Vorsicht Schönheit (121)

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Das Ziel dieser Betrachtung hier wird es sein, festzustellen, in wie weit die massive Darstellung von schönen Gesichtern und sexy Körpern in sämtlichen Medien unser Verständnis von Aussehen beeinflusst.

Überall, wohin ich auch sehe, erblicke ich schöne Menschen. Ob in Zeitschriften, im Fernsehen, in der Werbung, im Internet, mir lachen stets Kunden der Kieferorthopädie entgegen. Was ich sehe sind Menschen, die „zurechtgemacht“ sind, die geschminkt, gestylt, frisiert und „überarbeitet“ sind. In welcher Art auch immer, das habe ich hier beschrieben. Auf der anderen Seite, der Realität nämlich, bietet sich ein gänzlich anders Bild: auf der Straße, am Arbeitsplatz, in der Stadt, während meiner Freizeit begegne ich Menschen, lebendigen Menschen, nicht von Bildern her, sondern real. Diese sind nur meist nicht so präpariert oder bildbearbeitet. Es sind ungeschminkte darunter, dicke, dürre, krumm gewachsene, alte und ältere.

Diese Diskrepanz hat tatsächlich eine verheerende Wirkung auf uns. Das wurde in mehreren Studien untersucht und konnte bewiesen werden. Als erstes wurde die Vehemenz untersucht, mit der die schönen, schlanken und jungen Gesichter und Körper unsere Aufmerksamkeit überfluten. Es stellte sich heraus, dass diese wiederkehrenden Bildnisse das Empfinden der Betrachter deutlich beeinflussen. Durch eben diese hohe Frequenz der Reizdarbietung verschiebt sich das Empfinden über die Schönheit. Unser Unterbewusstsein speichert all diese Bilder von Schönheit und Ebenmaß und so setzen wir genau diese Schönheiten als normal an. Durch diese Verschiebung haben es „normal“ oder unterdurchschnittlich aussehende Menschen viel schwerer, wenn es um die Attraktivität geht. Durch die ständige Anwesenheit von z.B. George Clooney, Brat Pitt oder Ralf Bauer bei den männlichen und Jessica Biel, Jessica Alba oder Lisa Martinek bei den weiblichen Schauspielern in unserem Fernsehen und der durchschnittlichen Verweildauer der Deutschen vor der Glotze von über 3 1/2 Stunden täglich, oder der Präsenz im Internet meinen wir zunehmend, diese Schönheiten seien das Maß aller Dinge. Wir streben mehr oder weniger bewusst nach solch einem Äußeren. Die Frauen tun dies noch mehr, als die Männer. Und auch sonst im Fernsehen sehen wir meist schöne, wohlgeformte Menschen.

Nehme ich nur mal die sehenswerte Sendung „Wunderschön“ vom WDR. Über die inhaltlich sehr interessant gemachten Beiträge hinaus habe ich vor allem eines festgestellt: Neben wenigen anderen, wie dem sehr sympathischen Stefan Pinow moderieren vor allem Tamina Kallert und Katty Sallie (2014) durch die Sendung, und zwar tun sie das fast immer in engen Jeans, die in der Sendung sehr häufig in der Totalen gezeigt werden. Dadurch kommen ihre wohlgeformten Figuren immer wieder gut zur Geltung so dass die Sendung absolut auch mit diesen sekundären erotischen Reizen punktet.

Daran anschließen könnte ich noch viele andere Sendungen, sie als Leser werden dies vermutlich selbst häufig festgestellt haben. Wenn ich bedenke, dass der Mensch in Durchschnitt 7-8 Stunden schläft, 9 Stunden arbeitet und noch Hygiene und Nahrungszubereitung in sein tägliches Programm gehört, so sind die über 3,5 h TV täglich mit weit über 50% unser verfügbaren Zeit belegt, und da wurde die Zeit im www zusätzlich oder neben dem fernsehen her noch gar nicht erfasst.

Abgesehen vom Wert dieser Berieselung und der Erkenntnis, was man nicht alles für kreative und schöpferische Dinge tun könnte, wird hier die Gewichtung der schönen Menschen deutlich. Von der Werbung in anderen Medien habe ich bis jetzt noch nicht mal angefangen zu sprechen. Diese Faktoren kommen zusätzlich zum Treiben auf der Mattscheibe hinzu und auch dabei begegnen uns fast ausschließlich attraktive Menschen.

Als Folge davon wurde in o.g. Studien eine steigende Unzufriedenheit in uns diagnostiziert und daran anhängend der Wunsch nach eigener Veränderung. Die Zahl derer, die sich wünschen, so auszusehen, wie eine Schönheit aus der medialen Welt, steigt zunehmend. Doch Wissenschaftler warnen in ihrem Fazit vor diesem Phänomen: durch die überbordende Anzahl gestylter Personen in den Medien verlieren viele Menschen den Bezug zur Realität. Aufschreckende Beispiele finden sich überall. Es sind Fälle beschrieben, in denen über Personen berichtet wurde, die in Therapie kamen, weil ihr Wertebild vom Partner gehörig durcheinander gekommen war, weil dieser in der Wirklichkeit doch altert.

Auch die Leichtigkeit im Netz an Bilder nackter Menschen zu gelangen hat zur Folge, dass sich schon junge Menschen von 12 oder 13 Jahren einer Intimrasur unterziehen, ohne wirklich zu wissen, warum sie dies tun. Als Begründung wird die Präsenz im Internet genannt, wo fast ausschließlich nackte Menschen mit rasiertem Schambereich abgebildet werden.

So sollten wir, wie in vielen Bereichen des Lebens, mit großem Bedacht an die schöne (neue) Welt heran gehen, und sich stets ins Bewusstsein rufen, dass oftmals mehr der Schein trügt, als es das Sein tatsächlich ist.

Ein durchschnittlich schöner Mensch (120)

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Im folgenden Artikel möchte ich von der Vorliebe der Menschen für die Durchschnittlichkeit berichten, die darin ihre Bestätigung findet, als dass der Mensch den durchschnittlichsten Partner für den attraktivsten hält.

Darüber, dass in vielen Untersuchungen der Attraktivitätsforschung sog. gemorphte Gesichter, d.h. künstlich durch Überlagerung mehrer realer Gesichter erschaffene Fotografien, einen größeren Zuspruch erhielten, als deren zu Grunde gelegte Originale, habe ich bereits geschrieben. Beispiele dafür sind gleichfalls im Tierreich zu beobachten. Solche Tiere mit außergewöhnlich ausgeprägten Merkmalen, die weit entfernt vom Durchschnitt der Art in ihren Äußerlichkeiten auffallen, haben bei der Partnerwahl auffallend schlechte Chancen. So wurde z.B. Vögeln mit prächtigem Gefieder im Zuge der Balz ein paar noch „schönere“ Federn angeheftet, was zur Folge hatte, dass das Männchen bei den Weibchen glatt durchfiel und mit keinem Auge bemustert wurde. Gesucht wird also der optimale Vertreter der Art! Und wer ist das? Meist derjenige, der all die Attribute in sich vereint, welche die Art ausmachen.

Bei uns Menschen ist es ähnlich, wie anhand des oben genannten Beispiels belegt werden kann. Wir finden jene Menschen im Normalfall eher attraktiver, die nicht zu groß sind, nicht zu klein; nicht zu dünn sind, nicht zu dick; nicht zu breit sind, nicht zu schmal; nicht zu lange Beine haben, nicht zu kurze; nicht zu dicht zusammen stehende Augen haben, aber auch nicht zu weit auseinander stehende, usf.

