ersten Worte, dass etwas an ihrem Äußeren die Menschen zu positiven Reaktionen veranlasste.

Das musste wichtig sein, davon zeugten die stetig wiederkehrenden Bekundungen der Wesen um sich herum. Diese Prägung erfuhr sie immer wieder durch lachende Gesichter und andere zustimmende Mimiken. Mit sieben Jahren hat sie es schon gut heraus. Selbständig besucht sie Nachbarn und sagte wortwörtlich, dass diese bei einem „grinsenden Honigkuchenpferd“ unaufgefordert die ein oder andere Süßigkeit an Sie schenkten.

Und beginnt nun die Auseinandersetzung mit dem Aussehen und seiner Wirkung? Nein ganz und gar nicht, sie folgt erst mal der Strömung. Mit acht? Klar, reflektieren die Menschen in diesem Alter nicht. Und die Eltern, die Berater in Sachen Leben? Fehlanzeige! Wäre hier der Punkt, an dem eine Beeinflussung fundamental für die gesamte eigene Lebensdauer und damit den Einfluss auf die Gesellschaft wäre? Wenn hier ein Anfang geschähe, wäre das nicht der Punkt, an dem ein Schritt für die Gesundung der Wertvorstellungen der Gemeinschaft getan werden könnte?

Wie könnte der aussehen, was sagten die Eltern ihrem Kinde, um eine Revolution des Schönheitsverständnisses anzustoßen? Würde sich ein Kind isolieren aus der Kindergemeinschaft, dem die Bedeutung des äußeren Scheins relativiert worden wäre? Oder fungierte es als Trendsetter? Was geschah zu meinen Jugendzeiten?

Ja, das Kind wurde auf grausamste Weise ausgeschlossen. „Normalo“, blasse Schönheit oder Streber waren noch die harmloseren Ausdrücke. Was also tun? Später im Leben ansetzen? Wenn das erste Verständnis reift? Ja, vielleicht, der Weg wird nur darüber definiert werden, den Menschen als selbstbewusstes Individuum zu erziehen, sich zu definieren über den eigenen starken Charakter.

Das könnte die schwere Aufgabe sein, die den Eltern obliegt, ohne dass es dafür eine passable Anleitung gäbe. Und dann war da noch das Problem, dass viele Eltern selbst noch auf der Suche nach sich selbst sind 🙈🙉🙊

Doch ich möchte diesen Artikel nicht beenden, ohne einen Silberstreif am Horizont zu beschreiben: In den Klassen meiner Kinder verspüre ich eine Tendenz: weniger das HABEN gewinnt an Bedeutung als das SEIN.

Die gekaufte Schönheit (161)

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Kann man sich Schönheit kaufen?  Ja! Kauft man sich damit gleichzeitig Erfolg, Ansehen und Glück? Nein!  Warum?

Die Praxis eines Schönheitschirurgen: Ein Mann kommt herein, möchte eine Veränderung in seinem Gesicht machen lassen. Der Arzt fragt nach den Gründen. Der Mann zählt Gründe auf, die dem Arzt sehr geläufig sind. Jedermann kennt diese Begründungen.

Denkt man darüber nach, stellt sich jeder sogleich die eigenen Intentionen im Geiste zurecht: Ich würde es gerne machen lassen, weil … ! Wenn Schönheitsoperationen nicht verhältnismäßig hohe Kosten verursachen würde, so wären es mehr Menschen, die sich diesem Prozedre unterziehen würden. Doch zu den Gründen: Sämtliche Beweggründe für eine Veränderung im Erscheinungsbild eines Menschen führen folgerichtig auf ein klar definiertes Ziel hinaus. Der Mensch möchte eine Veränderung in seiner Wahrnehmung durch andere Menschen erreichen. Hier kommt bei Ärzten oft der Einwand des Patienten, dass er es sich hauptsächlich für sich selbst wünscht, für sein eigenes Bewusstsein, sein eigenes Selbstvertrauen.

