Nackt! (212)

Nackt! Bist du nackt ein anderer Mensch, als wärst Du bekleidet? Gibt dir deine Kleidung einen Schutz, eine Maskerade, eine Sicherheit. Ist Kleidung etwas, ohne die du entblößt, ja vielleicht sogar erkennbar wärst?



Nackt. So bist nur selten in der Öffentlichkeit zu sehen, nicht wahr? In unserer westlich geprägten Gesellschaft gibt es nur wenige Orte, an denen es gestattet ist, sich unbekleidet zu zeigen. Etwa der FKK-Strand oder die Sauna, und vielleicht ein Nudisten-Camping. Bist du nur etwas weniger bekleidet, so gibt es weitaus mehr Orte, an denen es zum üblichen Erscheinungsbild zählt: etwa das Schwimmbad, der Strand oder auch die Stadtparks der Städte. 

Fast fließend sind die Übergänge von Strandkleidung über leicht sommerlich bekleidet bis hin zu „normaler“ Kleidung. Eine Kleidung, die unseren Körper bis auf die Hände, Beine und unser Gesicht vollständig bedeckt. Bedeckt meint dabei eine Hülle aus Pflanzen-, Kunst-, oder Tierfaser, in welcher Weise auch immer. Denn ob eng anliegend, so dass unsere Körperform gut erkennbar bleibt oder so weit, dass wir wie hinter einem Vorhang versteckt scheinen, es kommt nur auf das Bild an.

„Erregung öffentlichen Ärgernisses“ wäre die Bezeichnung für den Tatbestand, sich unbekleidet an öffentlichen Orten zu zeigen, Orten, an denen es nicht gestattet ist. Andere Menschen fühlen sich möglicherweise vom Anblick eines Unbekleideten belästigt. Außerdem, so etwas macht man nicht, es gehört sich nicht. Unsere westlichen Sitten gebieten da deutlich Zurückhaltung. 

Nicht in allen Kulturen der Erde gilt dies bekanntlich gleichermaßen. Und schon in unserer eigenen Kultur gibt es frappierende Unterschiede bei dem, was vom Körper -und wo- zu sehen sein darf. Wer schon einmal während eines Venedig – Aufenthaltes versuchte, schulterfrei in den Markusdom zu gelangen, der weiß, wovon ich spreche. 

Doch welche Gefühle bemächtigen sich unser, wenn wir scheinbar (und der Kühle unserer Breitengrade geschuldet  – tatsächlich) schutzlos dastehen? Gilt doch Kleidung neben Nahrung und Wohnung als eines DER Grundbedürfnisse des Menschen. 

Sind wir in diesem Moment hilflos, weil wir ohne eine Aussage der Kleidung unseren bloßen Körper darstellen, nichts als unseren baren Körper? Keine Etikette üblicher Weise vermag uns einzuordnen. Nur die Form unseres Fleisches, unserer Knochen und der sonstigen „Zutaten“ eines Körperbaus beschreiben das Bild von uns. Oftmals nicht weniger, als durch körperbetonte Kleidung nicht auch zu erkennen gewesen wäre. Dennoch, es ist ein kultureller Unterschied, meist, lässt man eng anliegende Push-Up Mode außen vor. 

Nach der Beschreibung dieses Ist-Zustandes, die uns in jedem Moment eine Einschätzung über einen Menschen abverlangt stellt sich (mir hin und wieder) die Frage, was wir ohne die Kleidung vom Gegenüber erführen! Würdest du die Augen suchen? Würde die Gestik und Mimik alles in dir erzeugen? Wäre der Geruch etwas, was dich eine Meinung bilden ließe? 

Es geht hier ja um den ersten Eindruck,  aber würde er dir genügen? Würdest du auf Worte setzen? Wäre das Handeln für dich entscheidend? Käme es überhaupt so weit? Wie sähen die Interaktionen aus, wären wir alle nackt?

Und nun: Vergleiche!

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