Entscheidungen [67]

Eine Entscheidung ist stets eine Entscheidung. Möglicherweise eine mit einer längerfristigen Auswirkung, aber es ist eine Entscheidung des Moments.

Dieser Moment -ein Augenblick oder eine Phase- ist einer, in dem sich dir ein Horizont bietet, den du mit all deinen Sinnen wahrzunehmen in der Lage bist. Manches davon kannst du überblicken, anderes verbirgt sich wie in Nebel gehüllt vor deiner Neugierde. Es werden Dinge sichtbar sein, die gerade in ihrer Entstehung oder bereits entstanden sind, wie auch Dinge, deren Vergänglichkeit dunkel zu erahnen ist. Von manchen Ideen hast du noch keine Vorstellung, nicht der kleinste Hinweis zeigt sich dir. Das, was du sehen kannst, bildet eine Aussage, die du so übernehmen wirst. Anderes kannst du nicht herleiten, bleibt es dir doch verborgen. Noch. Oder für immer?

Erinnerungen bilden einen Teil der Grundlagen für deine Entscheidung. Ideen und Ziele, Vorstellungen und Wünsche bilden einen weiteren Teil. Da du dich beständig veränderst, du wächst, du eine Entwicklung durchschreitest, gilt eine Entscheidung eigentlich für den aktuellen Zeit-Raum, der dich gerade umgibt. Daher kann eine Entscheidung, getroffen im Zustand x, keine Halbwertszeit über jene Geschwindigkeit deiner Entwicklung besitzen, fließen doch alle neuen, spannenden und interessanten Entdeckungen in eine neue Dimension ein, die, wenn du in der Lage bist, ihr Raum zu geben, immer eine Entscheidung x+n oder x-n werden wird. Damit wächst du, vielleicht jeden Tag. (Und findest Wesen, die dich unterstützen zu wachsen.)

Eine neue Perspektive lässt dich einen veränderten Horizont wahrnehmen, mit neuen Eindrücken, verworfenen Ideen und Meinungen. Mit anderen Menschen geteilte Standpunkte ergeben ebenso neue Sichtweisen. Kommst du heraus aus deinem Stigma, so eröffnen sich Wege, die deine Möglichkeiten um das erweitern, was tatsächlich dir innewohnt und Wunderbares darüber hinaus. Folglich liegt es tatsächlich und wahrhaftig daran, eine Entscheidung zu treffen, die deiner Entwicklung entspricht und folgerichtig vorher getroffene Entscheidungen relativiert. Bedenke dabei, auch diese relativierende Entscheidung ist erneut relativ, wenn auch manche Entscheidungen eine längerfristige Gültigkeit behalten. Lasse sie jedoch niemals zu deinem Dogma werden.