Next Generation [80]

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New Kids on the block, so nannte sich einst eine Pop-Band in den 80er Jahren. Nicht, dass es mir hier um die Musik der Combo oder eine Bewertung derselben gehen würde, das überlasse ich lieber den Kritikern. Nur der Name kam mir gestern in den Sinn, als mich wieder einmal eine 17-jährige junge Dame zwecks Erstellung fotografischer Aufnahmen kontaktierte.

Dabei ertappte ich mich bei einem amüsanten Gedanken: Als ich mit der Fotografie vor über dreißig Jahren begann, waren es noch die Mütter jener jungen Menschen, die vor meiner Kamera standen. Vor ein paar Jahren waren die jungen Erwachsenen noch kleine Kinder, ganz gleich, ob jene aus dem Familienkreis, Freundeskreis, Bekanntenkreis kamen (eher selten) oder es Fremde waren (meistens). Heute sind es Erwachsene, die zum Teil noch ihren Schulabschluss vor sich haben, studieren, eine Ausbildung machen oder schon beruflich Fuß gefasst haben. Meist Menschen, die noch nicht auf einen großen Erfahrungsschatz in Sachen Leben zurückgreifen können, die aber gerade ihr Äußeres entdecken und daraus Vorstellungen und Ideen entwickeln, sich vor der Kamera ausprobieren möchten.

Immer neue Generationen wachsen heran. Manchmal schweifen meine Gedanken in der Vergangenheit umher, ich denke an Brigitte Bardot und Sophie Marceau, an Marilyn Monroe und Claudia Schiffer, um nur mal ein paar Namen der Menschen zu nennen, die einst als schön bezeichnet wurden (und noch werden), von denen es unzählige Fotos gibt, in Büchern, im Netz oder Zeitschriften. Anschließend sehe dann Bilder jüngerer Menschen, die heute als schön empfunden werden. Da wären zum Beispiel Lauren de Graaf, Kristina Pimenova und wie sie heißen mögen, deren Stern noch nicht aufgegangen ist …

Ob ein junges Mädchen jemals ein Supermodel oder überhaupt den Weg zu einem Model-Dasein finden wird, diese Frage steht manches Mal im Raum, wenn ein junger Mensch ein Shooting erfragt. Auch die bekannten Supermodels haben einst nicht anders begonnen. Einmal angesprochen, vielleicht auf der Straße, im Café oder am Arbeitsplatz, oder durch eine Bewerbung kann daraus entstehen, was als Model-Karriere bezeichnet wird. Die Wege sind vielfältig, auch ein passender Web-Auftritt kann zu einer Entdeckung führen, wenn er entsprechend gut gemacht ist. Scouts durchforsten regelmäßig die einschlägigen Social Media Plattformen.

Ein Shooting oder ein Beginn mit Shootings muss jedoch nicht zwangsläufig dazu führen, Fotomodel oder sogar Mannequin zu werden. Es kann auch ein Hobby bleiben, bei dem man sich der Kunst der Darstellung hingibt und immer wieder besondere Bilder mit unterschiedlichen Fotografen kreiert.

Doch es kann, wie immer, wenn man es nur ernsthaft versucht, man Zeit investiert, dazu führen, dass man eine Zeit lang beruflich modelt, den Einstieg wagt in die Welt der Modedarstellung, dass man mehr oder weniger oft gebucht wird für die Erstellung von Modeaufnahmen einschlägiger Marken und Designer. Model für einen Katalog beliebter Marken oder auch Auftritte als Laufsteg-Model sind möglich und häufig ein Ziel junger Menschen. Ob es funktioniert oder nicht, das ergibt sich nach ersten Schritten und ob es letztlich den eigenen Vorstellungen entspricht oder ganz anders empfunden wird, zeigt sich recht bald. Innerhalb von sieben Stunden in sechzehn Outfits zu springen und jedes Mal ein anderes Outfit und eine andere Visagistik zu erhalten kann sehr anstrengend sein, von den unterschiedlichen Posen und deren Beherrschung ganz zu schweigen. Harte Arbeit ist es allemal, das sollte man nicht verkennen.

