Spiegel Deiner selbst [81]

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Betrachtest du die Menschen in deiner Nähe, jene aus der Vergangenheit und jene der Gegenwart, kannst du dabei beobachten, wie sich der Typ Mensch immer wieder ähnelt?

Du bist von Menschen umgeben, die dich so erleben, wie du bist. Mal kennen sie dich weniger gut, mal besser und mal sehr gut. Du übst eine Wirkung auf jeden einzelnen aus, indem du handelst oder auch nicht, indem du sprichst oder auch nicht, indem du da bist oder auch nicht. Ich behaupte, über dein Wesen wissen einige deiner Freunde, die dich im Leben schon etwas länger begleiten, recht gut Bescheid. Sie wissen dich einzuschätzen, wissen, dass sie sich auf dich verlassen können (hoffentlich 😉) und dass du da bist, wenn es darauf ankommt. Sie haben genauso deine Schwächen kennengelernt. Sie wissen, wovor du Respekt hast, was du nicht leiden kannst oder wo du einen blinden Fleck hast. Du weißt schon, die Differenz zwischen Selbstwahrnehmung und Wirkung auf andere Menschen.

Meine Überlegung zu dieser Einleitung ergibt sich aus meiner persönlichen Erfahrung mit mir selbst, wie auch aus der Erfahrung mit anderen Menschen, die ich eine Zeit in ihrem Leben begleiten durfte: Ziehen wir durch unser Verhalten immer wieder einen ähnlichen Typ Mensch an? Formen wir gar sein Verhalten durch unsere eigene Agitation? Ich behaupte: Dem ist so! Dies geschieht nicht immer in beide Richtungen, manchmal sind Verhaltensweisen dabei, die sehr dominant sein können. Du kannst sowohl Empfänger sein, wie auch Sender, es kommt auf Deinen Charakter an und auf so (für mich) wichtige Dinge wie Empathie und Menschlichkeit, auch Stärke und Leidensdruck sind bedeutsam, all ihnen voran aber geht natürlich die Liebe.

Du kennst bestimmt Verhaltensweisen, die du gutheißt. Dann wieder kennst du solche, die du am liebsten ausradieren möchtest. Und jede Menge dazwischen. Wie bei jedem Individuum wirken manche stärker auf Dich, andere weniger stark und einige lassen dich völlig kalt und du erscheinst teilnahmslos. Dieses Verhalten, deine Reaktionen geben ein Gesamtbild ab. Dich. Wenn nun Menschen mit dir zusammen kommen, entstehen überall Berührungspunkte, durch Handeln und Unterlassung, vielfach durch Worte, oft durch Gerüche, die ja ganz ungefiltert durch Gehirn und Verstand unsere Gefühle erwecken, und durch Mimik, die durch die millionenfachen Ausdrücke in deinem Gesicht in jedem Bruchteil einer Sekunde zu einer Reaktion zusammen fließen.

An vielleicht jedem dieser Berührungspunkte kann eine Gegenreaktion deines Gegenübers erfolgen. Wie Magnete können sich kleinste Teile deiner selbst mit denen des Anderen abstoßen oder anziehen. Jedes der obengenannten Dinge ist Teil einer Summe, welche ausmacht, ob eine Verbindung oder Abstoßung entsteht, die Gewichtung der Einzelteile ist dabei äußerst immanent. Da mit zunehmenden Alter Deine Veränderungen ebenso zunehmend weniger differieren, du erinnerst dich, du wächst langsam und beständig zu einer Persönlichkeit heran, sind einige Deiner Einstellungen -Pluspol und Minuspol- recht tief verwurzelt. Das ist dann der Punkt, an dem immer wieder Reibungen entstehen, an dem Abstoßungen und Anziehungen ihre Zeichen hinterlassen und eine Art Mensch deine Nähe sucht, der in weitestem Sinne kompatibel erscheint.

Es mag etwas zu vereinfacht dargestellt sein, doch der Ansatz ist recht deutlich zu erkennen, meine ich, und spannend entwickelt sich diese Überlegung, wenn zum einen sich ein Mensch wandelt und zum anderen sich ein Mensch dieser Wirkung bewusst ist und diese manipulieren kann. Manipulieren ist hier nicht unbedingt abschätzig gemeint. Eine Manipulation kann dazu führen, dass Gewohntes infrage gestellt werden kann, dass Erwartungen auf den Prüfstand kommen und Reaktionen nachgefragt werden können, die Gewohnheiten durchbrechen.

