Eine Frage des Rechts in Sachen Streetphotography, wird ein Urteil für Deutschland kommen ?

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Llanes

hier ein Artikel über einen Rechtsfall, den vielleicht bald jeden Fotografierenden angehen könnte. Einfach mal lesen und überlegen, ob unterstützt werden sollte.

https://www.startnext.com/streetphotography

http://www.berliner-zeitung.de/kultur/berliner-ostkreuz-fotograf-espen-eichhoefer–heimlich-fotografierte-passantin-verklagt-kuenstler-auf-schmerzensgeld,10809150,29620558.html

Vielleicht auch rebloggen, ich finde es wichtig für alle Streetphotographer!!!!!

Der Weg der Schönheit in unsere Vorstellung (166)

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Wenn die Abläufe im Gehirn des Menschen soweit fortgeschrittenen bestimmt worden sind, wie bis jetzt, so komme ich wieder und wieder auf die Frage, wie die „Werte“, die unser Handeln weitestgehend bestimmen, in
unseren kortikalen Frontlappen eingebrannt wurden!

In diesem Artikel möchte ich etwas über die Zusammenhänge in unserem Gehirn vereinfacht wiedergeben, von denen ich kürzlich las. Diese waren für mich spannend und verständlich dargelegt. Manch einer wird es kennen, doch der ein oder andere wird sich vielleicht darin wieder erkennen, wenn auch nicht unbedingt im Zusammenhang im Umgang mit dem Thema Schönheit.

Es beginnt mit der Feststellung, dass dem Menschen neben der Intelligenz noch die kognitive Kontrolle zu eigen sein kann. Diese Fähigkeit wurde im Frontalhirn lokalisiert. Von Kognitions- und Neurowissenschaftlern, sowie Persönlichkeitsforschern, die von „Gewissenhaftigkeit“ sprechen, wurde herausgefunden, dass diese Eigenschaft als eigentlicher Gegenpart zu unseren ureigensten, instinktiven Bedürfnissen, bzw. dessen Wunsch nach Erfüllung oder Befriedigung fungiert.

Diese gemeinhin unter Selbstdisziplin oder Gewissenhaftigkeit bekannte Eigenschaft wurde soweit als das bestimmt, wovon sich der Mensch vom einfachen Primaten unterscheidet. Letzterer reagiert eher unmittelbar und reflexiv auf einen Reiz. Wir Menschen hingegen haben im Laufe unserer Menschwerdung einige kognitive Kontrollmechanismen entwickeln können, die durch erlebte Werte genau dieselben verinnerlicht haben. Diese fließen in die Entscheidungsfindung ein.

Damit reagieren wir in differenzierter Weise. Wir empfinden, empfangen die Reizreaktion durchaus auf archaische Art. Sehen wir etwas, induziert unser Hypothalamus uns unmittelbar zur Handlung. Gleichzeitig agiert unser Frontalhirn: Es beWERTEt! Anhand festgelegter neuronaler Verknüpfungen werden bestimmte Impulse ausgesandt. Diese fundieren auf Erfahrungen bezüglich Nachhaltigkeit, Folgerichtigkeit, Wirkungen und der Aussicht auf optimalen Nutzen für das Individuum bzw. dessen Beziehung zu seinem sozialen Gefüge.

Genau am diesem Punkt wird es aus zweierlei Hinsicht spannend: Erstens besteht die Frage, wie weit die Entwicklung im Frontalhirn des Einzelnen fortgeschritten ist [wie viel Selbstdisziplin|Verantwortungsbewusstsein besitzen wir] und welche Qualität oder Art der Werte konnte vermittelt werden oder haben wir verinnerlicht. Streng zu trennen ist beides nicht, soweit die Forschung, doch bei differenzierter Betrachtung lassen sich Rückschlüsse auf die rudimentäre Wertevermittlung der Gesellschaft ziehen, in der das Individuum sozialisiert wurde.

So fließen in die Entscheidung über unsere Reaktion auch jene Erwartungen ein, die wir aus Erfahrung durch unser Handeln oder dessen Unterlassung gelernt haben. Gelernt meint in diesem Zusammenhang, welche Nervenverknüpfungen sich in der Vergangenheit in unserem Gehirn etablierten und welche fehlen.
Und erneut sind es unsere Erfahrungen, die Persönlichkeit, welche sich infolge einer Bildung von Werten mehr oder minder weit entwickelt hat, ausmacht.

Fazit: Absolut maßgeblich für unser Handeln oder unsere Unterlassungen ist die Identifikation mit vorgelebten Werten! Der Wert von Schönheit, wie auch der anderer fiktiver, kaum greifbarer Phänomene, wird uns im Zuge der Vorbereitung auf unser Leben durch unsere Sozialisation implementiert. Wollen wir eine Veränderung in Teilen unseres Wertesystems erwirken, so sollten wir Veränderungen in unserem Bildungssystem beschließen. Jeder Mensch in seiner Individualität kann neue neuronale Verknüpfungen bilden, es müssen nicht die gleichen sein, wie jene einer Gesellschaft, deren neue Religion die Unsterblichkeit des Körpers zu sein scheint.