Auch ist es nicht nur die Arbeit bei einer Buchung, auch im Leben sonst sind einige Maßgaben nicht ohne Bedeutung: Wie ernähre ich mich (seltenst Fastfood, wenige Softdrinks, viel Wasser,…), wie halte ich mich fit und wie trainiere ich meinen Körper! Das sind nur zwei Aspekte von mehreren. Wer sich interessiert kann gerne in entsprechender Literatur weiterlesen.

Aber hat man sich erst dazu entschlossen, diesen Weg zu versuchen, dann sollte man es mit ganzem Herzen tun. Wenn, dann richtig. Man sollte den Willen haben, es zu versuchen und ich habe Menschen kennengelernt, die es wollen und solche, die zwar den Wunsch verspüren, jedoch sich nicht entscheiden können, es tatsächlich zu wagen. Damit gebe ich keine Wertung ab, denn es bleibt nicht für jeden Menschen, der es versucht, ein Ziel, es kann auch das Gegenteil als Erkenntnis herauskommen. Das finde ich genau so richtig! Und man hat es versucht.

Im Moment darf ich zwei junge Menschen dahin begleiten, die es wollen. Sie planen, setzen sich ein, investieren in sich, stellen viele Fragen und entwickeln Ideen. Unterstützung gebe ich sehr gerne, wenn solch eine Initiative zu erkennen ist, es macht mir viel Spaß. Auch die Ergebnisse sind so, dass es eine wahre Freude ist die Ergebnisse anzusehen. Das aber nur nebenbei.

Die Frage hinter diesem Beitrag ist eine ganz andere. Wie entwickelt sich die Menschheit in einer Zeitpanne über Generationen hinweg, wenn es um die Darstellung und die Begeisterung von schönen Menschen geht? Ein Gespräch mit einem ehemaligen Model, das nach ihrem Modelberuf einen anderen Weg eingeschlagen hat, erzählte von ihrem Werdegang, der Entwicklung der Modelbranche aus ihrer Sicht und den Umgang mit den Menschen von außen her, sowie untereinander. Sie war kein Supermodel, sie spricht von sich als ein Model mit gutem Einkommen und regelmäßiger Buchung für viele unterschiedliche Bereiche. Ihr hat es unheimlich Spaß gemacht. Eine Sache, die mich im Nachhinein immer wieder mal beschäftigt hat, ist ihre Ansicht über ihren und den Werdegang ihrer Kolleginnen, was das Alter betrifft: Modeln, so sagte sie, kannst Du ab ca. 16 und maximal bis 26 oder 28.

Das wäre ein Zeitfenster von ca. 12 Jahren. Alle 12 Jahre fände demnach ein Wechsel statt, bei dem junge unbekannte Menschen die Plätze derer übernehmen, die „schon“ 26 Jahre alt sind. Spielt diese Überlegung eine Rolle bei dem Wunsch, für eine Zeit ein Model zu sein? Bisher entstanden auf diese Aussicht hin keine Zweifel bei meinen Models. Im Gegenteil, es war bisher meist so, dass dieses Zeitfenster gerne als Phase des Lebens gesehen wird und die Zukunft zeigen würde, was weiter geschieht. Im Vordergrund steht der Wunsch, sich auszuprobieren. Kann ich das erreichen? Wie weit komme ich? Ist ein Traum meiner Kindheit eine Option für mich oder eine vollkommen andere Realität? Auch der monetäre Aspekt spielt eine Rolle, steht zwar nicht im Vordergrund, aber schwingt oft mit. Was daraus wird, steht ganz und gar im Ungewissen, denn man kann dazu nur das Verhältnis betrachten von Models und (den relativ wenigen) Supermodels. Wie eingangs erwähnt, auch die sogenannten Supermodels haben einst (meistens) ganz unten begonnen.

Soviel zu diesem Gedanken. Als Fazit lässt sich für mich erkennen, dass in jeder Generation immer wieder viele sehr hübsche, fotogene Menschen heranwachsen, von denen nicht jeder in dieses Business hinein schnuppern wird und will, dass es jedoch immer wieder atemberaubende Erscheinungen unter den Menschenkindern gibt, die dafür prädestiniert sind und damit ein Bild der Schönheit prägen und verändern, bestätigen oder kreieren können, das Begeisterung hervorruft und wie schon vor Jahrhunderten (vermutlich noch viel länger) eine Muse der Menschheit sein werden.