In Worten fällt das noch recht einfach, in geschriebenen erst recht, da zeigt sich bald, welch Geistes Kind hinter manchem Satz sich befindet, – ich hätte fast gesagt „lauert“ – bei der Mimik ist es schon viel schwieriger. Unsere intuitiven Ausdrücke von Enttäuschung, Überraschung oder Freude sind nicht einfach so zu verpacken, und ein Mensch, der etwas stärker intuitiv unterwegs im Leben ist, der ist nicht so einfach zu überraschen. Gefühle sprechen sich über Körperhaltung und Mimik schon meist viel eher und schneller aus, als unser Geist und Verstand mitbekommen könnte. Da ist’s meist schon zu spät für eine Steuerung. Wer das erkennt, dem sind Worte danach nur noch ein Versuch.

Zurück zur Ausgangsfrage. Dass sich „Gleich und Gleich“ viel mehr anziehen, als Gegensätze, das wurde hinlänglich erforscht. Wie glaubst du sieht es bei dir aus? Erfährst du hin und wieder eigene Reaktionen auf Menschen, respektive erlebst deren Verhalten, das du so von früher her wieder erkennen kannst? Fragst du dich, ob du erneut an einen Menschen geraten bist, der sich in einer dir gut bekannten Art und Weise verhält? „Oh, bin ich schon wieder an so einen Menschen geraten?!“

Sind DAS nicht Anzeichen dafür, dass Du bestimmte Wesen anziehst? Zu Beginn deines Lebens scheint es noch diffus zu sein, aber mit zunehmenden Erfahrungen und Menschen in deinem Leben kristallisiert sich das oftmals heraus. Es geschieht nahezu unabhängig von deinen eigenen Veränderungen, unabhängig von deiner eigenen Entwicklung. Kernpunkte deines Wesens betrifft es viel mehr, deine Fundamente, die seit deinen ersten Gedanken, deinem ersten erstarkenden Selbstbewusstsein etabliert wurden. Diese Maximen, die durchaus das Zeug zu einem Manifest hätten, wurden durch ganz gezielte Bestätigungen, die noch lange keiner absoluten Wahrheit und Tatsächlichkeit entsprechen müssen, immer tiefer in dein Wesen eingegraben. „Siehste, wusste ich’s doch!“ Ein Leben lang suchen wir alle nach einem Sinn und Erklärungen, Gründen und einer Logik, und versuchen in einem fort, dafür eine Bestätigung zu finden. Selbst das Hinterfragen geschieht selten nur ergebnisoffen, lieber finden wir etwas „bestätigt“. Safety first! Welch interessante Wesen wir doch alle sind! Und wer umgibt dich gerade so? 😊

7 Gedanken zu “Spiegel Deiner selbst [81]

  1. Sehr interessanter Beitrag und ich bin noch dabei, darüber nachzudenken, wo genau mich mein Weg inzwischen hingebracht hat – biege ich ab oder gehe ich weiter geradeaus. Oder anders: Zweifel ich bisweilen noch oder manipuliere ich bereits…. 🙂

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  2. Man muss sich bewusst machen, was man will und was nicht. Ich glaube schon, dass man das selber beeinflussen kann, wenn man sich bewusst macht, ob man sich mit solchen oder solchen Leuten umgeben möchte. Ich hatte immer ein Männerschema, das mich angezogen hat und das hat meist nicht funktioniert … dann hab ich mir (bewusst!) eine Liste gemacht, was ich möchte und was nicht. Ich kam auf 38 Punkte! Die mir dann klar machten, dass ich immer auf falsche Signale „reinfalle“. Danach hab ich tatsächlich auf andere Signale geachtet und dann meinen Mann kennengelernt, mit dem ich jetzt schon über 20 Jahre glücklich bin. Ich finde immer noch, dass das eine sehr wichtige Erkenntnis war.

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    • Danke für Deinen Kommentar 😊 und ja, solche Listen kenne ich auch, wenn auch bestimmt nur abgewandelt… Das „Hereinfallen“ auf bestimmte Arten von Mensch ist eine Richtung, das Anziehen bestimmter Charaktere eine andere und beides ist (für mich) untrennbar miteinander verbunden. Aber spannend, wie Du empfunden hast und eine Strategie oder Idee fandest das zu verändern. Diese Erkenntnis zu gewinnen ist vermutlich DER Schlüssel. Das geschieht dann wohl nur mit dem Willen zur Veränderung. Klar, alles andere schmerzt schließlich 🙈😆 lg

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