Eure Schönheit, Hochwohlgeboren (128)

tree jeans hintern  Mies-Vandenbergh-Fotografie

Mies-Vandenbergh-Fotografie

 

In der heutigen Veröffentlichung schreibe ich über Attraktivität und wie sich die Wahrnehmung derselben durch Interkommunikation verändert.

Was geschieht, wenn wir einen attraktiven Menschen erblicken? Wir sehen hin. Wir sehen etwas länger hin, als bei einem weniger attraktiven Menschen. Ob wir wollen oder nicht, wir können gar nicht anders, denn bekanntlich entscheidet unser Gehirn praktisch in 150 Millisekunden darüber, ob ein Gegenüber für uns interessant ist oder eben nicht. Was dann folgt, ist ein festgelegtes Ritual. Bei einer positiven Botschaft des Gehirns sehen wir den Menschen an, und erfassen in mehr oder weniger fest bestimmter Reihenfolge ganz bestimmte Merkmale, über die ich zuvor schon ausführlich berichtete:

· alt oder jung
· weiblich oder männlich
· gesund oder krank
· klein oder groß
· …

Auch diese Einschätzungen treffen wir in viel weniger als einer Sekunde. Anschließend wandern unsere Augen bei der Betrachtung unseres Gegenübers erneut auf ausgetretenen Pfaden: als erstes schauen wir in das Gesicht, über das mehr als 90 Prozent unserer Kommunikation abläuft. Des weiteren sehen wir auf die Statur des Menschen im Gesamten, bevor wir auf die einzelnen, primären oder sekundären sexuellen Merkmale achten, die da wären:

· Haare
· Lippen
· Hintern
· Busen
· Schultern
· Beine
· Becken
· Oberarme
· …

Diese Handlung, die schon viel mehr unserem Bewusstsein entspringt, als irgendwelchen Automatismen, kann mehr Zeit in Anspruch nehmen. Wir bewegen uns in Zeiträumen von knapp unter einer Sekunde bishin zu sehr wenigen Sekunden.

Nun komme ich zum Kern dieses Artikels. Innerhalb dieses Ablaufs, der Betrachtung unseres Gegenübers, treffen wir sehr früh, nämlich während der Wahrnehmung des Gesichts, auf die Augen des Menschen. Diese sind, vielfach beschrieben als das Tor zur Seele, das aussagekräftigste Element im Gesicht des anderen. Wir haben im Laufe der Evolution gelernt, die Sprache der Blicke zu verstehen. Wir sind noch immer dabei, diese zu erlernen. Menschen suchen förmlich den Blickkontakt, um zu erfahren, wer mir da entgegen kommt, ob Freund oder Feind . Vielfach wissenschaftlich untersucht, erkennen wir relativ schnell an bestimmten Aktionen unserer Blicke, was gemeint sein könnte. Eine der ersten Erkenntnisse entscheidet über die Frage, ob ich gemeint bin, oder ob die Person mich gar nicht wahrgenommen hat. Diese Feststellung wird uns gleich noch näher beschäftigen.

Aber erst zu den weiteren Aussagen, die wir anhand des Augenkontaktes treffen können. Wie ist der Verlauf des Blickkontaktes? Schlägt der Partner die Augen nieder, und welche Aussage bedeutet es? Ist er traurig oder ist ihm etwas unangenehm? Senkt oder hebt er die Augenbrauen? Ist er missgestimmt oder greift er mich an? Weiten sich seine Augen, ist er überrascht, mich zu sehen oder verblüfft über meine Handlung? Lächeln seine Augen, und ist er erfreut mich zu sehen oder erfreut ihn meine Aktion, vielleicht wird ein Lächeln erwidert.
So sind es eine Vielzahl von Reizen, die wir durch unsere Augen verarbeiten, die als erster Schritt der Kommunikation zwischen zwei Menschen stattfindet.

Im Bezug auf die Attraktivität ergaben sich im Hinblick auf genau diese erste Kommunikation interessante Ergebnisse, als Wissenschaftler untersuchten, in wie weit ein Zusammenhang besteht zwischen primärer, nonverbaler Kommunikation und Aussehen. Anhand Versuchen, bei denen Probanden attraktive und weniger attraktive Gesichter vorgelegt wurden, die entweder die Probanden direkt ansahen oder die diese nicht ansahen, konnte unter Zuhilfenahme von Kernspinntomographen erwiesen werden, dass Gesichter, bei denen eine Kontaktaufnahme durch Blicke stattfand, eindeutig größere Attraktivitätswerte ermittelt wurden. Das konnte solange festgestellt werden, bis die Attraktivität der Betrachteten unter einen mittleren Wert sank. Danach wurde festgestellt, dass die Probanden sozusagen froh schienen, nicht von den unterdurchschnittlich aussehenden Menschen bemerkt worden zu sein. Diesen letzten Punkt näher zu untersuchen wäre eine interessante Aufgabe der Attraktivitätsforschung. Bestimmte Bereiche in unserem Kortex machten wahre Freudensprünge, wenn attraktive Gesichter Notiz vom Beobachter nahmen, so die Forscher.

Als Fazit möchte ich festhalten:
Die Aussage, dass eine Person, die attraktiv ist, also um ein unendliches attraktiver wird, wenn sie den Betrachter wahrnimmt, halte ich für ein äußerst spannendes Ergebnis. Der Leser mag sich selbst fragen, welche Gefühle in ihm entstehen, wenn er oder sie von einem attraktiven Menschen wahrgenommen wird, und ein kurzer Blickkontakt zustande kommt. Ich spreche dabei noch nicht mal von einem Sekundenflirt, ich denke mehr an die vielen Unternehmungen, die viele von uns anstrengen, um attraktiver, und damit mehr beachtet zu werden. Vielleicht kann dieser aufmerksame Blick eine Art der Bestätigung unserer selbst werden. Damit sollte ein weiterer plausibler Grund geliefert sein, viel öfter den Menschen ein wahrnehmbares Lächeln zu schenken. Denn schon mit diesem geringen Aufwand können wir Freude und Wärme schenken.

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