Grundbedürfnis des Menschen: Partnerschaft Teil 1 (133)

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Mies-Vandenbergh-Fotografie

Sexualität und Partnerschaft stellen Grundbedürfnisse des Menschen dar. Was unternimmt der Mensch, um diesem Bedürfnis nachzukommen?

Von je her stellt sich die Frage nach der Organisation des Gemeinschaftslebens. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach den konkreten Ausprägungen und Verhaltensweisen, die zur Befriedigung dieses elementaren Grundbedürfnisses eingesetzt werden. Hierbei gilt der erforschende Blick nicht allein dem Einfluss von Aussehen und Attraktivität, hat doch das Verständnis von Liebe, diesem universalen Gefühl, jenen bedeutsamen, noch entscheidenderen Einfluss auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Doch dies stelle ich an dieser Stelle bewusst zurück.

Meine Betrachtung gilt den Unternehmungen, die der Mensch vollzieht, um diesem essentiellen Grundbedürfnis nachzukommen. Wie schon in meinen Artikeln zuvor lasse ich verschiedene Ergebnisse aus der Verhaltensforschung mit einfließen. Für mich als Neuling auf diesem Gebiet ist es spannend zu erkennen, mit welch profanen Mitteln der Mensch in größtem Maße selber beeinflusst und genau so beeinflussbar ist.

Was wollen wir? Die wenigsten Menschen wollen ein Leben in Einsamkeit. Zur Einsiedelei scheint der Mensch nicht geschaffen, ist er doch ein höchst kommunikatives, soziales Wesen. Mit größter Aufmerksamkeit nehmen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Sinnen den gegenwärtigen Vertreter unserer Spezies wahr. Millionen von Synapsen veranstalten ein Feuerwerk von Reizübertragungen in den Moment, an dem wir den Menschen gegenüber auch nur ansatzweise wahrgenommen haben.

Sofort läuft in uns ein Programm zur Vergleichsanalyse ab. Kenn ich mein Gegenüber? Freund oder Feind? Kind oder Erwachsener? Frau oder Mann? Auf der Flucht oder Flaneur? Mich wahrnehmend oder abwesend? Wie riecht er? Wie hört er sich an? Diese und viele andere Fragen werden in diesem Augenblick beantwortet. Allein durch unseren wahrnehmenden Blick und die Verarbeitung in unseren Gehirnregionen erschaffen wir uns schneller ein Bild des Menschen, als er sich uns gegenüber positionieren könnte. Es ist folglich nicht sein Bild, das wir empfangen, es ist nicht so, wie er ist, sondern wir erfahren unser eigenes Bild von ihm. Wir versuchen diesem Menschen ein Wesen zuzuordnen, damit wir ihn einschätzen, vor allem aber ihm in für uns sicherer Weise begegnen zu können. Wir ordnen ihn ein in ein Schema, denn der Mensch strukturiert und ordnet unentwegt, unser Gehirn versucht in jeder Sekunde unseres Daseins alle Reize, die wir empfangen, die nicht aussortiert werden, in einen bekannten Zusammenhang einzuordnen. Das tun wir deshalb, damit wir der Flut der Reize standhalten können.

Sind wir offen für neue Kontakte, aus welchem Grunde auch immer, so senden unsere Antennen (Gestik, Mimik, Blicke und Verhalten…) dies beständig aus. Dabei empfängt unser Gegenüber dann diese Signale, wenn er selbst seine Empfangseinrichtung bereit stellt, sozusagen online ist.

Es gilt auch hier das Prinzip der Reizintensität. Erfolgt eine Reizüberflutung in Form von Menschenmassen, so sind wir selten in der Lage, darauf in angemessen individueller Art und individuellem Umfange zu reagieren. Es kann -im Gegensatz dazu- sogar dazu führen, dass eine Gruppe von drei Menschen schon eine schier übermächtig große Menschenmasse darstellt!

Im Punkte Partnerschaft, um darauf zurück zu kommen, geht es um die Verbindung zweier Menschen zu einer Zweierbeziehung. Gruppenkontakte stehen auf einem anderen Blatt. Ist ein Mensch nicht in einer festen oder losen Partnerschaft liiert, so begibt er sich früher oder später, manchmal bewusst, manchmal auch unbewusst auf die Suche nach einem passenden Partner. Er sendet Signale aus, die auf einen ebenfalls suchenden Menschen wirken. Dabei ist es oft nicht von Bedeutung, ob der Mensch in einer Beziehung lebt oder nicht. Auch in einer Lebensgemeinschaft können die beteiligten Personen einsam sein und auf der Suche nach einem anderen Menschen sein. Die Suche findet in diesem Falle zunächst eher unbewusst statt.

Bei all den Signalen, die wir empfangen, unterliegen Veränderungen einer bestimmten Intention, die kulturübergreifend so profan wie einleuchtend ist: die Signale sind dazu da, Möglichkeiten und Gelegenheiten zu schaffen, einen passenden Partner für sich zu finden und zu gewinnen. Abkömmlinge der Veränderungen haben Namen wie „Macht“, „Geltungsbedürfnis“ oder „Gier“, um nur einige zu benennen. Diese werden auch dazu eingesetzt, um eine gerichtete Aussenwirkung zu erzielen.

Ein Fazit liegt damit nahe. Der Mensch startet eine Reihe von Aktionen, um einen Partner zu finden. Diese Aktionen können einfacher Natur sein, wie zum Beispiel das kämmen der Haare, oder da tragen bestimmter Kleidung. Doch auch aufwändigste Dinge gestalten wir, um einen seinem Anspruch gerecht werdenden Partner zu finden, das kann die eigene Karriere sein, die Definition über seinen Besitz in Form von Haus, Auto, Schmuckstück oder Schiff sowie die Gestaltung seines Körpers mit allen möglichen Mitteln. In wie weit der Erfolg uns recht gibt, das möchte ich in Teil II beschreiben.

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