Nervige Schönheit (165)

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Zwei Faktoren bestimmen die Verhaltensweisen des Menschen: Erstens Prägung und zweitens angeborene, vererbte Strukturen. Dies nicht nur in Bezug auf die Wahrnehmung und die Reaktion auf Schönheit. Soweit die Ergebnisse der Forschung bisher. Nun geht es bei genauerer Betrachtung darum, den Anteil der Prägung und somit die Folgen des Einflusses von Erziehung, Anleitung, Fürsorge und Empathie genauer zu bestimmen.

In der neurobiologischen Wissenschaft konnten bis in die 1990er Jahre durch Versuche und Forschung keine gesicherten, übereinstimmenden Ergebnisse heraus gearbeitet werden, die das Maß, den Einflussbereich von Erziehung, Bildung und sozialem Umfeld auf die Entwicklung des Individuums bestimmen konnten. [1] Oftmals wurden die vererbten Gene für prägender, mit stärkerem Einfluss versehen, gehalten. Andere Forscher kamen zum Ergebnis, das es das soziale Umfeld, in dem der Mensch aufwächst, sein Schicksal unabänderlich vorausbestimmten sollte. Erst seit dem letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts verdichten sich die Anzeichen für eine deutliche Tendenz. Untermauert von unterschiedlichsten Studien in verschiedensten Ländern beweist sich der Einfluss der Gene sich als viel geringer, die Persönlichkeit, das Wesen des Menschen zu gestalten, als die sozialen Vernetzungen.

Damit geht folglich einher, dass die Reaktionen auf unsere soziokulturelle Umwelt mehr erlernt scheinen als angeboren. Interessant an dieser Stelle wäre die wissenschaftliche Beantwortung der Frage, wieviel angeboren verursachtes Reaktionspotential in Ausübung der erlernten Verhaltensregeln des Menschen steckt.

In der Literatur finden sich einige Dokumentationen aus Forschung und Feldstudien, die zwar nicht direkt dieser Frage nachgegangen sind, die jedoch ganz ähnliche Bereiche der menschlichen Verhaltensweisen in Frage stellten.

Stelle ich hier die Frage, in wie weit mein Umgang mit den optischen Reizen der eigenen Spezies anerzogen ist, oder wieviel archaisches Instinktverhalten unbewusst in mein ach so intellektuelles Gehabe einfließt oder gar eine grundsätzliche Tendenz aufzwingt, so habe ich bereits in früheren Artikeln mit entsprechenden Forschungsergebnissen darauf antworten können. Treten Schlüsselreize auf, so reagiere ich in Millisekunden instinktiv, noch bevor mein Intellekt auch nur die Spur einer Chance hätte, mit dem Ausstoß von Neurotransmittern, die in Form von Enzymen wie beispielsweise Dopamin, aber auch Noradrenalin, β-Endorphin und Serotonin das Nervensystem anleiten. Diese Stoffe sind maßgeblich an unserem (Wohl-) befinden beteiligt, welches unser vermeintlich bewusst gesteuertes Verhalten unbewusst bestimmt.

Wird ein Cocktail aus diesen Substanzen in unserem Nervensystem erzeugt, durch welchen Schlüsselreiz auch immer, steigt unser Wohlbefinden in merklichem Ausmaß und damit ist die Tendenz unsres Verhaltens schon vorbestimmt. Mentale Autonomie, intellektuelle Selbstbestimmung scheint diesen Ergebnissen zufolge eine komplette Sinnestäuschung zu sein.

Und doch ist es so, dass wir nicht durch die Ausschüttung von Dopamin in Euphorie verfallen und alles stehen und liegen lassen. Wir sehen etwas Schönes und sind hin und weg? Nein, da ist schließlich noch das Serotonin. Dieser Stoff wirkt als Dämpfer. Es ist also nicht unser bewusster Verstand, der allzu erwachsen reagiert. Es ist der Botenstoff, der uns zu Gelassenheit, Ausgeglichenheit, inneren Ruhe und Zufriedenheit bringt. Er sorgt dafür, dass Besonnenheit als Grundlage für unser Denken geschaffen wird.

