Die Gefahr der Schönheit [ 209 ]

jeans hintern ladd Fotograf myk

mies-vandenbergh-fotografie.de

Das Schöne blendet uns und verblendet uns. Immer wähnt uns das Schöne gut zu sein. Nicht erst seit der Antike (Kalokagathia) finden sich synologische Tendenzen schon in der Wortwahl: schön gleich gut! Nie sind die Menschen mit dem Guten zufrieden, sondern suchen fortwährend nach dem Besseren. Dem besseren Foto, dem besseren Kleid, den besseren Schuhen oder der besseren Wohnung.

Stets erzeugt das Schöne eine positive Verknüpfung in uns. Das Schöne muss auch gut sein. Das Schöne kann es besser. Das Schöne meint es gut. So, wie das Schöne daher kommt, kann es nichts Böses im Schilde führen. Wie groß ist aber unsere Enttäuschung, wenn wir dieser unserer Täuschung gewahr werden. Wie konnte es nur dazu kommen, man hat es dem Schönen zuvor nicht angesehen.

Und das Schöne weiß um seine Wirkung, in allen Dingen. Nahezu magisch werden wir von ihm angezogen. Wir sortieren Minderwertiges aus, lassen den Hässlichsten von Dreien links liegen und wählen das Schönste. Wie ärgern wir uns, wenn uns einer zuvor kommt und uns das Schönste vor der Nase wegschnappt.

Wieder und wieder gehen wir dem Schönen auf den Leim. Aufgeklärt möchten wir sein, wissen, woran wir sind, gewappnet sein für alle möglichen Eventualitäten, denn wie lieben es nicht sehr, unvorbereitet überrascht zu werden. Doch mit all dem Wissen ist es nicht weit her, denn allzu gern lassen wir uns verführen: Das Schöne erweckt Versprechungen, die nur durch unser Zutun entstehen konnten, denn diese Versprechungen sind -fiktiv- in uns entstanden, ohne dass sie je vom Schönen ausgesprochen worden wären.

Wir suchen das Schöne. Immerzu. Wir suchen das, von dem wir persönlich meinen, dass es das Schönste sei: Die Kleidung, die uns am schönsten macht, die Wohnung, die wie am schönsten finden, das Auto, welches wir für das schönste halten. Es werden bevorzugt Zwecke konstruiert, um das Schöne zu rechtfertigen. In uns fiel das Urteil längst, bevor es in unser Bewusstsein kommt, dorthin gelangt es erst viel später hernach. Uns da ist es meist schon zu spät.

Wie oft fielen wir schon herein, auf das Schönere, das Bessere, das Wertvollere? Wie oft hat sich im Nachhinein gezeigt, dass im Schönen so viel Ungutes versteckt war, oder offensichtlich eigentlich – nur waren wir zu benebelt es zu erkennen, weil unsere Sinne vom Schönen geblendet waren. Verzaubert schien uns manche Schönheit, bis sie uns zu eigen wurde und uns im täglichen Angesicht zur Selbstverständlichkeit degradierte. Finden wir noch in den Sammelsurien der Schönheiten die Individualitäten oder finden wir sie bereits wieder als ein Ausstellungsstück im Kabinett der Belanglosigkeiten? Was einst so schön uns anmutete, sollte es untergegangen sein in einer Sammlung? Einer Sammlung an Eindrücken, Sichtweisen, Gefühlen oder Briefmarken? Um nur hin und wieder ganz kurz aufzublitzen? Doch, letztendlich, verloren in der Sammlung der Schönen …

Außenwirkung (208)

mies-vandenbergh-fotografie.de

mies-vandenbergh-fotografie.de

 

Weite. Unendliche Weite. Weite in Gedanken, im eigenen Willen, im innersten Gefühl, in seinen Zielen, Weite im Werden und im Sein. Befreit von Zwängen, von nutzlosem Tand, von Mauer und Hecken vor seinem eigenen Geiste, wie auch in der Wirklichkeit.

Differenzen enttarnen. Differenzen zwischen der sogenannten Realität, dem Dasein, dem, was wir Leben nennen, und dem, was unsere Idee vom Leben ist, unsere Vorstellung von Zufriedenheit und Entwicklung ist, und dem, von dem wir glauben, dass es erwartet wird, vom wem auch immer. Doch nicht nur diese Dualität erfasst es. Es handelt sich pluralistisch um mehr, mindestens aber um eine Trilogie. Drei Perspektiven, drei Ausgangspunkte, drei Sichtweisen könnte man einnehmen, mindestens.

Realität: Das, was uns widerfährt, was wir erleben, was unsere Sinne festzustellen in der Lage sind. Das, was wir durch Aktion und Reaktion erwirken. Das, was wir empfinden.

Wünsche, Vorstellungen und Ideen: Wir haben ein Bild oder eine Vorstellung von einem Zustand, den wir gerne erreichen möchten. Vielleicht ist es auch eine Ansammlung von Wünschen unterschiedlicher Priorität, die sich zudem auch noch beständig verändern; welch eine Herausforderung.