Das Wort „makellos“ trifft die Sache ungemein gut. Die Menschen streben in allen Kulturen, zu allen Zeiten, aus denen uns Überlieferungen vorliegen, immerzu nach einer idealen Erscheinung. Es ist zwar so, dass diese Ideale -je nach Kultur- variieren, doch eines ist allen Kulturen gleich: Das Streben nach Jugendhaftigkeit! Exakt dieses Erscheinungsbild manifestiert sich in genau definierten Standards. Es sind in unserer Gesellschaft z.B. bei der Frau eine Haut ohne Makel, einem festem Gewebe an Bauch, Beinen, Po, eine straffe Gesichtsform, eine schlanke aber nicht dünne Erscheinung, ein makelloses, weißes Gebiss, ebenmäßig geformte Beine, ein wohlgeformter, nicht zu großer Hintern, ein stammer, größerer, aber nicht zu großer Busen und glänzendes, volles Haar. Vorwiegend sind dies klar erkennbar die Attribute der Jugendlichkeit.

So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass die Bemühungen der Frau genau auf die Optimierung in diesen Bereichen abzielt. Von den unendlich wirkenden Regalen gefüllt mit Cremes und Peelings aller Art, den vielen Fitnesskursen bishin zu den Eingriffen durch plastische Chirurgie in Form von Fettabsaugungen, Brustvergrößerungen, Einsetzen eines vollständigen, neuen, künstlichen Gebisses, Einspritzungen unter die Haut oder Begradigung des Nasenbeins sind das die Mittel und Wege zur Erreichung der Ziele. Der Mann, einst ein Kosmetikmuffel, gehört zunehmend erfolgreicher zum Klientel der Kosmetikindustrie.

Nicht in allen Zeiten war die Frau die stärker künstlich hergerichtete Person in der Gesellschaft. Zur Zeit des Barock, mit dem Höhepunkt im Rokkoko, schminkten sich die Herren der Schöpfung in Form bleiweiß gekalkter Gesichter bis zur völligen Vergiftung der Haut. Rote Lippen hoben den Mund des Herren an. Überdimensionale Perücken zierten sein Haupt, und enge Strumpfhosen, zu neudeutsch „Leggings“ genannt betonten seine nicht immer muskulösen Wadenbeine und Oberschenkel. Was vornehmlich den besser betuchten Herrschaften vorbehalten war, fand im gemeinen Volk kaum Anwendung. Auch heutzutage ist es ähnlich. Je größer der eigene Geldbeutel, desto ausgeprägter und mannigfaltiger finden wir die körperlichen Manipulationen vor.

Die Menschen versuchen während all dieser Strömungen und Modewellen möglichst im Mainstream mit zu schwimmen. Die Mode wird von einigen Trendsettern geprägt, um anschließend von der Masse übernommen zu werden. Übertreibe ich es, werde ich wie das Männchen mit der zusätzlichen Feder aus o.g. Beispiel als „bunter Hund“ allenfalls betrachtet oder begafft, nicht aber als ernsthafter Partner in Betracht gezogen. Dazu wäre ich nicht durchschnittlich genug.

Bekanntlich findet dieser Hang zum Mittelmaß einen weiteren Ausdruck in der starken Bevorzugung von Symmetrie bei der Bewertung von Gesichtern und Körpern. Denn die Symmetrie gilt als ein Indiz für die Gesundheit und die Jugendlichkeit des Betrachteten. Ein unsymmetrischer Körper deutet scheinbar darauf hin, dass bestimmte Umwelteinflüsse beim Menschen selbst oder bei seinen Vorfahren nicht ohne Folgen blieben. Damit kann die Eignung für die Erhaltung der Art zumindest teilweise in Frage gestellt werden. Dabei handelt es sich um genetisch fest geschriebenen Vorgänge. Entziehen können wir uns nur schwer, weil sie im Hintergrund, aus dem Unterbewusstsein heraus wirken. Sie sorgen also dafür, dass wir möglichst gesunde Partner bevorzugen, und das nicht nur für die Arterhaltung.

Es zielt in alle Lebenslagen hinein, denn wir umgeben uns, wo wir die Wahl haben, stets bevorzugt mit schöneren Menschen. Doch kurios in unserer Gemeinschaft ist das Phänomen, dass zu schöne Menschen tatsächlich einem Problem gegenüber stehen: sehr attraktive Personen werden oft genau auf diese Äußerlichkeiten reduziert, was dazu führt, dass es nicht leicht für sie ist, objektiv und mit „normaler“ Neugier vom Gegenüber erkannt zu werden.

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Bilderflut (119)

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In diesem Beitrag möchte ich aufzeigen, welchen Einfluss die Vielzahl der weltweit veröffentlichten Fotos auf uns hat, und ich möchte einen kleinen Ausblick darauf geben, welche Auswirkungen das auf uns hat.

Millionen von Menschen sehen ihre eigene Welt. Sie sehen das, was vor ihnen und um sie herum erscheint. Sie sehen etwas, dessen Erscheinung so massiv ist, dass es ihr Bewusstsein vordringt. Sehr viele dieser Menschen sehen es nicht nur. Sie fotografieren diese Welt aus verschiedensten Beweggründen. Alle Arten von Werkzeug werden dazu genutzt. Abgelichtet wurde mit der einfachsten Digicam für deutlich unter hundert Euro, genau so, wie über die mehr als hunderte Millionen zählenden fotografierenden Mobiltelefone, weiterhin mit vielen DSLR’s bishin zu den wenigen edlen Mittelformat-Kameras.

Viele dieser fotografierten Bilder werden im World-Wide-Web veröffentlicht. Schlägt man die entsprechenden Seiten des Internets auf, so überrollt eine schier unendlich große Welle der Aufnahmen von Millionen von Fotografierenden den Betrachter. Während zu Zeiten der analogen Fotografie die Veröffentlichung von Fotos eher die Ausnahme war, so ist es heutzutage schon fast usus. Vor der Digitalisierung konnte man seine Bilder vielleicht im Fotoclub präsentieren, manchmal aushängen in Vereinen oder teilnehmen bei Wettbewerben, aber die eigentlichen Veröffentlichungen blieben dem Berufsfotografen vorbehalten. So waren die Bilder in den Medien der damaligen Zeit nur begrenzt auf den Print.

Fotografien ließen sich ausschließlich in Zeitschriften oder Bildbänden, sehr selten im Fernsehen bestaunen. Eine Ausstellung gelang nur verhältnismäßig wenigen Künstlern, geschweige denn eine Präsentation der Fotos in Katalogen, aus denen sich der Interessent eine Fotografie zur Dekoration seiner Wohnung oder seines Arbeitsplatzes aussuchen konnte. Wie man sie auch heute noch findet, gab es früher Postershops, in denen man sich unter vielen Standardmotiven wie Sonnenuntergängen oder Tierportraits, ansehnlichen Menschen oder Rockstars auch dekorative und tiefgründig aussagekräftige Fotografien als Poster kaufen konnte.

Heutzutage reichen 2 Klicks! Schon haben wir eine riesige Auswahl von Motiven vor uns. Je nach Verwendungszweck können wir ein Bild sofort herunterladen (downloaden) oder wir kaufen es in entsprechender Auflösung zum späteren ausdrucken, wie gesagt, je nach Verwendungszweck. Ein Bild auf Leinwand oder Alu-dibond ist auch schnell ausgesucht und schnell geliefert.

An dieser Stelle stellen sich bei mir erste Zweifel ein. Welche Qualität finden wir im Netz? Wie viel Zeit müssen wir opfern, bis wir entsprechende Bilder mit der gesuchten Aussage gefunden haben? In der vordigitalen Zeit war es mit Mühen verbunden, ein entsprechendes Motiv zu finden. Ich meine, durch die scheinbare Leichtigkeit der Motivsuche im Internet wird es nicht unbedingt einfacher. Wie oft verlieren wir uns in der Flut der Bilder, und surfen plötzlich in ganz anderen Gefilden?

