Lebenserhaltungstrieb [52]

Nahezu kein Mensch agiert freiwillig in einer Art und Weise sich selbst zu gefährden. Der Selbsterhaltungstrieb schützt uns vor der Selbstzerstörung. Meistens macht er das, nur manchmal gibt es Störungen, die einen Menschen stark in Mitleidenschaft ziehen können. Ich vermeide all das, was mir Schaden zufügt und ich suche all das, was mir Wohlsein verspricht. Ob es sich stets erfüllt steht auf einem anderen Blatt.

Dort, wo ich mich unwohl fühle, dorthin begebe ich mich nicht gerne. Ich meide, wenn möglich, diese Plätze. Jedermann ahnt jedoch, dass sich solche Orte nicht immer ganz vermeiden lassen. Stellt sich daraufhin die Frage, warum sich Menschen -ganz aus freiem Willen- an Orte begeben, die dem eigentlichen Wesen nicht förderlich sind. Warum tun sie Dinge, die sie in ihrem Leben mindesten mal gefährden? Weshalb tun sie wissentlich Dinge, aus denen sie deutlich schon vorwegnehmen, schlussfolgern können, dass sie nicht zuträglich sind, mindestens für andere Menschen, aber auch für sie selbst?

Es ist hier nicht die Rede von Geboten oder Verboten, von Regeln und Gesetzen. Es geht um die Dinge, die ein Mensch macht, obwohl er sich ganz klar darüber bewusst ist, dass es nicht gut für ihn ist. Andere Menschen oder die Wirkung auf sie lasse ich für diese Betrachtung außen vor.

Wurde für dieses Gebaren eine Philosophie oder Maxime zugrunde gelegt und benannt? Ist es vielleicht jene, die besagt, dass sich hinter einer vermeintlichen Wahrheit noch eine andere verbergen könne? Ist es der Fähigkeit des Menschen geschuldet, zu lernen und aus bereits Gelerntem zu schließen? Begebe ich mich bewusst in Gefahr, um zu erfahren, zu lernen, ob sich dahinter vielleicht nicht doch Möglichkeiten befinden? Oder erfolgt es aus einer Unsicherheit heraus, damit wir uns nach erfahrenem Schaden bestätigt fühlen können, und dadurch wachsen, sicherer werden? Hat es etwas mit der heißen Herdplatte in Kleinkindertagen zu tun? „Fass‘ dort nicht hin, es ist sehr heiß, und es tut weh‘, wenn Du es doch machst!“ Unser aller Götter der Kindheit, unsere Eltern, die uns als erste die Welt zeigen, erklären, vorleben, die alles wissen, alles können, allmächtig sind für uns 3 jährige, bereiten uns vor auf das Leben, und darauf, wie wir reagieren und agieren müssen, wenn wir in der Gemeinschaft, in die wir geboren werden, bestehen können, vor. Zumindest so, wie unsere Eltern es glaubten richtig zu machen.

Wie war es einst im Experiment mit dem Karpfen und dem Hecht und der Glasscheibe und dem Futter dahinter? Ungefähr so liegt es in meinen Erinnerungen geschrieben: (meine Info stammt aus den hintersten Ecken meines Gedächtnisses…)

Zwei verschiedenen Fischen wurde Futter geboten, sie fraßen es. Irgendwann wurde eine Glasscheibe zwischen sie und das Futter gestellt. Einer der Fische war „schlauer“ als der andere, denn nach ein paar Versuchen und schmerzhaften Zusammenstößen mit der Glasscheibe schwamm dieser eine Fisch nicht mehr zum Futter, er wusste schließlich, da war eine Glasscheibe. Der andere, „dumme“ Fisch schwamm immer wieder vor das Glas. Trotz Kopfschmerzen und Beulen am Schädel ließ er sich nicht überzeugen.

Irgendwann wurde die Glasscheibe entfernt. Leider war der „schlaue“ Fisch in diesem Experiment nicht davon zu überzeugen, dass da keine Glasscheibe mehr war, es war ja nicht blöd, kann ja jeder behaupten, dass da keine Scheibe mehr ist. Der „dumme“ Fisch hingegen mit der mittlerweile entstandenen Migräne von dauernden Anstößen an die Scheibe war plötzlich wie aus dem Häuschen, er hatte total leckeres Futter gefunden und futterte sich voller Freude mal wieder so richtig satt. Sein Kollege aber, der sich mit solchem Pöbel wie ihm nicht abgab, wusste nur zu gut über Scheiben Bescheid, doch konnte er sein Wissen nicht weiter vermitteln, denn er verhungerte leider.

O.k. etwas ausgeschmückt, aber prinzipiell wurde das Experiment so oder ähnlich durchgeführt, mit Karpfen und Hecht hatte ich gespeichert, möglicherweise auch mit ähnlichen Tieren, vielleicht weiß es hier jemand genauer…

Was soll uns das sagen? Dazu mehr in Teil 2. Anmerkungen dazu wie immer, auch jetzt schon, gerne von Dir.

3 Gedanken zu “Lebenserhaltungstrieb [52]

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