Grenzen der Schönheit (145)

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Mies Vandenbergh Fotografie

Zwischen Ideal und Realität, darin befinden wir uns, mal näher am Ideal, mal näher an der Realität. Dieser Raum scheint unser Schicksal zu sein, zumindest so lange, bis wir es geschafft haben, uns über diesen Raum zu erheben, bis wir erkannt haben, dass unser Leben, losgelöst von den Grenzen, von den Mauern dieses Raumes weit mehr bietet, ja erst einer Erfüllung entgegen gehen kann, wenn wir diese Mauern niedergerissen haben.

Diese Mauern können aus verschiedensten Hirngespinnsten bestehen. In unserer Vorstellungskraft gründen diese Mauern auf subtil vermittelten Fundamenten. Entlarven wir diese Strukturen, so können sie sich nur noch in Schall und Rauch auflösen. Doch der Reihe nach. Welche Ideale und Realitäten leiten unser Handeln? Neben vielen anderen Triebfedern, wie etwa Habgier, Geltungsbedürfnis, Größenwahn, Machtbesessenheit oder Despotismus möchte ich mich, ganz dem Hauptthema dieses Unterfangens geschuldet, der Auseinandersetzung mit dem Aussehen, dem schönen Schein widmen. Dabei wird herauskommen, dass unser Aussehen oftmals als Katalysator fungiert, um die o.g. Ziele zu verwirklichen.

Da sitzen wir also, mit unserem Äußeren, an einem Punkt, auf einer Stufe, von der wir glauben sie zu kennen, zu wissen, von welcher Qualität sie ist. Und vor unseren Augen schwebt die Vorstellung von einer besseren Welt, in die wir dann gelangen, wenn unser Aussehen nur entsprechend verändert, meint „verbessert“ wäre. Wir glauben, mit der Verschönerung ein sicherer Mensch im Umgang mit unsres Gleichen zu werden.

Jeden Tag versuchen wir von neuem unser Äußeres zu optimieren. Wir legen Wert auf das Bild, welches wir darstellen wollen, wenn wir in die Öffentlichkeit treten. Dabei spielt es vordergründig keine Rolle, ob der Schein den Inhalt widerspiegelt. Die Bedeutung des Scheins steht noch vor der Bedeutung des Wesens.

Ab der Zeit der Pubertät bis ins hohe Alter sorgen wir uns mehr oder weniger, dennoch beständig um unser Aussehen. Was wir alles unternehmen, dass habe ich an anderer Stelle schon ausführlicher beschrieben, zur Erinnerung seien nur die Fitnessindustrie(ca. 6 Milliarden Euro Jahresumsatz in Deutschland) , Bekleidungsindustrie (ca. 60 Milliarden Euro Jahresumsatz in Deutschland) und die sog. dekorative Kosmetikindustrie (ca. 3 Milliarden Euro Jahresumsatz in Deutschland) genannt, der zusammengenommen allein in Deutschland jährlich über 10 % unserer Gesamtausgaben ausmacht, wenn ich vorher die Ausgaben der Grundbedürfnisse des Menschen, nämlich Wohnen und Nahrung ausblende! Ein wenig ist es natürlich eine Milchmädchen-Rechnung, da wir natürlich nicht nackt herumlaufen und damit irgendwelche Kleidung benötigen, die mit in der Summe beinhaltet ist. Interessant ist es an dieser Stelle weiter zu forschen, in wie weit die Grundversorgung mit Kleidung berücksichtigt werden kann und ab wann modische, optische Gründe für Kleidungskonsum einfließen.

Spannend bleibt es trotzdem. Es scheint so, als ob unsere Bemühungen, unser Aussehen zu optimieren, im Laufe der Jahre statistisch betrachtet die Form einer Parabel beschreibt. Erst sind wir so, wie wir sind, dann erfolgen zunehmend die Optimierungswünsche und deren Umsetzung, bis es wieder nachlässt und wir uns schlussendlich wieder so nehmen, wie wir sind. Allein der Abfall der Parabel erfolgt etwas weicher, als der Anstieg.

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So ähnlich kann man sich die Bemühungen im Laufe der Zeit vorstellen, wobei der Verlauf nur durchschnittlich ist und sicher diskutiert werden kann. Einige Forscher sehen den Verlauf nach Erreichen des Zenit noch viel weniger stark abfallen.

Worauf ich jedoch in diesem Artikel hinaus möchte ist die Erkenntnis, dass wir uns der Tatsache bewusst werden, dass überhaupt stattfindet, was wir Streben nach für uns optimalem Aussehen nennen und darin vor allem, welch enorme Bedeutung es in unserem Dasein einnimmt. Ich möchte mich dabei nicht ausnehmen, lasse ich doch gerade eine Zahnbehandlung an einem Zahn durchführen, die rein optische Wirkung, bzw. Wiederherstellung des „normalen“ Zustandes bewirkt.😉

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