Jedermann ist es grundsätzlich möglich seine Bilder ins Netz zu stellen. Und so geschieht es. Da wird wenig nach Qualität gefragt, besonders auf den einschlägigen Social Media Plattformen. Sicher sind auch dort Ausnahmen zu finden, doch die befinden sich viel eher auf den Seiten sog. fotografischer Communities und in Fotoblogs. Auf den Homepages von Fotografen kann man schließlich die qualitativ hochwertigen Bilder finden, die man früher in Bildbänden und Zeitschriften suchen musste.

Was bedeutet es nun, das man sich dieser Masse von Fotografien gegenüber sieht. Welchen Einfluss haben die Mengen der Bilder auf unsere eigenen Bilder, auf unsere eigene Motivauswahl, auf unser eigenes fotografisches Verhalten? Lässt sich ein Fotografierender heutzutage mehr von den vorhandenen Fotografien beeinflussen, als zu analogen Zeiten von den wenigen aus Zeitschriften, Büchern. Werbung und TV? Vielleicht ist beides zu beobachten. Vielleicht dienen die vielen Beispiele als Ansporn, um sein eigenes Projekt endlich in die Tat umzusetzen. Oder ein anderer wird mutlos ob des Vorhandenseins aller erdenkbaren Themen in Form der Fotos aus aller Welt.

Als Fazit für mich möchte ich feststellen, dass die vielen Vorbilder und Beispiele viel mehr als Ansporn zu verstehen sein sollten als ein Hemmnis. Obwohl es scheinbar jedes Motiv bereits in die Öffentlichkeit geschafft hat, so ist doch die Welt voller derartig wunderbarer Motive, die zusätzlich jeder Mensch durch seine eigenen Augen betrachtet in sein besonderes persönliches Licht rücken kann. Dieser Besonderheit folgend kann er den Menschen diese Betrachtungsweise nahebringen! So findet er möglicherweise Personen, die in ähnlichen Bahnen denken oder Personen, die konstruktiv konträr dazu stehen, und somit mit einem sinnvollen Austausch von Vorstellungen und Ideen zum Katalysator werden können.

Als Inspiration sollten wir die Bilder ansehen. Weg vom reinen Konsum der vorhandenen Ware sollen wir uns bewegen, hin zum eigenen Schaffensprozess aufbrechen, jeden Tag von Neuem. Dies muss nicht automatisch bedeuten, dass wir die Werke unserer Mitfotografen ignorieren. Wenn wir uns einige Zeit mit der Problematik auseinandergesetzt haben, so werden wir immer treffsicherer die Fotografien und die Menschen dahinter entdecken, die unsere Kreativität fördern. Dazu kann das www durchaus eine geeignete Plattform sein. Noch sinnstiftender ist es jedoch den Weg zu Mitmenschen zu suchen, die eine gleiche oder ähnliche Passion in sich ausmachen, um so eine persönliche Einschätzung und ein persönliches Feedback in Form von Gesprächen, Diskussionen, Ausstellungen und dergleichen zu finden. Diese sollte uns selbst wie auch den Gesprächspartner gleichermaßen immer wieder ein Stück weit voran bringen. Wenn wir es möchten.:-)

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Ziele der Fotografie (118)

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In diesem Artikel beschreibe ich die möglichen Ziele der Fotografie und wie man sich ihnen nähert. Ich meine, wenn man sich Ziele setzt, so findet man leichter aber auch fundierter seinen Weg.

Um ein Ziel klar zu formulieren, sollte man es kennen. Ob es genügt, wenn jemand sagt, welche Motive ihm gefallen, und das er oder sie diese Motive gerne
fotografiert, das wage ich zu bezweifeln. Die Folge davon könnte sein, dass dieser Mensch sich auf diese Art der Fotografie einlässt und dass diese Bilder bestenfalls in seinem Album oder einen Schuhkarton landen, oder nur in den tiefen einer externen Festplatte ihr Dasein fristen. Dafür, meine ich, sind die Fotografien zu schade.

Nun ist nicht jeder ein Profifotograf, der klar vorgegebene Aufträge abzuarbeiten hat. Wenn man nämlich von der Fotografie leben möchte, dann ergeben sich viele Ziele durch die Aufträge der Kunden. Sich darin zu perfektionieren wird zwangsläufig zum Ziel, will man beruflich etwas erreichen. Doch diesen Bereich möchte ich hier ausblenden. Es geht mir um den sog. ambitionierten Laien, der, wie ich, vielleicht noch keinen Bildband herausgegeben hat, der noch keine klassische Homepage erstellt hat, auf der seine Bilder als FineArt-Prints käuflich zu erwerben sind, der noch keine fotografische Reihe erstellt hat, die in einer Ausstellung zu bewundern war.

Anhand dieser kleinen Aufzählung kann man schon ersehen, in welche Richtung diese Reise gehen kann. Wie jede Reise, so beginnt auch unsere fotografische Reise mit dem ersten, noch so kleinen Schritt. Vorausgeschickt, dass wir einen Fotoapparat nebst Speicherkarte und Betrachtungsmedium besitzen, geht es für uns ans Werk. Und das ist durchaus wortwörtlich gemeint. Mit Werk meine ich nicht Sammelsorium. Wagen wir vorerst einen Schritt in die ferne Zukunft. Da sitzen wir nun mit achtundneunzig Jahren am warmen Kamin, und blicken auf unser (fotografisches) Leben zurück. Wie beschreiben wir unser Schaffen? Haben wir hier und da mal ein paar Fotos gemacht, unter denen auch ein paar schöne Bilder waren, die im Moment auf dem Speicher in der Alukiste hinten rechts liegen? Und sind wir damit zufrieden? Wenn ja, so können wir uns die kostbare Zeit sparen, und den Artikel hier brauchen wir nicht weiter zu lesen. Wenn wir aber der Meinung sind, das reicht uns nicht, und wir hätten gerne mehr erreicht in der Vergangenheit, dann wird es vielleicht doch interessant.

Schön, dass Sie noch da sind! 🙂 Wollen wir im Rückblick auf unser fotografisches Schaffen von einem Werk sprechen, so bedarf es einiger Überlegungen zum richtigen Zeitpunkt. Dieser Zeitpunkt ist zu jeder Zeit der richtige. Denn die Hauptsache ist, er ist überhaupt da. Für mich kommt er auch erst heuer in der Mitte des Lebens. Warum „erst“?, so könnte man fragen. Wenn ich damals, als junger Mensch, nicht die Fotografie in den Hintergrund gestellt hätte, und mich stattdessen beruflich dem Thema Gartengestaltung zugewandt hätte, dann wäre vielleicht die Fotografie meine berufliche Zukunft geworden. Ist es aber nicht. Vielleicht habe ich aber wiederum dadurch den genügenden Abstand, um mich als Hobby der Fotografie ganz unbefangen (inhaltlich und ganz besonders zeitlich) zu nähern. Frei nach der Weisheit des Schusters: Der Schuster läuft mit dem schlechtesten Schuhwerk umher.

Zurück zu den Überlegungen, die uns helfen sollen, ein fotografisches Werk zu formen. Was braucht es, um später einmal auf ein Werk zurück zu blicken? Von den Zielen sprach ich schon. Um sie zu formulieren, bedarf es aber erst mal einer Idee. Diese, so meine ich, steht am Anfang. Eine Idee, die uns in den Sinn kommt und für die wir uns entscheiden, eine, die wir umsetzen möchten! Das ist ein Meilenstein. Und zwar deswegen ein Meilenstein, weil wir mit dieser Entscheidung jedes Lament hinter uns gelassen haben. Wir stehen dann nicht mehr vor dem Berg, der da heißt: Ich könnte mir vorstellen…, ich würde ja gerne…, Wenn ich die Zeit hätte, dann…, irgendwann beginne ich mal…, Wenn ich damit fertig bin, fange ich an…, usf. Wir haben uns entschieden. Die Idee ist Programm. Die Fotokamera, die nicht als Schnäppchen nebenbei angeschafft worden ist, soll ihrer Bestimmung zugeführt werden. Und nun wollen wir mehr, als nur knipsen.

