Intermezzo (Reisen formt den Charakter, Teil 3) Panamá

Der erste Abend in Portobelo, Panama. Señora Cristina, meine persönliche Gastmutter, empfing mich äußerst herzlich in ihrem Hause.

Fotograf Koblenz Mayen Panama

Der Weg zur Straße

Zuvor fuhren wir die fünf Kilometer von Portobelo bis zu ihrem Haus mit einem Freund von ihr. Es war schon lange dunkel, so konnte ich nicht viel sehen. Es gibt in Portobelo so gut wie keine Straßenbeleuchtung und ihr Haus, schon etwas außerhalb gelegen, hatte lediglich eine kleine Birne über dem Eingang. 30 Meter steil bergan, dann konnten wir das Haus betreten. Sie hatte für mich ein Abendessen zubereitet, eingedeckt konnte ich einen Tisch erblicken. Ich platzierte meinen Koffer an der Treppe zum Obergeschoss, nachdem mir Señora Cristina bedeutete, ich würde oben wohnen, aber könnte erst, wenn ich wollte, zu Abend essen, um mich dann einzurichten. In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit dachte ich ihr Angebot anzunehmen, entschloss mich aber anders, um mich vorher ein wenig frisch zu machen.

Oben angekommen hat mir Cristina das Zimmer gezeigt, mein Bad und was sonst noch oben war, zum Beispiel einen großen Balkon, von dem aus in nicht ganz so rabenschwarzer Nacht bestimmt ein sehr schöner Blick in den tropischen Garten zu erhaschen wäre. Am Morgen danach holte ich dies sofort nach.

Gartenfotografie Garten Panama Fotograf

Gardenview (The Jungle)

Noch Abend. Mein Freund rief an. Er war ebenfalls in seiner Familie angekommen und fühlte sich etwas überfordert. Seine Familie begrüßte ihn sehr freundlich und auch sie machten ihm ein Abendmahl. Allein die Umstände konnte er im ersten Moment nicht erfassen: 11 (Elf) Personen, 5 Erwachsene und 6 Kinder begrüßten ihn und wollten ihn sehen, den jungen Mann aus Deutschland, der bei ihnen die nächsten 8 Tage leben würde. Sie alle sprachen in spanisch auf ihn ein, er aber versteht nur ganz wenig von dieser Sprache. In seinem Zimmer waren die Kinder zugegen, als er sich einrichten wollte, beim Essen waren alle dabei und wollten ihn sehr freundlich befragen und kennenlernen. Da rief er mich an und fragte, was er machen solle. Er wusste sich nicht recht zu verhalten, wollte höflich und freundlich sein, wie er ist, aber es war einfach zu viel. So führten wir einige Telefonate und nach einigem Zuhören und Zureden entspannte sich die Lage, seine Gastgeber machten allmählich etwas langsamer, wie er später berichtete und es kam der Bruder des Gastgebers, der gut englisch sprach, damit wurde alles gut.

Das Haus der Gastgeber meines Freundes war denkbar einfach gehalten, es gab einige Räume, alle ohne Fensterglas, offen, manche mit Moskitonetzen, andere frei. Auch die Möbel waren sehr funktional, aber alles sehr sauber. In seinem Zimmer war sogar eine Klimaanlage installiert, die die Temperatur tatsächlich reduziert hatte.

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Houses in Portobelo

Als ich mit den Telefonaten fertig war (während des Essens gingen sie ebenfalls ein, Señora Cristina hatte vollstes Verständnis), war auch mein Freund glücklich, alsbald begann ich mich mit meiner Gastgeberin zu unterhalten, soweit es möglich war. Sie sprach ein ganz kleines bisschen Englisch ich ganz wenig Spanisch, so kamen wir über hundert Umwege und reinstes Kauderwelsch zusammen. Über den Inhalt möchte ich später gesondert erzählen, es sind viele spannende Geschichten.

Ihre Wohnung unten im Erdgeschoss war mit Moskitoschutz regelrecht „abgesichert“. Alle Spalten an den Hausöffnungen waren mit Tesafilm geschlossen worden. Zum Glück war es keine Jahreszeit für die kleinen Plagegeister, sie erzählte, in der Regenzeit aber und danach wären es sehr, sehr viele. Doch jetzt, im Januar, sind sie sehr wenige. Ich hatte Glück, andere Menschen weniger. Ich habe durchgehend bis auf einer Übernachtung in einer Polizeischule in Colon stets ein Moskitonetz verwendet, außerdem unterstützte mich ein relativ wirksames Mückenschutz-Pumpspray recht zuverlässig. (Wen es interessiert: nur 2 Stiche in den Wochen 😉)

Am nächsten Morgen hatte Señora Cristina ein Frühstück bereitet und als ich während des gemeinsamen Frühstücks fragte, wie ich am besten nach Portobelo käme, sagte sie, dass entweder einer ihrer Freund mich fahren würde, ich ein Taxi rufen könne (1$), den Bus nehmen könne (20 Cent) (der kommt irgendwann zwischen 9 und 10 Uhr) oder zu Fuß gehen könne, das würde so 50 Minuten dauern. Ich entschied mich sogleich für den Fußweg, und in den nächsten Tagen würde ich jeden Morgen bis auf den Abreisetag zu Fuß nach Portobelo gehen. So tat ich es und es war toll, trotz der hohen Temperaturen und hohen Luftfeuchtigkeit. Angekommen nach 45 Minuten und unzähligen Fotos konnte ich mich in der Kirche etwas ausruhen und abkühlen.

Die Wege in den Tagen waren jedesmal spannend, denn die Anwohner der Straße saßen ab dem zweiten Tag meines allmorgentlichen Weges immer schon in Reihe und Glied vor ihren Häusern, und grüßten alle und immer superfreundlich zurück, mit einem Lächeln und leichtem Unverständnis im Blick, und ganz oft einem Winken! Ich hob zum Gruße fast immer meinen Hut und nach ein paar Tagen ging ich einige Male zu manchen Menschen hin.

Fotograf Koblenz Fotoshooting Picture

Friendly People in Panama

Dazu später mehr.

Und mehr zur Reise im nächsten Artikel, die Vorbereitungen des Weltjugendtages, die Tage der Begegnung sollten langsam beginnen, nach und nach trafen die Jugenlichen und jungen Erwachsenen in Portobelo ein. Es sollten zwei Welten entstehen, eine die des WJT und die andere jene des Lebens in der Familie, die sich hin und wieder überschneiden sollten.

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