Was ich besser machen könnte… Teil 3 von 12 [Intermezzo]

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3. Aufmerksam zuhören 🙈

Der Rheinländer ist quasi eine Quasselstrippe. Nicht-Rheinländer beklagen oftmals, dass sie aus einem Gespräch mit einem Rheinländer herauskamen und feststellen mussten, dass sie eingentlich überhaupt nichts gesagt haben. Der Rheinländer dafür umso mehr. Ich bin gebürtiger Rheinländer und weiß, dass ich dieses Gen ebenfalls in mir habe, es äußert sich nur anders, und daran möchte arbeiten. Das äußert sich wie folgt: In einem Gespräch mit einem anderen Menschen kommen mir während der Worte des Anderen eigene Gedanken und Erfahrungen, die ich am liebsten sofort kundtun möchte. Doch das habe ich im Griff. Was ich verbessern möchte ist dieser Vorgang beim Zuhören. Ich möchte mich noch mehr auf das konzentrieren, was mein Gegenüber sagt, wovon er berichtet, was ihn sorgt. Meine Vermutung ist die, dass während des Abgleichs mit eigenen Erfahrungen mir Teile der Erzählung des Anderen entgehen könnten und ich dadurch Wichtiges von Unwichtigem versäume zu unterscheiden.

Ich selbst, groß geworden in Düsseldorf, habe es oft genug erlebt, dass auf eine Erzählung hin und einer Frage dazu nicht eine Antwort kam, sondern sogleich losgelegt wurde mit den Worten: „Jaaa, genau, dat hab‘ ich so ähnlich erlebt, wie Du und weißte, dat war so…“ Das habe ich mir zwar schon in jugendlichen Jahren abgewöhnt, aber gedanklich passiert es oft noch.

Wie siehst Du das? Bist Du ein guter Zuhörer? Gehst Du auf Dein Gegenüber ein oder bist Du eher ein guter Selbstdarsteller? Schätzen Deine Freunde den Austausch mit Dir? Was sind Deine Erfahrungen dazu und wie gehst Du mit diesen Tendenzen um? Ich bin neugierig, ob Du mir dazu etwas raten kannst. 😊

22 Gedanken zu “Was ich besser machen könnte… Teil 3 von 12 [Intermezzo]

  1. ‚Das größte Kommunikationsproblem ist, dass wir nicht zuhören um zu verstehen, sondern zuhören, um zu antworten.‘ Diesen Spruch las ich gestern und ich finde, er sagt genau das aus, was du mitteilen möchtest – ich denke aber zu deiner Entschuldigung, dass das nicht nur ein rheinländisches Problem ist. 🙂

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    • Nein, natürlich nicht, Bea, das ist schon etwas satirisch ironisch gemeint. In Berlin oder in Konstanz kenne ich es nicht anders. 😊 Es ist ein Zeichen der Zeit, die keine Zeit mehr hat zuzuhören, denn das dauert ewig…😉 Wenn Du Dich fragst, wann zuletzt jemand nachgefragt hat, oder sich vergewissern wollte, ob er richtig verstanden hat, dann wird das vermutlich nicht allzu häufig vorgekommen sein, oder?
      Liebe Grüße aus Hassels, wo ich noch gerade war…🙋

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  2. Zuhören finde ich sehr wichtig, um überhaupt ein gutes Gespräch zu führen. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn einen der Gesprächspartner ständig ins Wort fällt, um nur seine Gedanken zu äußern und seine Geschichten zu inszenieren, die dann auch mal völlig vom angesprochenen Thema abweichen können. Erst zuhören, ausreden lassen, dann antworten usw…
    Liebe Grüße Ariana

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    • Asche auf mein Haupt, liebe Ariana, denn das passiert mir manchmal auch: Ins Wort fallen. Zum Glück habe ich Menschen, die mich dann mit bösen Blicken erinnern! 😭😭 Ich gelobe auch hier Besserung. Zwar sind es nicht eigene Geschichten, die ich einflechte, aber Fragen oder Rückschlüsse gehören auch nicht einfach so eingeworfen, wenn der andere noch redet.

      Im Zuge meiner Tätigkeiten mit anderen Menschen habe ich einmal eine Runde inszeniert, die ich als eine der höchsten Formen der Kommunikation ansehe: Das Palaver. Alle sitzen im Kreis, jeder spricht der Reihe nach, wird nicht unterbrochen und so geht es reihum, bis alle Fragen beantwortet sind. Es war für alle ein tolles Erlebnis und wir alle mussten uns derart am Riemen reißen, nicht zu unterbrechen, wirklich eine Leistung der jungen Menschen. Einen Zettel für Notizen war dafür sehr hilfreich.
      Liebe Grüße, Olaf

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      • Es ist nicht immer einfach, zuzuhören bis der andere fertig ist, weil man gerne etwas dazu sagen möchte. Das passiert mir auch hin und wieder, meistens versuche ich aber, erst mal ausreden zu lassen. Ich kenne da Leute, die schaffen es nicht mal, dass man einen einzigen Satz zu Ende sprechen kann, einfach schrecklich für mich….

