Ziele der Fotografie (118)

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In diesem Artikel beschreibe ich die möglichen Ziele der Fotografie und wie man sich ihnen nähert. Ich meine, wenn man sich Ziele setzt, so findet man leichter aber auch fundierter seinen Weg.

Um ein Ziel klar zu formulieren, sollte man es kennen. Ob es genügt, wenn jemand sagt, welche Motive ihm gefallen, und das er oder sie diese Motive gerne
fotografiert, das wage ich zu bezweifeln. Die Folge davon könnte sein, dass dieser Mensch sich auf diese Art der Fotografie einlässt und dass diese Bilder bestenfalls in seinem Album oder einen Schuhkarton landen, oder nur in den tiefen einer externen Festplatte ihr Dasein fristen. Dafür, meine ich, sind die Fotografien zu schade.

Nun ist nicht jeder ein Profifotograf, der klar vorgegebene Aufträge abzuarbeiten hat. Wenn man nämlich von der Fotografie leben möchte, dann ergeben sich viele Ziele durch die Aufträge der Kunden. Sich darin zu perfektionieren wird zwangsläufig zum Ziel, will man beruflich etwas erreichen. Doch diesen Bereich möchte ich hier ausblenden. Es geht mir um den sog. ambitionierten Laien, der, wie ich, vielleicht noch keinen Bildband herausgegeben hat, der noch keine klassische Homepage erstellt hat, auf der seine Bilder als FineArt-Prints käuflich zu erwerben sind, der noch keine fotografische Reihe erstellt hat, die in einer Ausstellung zu bewundern war.

Anhand dieser kleinen Aufzählung kann man schon ersehen, in welche Richtung diese Reise gehen kann. Wie jede Reise, so beginnt auch unsere fotografische Reise mit dem ersten, noch so kleinen Schritt. Vorausgeschickt, dass wir einen Fotoapparat nebst Speicherkarte und Betrachtungsmedium besitzen, geht es für uns ans Werk. Und das ist durchaus wortwörtlich gemeint. Mit Werk meine ich nicht Sammelsorium. Wagen wir vorerst einen Schritt in die ferne Zukunft. Da sitzen wir nun mit achtundneunzig Jahren am warmen Kamin, und blicken auf unser (fotografisches) Leben zurück. Wie beschreiben wir unser Schaffen? Haben wir hier und da mal ein paar Fotos gemacht, unter denen auch ein paar schöne Bilder waren, die im Moment auf dem Speicher in der Alukiste hinten rechts liegen? Und sind wir damit zufrieden? Wenn ja, so können wir uns die kostbare Zeit sparen, und den Artikel hier brauchen wir nicht weiter zu lesen. Wenn wir aber der Meinung sind, das reicht uns nicht, und wir hätten gerne mehr erreicht in der Vergangenheit, dann wird es vielleicht doch interessant.

Schön, dass Sie noch da sind! 🙂 Wollen wir im Rückblick auf unser fotografisches Schaffen von einem Werk sprechen, so bedarf es einiger Überlegungen zum richtigen Zeitpunkt. Dieser Zeitpunkt ist zu jeder Zeit der richtige. Denn die Hauptsache ist, er ist überhaupt da. Für mich kommt er auch erst heuer in der Mitte des Lebens. Warum „erst“?, so könnte man fragen. Wenn ich damals, als junger Mensch, nicht die Fotografie in den Hintergrund gestellt hätte, und mich stattdessen beruflich dem Thema Gartengestaltung zugewandt hätte, dann wäre vielleicht die Fotografie meine berufliche Zukunft geworden. Ist es aber nicht. Vielleicht habe ich aber wiederum dadurch den genügenden Abstand, um mich als Hobby der Fotografie ganz unbefangen (inhaltlich und ganz besonders zeitlich) zu nähern. Frei nach der Weisheit des Schusters: Der Schuster läuft mit dem schlechtesten Schuhwerk umher.