Einflüsse aus unserer Umwelt: Was sollen bloß die anderen denken? Was möchten wir, dass sie von uns denken? Wie wichtig ist uns, was ein anderer Mensch, ganz gleich, ob Fremder oder Freund, über uns urteilen? Was investieren wir [nur] für den Schein, das Licht, in dem wir er-scheinen möchten? Was soll lieber im Schatten hinter uns versinken? Welchen Einfluss haben all die anderen Menschen in unserem Leben? Was nehmen wir als gegeben hin [oder auf], um zu entsprechen? Wieviel unserer Lebensenergie verwenden wir auf diese Entsprechung?

Sind es diese drei Standpunkte, dann warten viele Abstufungen auf uns. Und noch vielfältigere Wahrscheinlichkeiten warten darauf, verarbeitet zu werden. Das geht oft auf der heimischen Couch nicht gut. Zu bequem. Zu viel Ablenkung durch … nun, Du kennst sie, die bösen … ! Treiben wir mehr durchs Leben, oder werden wir gar getrieben, von Mode, Konsum oder Luxus? Befehlen uns unsere schier unbändige Gier nach immer mehr oder unsere grenzenlose Habsucht zu eifern nach Diesem oder Jenem? Sind wir es am Ende selbst, die bestimmen, wann wir welchen Schritt zu welchem Ziel machen möchten?

Ist es leichter, Befehle zu empfangen, als solche zu geben, zu entscheiden, wo lang es geht? Die Freiheit Entscheidungen treffen zu können ist schnell der Zwang, eine Entscheidung treffen zu müssen. Gar nicht so leicht, muss man doch abwägen! Aber womit soll man abwägen, wenn die gewichtigen, essentiellen Gesichtspunkte fremd und unerkannt bleiben? Entscheidungen, deren Tragweite nur einer Idee von einer Vorstellung entsprechen? Das kann dramatisch enden. Und sich zu bilden, zu informieren, ein Fundament zu erbauen ist wiederum mit Mühsal verbunden. Und das, während wir doch so gern auf der Couch sitzen und heiter konsumieren. Verflixt. Kreativität hat etwas mit Aktivität zu tun. Tschüß Couch.

Liebster Award

image

Dann werde ich auch mal ein Schneeball in der Lawine sein, und beim Liebsten Award mitmachen … 😉

Regeln für nominierte Blogs:

Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel:

Danke liebe Ronja 🙂

Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.

1. Welche Person hat dich am meisten in deinem Leben beeindruckt?

Mein Vater: Er hat mir sehr viel vom, im, übers, Leben beigebracht, gewollt und ungewollt.

2. Welche Botschaft willst du mit deinem Blog vermitteln?

Begebe dich auf die Suche nach dir selbst, finde Dich selbst und praktiziere Authentizität, Ehrlichkeit und Freiheit, gewürzt mit Nächstenliebe, Empathie und Aufmerksamkeit.

3. Wo könntest du dir vorstellen deinen Lebensabend zu verbringen? Und mit wem?

Mit meinem Schatz in Berlin mit Wassergrundstück.

4. Welches Buch und / oder welcher Film hat dich am meisten emotional berührt?

Als junger Mann: Buch: Schiffer Bontekoes Schiffsjungen, Fabricius
Film: West-Side-Story

Aktuell: Buch: Ortega Y Gasset -Triumph des Augenblicks, Glanz der Dauer
Film: Krzysztof Kieślowski – Drei Farben Trilogie

Allzeit: Buch: Der kleine Prinz
Film: Reihe von Eric Rhomer: Moralische Erzählungen

5. Welche Jahreszeit magst du besonders gern und warum?

Jede Jahreszeit hat Ihren Reiz. Herbst; nicht zu heiß, warmes Wasser, traumhafte laue Abende, märchenhaftes Licht, …

6. Welches Genre liest du am liebsten?

Wissenschaft

7. Hättest du die Möglichkeit eine fiktive Gestalt (Film, Serie, Buch, Geschichte … ) zu treffen, auf wen würde deine Wahl fallen und warum gerade diese?

Oh, einer? Buddha, Hermann Hesse, Erich Fromm, Sokrates, Yogananda, …. weil ich so viele Fragen habe, … 🙂

8. In welcher Zeitepoche/welches Jahrhundert könntest du dir vorstellen zu leben?

Jetzt. 70 Jahre ohne Krieg in der Region, wo ich lebe, …da lohnt es sich doch, dafür zu kämpfen, dass es überall so sein wird ….

9. Welche Erfindung hat deiner Meinung nach die Menschheit am meisten beeinflusst?

Feuer

10. Du kennst sicher einige berühmte “letzte Worte”. Was wären deine?

… Sei wahrhaft Du selbst …

11. Bevorzugst du Vanille, Erdbeere oder Schokolade?

Zitrone, Minze, Amarena, und wenn es gar nicht anders geht, Vanille

Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award.

1. ZENTAO
2. MITOHNESAHNE
3. COLLEEN
4. DIDI
5. BELANAHERMINE
6. BOS PRIMIGENIUS

Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.

