Save the Freedom of Photography!

Ein EU-Abgeordneter hat einen Gesetzentwurf in die Wege geleitet, der die Panoramafreiheit erheblich beschränken wird.

Wer will, kann helfen, diesen neuerlichen Irrsinn zu stoppen!!!

MEHR Infos:

https://www.change.org/p/european-parliament-save-the-freedom-of-photography

http://www.fotofeinwerk.de/2015/06/das-sollten-wir-nicht-tatenlos-hinnehmen-save-the-freedom-of-photography/

http://m.rp-online.de/digitales/internet/panoramafreiheit-selfie-mit-eiffelturm-auf-facebook-verboten-aid-1.5193523

http://digitaler-augenblick.de/die-panoramafreiheit-in-gefahr-oder-bald-keine-urlaubsbilder-mehr-auf-facebook-co/

Bitte weitersagen !!!

P.S. Ich habe die Petition unterzeichnet.

Durchsichtige Schönheit (178)

eisee jeans hintern schönheit

mies-vandenbergh-fotografie.de


Aufmerksamkeit und Beachtung zieht eine Form dann auf sich, wenn sie erkennbar ist. Sichtbar ist sie dann, wenn sie nicht versteckt ist. Erkennbar ist sie dann, wenn sie nicht „verformt“ oder verdreht ist. Menschen haben neben ihrer Kleidung auch eine Haltung, die ihre Form im Wesentlichen bestimmt.

Zuerst die Frage: Will ich erkannt werden? Soll meine Form, dieser wandelbare Teil meiner Persönlichkeit, sofort, später, teilweise, garnicht, ständig, manchmal, jedem, wenigen vorgestellt werden? Diese Frage steht ziemlich weit oben auf der Liste der grundlegenden/alltäglichen Überlegungen. Beeinflusst durch das soziale Umfeld und unserer eigenen Idee handeln wir.

In der Öffentlichkeit, genauso wie in unserer Vorstellung, geben wir ein Bild eines Individuums ab. Wir wirken – und wir glauben zu wirken. Wir sind Sender und wirken auf Empfänger. Wechselwirkungen sind noch nicht einmal weiter berücksichtigt. Der Stellenwert der Körperform war vielleicht noch nie zuvor so hoch, wie heute. Mit diesem Kult umzugehen ist für viele Menschen schwer. Dennoch entscheiden wir gemäß unserer Herkunft, unsres Glaubens, unserer Gemeinschaft und unseres Wesens.

Ein Körper kann aus vielerlei Gründen durch Kleidungsstücke verhüllt sein. Keine Form ist erkennbar. Gleichwohl kann ein Körper eng anliegende Kleidung tragen, sodass seine Form teilweise bis ganz erkennbar ist. Hier soll nicht beachtet werden, in wie weit die natürliche Form des Körpers durch bestimmt Funktionen der eng anliegenden Kleidung manipuliert und so sein Aussehen verändert wurde.

Zwischenruf: Wieviel von meinem Wesen meine ich verstecken zu können, wenn ich meinen Körper verstecke, sagte der Vogel Strauß? 😉

Für sein Handeln hat der Mensch üblicherweise einen Grund. Wodurch auch immer diese Gründe entstanden sind, sie sind und bleiben im Moment der Entscheidung für oder wider eine Handlung eigenverantwortlich. „Ich habe so gehandelt oder nicht gehandelt, weil eine Absicht dahinter steht.“ Ob mit dieser getroffenen Aussage bei der Vielzahl der möglichen Empfänger die Botschaft vermittelt wird, sei dahingestellt. Der Sender der Botschaft ist konsequenterweise DAS Zentrum des Universums. Im Augenblick der Sendung strahlt sie ab in alle Welt. Niemand sonst steht dahinter als der Absender.