Eine Idee könnte lauten: Ich möchte eine fotografische Reihe erstellen über das Thema „begrünte Fassaden in Städten“. Schon ab dieser Stelle geht es um das Wesentliche! Das Thema ist durch jedes beliebige Thema ersetzbar. Oder es ist erweiterbar. Es ist sogar einerlei, es kommt nur auf die folgenden Entscheidungen an: Wenn das Bild, bzw. die Reihe fotografiert und nachbearbeitet ist, habe ich nachfolgend damit im Sinn:

– Ich werde eine Ausstellung machen!

– Ich werde mir einen Verlag suchen, und das Buch publizieren!

– Die Fotografien werden auf meiner Homepage ausgestellt!

– Die Fotos sollen in einem Verkaufsportal veröffentlicht werden!

– Ich möchte mein eigenes Fotobuch erstellen!

– Meine Fotos sollen an Wettbewerben teilnehmen!

– Die Fotos sollen für einen Blog verwendet werden!

– Mehrere der o.g. Ziele sind geplant!

Davon ausgehend formulierte ich mein Ziel, und stelle anschließend heraus, wie ich dieses Ziel in welcher Zeit mit welchen Ressourcen erreichen kann.

Ein sehr beliebtes Thema der Fotografie sind die Menschen. Für mich möchte ich da keine Ausnahme bilden, denn ich halte die Menschen ebenfalls für absolut fotogen! Die Zielfindung für das Thema könnte folgendermaßen Erfolg haben:

Personen als Motiv

1. Locations:
An welchen Orten würde es dir gefallen ein Fotoshooting durchzuführen?(Was natürlich von der Bildkomposition/Bildaussage abhängt.)

1 Wiese
2 Strand
3 Park
4 Stadt
5 Wald
6 Wohnung

2. Ausrüstung:
Was benötigst du für ein Equipment?

0 Reflektor
1 105er Macro
2 70-200er
3 24-70er
4 Stativ
5 Fernauslöser
6 Accessoires
7 Ersatzkamera
8 Blitzanlage

3. Personensuche
Welche Personen eignen sich für Deine Idee vom Bild?

1 Spreche fremde Menschen an, die du fotografieren möchtest! Händige eine Karte/Flyer aus, auf die der Angesprochenen zurückgreifen können und aus der hervor geht, was wichtig ist.
2 Fertige einen Flyer, aus dem hervorgeht,

– was deine Absichten sind
– welche die Vorteile dein Modell hat
– wie der Ablauf deines Fotoshootings verläuft
– wer du bist
– welche Referenzen du wo vorweisen kannst
– wie du erreichbar bist => e-Mail, Mobil
3 Frage die Freunde, die du fotografieren möchtest!
4 Frage die Familienmitglieder, die du fotografieren möchtest!
5 Frage die Nachbarn, die du fotografieren möchtest!
6 Wer: Nachbarn, Familie, Freunde, Fremde, Modelle, …
Männer, Frauen, Kinder, Paare, Gruppen, …

ZIELE DEINER FOTOGRAFIE

0 Entwickele eine Idee, eine Vorstellung, wo du mittelfristig angekommen sein möchtest. Was möchtest du in 5-8 Jahren erschaffen haben?
1 Fertige einen Plan aus, wie und bis wann du die Etappen deines Werdegangs erreichen möchtest!
2 Lege schlüssig dar, was du mit den Foto vor hast und begründe es! Begründe es in erster Linie speziell für dich selbst!
3 Begründe schlüssig, warum du (einen) Menschen fotografieren möchtest!
4 Formuliere Zwischenziele (Etappen) auf dem Weg zu deinem Ziel!
5 Formuliere die Ziele deines Gesamtwerkes
6 Formuliere einen Zeitrahmen!

Die Zwischenziele im einzelnen

1 · Erstellen einer Homepage. (Schlüsselbegriff: Fotografie)

· möglicher Inhalt einer Homepage

– Gesichter mit Ausdruck
– Körperteile (Hintern, Beine, Augen, Haare, …)
– Schönheit (der Menschen)
– Frauen + Männer (Attraktivität)
– Besondere Gesichter (z.B.Betina LaPlante)

– einzelne Menschen mit ihrer Idee vom Leben als Text zum Bild

– Werdegänge, Veränderungen, eine Person in zig verschiedensten Outfits, auf denen er nicht wieder zu erkennen ist

2 · Veröffentlichung eines Bildbandes

· Themen im Bildband:

– Gesichter

– Körperteile

– Stimmungen
– Geschichten der Menschen

Zum Abschluss möchte ich noch einen kleinen Einblick in meine eigenen Ideen geben, die ich noch verwirklichen möchte, die praktisch darauf warten, umgesetzt zu werden. (Wer im Koblenzer Raum Lust hat auf ein TfP, kann mir gerne eine PN zukommen lassen.)

Fotografische Themen und Bilderserien

1 Fantasy – Szenen aus der Traumwelt

· in langen Gewändern mit Rosen im Haar, verwunschen, stolz und zerbrechlich, stark und verletzlich

· als Amazone mit Schwert und Gewand, als Ausdruck eine Mischung von Unabhängigkeit, Unbändigkeit, Entschlossenheit und Verwegenheit in Körper und Gesicht

· im Garten zwischen Sträuchern und Blumen, elfengleich schwebend und dennoch präsent, leicht aber präsent, kess aber verträumt

· verwildert, wüst und rau, zerzaust aber dennoch anmutig, etwas verwegen mit dem Blick eines Freidenkers, ein Blick, der aussagt, ich kann alles erreichen

· Die Augen geschlossen, den Blick nach oben, der Ausdruck des Gesichts sanft zufrieden, mit nur einem Hauch von Lächeln, das nur gerade so, kaum erahnbar, zu erkennen ist

2 Street – Fotosession, in der die Aufnahmen so wirken, als ob das Modell nur beiläufig abgelichtet wurde.

· Das Modell verschwindet gerade um eine Ecke, mit einem frechen Blick und dem Ausdruck in den Augen „ Aber nur ein Bild!“…

· Das Modell betritt gerade freudig ein Haus, Auto, Bahn, …

· Das Modell sitzt traurig auf einem Vorsprung …

· Das Modell wartet ungeduldig an einem Übergang …

· Das Modell kauft mit dem Zeitungsverkäufer schekernd eine Zeitung am Büdchen …

· Das Modell spricht liebevoll zu einem Kinde …

· Das Modell sitzt verträumt auf einer Parkbank
· Das Modell

3 Mit dem Fahrrad

· Sitzend, abwartend, ungeduldig, wann es endlich soweit ist, die Fahrt endlich beginnt

· Fahrend, mit wehender Kleidung

· Stehend, angestrengt und voll entschlossen den Berg bezwingend

· Daneben, eine Pause im Sinn, die schöne Landschaft betrachtend, still begeistert

· Rollend, erschöpft aber glücklich, mit dem Wissen im Blick, ich habe die Tour auf dem Deich von Lelystad nach Enkhuizen trotz Gegenwind gemeistert 😉

4 Mensch und Baum

· Angelehnt, mit dem Gefühl von „Mein Freund, der Baum“

· Am Fuße des Baumes, verträumt

· Kletternd, entschlossen, mit dem stolzen Blick zum Fotografen oder nach oben

· Hangelnd, sehr angeszrengt, an einem Ast, dennoch, unglaublich, mit einem Lächeln

· Auf einem Ast liegend, in Entspannung und Hingabe an die Natur

· Kniend, traurig und etwas weltverlassen, tief in Gedanken

· geschuldet meiner Berufung als Gartengestalter: in Arbeitsklamotten, mit Erde und Grün versehen, als ob der Tag mehr in, als auf der Erde verbracht worden wäre

5 Nach einer verrückten Idee des Modells
· Was dem Modell außerordentliches in den Sinn kommt… 🙂

Die Frau macht den ersten Schritt! (117)

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In diesem Artikel möchte ich über die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau während der Anbahnung eines Flirts und den damit verbundenen Handlungsmustern mutmaßen.

