Look – Über das Posing der Modelle (146)

play jeans hintern Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

Im Rahmen meiner Portrait und People-Fotografie habe ich meine über die Jahre fotografierten Bilder ausgewertet, und zwar in Hinblick auf die Posen der Menschen und das bestimmende Motiv des einzelnen Bildes. Aufgeteilt in die möglichen Körperhaltungen habe ich folgendes festgestellt:

Mögliche Körperhaltungen:

1. Stehen

2. Sitzen

3. Hocken

4. Liegen

5. Knien

Dabei fiel mir als erstes auf, dass die Mehrzahl aller Fotografien ein Modell in stehender Pose abbildet. Weit dahinter kommt die Pose des Sitzens, noch dahinter die des Hockens und Kniens. Die wenigsten Aufnahmen habe ich im Liegen gefertigt. Bei den Portraits ist es nicht immer ersichtlich, doch die erforderliche Dynamik erreichte ich wohl bei der Mehrzahl der Aufnahmen durch das Stehen als körperliche Haltung. Bei der Aussage der Bilder hat sich bei näherer Betrachtung interessantes für mich herausgestellt, das ich wie folgt beschreiben möchte. Jede der Körperhaltungen hebt bestimmte Körperteile hervor. Dabei sind es je nach Pose bestimmte Körperteile, die mehr Bedeutung in der Bildaussage haben als andere, manches lässt sich je nach Haltung auch verstecken oder zumindest kann der Blickwinkel und die Pose den Betrachter über die Körperform des Modells täuschen.

Allgemein unter dem Begriff „Schokoladenseite“ ist bekannt, dass ausgewählte Perspektiven eine Person vorteilhafter abbildet als andere, hat doch tatsächlich jeder Mensch eine Seite an sich, die fotogener erscheint, als seine anderen Ansichten. Worauf ich in diesem Beitrag aber hinaus will, ist die Beschreibung der einzelnen Körperteile, die je nach Pose besonders hervorgehoben werden. Bei der Fotografie von Frauen als das gemeinhin als schöner angesehene Geschlecht spielt die Darstellung bestimmter Körperpartien eine entscheidende Rolle. Je deutlicher beispielsweise eine schlanke Taille abgebildet wurde, desto häufiger wurde das Modell als attraktiv bezeichnet und die Fotografie als gelungen. Frappierend war meine Entdeckung der Deutlichkeit, mit der eine Bildaussage bei den weiblichen Modellen in Bezug auf die Attraktivität verknüpft ist. Modelle, bzw. deren Fotografien wurden besonders dann als „gut“ empfunden, wenn bestimmte Körperteile positiv betont wurden. Wenn diese besonders sichtbar waren, galt ein Foto fast immer als gelungen.

Dazu eine kurze Aufzählung der Körperteile (ohne Rangfolge und das Gesicht bleibt unberührt, denn die Blickrichtung und der Blick überhaupt sollten obligatorisch korrekt sein):

1. Die Beine

2. Die Haare

3. Der Hintern

4. Die Brust

5. Die Hände

6. Die Gesamtproportionen

 

Da die meisten der Fotografien im Stehen gefertigt wurden, habe ich diese als erste untersucht in Hinblick auf die Häufigkeit der Sichtbarkeit der Körperteile. Dabei kam folgendes heraus:

Im Stehen wurden die meisten Fotografien dann gelobt, wenn die Beine des Modells positiv betont wurden. Körperhaltung war auch wichtig, der Po war manchmal von Bedeutung, wenn er zu sehen war, doch die Beine waren das ausschlaggebende Element. Körperspannung wurde dann positiv erkannt, wenn die Haltung des Körpers in natürlicher Weise erschien.

Auch die Haare waren ein bildbestimmendes Element, besonders lange Haare, immer noch ein absolutes Indiz für weibliche Schönheit bei nahezu allen Betrachtern. Wurden diese besonders betont, wurde das Bild häufiger als gelungen empfunden.