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        • Hallo in die Runde. Ich bin hier zufällig gelandet und hab die äußerst interessante Unterhaltung verfolgt.
          Aufgefallen ist mir auch, dass viele ältere Menschen einen nicht ausreden lassen, und das hat wahrscheinlich den Grund, weil sie sonst am Ende des Zuhörens oder des Themas ihre Antwort schon vergessen haben. Das hört sich zwar lustig an, ist aber so. Ältere Menschen können oft nicht mehr alles so schnell erfassen und behalten. Und deshalb fallen sie einem ins Wort, bevor sie ihr eigenes wieder vergessen haben.
          Liebe Grüße aus Ostwestfalen Lippe

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        • Hallo Su – sanne? 😊
          Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung und der häufigen Nutzung von Smartphones möchte ich fragen, ob jüngere Menschen sich tatsächlich besser in ein Gespräch einbringen können, als ältere Menschen, bzw. Gesagtes besser behalten können. Manchmal habe ich da so meine Bedenken. Aber grundsätzlich kommt es mir bei deutlich älteren Menschen auch so vor (Eltern, Großeltern, ohne ein Alter zu nennen)
          Danke für Deinen Kommentar und freundliche Grüße nach Ostwestfalen Lippe☺🙋

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        • Hallo! Ja, Susanne stimmt 🙂
          Du magst Recht haben, auch jüngere Menschen sind meist nur mit 1 Ohr und 1 Auge an der Unterhaltung, das andere Ohr hört die Klicks im Smartphone und das andere Auge schaut drauf. Ich habe meine 2 jungen erwachsenen Kinder als Paradebeispiel, lach 🙂
          Und bei den älteren Menschen habe ich die Generation meiner Eltern und deren Bekannte und Freunde vor der Nase, bzw. vor den Augen und Ohren, mit denen ich mich sehr sehr gerne unterhalte, die mir aber auch sehr oft ins Wort fallen um das Gedachte zu erzählen, damit es nicht im Nirvana ihrer Köpfe verschwindet 😉

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        • Ja, da haben wir dann ähnliche Quellen, Susanne, das wird bei uns wahrscheinlich auch so werden. Meine Mutter, eine ehemals sehr sehr streng erzogene Frau sagte mir als Jugendlicher oder auch junger Erwachsener: Wenn ich mal so wie Oma dazwischen rede, dann sage mir bitte unbedingt bescheid!!! Das habe ich natürlich nicht gemacht, denn es war alles gut so, wie es ist.
          Lange Pausen sind auch (Wenn auch selten) ein gutes Mittel, wenn jemand dauernd dazwischen spricht. (Du sagst ja gar nichts….?) (Ja, ich weiß nicht, ob du wirklich fertig bist und ich meinen Satz endlich zu Ende bringen kann…, 😉)
          lg Olaf

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  3. … hmm … ich erwische mich ständig dabei, dass es bei mir anfängt rattern wen jemand erzählt … doch dass sind dann meist oberflächliche Situationen .. meist auch wenn mehrere Leute beisammen sind … da bleib ich auch viel bei mir ….

    wenn es dann persönlicher wird hört es auf in mir zu rattern .. dann bin ich bei der Person mir gegenüber …

    ich denk mir dass das den Meisten so geht … und ist auch gut so … anders wär wohl sehr anstrengend .. eine lockere Plauderathmosphäre schafft irgendwann die Grundlage für dann später tiefere Gespräche . .

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  4. Menschen hören nicht zu, um zu verstehen, sondern um zu antworten. Oft erlebt, selbst dabei ertappt( natürlich).
    Der Abgleich mit eigenen Erfahrungen passiert doch ganz automatisch, einfach, um verstehen zu können. Ob man sie immer kundtun muss, steht auf einem anderen Blatt. Die Erfahrung des Gegenübers zu hören ist ja nicht immer nur schlecht, kann das Gespräch auch weiterbringen. Ausschliesslich Zuhören müssen nur Therapeuten, die werden dafür bezahlt, dass sie ihre persönlichen Geschichten aus dem Gespräch raushalten. Wie in allen Belangen ist es wohl der Mittelweg, der eine gute Wahl ist.
    Liebe Grüße

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    • Ja, Alice, der Mittelweg, wie so oft… Du wirst auch erlebt haben, dass die Tendenz zur Selbstwahrnehmung bei vielen Menschen sehr ausgeprägt ist und oft Antworten kommen, die das eigentliche Thema nur streifen. Nachfragen ist dazu ein probates Mittel, finde ich. Eine Königsklasse ist das Wiederholen: „Habe ich Dich richtig verstanden, wenn ich denke, dass….“ So können die besten Gespräche entstehen. Aber nicht jeder ist für Gespräche geeignet, manchmal reicht auch ein Blick und eine Berührung… 😊
      liebe Grüße, Olaf

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