Mit der Schönheit fängt alles an. Eine Frau betritt die Bühne. Männer nehmen sie wahr. Frauen bemerken sie vielleicht noch etwas eher. Die Männer sehen sie an. Was sie zu sehen bekommen, bestimmt allein die Frau. Die Männer sehen, was ihnen gefällt.

Beim Einen ist es der Mund. Die Lippen sind evtl. mit Lipp-Gloss oder Lippenstift hervorgehoben, seine Kontur wurde vielleicht umrandet. Die Lippen wirken bestimmt größer. Er sieht ein bisschen wie ein Schmollmund. Mann kann nur hoffen, dass er nicht aufgespritzt wurde. Wirklich? Für wen tun die Frauen so etwas? Nicht auch für die Männer?

Beim Nächsten ist es der Busen. Ein BH gibt dem Busen die „richtige“ Form. Es könnte ein Push-Up sein. Die Bluse oder das Shirt hat exakt den Ausschnitt, den die Dame zur Ansicht freigegeben hat. Selbst der Busen wurde vielleicht in seiner Größe „angepasst“.

Die Haare haben es dem Dritten angetan. Auch sie werden ungestylt niemandem zur Schau gestellt. Geschnitten, geföhnt, gefärbt, verlängert, mit Strähnchen versehen, durch Spülungen auf Hochglanz gebracht werden sie drapiert. Manchmal auf Welle und Locke, oder im Gegensatz geglättet mit Eisen, gebändigt im Zopf bishin zum Dutt auf dem Kopf. Ob mit Pony oder streng nach hinten gekämmt sind sie eine durch und geplante und immer wieder überprüfte Zier. Selbst dann, wenn sie wie wild durcheinander gewirbelt aussehen, so ist das noch lange nicht ohne eine langwierige, aufwändige Prozedur dazu gekommen.

Kajal und angeklebte Wimpern unterstreichen vielleicht die Augen der weiblichen Schönheit, denen ein Vierter erlegen ist. Hervorgehoben durch Lidschatten und Eyeliner, Glitzer und Schatten erscheinen sie viel intensiver und größer, als sie es in ungeschminktem Zustand wären. Kontrastreiche Farben zaubern ein Glitzern und Leuchten in sie.

Das Gesicht bildet den vermeintlich stärksten optischen Reiz. Ein Reiz, dem wohl alle Männer erliegen. Ganz besonders aber Mann Nummer fünf, der nichts davon ahnt, dass seine Angebetete vielleicht die Haut ihres Gesichts mit vielfältigen Pudern und Cremes bedeckt hat. Von Farbe zu Glanz oder wichtiger noch Mattierungen der Haut sind da nur der Standard. Unter Zuhilfenahme von Schattierungen kann sogar die Form des Gesichts scheinbar modelliert werden. Etliche Masken und Tinkturen später kommt noch das Entspannungspeeling dazu. Manchmal wird auch zum äußersten gegriffen, und die Spritze mit Botox soll dauerhaft gegen Falten wirken.

Der sechste Mann ist fasziniert von ihren grazilen Bewegungen. Frau lernt schon sehr früh im Leben, wie sie sich zu bewegen hat. Von Kindesalter bis zum Oldie lernt die Frau von heute ihre Bewegungen zu kontrollieren. Schon die Anweisungen der Mutter oder Großmutter besagen, dass es sich nicht schickt, mit festem Schritt zu stampfen, sondern nur elfengleich zu schweben, oder bestenfalls zu trippeln. Einen Fuß vor den anderen und bloß nicht breitbeinig zu schreiten, dass ist das erklärte Ziel der Übungen. Und der Mann? Der ist wirklich fasziniert von der katzengleichen Kür, die ihm die Weiblichkeit mit diesem Bilde offeriert.

Nummer sieben lebt die Hände. Er mag gerade Finger und ebenmäßige Handflächen. Nichtsahnend, was die Frau vor ihm mit ihren Fingern während der Maniküre hat anstellen lassen. Nagelbett-Behandlung, gefolgt von Glätten der Nageloberfläche, schneiden und feilen der Fingernägel, lackieren derselben, zupfen von Häärchen, falls vorhanden, abschleifen evtl. Hornhaut an den Innenseiten der Fingerkuppen sind nur wenige Schritte.

Rückansichten sind das Faible Nummer Achtens. Er liebt die Rundungen des Po. Wieviel Stunden „Bauch-Beine-Po-Training pro Woche zur Erhaltung seiner Form für die Frau nötig sind, das kann der Mann nur erahnen. Höchstwahrscheinlich liegt er daneben. Dem neuesten Schrei folgend könnte die Schöne auch eine Push-Up-Jeans tragen. Er würde es nicht bemerken. Hochhackige Schuhe sehrwohl. Sie geben dem Hinter immer eine straffere, und damit jüngere Erscheinungsform. Unterstützung erhält die Form durch den entsprechenden Gang der Lady. Dadurch ist der Mann mit allergrößter Wahrscheinlichkeit hin und weg.

Kein schöner Po ohne schöne Beine.Auf die Beine legt Nummer neun größten Wert. Wieviel Kilometer Jogging die Frau jeden Morgen für den Erhalt der schlanken Beine zurücklegt, davon erfährt der Mann höchstens dann, wenn er mit ihr eine Wohnung teilt. Die vielen Besuche in diversen Fitnessstudios mit Kursen in Pilates, Aerobic, Stretching oder BBP-Training sind die Voraussetzung für die schönen, schlanken Beine.

Nimmt man die Summe der Aufwendungen, die die Frau aufbringt, um zu gefallen, so könnte man zu dem Schluss gelangen, dass die Frau einen Großteil ihrer Zeit, ihrer Energie und ihres Kapitals aufbringt, um einem Schönheitsideal näher zu kommen. Dies macht sie nicht mal in erster Linie der Männern wegen, sondern für sich selbst. Und in der Tat investiert die Frau sehr viel Lebensenergie in ihr Aussehen. Warum es so ist, das soll Thema eines der nächsten Artikel sein. Der durchschnittliche Mann weiß sehr wenig davon. Er betrachtet gerne das gelungene Ergebnis. Er freut sich über die Schönheit der Weibsbilder, die es in großer Mehrheit genießen, wenn sie gefallen. Schließlich ist es eine Bestätigung für ihre vielen Mühen, die sie Tag ein, Tag aus auf sich nehmen. Sie tun dies nicht zuletzt, weil die Wertevorstellung in der heutigen Zeit, der westlich orientierten Welt genau in diese Richtung unterwegs ist. Attraktivität, Aussehen und der schöne Schein ist ein entscheidender Faktor, gesellschaftlich und ökonomisch gleichermaßen.

Als Fazit:
Der Mensch ist scheinbar zu sehr optisches Wesen, ist doch die Sehkraft des Menschen stärkster Rezeptor. Damit kann die Frau, wenn sie es gelernt hat, das Verhalten der Männer sehr bewusst lenken. Die Männer lassen sich vorzüglich lenken. Zumindest dann, wenn es um Belange der Optik und des damit verknüpften Verhaltens, sowie die Erwartungen der Männer geht. Und Männer setzen Himmel und Hölle in Bewegung, wenn es ihnen um die Schönheit der Frauen geht. Fast immer.

Warum Fotografie (116)

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Mit diesem Artikel steige ich in die tiefen Abgründe der menschlichen Antriebe hinab. Bei der Erforschung der Fotografie, im Einzelnen der Suche nach den Gründen für die Entstehung der Bilder, bieten sich dem Fragenden so viele Antworten wie es Fotografierende gibt.