Zurück zu den Überlegungen, die uns helfen sollen, ein fotografisches Werk zu formen. Was braucht es, um später einmal auf ein Werk zurück zu blicken? Von den Zielen sprach ich schon. Um sie zu formulieren, bedarf es aber erst mal einer Idee. Diese, so meine ich, steht am Anfang. Eine Idee, die uns in den Sinn kommt und für die wir uns entscheiden, eine, die wir umsetzen möchten! Das ist ein Meilenstein. Und zwar deswegen ein Meilenstein, weil wir mit dieser Entscheidung jedes Lament hinter uns gelassen haben. Wir stehen dann nicht mehr vor dem Berg, der da heißt: Ich könnte mir vorstellen…, ich würde ja gerne…, Wenn ich die Zeit hätte, dann…, irgendwann beginne ich mal…, Wenn ich damit fertig bin, fange ich an…, usf. Wir haben uns entschieden. Die Idee ist Programm. Die Fotokamera, die nicht als Schnäppchen nebenbei angeschafft worden ist, soll ihrer Bestimmung zugeführt werden. Und nun wollen wir mehr, als nur knipsen.

Eine Idee könnte lauten: Ich möchte eine fotografische Reihe erstellen über das Thema „begrünte Fassaden in Städten“. Schon ab dieser Stelle geht es um das Wesentliche! Das Thema ist durch jedes beliebige Thema ersetzbar. Oder es ist erweiterbar. Es ist sogar einerlei, es kommt nur auf die folgenden Entscheidungen an: Wenn das Bild, bzw. die Reihe fotografiert und nachbearbeitet ist, habe ich nachfolgend damit im Sinn:

– Ich werde eine Ausstellung machen!

– Ich werde mir einen Verlag suchen, und das Buch publizieren!

– Die Fotografien werden auf meiner Homepage ausgestellt!

– Die Fotos sollen in einem Verkaufsportal veröffentlicht werden!

– Ich möchte mein eigenes Fotobuch erstellen!

– Meine Fotos sollen an Wettbewerben teilnehmen!

– Die Fotos sollen für einen Blog verwendet werden!

– Mehrere der o.g. Ziele sind geplant!

Davon ausgehend formulierte ich mein Ziel, und stelle anschließend heraus, wie ich dieses Ziel in welcher Zeit mit welchen Ressourcen erreichen kann.

Ein sehr beliebtes Thema der Fotografie sind die Menschen. Für mich möchte ich da keine Ausnahme bilden, denn ich halte die Menschen ebenfalls für absolut fotogen! Die Zielfindung für das Thema könnte folgendermaßen Erfolg haben:

Personen als Motiv

1. Locations:
An welchen Orten würde es dir gefallen ein Fotoshooting durchzuführen?(Was natürlich von der Bildkomposition/Bildaussage abhängt.)

1 Wiese
2 Strand
3 Park
4 Stadt
5 Wald
6 Wohnung

2. Ausrüstung:
Was benötigst du für ein Equipment?

0 Reflektor
1 105er Macro
2 70-200er
3 24-70er
4 Stativ
5 Fernauslöser
6 Accessoires
7 Ersatzkamera
8 Blitzanlage

3. Personensuche
Welche Personen eignen sich für Deine Idee vom Bild?

1 Spreche fremde Menschen an, die du fotografieren möchtest! Händige eine Karte/Flyer aus, auf die der Angesprochenen zurückgreifen können und aus der hervor geht, was wichtig ist.
2 Fertige einen Flyer, aus dem hervorgeht,

– was deine Absichten sind
– welche die Vorteile dein Modell hat
– wie der Ablauf deines Fotoshootings verläuft
– wer du bist
– welche Referenzen du wo vorweisen kannst
– wie du erreichbar bist => e-Mail, Mobil
3 Frage die Freunde, die du fotografieren möchtest!
4 Frage die Familienmitglieder, die du fotografieren möchtest!
5 Frage die Nachbarn, die du fotografieren möchtest!
6 Wer: Nachbarn, Familie, Freunde, Fremde, Modelle, …
Männer, Frauen, Kinder, Paare, Gruppen, …

ZIELE DEINER FOTOGRAFIE

0 Entwickele eine Idee, eine Vorstellung, wo du mittelfristig angekommen sein möchtest. Was möchtest du in 5-8 Jahren erschaffen haben?
1 Fertige einen Plan aus, wie und bis wann du die Etappen deines Werdegangs erreichen möchtest!
2 Lege schlüssig dar, was du mit den Foto vor hast und begründe es! Begründe es in erster Linie speziell für dich selbst!
3 Begründe schlüssig, warum du (einen) Menschen fotografieren möchtest!
4 Formuliere Zwischenziele (Etappen) auf dem Weg zu deinem Ziel!
5 Formuliere die Ziele deines Gesamtwerkes
6 Formuliere einen Zeitrahmen!

