The Show must go on! (207)

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Natürlich ist deine Haltung gut überlegt. Du möchtest dich schließlich von deiner besten Seite zeigen. Dein Publikum ist da. Du spielst deine Rolle. Nichts ist dem Zufall überlassen.

Nichts von dem, wovon du etwas weißt, ist ungeplant. Alles bedenkst du, alles ist vorbereitet. Bist du da, läuft die Show. Die Show läuft für die Zuschauer, für die Menschen in deinem Bannkreis, und nicht zuletzt für dich selbst. The Show keeps going on.

Was aber, wenn Du mal nicht genau weißt, wie die Show läuft, dort, wo du gerade auftrittst? Was ist, wenn du gar nicht weißt, worauf es dort ankommt, wo du erscheinst? Was geschieht, wenn dir unbekannt ist, was wichtig ist, was nicht, wie das, was du darstellen möchtest, gesprochen, gezeigt, gelebt wird. Was ist, wenn Du auf eine „Black’n White Party“ in schrillen bunten Farben erscheinst? Nun, du fällst auf. Du siehst anders aus, als alle anderen Besucher, gehörst nicht dazu, bist der bunte Vogel.

Was, wenn du bei einem wichtigen Geschäftstermin mit nur einem Tank-Top bekleidet auftrittst, während alle anderen Teilnehmer in gedeckter Geschäftskleidung erscheinen? Du fällst auf, siehst anders aus, als alle anderen Menschen.

Was, wenn du auf einer Beisetzung vor allen anderen trauernden Menschen in schallendes Gelächter ausbrichst, dich über den verstorbenen Menschen lustig machst und alles nicht ganz ernst nimmst? Du fällst auf, bist anders, als alle anderen Menschen.

Diese offensichtlich eindeutigen Situationen sind für uns sicher kaum vorstellbar, und sie wirken ziemlich überzogen, dass gebe ich zu. Doch was ist mit jenen Situationen, die nicht so eindeutig erscheinen? Was geschieht in den Momenten, in denen wir zusätzlich nicht die Aufmerksamkeit auf unser Umfeld gerichtet haben, weil wir gerade dann vielleicht sehr stark mit uns selbst beschäftigt sind? Wenn wir ehrlich sind, sind wir doch recht häufig mit uns selbst beschäftigt, oder?

Was geschieht in den Situationen, in denen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht erkennen? Was ist in den Momenten, in denen wir entweder aus Unwissenheit oder aus Ignoranz zu einer angemessenen Reaktion nicht fähig sind und konträr handeln oder nicht handeln?

Was geschieht, wenn wir mit unserem Erscheinungsbild, das wir zuvor in manchmal gewohnter Routine, ein anderes Mal in mühevoller Kleinarbeit erschaffen haben, einfach nur auflaufen, weil es deplatziert erscheint, nicht angemessen oder gar lächerlich? Möchten wir nicht liebend gern im Boden versinken? Nein? Ist es uns einerlei? Oder stehen wir darüber und ignorieren den Augenblick? Oder sind wir gewiss, dass dieser Moment -wie viele Momente im Laufe der Geschichte- im Nichts versinken werden, als wären sie niemals geschehen?

Viele Male im Leben werden wir an solch einen Punkt ankommen. Wie oft, dass hängt im wesentlichen davon ab, wie fit wir in der Welt der Kommunikation sind. Jede Begegnung ist gleichzeitig Kommunikation. Kommunikation mit allen Sinnen, denn mit allen Sinnen treten wir in Kontakt mit unseren Surroundings: Du bist da, und du wirkst. Wie, das liegt zum größten Teil an dir.

„Völlig losgelöst
von der Erde
schwebt das Raumschiff
völlig schwerelos…“
(C) Major Tom

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