Ankommen wird die Botschaft in unendlich vielen Zentren des Universums. Jedes einzelne ist für sich genommen das einzige Zentrum. Bestenfalls entsteht im Nachhinein die Auseinandersetzung mit der Botschaft, erst aber einmal trifft sie ein und wird interpretiert. Eine Analyse bleibt meist aus, bei der Vielzahl der Botschaften ist es auch nicht immer notwendig, die Frage bleibt, wann ist es und wann nicht. Doch das ist hier vorerst nicht wichtig.

Wann immer er möchte, darf, kann, will zeigt der Mensch die Form seines Körpers. Eine Skinny Jeans zeigt die Beine und den Po, bei der High-Waist den Körperbereich bis zur Taille. Die im Moment in Mode gekommenen Leggins oder Yoga-Pant zeichnet den Körper je nach Farbmuster deutlichst ab. Weniger deutlich zeichnen den Körper weiter ausfallende Hosen, Röcke oder Kleider ab. Viele Zwischenstufen kann man nennen, bis schließlich die Dschilbab, Hijab oder Niqab, Gesichtsschleier wie auch der Tunica oder Habit, die Kleidung meist katholischer Nonnen erwähnt werden kann.

Doch nicht um die Art der Kleidung geht es, sondern um die Aussage, die Botschaft dahinter. Was will derjenige oder diejenige sagen, wenn sie körperbetonte Kleidung tragen, was, wenn sie sich lieber verhüllen? Diese Entscheidung trifft der Einzelne, ganz gleich, ob er sich einer Gruppe anschließt oder nicht.

Beziehung zum Foto: Ich persönlich favorisiere eine Aufnahme eines „Interessant-aussehenden“ Menschen, auf der dessen Körperform (zumindest) erahnbar ist. Schönheit im Sinne von Körpern (aller Art) ist (für mich) dann sichbar, wenn deren Proportionen auf dem Bild sichtbar/erkennbar gemacht werden konnten. So, wie auch ein Gesicht eine „Form“ hat, ist eine Aufnahme gelungen, wenn es in dieser seiner Form auf der Fotografie nachgezeichnet worden ist. Klingt theoretisch, ist aber auf vielen Fotos mancher bekannter Fotografen, wie Peter Lindbergh, John Rankin Waddell, Ellen von Unwerth, Herb Ritts oder Richard Avedon eindrucksvoll zu sehen. Es ist ein Arm, ein Bein, eine Taille, ein Bauch oder eine Hand, die ein Portrait, Körperbild oder eine Modefotografie zur Ikone machen kann. Meine ich. 🙂

Du bist schön, weil ich Dich kenne! (177)

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Menschen, die uns an jemanden erinnern, den wir kennen, bzw. dessen Aussehen uns bekannt vorkommt, diese Menschen haben in der Wahrnehmung einen „Heimvorteil“. Warum ist das so?

Studien, die in England durchgeführt wurden, ergaben, dass Sympathiegrade sich stark an bekannten Gesichtern orientieren. Probanden wurden auf dem Bildschirm eine Reihe von Gesichtern gezeigt, die sie auf einer Skala benoten sollten. Es sollte, so wurde ihnen vorher mitgeteilt, eine Erhebung über die Attraktivität natürlich geschminkter Gesichter im Verhältnis zu überzogen geschminkter Gesichter durchgeführt werden.

Wovon die Probanden jedoch nichts wussten, war folgende Konstellation. Ihnen wurden gezielt ausgewählte Gesichter gezeigt, die so ausgesucht wurden, dass ein Teil der Gesichter bestimmten Personen aus ihrem persönlichen Umfeld ähnelten, zusätzlich einige Gesichter von mehr oder weniger bekannten Models und Stars, sowie willkürlich ausgewählte Gesichter. Einer Kontrollgruppe wurden die gleichen Gesichter gezeigt. Hauptsächliche Beachtung fanden bei der späteren Auswertung jedoch nur die Gesichter, die den Vertrauten-Bonus bei den Probanden der ersten Gruppe besaßen und die dazu erfolgte Bewertung der Kontrollgruppe.