Warum Fotografie? Eine Frage, die es in sich hat. Jeder Fotografierende hat darauf seine ganz persönliche Antwort. Nähert man sich dieser Frage einmal vom Ergebnis aus, nämlich dem ausgedruckten Bild, so kann diese Frage in zwei Themenbereiche aufgeteilt werden.

Zum Einen der Akt der Fotografie. Raus auf die Straße, bei Wind und Wetter, die Kamera-Ausrüstung im Rücken, die Trekking-Stiefel an den Füßen geht es in die Natur. Fast zu nachtschlafender Zeit, früh am Morgen starten wir auf den Weg zu neuen Motiven. Oder wir harren der Dinge, von denen wir vorerst nur eine Idee haben, um sie dann umzusetzen. Auch die strenge Komposition im Studio kann ein Kunstwerk hervorbringen. Nicht zu vergessen die Nachbearbeitung am Rechner, die neben idealisierten Motiven auch eine Reise in den Surrealismus anbietet.

Zum Anderen liegt irgendwann unser Werk vor uns, die FOTOGRAFIE. Diese kann in unterschiedlichster Art vorliegen. Als Ausdruck, in 9×13, oder auch in 60×40, in einem extravaganten Rahmen an einem entsprechenden Ort, in der eigenen Wohnung oder in einer kleinen oder größeren Vernissage mit anschließender Ausstellung. Im eigenen Fotobuch oder in einem veröffentlichten Bildband. Als digitale Leiche auf dem eigenen Homeserver, oder als Bild auf der eigenen Homepage oder in einem Fotoblog.

Frage ich nach den Gründen für die Erstellung von Fotografien, so erhalte ich eine Vielzahl von Antworten. Ganz gleich, ob es sich um einen Berufsfotografen handelt, oder um den ambitionierten Hobbyfotografen, die Intentionen sind immer die gleichen. Für mich gilt entsprechendes, der ich kein Berufsfotograf bin. In übergeordnete Bereiche eingereiht möchte ich einige Antworten zitieren:

· Aus Liebe zur Kunst
– die Fotos sollen den Betrachter inspirieren
– sie sollen Ideen der Fotografie vermitteln
– sie sollen die Schönheit dieser Schöpfung zeigen
– sie soll Liebe zu Fotos, Gemälden, Zeichnungen, Skizzen dokumentieren
– sie soll darstellen, wie schön die Welt ist
– sie soll die Muße erwecken, wieder Schönes wahrzunehmen
– sie soll eine Aussage in bildlicher Weise vermitteln
– sie soll ein Ausdruck von der Ästhetik der Natur oder Kunst vermitteln, und auch dabei die Schönheit oder Hässlichkeit nicht ausklammern
– sie soll den Menschen zeigen, wie schön sie sein können, wie viel Besonderes in ihnen steckt, wo es steckt, wie man es erkennt…
– um verborgenes, verstecktes Schönes zu zeigen, welches überall, in allen Dingen existiert; weil für jedes ein Liebhaber existiert, der dieses Motiv schön findet

· Als Jäger und Sammler
– auf Fotografien können wir ein Stück der Natur mit nach Hause nehmen und dort betrachten
– wir erschaffen Erinnerungen, die geistige Krücken sein können, dies sowohl für den Fotografierenden sowie für den Fotografierten

· Zur Aufklärung und Darstellung
– die Bilder anderen Menschen zu präsentieren
– Details des Lebens (wiederzu-)finden und sie festzuhalten
– dem Menschen die Sicht auf sich selbst ermöglichen, ihn erfassen lassen, wie er ist, wie er gesehen werden kann.
– Dinge zu zeigen, derer wir sonst in unserer Alltagshektik kaum mehr gewahr werden
– dem fotografierten Menschen eine Freude zu bereiten
– neue Perspektiven erschließen
– in Bildern Fragen zu stellen
– in Bildern zu provozieren
– in Bildern zu schockieren
– in Bildern zu begeistern
– in Bildern aufzuklären
– in Bildern zu polarisieren
– in Frage stellen des Standpunktes des Fotografen aber auch des Betrachters
– hervorbringen, was uns erfüllt
– in Bildern wach zu rütteln
– um besondere, außerordentliche, ungewöhnliche und gewöhnliche Blickwinkel und Perspektiven zu finden, um sie anschließend dem Betrachter zu präsentieren und zu erschließen
– einer durch unsere fehlgesetzten Prioritäten geopferten Neugierde auf das Besondere und Schöne wieder auf die Sprünge zu helfen

· Als Reportage
– den Ausdruck von Menschen für die Zukunft zu erhalten
– schnellebige Momente zu erhalten, um diese in Ruhe zu einem späteren Zeitpunkt zu betrachten.
– feine Nuancen des Menschen heraus zu stellen und sie ihm zu zeigen, ihn zu erfreuen
– den Moment einfangen
– Zeugnisse für die Zukunft erschaffen
– um uns daran zu erinnern, was es für kleine Besonderheiten um uns herumgibt, die darauf warten, entdeckt zu werden, die sonst verloren gingen
– um außergewöhnliche Stimmungen fest zu halten
– um Einmaliges, aus dem ja jeder Moment wirklich besteht, ganz gleich, ob verborgen oder offensichtlich, im Bilde an den Betrachter heranzutragen, und dies zu einem Zeitpunkt, an dem der Betrachter die Zeit und Geduld, die Muße und das Interesse, die Möglichkeit und die Gelegenheit, den Willen hat, sich diesem zu widmen
– den Blick auf die Welt zu öffnen und zu schärfen
– das Alltägliche einmal zum Mittelpunkt zu machen, um (wieder) seine Aussergewöhnlichkeit sehen

· Als Aktivität
– um zu erschaffen
– um hinaus zu kommen in die Natur, ins Leben
– um seine Kreativität auszuleben
– um Ideen zu finden, deren Umsetzung zu planen, sie anschließend auszuführen
– um zu lernen, den rechten Moment zu erfassen
– um einzigartige Momente in seiner persönlichen Sichtweise zu erfassen, aber diese anderen gleichwohl zugänglich zu machen
– um die eigene Poesie zu entfalten
– zur Fortführung und Weiterentwicklung eines Werkes, einer Idee, eines Schaffensprozesses
– zur Wiedergabe eines bildlichen Ausdrucks der eigenen Gefühle
– um durch den Sucher und durch die Betrachtung der Bilder das Sehen zu lernen, und die Sinne zu schärfen
– um Fantasien zu beflügeln
– sich nicht dem Trott zu ergeben, sondern aktiv zu werden, weg vom reinen Konsumieren zu kommen
– zum verfolgen von Ideen, sich nicht beirren lassen und Mitstreiter finden oder zum Trendsetter werden.

· Zur Erschaffung eines Werkes
– schaffen und erschaffen von Werken jedweder Art und Umfangs
– um zu zeigen, dass es andere Menschen gibt, die bestimmte Motive auch gerne betrachten
– um zu entdecken und zu belichten, dem Thema eine Existenz zu geben, die möglicherweise ohne dieses Foto, diese Fotoserie niemals ins Licht der Öffentlichkeit gerückt worden wäre.
– zur Erzeugung eines scheinbaren Stillstandes der Zeit, um zu erkennen, was sich sonst durch unsere Abstumpfung und unser Desinteresse in bestimmten Zeitpunkten unserer Wahrnehmund entzogen hätte
– um die eigene Schaffenskraft weiter zu entwickeln und zu fördern

Aus diesen vielschichtigen, verschiedenen Interessen heraus lässt sich aus immer wieder unterschiedlichen Konstellationen eine große Spannbreite an Zielen und Gründen aus und für die Fotografie erdenken. Jedem Fotografierenden dürften die Mehrzahl dieser Gründe schon einmal in den Sinn gekommen sein, sicher nicht jeder, aber in dieser oder abgewandelter Form einige. Möglicherweise inspiriert diese Liste den ein oder anderen Menschen, die Fotografie unter anderen oder neuen Gesichtspunkten zu sehen und sie helfen ihr oder ihm ein Stück weit bei der Formulierung seiner oder ihrer Ziele.

