Sinn und Unsinn ~ Vergängliche Schönheit (164)

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Warum ist es mir so wichtig, die Schönheit zu dokumentieren, im Bilde festhalten zu wollen? Dies höchst vergängliche Gut, das sich in nur Momenten verändert, mit dem Altern unseres Körpers am jedem Tage fortschreitet und nur im Wechsel der Generationen Bestand haben kann?

Gestern noch waren es Brigitte Bardot, Ursula Andress, Twiggy oder Jean Seberg, heute sind es Jessica Biel, Jessica Alba, Candice Swanepoel oder Cara Delevingne, morgen werden sie es nicht mehr sein, sondern solche, die jetzt gerade 11 bis 14 Jahre alt oder jünger sind und entdeckt werden wollen.

Update:  Schon mit 9 Jahren :  Kristina Pimenova

Es sind für mich nicht genau diese ausgewiesenen, bekannten Schönheiten, die ich vor der Kamera habe, doch es sind Gesichter, die den o.g. in rein gar nichts nachstehen, deren Bekanntheitsgrad ausgenommen. Auch von anderen Fotografen, gleich ob es Berufsfotografen oder ambitionierte Hobbyfotografen sind, finde ich immer wieder Portraits, die mir den Atem verschlagen.

Dabei möchte ich für mich persönlich feststellen, dass es gerade nicht die aufwändig inszenierten Arbeiten sind, welche mich faszinieren, sondern viel mehr die natürlich wirkenden Fotografien. Geschmackssache, klar! Nicht, dass diese Art der Fotografie gar keiner Vorbereitung bedurfte, sie ist nur weit weg von übermäßiger Künstlichkeit mit unnatürlich wirkenden Posen.

Wie dem auch sei, die eigentliche Frage ist, was so faszinierend an der Erstellung von Bildern schöner und interessanter Menschen ist? Dabei ist von großer Spannung, dass nahezu in jedem Gesicht, in jedem Menschen etwas Besonderes liegt und es am Fotografen liegt, dies abzubilden.

Wäre es nur die Betrachtung, so könnte ich im www unzählige Bilder ansehen. Jeder weiß, wo er fündig wird. Doch es geht um etwas anderes. Ich könnte von Kreativität und Kunst schreiben, von der Beherrschung der Technik und der Ausübung einer Fertigkeit. Sicher sind das Motivatoren, und auch ist der Weg das Ziel.

Als bedeutendste Antriebsfeder möchte ich aber die Betrachtung der eigenen Werke bezeichnen. Wenn der immer wieder kehrende Moment erscheint, der die eigene Gestaltung eines Bildes, eines Abbildes eines Menschen bedeutet, und sich im Betrachter dieses Gefühl einstellt, ein Stück Schönheit „erschaffen“ zu haben.

Dabei wird nicht unterschlagen, dass es eine Abbildung von real Existierendem ist, doch die einzigartige Sichtweise eines jeden Fotografen macht in höchst individuell, sein Kunstwerk zu einem Unikat. Vielleicht bedeutet das, dass dabei dem existenziellen, essentiellen Grundbedürfnis der Selbstverwirklichung Rechnung getragen wird.

Dabei wächst bei zunehmend größerem Portfolio der Betrag der Selbstverwirklichung. Abgesehen von der Gefahr, dabei sein Modell nur noch als solches wahrzunehmen, besteht tatsächlich bei entsprechendem Zuspruch, gleich welcher Art auch immer, eine wohlwollende Bestätigung seines Gesamtwerkes und damit ein Baustein der eigenen Persönlichkeit.

Damit ist zwar die eingangs gestellte Frage noch nicht beantwortet, doch ich habe einen ersten Hinweis für die Beantwortung entwickelt. Mich würde interessieren, welche Lösungsansätze Du hast. Was treibt Dich an, die Schönheit im Bilde festzuhalten?