Du. Bist. Schuld. [99]

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Kann von Schuld überhaupt die Rede sein?

Was bedeutet dir deine Schuld? Wie gehst du damit um? Kannst du deine Schuld eingestehen? Relativierst du deine Schuld und teilst sie auf in kleine Teile, die nicht alle deine Schuld ausweisen? Oder bist du eher analytisch, siehst deine Schuld und erkundest, wie es zu dieser Schuld kam? Vielleicht übergehst du alle Schuld, ignorierst sie und gehst über zur Tagesordnung? Flucht wäre eine Alternative? Schnell weg?

Der Umgang mit Fehlern ist eine der schwierigsten Herausforderungen unserer Kommunikation. Fehler macht jeder. Einer macht ihn, ein anderer bemerkt ihn. Was nun? Wie können die Reaktionen aussehen?

  • Hey Du, Du hast einen Fehler gemacht!
  • Hey Du, hast Du einen Fehler gemacht?
  • Hey Du, ist das richtig, was Du gemacht hast?
  • Hey Du, ich habe ein Problem, ich verstehe nicht, was dies bedeutet.
  • Hey Du, kannst Du mir helfen, folgendes nachzuvollziehen?
  • Hey Du, wie hast Du dies gemacht?
  • Hey Du, habe ich Dich richtig verstanden, wenn ich denke, dass es so gemeint war?

Möglichkeiten auf einen Fehler zu reagieren sind so vielfältig, wie unsere Sprache. Jeder hat schon von „Ich-Botschaften“ und „Du-Botschaften“ gehört. Jeder hat schon davon gehört, das es Aussagesätze und Fragesätze gibt. Möglicherweise hat mancher auch schon von ihrer Wirkung gehört. In der Theorie ist es vielleicht nicht so schwer die Unterschiede anzuwenden, doch die Praxis sieht allzu häufig anders aus. Ich bin da nicht anders, ganz und gar nicht. Ich versuche es, es gelingt immer besser, aber immer wieder falle ich in Verhaltensmuster zurück, die ich schon längst als ausgemerzt gesehen habe. 🙈

„Du bist schuld!“ meint immer auch „Ich nicht!“ „Ich bin besser als Du, weil mir dieser Fehler nicht passiert ist! In diesem Moment ist es eine wahre Einladung sich zu erhöhen, den anderen zu erniedrigen. Besonders bei jenen Menschen, deren Ego und auch Charakter nicht besonders stark ist beobachte ich diese Reaktion. Wie ist Deine Erfahrung? Doch Fehler sind das, was man machen wird, wenn man handelt. Handle ich nicht, lindnere also, so ändere ich nichts, das Leben nicht, eine Situation nicht, eine Lage nicht. Nur der Umgang damit ist etwas zutiefst komplexes, da er viele unterschiedliche Parameter hat. Wie gravierend ist ein Fehler, welche Situation ist es, und wer wird betroffen? Gibt es menschlichen Schaden, physisch oder psychisch, oder nur materiellen Schaden? Ist eine Anstrengung vergebens geworden, gilt der Schaden der Zeit? Welche Folgen sind real oder zu erwarten? Gibt es einen Lerneffekt? Ist Buße eine gute Idee oder Vergebung? Im kleinen Fehler wie im großen, im einmaligen wie im wiederholten, worin liegt die Ursache? Kann die Ursache bei der Betrachtung in Erwägung gezogen werden oder ist erst im Nachhinein von Bedeutung?

„Du bist schuld!“ ist ein Phänomen geworden, in vielen Lebenslagen und an vielen Orten scheint durch die nachlassende Fähigkeit zu kommunikativem Umgang der Ton rauer geworden zu sein und eine Verteidigungsstrategie liegt im Geiste stets bereit. „Nein!“, „Doch!“, „Nein!“, „Doch!“,…. konstruktiv sieht anders aus. Was erlebst Du so in Sachen „Fehler“ und „Schuld“? Hast Du Dich heute schon entschuldigt? Wurde Dir verziehen, oder hast Du eine Reaktion lieber gar nicht erst abgewartet? Nee, nicht wahr? 😊

2 Gedanken zu “Du. Bist. Schuld. [99]

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