Vordergründig gilt diese Aussage, doch im weiteren Schritt entlarvt sich diese Aussage: Nachdem ein Mensch etwas hat verändern lassen, fühlt er sich besser, sicherer, selbstsicherer. Sein Auftreten anderen Menschen gegenüber wird nach der optischen Manipulation ein vermeintlich Sichereres sein. Damit verändert sich scheinbar tatsächlich seine Erscheinung.

Diese „neue“ Wahrnehmung beruht vornehmlich auf der Veränderung der charakterlichen Wahrnehmung. Die entscheidende Frage hier lautet: Würde die gleiche Wirkung erzielt werden, wenn dem Menschen vermittelt worden wäre, er wäre so vollständig, wie er -ohne die Manipulationen- ist? Würde er sich auch dann nicht selbstsicherer darstellen, wenn er der festen Überzeugung wäre, er ist so wie er ist, in der Gemeinschaft vollwertig?

Erneut zu den Gründen: Der Mensch hat einen Grund für sein Handeln. Der Grund beruht auf einer Ursache. Die Ursache entsteht aus der Wahrnehmung einer Diskrepanz innerhalb der Gemeinschaft, in der sie eine Bedeutung von -frei festgelegtem- Wert besitzt. Zum Beispiel: Eine Manipulation der schmalen Lippe ist eine häufig durchgeführte Operation für den Schönheitschirurgen. Der Mensch, der sich die Lippe aufspritzen lässt hat im Vorfeld am einem bestimmten Zeitpunkt erfahren, dass schmale Lippen einen weniger großen Marktwert besitzen, als dies vollere Lippen haben. Davon ausgehend, dass ein Bestreben zu maximalem Marktwert in der -zumindest- westlichen Gesellschaft ein ständiges Bestreben darstellt, folgt der Mensch diesem und lässt sich die Lippen richten. Damit verspricht er sich eine Verbesserung seiner Position im Wettlauf um die Preise der Gesellschaft.

Wie lauten diese: Erfolg, Ansehen, Macht, Glück, … und den Schritt zurück zum biologisch-genetischen Fundament: Bei der Arterhaltung kann er mit volleren Lippen seine Gene besser erhalten, als mit schmaleren. Doch genau dazu habe ich in vorherigen Artikeln weitere Erkenntnisse verfasst. Zur eingangs gestellten Frage, ob Erfolg käuflich ist, bin ich meine Begründung schuldig, warum dies nicht so ist. Anhand des o.g. Beispiels argumentiere ich wie folgt: Trotz der volleren Lippen bleibt der Mensch im Charakter identisch, denn die optische Manipulation der volleren Lippen unterstützt ihn vielleicht beim ersten Kontakt in der Gesellschaft, da er NICHT durch schmale Lippen auffällig ist. Alles weitere ergibt sich zunehmend nur noch durch seine Worte und viel mehr noch durch seine Taten. Und die ändern sich nicht durch vollere Lippen, größere Busen, knackigerer Po oder kleinerer Nase. DEFINITIV. Meine ich!

Michelangelo, oder Ziele der Schönheit (160)

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Der Hintern Gottes
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(Gemälde von Michelangelo Buonarroti in der Sixtinischen Kapelle)

Welchen anderen Sinn und Zweck hat ein schöner Schein als zu scheinen? Welchen Sinn und Zweck hat ein schöner Schein als eine Wirkung zu erzielen? Auf wen aber soll sie wirken und warum wirkt er in seiner Weise?

Schönheit beim Menschen, ein schönes Gesicht, ein schöner Körper – Ausstrahlung wäre wirkungslos, wenn nicht ein Adressat existieren würde. Schönheit ist eine Ursache. Schönheit existiert in unserem Dasein. Schönheit erzielt eine Wirkung. Menschen erkennen Schönheit, und sie fühlen sich intuitiv zu ihr hingezogen, in den meisten Fällen jedenfalls.