Das Ergebnis war eindeutig: die erste Gruppe bewertete Gesichter, welche unwissentlich Personen aus ihrem eigenem Umfeld glichen, durchweg höher in der Attraktivität, als die Kontrollgruppe dies tat.

So scheint der Mensch, als Gewohnheitstier, dem Vertrauten ehr zugeneigt zu sein. Eine Vermutung könnte man daraus schließen: dass auf diesem Wege Menschen, die vielleicht in den Augen der Masse keinen der vorderen Plätze bei einem Schönheitswettbewerb erreichen würden, so diesen ungeahnten Vorteil für sich verbuchen können.

Und tatsächlich gibt es Studien, nach denen eine nicht unerhebliche Zahl von Ehemännern dem Äußeren der Väter der Ehefrauen in auffälliger Weise ähneln. Umgekehrt, also bei den Ehegatten konnte dies jedoch nicht festgestellt werden, hier sind Erkenntnisse herausgearbeitet worden, die das Gegenteil untermauern: Die Ehefrauen sehen den Müttern der Ehemänner auffallend wenig ähnlich. Eine Erklärung dazu wäre noch interessant heraus zu finden.

Zuletzt möchte ich noch einen Bogen schlagen zur Globalisierung der Sehgewohnheiten durch die Medien. Die zunehmende Präsenz aller menschlichen Rassen in den verschiedenen Medien, besonders aber des immer stärker genutzten Internets, wird dazu führen, dass wir unseren Horizont deutlich erweitern. Eine persönliche Verbundenheit Bekanntem gegenüber wird einen immer größeren Kreis bilden, was ich in diesem Zusammenhang sogar für durchweg positiv halte. Die Wahrnehmung und Gewöhnung an die tatsächliche Existenz der unterschiedlichsten Menschen auf unserer Erde wird diese latente Zurückhaltung andersartigen Menschen gegenüber zunehmend verblassen lassen. Ist zu hoffen.

So gefällt uns der lächelnde Südamerikaner genauso gut, wie der lächelnde Schwede, die traurig schauende Japanerin so wie die betrübt blickende Stuttgarterin. 🙂

Mode als persönliche Selbstdarstellung (176)

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Kleidung gilt als ein Teil der persönlichen Selbstdarstellung. Denn jeder Mensch entscheidet zu jeder Zeit über die Art seiner Kleidung. Dabei spielt es tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle, welche willkürlichen Konventionen eine Kleiderordnung vorschreibt. Denn auch innerhalb dieser Vorschriften existieren wiederum Wahlmöglichkeiten, deren Ausdruck sich in der gewählten Kleidung widerspiegeln.

„Zeige mir deine Kleidung, und ich sage dir, wer du bist!“ So funktioniert unsere Gemeinschaft. Definitiv! Nahezu jeder ist sich dessen bewusst. Jedoch, lange nicht jeder hält sich daran, nimmt in Kauf, vorerst der Kleidung nach behandelt zu werden, um erst in zweiter Linie differenzierter erkannt zu werden.

Die Sprache der Kleidung ist eine nicht immer leicht verständliche. Irrtümer und Entgleisungen zeugen für das unterschiedliche Verständnis von Konventionen und Riten, von Gebräuchen und Regeln. Auch als Mittel der Rebellion gebräuchlich, unterwirft sich die Kleidung einem besonderen Verständnis. Diese Sprache zu lernen ist eine Aufgabe, die eine lange Zeitspanne des Lebens einnimmt, was nicht zuletzt daran liegt, dass sich diese Sprache nicht nur im Laufe der persönlichen Entwicklung ändert, sondern auch im Zuge der gesellschaftlichen Trends und Moden.