Die Zwischenziele im einzelnen

1 · Erstellen einer Homepage. (Schlüsselbegriff: Fotografie)

· möglicher Inhalt einer Homepage

– Gesichter mit Ausdruck
– Körperteile (Hintern, Beine, Augen, Haare, …)
– Schönheit (der Menschen)
– Frauen + Männer (Attraktivität)
– Besondere Gesichter (z.B.Betina LaPlante)

– einzelne Menschen mit ihrer Idee vom Leben als Text zum Bild

– Werdegänge, Veränderungen, eine Person in zig verschiedensten Outfits, auf denen er nicht wieder zu erkennen ist

2 · Veröffentlichung eines Bildbandes

· Themen im Bildband:

– Gesichter

– Körperteile

– Stimmungen
– Geschichten der Menschen

Zum Abschluss möchte ich noch einen kleinen Einblick in meine eigenen Ideen geben, die ich noch verwirklichen möchte, die praktisch darauf warten, umgesetzt zu werden. (Wer im Koblenzer Raum Lust hat auf ein TfP, kann mir gerne eine PN zukommen lassen.)

Fotografische Themen und Bilderserien

1 Fantasy – Szenen aus der Traumwelt

· in langen Gewändern mit Rosen im Haar, verwunschen, stolz und zerbrechlich, stark und verletzlich

· als Amazone mit Schwert und Gewand, als Ausdruck eine Mischung von Unabhängigkeit, Unbändigkeit, Entschlossenheit und Verwegenheit in Körper und Gesicht

· im Garten zwischen Sträuchern und Blumen, elfengleich schwebend und dennoch präsent, leicht aber präsent, kess aber verträumt

· verwildert, wüst und rau, zerzaust aber dennoch anmutig, etwas verwegen mit dem Blick eines Freidenkers, ein Blick, der aussagt, ich kann alles erreichen

· Die Augen geschlossen, den Blick nach oben, der Ausdruck des Gesichts sanft zufrieden, mit nur einem Hauch von Lächeln, das nur gerade so, kaum erahnbar, zu erkennen ist

2 Street – Fotosession, in der die Aufnahmen so wirken, als ob das Modell nur beiläufig abgelichtet wurde.

· Das Modell verschwindet gerade um eine Ecke, mit einem frechen Blick und dem Ausdruck in den Augen „ Aber nur ein Bild!“…

· Das Modell betritt gerade freudig ein Haus, Auto, Bahn, …

· Das Modell sitzt traurig auf einem Vorsprung …

· Das Modell wartet ungeduldig an einem Übergang …

· Das Modell kauft mit dem Zeitungsverkäufer schekernd eine Zeitung am Büdchen …

· Das Modell spricht liebevoll zu einem Kinde …

· Das Modell sitzt verträumt auf einer Parkbank
· Das Modell

3 Mit dem Fahrrad

· Sitzend, abwartend, ungeduldig, wann es endlich soweit ist, die Fahrt endlich beginnt

· Fahrend, mit wehender Kleidung

· Stehend, angestrengt und voll entschlossen den Berg bezwingend

· Daneben, eine Pause im Sinn, die schöne Landschaft betrachtend, still begeistert

· Rollend, erschöpft aber glücklich, mit dem Wissen im Blick, ich habe die Tour auf dem Deich von Lelystad nach Enkhuizen trotz Gegenwind gemeistert 😉

4 Mensch und Baum

· Angelehnt, mit dem Gefühl von „Mein Freund, der Baum“

· Am Fuße des Baumes, verträumt

· Kletternd, entschlossen, mit dem stolzen Blick zum Fotografen oder nach oben

· Hangelnd, sehr angeszrengt, an einem Ast, dennoch, unglaublich, mit einem Lächeln

· Auf einem Ast liegend, in Entspannung und Hingabe an die Natur

· Kniend, traurig und etwas weltverlassen, tief in Gedanken

· geschuldet meiner Berufung als Gartengestalter: in Arbeitsklamotten, mit Erde und Grün versehen, als ob der Tag mehr in, als auf der Erde verbracht worden wäre

5 Nach einer verrückten Idee des Modells
· Was dem Modell außerordentliches in den Sinn kommt… 🙂

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