Alleiniger Adressat der Schönheit ist der Mensch selbst. Frisst nicht ein Löwe einen schönen Menschen genauso gerne, wie einen hässlichen Menschen. Freut sich ein Hund nicht über eine Delikatesse, gleich ob sie von einem furchigen Narbengesicht überreicht wird oder von einer zarten, bildhübschen Prinzessin.

Die Schönheit setzt im Menschen bestimmte Hormone frei, Emotionen (Reizreaktionen) in uns sind die Folge, die oftmals Reaktionen zur Folge haben. Beispielsweise lächeln wir bei einem schönen Kinde viel ehr, als bei einem wenigen schönen Kind, so haben es Wissenschaftler festgestellt. Andere Wissenschaftler sehen in der Wirkungsweise neurophysiologische Reaktionen. Komplexe Verhaltensmuster entwickelten sich in unterschiedlichen Kulturen.

Erkannte menschliche Schönheit besitzt einen großen Anteil an evolutionärem und sozial entwickeltem Potential. Wir als westlich orientierte Menschen würden geografisch oder ethnisch entstandene Formen der Schönheiten nicht als solche bezeichnen, würden nicht die Reaktionen erfahren, die wir bei Schönheiten unseres Wirkungskreises erfahren. Ob es nun der Fettsteiß mancher afrikanischer Völker ist oder die Tellerlippen der Äthiopier, sie erzeugen in uns nicht die Reaktionen eines bildhübschen jungen Kindes wie Ronja Räubertochter Hanna Zetterberg.

Wissenschaftliche Versuche, bei denen in Gesichtern von Probanden Sensoren angebracht wurden, um Muskelkontraktionen aufzuzeichnen, die nach der Ansicht bestimmter Bilder erfolgten, bewiesen dieses Zusammenspiel von Emotionen und körperlichen Reaktionen. Nur die wenigsten davon nehmen wir deutlich wahr, (Angst-die Haare stellen sich auf, Liebe-Schmetterlinge im Bauch) die Mehrzahl passiert völlig unbewusst.

So hat Schönheit den Zweck, Reaktionen zu erzeugen, Schönheit ist zielgerichtet, und wir alle versuchen tagein, tagaus den Wert dieser Schönheit zu erhalten, zu steigern oder erzeugen. Wir wissen, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit und über die Jahrhunderte hinweg, dass gesteigerte Attraktivität uns bei der Erreichung unserer Lebensziele dienlich ist, und wir im Gegensatz bei ihrem Mangel dieses durch differente Investitionen ausgleichen müssen.

Können wir uns wehren gegen diese Automatismen? Neurowissenschaftliche Forschungen verneinen diese Frage eindeutig. Doch im zweiten Schritt haben die Menschen Handlungsspielraum. Nachdem die evolutionär-soziale Sensorik auf die Schönheit mit körperlichen Reaktionen antwortete, liegt es an uns, diese in unserem Bewusstsein als das zu erkennen, was sie tatsächlich ist. Schöner Schein, der vorerst nur den Sinn des schönen Scheins besitzt, sonst nichts.

 

 

Schönheit – Sinn und Zweck (156)

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Welchen Sinn und Zweck hat ein schöner Schein als zu scheinen? Welchen Sinn und Zweck hat ein schöner Schein als eine Wirkung zu erzielen? Auf wen soll sie wirken und und warum wirkt sie in dieser Weise?

Schönheit bei Menschen, ein schönes Gesicht und ein schöner Körper, Ausstrahlung wäre wirkungslos, wenn nicht ein Adressat existieren würde. Schönheit ist eine Ursache. Schönheit existiert in unserem Dasein. Schönheit erzielt eine Wirkung. Menschen sehen Schönheit, und sie fühlen sich intuitiv zu ihr hingezogen, in den meisten Fällen jedenfalls.

