Wunsch, Wille und Handlung [79]

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Entsteht Wille durch den Wunsch einer Idee zu folgen und sie umzusetzen? Ein Wunsch nach Veränderung, nach einem „So nicht weiter.“ oder einem „Jetzt mal anders!“ setzt eine Bedingung. Ist das, was mich davon abhält sie umzusetzen die Vorstellung darüber, was ungeplant, unkontrolliert nebenher passieren könnte? Durch äußere Einflüsse oder die eigenen Fähigkeiten?

All das, was nicht dem jetzigen Zustand entspricht, was fiktiv ist, was mich von meinem gegenwärtigen Wege abbringt, läuft Gefahr, nachher unterschätzt worden zu sein. In diesem Augenblick werden die positiven Möglichkeiten kurzzeitig ausgeblendet. Sie scheinen in den Hintergrund zu treten, obwohl ich mit dieser Veränderung etwas entwickeln möchte. Versuche ich es nach der Devise „Veränderungen ja, aber nicht in jedem Belang“, was mehr und allzu oft einer Veränderung „LIGHT“ nahekommt als tatsächlichen Veränderungen?

Einige dieser Veränderungen sind nur in Verbindung mit anderen Gegebenheiten, bestimmten Bedingungen zu erreichen, andere funktionieren solo. Da das zu berechnen mir kaum möglich ist, also Eventualitäten vorprogrammiert und höchstwahrscheinlich sind, zweifele bis fürchte ich mich davor, etwas zu verändern?

Worum es geht: Wenn ich tatsächlich will, mir fest vorgenommen habe meine Idee umzusetzen, wenn ich bereit bin, darin zu investieren, dann stellen sich mir zunächst folgende Fragen:

  • Was kann ich veranlassen, damit bestimmte Änderungen vonstattengehen?
  • Was kann ich getrost dem Zufall überlassen, was nicht unbedingt, was keineswegs?
  • Was kann ich beeinflussen, was nicht?
  • Was kann ich aufgeben, was vielleicht, was keinesfalls?

Gedankenspiele finden in statt. Sie führen mich in die eine, wie in die andere Richtung, weg von mir, und wieder zurück zu mir. Weg von meinen Gewohnheiten und wieder zurück zu meiner Bequemlichkeit. „Two out of three ain’t bad!“ sang einst Meat Loaf. Das gilt zwar selten, aber heimlich doch immer wieder mal als Maxime für meine Bedenken. Gedankenspiele versetzen mich in eine Welt jenseits von der mir bekannten.

Was wäre wenn? Was könnte passieren, wenn? Der Schritt hoch von meiner Couch hinaus auf die Straße kann schon sehr gewagt sein, nicht wahr? Ist etwas anderes, als es nur durchzuspielen? Plötzlich stehe ich da, mitten auf der Straße, ohne bequeme Couch, ohne schützendes Dach über dem Kopf, ohne warme Fußbodenheizung. Ich gehe, kein Stillstand, keine Stagnation, kein Verharren in Bedenken, weil ich dort draußen auf der Straße nicht stehen bleiben kann. Nicht lange zumindest.

Der Wille nach einer Veränderung entsteht oft aus einem Zustand der Unzufriedenheit. Jeder möchte sich weiter entwickeln. Ich wachse unentwegt, meine Eindrücke und Perspektiven verändern sich mit jedem Blick, mit jedem Gefühl, mit jedem Gedanken. Ich reagiere darauf, sowohl bewusst als auch unbewusst und bilde damit mein Wesen.

Wenn ich etwas wirklich will, so merkt dies mein Umfeld. Wenn nicht wirklich, so auch. Dessen kann ich mir gewiss sein. Also gehe ich in mich, vertrödle nicht meine Zeit mit Dingen, die ich nicht tatsächlich will. Verschwende nicht die Zeit anderer Menschen, die mich unterstützen in etwas, was ich eigentlich nicht will. Ich trenne Wünsche nach innerem Wachstum von Unzufriedenheit über mögliche Mehrwert-Fragen. Ich pflege Dankbarkeit über vieles allzu Selbstverständliche. Bewusstsein erweitern um das, was über allzu weltliche, materielle Dinge hinausgeht, das verstehe ich unter meiner Unzufriedenheit in Sachen Leben.

Um all das so umzusetzen ist eine eindringliche Auseinandersetzung mit vielen Fragen notwendig, doch nur bis zu einem gewissen Punkt. Ab diesem, den jeder für sich selbst finden muss, gilt nur noch Handlung. Ein Weg beginnt mit einem Schritt, sagt ein Sprichwort sehr treffend, und niemand sagt, dass eine Richtung nicht verändert werden kann oder dass ein Schritt zurück nicht auch ein Schritt ist. Eine spannende Fragestellung, meine ich, die auch kleine Veränderungen nicht außen vor lassen.

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