Können Bilder lügen? 👓 (162 )

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Fotografie als Lüge für und in der Gesellschaft.
Wie viel realer Mensch wird auf einem Foto abgebildet.

Fast alle Fotografien von Personen des öffentlichen Rechts, welche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, wurden vorher durch Fotobearbeitungsprogramme „optimiert“. Jeder weiß das. Wie aber gehen wir damit um? Bei der Durchsicht der Hochglanzmagazine und Zeitschriften der Boulevardpresse blenden wir es verlässlich aus.

Allen Stars und Sternchen wurden hier und da Kurven zugefügt oder Pölsterchen wegretouschiert. Damit erscheinen sie -wiederholt und beständig- wie ein perfektes Abbild des schönen Scheins. Nahezu jeder Star beschäftigt einen Manager, welcher der Presse diktiert, welche Bilder in welcher Menge wo veröffentlicht werden dürfen. So dienen diese manipulierten Zeugnisse menschlicher Bildnisse als Vorbilder. Als Ideale für diejenigen, die daran arbeiten, einen Körper formen zu wollen, der in keiner Realität existiert.

Besonders Frauen, aber auch immer mehr Männer „shapen“ ihren Body. Der Körper möge eine Form erhalten, identisch derer, die Designer jeden Tag auf´s neue am Bildschirm idealisieren. Die wenigsten „Stars“ und „Sternchen“ geben Bilder zur Veröffentlichung frei, sollten diese ein Stück mehr ihrer natürlichen Wirklichkeit darstellen, als ihr Image erlaubte. Und, übersättigt vom andauernden Beschuss mit jugendlich schlank gehaltenen Personen und Körpern sind die Konsumenten -ausgeliefert der Bilderfluten- nicht mehr im Stande zu erkennen, welche Wirklichkeit der nicht egalisierten, faltenfrei gestempelten und reparierten Hautpartien der Hochglanzmagazine entnommenen Figuren die hübsche Bedienung im Bistro am Markt entgegenzusetzen hätte, hat diese doch einen leichten Krähenfuß am Lid des rechten Auges, der beim entgegnenden Lächeln ihr bezauberndes Wesen so charmant unterstreicht.

Dieser omnipräsente Ist-Zustand , allseits wohlbekannt, kann, wie jeder einzelne Missstand, wiederholt angeprangert werden, ja mit Engelszungen kann diese Misere beschrien werden, und doch steht es zu bezweifeln, dass dies an dieser Tatsache etwas ändert. Allen Unkenrufen zum Trotz scheint der Betrachter nach Vollkommenheit zu gieren, sich von der schnöden Realität abwenden, lieber seine Vorbilder mit seinen Idealen vermischt anbeten.

Um dieser gravierenden Idealisierung entgegen zu treten könnte der Ersteller der Werke seine Zielvorstellung revidieren, der Natürlichkeit zunehmend Raum geben. Doch ich bin überzeugt, dass es noch zu keiner Veränderung der Zustände führen werde, als zu einer Hinwendung zu jenen, die der Manipulation weiterhin treu ergeben sind. Somit möchte ich zumindest zwei Blickpunkte konstatieren: erstens, dass entweder die Idee, die Vorstellungskraft, die Wahrnehmung der Konsumenten, wie ich, schon vollends ruiniert ist, oder, zweitens, dass es der widernatürlichen Verhüllung und Entstellung des menschlichen Antlitzes geschuldet ist und damit darin nur ein Ventil, ein Ausgleich braucht, diesem Zwang nicht völlig zu erliegen.

Mir ist bewusst, dass dieser zweite Gedanke etwas provokant ist, doch ich frage an exakt dieser Stelle, warum die Heimlichkeiten darüber so eklatant offen gezeigt werden können, ohne dass es ausgesprochen werden darf!!! Wie sollen die jungen Menschen gesunde Wahrhaftigkeit in dieser verlogenen Scheinheiligkeit erfahren!
Solange nur der gestylte Mensch in entsprechendem Maße anerkannt wird können wir doch unsere charakterlichen Werte verkommen lassen, oder?

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