1. Welche ist die wichtigste Frage in Deinem Denken und warum?

2. Welche ist Deine intensivste Erfahrung im Leben?

3. Welche 3 Eigenschaften schätzt Du an einem Freund/Partner am meisten?

4. Welcher Körperteil / Körperbereich ist Dir für Dich /Deinem Partner am wichtigsten?

5. Welche Bedeutung bemisst Du der Ökologie zu und welcher ist Dein Beitrag?

6. Ein Psychiater, so steht es geschrieben, heilt sich bei jeder Behandlung auch ein wenig selbst. In wie weit trifft das auf Dich und Deinen Blog zu?

7. Wenn Du wählen müsstest, in einer der folgenden Städte ein Jahr verbringen zu müssen, welche wäre es und warum? Thimphu, Hauptstadt von Butan; Papeete, Hauptstadt von Thahiti; Ushuaia, Feuerland, Argentinien?

8. Wie alt warst Du bei Deinem ersten Kuss auf den Mund, und weißt Du noch den Namen?

9. Welcher Typ Mensch bist Du eher, lieber Led Zeppelin oder Eminem?

10. Zum Thema Flaschendrehen, Wahrheit oder Pflicht?

11. Zum Thema Lichtbilder: bewegt oder unbewegt, Video oder Fotografie? Und warum?

Viel Spaß! 🙂

Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award Blog-Artikel.
Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

The Show must go on! (207)

mies vandenbergh fotografie jeans hintern

mies-vandenbergh-fotografie.de

Natürlich ist deine Haltung gut überlegt. Du möchtest dich schließlich von deiner besten Seite zeigen. Dein Publikum ist da. Du spielst deine Rolle. Nichts ist dem Zufall überlassen.

Nichts von dem, wovon du etwas weißt, ist ungeplant. Alles bedenkst du, alles ist vorbereitet. Bist du da, läuft die Show. Die Show läuft für die Zuschauer, für die Menschen in deinem Bannkreis, und nicht zuletzt für dich selbst. The Show keeps going on.

Was aber, wenn Du mal nicht genau weißt, wie die Show läuft, dort, wo du gerade auftrittst? Was ist, wenn du gar nicht weißt, worauf es dort ankommt, wo du erscheinst? Was geschieht, wenn dir unbekannt ist, was wichtig ist, was nicht, wie das, was du darstellen möchtest, gesprochen, gezeigt, gelebt wird. Was ist, wenn Du auf eine „Black’n White Party“ in schrillen bunten Farben erscheinst? Nun, du fällst auf. Du siehst anders aus, als alle anderen Besucher, gehörst nicht dazu, bist der bunte Vogel.

Was, wenn du bei einem wichtigen Geschäftstermin mit nur einem Tank-Top bekleidet auftrittst, während alle anderen Teilnehmer in gedeckter Geschäftskleidung erscheinen? Du fällst auf, siehst anders aus, als alle anderen Menschen.

Was, wenn du auf einer Beisetzung vor allen anderen trauernden Menschen in schallendes Gelächter ausbrichst, dich über den verstorbenen Menschen lustig machst und alles nicht ganz ernst nimmst? Du fällst auf, bist anders, als alle anderen Menschen.

Diese offensichtlich eindeutigen Situationen sind für uns sicher kaum vorstellbar, und sie wirken ziemlich überzogen, dass gebe ich zu. Doch was ist mit jenen Situationen, die nicht so eindeutig erscheinen? Was geschieht in den Momenten, in denen wir zusätzlich nicht die Aufmerksamkeit auf unser Umfeld gerichtet haben, weil wir gerade dann vielleicht sehr stark mit uns selbst beschäftigt sind? Wenn wir ehrlich sind, sind wir doch recht häufig mit uns selbst beschäftigt, oder?

Was geschieht in den Situationen, in denen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht erkennen? Was ist in den Momenten, in denen wir entweder aus Unwissenheit oder aus Ignoranz zu einer angemessenen Reaktion nicht fähig sind und konträr handeln oder nicht handeln?

Was geschieht, wenn wir mit unserem Erscheinungsbild, das wir zuvor in manchmal gewohnter Routine, ein anderes Mal in mühevoller Kleinarbeit erschaffen haben, einfach nur auflaufen, weil es deplatziert erscheint, nicht angemessen oder gar lächerlich? Möchten wir nicht liebend gern im Boden versinken? Nein? Ist es uns einerlei? Oder stehen wir darüber und ignorieren den Augenblick? Oder sind wir gewiss, dass dieser Moment -wie viele Momente im Laufe der Geschichte- im Nichts versinken werden, als wären sie niemals geschehen?

Viele Male im Leben werden wir an solch einen Punkt ankommen. Wie oft, dass hängt im wesentlichen davon ab, wie fit wir in der Welt der Kommunikation sind. Jede Begegnung ist gleichzeitig Kommunikation. Kommunikation mit allen Sinnen, denn mit allen Sinnen treten wir in Kontakt mit unseren Surroundings: Du bist da, und du wirkst. Wie, das liegt zum größten Teil an dir.

„Völlig losgelöst
von der Erde
schwebt das Raumschiff
völlig schwerelos…“
(C) Major Tom