Schönheiten, soweit das Auge reicht. Wie weit reicht es denn? (115)

Chraf jeans hintern   mies-vandenbergh-fotografie

mies-vandenbergh-fotografie

In diesem Artikel möchte ich der Frage nachgehen, warum dem einen Menschen die schöne Frau oder der interessante Mann auffällt und einem anderen Menschen das Aussehen der Personen in seinem Umfeld einerlei zu sein scheint.

Tausend schöne Menschen um ihn herum, und er sieht sie nicht! Der Superstar neben ihm in der Warteschlange am Flughafen, und er bemerkt ihn nicht! Die schöne Frau sitzt ihm gegenüber im Abteil, und er sieht sie nicht! Der gutaussehende, charismatisch-interessante Gentleman sitzt neben ihr im Bistro, und sie nimmt ihn nicht wahr! Situationen aus dem Alltag.

Warum könnte es so sein? Weil er und sie mit anderen Dingen beschäftigt sind? Weil ihre Wahrnehmung auf andere Dinge gerichtet ist oder weil die Wahrnehmung nach innen gerichtet ist?

Auf der anderen Seite gehen Personen durch die Stadt, denen die schönen Menschen, die ihnen begegnen, nicht entgehen. Sie sehen sie alle, nehmen sie wahr, erfassen sie mit ihrem Blick, kontaktieren sie mit ihren Augen, manchmal mit einem Lächeln in den Augen, einer Sympathiebekundung ähnlich. Sie betreten das Café, sehen die Menschen an, die dort ebenfalls zu Gast sind und werden der Attraktivität der Personen sofort gewahr.

Was unterscheidet diese Personengruppen im Hinblick auf die Wahrnehmung von Schönheit und Attraktivität voneinander? Die Reaktion auf das Äußere der Menschen könnte unterschiedlicher nicht sein. Woraus resultiert diese Differenz?

Menschen nehmen ihr Umfeld in unterschiedlicher Weise wahr. Von sehr introvertiert daher kommenden, ja fast abwesend wirkenden Menschen reicht die Spannbreite bishin zu äußerst offenen, aufmerksamen Personen, die hellwach wirken. Doch nicht nur innerhalb dieser Grenzen bewegt sich die Wahrnehmung von Schönheit und Attraktivität. Ein zweiter Aspekt ist die Unterscheidung der Menschen im Hinblick auf ihr soziales Umfeld. Damit meine ich zuerst die Quantität der informellen und formellen Kontakte des Einzelnen. Als zweites kann ich die Unterschiede in der Qualität beschreiben.

Zunächst einmal zur Quantität. Wie wirkt es sich aus, wenn eine Person in regem Kontakt mit einer großen Anzahl von Menschen steht?

Dabei kann es die Masse der Großstadt sein. Entweder der Ort, an dem man wohnt oder an dem man arbeitet. Es kann gleichwohl der Arbeitsplatz sein, an dem man -dem Berufsbild entsprechend- in ständigem Kontakt zu vielen z.B. Kunden, Gästen oder Patienten steht. Erwartungsgemäß könnte eine solch hohe Frequenz der zwischenmenschlichen Kontakte zu anderen Reaktionen auf das Aussehen der Menschen führen, als bei einer Person, die in suburbanen oder dörflich geprägten Gegenden lebt. Dort begegnen einem nur sporadisch Menschen, häufig bekannte Gesichter, selten Fremde.

Erneut der Vergleich im Bereich des Broterwerbs, der Zeitspanne, der wir einen Großteil unserer iLebenszeit opfern. Der Mensch trifft während dieser Arbeitszeit -wiederum dem Berufsbild entsprechend- auf nur wenige oder gar kein Publikum, wie vielleicht im Beruf des Laboranten, Baggerfahrers oder Lageristen.

An dieser Stelle noch eine Zwischenbemerkung. Gerade im weniger frequentierten Lebensraum, aber auch in Ballungszentren findet meiner Ansicht nach eine schleichende Ent-Sozialisierung statt. Als Ursache führe ich die zunehmende Nutzung aller verfügbaren Medien an. Ein Beispiel aus dem Umfeld meiner Eltern ist das folgende: am Nachmittag finden sich die Senioren nicht mehr zum Kaffeeklatsch ein, sondern sie verpassen kaum eine Folge ihrer Sendung „Kaffee oder Tee“ im Fernsehen. Die Berührungspunkte zu fremden oder auch bekannten Gesichtern spielen sich im Supermarkt, in der Arztpraxis oder beim Bäcker ab.

Als zweites werfe ich einen kurzen Blick auf die Qualität unserer sozialen Kontakte . Sie könnte sich auf unsere Wahrnehmung in Sachen Attraktivität dann auswirken, wenn wir einen nach unserer Vorstellung attraktiven Partner haben. Durch seine Anwesenheit erfahren wir wahrscheinlich eine Art Sättigung an Schönheit, die eine größere Gelassenheit dem anderen (oder gleichen) Geschlecht gegenüber zur Folge hat. Als Einwand könnte man hier einbringen, dass alle Menschen tendenziell immer nach Neuem streben. Das hätte in letzter Konsequenz die Tatsache zur Folge, dass uns nichts und niemand auf Dauer „reichen“ könnte. Umtriebig wären wir irgendwann doch wieder auf der Suche nach anderer, neuer Schönheit.

Neben diesen Faktoren spielen natürlich die Vorlieben jedes Einzelnen die Hauptrolle. Als Ästhet betrachtet der Mensch vielleicht viel häufiger die Formen und Farben der Umgebung. Dabei beschränkt er sich nicht auf die Körperformen des Menschen. Gleichfalls sind es die Formen von Pflanzen, Tieren, Landschaften genau so gut, wie die von Menschenhand erschaffenen Formen, derer ein Ästhet sofort gewahr wird. Dabei kann es sich um ein Kunstobjekt in Form einer Plastik oder eines Gemäldes, wie auch der Form eines Segelbootrumpfes oder Autokarosserie handeln. Für den Liebhaber dieser Formen geht es dabei ganz und gar nicht darum, diese Kunst zu besitzen. Allein die erkennende Betrachtung führt zur Freude über die Schönheit der Welt.

Neben den ästhetischen Gesichtspunkten bei der Betrachtung des wohlgeformten Menschen finden wir bei uns Menschen weitere Vorlieben des Einzelnen. Ein wesentlicher, wenn auch bei vordergründiger Beachtung nicht sehr vorteilhafter, Beweggrund ist die Sensationslust. Gemeint ist die Gafferin und der Gaffer.
Dabei ist es nicht mit dem Hintergrund der sexuellen Begierde abgetan. Dieser ist zwar ursächlich in der Mehrzahl der Fälle als archaischer Trieb latent in uns vorhanden, doch ins offene Bewusstsein dringt er so nicht vor. Es spielt sich viel mehr auf der Ebene der Verbundenheit zwischen Menschen ab. Grundsätzlich mögen sich Menschen, wenn nicht etwas Destruktives dieses Urgefühl getrübt hat. Dieses Gefühl der Verbundenheit kann sich in vielen Facetten im Verhalten des Einzelnen manifestieren. Eine davon ist gerade das Ansehen von Menschen, die einen in irgend einer Weise ansprechen. Das ist nicht nur „live“ möglich, auch in Form von Fotografien und bewegten Bildern. Dieses kann er sogar unbeobachtet tun.

