Werden wir immer schöner? (173)

mies-vandenbergh-fotografie.de

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Unterschiedliche Schönheiten finden unterschiedliche Liebhaber. Es bilden sich nahezu unendlich viele Teilmengen aus. Innerhalb dieser Teilmengen sind stärker durchgezeichnete Bereiche genau so vorhanden, wie weniger stark hervor gehobene Bereiche. Was bedeutet das?

Der Ausspruch „… für jeden Topf gibt es einen Deckel!“, aus Zeiten der Großeltern, dessen Ursprung sehr wahrscheinlich schon so alt ist, wie die Geschichte der Menschheit selbst, übermittelt etwas vom oben genannten Vergleich aus der Geometrie. Tatsächlich scheint es stets jemanden zu geben, der einen ganz bestimmten anderen Menschen in irgend einer Art und Weise anziehend findet. Unter ihnen befinden sich selbstverständlich Menschen, deren äußere Attraktivität im allgemeinen Ansehen weniger hoch ist, genau so, wie -im Ansehen der jeweils aktuellen Sicht auf die Attraktivität- solche, die als attraktiv zu bezeichnen sind.

Was führt dazu, dass es größere Teilmengen gibt, so, wie es kleinere gibt, möglicherweise sogar nur Teilmengen bestehend aus 1.

Hergeleitet aus der Tatsache, dass im Menschen ein grundsätzliches Streben nach Entwicklung fest verankert ist, gilt mein Ansatz diesem daraus resultierendem, selektiven Verfahren. Wir „möchten gerne“ einen in unserem Auge attraktiven Menschen finden, um uns mit diesem zu liieren. Dabei gibt es sehr differenziert erfasste Ursachen für wahrgenommene Attraktivität, hinzu kommt das unterschiedliche Verständnis von Attraktivität, gekennzeichnet unter anderem durch weibliche und männliche Präferenzen. Wer die Wahl hat, würde sich grundsätzlich eher für einen attraktiven Menschen als Partner entscheiden, als für einen minder attraktiven. Wie gesagt, was im einzelnen die Attraktivität ausmacht, sei vorerst dahingestellt.

Beobachtungen und statistische Erhebungen verzeichnen eine Tendenz zur steigenden Symmetrie des menschlichen Körpers. (Außen vorgelassen bleibt eine andere Tendenz zur zunehmenden Fettleibigkeit der Menschen.) Das heißt, wir Menschen werden immer schöner, weil symmetrischer. Ich wage daraus die Schlussfolgerung, dass es eine Folge der Selektion ist. Der Einfluss der Ernährung, Lebensweise und körperliche Fitness in diesem Zusammenhang ist natürlich sekundär genauso relevant und halte ich einen fortführenden Artikel darüber nach entsprechenden Recherchen für aufschlussreich, nichtsdestotrotz sind die Wahl der Gene und die Verbindung daraus entstehenden Lebens vorentscheidend. Was nun die Bedeutung des Aussehens betrifft, der ich in diesem Blog auf die Spur zu kommen plane, ergibt sich aus der Selektion eine stetige Entwicklung im Aussehen der Menschen, tendenziell zum schlanken, aber durchtrainierten Körper.

Besonders ersichtlich ist das bei der Beobachtung von jungen und sehr jungen Menschen, bei denen die Umwelteinflüsse noch nicht in entsprechendem Maße wirken konnten. Vorgeburtliche Maßnahmen verstärken diesen Trend erheblich, folgt man den Wissenschaftlern, deren Veröffentlichungen sehr interessante Hinweise beschreiben. So ist zum Beispiel die gezielt gesunde Ernährung der werdenden Eltern und deren medizinische Begleitung ein wesentlicher Grund für eine optimale Versorgung des werdenden Lebens und die Schaffung der damit verbundenen gesundheitlichen Voraussetzungen der bestmöglichen Entwicklung des Körpers und Geistes. Damit sind leider vorerst noch Industrienationen beschrieben, denn von gesundheitlicher Prävention kann in den Entwicklungsländern noch keine Rede sein, bzw, in Ländern, in denen chronische Unterversorgung nicht nur mit Nahrung und Trinkwasser herrscht.

Was nun der einzelne Mensch aus diesen positiven Fundamenten macht, sein dahingestellt, wenn in der Schule Kinder zu beobachten sind, deren Frühstückspaket tagein tagaus aus einer koffeinhaltigen Brause und einem Schokoladenriegel besteht, so sollte einem das zu denken geben. Aber nicht nur Kinder sind davon betroffen, auch für mich sind die ölig-kross gerösteten Kartoffelsticks aus der Tüte oftmals verlockender, als ein paar frisch geschnittene Kohlrabi-Stäbchen…  und: auf die Dosis kommt es an, schon länger bekannt😉

Zurück jedoch zur oberflächlichen Äußerlichkeit: Wie sich die Richtungsänderungen in der Gesellschaft durch unterschiedliche Strömungen im Wert der Attraktivitäten auswirken, ist für mich noch nicht ersichtlich. Wenn in einer Zeit X ein schlanker Körperbau bevorzugt wird und in der darauf folgenden Epoche Y ein stärkerer Körperbau im Trend liegt, so werden sich frei nach den Evolutionstheorien die Durchschnittsmenschen mal schlanker, mal kräftiger entwickeln. Speziell in die Tiefe gehende evolutionstheoretische Fakten, wie die generationsüberspringende Vererbung bestimmter Gene möchte ich hier nur erwähnen, nicht jedoch vertiefen. Dazu gibt es Fachliteratur, für den interessierten Leser kommt man im www schon zu verständlichen Ergebnissen. Was jedoch an den Tendenzen und Vorlieben der jeweiligen Zeit entscheidenden Einfluss hat ist die Tatsache, dass die Zyklen in immer kleiner werdenden Intervallen wechseln. Da stellt sich die Frage, inwieweit unsere Körper dann noch in der Lage ist, darauf zu reagieren und die Evolution damit egalisiert erscheinen wird. Findet die Mode zwischen schlank und vollschlank einen Wechsel innerhalb einer oder zweier Generationen statt, so befindet sich dies außerhalb der Evolution. Dann kommen andere Eigenschaften zum Tragen. Braucht der Mensch noch Füße oder Beine? Oder Zehen? Oder reicht die Hand zur Bedienung eines Mediengerätes?

Weniger ironisch-sarkastisch fortfahrend komme ich auf die Frage nach dem Wert der Attraktivität. Ein Topf findet einen Deckel, wenn z.B. eine Liebenswürdigkeit im Menschen vorhanden ist, die weit über jedweden Äußerlichkeiten steht. Doch in der Gesellschaft wird es zunehmend erschwert, diese Liebenswürdigkeit zu zeigen, dazu müsste man mit dem Menschen näheren Kontakt haben. Der wird reduziert, durch selbst genutzte Medien und einem weichenden Verständnis für Geduld, Verzeihen und anderen kleinen, aber dann doch geradewegs liebenswerten Unzulänglichkeiten. Der Schein rockt on Stage. Erkennen wir das, können wir darüber nachdenken, in wie weit das zu dem führt, wonach der Mensch im Grunde genommen strebt: Menschlichkeit!

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