Warum Du so nicht bleiben möchtest! Teil I (142)

strata jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie

Mies Vandenbergh Fotografie

Warum verändern Menschen ihr Äußeres? Sie entwickeln sich in ihrem Körper und ihrem Gesicht im Laufe der Jahre immer weiter, Veränderungen sind die einzige Konstante, wie es heisst. Was ist es, das uns dazu veranlasst, diese Veränderungen zu verändern?

Ist die Ursache für den Wunsch nach Veränderung die Empfindung eines Mangels? Und wenn ja, entstand dieses Defizit aufgrund einer Differenz zu einer wie auch immer gearteten Idealvorstellung vom Äußeren eines Menschen? Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen diese These weitestgehend. Diese Forschungsergebnisse beschreiben den Vorgang des manipulativen Eingriffes als Wiederherstellung eines Bildes, welches wir unbedingt darstellen wollen, weil wir der Überzeugung sind, ohne diesen Anschein die soziale Integration in bestimmte Kreise und Gemeinschaften zu gefährden.

Der Ansatz meiner Überlegungen hier in diesem Artikel setzt an dem Punkt an, der der Frage nach den Gründen für die Befürchtung nachgeht, unmanipuliert der sozialen Ächtung anheim zu fallen. Sicherlich überspitzt formuliert hört sich das an, aber ich möchte den Weg in Form einer Synthese aufzeigen, indem ich vom sehr einfachen in Richtung des Gesamten hin arbeite. Dabei schwebt mir ein Bild vor Augen, das, wie ich glaube, geeignet erscheint, um als Beispiel diese Untersuchung zu unterstützen.

Doch der Reihe nach. Welcher Mangel ist es, der uns in die Trickkiste der möglichen Verkleidungen greifen lässt?

1. Vergänglichkeit der Jugend
Wenn wir älter werden, unternehmen wir viele Dinge, von denen wir glauben, dass wir unserem Aussehen einen jüngeren Anstrich verleihen.

1.1. Veränderungen der Hautbeschaffenheit
Erneut ist es der Zahn der Zeit, der die Spannkraft unserer Haut verringern lässt.Wir sind bestrebt, einen Zustand der straffen Haut zu erhalten.

1.2. Verweichlichung unserer Gewebestruktur
Durch rückläufige körperliche Aktivitäten und Beginn des Muskelabbaus, sowie Umwandlung der Muskelmasse in „sonstige Gewebemasse“ bekämpfen wir diesen allmählichen Verfall.

1.3. Vergilbung unserer Zahnfarbe
Durch unkontrollierte Nahrungsaufnahme entstandene Verschlechterung der Zahnschmelz-Beschaffenheit begegnen wir mit dem Ersatz unserer Zähne durch weiße Imitate.

1.4. Vergrauung unserer Haare
Altersbedingter Rückgang der Melanin-Produktion sorgt für graue Haare, dem wir mit Färbung zu Leibe rücken.

2. Mangel an unserer natürlichen Beschaffenheit
Wir empfinden eine Abweichung von einem gesellschaftlichen Standard, wie auch immer dieser erfunden wurde.

2.1. Fehlende Größe
Durch hohes Schuhwerk stellen wir uns größer dar, als wir es sind.

2.2. Zu hohes Gewicht
Genetisch bedingt tragen unsere Gene zu einer exzellenten Nahrungsverwertung bei und wir haben grundsätzlich ein höheres Körpergewicht.

2.3. Genetisch bedingte Körperverformungen
Abweichungen von frei festgelegten, idealen Körperproportionen versuchen wir durch Kaschieren oder chirurgische Eingriffe zu übertünchen oder zu eliminieren.

2.4. Ethnische Merkmale
Vom idealtypischen Musterexemplar des den Schönheitsstandard bildenden nordeuropäischen sowie nordamerikanischen Typus Menschen abweichenden Ethnien obliegt die Angleichung zur integrierenden gesellschaftlichen Akzeptanz.

3. Menschengemachte Defizite
Zivilisatorisch fundierte Ursachen der Abweichungen von Idealen versuchen die Menschen durch Maßnahmen gleicher Herkunft zu bekämpfen.

3.1. Kein normalgewichtiger Körper I
Durch unkontrollierte Nahrungsaufnahme von erstens übermäßiger Masse und zweitens von mindester Qualität und drittens von für den Menschen ungünstigen aber den Fertigungsprozess optimierten Ingredienzien aufgenommenen Stoffen.

3.2. Kein normalgewichtiger Körper II
Bewegungslegastenische Kinder in alarmierender Anzahl in den westlichen und zunehmend anderen Kulturen belegen einen Trend, der seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten bekannt ist, aber nicht bis ins Bewusstsein vorgedrungen zu sein scheint. Dieses Verhalten der dekadenten Bequemlichkeit fördert eine Fettleibigkeit sonder Gleichen hervor, die allzu oft nicht durch Bewegung sondern durch zivilisatorische Mittelchen und Maßnahmen bekämpft werden.

3.3. Veränderungen der Haut II
Durch den Konsum unnatürlicher Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel, sowie der Aufenthalt in stark mit Umweltgiften belasteten Surroundings verursacht Störungen, die gerne mit wiederum künstlich-chemischen Substanzen zu lindern versucht werden.

3.4. Störungen des biologischen Gleichgewichts
Selbsterschaffene körperfeindliche Lebensumstände zerren an der Substanz unseres Körpers. Allgemein anerkannte Ursachen für die Beschleunigung des körperlichen Verfalls wie etwa Stress durch Termine, überzogene Leistungserwartung (durch dritte oder auch -oder besonders- sich selbst), Überfrachtung des Alltags werden dem Konsum und der Überschreitung der Grenzen des Wachstums untergeordnet. Dieses wird mit Freizeitstress zu lindern versucht und mündet dennoch in einem „Burn-out“ des Körpers oder frühzeitigem Ableben.

3.5. Störungen des seelisch-geistigen Gleichgewichts
Diesen Bereich möchte ich hier nur der Vollständigkeit halber erwähnen, der ein äußerst umfangreiches Feld darstellt, welches aber den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde.

Nach dieser kleinen Aufzählung von Ursachen möchte ich im 2. Teil die Herkunft dieser Ursachen beleuchten, um auf die Spur einer Erklärung zu kommen, die verdeutlicht, weshalb die Gründe zwar menschengemacht und oberflächlich, aber dennoch so ungemein einflussreich zu sein scheinen.

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