Klassiker der Kleidung bleiben nahezu unberührt, wenige modische Erscheinungen erreichen je den Status eines Klassikers, aber letztendlich greifen die wenigsten Menschen auf Klassiker im Alltag zurück. Nicht umsonst gilt die Modeindustrie als eine der stärksten Wirtschaftskräfte der westlich orientierten Gesellschaft. Was nicht bedeutet, dass eine Jeans und T-Shirt nicht schon den Status eines Klassikers erreicht hätte. Diese Kombination wird tagtäglich von einem Großteil der Menschen bevorzugt. Einfach praktisch und bezahlbar bis elitär kann diese Kombination unterschiedlichste Ansprüche bedienen.

Mitläufer und Trendsetter der Mode drücken sich modisch aus. Sogenannte Randgruppen wie Punks oder Teds, Gothics oder Emos, die – meist gegen ein Etablissement, oder für ihre Peergroup- ihre Ansichten signalisieren oder auch die in der Gesellschaft als integriert geltenden Schönen und Chicen, Gents und Beaus, die der optischen Gewichtung wegen ihre Mode als Ausdruck, insbesondere aber als Geltungsbeweis pflegen, üben einen gewissen Einfluss auf modische Strömungen aus.

Der Mainstream der bekleideten Menschen, der hauptsächlich innerhalb der Woche während der Feierabendzeiten zu beobachten ist, könnte als unauffällig simple zu bezeichnen sein. Im Grunde genommen liegen die Anforderungen der Kleiderordnung in engen Grenzen. Innerhalb derer gibt es zwar Variationen, doch der Tenor ist bestimmend deutlich zu erkennen.

Bunter im wahrsten Sinne des Wortes mutet das Bild an Wochenenden an. Bedeutend weniger Konventionen lassen mehr Spielraum zur Darstellung der Persönlichkeit. Wir haben den Freiraum, uns eine Kleidung zu wählen, die zu uns passt, die aussagt, wie wir uns fühlen, was wir denken, wir zeigen, wer wir gerne sein möchten und vor allen, zu welcher Gruppe von Menschen wir gehören wollen.

Wenige Ausnahmeerscheinungen, manchmal Trendsetter, durchbrechen diese Aussage, spiegeln Individualität wieder, zeigen die Einstellung in exhibistionistischer Weise: Seht her, ich bin anders, ich bin eigen. Doch mehrheitlich sollte man sich nicht täuschen lassen über eine weitaus größere Gruppe, nämlich derer, denen die Aussage der Kleidung einerlei ist: Ich bin einzigartig im Sinne und im Menschen, habe aber keine Ambitionen, dies über meine Kleidung nach außen zu tragen. Dessen sollte man sich immer wieder bewusst sein, bei jedem einzelnen, auch denen, die sich äußerlich und zu bestimmten Anlässen an enge Konventionen zu halten scheinen.

(Noch eine kleine Anekdote aus 1993: Im einem Yachthafen an der Ostsee -vielleicht Travemünde oder Laboe- angekommen, unbekannt und unwissend über die Gegebenheiten der Ortschaft suchten wir Rat. Wir sprachen verschiedene Leute auf dem Steg an. Gut gekleidete und solche mit offensichtlich stark abgetragener Kleidung. Bei diesen kurzen Gesprächen und unter der Prämisse: „Wie du in den Wald hinein rufst, so schallt es auch hinaus!“ machten wir eine Beobachtung: der mit der auffällig seemännischen Kleidung, der anschließend zu seiner 11 Meter Motoryacht stiefete, uns zuvor aber etwas überheblich und kurz angebunden entgegentrat, und der mit der weniger nautisch korrekten Kleidung, mit dem durchschnittlichen Jeans und Sweatshirt-Outfit, der uns freundschaftlich-offen weit über unsere Fragen hinaus Auskunft gab, und uns anschließend sogar noch zu einer Dose Bier auf seine klassische 15 Meter Segelyacht einlud. Wir nahmen natürlich freudig an. 🙂 Fast hätte uns die Kleidung getäuscht 😉 )