Zurück zur eigentlichen Fragestellung. Heißt die Antwort auf die Frage, wie wir mit der Schönheit umgehen, je nach Möglichkeit unseres Körpers den ein oder anderen Neurotransmitter ausschütten zu können bestimmte die Reaktion? Was würde der Lerneffekt des Lebens dazu beisteuern, wenn es so wäre? Nun, dass liegt sozusagen eine Ebene höher. Im Laufe des Lebens bilden sich die individuellen Nervengeflechte eines jeden einzelnen Menschen. Nahezu abgeschlossen ist diese Entwicklung im Alter von 16 bis 20 Jahren. [ebnd] Die Nervenautobahnen sind etabliert, nur Nebenstraßen werden noch gebildet. Und das immer langsamer. Und genau bei dieser Entwicklung zeigt sich der Einfluss der Gene und der Einfluss der Bildung: Multiple Sinnesreizungen, höchst abwechslungsreiche Inputs im Laufe der Menschwerdung bilden mannigfaltige Vernetzungen in den verschiedensten Bereichen des Gehirns aus, (musisch, kognitiv, haptisch) die dafür sorgen, dass der Mensch in vielfältiger, unterschiedlich reflektierender Art und Weise auf seine Umwelt reagierten kann und darüber hinaus diese mit formen kann!

Fazit: Mit dem Einfluss auf die Entwicklung eines Individuums bestimmen wir dessen Möglichkeiten im Umgang mit all den Einflüssen, die im Laufe seines Lebens auf ihn warten.

.[1]: Prof. Manfred Spitzer, Medizin für die Bildung, Spektrum-Verlag, Heidelberg 2010

Sinn und Unsinn ~ Vergängliche Schönheit (164)

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Warum ist es mir so wichtig, die Schönheit zu dokumentieren, im Bilde festhalten zu wollen? Dies höchst vergängliche Gut, das sich in nur Momenten verändert, mit dem Altern unseres Körpers am jedem Tage fortschreitet und nur im Wechsel der Generationen Bestand haben kann?

Gestern noch waren es Brigitte Bardot, Ursula Andress, Twiggy oder Jean Seberg, heute sind es Jessica Biel, Jessica Alba, Candice Swanepoel oder Cara Delevingne, morgen werden sie es nicht mehr sein, sondern solche, die jetzt gerade 11 bis 14 Jahre alt oder jünger sind und entdeckt werden wollen.

Update:  Schon mit 9 Jahren :  Kristina Pimenova

Es sind für mich nicht genau diese ausgewiesenen, bekannten Schönheiten, die ich vor der Kamera habe, doch es sind Gesichter, die den o.g. in rein gar nichts nachstehen, deren Bekanntheitsgrad ausgenommen. Auch von anderen Fotografen, gleich ob es Berufsfotografen oder ambitionierte Hobbyfotografen sind, finde ich immer wieder Portraits, die mir den Atem verschlagen.

Dabei möchte ich für mich persönlich feststellen, dass es gerade nicht die aufwändig inszenierten Arbeiten sind, welche mich faszinieren, sondern viel mehr die natürlich wirkenden Fotografien. Geschmackssache, klar! Nicht, dass diese Art der Fotografie gar keiner Vorbereitung bedurfte, sie ist nur weit weg von übermäßiger Künstlichkeit mit unnatürlich wirkenden Posen.

Wie dem auch sei, die eigentliche Frage ist, was so faszinierend an der Erstellung von Bildern schöner und interessanter Menschen ist? Dabei ist von großer Spannung, dass nahezu in jedem Gesicht, in jedem Menschen etwas Besonderes liegt und es am Fotografen liegt, dies abzubilden.

Wäre es nur die Betrachtung, so könnte ich im www unzählige Bilder ansehen. Jeder weiß, wo er fündig wird. Doch es geht um etwas anderes. Ich könnte von Kreativität und Kunst schreiben, von der Beherrschung der Technik und der Ausübung einer Fertigkeit. Sicher sind das Motivatoren, und auch ist der Weg das Ziel.

Als bedeutendste Antriebsfeder möchte ich aber die Betrachtung der eigenen Werke bezeichnen. Wenn der immer wieder kehrende Moment erscheint, der die eigene Gestaltung eines Bildes, eines Abbildes eines Menschen bedeutet, und sich im Betrachter dieses Gefühl einstellt, ein Stück Schönheit „erschaffen“ zu haben.

Dabei wird nicht unterschlagen, dass es eine Abbildung von real Existierendem ist, doch die einzigartige Sichtweise eines jeden Fotografen macht in höchst individuell, sein Kunstwerk zu einem Unikat. Vielleicht bedeutet das, dass dabei dem existenziellen, essentiellen Grundbedürfnis der Selbstverwirklichung Rechnung getragen wird.

Dabei wächst bei zunehmend größerem Portfolio der Betrag der Selbstverwirklichung. Abgesehen von der Gefahr, dabei sein Modell nur noch als solches wahrzunehmen, besteht tatsächlich bei entsprechendem Zuspruch, gleich welcher Art auch immer, eine wohlwollende Bestätigung seines Gesamtwerkes und damit ein Baustein der eigenen Persönlichkeit.

Damit ist zwar die eingangs gestellte Frage noch nicht beantwortet, doch ich habe einen ersten Hinweis für die Beantwortung entwickelt. Mich würde interessieren, welche Lösungsansätze Du hast. Was treibt Dich an, die Schönheit im Bilde festzuhalten?