Auch durch die Kunst wird im Menschen ein Gefühl der Schönheit erzeugt. Der Neurowissenschaftler Zeki hat Probanden in einer Magnetresonanzröhre verschiedene Gemälde gezeigt und gleichzeitig deren Gehirnaktivität aufgezeichnet. „Je mehr die Kunst gefiel, desto stärker aktivierte sie den medialen orbitofrontalen Cortex,…“, so Zeki. Er sieht eine Parallele: „Der orbitofrontale Cortex ist auch stark aktiviert, wenn wir jemanden lieben, der uns gefällt.“ Weiter schreibt er: „Schönheit ist zu einem großen Teil eine Qualität des Körpers, die mit einer Aktivität im medialen orbitofrontalen Cortex einhergeht und die Sinne einbezieht.“

Alleiniger Adressat der Schönheit ist der Mensch selbst. Ein Löwe frisst einen schönen Menschen genauso gerne, wie einen hässlichen Menschen. Ein Hund freut sich über eine Delikatesse, gleich ob sie von einem furchigen Narbengesicht überreicht wird oder von einer zarten, bildhübschen Prinzessin.

Die Schönheit setzt im Menschen bestimmte Hormone frei, Emotionen (Reizreaktionen) in uns sind die Folge, die oftmals Reaktionen zur Folge haben. Beispielsweise lächeln wir bei einem schönen Kinde viel ehr, als bei einem wenigen schönen Kind, so haben es Wissenschaftler festgestellt. Andere Wissenschaftler sehen in der Wirkungsweise neurolophysiologische Reaktionen. Komplexe Verhaltensmuster entwickelten sich in unterschiedlichen Kulturen.

  Erkannte menschliche Schönheit besitzt einen großen Anteil an evolutinärem und sozial entwickeltem Potential. Wir als westlich orientierte Menschen würden geografisch oder ethnisch entstandene Formen der Schönheiten nicht als solche bezeichnen, würden nicht die Reaktionen erfahren, die wir bei Schönheiten unseres Wirkungskreises erfahren. Ob es nun der Fettsteiß mancher afrikanischer Völker ist oder die Tellerlippen der Äthiopier erzeugen in uns nicht die Reaktionen eines bildhübschen jungen Kindes wie Ronja Räubertochter Hanna Zetterberg.

Wissenschaftliche Versuche, bei denen in Gesichtern von Probanden Sensoren angebracht wurden, um Muskelkontraktionen aufzuzeichnen, die nach der Ansicht bestimmter Bilder erfolgten, bewiesen dieses Zusammenspiel von Emotionen und körperlichen Reaktionen. Nur die wenigsten davon nehmen wir deutlich wahr, (Angst-die Haare stellen sich auf, Liebe-Schmetterlinge im Bauch) die Mehrzahl passiert völlig unbewusst.

So hat Schönheit den Zweck, Reaktionen zu erzeugen, Schönheit ist zielgerichtet, und wir alle versuchen tagein, tagaus den Wert dieser Schönheit zu erhalten, zu steigern oder erzeugen. Wir wissen, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit und über die Jahrhunderte hinweg, dass gesteigerte Attraktivität uns bei der Erreichung unserer Lebensziele dienlich ist, und wir im Gegensatz bei ihrem Mangel dieses durch differente Investitionen ausgleichen müssen.

Können wir uns wehren gegen diese Automatismen? Neurowissenschaftliche Forschungen verneinen diese Frage eindeutig. Doch im zweiten Schritt haben die Menschen Handlungsspielraum. Nachdem die evolutionär-soziale Sensorik auf die Schönheit mit körperlichen Reaktionen antwortete, liegt es an uns, diese in unserem Bewusstsein als das zu erkennen, was sie tatsächlich ist. Schöner Schein, der vorerst nur den Sinn des Schönen Scheins besitzt, sonst nichts.