Zeit der Muse (184)

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Ein Künstler lebt für die Erschaffung eines Werkes. Es ist meist das Werk, welches er gerade fertigt. Jedes neue, weitere Werk ist der Versuch, das zu erschaffen, was seiner Idee, seiner Vorstellung von einem Kunstwerk möglichst nahe kommt. Er ist jeden Tag auf’s neue auf der Suche nach (s)einem Kunstwerk, dass den Ausdruck seiner Idee, die als solche keineswegs statisch ist, wiedergibt, vervollkommnet.

Er sucht in gewisser Weise sich selbst. In dieser Zeit gilt es, jene Wege zu beschreiten, von denen sich nicht alle sogleich als Sackgasse zu erkennen geben. So durchläuft ein jeder, der diese Entwicklung durchmacht, viele Irrwege, aber auch Wege, die ihn immer wieder einen Schritt weiter in seiner Entwicklung voranbringen. Hier möchte ich die Muse ins Spiel bringen. Eine Muse kann für einen Künstler überaus belebend sein. Sie setzt Synergien frei. Zum Beispiel Salvador Dali hatte in seiner Frau Gala seine Muse, die er in vielen seiner Gemälde auf wundervolle Art und Weise verewigte, die ihn beflügelte in seiner Entwicklung.

Vielleicht muss es nicht einmal immer die eine Muse sein, die der Künstler auserkoren hat. Vielleicht können es auch eine Reihe von Musen sein. Diese Feststellung kommt mir in den Sinn, wenn ich an die Vielzahl der Modelle der Maler denke, die sich vor deren Staffelei begaben, um dem Künstler eine Inspiration  zu sein. Fern ab von Auftragsarbeiten konnte der Maler so seine Idee des Bildes versuchen umzusetzen, die Seele in die Erschaffung seines Werkes transportieren, die vielleicht durch gerade diese Person ihm entlockt wurde.

Auch bei den Kunstwerken der Fotografie ist zu beobachten, dass manchem Künstler seine Aussage der Sicht auf die Dinge erst gelang, nachdem er mit (einem) ganz bestimmten Menschen zusammen arbeiten konnte. Ob nun gezielt oder durch Fügung sei dahingestellt. Bei manchen Fotografen war es ein einziges Bild, auf dessen Wirkung sein Ruhm, seine Kunst beruht, bzw. begann. Das muss nicht das Bildnis eines Menschen sein, doch die Geschichte zeigte, dass dem häufig so war, denn der Mensch war und ist vornehmlich am Menschen interessiert. Ob es der Fotograf Dennis Stock mit seinem Foto von James Dean auf dem Times Square ist, oder Georg Zimbel mit dem Bild der Marilyn Monroe in ihrem hochfliegenden Kleide, Steve McCurry mit dem Portrait des afghanischen Mädchens, es sind die Augenblicke, in denen der Fotograf nicht nur anwesend sein sollte, sondern die Kamera bereit hatte, um auszulösen, und sich in der Vorbereitung zu seiner Idee dieses Shootings/Bildes gewahr war.

Ich halte es für wunderbar, wenn die Zusammenarbeit zweier Künstler  -ein Model sollte genau so (Performance-) KünstlerIn sein, wie der Fotograf- in meisterhaften Werken sich ergibt. Je besser die Beziehung, vornehmlich auf der Ebene der Zusammenarbeit harmoniert, desto eher ist die Möglichkeit gegeben, ein Bildnis mit Seele zu erschaffen. Zusätzlich ist es natürlich von besonderer Güte, wenn die „Chemie“ zwischen den Künstlern stimmt. Funktioniert über das Arbeiten hinaus die verbale und nonverbale Kommunikation und erwächst durch Freude und Lachen eine besondere Atmosphäre beflügelt das wunderbar. Vielleicht kann sich solch eine Beziehung nicht beim ersten Male der Zusammenarbeit ergeben, doch ich erlebte es schon genau in dieser Weise. Eine Muse sicherlich ist ein Mensch, der langfristig mit einem anderen Menschen zusammen wirkt. Eine Inspiration wächst dahingehend im Laufe der Sessions. Es ist ähnlich einer Beziehung, in der es Tage geben wird, in denen es nicht zu einer gegenseitigen Befruchtung kommt und es gibt Tage, da kommen regelrechte Kunstwerke zustande.

So wünsche ich jedem eine oder mehrere Musen, die Göttinnen der Künste aus der griechischen Mythologie, ob nun männlich oder weiblich, das ist dabei einerlei! So kann eine vertrauensvolle Gemeinschaft entstehen, aus der das Werk der Künstler erwachsen wird.

 

 

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