Im Sitzen war das Bild noch etwas eindeutiger. Hier waren Bilder, auf denen das Modell die Beine angewinkelt hatte, besonders beachtet worden. Der Hintern ist in sitzender Pose selten hervorzuheben. Auch der Körper in seinen Gesamtproportionen ist im Sitzen schwerer zu definieren. Der Oberkörper ist dabei sehr gut darzustellen, das honorierten die Betrachter stets. Erneut standen die Haare oft im Fokus.

In der Hocke und kniend war es die Körperhaltung, die in natürlicher Weise ausgeführt die meisten Bewunderer anzog. Eine scheinbar starke Dynamik hielt die Betrachter in ihrem Bann, wenn es ein gelungener Moment war, in dem die Kamera ausgelöst wurde. Überzogene Körperhaltungen wurden schnell erkannt und nicht sonderlich beachtet. Auch in dieser Pose kam den Beinen eine Schlüsselrolle zu. Vorteilhaft abgebildete Beine, wenn sie beispielsweise lang erschienen, wurden besonders gut bewertet. Beim Knien kam auch dem Hintern eine besondere Beachtung entgegen, konnte er doch in dieser Pose im richtigen Betrachtungswinkel im Halbportrait oder Dreiviertelportrait, manchmal auch im Viertelportrait besonders gut abgebildet werden. Die Stellung der Beine war von geschlossen bis leicht gespreizt kniend direkt bildbestimmend.

Liegend habe ich die wenigsten Aufnahmen gefertigt. Woran es liegt, kann ich nicht sagen. In dieser Pose kommt der Po gut zur Geltung, wenn ich nicht direkt von vorn fotografiert habe. Die Körperproportionen sind im Liegen gut zu verändern, wenn dies gewünscht ist.

 

Bei all den Aufnahmen, bei den verschiedensten Posen ist dennoch  das Gesicht das fast immer wichtigste Bildelement, das Element, welchem die größte Bildaussage zukommt. Dabei muss es nicht einmal immer ganz deutlich zu erkennen sein, wie bei der Körperfotografie ist oft ein etwas verstecktes Motiv in der Fantasie des Betrachters vervollständigt das spannendere, interessantere Motiv. Die (langen) Haare leicht ins Gesicht wehend, oder teilweise im weichen Schatten liegende Wangen des Modells können zu spannenden, natürlichen Portraits werden!

Als erstes Fazit ist mir geblieben, dass die besondere Güte der Fotografien stark mit den abgebildeten Körperteilen sowie deren Erkennbarkeit zusammenhängt. Die Bilder wurden umso besser beurteilt, desto vorteilhafter die einzelnen Körperpartien zu erahnen waren, und je deutlicher sie zu sehen waren. (Stichwort körperbetonte Kleidung) Das verhielt sich so bei männlichen wie auch weiblichen Betrachtern gleichermaßen. Schöne Beine scheinen dabei fast den stärksten Einfluss zu haben. Ist der Körper eines Menschen nicht zu erkennen, so „reduziert“ sich die (intuitive) Beurteilung auf das Gesicht der fotografierten Person. Das kann durch weite Kleidung geschehen sein oder aber durch den Anschnitt des Motives in der Fotografie, bzw. die Wahl des Ausschnittes. Die Intention der fotografischen Aufgabe ist bei der Entscheidung für oder gegen die Darstellung bestimmter Körperregionen entscheidend. Der Effekt, dass die Sichtbarkeit von beispielsweise einem knackigen Po eines weiblichen oder männlichen Modells immer auch eine erotische Nuance transportiert, sollte bewusst gewollt sein, passt aber nicht in jede Auftragsarbeit. Bei der Beauty-Fotografie halte ich dies jedoch für unerlässlich. Dass es dabei nicht immer alles direkt-plakativ sein muss, sondern oft angedeutet oder leicht versteckt sein darf, ist wohl allgemein bekannt.

Diese meine persönlichen Erfahrungen werde ich bei Zeiten in entsprechenden Bildbänden nachsehen, ich bin gespannt, welche Ergebnisse ich da finde und ich ergänze diese danach hier noch.

 

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3 Gedanken zu “Look – Über das Posing der Modelle (146)

  1. Pingback: Lange Beine (150) | Der wohlgeformte Hintern

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