Was kann ich als erstes Fazit bekunden? Wir alle sehen gerne schöne Menschen, nur sind wir dazu nicht jederzeit gleichsam aufnahmefähig. Es liegt bei jedem selbst zu hinterfragen, warum einem manchmal viel mehr schöne Menschen begegnen. Es liegt im Betrachter.

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Schöneren Menschen vertrauen wir eher! (114)

katr jeans hintern   mies-vandenbergh-fotografie

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In diesem Artikel beschreibe ich die erste Wirkung des Äußeren auf unser Bewusstsein, und erläutere dies anhand einer Studie.

Alexander Todorov, Neurowissenschaftler und Wahrnehmungspsychologe der Universität Princeton geht in seinem Social Neuroscience Lab der Frage nach, wie der „erste Eindruck” entsteht, den uns ein
Gesicht vermittelt. Welche Anzeichen sorgen für einen ersten positiven, sympathischen Eindruck und was führt zu einem ablehnenden Gefühl?

Wir sehen den Menschen an, und unser Gehirn erkennt ganz automatisch die Gestik und Mimik unseres Gegenüber. Es vergleicht in Bruchteilen von Sekunden unsere Datenbank der Erfahrungen damit, überarbeitet diese Vergleiche mit unserem Instinkt und gibt damit eine Empfehlung an unser Bewusstsein – der wir meist erst mal folge leisten.

Ulrich Renz schreibt darüber in seinem (leider eingestellten) Blog:

„Todorovs Team arbeitet mit (sowohl echten als auch computergenerierten) Gesichtern, die als 3D Gitternetz mathematisch kodiert sind (s. Abbildung). Er kann damit den Zusammenhang zwischen der Gestalt eines Gesichtes und dem Persönlichkeitseindruck, den es bei Probanden auslöst in exakte Zahlen fassen. Und damit die Frage beantworten, welche Hinweisgeber im Gesicht es eigentlich sind, die uns das Gefühl geben: “diesem Menschen kannst du vertrauen”. Hat es mit der
Augengröße zu tun? Der Lage der Brauen? Der Position der Mundwinkel?

Nach tausenden von Bewertungs-Durchläufen weiß Todorov: Die als vertrauenswürdig wahrgenommenen Gesichter haben offenbar eine diskrete und bewusst nicht wahrnehmbare Ähnlichkeit mit Gesichtern, die den Ausdruck von Freude tragen. Und das, obwohl
die untersuchten Gesichter in ihrer Mimik vollkommen neutral waren, also keinerlei Gefühlsregung zeigten! Umgekehrt – wenig vertrauenswürdig wirken (gefühlsneutrale) Gesichter dann, wenn sie mit Spuren der Emotion „Ärger” kontaminiert sind. Lesen wir in einem Gesicht die Gefühlsregung „Freude”, so interpretieren wir das als Annäherungs-Signal: „Hier kommt ein Freund!” – Lesen wir dagegen „ärgerlich”, rutscht der entsprechende Mensch in die Kategorie „potentieller Feind”.

Beim Lesen von Gesichtern unterläuft uns also offenbar eine systematische Verwechslung: Obwohl sie “eigentlich” gar keine Gefühlsbotschaft transportieren, lesen wir doch ein Gefühl in sie hinein – einfach deshalb, weil ihr Aussehen uns an diese Emotionen erinnert. Anders ausgedrückt: Wenn die genetische Lotterie einem Gesicht rein zufällig Merkmale beschert hat, die einem bestimmten
Gefühlsausdruck ähneln – beispielsweise höhere oder tiefere Mundwinkel -, so können wir gar nicht anders, als in diesem Gesicht das entsprechende Gefühl wahrzunehmen.

Ein klarer Fall von Verwechslung, denn dieses Gefühl ist ja gar nicht vorhanden. Wahrnehmungspsychologen wie Todorov sprechen bei
solchen „Verwechslungen” von overgeneralization, also Über- Verallgemeinerung: Wir verallgemeinern die Botschaft eines Reizes (in unserem Fall die Botschaft „ich freue mich”) automatisch auf einen anderen Reiz, sobald dieser dem ursprünglichen Reiz ähnelt.

Was hat das nun aber mit Schönheit zu tun? – Eine ganze Menge, wie Alexander Todorov herausgefunden hat. Im vieldimensionalen „Gesichts-Raum” seiner Probanden haben nämlich der Attraktivitäts- und der Vertrauenswürdigkeitsvektor eine erstaunlich übereinstimmende Ausrichtung. Will heißen:
„Vertrauenswürdigkeit” und „Attraktivität” überschneiden sich in unserer Wahrnehmung in höchstem Maß. Und Vertrauenswürdigkeit wiederum ist, wie wir nun wissen, an die “Gefühlsspuren” gekoppelt, die wir in manchen Gesichter zu erkennen meinen. – Man könnte es vereinfacht auch so ausdrücken:
Wer glücklich aussieht lässt bei uns die Vertrauenssaite klingen, und wer als vertrauenswürdig wahrgenommen wird, wird auch als
anziehend empfunden. … Hier ist nur folgendes wichtig: Sie vollziehen sich vollkommen unbewusst und reflexartig, und zwar blitzschnell
(nämlich innerhalb der ersten 100 Millisekunden einer Begegnung).“

Dies ist eine anschaulich beschriebene und aufschlussreiche Studie. Als Fazit daraus kann ich für mich feststellen, dass der Mensch viel mehr intuitiv gesteuert ist, als ihm bewusst ist. Wir reagieren auf bestimmte Schlüsselreize, ohne dass wir sie als solche erkennen, ohne, dass wir uns dessen jedes Mal bewusst sind. Aufgrund bestimmter Ausprägungen im Gesicht des Gegenüber fällt unser Unterbewusstsein die Entscheidung über letztendlich Attraktivität oder Missfallen und ist so freundlich uns dies über ein Gefühl mitzuteilen.

Nun gehört diese Reaktion zu einem Konglomerat von komplexen Automatismen, ohne die wir in unserer Umgebung durch Reizüberflutung zu Grunde gehen würden. Von den unendlich vielen Reizen, die beständig auf uns hernieder gehen, filtern diese Mechanismen die Mehrzahl aus. Für uns werden jene Reize bis ins Bewusstsein transportiert, die für uns neu oder besonders intensiv sind. Viele andere gehen dabei unter, wieder andere lösen eine diffuse Gefühlsregung aus, die in ihrer Summe zu einer bewussten Empfindung werden. Oft passiert es jedoch, das wir aufgrund der Vielzahl der Reize, besonders der optischen Reize, völlig überfordert sind. Dadurch kommt es immer häufiger vor, dass wir Reize von eigentlich für uns großer Wichtigkeit übersehen, und unser Bewusstsein zu einem Fehlverhalten geleitet wird. Manchmal sind es die kleinen Zeichen, die, wenn sie erkannt, zu einer sinnvollen Tat führen, die aber, wenn sie übersehen werden, dies zu erheblichen Missverständnissen führt.

Im Zuge der hiesigen Betrachtung des wohlgeformten Hinterns schlage ich den Bogen über folgenden Zusammenhang: entdecken wir einen schönen Menschen, respektive einen wohlgeformten Hintern, so erkennen wir den aufgrund ganz individueller Schlüsselreize. Diese lösen in jedem von uns eine momentane Begeisterung aus. Bei jedem von uns wirkt etwas Anderes, wenn auch immer wieder ähnliches, wenn es um die Attraktivität des anderen Geschlechts geht. Diese Reize sind meist nicht von langer Dauer. Sie finden nur aufgrund der Stärke des Reizes, aufgrund der Neuartigkeit für unsere Vergleichsdatenbank in unserem Gedächtnis und letztendlich auch aufgrund unserer Aufnahmebereitschaft den Zugang zu unserem Bewusstsein. (Den Punkt Aufnahmebereitschaft möchte ich in einem späteren Artikel gesondert aufgreifen.)

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